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ZWEIBRÜCKEN
Flugplatz Zweibrücken (Sonderlandeplatz)
Der heutige Sonderlandeplatz Zweibrücken (ZWQ / EDRZ) hat eine außergewöhnlich wechselvolle Geschichte. Aus einem während des Kalten Krieges errichteten NATO-Militärflugplatz entwickelte sich zunächst eine bedeutende kanadische und später amerikanische Luftwaffenbasis. Nach dem Abzug der US-Streitkräfte begann Anfang der 1990er-Jahre die aufwendige Umwandlung in einen zivilen Verkehrsflugplatz. Zwischen 2006 und 2014 erlebte Zweibrücken seine stärkste Phase im Linien- und Ferienflugverkehr, bevor wirtschaftliche Probleme und eine Entscheidung der Europäischen Kommission das Ende des regulären Passagierverkehrs einleiteten. Heute wird das Gelände unter privater Führung als Gewerbe- und Technologieareal mit einem Sonderlandeplatz für VFR- und IFR-Verkehr betrieben.
Berliner Allee 11 – 21
D-66482 Zweibrücken
IATA: ZQW
ICAO: EDRZ
RUNWAY:
03/21 (2675x45m) Asphalt
GESCHICHTE
Entstehung und Aufbau als NATO-Militärflugplatz (1951–1952)
- 1951: Auf dem Hochplateau südöstlich von Zweibrücken begann das französische Militär mit dem Bau eines neuen Militärflugplatzes. Die Anlage entstand vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges und des raschen Ausbaus der westlichen Luftstreitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland. Zweibrücken war damit von Anfang an als militärischer Standort konzipiert und nicht aus einem älteren zivilen Flugplatz hervorgegangen.
- 1952: Noch bevor sich französische Verbände dauerhaft in Zweibrücken etablieren konnten, wurde der Platz der Royal Canadian Air Force – RCAF zur Nutzung überlassen. Zweibrücken entwickelte sich damit nach North Luffenham in Großbritannien zu einem der wichtigen kontinentalen Standorte der kanadischen Luftstreitkräfte in Europa.
Die kanadische Ära mit der Royal Canadian Air Force (1953–1969/70)
- März/April 1953: Mit der Verlegung des No. 3 Fighter Wing nach Zweibrücken begann der vollständige operative Flugbetrieb der RCAF. Im Rahmen der groß angelegten Verlegung „Leap Frog III“ kamen die 413, 427 und 434 Squadron nach Europa. Die Staffeln waren zunächst mit der in Kanada gebauten Canadair F-86 Sabre ausgerüstet. Zweibrücken wurde damit zu einem festen Bestandteil der kanadischen NATO-Luftverteidigung in Westdeutschland.
- 1953–1956: In den folgenden Jahren wurde der Flugbetrieb mit der Sabre kontinuierlich ausgebaut. Die kanadischen Staffeln erhielten weiterentwickelte Versionen des Jagdflugzeugs. Neben den eigentlichen Einsatzmaschinen gehörten auch Verbindungs- und Schulflugzeuge zum Bestand des Stützpunktes.
- 1957: Die Zusammensetzung des 3 Wing veränderte sich. Zusätzlich zu den Tagjägern kamen allwetterfähige Abfangjäger vom Typ Avro Canada CF-100 Canuck zum Einsatz. Damit konnte die kanadische Luftwaffe auch bei Nacht und unter ungünstigen Wetterbedingungen Abfangeinsätze durchführen. Die CF-100 gehörte zu jener Phase, in der die kanadischen NATO-Verbände ihre Fähigkeiten zur Luftverteidigung deutlich erweiterten.
- 1962: Mit der strategischen Neuausrichtung der NATO begann auch in Zweibrücken der Übergang von der klassischen Luftverteidigungsrolle zur nuklearen beziehungsweise taktischen Strike-Rolle. Die bisher verwendeten Sabre-Jäger wurden schrittweise durch die wesentlich schnellere Canadair CF-104 Starfighter ersetzt.
- 17. Dezember 1962: Die 427 Squadron wurde in Zweibrücken offiziell für ihre neue Aufgabe mit der CF-104 umgegliedert. Der Starfighter war für die kanadischen Luftstreitkräfte in Europa von zentraler Bedeutung und prägte die folgenden Jahre des Flugbetriebs.
- 15. Januar 1963: Auch die 434 Squadron stellte ihren bisherigen Flugbetrieb vorübergehend ein, um auf die CF-104 umzurüsten.
