
MAGDEBURG / COCHSTEDT
Flughafen Magdeburg Cochstedt – Nationales Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme
Der Flughafen Magdeburg-Cochstedt ist heute kein klassischer Verkehrsflughafen mehr, sondern ein spannender Forschungsstandort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Unter dem Code CSO / EDBC dient er vor allem als Nationales Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme. Hier werden Drohnen, neue Flugverfahren und moderne Luftfahrttechnik unter realen Bedingungen getestet. Für Spotter ist Cochstedt deshalb ein besonderer Platz, weil hier nicht der Linienverkehr im Mittelpunkt steht, sondern die Zukunft der Luftfahrt. Seit 2022 ist der Flughafen wieder für Sichtflugbetrieb geöffnet, unter anderem für Luftfahrzeuge bis 14 Tonnen.
Otto-Lilienthal-Straße 8
D-39120 Magdeburg
IATA: CSO
ICAO: EDBC
RUNWAYS:
08/26 (2500x45m) Aspalt
08/26 (800x40m) Gras
GESCHICHTE
1950er bis 1990: Die Anfänge
- 1957: Der Flughafen wurde ursprünglich als Militärflugplatz für die sowjetische Luftwaffe in der DDR errichtet.
- 1968: Ausbau des Flughafens für militärische Zwecke, darunter eine neue 2.560 Meter lange Start- und Landebahn.
1990 – 2000: Nach der Wende
- 1990: Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte fiel der Flugplatz an die Bundesrepublik Deutschland zurück.
- 1991: Der Flughafen wurde offiziell zum zivilen Verkehrsflughafen erklärt.
- 1994: Der Flughafen erhält seine erste zivile Zulassung, fokussiert auf kleinere Passagier- und Frachtflüge.
- 1999: Privatisierung des Flughafens durch Verkauf an Investoren. Der Name wird zu „Flughafen Magdeburg-Cochstedt“.
2000 – 2010: Erster Aufschwung und Rückschläge
- 2000: Erste Versuche, Linienflüge zu etablieren. Der Flughafen wird als alternative Anlaufstelle für Ostdeutschland positioniert.
- 2001: Insolvenz der damaligen Betreibergesellschaft. Der Betrieb wird vorübergehend eingestellt.
- 2003: Übernahme durch neue Investoren; Ausbaupläne für Infrastruktur und Fluglinien werden angekündigt.
- 2005: Inbetriebnahme nach Sanierungen; es werden vermehrt Charterflüge angeboten.
- 2008: Wegen mangelnder Auslastung und finanzieller Schwierigkeiten kommt es erneut zu einer Unterbrechung des Flugbetriebs.
2010 – 2016: Neue Hoffnung mit Ryanair
- 2010: Übernahme durch die dänische Betreibergesellschaft CFH und Umbenennung in „Magdeburg-Cochstedt International“.
- 2011: Beginn von Linienflügen durch Ryanair, die den Flughafen mit mehreren europäischen Zielen verbinden.
- 2012: Modernisierung der Infrastruktur, insbesondere Terminal- und Sicherheitskontrollen.
- 2016: Ryanair stellt den Flugbetrieb ein, was zu einem drastischen Rückgang der Passagierzahlen führt.
2016 – 2020: Schließung und Neuausrichtung
- 2016: Einstellung des regulären Flugbetriebs. Der Flughafen wird an die Stadt Magdeburg zurückgegeben.
- 2019: Der Flughafen wird erneut verkauft. Pläne für eine Umnutzung als Testgelände und Forschungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme (Drohnen) werden öffentlich.
2020 bis HEUTE: Neuausrichtung als Technologiezentrum
- 2020: Offizielle Umwidmung des Flughafens zum Testzentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme. Betreiber wird das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
- 2021: Beginn von Forschungsprojekten zur Entwicklung von Drohnen- und Luftverkehrstechnologien.
- 2023: Der Standort ist vollständig als Forschungs- und Entwicklungszentrum etabliert. Keine kommerziellen Flüge mehr.
- 2025: Im November 2025 wurde am Flughafen die erste dauerhafte GeoZone in Deutschland eingerichtet. Dies ermöglicht der Industrie und Forschung den Betrieb von Drohnen zu Testzwecken ohne aufwendige Einzelgenehmigungen des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA).
Magdeburg-Cochstedt International hat eine bewegte Geschichte von militärischer Nutzung über zivile Flugbetriebe bis hin zur Transformation in ein modernes Technologiezentrum durchlaufen.
INFORMATIONEN
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