Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 31. Mai 2026 von Charles David Fennell

DORTMUND

Dortmund Airport 21

Der Flughafen Dortmund (EDLW/DTM) gehört zu den spannendsten Beispielen dafür, wie sich ein Luftfahrtstandort über Jahrzehnte immer wieder neu erfinden musste. Seine Geschichte beginnt nicht am heutigen Standort in Wickede, sondern in Dortmund-Brackel, wo bereits in den 1920er Jahren erste Linienverbindungen, internationale Strecken und große Luftfahrtereignisse für Aufmerksamkeit sorgten. Was damals als moderner Verkehrsflugplatz begann, wurde durch politische Umbrüche, Krieg und militärische Nutzung tief verändert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Dortmunder Luftfahrt praktisch neu anfangen. Aus Sportfliegerei, privaten Initiativen und viel regionalem Engagement entstand Schritt für Schritt der heutige Flughafen Dortmund-Wickede. Vom einfachen Graslandeplatz entwickelte sich der Airport über asphaltierte Bahnen, Ausbauphasen, ein neues Terminal und den Einstieg in den europäischen Linien- und Low-Cost-Verkehr zu einem wichtigen Flughafen für das östliche Ruhrgebiet und Westfalen.

Heute steht der Dortmund Airport für eine lange Geschichte voller Brüche, Neuanfänge und Wachstum. Gerade diese Entwicklung macht ihn für die Luftfahrtgeschichte besonders interessant: ein Flughafen, der mehrfach seine Rolle wechselte und dennoch immer wieder seinen Platz im deutschen und europäischen Luftverkehr fand.

Flughafenring 2
D-44319 Dortmund

IATA: DTM
ICAO: EDLW

RUNWAY:
06/24 (2000x45m) Asphalt


GESCHICHTE

Die Anfänge des Dortmunder Luftverkehrs in Brackel (1920–1925)
  • 1920 entwickelte sich Dortmund erstmals zu einem wichtigen Punkt im regionalen Luftverkehr. Der Flugbetrieb wurde von der Wambeler Pferderennbahn beziehungsweise dem Umfeld in Richtung Brackel verlagert. In dieser frühen Phase war die Luftfahrt noch stark improvisiert, aber Dortmund erkannte früh, dass der Anschluss an das neue Verkehrsmittel Flugzeug für Handel, Industrie und regionale Bedeutung wichtig werden konnte.
  • 19. Mai 1921 wurde Dortmund bereits international angebunden. Eine Maschine aus Amsterdam landete in Brackel und flog später mit Passagieren weiter nach London. Damit gehörte Dortmund früh zu den Orten im westdeutschen Raum, die nicht nur innerdeutsche, sondern auch grenzüberschreitende Luftverbindungen erprobten.
  • 1923 wurde der zivile Flugverkehr durch die Ruhrbesetzung und die schwierige politische Lage zunächst wieder gebremst. Die Entwicklung der Luftfahrt im Ruhrgebiet blieb zwar ein Thema, doch der regelmäßige Ausbau des Verkehrs war in dieser Zeit kaum möglich. Dortmund musste warten, bis sich die Rahmenbedingungen wieder stabilisierten.
  • 27. April 1925 wurde der Flughafen Dortmund am ersten Standort Dortmund-Brackel offiziell in Betrieb genommen. Zur Eröffnung landete eine Dornier der Deutschen Aero Lloyd aus Bremen in Dortmund. Damit begann die eigentliche Geschichte des Dortmunder Flughafens als Verkehrsflughafen. Der Standort Brackel wurde in das Liniennetz eingebunden und erhielt Anschluss an wichtige Städte wie Bremen, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Zürich und Kopenhagen.
  • 1925 entstand auf dem Gelände in Dortmund-Brackel auch die erste Flugzeughalle. Sie gab dem noch jungen Flughafen eine feste technische Basis und machte deutlich, dass Dortmund mehr wollte als nur gelegentliche Landungen. Aus einem einfachen Flugfeld entwickelte sich Schritt für Schritt ein organisierter Flughafenbetrieb.
