Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026 von Charles David Fennell

INGOLSTADT / MANCHING
(WTD61 GERMAN AIR FORCE)

Der Flughafen Ingolstadt/Manching (ETSI/IGS) gehört zu den militärisch bedeutendsten Luftfahrtstandorten in Süddeutschland. Seine Geschichte beginnt in den 1930er-Jahren als Fliegerhorst der damaligen Luftwaffe und führt über die wechselvolle Nutzung während des Zweiten Weltkriegs bis hin zur modernen Bundeswehr-Erprobung in der Gegenwart. Kaum ein anderer Standort verbindet so deutlich die Kapitel Ausbildung, Einsatzflugplatz, Nachtjagd, Wiederaufbau, NATO-Integration und technische Flugerprobung.

Besonders prägend ist die Rolle Manchings nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit der Stationierung des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ wurde der Flugplatz zu einem wichtigen Standort der jungen Bundeswehr-Luftwaffe. Später verschob sich der Schwerpunkt immer stärker zur Erprobung, Entwicklung und technischen Bewertung militärischer Luftfahrtsysteme. Heute steht Ingolstadt/Manching vor allem für die WTD 61, Eurofighter, Tornado, A400M und eine enge Verbindung zwischen Bundeswehr und Luftfahrtindustrie.

Diese Historie zeigt Manching nicht als gewöhnlichen Flugplatz, sondern als einen Standort, an dem deutsche Militärluftfahrt über Jahrzehnte hinweg geplant, getestet, weiterentwickelt und verändert wurde. Von den ersten Verbänden der Vorkriegszeit bis zur modernen Flugerprobung ist Ingolstadt/Manching ein Ort, an dem sich Luftfahrtgeschichte, Technik und militärische Entwicklung auf besondere Weise bündeln.

Fliegerhorst Ingolstadt/Manching

Flugplatz
D-85077 Manching

IATA: IGS
ICAO: ETSI

RUNWAYS:
07R/25L (2940x60m) Beton
07L/25R (2439x30m) Beton


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ETSI – IGS – Flugplatz Ingolstadt/Manching

