Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30. Mai 2026 von Charles David Fennell

SAARBRÜCKEN
Airport Saarbrücken
Der Flughafen Saarbrücken ist einer dieser Standorte, deren Geschichte weit mehr erzählt als nur die Entwicklung eines regionalen Verkehrsflughafens. Sie beginnt auf den Saarwiesen von St. Arnual, führt über frühe Flugtage, Luftschiffbesuche und die ersten Linienverbindungen nach Paris und Frankfurt bis hin zum heutigen Flughafen Saarbrücken-Ensheim. Dabei spiegelt sich in seiner Entwicklung auch die besondere Lage des Saarlandes wider: zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen wechselnden politischen Einflüssen, wirtschaftlichen Umbrüchen und dem Wunsch nach internationaler Anbindung.
Aus einem zunächst einfachen Flugfeld wurde über Jahrzehnte ein moderner Flughafen, der für das Saarland eine wichtige Rolle im Reiseverkehr spielt. Saarbrücken war nie ein riesiges Drehkreuz, aber immer ein Standort mit besonderem Charakter: überschaubar, regional verwurzelt und dennoch international ausgerichtet. Gerade diese Mischung macht seine Geschichte spannend. Sie zeigt, wie eng Luftfahrt, Politik, Infrastruktur und regionale Identität miteinander verbunden sein können.
D-66131 Saarbrücken
Balthasar-Goldstein-Straße
IATA: SCN
ICAO: EDDR
RUNWAYS:
09/27 (1990x45m) Asphalt
09/27 (545×50) Gras
GESCHICHTE
Die ersten Flugtage auf den Saarwiesen (1909–1914)
- 19. Dezember 1909 begann die Luftfahrtgeschichte Saarbrückens noch nicht mit Motorflugzeugen, sondern mit einem Ballonaufstieg. Der Ballon „Prinzess Viktoria“ startete von den St. Arnualer Wiesen und flog bis nach Essen. Damit rückte das Gelände südöstlich der Stadt erstmals als möglicher Ort für Luftfahrtveranstaltungen in den Blick.
- 14. und 15. Oktober 1911 fanden auf den St. Arnualer Saarwiesen die „Saarbrücker Flugtage“ statt. Das Gelände wurde dabei erstmals als Start- und Landeplatz für Flugzeuge genutzt. Am 14. Oktober landete außerdem das Luftschiff „Schwaben“ in Saarbrücken, bevor es noch am selben Tag wieder nach Baden-Baden zurückkehrte.
- 19. Juni 1914 wurde auf den Saarwiesen eine Flugzeughalle eingeweiht. Die Stadt Saarbrücken ließ mit Unterstützung des Militärs einen Flugplatz anlegen, der zunächst stark militärisch geprägt war. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entwickelte sich der Platz nicht zu einem zivilen Verkehrsflughafen, sondern wurde vor allem als militärische Anlage genutzt.
Vom Militärflugplatz zum Verkehrsflugplatz St. Arnual (1914–1929)
- 1914 bis 1918 diente das Gelände in St. Arnual während des Ersten Weltkriegs als Militärflugplatz. Die Lage zwischen St. Arnual und der Saar war zwar für frühe Flugaktivitäten nutzbar, hatte aber von Beginn an Grenzen: Das Areal war feucht, hochwassergefährdet und durch seine Nähe zur Stadt nicht ideal für eine spätere größere Entwicklung.
- 1924 kamen die Planungen für einen regulären Verkehrsflugplatz entscheidend voran. Eine wichtige Voraussetzung war die Anerkennung als Zollflughafen, damit Saarbrücken in das internationale Luftverkehrsnetz eingebunden werden konnte. Zwischen 1924 und 1928 wurde der Platz schrittweise zum Verkehrsflugplatz ausgebaut.
- 17. September 1928 begann in Saarbrücken ein Probeluftverkehr auf der Strecke Paris–Saarbrücken–Frankfurt. Damit wurde das Saargebiet erstmals praktisch an das internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen. Die eingesetzten Flugzeuge zeigten, dass Saarbrücken eine verkehrliche Brückenfunktion zwischen Frankreich und Deutschland übernehmen konnte.