Aufbau der Flughafengesellschaft und Anschluss an das Liniennetz (1926–1935)
  • Januar 1926 nahm die neu entstandene Deutsche Luft Hansa nach dem Zusammenschluss von Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr den regelmäßigen Linienverkehr auf. Bereits in dieser frühen Phase starteten und landeten täglich mehrere Maschinen in Dortmund-Brackel. Für die Region war das ein wichtiger Schritt, denn der Flughafen wurde dadurch fest in das deutsche Luftverkehrsnetz eingebunden.
  • 16. April 1926 wurde die Flughafen Dortmund GmbH gegründet. An ihr waren unter anderem die Stadt Dortmund, der Landkreis Dortmund, das Deutsche Reich, der Preußische Staat, der Provinzialverband Westfalen, die Industrie- und Handelskammer sowie Unternehmen beteiligt. Diese Gründung war entscheidend, weil der Flughafen damit eine tragfähige wirtschaftliche und organisatorische Struktur erhielt.
  • 1927 war Dortmund bereits deutlich stärker in das internationale und nationale Streckennetz eingebunden. Verbindungen führten unter anderem über Amsterdam nach London, über Hamburg nach Kopenhagen und Malmö, über Berlin weiter nach Königsberg, Prag, Wien und Budapest sowie über Frankfurt in Richtung München, Basel, Genf und Zürich. Der Flughafen Brackel entwickelte sich damit zu einem bedeutenden westdeutschen Verkehrslandeplatz.
  • Geschäftsjahr 1927/1928 verzeichnete die junge Flughafen Dortmund GmbH mehr als 4.300 Starts und Landungen. Andere Angaben nennen für diese Phase sogar mehr als 8.000 Starts und Landungen, was zeigt, wie stark der Verkehr in kurzer Zeit zunahm. Dortmund gehörte damals neben Köln zu den wichtigsten Luftverkehrsstandorten im Westen Deutschlands.
  • 6. Juni 1927 machte der amerikanische Flugpionier Clarence D. Chamberlin in Dortmund Station. Solche Ereignisse zeigten, welche Strahlkraft die Luftfahrt in den 1920er Jahren hatte. Der Flughafen war nicht nur Verkehrsinfrastruktur, sondern auch ein Ort, an dem technische Moderne sichtbar wurde.
  • 10. August 1930 landete das Luftschiff „Graf Zeppelin“ in Dortmund-Brackel. Rund 120.000 Menschen sollen dieses Ereignis verfolgt haben. Für Dortmund war dies eines der größten Luftfahrtereignisse der Zwischenkriegszeit und zugleich ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert der Flughafen in der öffentlichen Wahrnehmung erreicht hatte.
  • Oktober 1932 besuchte die Junkers G 38, eines der größten Verkehrsflugzeuge seiner Zeit, den Flughafen Dortmund-Brackel. Auch das passte in die Aufbruchsstimmung der frühen Luftfahrtjahre: Dortmund war ein Standort, an dem moderne Flugtechnik nicht nur theoretisch vorkam, sondern tatsächlich zu sehen war.
  • 1933 bis 1935 veränderte sich die Lage zunehmend. Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde die zivile Luftfahrt stärker politisch gelenkt und militarisiert. Der Flughafen Dortmund blieb zwar zunächst ein bekannter Standort, doch der zivile Ausbau trat mehr und mehr in den Hintergrund.
Militärische Übernahme, Krieg und Ende des zivilen Betriebs in Brackel (1936–1945)
  • Anfang 1936 begann die Reichsluftwaffe, den Dortmunder Flughafen in Brackel stärker für militärische Zwecke zu nutzen. Damit verlor der zivile Luftverkehr zunehmend an Bedeutung. Der Standort wurde schrittweise in militärische Strukturen eingebunden, während der öffentliche Linienverkehr an Einfluss verlor.
  • 1936 lag Dortmund beim Passagieraufkommen nur knapp hinter Düsseldorf, hatte aber ein breiteres Flugplanangebot. Das zeigt, wie bedeutend Brackel vor dem Krieg für die westdeutsche Luftfahrt war. Gleichzeitig war genau diese zivile Stärke bald von der politischen und militärischen Entwicklung überlagert.
  • August 1939 hoben die letzten zivilen Flugzeuge vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von der Brackeler Startbahn ab. Kurz darauf war der zivile Luftverkehr in Dortmund praktisch beendet. Aus einem Verkehrsflughafen wurde ein militärisch genutzter Standort.