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Flugmuseum Messerschmidt


GESCHICHTE

Aufbau des Fliegerhorstes der Luftwaffe (1935–1938)
  • circa 1935/1936 begann südöstlich von Ingolstadt der Aufbau des späteren Fliegerhorstes Ingolstadt/Manching. Der Standort wurde als militärischer Flugplatz der Luftwaffe geplant und ausgebaut. Dabei entstand ein Platz mit befestigter Start- und Landebahn, Rollwegen, technischen Anlagen, Treibstoff- und Munitionsversorgung sowie mehreren großen Hangars mit Werkstattbereichen. Der Fliegerhorst lag in einem Gebiet von hoher archäologischer Bedeutung, denn Teile des keltischen Oppidums von Manching wurden durch die Bauarbeiten stark beeinträchtigt.
  • 1938 wurde der Fliegerhorst als militärischer Luftwaffenstandort eröffnet. Bereits in der Anfangsphase war Manching nicht nur ein reiner Einsatzflugplatz, sondern auch ein Ausbildungs- und Schulstandort. Zu den frühen Nutzern gehörten unter anderem eine elementare Flugschule Ingolstadt-Manching sowie das Flieger-Ausbildungs-Regiment 33. Parallel dazu tauchten erste fliegende Einsatzverbände auf dem Platz auf.
Erste Jagd- und Ausbildungsverbände der Luftwaffe (1938–1939)
  • November 1938 wurde mit der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 433 eine der ersten bekannten fliegenden Einsatzformationen in Ingolstadt/Manching stationiert. Die Einheit war mit Messerschmitt Bf 109 der frühen Baureihen D und E ausgerüstet. Damit erhielt der neue Fliegerhorst schon kurz nach seiner Eröffnung eine klare Rolle innerhalb der Jagdfliegerstruktur der Luftwaffe.
  • Dezember 1938 begann zusätzlich die nachweisbare Nutzung als Schulstandort. Neben der elementaren Flugausbildung war auch die Flieger-Ersatz-Abteilung 33 zeitweise mit dem Standort verbunden. In dieser Phase diente Manching vor allem dem Aufbau fliegerischer Grundstrukturen, der Ausbildung von Personal und der Vorbereitung auf die militärische Expansion der Luftwaffe.
  • März 1939 endete die Stationierung der I./JG 433 in Manching. Die kurze Anwesenheit dieses Jagdverbandes zeigt jedoch, dass der Platz bereits vor Kriegsbeginn in den regulären Verbandseinsatz eingebunden war und nicht nur als reiner Schulflugplatz fungierte.
Bomberverbände und Schulbetrieb zu Kriegsbeginn (1939–1940)
  • April 1939 ist die Schule des Flieger-Ausbildungs-Regiments 33 für Manching nachweisbar. Sie blieb bis in den Herbst 1939 mit dem Platz verbunden. In dieser Zeit gewann der Standort weiter an Bedeutung für die Ausbildung und Ergänzung fliegerischen Personals.
  • Oktober 1939 kamen Stab, I. Gruppe und II. Gruppe des Kampfgeschwaders 55 nach Ingolstadt/Manching. Das Kampfgeschwader 55 flog in dieser Zeit Heinkel He 111, vor allem in der Version He 111P. Damit wurde Manching nach dem Kriegsbeginn auch als Bomberstandort genutzt.
  • Februar 1940 folgte die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 53. Auch sie nutzte den Fliegerhorst nur für einen begrenzten Zeitraum. Manching war damit in den ersten Kriegsmonaten ein wechselnder Bereitstellungs- und Verlegestandort für Kampfverbände der Luftwaffe.
  • Oktober 1940 begann die Nutzung durch die Flugzeugführerschule A/B 112. Diese blieb bis Oktober 1941 in Manching. Die Stationierung zeigt, dass der Platz neben operativen Verbänden weiterhin stark im Ausbildungsbetrieb der Luftwaffe verankert war.
Übergang zur Nachtjagd-Ausbildung (1940–1942)
  • Dezember 1940 waren mit der Ergänzungs-Zerstörer-Staffel 1 und der Ergänzungsstaffel des Nachtjagdgeschwaders 1 weitere Ergänzungs- und Schulverbände mit Manching verbunden. Diese Einheiten passten zur Entwicklung des Platzes hin zu Ausbildung, Nachtjagd und Erprobung spezieller Einsatzverfahren.