- 8. April 1963: Die 434 Squadron nahm den Einsatzbetrieb mit der CF-104 wieder auf. Ihre Aufgabe bestand nun vor allem im taktischen Tiefflug- und Strike-Einsatz innerhalb der NATO-Struktur.
- 1963–1966: Zweibrücken entwickelte sich zu einem wichtigen Starfighter-Stützpunkt der kanadischen Luftstreitkräfte. Die neue Rolle erforderte eine angepasste Infrastruktur und umfangreiche Veränderungen des militärischen Flugbetriebs. Die CF-104 wurde überwiegend in sehr niedrigen Flughöhen für schnelle taktische Einsätze trainiert.
- 1. März 1967: Die 434 Squadron wurde in Zweibrücken aufgelöst. Damit begann bereits die schrittweise Reduzierung der kanadischen Präsenz am Standort.
- 1968: Die kanadische Regierung beschloss aus finanziellen und militärpolitischen Gründen eine umfangreiche Verringerung ihrer Streitkräfte in Europa. Das No. 3 Fighter Wing Zweibrücken gehörte zu den Verbänden, die im Zuge dieser Reorganisation aufgegeben werden sollten. Personal und Flugzeuge wurden schrittweise auf andere europäische Stützpunkte verteilt.
- 1969: Die kanadische Präsenz wurde weiter reduziert. Teile der verbliebenen Verbände wechselten auf andere Stützpunkte. Gleichzeitig bereitete die United States Air Force die Übernahme wesentlicher Einrichtungen in Zweibrücken vor.
- 29. Juni 1970: Mit der Konzentration der verbliebenen kanadischen Kampfflugzeugverbände auf Baden-Söllingen endete die kanadische Ära in Zweibrücken endgültig. Die RCAF beziehungsweise die inzwischen vereinheitlichten Canadian Armed Forces hatten den Standort fast zwei Jahrzehnte entscheidend geprägt.
US Air Force und taktische Luftaufklärung im Kalten Krieg (1969–1991)
- 1. November 1969: Noch während des schrittweisen kanadischen Abzugs begann die eigentliche operative Phase der United States Air Force. Das 86th Tactical Fighter Wing wurde in Zweibrücken aktiviert beziehungsweise entsprechend umgegliedert. Zum Verband gehörte zunächst eine taktische Aufklärungsstaffel mit McDonnell Douglas RF-4C Phantom II. Damit erhielt Zweibrücken eine neue Hauptaufgabe: die taktische Luftaufklärung.
- 1971: Die Aufklärungskapazität in Zweibrücken wurde durch eine zweite Staffel verstärkt. Das Jahr 1971 wird deshalb in verschiedenen Darstellungen als Beginn der amerikanischen Ära genannt. Tatsächlich hatte die USAF jedoch bereits seit November 1969 eine zentrale operative Rolle am Standort.
- 31. Januar 1973: Eine größere organisatorische Veränderung folgte mit der Verlegung des 26th Tactical Reconnaissance Wing – 26th TRW nach Zweibrücken. Gleichzeitig kam die 38th Tactical Reconnaissance Squadron zum Standort. Die Bezeichnung 86th Tactical Fighter Wing wurde wieder nach Ramstein übertragen. Zweibrücken wurde damit dauerhaft zu einem Schwerpunkt der taktischen USAF-Luftaufklärung in Europa.
- 1973–1983: Während der folgenden Jahre gehörten die RF-4C Phantom II zum charakteristischen Bild der Air Base. Die Besatzungen trainierten die fotografische und elektronische Aufklärung potentieller Einsatzgebiete und waren Teil der NATO-Aufklärungskräfte für Mitteleuropa.
- 1984: Zweibrücken erhielt zusätzlich eine wichtige logistische Aufgabe. Für das neue European Distribution System – EDS der USAF wurde die 10th Military Airlift Squadron am Standort aufgebaut. Die Einheit erhielt insgesamt 18 Transportflugzeuge des Typs Short C-23A Sherpa, die insbesondere dringend benötigte Ersatzteile, technische Komponenten und sogar Triebwerke zwischen amerikanischen Stützpunkten in Europa transportieren konnten.
- 1980er-Jahre: Die Kombination aus RF-4C-Aufklärungsflugzeugen und den C-23A-Transportern machte Zweibrücken zu einem vielseitigen USAF-Standort. Während die Phantom-Staffeln vor allem der taktischen Aufklärung dienten, unterstützte die Sherpa-Flotte das europaweite Logistiksystem der amerikanischen Luftstreitkräfte.