  • 1939 richtete das Militär auf dem Gelände den Fliegerhorst Dortmund-Brackel und die Richthofen-Kaserne ein. Während des Krieges waren dort zeitweise bis zu 1.000 Soldaten stationiert. Der Platz diente unter anderem als Frontflieger-Sammelstelle, Flak-Stützpunkt, Nachrichtenstandort und Instandsetzungsbereich für beschädigte Flugzeuge.
  • 1943 wurde Dortmund-Brackel auch mit besonders drastischen militärischen Konzepten verbunden. Auf dem Gelände sollen junge Freiwillige für sogenannte Rammjäger zusammengezogen worden sein. Diese Phase zeigt, wie weit sich der ursprüngliche Verkehrsflughafen inzwischen von seiner zivilen Bestimmung entfernt hatte.
  • 28. März 1945 verließen die letzten Kampfflieger den Standort Dortmund. Wenige Tage später näherte sich das Kriegsende auch dem Flughafen Brackel. Das Gelände war stark beschädigt, der zivile Verkehr vollständig unterbrochen.
  • 8. April 1945 besetzten alliierte Truppen das Flughafengelände. Andere Darstellungen nennen für die endgültige Besetzung den 12. April 1945. Unabhängig vom genauen Datum war der Flughafen Dortmund-Brackel zu diesem Zeitpunkt schwer zerstört und für den zivilen Luftverkehr auf Jahre hinaus nicht nutzbar.
Nachkriegszeit, Sportfliegerei und Suche nach einem neuen Anfang (1946–1959)
  • 1946 bis 1950 war an einen normalen zivilen Flugbetrieb zunächst nicht zu denken. Das alliierte Flugverbot und die Kriegsschäden bestimmten die Lage. Dennoch blieb die Luftfahrt in Dortmund nicht völlig verschwunden. Modellflug, Segelfluggedanken und private Initiativen hielten die Verbindung zur Luftfahrt aufrecht.
  • 1950 wurde der Aero-Club Dortmund e.V. gegründet. Zu den treibenden Kräften gehörten luftfahrtbegeisterte Dortmunder, darunter die Gebrüder Theo und Hans Hengsbach. Ziel war es, den Flugbetrieb am zerstörten Standort Brackel wiederzubeleben und der Dortmunder Luftfahrt eine neue Grundlage zu geben.
  • 1953 wurden erste Segelflugstarts wieder möglich. Das war noch kein regulärer Verkehrsflugbetrieb, aber ein wichtiger Schritt zurück in die Luft. Die Wiederbelebung begann also nicht mit Linienmaschinen, sondern mit Sportfliegerei und privatem Engagement.
  • 1955 belebte die Luftfahrtgesellschaft Hengsbach & Co. den Flugplatz Brackel erneut. Unterstützt wurde diese Entwicklung unter anderem durch Sponsoren aus der Region. Dennoch blieb der Standort schwierig, weil Brackel militärisch geprägt war und langfristig keine sichere zivile Zukunft bot.
  • 1956/1957 erkannte die belgische Sabena das Potenzial des westfälischen Ruhrgebiets und richtete eine Hubschrauberlinie Dortmund–Duisburg–Brüssel mit Anschluss nach Paris ein. Der Hubschrauberlandeplatz lag nicht direkt am heutigen Flughafen, sondern in der Nähe der Westfalenhalle an der B 1. Trotzdem war diese Verbindung ein wichtiger Versuch, Dortmund wieder an internationale Verkehrsstrukturen anzubinden.
  • 1958 wurden in Dortmund-Brackel britische Raketeneinheiten stationiert. Damit war eine zivile Nutzung des alten Flugplatzes praktisch nicht mehr möglich. Der Aero-Club Dortmund und die Dortmunder Luftfahrtgesellschaft Hengsbach & Co. mussten nach einem neuen Standort suchen.
Umzug nach Wickede und neuer Start auf Gras (1960–1973)
  • 1. Januar 1960 landete die erste Sportmaschine des Aero-Club Dortmund auf der Graslandebahn am neuen Standort an der Wickeder Chaussee. Damit begann die Geschichte des heutigen Flughafens Dortmund in Wickede. Aus der Notwendigkeit, Brackel aufzugeben, entstand der neue Standort, der später zum modernen Verkehrsflughafen ausgebaut wurde.