- 1929 folgte die offizielle Eröffnung des Flughafens Saarbrücken-St. Arnual und die Aufnahme des regulären Linienverkehrs. Bedient wurden Verbindungen nach Paris und Frankfurt, später auch innerdeutsche Ziele. Für das Saargebiet war das ein großer Schritt, denn der Flugplatz machte Saarbrücken erstmals zu einem festen Punkt im zivilen Luftverkehr.
Linienverkehr, internationale Einbindung und erste Grenzen des Standorts (1929–1935)
- 1929 wurde neben der Verbindung nach Paris und Frankfurt auch eine von der Luft Hansa betriebene Route über Karlsruhe beziehungsweise Mannheim nach Stuttgart und München aufgenommen. Damit wuchs Saarbrücken über die Rolle eines reinen Grenz- und Zwischenlandeflugplatzes hinaus.
- 1930 kam eine Verbindung nach Köln hinzu. In den frühen 1930er-Jahren konnten Reisende von Saarbrücken aus zeitweise auch Ziele wie Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, München oder Budapest erreichen. Der Linienverkehr blieb jedoch abhängig von Subventionen, politischer Bedeutung und saisonaler Nachfrage.
- 13. Juni 1931 ereignete sich ein schwerer Unfall, als ein Flugzeug der Linie Saarbrücken–Köln kurz nach dem Start über der Artilleriekaserne St. Arnual abstürzte. Die Maschine war in Brand geraten, der Pilot wollte offenbar zum Flughafen zurückkehren. Alle vier Insassen kamen ums Leben.
- 25. Juni 1933 besuchte das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“ Saarbrücken im Rahmen einer Saarlandfahrt. Der Besuch zog große Aufmerksamkeit auf sich und zeigte, welchen Stellenwert die Luftfahrt in der öffentlichen Wahrnehmung bereits erreicht hatte.
- 1933 bis 1935 wurde Saarbrücken zeitweise auch im Winter angeflogen. Trotzdem blieb das Verkehrsaufkommen überschaubar. Der Platz in St. Arnual war klein, schwer zu erweitern, hochwassergefährdet und lag ungünstig nahe an Wohngebieten. Schon in dieser Phase wurde deutlich, dass Saarbrücken langfristig einen neuen Standort benötigen würde.
Die Entscheidung für Ensheim und das fast fertige neue Flugfeld (1935–1939)
- 1935 begannen die Vorbereitungen für einen neuen Flughafen auf der Ensheimer Höhe. Der Standort lag deutlich höher als St. Arnual und bot mehr Raum für eine moderne Anlage. Auf der Ensheimer Höhe wurden Felder und Wiesen zusammengelegt und planiert.
- 1935 bis 1939 entstand in Ensheim ein nahezu kreisrundes Flugfeld mit einem Durchmesser von rund 800 Metern. Diese Form sollte Starts und Landungen gegen den Wind aus verschiedenen Richtungen ermöglichen. Dazu kamen eine Zufahrtsstraße, ein Flugbetriebsgebäude und ein betoniertes Abfertigungsvorfeld.
- 1936 begann der eigentliche Bau des neuen Verkehrsflughafens in Ensheim. Der bisherige Flughafen St. Arnual war von Anfang an eher ein Provisorium gewesen, weil das Gelände zu wenig Platz bot, schlecht anzufliegen war und bei Hochwasser gefährdet blieb.
- 25. August 1939 absolvierte die Lufthansa nach Angaben zur St.-Arnual-Chronik ihren letzten Linienflug auf dem alten Flughafen. Andere Darstellungen nennen für das Ende der letzten Bewegungen im unmittelbaren Vorfeld des Krieges auch den Herbst 1939. Sicher ist: Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kam die zivile Entwicklung in Saarbrücken zum Stillstand.
Krieg, Stillstand und Rückkehr nach St. Arnual (1939–1955)
- 1. September 1939 verhinderte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die geplante Eröffnung des neuen Flughafens in Ensheim. Der Platz war zwar weitgehend fertiggestellt, konnte aber nicht wie vorgesehen als ziviler Verkehrsflughafen in Betrieb gehen.