- 1990: Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts und der deutschen Wiedervereinigung verlor die umfangreiche amerikanische Militärpräsenz in Deutschland zunehmend ihre bisherige strategische Bedeutung. Auch für Zweibrücken zeichnete sich die Aufgabe des Stützpunktes ab.
- Anfang 1991: Flugzeuge und Besatzungen des 26th Tactical Reconnaissance Wing wurden im Zusammenhang mit Operation Desert Storm in den Nahen Osten verlegt. RF-4C aus Zweibrücken wurden dort für taktische Aufklärungsmissionen eingesetzt.
- 31. Juli 1991: Das 26th Tactical Reconnaissance Wing wurde deaktiviert und die militärische Nutzung des Stützpunktes beendet. Nach rund 40 Jahren als NATO-Militärflugplatz wurde Zweibrücken von den amerikanischen Streitkräften aufgegeben. Das Gelände ging anschließend in deutsche Verantwortung über.
Vom Militärflugplatz zum zivilen Standort (1991–2005)
- 1991: Der Abzug der US-Streitkräfte stellte Zweibrücken und die gesamte Region vor erhebliche wirtschaftliche Probleme. Der ehemalige Militärflugplatz umfasste rund 310 Hektar und gehörte zu den großen Konversionsflächen des Landes Rheinland-Pfalz. Eine vollständige Stilllegung sollte möglichst verhindert werden.
- 1992–1999: In mehreren Schritten wurde die Infrastruktur für eine zivile Nutzung vorbereitet. Die Konversion wurde teilweise mit europäischen Fördermitteln unterstützt. Zu den Arbeiten gehörten unter anderem die Beseitigung militärischer Hindernisse, Veränderungen an der Entwässerung der Start- und Landebahn sowie die Modernisierung beziehungsweise Einrichtung ziviler Flugplatz- und Tower-Infrastruktur.
- 1995: Private Investoren entwickelten das sogenannte Vier-Säulen-Konzept. Vorgesehen waren Flugbetrieb, ein Multimedia- beziehungsweise Internetpark, ein Designer-Outlet sowie Freizeit- und Tourismusangebote. Der zivile Flugplatz sollte dabei ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen Nachnutzung des ehemaligen Militärgeländes bleiben. Das übergeordnete Entwicklungskonzept wurde zeitweise unter dem Namen „Aeroville“ verfolgt.
- Ende der 1990er-Jahre: Das Areal entwickelte sich zunehmend zu einem Gewerbe- und Dienstleistungsstandort. Der Flugbetrieb blieb zunächst jedoch weit hinter den Erwartungen eines regionalen Verkehrsflughafens zurück.
- 2000–2005: Zweibrücken wurde zwar zivil genutzt, besaß aber noch keinen nennenswerten regelmäßigen Linienverkehr. Stattdessen dominierten private Flüge, Geschäftsreiseverkehr, Freizeitfliegerei, einzelne Charterbewegungen und weiterhin militärische Flugbewegungen. Versuche, Fluggesellschaften dauerhaft anzusiedeln, blieben zunächst ohne größeren Erfolg.
- 2000–2005: Eine zusätzliche Einschränkung stellte zeitweise das militärische Luftkampfübungsgebiet POLYGONE dar. Während dessen Betriebszeiten war der zivile Zugang zum Luftraum über Zweibrücken eingeschränkt. Dies erschwerte die Entwicklung eines zuverlässigen kommerziellen Linienflugplans.
Durchbruch im Linien- und Ferienflugverkehr (2006–2010)
- 2006: Mit der Neuordnung des Luftraums und der Einrichtung einer eigenen Kontrollzone verbesserten sich die Voraussetzungen für regelmäßigen kommerziellen Flugbetrieb erheblich. Zweibrücken wurde zunächst als Verkehrslandeplatz betrieben und konnte nun gezielt Fluggesellschaften anwerben.
- 15. September 2006: Germanwings eröffnete eine regelmäßige Verbindung zwischen Zweibrücken und Berlin-Schönefeld. Mit bis zu zwölf wöchentlichen Flügen erhielt der Platz erstmals eine bedeutende innerdeutsche Linienverbindung. Das Jahr 2006 markierte damit den eigentlichen Einstieg Zweibrückens in den regelmäßigen kommerziellen Passagierverkehr.
- 2006: Bereits im ersten Jahr dieser neuen Phase wurden rund 78.000 Passagiere gezählt. Damit begann innerhalb kurzer Zeit ein starkes Wachstum.