  • September 1941 wurde Manching ein wichtiger Standort der Nachtjagd-Ausbildung. Die I. Gruppe und die III. Gruppe der Nachtjagdschule 1 sind für den Fliegerhorst nachgewiesen. Der Schulbetrieb umfasste in dieser Phase Maschinen wie Messerschmitt Bf 110, später auch weitere Nachtjagd- und Mehrzweckmuster.
  • Januar 1942 endete die Stationierung der I./Nachtjagdschule 1 in Manching, während die III./Nachtjagdschule 1 noch bis Oktober 1942 mit dem Platz verbunden blieb. Damit blieb Manching während dieser Phase ein wichtiger Baustein im Aufbau der deutschen Nachtjagd.
  • Februar 1942 ist die IV. Gruppe des Kampfgeschwaders 54 als Reserve-, Ausbildungs- beziehungsweise Ergänzungsverband in Manching nachweisbar. Auch hier zeigt sich die flexible Nutzung des Fliegerhorstes: operative Verbände, Schulverbände und Ergänzungseinheiten wechselten sich ab oder überlappten sich.
Nachtjagdgeschwader 101 und Kampfgeschwader 54 (1943–1944)
  • 20. März 1943 wurde die Nachtjagdschule 1 in das Nachtjagdgeschwader 101 umbenannt. Kurz darauf wurde Ingolstadt/Manching ein zentraler Standort dieses Verbandes. Stab und I. Gruppe des NJG 101 sind ab Frühjahr 1943 bis März 1945 für Manching belegt. Das Geschwader nutzte unter anderem Messerschmitt Bf 110, Dornier Do 217 und Junkers Ju 88.
  • Juni 1943 kam die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 54 nach Manching. Das KG 54 war mit Junkers Ju 88 ausgerüstet und blieb in wechselnder Zusammensetzung bis Anfang 1944 mit dem Platz verbunden. Für Manching bedeutete das eine erneute Phase stärkerer operativer Bombernutzung.
  • Oktober 1943 wurden der Stab des Kampfgeschwaders 54 und die III. Gruppe des KG 54 in Manching nachweisbar. Die III./KG 54 blieb bis März 1944. Damit war der Fliegerhorst zeitweise gleichzeitig Standort für Nachtjagd-Ausbildung, Nachtjagdverband und Bomberkräfte.
  • Dezember 1943 tauchten zusätzlich I./KG 54 und II./KG 54 erneut beziehungsweise kurzzeitig in Manching auf. Gerade diese kurzen Stationierungen zeigen, wie stark der Platz im Krieg als Zwischen-, Verlegungs- und Einsatzstandort genutzt wurde.
Angriffe auf den Fliegerhorst und letzte Kriegsmonate (1944–1945)
  • 24. April 1944 wurde Ingolstadt/Manching bei einem Tieffliegerangriff durch P-51 Mustang der VIII Fighter Command angegriffen. Dabei wurden nach deutschen Angaben unter anderem zwei Ju 88 C-6 und eine Do 17Z der I./NJG 101 zerstört sowie eine Ju 88 A-7 beschädigt. Die alliierten Schadensmeldungen lagen deutlich höher, was bei Angriffsauswertungen dieser Zeit nicht ungewöhnlich ist.
  • 19. September 1944 folgte ein weiterer Tieffliegerangriff. Dabei wurden vier Ju 88 G-1 zerstört und eine weitere beschädigt, die zur I./NJG 101 gehörten. Für den Nachtjagdstandort Manching bedeuteten diese Angriffe eine spürbare Schwächung der am Platz vorhandenen Flugzeuge und Einsatzmöglichkeiten.
  • September 1944 wurden Teile der IV. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 6 in Manching stationiert. Dieser Verband war mit Messerschmitt Bf 110G-4 verbunden. Damit blieb der Fliegerhorst auch in der Endphase des Krieges eng mit der Nachtjagd verknüpft.
  • 23. Februar 1945 wurde der Platz erneut durch P-51 angegriffen. Dabei wurden zwei Ju 88 zerstört; eine weitere Ju 88 sowie eine Fw 190 wurden leicht beschädigt. Die wiederholten Angriffe zeigen, dass Manching wegen seiner militärischen Infrastruktur und der dort vorhandenen Nachtjagdflugzeuge bis Kriegsende ein relevantes Ziel blieb.