- 1939 bis 1945 fand im Saarland kein regulärer ziviler Luftverkehr statt. Der neue Platz in Ensheim wurde während des Krieges nur gelegentlich militärisch als Bedarfslandeplatz und Zwischenstation genutzt. St. Arnual blieb ebenfalls ohne normalen zivilen Linienverkehr.
- 1945 nahm die französische Militärregierung den bereits bestehenden Platz in Ensheim zunächst nicht in Betrieb. Stattdessen wurde wieder das alte Flugfeld in St. Arnual genutzt. Es lag näher an der Stadt und wurde unter anderem für Dienstflüge des französischen Hohen Kommissars Gilbert Grandval verwendet. 1947/48 zeigte ein schweres Hochwasser erneut die Schwächen des Standorts St. Arnual. Die Saarwiesen wurden überflutet, und damit wurde noch deutlicher, dass der alte Flugplatz keine dauerhafte Zukunft als Verkehrsflughafen haben konnte.
- 1949 wurde dem Saarland wieder ein eigenständiger Flugbetrieb ermöglicht. Die Nachkriegsjahre waren aber noch von provisorischen Strukturen geprägt. Der eigentliche Flughafen der Zukunft lag bereits in Ensheim, blieb jedoch zunächst ungenutzt.
- 1950 landete in St. Arnual die erste Linienmaschine nach dem Krieg. Eingesetzt wurde eine De Havilland Dragon Rapide der französischen Gesellschaft TAW. Damit kehrte der regelmäßige Luftverkehr in kleinerem Rahmen zurück.
- April 1953 begann während der Saarmesse ein täglicher Linienverkehr von Saarbrücken nach Paris. Die Verbindung wurde bis 1955 aufrechterhalten und zeigte noch einmal die historische Bedeutung der Achse Saarbrücken–Paris für den Luftverkehr der Region.
- 1955 wurde der neue Flughafen Saarbrücken-Ensheim schließlich in Betrieb genommen. Damit verlor St. Arnual seine Funktion als Saarbrücker Verkehrsflugplatz. Das alte Gelände verschwand in den folgenden Jahren nahezu vollständig aus dem Stadtbild; später verliefen dort unter anderem die Autobahn 620 und das neu verlegte Saarbett.
Der Neubeginn in Ensheim und die Rückkehr in den Linienverkehr (1955–1969)
- 1955 begann für Saarbrücken mit Ensheim ein neues Kapitel. Der Flughafen lag nun auf einer Anhöhe südöstlich der Stadt und bot im Vergleich zu St. Arnual bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Anfangs war der Betrieb noch überschaubar, doch die Grundlagen für einen modernen Verkehrsflughafen waren gelegt.
- 1964 beschloss die saarländische Landesregierung den Ausbau des Flughafens Ensheim nach internationalem Standard. Hintergrund war der Wunsch, das Saarland nach der Rückgliederung in die Bundesrepublik dauerhaft an den deutschen und europäischen Luftverkehr anzubinden.
- 21. August 1967 wurde der Linienflugbetrieb von Saarbrücken nach Düsseldorf aufgenommen. Damit begann die neue Phase des regulären Luftverkehrs vom Standort Ensheim aus. Diese Verbindung markierte den praktischen Neustart Saarbrückens als moderner Verkehrsflughafen.
- 1969 begann der Ferienflugverkehr nach Spanien. Der Flughafen entwickelte sich damit nicht nur als regionaler Linienflughafen, sondern zunehmend auch als Ausgangspunkt für touristische Reisen. Im selben Jahr wurden erstmals statistische Verkehrszahlen für Saarbrücken geführt; gezählt wurden sowohl Linien- als auch Charterpassagiere.
Internationaler Verkehrsflughafen und Ausbau des Streckennetzes (1972–1989)
- 1972 wurde Saarbrücken-Ensheim zum elften internationalen Verkehrsflughafen der Bundesrepublik Deutschland erklärt. Für das Saarland war das mehr als ein formaler Schritt: Der Flughafen wurde damit als Teil der überregionalen Verkehrsinfrastruktur anerkannt.