- 30. März 2007: TUIfly nahm den Flugbetrieb in Zweibrücken auf und verlagerte Teile ihres Ferienflugprogramms vom nahe gelegenen Flughafen Saarbrücken nach Zweibrücken. Damit entwickelte sich der Platz neben der Berlin-Verbindung vor allem zu einem Abflugort für touristische Ziele im Mittelmeerraum.
- 2007: Die Zahl der Passagiere stieg sprunghaft auf rund 288.000. Zweibrücken hatte sich innerhalb eines Jahres von einem vergleichsweise unbedeutenden Verkehrslandeplatz zu einem regionalen Ferienflughafen entwickelt.
- 2008: Mit rund 327.000 Fluggästen setzte sich das Wachstum fort. Besonders TUIfly spielte für die Entwicklung eine wichtige Rolle.
- 28. Oktober 2008: Ryanair nahm eine Linienverbindung zwischen Zweibrücken und London-Stansted auf. Damit erhielt der Flughafen neben Germanwings und TUIfly einen weiteren größeren europäischen Anbieter.
- 2009: Mit etwa 338.000 Passagieren erreichte Zweibrücken den höchsten Wert seiner zivilen Flughafenzeit. Gleichzeitig zeigte sich jedoch bereits, dass das Verkehrsaufkommen stark von wenigen Airlines und einzelnen touristischen Strecken abhängig war.
- 22. September 2009: Ryanair stellte die Verbindung nach London-Stansted wieder ein. Damit verschwand der Low-Cost-Linienverkehr der irischen Fluggesellschaft nach weniger als einem Jahr aus Zweibrücken.
- 2010: Der Flugplatz wurde luftrechtlich zum Verkehrsflughafen aufgewertet. Damit erreichte Zweibrücken formal den höchsten Status seiner zivilen Geschichte. Die Passagierzahl ging allerdings bereits wieder auf rund 265.000 zurück.
Rückgang des Linienverkehrs und zunehmende wirtschaftliche Probleme (2011–2013)
- 2011: Germanwings stellte die Berlin-Verbindung ein. Damit verlor Zweibrücken seine wichtigste regelmäßige innerdeutsche Linienverbindung. Der Flughafen konzentrierte sich anschließend zunehmend auf Ferien- und Charterverkehr.
- Ende 2011: Der kommerzielle Verkehr bestand nach Einschätzung der Europäischen Kommission inzwischen hauptsächlich aus touristischen Charterflügen; hinzu kamen einzelne Frachtbewegungen. Die ursprüngliche Vorstellung eines breit aufgestellten regionalen Linienflughafens hatte sich damit weitgehend erledigt.
- 2011: Die Passagierzahl sank auf etwa 224.000. Gleichzeitig verschärfte sich die Diskussion über die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Flughafens und seine Nähe zum nur rund 40 Kilometer entfernten Flughafen Saarbrücken.
- Februar 2012: Die Europäische Kommission leitete ein förmliches Prüfverfahren wegen möglicher unzulässiger staatlicher Beihilfen ein. Untersucht wurden sowohl öffentliche Finanzierungen des Flughafens als auch reduzierte Flughafenentgelte und Vereinbarungen mit Germanwings, TUIfly und Ryanair.
- 2012: Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation stieg die Zahl der Passagiere noch einmal auf 242.880. Insgesamt wurden rund 13.230 Flugbewegungen registriert. Ein nachhaltiger wirtschaftlicher Betrieb konnte daraus jedoch nicht entstehen.
- 2013: Der Ferienflugverkehr blieb die tragende Säule des Passagiergeschäfts. Änderungen und Insolvenzen einzelner Fluggesellschaften führten jedoch immer wieder zu Verschiebungen im Streckennetz. Die starke Abhängigkeit von wenigen touristischen Veranstaltern und Airlines wurde zunehmend zum strukturellen Problem des Flughafens.
EU-Beihilfeverfahren, Insolvenz und Ende des Passagierverkehrs (2014)
- Sommer 2014: Zweibrücken verfügte weiterhin über ein umfangreiches Ferienflugprogramm. Zu den wichtigsten Zielen gehörten Palma de Mallorca und Antalya; zusammen machten diese einen großen Teil der wöchentlichen Passagierflüge aus. TUIfly war zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand wichtigste Kunde des Flughafens.
- 23. Juli 2014: Nachdem sich abzeichnete, dass die Europäische Kommission erhebliche Teile der staatlichen Finanzierung nicht akzeptieren würde und weitere öffentliche Unterstützung nicht in der geplanten Form zulässig war, war der Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr gesichert.