  • März 1945 wurde die II. Gruppe des Schlachtgeschwaders 151 für Manching nachweisbar. Der Verband gehörte zu den letzten Reserve-, Ausbildungs- und Ergänzungseinheiten, die noch in der Endphase des Krieges mit dem Flugplatz verbunden waren.
  • 8. April 1945 griffen P-47 Thunderbolt den Fliegerhorst an. Dabei wurde nach den Auswertungen etwa die Hälfte der Flugzeuge von II. und IV./NJG 6 am Boden zerstört oder beschädigt. Wenige Tage später, am 11. April 1945, bombardierten 131 B-17 Flying Fortress den Platz. Dabei wurden verbliebene Maschinen aus Teilen des NJG 6 zerstört.
  • 16. April 1945 und 18. April 1945 folgten weitere Tieffliegerangriffe durch P-47 und P-51. In diesen letzten Kriegstagen war der Fliegerhorst bereits schwer getroffen. Der militärische Betrieb wurde zunehmend eingeschränkt, und noch intakte Flugzeuge wurden teilweise auf andere Plätze verlegt.
  • 26. April 1945 wurde der Fliegerhorst Ingolstadt/Manching durch die US Army besetzt. Damit endete die Nutzung durch die Luftwaffe des Deutschen Reiches. Der Platz war beschädigt, viele Anlagen waren zerstört oder nicht mehr regulär nutzbar, und der militärische Flugbetrieb der bisherigen Form kam zum Erliegen.
Nachkriegszeit, Wiederbewaffnung und Vorbereitung der Bundeswehrnutzung (1945–1960)
  • 1945 bis Mitte der 1950er Jahre war der frühere Luftwaffenstützpunkt zunächst kein regulärer Einsatzflugplatz einer deutschen Luftwaffe mehr. Die Luftwaffe des Deutschen Reiches existierte nicht mehr, und der Platz lag in der Nachkriegsordnung zunächst unter alliierter Kontrolle beziehungsweise im Bereich der militärischen Neuordnung. Die spätere Reaktivierung erfolgte erst im Zusammenhang mit der westdeutschen Wiederbewaffnung.
  • 1955 rückte Manching erneut in den Mittelpunkt militärischer Planung. Als der Platz im Rahmen der westdeutschen Wiederbewaffnung wieder hergerichtet werden sollte, fanden großflächige archäologische Untersuchungen im Bereich des Oppidums von Manching statt. Die militärische Reaktivierung war damit unmittelbar mit baulichen und bodendenkmalpflegerischen Arbeiten verbunden.
  • 1957 wurde die spätere WTD 61 zunächst in Oberpfaffenhofen als Erprobungsstelle für militärisches Luftfahrtgerät gegründet. Ihre Aufgabe war von Beginn an die Prüfung, Bewertung und Erprobung von Luftfahrzeugen, Ausrüstung, Systemen und Änderungen, bevor diese in der Truppe eingesetzt werden konnten.
Aufklärungsgeschwader 51 und Beginn des Bundeswehr-Flugbetriebs (1960–1969)
  • 1. Mai 1960 wurde das Aufklärungsgeschwader 51 von Erding nach Manching verlegt. Das Geschwader war ursprünglich mit Republic RF-84F Thunderflash ausgerüstet und übernahm eine zentrale Rolle im süddeutschen Aufklärungsauftrag der Luftwaffe.
  • 5. Mai 1960 wurde der Fliegerhorst Manching offiziell an das Aufklärungsgeschwader 51 übergeben. Manching galt dabei als erster direkt der NATO unterstellter Einsatzflugplatz der Luftwaffe der Bundeswehr. Damit begann die moderne militärische Nutzung des Standortes durch die Bundeswehr.
  • 21. April 1961 erhielt das Aufklärungsgeschwader 51 den Traditionsnamen „Immelmann“. In Manching entwickelte sich der Verband zu einem der prägenden Aufklärungsgeschwader der jungen Bundeswehr-Luftwaffe. Der Platz war nun nicht mehr nur ein ehemaliger Kriegsflugplatz, sondern ein aktiver NATO-orientierter Einsatzstandort der Bundesrepublik.
  • Sommer 1965 begann beim Aufklärungsgeschwader 51 die Umrüstung auf den Lockheed RF-104G Starfighter. Damit veränderte sich das fliegerische Profil des Standortes deutlich: Aus dem Thunderflash-Aufklärerstandort wurde ein moderner Jet-Aufklärungsstandort mit dem Starfighter als neuem Hauptmuster.