- 1. November 1975 eröffnete die Lufthansa ihre Station in Saarbrücken-Ensheim wieder und nahm Linienflüge nach Frankfurt und Düsseldorf auf. Damit bekam der Flughafen stärkere Anbindung an das nationale Liniennetz und an wichtige Umsteigepunkte.
- Ende der 1970er-Jahre gewann neben dem Linienverkehr der Charterverkehr weiter an Bedeutung. Saarbrücken profitierte von der wachsenden Nachfrage nach Urlaubsreisen in den Mittelmeerraum. Der Flughafen wurde für viele Saarländer zu einem nahen und bequemen Abflughafen.
- 1980 übernahm die DLT Teile des Liniendienstes. In dieser Zeit wechselten mehrere Fluggesellschaften auf den Saarbrücker Strecken, unter anderem im Verkehr nach Berlin. Gesellschaften wie Modern Air, Pan Am, TAT European Airlines, Dan-Air und Hamburg Airlines gehörten in unterschiedlichen Phasen zur Geschichte der Berlin-Verbindung.
- 1980er-Jahre blieb Saarbrücken ein kleiner, aber wichtiger Regionalflughafen. Die Nähe zu Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz machte ihn zu einem Standort in einer grenzüberschreitenden Region. Gleichzeitig blieb der Flughafen abhängig von wenigen Linien, touristischen Angeboten und politischen Entscheidungen zur regionalen Luftverkehrsanbindung.
Neue Chancen nach der Wiedervereinigung und Aufstieg regionaler Anbieter (1989–1999)
- November 1989 veränderte der Mauerfall auch den Luftverkehr. Deutsche Fluggesellschaften konnten Berlin wieder freier anfliegen, wodurch die Zahl der Verbindungen ab Saarbrücken zunahm. Berlin gewann als Ziel für den Flughafen erneut große Bedeutung.
- 1990er-Jahre nahm Contact Air Liniendienste ab Saarbrücken auf und errichtete eine eigene Technikhalle. Das stärkte den Standort nicht nur im Passagierverkehr, sondern auch als Wartungs- und Betriebsbasis für regionale Luftfahrtaktivitäten.
- März 1998 erhielt Cirrus Airlines die Genehmigung für Linienflüge zwischen Saarbrücken und Hamburg. Die Regionalfluggesellschaft entwickelte sich zu einem wichtigen Namen in der Saarbrücker Flughafengeschichte und nutzte den Flughafen als einen ihrer prägenden Standorte.
- Frühjahr 1998 feierte Cirrus Airlines den Erstflug ab Saarbrücken nach Hamburg. Noch im selben Jahr kam eine Verbindung nach Dresden hinzu, 1999 folgten Berlin-Tempelhof und Leipzig. Damit bekam Saarbrücken Ende der 1990er-Jahre eine stärkere regionale Linienstruktur.
- 13. Juli 1998 wurde in Saarbrücken der sechsmillionste Fluggast begrüßt. Das Ereignis unterstrich, dass der Flughafen trotz seiner überschaubaren Größe über Jahrzehnte hinweg eine konstante Rolle im Luftverkehr des Saarlandes eingenommen hatte.
Neues Terminal, moderne Infrastruktur und steigende Konkurrenz (1998–2008)
- 1998 bis 2000 entstand am Flughafen Saarbrücken ein neues Terminal. Der Neubau umfasste eine neue Check-in-Halle, die Sanierung des Abflugbereichs, ein Mietwagen-Terminal und eine bessere Verknüpfung mit bestehenden Gebäudeteilen. Die Investition lag bei rund 12,5 Millionen Euro.
- Mai 2001 ging das neue Terminal in Betrieb. Es ersetzte die ältere Abfertigungsstruktur und gab dem Flughafen ein moderneres Gesicht. Für Saarbrücken war dies einer der wichtigsten infrastrukturellen Schritte seit dem Ausbau der 1960er- und 1970er-Jahre.