  • 1960 wurde der zivile Flugbetrieb also von Brackel nach Dortmund-Wickede verlagert. Der neue Platz war zunächst bescheiden ausgestattet und verfügte nur über eine Graspiste. Trotzdem war dieser Schritt entscheidend, denn er sicherte Dortmund überhaupt eine Perspektive im zivilen Luftverkehr.
  • 1962 begannen Stadt Dortmund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Industrie- und Handelskammer, intensiver über Ausbaupläne zu beraten. Die Wirtschaft der Region sah einen leistungsfähigen Flughafen zunehmend als Standortfaktor. Die Diskussionen waren langwierig, weil Verkehrsbedarf, Finanzierung, Genehmigungen und regionale Konkurrenz eine große Rolle spielten.
  • 1963 wurde die Sabena-Hubschrauberlinie wieder eingestellt. Damit endete ein interessanter, aber letztlich nur vorübergehender Versuch, Dortmund über Hubschrauberlinien international anzubinden. Der Fokus verlagerte sich nun immer stärker auf den Ausbau des Flugplatzes in Wickede.
  • Ende der 1960er Jahre nahm der Wunsch nach einer besseren Infrastruktur konkrete Formen an. Der Flughafen sollte nicht länger nur ein Graslandeplatz bleiben, sondern eine feste Bahn erhalten. Diese Ausbaufrage wurde zu einem Dauerthema der Dortmunder Verkehrspolitik.
  • 1969 wurde der Ausbau auf eine 850 Meter lange Bahn beantragt. Damit begann ein Genehmigungs- und Planungsprozess, der sich über mehrere Jahre zog. Die Debatte zeigte, dass der Flughafen in Dortmund politisch gewollt war, aber gleichzeitig immer wieder mit rechtlichen, finanziellen und planerischen Hürden zu kämpfen hatte.
Asphaltbahn, wachsender Regionalverkehr und Startbahn Ruhrgebiet (1974–1985)
  • 29. April 1974 ging in Dortmund-Wickede die erste asphaltierte Start- und Landebahn in Betrieb. Sie war 650 Meter lang und ersetzte die bisherige Graspiste. Für den Flughafen war das ein großer Schritt, weil der Betrieb dadurch zuverlässiger, moderner und weniger wetterabhängig wurde.
  • 10. März 1975 erteilte der Regierungspräsident in Arnsberg den Planfeststellungsbeschluss für die bereits 1969 beantragte 850-Meter-Bahn. Damit erhielt der weitere Ausbau eine offizielle Grundlage. Die Umsetzung war Teil des langfristigen Ziels, Dortmund als regionalen Verkehrsflughafen zu stärken.
  • Mitte der 1970er Jahre nutzten rund 25.000 Passagiere jährlich den Flughafen. Der Betrieb war noch überschaubar, aber für Geschäftsreisende, regionale Verbindungen und die Luftfahrtwirtschaft im östlichen Ruhrgebiet bereits relevant.
  • 1976 zeigte sich der Flughafen auch als Veranstaltungsort für die Bevölkerung. Flughafenfeste und Oldtimertreffen machten den Standort bekannter und stärkten die emotionale Bindung der Region an ihren Flughafen. Solche Ereignisse waren wichtig, weil der Flughafen noch nicht die spätere internationale Größe hatte, aber bereits Teil der Dortmunder Öffentlichkeit war.
  • 1979 wurde der kommerzielle Linienverkehr mit täglichen Flügen nach München wieder stärker belebt. Reise- und Industrieflug spielte dabei eine zentrale Rolle. Kurz darauf kamen weitere innerdeutsche Ziele wie Nürnberg und Stuttgart hinzu. Damit begann Dortmund, sich wieder als ernstzunehmender Regionalflughafen zu etablieren.
  • 1980 wurde die LGW-Luftfahrtgesellschaft Walter mbH mit Sitz am Flughafen Dortmund gegründet. Sie sollte später im Umfeld der regionalen Luftverkehrsentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Im selben Jahr nutzten bereits 72.867 Passagiere den Flughafen, überwiegend im kommerziellen Verkehr.
  • 28. Juni 1983 wurde die neue 850 Meter lange „Startbahn Ruhrgebiet“ durch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau feierlich freigegeben. Diese Bahn ermöglichte den Einsatz größerer Turboprop Maschinen und gab dem Flughafen eine deutlich bessere Perspektive im Geschäftsreise- und Regionalverkehr.