  • 1965 wurde die Erprobungsstelle 61 nach Manching verlegt. Damit begann die bis heute entscheidende Rolle des Standortes als Zentrum für militärische Flugerprobung, Systembewertung und technische Zulassung von Luftfahrtgerät der Bundeswehr. Die spätere WTD 61 wurde zum wichtigsten militärischen Nutzer des Platzes.
  • 1969 verlegte das Aufklärungsgeschwader 51 von Manching nach Bremgarten. Damit endete die Phase, in der Manching in erster Linie Einsatzflugplatz eines fliegenden Geschwaders war. Der Schwerpunkt verschob sich nun immer stärker auf Erprobung, Entwicklung, Zulassung, Instandhaltung und industrielle Luftfahrtaktivitäten.
Erprobungsstelle 61, Starfighter, Phantom und Tornado (1970–1990)
  • 1970er Jahre entwickelte sich Manching weiter zum technischen und fliegerischen Erprobungszentrum der Bundeswehr. Die Erprobungsstelle 61 war für die technische Erprobung des fliegenden Geräts der Bundeswehr zuständig und arbeitete eng mit Beschaffungs-, Industrie- und Fachstellen zusammen. Der Standort war damit weniger klassischer Einsatzflugplatz und immer stärker ein Spezialstandort für militärische Luftfahrttechnik.
  • 1974 erhielt die damalige Erprobungsstelle E 61 mit Einführung des Waffensystems F-4F Phantom II bei der Luftwaffe zunächst zwei Flugzeuge dieses Typs. In Manching wurden Leistungsdaten erflogen und Fähigkeiten im konventionellen Luft-Boden-Bereich untersucht. Damit war Manching unmittelbar an der Einführung und Weiterentwicklung der Phantom in der Bundeswehr beteiligt.
  • Ende der 1970er und 1980er Jahre nahm die Bedeutung des Standortes durch Tornado-Programme weiter zu. In Manching wurden deutsche Tornados endgefertigt, erprobt, gewartet und später modernisiert. Parallel blieben ältere Muster wie F-104G Starfighter und F-4F Phantom wichtige Erprobungs- und Wartungsthemen.
  • 24. September 1987 wurde der Fliegerhorst im Rahmen des Manövers „Kecker Spatz“ auch politisch sichtbar: Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand wurden auf dem Flugplatz mit militärischen Ehren empfangen. Das Ereignis unterstrich die Rolle Manchings als bedeutender militärischer Standort im süddeutschen Raum.
WTD 61 als militärisches Prüf- und Zulassungszentrum (1990–2010)
  • 1990er Jahre blieb Manching ein zentraler Bundeswehr-Standort für militärische Luftfahrt. Die WTD 61 entwickelte sich endgültig zum Kompetenzzentrum für Flugerprobung, Musterprüfung, Systembewertung und technische Beurteilung. Zugleich wuchs die Bedeutung industrieller militärischer Luftfahrtaktivitäten am Platz, unter anderem durch die Airbus-Vorgängerunternehmen und spätere Airbus Defence and Space.
  • 1990er und 2000er Jahre waren in Manching unterschiedliche militärische Muster regelmäßig Teil von Erprobung, Wartung, Modernisierung oder industrieller Betreuung. Dazu gehörten unter anderem Tornado, F-4F Phantom, MiG-29, Breguet Atlantic, später Eurofighter, A400M, P-3C Orion und NATO E-3A AWACS. Diese Liste zeigt, dass Manching nicht mehr nur ein Standort einzelner Geschwader war, sondern ein breites militärisches Luftfahrtzentrum.
  • 2008 bündelte Airbus Defence and Space beziehungsweise die damaligen Vorgängerstrukturen einen wesentlichen Teil der militärischen Flugzeugentwicklung in Manching. Für den militärischen Teil des Standortes bedeutete das eine weitere Verdichtung von Bundeswehr-Erprobung, Industrie, Instandhaltung und Systementwicklung an einem Ort.
Eurofighter, A400M und moderner Erprobungsflugbetrieb (2010–heute)
  • 2010er Jahre wurde Manching immer stärker durch Eurofighter-, Tornado- und A400M-Aktivitäten geprägt. Die WTD 61 betrieb eigene instrumentierte Erprobungsluftfahrzeuge und führte Flugversuche mit Kampfflugzeugen, Transportflugzeugen und Hubschraubern durch. Dazu gehören Eurofighter und Tornado, der A400M sowie Hubschrauber wie Tiger, CH-53, LUH SOF und LUH SAR.