- 24. Juli 2014: Die Flughafen Zweibrücken GmbH stellte beim zuständigen Gericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Flugbetrieb wurde zunächst weitergeführt, damit das laufende Sommerprogramm abgewickelt werden konnte.
- 1. Oktober 2014: Die Europäische Kommission traf ihre endgültige Entscheidung im Beihilfeverfahren. Teile der an den Flughafen gezahlten Investitions- und Betriebsbeihilfen sowie bestimmte Vereinbarungen mit Fluggesellschaften wurden als nicht mit dem europäischen Beihilferecht vereinbar eingestuft. Die daraus resultierenden Rückforderungen lagen in einer Größenordnung, die der bereits insolvente Flughafen nicht tragen konnte.
- 1. November 2014: Das reguläre Insolvenzverfahren über die Flughafen Zweibrücken GmbH wurde eröffnet.
- 3. November 2014: Mit einem TUIfly-Flug nach Fuerteventura endete der reguläre Passagierverkehr in Zweibrücken. Die Maschine startete gegen 13:40 Uhr und war der letzte planmäßige Passagierflug des Flughafens. Damit ging eine zivile Verkehrsflughafenphase zu Ende, die im Wesentlichen nur rund acht Jahre gedauert hatte.
- 4. November 2014: Nach dem Ende des touristischen Sommerflugplans wurde der bisherige Verkehrsflughafenbetrieb weitgehend heruntergefahren. Eine Rückkehr zum bisherigen Linien- und Ferienflugbetrieb war nicht mehr vorgesehen.
Übernahme durch TRIWO und grundlegende Neuausrichtung (2014–2018)
- 26. November 2014: Der Insolvenzverwalter schloss einen Kaufvertrag mit der Trierer Unternehmensgruppe TRIWO AG über die Übernahme des Flugplatzgeländes. Damit erhielt der ehemalige Verkehrsflughafen eine privatwirtschaftliche Zukunftsperspektive.
- Dezember 2014: Die Gläubiger stimmten dem Verkauf zu. TRIWO plante keinen Wiederaufbau des früheren Regionalflughafenmodells, sondern eine Kombination aus Gewerbe- und Technologiepark, Automobil-Testgelände und reduziertem Flugbetrieb.
- 2015: Die Europäische Kommission genehmigte schließlich den Verkauf an TRIWO. Die neue Eigentümerin begann mit der schrittweisen Umgestaltung des rund 300 Hektar großen Areals.
- 12. November 2015: Die bisherige Kontrollzone wurde aufgehoben. Der umgebende Luftraum wurde in Luftraumklasse G überführt und mit einer Radio Mandatory Zone – RMZ versehen. Dadurch konnten weiterhin sowohl VFR- als auch IFR-Flüge durchgeführt werden, allerdings unter deutlich anderen betrieblichen Rahmenbedingungen als während der Verkehrsflughafenzeit.
- 2015–2017: Der Flugbetrieb blieb erhalten, war nun jedoch nur noch ein Teil der Gesamtnutzung des ehemaligen Flughafengeländes. Gleichzeitig wurde das Areal zunehmend für Unternehmen, Fahrzeugentwicklung, Testfahrten und andere industrielle beziehungsweise gewerbliche Aktivitäten erschlossen.
- 29. März 2018: Der Flugplatz erhielt offiziell den Status eines Sonderlandeplatzes. Seitdem erfolgt der Betrieb grundsätzlich nach dem PPR-Verfahren – Prior Permission Required. Damit war auch luftrechtlich der endgültige Schritt vom früheren Verkehrsflughafen zum heutigen Betriebsmodell vollzogen.
Entwicklung des heutigen Sonderlandeplatzes (2019–heute)
- 2019: Auf dem Gelände wurde ein neues Konferenz- und Veranstaltungszentrum eingerichtet. Damit wurde die Nutzung des ehemaligen Flughafens weiter über die reine Luftfahrt hinaus erweitert.
- 2021: Am Flugplatz entstand eine neue Flugzeugwartungshalle. Nach Angaben des Betreibers dient sie unter anderem der Betreuung einer der größten europäischen Pilatus-Flotten. Zusätzlich wurde auf dem Gelände eine Anlage für realitätsnahe Brandschutz- und Feuerwehrsimulationen aufgebaut.
- Seit 2021: Das Konzept des Standortes verbindet zunehmend Luftfahrt, Gewerbe, Technologie, Dienstleistungen und Fahrzeugerprobung. Anders als während der Jahre als Verkehrsflughafen ist der Flugplatz nicht mehr auf hohe Passagierzahlen oder regelmäßige Ferienflugprogramme ausgerichtet.
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