  • 1983 fanden außerdem die ersten Internationalen Großflugtage statt. Sie machten den Flughafen einem breiten Publikum sichtbar und unterstrichen, dass Dortmund-Wickede inzwischen weit mehr war als ein kleiner Ausweichflugplatz.
Ausbau, Eurowings-Entwicklung und neue Strecken nach der Wiedervereinigung (1986–1995)
  • 1987 wurde das Abfertigungsgebäude erweitert und die Start- und Landebahn auf 1.050 Meter verlängert. Damit verbesserte sich die Leistungsfähigkeit des Flughafens erneut. Die Infrastruktur passte sich Schritt für Schritt dem wachsenden Bedarf an.
  • 1990 brachte die deutsche Wiedervereinigung neue Perspektiven. Ziele wie Dresden, Leipzig und Berlin wurden wichtiger, und Dortmund profitierte von der Öffnung neuer Verkehrsströme. Gleichzeitig gewann der Flughafen als Standort für regionale und innerdeutsche Verbindungen an Bedeutung.
  • 1990 schlossen sich Reise- und Industrieflug und der Nürnberger Flugdienst zusammen. Daraus entstand Eurowings, eine Fluggesellschaft, die lange eng mit Dortmund verbunden blieb. Ab 1993 wurde Dortmund regelmäßig von Eurowings-Maschinen angeflogen.
  • 1990 machten zu Beginn des zweiten Golfkriegs auch Hubschrauber der US Air Force einen Zwischenstopp zum Auftanken in Dortmund. Dieser Punkt gehört zwar nicht zur zivilen Entwicklung, zeigt aber, dass der Flughafen inzwischen über eine Infrastruktur verfügte, die auch besondere Flugbewegungen aufnehmen konnte.
  • 1993 stellte der Aufsichtsrat die Weichen für eine weitere Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2.000 Meter sowie für den Bau eines neuen Terminals. Diese Entscheidung war einer der wichtigsten strategischen Schritte in der modernen Geschichte des Flughafens Dortmund. Sie zielte darauf ab, den Standort vom regionalen Geschäftsreiseflughafen zum leistungsfähigeren europäischen Verkehrsflughafen weiterzuentwickeln.
Modernisierung, neues Terminal und Beginn des Low-Cost-Zeitalters (1996–2005)
  • 1997 wurde die Start- und Landebahn unter Einbeziehung von Stoppflächen auf 1.450 Meter verlängert. Dadurch konnten Flugzeuge wie BAe 146 beziehungsweise Avro-Muster besser eingesetzt werden, und auch die Nutzlastbeschränkungen der zuvor dominierenden Turboprops wurden reduziert.
  • 1998 begann der Bau des neuen Terminals. Der Flughafen Dortmund bereitete sich damit auf eine neue Wachstumsphase vor. Das Projekt war nicht nur ein Bauvorhaben, sondern ein sichtbares Zeichen des Strukturwandels in einer Region, die sich zunehmend von Kohle und Stahl löste.
  • 2000 wurde die Start- und Landebahn auf 2.000 Meter Länge und 45 Meter Breite ausgebaut. Damit erhielt Dortmund die Grundlage für den Einsatz größerer Verkehrsflugzeuge und für ein deutlich breiteres Streckennetz. Die heutige Bahn 06/24 bildet bis heute das zentrale Element der Flughafeninfrastruktur.
  • 29. Oktober 2000 wurde das neue Terminal feierlich eingeweiht. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit konnte Dortmund nun wesentlich mehr Passagiere abfertigen. Das Terminal wurde zur Voraussetzung für das starke Wachstum der folgenden Jahre.
  • 2001 überschritt der Flughafen Dortmund erstmals die Marke von einer Million Passagieren pro Jahr. Damit war klar, dass die Modernisierung Wirkung zeigte. Aus dem regional geprägten Flughafen wurde ein Standort mit wachsender europäischer Bedeutung.
  • 2002 begann Air Berlin ab Dortmund mit Verbindungen unter anderem nach London, Mailand und Wien. Der Flughafen profitierte in dieser Phase stark vom wachsenden Markt der günstigen Europaflüge. Nach den Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 suchte Dortmund gezielt nach neuen Verkehrsträgern und setzte verstärkt auf Low-Cost- und Ferienflugangebote.