  • 2013 fand in Manching der letzte Flug einer deutschen F-4F Phantom statt. Die Maschine 38+13, die zuvor als Musterträger im Zusammenhang mit der Kampfwertsteigerung genutzt worden war, beendete damit symbolisch ein langes Kapitel deutscher Phantom-Geschichte. Für Manching war dies zugleich ein Beispiel dafür, wie stark der Standort mit Einführung, Erprobung und Ausphasung großer Bundeswehrmuster verbunden war.
  • ab Mitte 2016 begannen am Flugplatz Ingolstadt-Manching Vorbereitungen für die Verlagerung des Instandsetzungszentrums 11 vom Flugplatz Erding nach Manching. Dafür wurden Baufelder vorbereitet, Waldflächen gerodet und Erschließungsmaßnahmen für mehrere neue Gebäude geplant. Diese Maßnahme stärkte Manching weiter als langfristigen technischen Bundeswehrstandort.
  • heute ist die WTD 61 der militärische Hauptbedarfsträger des Flugplatzes. Sie betreibt einen eigenen Erprobungsflugplatz mit zwei Start- und Landebahnen, Grasbahn, Hubschrauberübungsflächen, Messanlagen, Prüfständen, speziellen Hallen und reserviertem Luftraum für Flugerprobung. Ihre Aufgabe ist die unabhängige technische Bewertung neuer oder geänderter Luftfahrzeuge und Luftfahrtsysteme der Bundeswehr.
  • heute ist Ingolstadt/Manching damit kein klassischer Geschwaderflugplatz mehr, sondern vor allem ein militärisches Erprobungs-, Zulassungs-, Instandhaltungs- und Entwicklungszentrum. Der Standort verbindet Bundeswehr, WTD 61, industrielle militärische Luftfahrt und militärische Systembetreuung. Gerade diese Mischung macht Manching innerhalb der deutschen Militärluftfahrt zu einem der wichtigsten Sonderstandorte.
ZeitraumEinheit / VerbandRolle am StandortBekannte Muster / Hinweise
Nov. 1938 – März 1939I./JG 433JagdverbandMesserschmitt Bf 109D/E
Dez. 1938 – März 1939Elementare Flugschule Ingolstadt-ManchingAusbildungGrundausbildung
1939 – 1940Flieger-Ausbildungs-Regiment 33AusbildungSchul- und Ergänzungsbetrieb
Apr. 1939 – Nov. 1939Schule/FAR 33AusbildungSchulbetrieb
Okt. 1939 – Feb. 1940Stab, I. und II./KG 55KampfgeschwaderHeinkel He 111P
Feb. 1940 – Apr. 1940II./KG 53KampfgeschwaderBomberverband
Okt. 1940 – Okt. 1941FFS A/B 112FlugzeugführerschuleAusbildung
Dez. 1940 – März 1941Ergänzungs-Zerstörer-Staffel 1Ergänzung / AusbildungZerstörer-Ausbildung
Dez. 1940 – Jan. 1941Ergänzungsstaffel/NJG 1Nachtjagd-ErgänzungVorläuferfunktion Nachtjagd
Sep. 1941 – Jan. 1942I./Nachtjagdschule 1Nachtjagd-AusbildungBf 110 und andere Muster
Sep. 1941 – Okt. 1942III./Nachtjagdschule 1Nachtjagd-AusbildungNachtjagd-Schulbetrieb
Feb. 1942IV./KG 54Reserve / ErgänzungKampfgeschwader-Bezug
Apr. 1943 – März 1945Stab und I./NJG 101NachtjagdgeschwaderBf 110, Do 217, Ju 88
Juni 1943 – Sep. 1943; Dez. 1943 – Jan. 1944I./KG 54KampfgeschwaderJunkers Ju 88
Okt. 1943 – Jan. 1944Stab/KG 54GeschwaderstabBomberverband
Okt. 1943 – März 1944III./KG 54KampfgeschwaderJunkers Ju 88
Dez. 1943II./KG 54KampfgeschwaderKurzzeitstationierung
Sep. 1944 – Jan. 1945Teile IV./NJG 6NachtjagdMesserschmitt Bf 110G-4
März 1945 – Apr. 1945II./SG 151Schlachtgeschwader / ErgänzungEndphase des Krieges
1960 – 1969Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“Bundeswehr-AufklärungsgeschwaderRF-84F Thunderflash, RF-104G Starfighter
ab 1965Erprobungsstelle 61 / später WTD 61Flugerprobung, Musterprüfung, Systembewertungu. a. F-104G, F-4F, Tornado, Eurofighter, A400M, Hubschrauber
ab 2010er Jahre bis heuteWTD 61militärisches Prüf-, Zulassungs- und ErprobungszentrumEurofighter, Tornado, A400M, Tiger, CH-53, LUH SOF, LUH SAR