- 2002 folgte das Parkhaus. Damit wurde der Flughafen stärker auf den Komfort von Urlaubs- und Geschäftsreisenden ausgerichtet. Kurze Wege, terminalnahe Parkplätze und überschaubare Abläufe wurden zu einem wichtigen Standortmerkmal.
- 2003 wurde das Airport Business Center fertiggestellt. Damit wurde der Flughafen auch als Standort für flughafennahe Dienstleistungen und Büroflächen weiterentwickelt.
- 2004 bis 2005 entstand auf der südlichen Seite des Flughafens in mehreren Bauabschnitten eine Solaranlage mit einer Gesamtleistung von 4 MWp. Der Flughafen verband damit Infrastrukturentwicklung mit einem damals noch vergleichsweise frühen Schritt in Richtung erneuerbare Energie am Standort.
- 2006 geriet Saarbrücken unter stärkeren Wettbewerbsdruck durch den nahegelegenen Flughafen Zweibrücken. Hapagfly kündigte an, Urlaubsflüge von Saarbrücken nach Zweibrücken zu verlagern. Für Saarbrücken bedeutete das einen empfindlichen Einschnitt im touristischen Verkehr.
- Januar 2007 kündigte Fraport überraschend den Ausstieg aus dem Engagement in Saarbrücken zur Jahresmitte an. Im selben Jahr nahm Air Berlin Verbindungen nach Berlin-Tegel auf und bediente später auch Palma de Mallorca und München. Dadurch konnte der Flughafen einen Teil der verlorenen Dynamik wieder auffangen.
- 2008 wurde die Flughafen Saarbrücken GmbH gegründet, die vollständig im Besitz des Saarlandes stand. Am 4. Dezember 2008 überschritt der Flughafen erstmals in seiner Geschichte die Marke von 500.000 Passagieren in einem Jahr. Die offiziellen Zahlen weisen für 2008 insgesamt 518.288 Passagiere aus.
Rückschläge, Neuordnung und Stabilisierung des Standorts (2009–2017)
- 2009 bis 2011 blieb Saarbrücken trotz schwankender Entwicklung ein relevanter Regionalflughafen. 2010 wurden 491.415 Passagiere gezählt, 2011 waren es 453.652. Die Zahlen zeigen, dass der Flughafen zwar nicht mehr an das Rekordniveau von 2008 anknüpfen konnte, aber weiterhin eine bedeutende regionale Nachfrage bediente.
- 2012 fiel der Verkehr weiter auf 425.843 Passagiere. In diesen Jahren wirkten sich strukturelle Veränderungen im Regional- und Ferienflugmarkt aus. Auch die Konkurrenz benachbarter Flughäfen blieb ein bestimmender Faktor.
- 2014 wurde zu einem Schlüsseljahr für Saarbrücken. Die Europäische Union billigte staatliche Zuschüsse für den Saarbrücker Flughafen, während der konkurrierende Flughafen Zweibrücken auf Druck der EU-Kommission im November 2014 schließen musste. Damit veränderte sich die regionale Wettbewerbssituation grundlegend.
- 2015 kehrte TUIfly nach Saarbrücken zurück. Nach zuvor sinkenden Passagierzahlen gelang eine deutliche Trendwende: Der Flughafen fertigte 2015 insgesamt 468.606 Passagiere ab, nach 399.065 im Jahr 2014.
- Dezember 2015 wurde das neue Haupttor in Betrieb genommen. Es vereinte Funktionen einer Kontrollstelle, des General Aviation Terminals und der Vorfeldkontrolle. Damit wurde der Betrieb organisatorisch und infrastrukturell modernisiert.
- 2016 und 2017 blieben die Passagierzahlen mit 428.632 beziehungsweise 401.965 unter dem Stand von 2015. Dennoch war die Entwicklung stabiler als in den schwierigen Jahren zuvor. Der Flughafen blieb vor allem durch Urlaubsflüge, einzelne Linienverbindungen und seine regionale Funktion getragen.