  • 2002 wurde am Flughafen eine Unterflurbetankung installiert. Diese technische Verbesserung passte zur neuen Größenordnung des Betriebs und erleichterte die Abfertigung moderner Verkehrsflugzeuge.
  • 2003 wurde der Flughafen auch als Film- und Medienkulisse genutzt. Solche Ereignisse waren zwar nicht entscheidend für die Verkehrsentwicklung, machten den Standort aber sichtbarer und verankerten ihn stärker in der regionalen Öffentlichkeit.
  • 2. Juli 2004 startete Wizz Air den Linienverkehr ab Dortmund. Diese Partnerschaft wurde in den folgenden Jahren besonders wichtig, weil Dortmund dadurch stark in Richtung Mittel- und Osteuropa wuchs. Für viele Reisende aus dem Ruhrgebiet und Westfalen entstanden direkte Verbindungen in Länder, die zuvor schwerer erreichbar waren.
  • Juli 2004 stationierte easyJet drei Maschinen am Dortmund Airport. Damit wurde Dortmund zu einem der auffälligeren deutschen Standorte im damaligen Low-Cost-Boom. Die Verbindung aus modernem Terminal, verlängerter Bahn und günstigen Flugangeboten führte zu stark steigenden Passagierzahlen.
  • 2005 zeigte sich bereits, dass der Flughafen Dortmund in eine neue Rolle hineingewachsen war. Er war nicht mehr nur ein Platz für Geschäftsreiseverkehr und regionale Flüge, sondern ein Flughafen mit europäischem Streckennetz, starkem Low-Cost-Anteil und wachsender Bedeutung für Urlaubs- und Verwandtenbesuchsverkehr.
Markenauftritt, neue Airlines und europäisches Streckennetz (2006–2015)
  • März 2006 wurde der Markenauftritt zu „Dortmund Airport“ verändert. Der Zusatz „Airport 21“ verwies zugleich auf die enge Verbindung zur Dortmunder DSW21 als wichtigem Anteilseigner. Die neue Außendarstellung sollte Internationalität, Modernität und regionale Verankerung verbinden.
  • 2006 sorgte die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland auch in Dortmund für zusätzliche internationale Aufmerksamkeit. Der Flughafen profitierte vom gestiegenen Reiseaufkommen in der Region und von der stärkeren Wahrnehmung Dortmunds als internationale Stadt.
  • 29. September 2006 landete der ehemalige US-Präsident Bill Clinton im Rahmen einer Europareise in Dortmund. Solche Sonderereignisse hatten zwar keinen dauerhaften Einfluss auf den Linienverkehr, stärkten aber die Wahrnehmung des Flughafens als Standort für besondere Ankünfte.
  • 2007 eröffnete Germanwings eine Basis am Dortmund Airport und stationierte eine Maschine. Bedient wurden unter anderem Wien, Istanbul, Palma de Mallorca, Ibiza und Faro. Damit wurde Dortmund im Ferien- und Städtereiseverkehr weiter gestärkt.
  • 2008 erreichte Dortmund mit über 2,3 Millionen Passagieren einen deutlichen Wachstumsschub. Der Flughafen hatte sich im deutschen Regionalflughafenmarkt etabliert, auch wenn er weiterhin im Schatten größerer Flughäfen wie Düsseldorf und Köln/Bonn stand.
  • 2009 bis 2012 wurde der Flughafen durch Marktveränderungen und Rückzüge einzelner Airlines herausgefordert. Air Berlin reduzierte bereits zuvor mehrere Strecken, easyJet strich später einen Großteil seines Angebots. Dortmund musste sich in dieser Phase stärker neu ausrichten und die Abhängigkeit von einzelnen Airlines reduzieren.
  • März 2013 nahm Ryanair den Flugbetrieb in Dortmund auf. Zunächst waren 14 Flüge pro Woche geplant, unter anderem nach Sardinien, Barcelona, Málaga, Palma, Faro und Porto. Damit gewann der Flughafen einen weiteren großen Low-Cost-Anbieter und zusätzliche Ziele im Mittelmeerraum.
  • 2014 kündigte Air Berlin den vollständigen Rückzug aus Dortmund an. Die letzte verbliebene saisonale Verbindung nach Palma de Mallorca wurde beendet. Für Dortmund bedeutete das das Ende einer wichtigen Airline-Phase, aber nicht das Ende des Wachstums, denn Wizz Air, Ryanair und andere Anbieter übernahmen zunehmend die Rolle im Liniennetz.