EINHEITEN / UNITS

Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr

Die Verantwortung für sicheres und leistungsfähiges Fluggerät im Einsatz in der Bundeswehr trägt die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät (WTD 61).


Airbus in Deutschland

In Manching ist das Kompetenzzentrum für militärische Flugsysteme in Deutschland. Der Standort beherbergt auch das Eurofighter-Programm inklusive Endmontage, Systemtests und Flugerprobung dieser Kampfjets für die deutsche Luftwaffe. Auch werden in Manching alle Airbus-Flugzeuge gewartet, die bei der Luftwaffe im Einsatz sind.



Flight Radar


Static Airframes

PRESERVED
  • EB+336 (EA+238) / Republic RF-84F Thunderflash / West German Air Force / (Fake Reg)
  • 20+08 / Lockheed F-104G Starfighter / cn 683-2008 / West German Air Force / Gate Guard
  • 22+07 (KE+377) / Messerschmitt F-104G Starfighter / cn 7077 / West German Air Force / (Fake Reg)
  • 37+16 / McDonnell Douglas F-4F Phantom II / cn 4388 / German Air Force
  • 38+75 / McDonnell Douglas F-4F Phantom II / cn 4793 / German Air Force
  • 71+62 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8222 / German Air Force
  • 98+03 (D-9591) / Panavia Tornado ECR / cn P16 / German Air Force
WITHDRAWN FROM USE
  • LX-N20000 / Boeing 707 307C / cn 20000/759 / NATO / Instructional Aircraft
  • D-ECUA / Piaggio P.149 D / cn 294 / EADS / Ground Instructional Airframe
  • 20+49 / Lockheed F-104G Starfighter / cn 683-2057 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 22+51 / Messerschmitt F-104G Starfighter / cn 7131 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 31+42 / FIAT G.91 R-3 / cn D410 / West German Air Force
  • 38+13 / McDonnell Douglas F-4F Phantom II / cn 4644 / German Air Force
  • 40+01 (13) / Dassault-Breguet Dornier Alpha Jet A / cn 0001 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 43+17 / Panavia Tornado IDS(T) / cn GT014 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 44+17 / Panavia Tornado IDS / cn GS080 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 45+03 / Panavia Tornado IDS / cn GS156 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 45+25 / Panavia Tornado IDS / cn GS173 / German Air Force
  • 56+38 / Dornier Do 27 A-1 / cn 318 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 70+40 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 4588 / German Air Force
  • 72+24 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8344 / German Air Force
  • 73+37 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8457 / German Air Force
  • 74+01 / Eurocopter Tiger EC665 UHT / cn 1001 / German Army
  • 84+55 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V053 / German Air Force
  • 86+37 / MBB Bo.105 P / cn 6037 / German Army / ex Ground Instructional Airframe
  • 87+84 / MBB Bo.105 P / cn 6184 /German Air Force
  • 88+00 / MBB Bo.105 P / cn 6200 / West German Army / w/o 17JUL1986
  • 90+66 / Focke-Wulf/Piaggio P.149 D / cn 084 / German Air Force / ex Ground Instructional Airframe
  • 98+02 / Panavia Tornado IDS / cn P13 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 98+04 / MBB F-104G Starfighter / cn 7406 / West German Navy / Ground Instructional Airframe
  • 98+27 / MBB Bo.105 P / cn S-315 / German Air Force
  • G-EMIL / Messerschmitt Bf 109 E-3 / cn 1983 / Private
  • D-EDSM / Dornier Do 27 A-1 / cn 279 / Private
  • D-EJAH / Putzer Elster B / cn 003 / Private
  • D-CPWG / Dornier Do 328 100 / cn 3012 / Private Wings

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Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr (DE)


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