Remote Tower, Berlin-Verkehr und digitale Luftverkehrskontrolle (2018–2019)
- 1. Januar 2018 nahm Luxair die direkte Verbindung zwischen Saarbrücken und Berlin auf. Geplant waren 18 wöchentliche Flüge, verbunden mit der Stationierung eines Bombardier CRJ700 in Saarbrücken. Die Strecke stärkte die Anbindung an die Hauptstadt, besonders für Geschäftsreisende und politische Verbindungen.
- 4. Dezember 2018 begann die Deutsche Flugsicherung, den Verkehr am Flughafen Saarbrücken aus dem Remote Tower Control Centre in Leipzig zu kontrollieren. Saarbrücken wurde damit zu einem Vorreiter der ferngesteuerten Flugverkehrskontrolle an einem internationalen Flughafen. Hochauflösende Kameras, Infrarottechnik und ein 360-Grad-Panoramabild ersetzten den direkten Blick aus dem lokalen Tower.
- 2018 erreichte der Flughafen 360.762 Passagiere. Im Vergleich zu 2017 war das ein Rückgang, aber Saarbrücken blieb im deutschen Regionalflugmarkt sichtbar. Der Standort bewegte sich zunehmend in einem schwierigen Umfeld aus steigendem Kostendruck, veränderten Airline-Strategien und sinkender Bedeutung vieler innerdeutscher Kurzstrecken.
- 31. Dezember 2019 endete die Luxair-Verbindung zwischen Saarbrücken und Berlin. Die Einstellung zum 1. Januar 2020 zeigte, wie schwierig es für kleinere Flughäfen geworden war, innerdeutsche Linien dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben.
- 2019 wurden am Flughafen Saarbrücken 368.138 Passagiere gezählt. Damit lag der Flughafen deutlich unter den Spitzenwerten früherer Jahre, aber noch klar über dem späteren Corona-Niveau.
Corona-Einbruch, Erholung und neue Perspektive (2020–2026)
- 2020 traf die Corona-Pandemie den Flughafen Saarbrücken hart. Die Passagierzahl brach auf 52.193 ein. Damit fiel der Verkehr auf einen Bruchteil des Vorjahresniveaus. Besonders der touristische Verkehr, eine der wichtigsten Säulen des Flughafens, wurde massiv beeinträchtigt.
- 2021 setzte eine erste Erholung ein. Die Passagierzahl stieg auf 151.729. Der Betrieb blieb jedoch weit von der Normalität vor der Pandemie entfernt. Reisebeschränkungen, Unsicherheit bei Fluggästen und ein verändertes Airline-Angebot prägten den Neustart.
- 2022 erreichte der Flughafen wieder 301.137 Passagiere. Damit näherte sich Saarbrücken dem Vorkrisenniveau an, blieb aber unter den Zahlen von 2018 und 2019. Der touristische Verkehr gewann wieder an Bedeutung.
- 2023 verzeichnete Saarbrücken 311.706 Passagiere. Die Flughafenleitung sprach Anfang 2024 von einer kontinuierlich positiven Entwicklung seit dem Corona-Einbruch. Besonders der touristische Verkehr blieb die wichtigste Säule des Flughafens.
- 2024 stieg die Passagierzahl auf 340.544. Damit setzte sich die Erholung fort. Saarbrücken blieb ein kleiner, aber stabiler internationaler Verkehrsflughafen mit Schwerpunkt auf Urlaubsverbindungen und ausgewählten Linienangeboten.
- 2025 wurden 308.618 Passagiere gezählt. Die Zahl lag unter dem Wert von 2024, aber weiterhin deutlich über dem Corona-Tief. Der Flughafen bewegte sich damit in einem Markt, der für kleinere Standorte stark von Ferienflugprogrammen, Airline-Entscheidungen und regionaler Nachfrage abhängt.
- 2026 präsentiert sich der Flughafen Saarbrücken weiterhin als internationaler Verkehrsflughafen im SaarLorLux-Raum. Betrieben wird er von der Flug-Hafen-Saarland GmbH, deren alleiniger Gesellschafter das Saarland ist. Die Flugverkehrskontrolle erfolgt per Remote Tower Control durch die Deutsche Flugsicherung, und am westlichen Ende der Startbahn befindet sich ein EMAS-Sicherheitssystem.
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