  • 2015 bewegte sich das Passagieraufkommen weiter in Richtung zwei Millionen Reisende jährlich. Dortmund hatte sich als Flughafen mit starkem Fokus auf günstige Europaverbindungen, Osteuropa-Strecken und touristische Ziele etabliert.
Krisenfestigkeit, Rekorde und neue Rolle im Ruhrgebiet (2016–2026)
  • 2017 überschritt Dortmund wieder die Marke von zwei Millionen Passagieren. Nach Jahren mit Schwankungen setzte der Flughafen damit ein klares Signal, dass die Nachfrage im Einzugsgebiet stabil blieb.
  • 2018 und 2019 stiegen die Passagierzahlen weiter deutlich. Im Jahr 2019 nutzten rund 2,72 Millionen Passagiere den Flughafen. Damit erreichte Dortmund vor der Corona-Pandemie einen neuen hohen Stand und zeigte, dass das Streckennetz im Low-Cost- und Europaverkehr gut angenommen wurde.
  • 2020 traf die Covid-19-Pandemie auch Dortmund schwer. Die Passagierzahl sank auf rund 1,22 Millionen. Der internationale Luftverkehr brach zeitweise massiv ein, Reisebeschränkungen und Unsicherheit prägten den Betrieb. Trotzdem blieb der Flughafen funktionsfähig und bereitete sich auf die Erholung des Verkehrs vor.
  • 2021 begann die Erholung. Rund 1,69 Millionen Passagiere nutzten den Flughafen. Das Niveau von 2019 war noch nicht erreicht, aber die Entwicklung zeigte, dass die Nachfrage nach Flugreisen zurückkehrte.
  • 2022 stieg das Passagieraufkommen auf rund 2,59 Millionen Reisende. Dortmund profitierte besonders von starken Verbindungen nach Osteuropa und vom Wiedererstarken des europäischen Reiseverkehrs.
  • 2023 erreichte Dortmund mit 2.934.516 Passagieren einen neuen Rekord und näherte sich erstmals deutlich der Drei-Millionen-Marke. Der Flughafen war damit stärker denn je im Markt positioniert und bestätigte seine Rolle als wichtiger Airport für das östliche Ruhrgebiet, Westfalen und angrenzende Regionen.
  • 16. Dezember 2024 überschritt Dortmund erstmals in einem Kalenderjahr die Marke von drei Millionen Passagieren. Bis Jahresende stieg die Zahl auf 3.132.707 Reisende. Damit wurde 2024 zum bis dahin erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des Flughafens.
  • Juli 2024 nahm Condor Flüge ab Dortmund auf beziehungsweise wurde wieder regelmäßiger Gast am Flughafen. Dadurch erhielt der touristische Bereich zusätzliche Aufmerksamkeit. Für Dortmund war dies ein weiteres Zeichen, dass neben Wizz Air, SunExpress, Pegasus und anderen Anbietern auch klassische Ferienflugthemen wieder stärker sichtbar wurden.
  • April 2025 zog sich Ryanair aus Dortmund zurück. Gleichzeitig entwickelten sich andere Anbieter positiv, darunter SunExpress und Pegasus. Besonders Wizz Air blieb der wichtigste Partner des Flughafens und beförderte 2025 mehr als 2,56 Millionen Passagiere ab Dortmund.
  • 2025 erreichte Dortmund mit 3.242.569 Passagieren erneut ein Rekordergebnis. Damit übertraf der Flughafen das bereits starke Jahr 2024 nochmals deutlich. Der Airport zeigte damit, dass er auch nach Airline-Wechseln und Marktveränderungen wachstumsfähig blieb.
  • 2026 feiert die Flughafen Dortmund GmbH ihr 100-jähriges Bestehen. Die Geschichte reicht vom frühen Verkehrsflugplatz in Brackel über Krieg, Zerstörung, Neubeginn in Wickede, jahrzehntelange Ausbaukämpfe, das neue Terminal im Jahr 2000 und den Low-Cost-Boom bis hin zu einem modernen Regionalflughafen mit europäischem Streckennetz. Für das Jahr 2026 nennt der Flughafen als Ziel bis zu 3,5 Millionen Passagiere.

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