Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 13. August 2026 von Charles David Fennell

LECHFELD (GERMAN AIR FORCE)
Der Fliegerhorst Lechfeld (ETSL) gehört zu den traditionsreichsten Militärflugplätzen Deutschlands. Seine Geschichte reicht bis in die Anfangsjahre der militärischen Luftfahrt zurück und umfasst mehr als ein Jahrhundert voller technischer Entwicklungen, wechselnder Aufgaben und tiefgreifender militärischer Umbrüche. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Lechfeld südlich von Augsburg für die Ausbildung von Militärfliegern genutzt. Später entwickelte sich der Standort zu einem bedeutenden Flugplatz der Luftwaffe, auf dem unter anderem die revolutionäre Messerschmitt Me 262 erprobt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunächst amerikanische Streitkräfte den Platz, bevor die neu aufgestellte Luftwaffe der Bundeswehr das Lechfeld wieder übernahm. Mit dem Jagdbombergeschwader 32 begann 1958 eine neue prägende Epoche. F-84F Thunderstreak, F-104G Starfighter und schließlich der Tornado bestimmten über Jahrzehnte das Bild des Fliegerhorstes. Besonders mit dem Tornado ECR entwickelte sich Lechfeld zu einem international bedeutenden Standort für die elektronische Kampfführung und die Bekämpfung gegnerischer Luftverteidigungssysteme.
Mit der Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 im Jahr 2013 endete zwar die dauerhafte Stationierung eines eigenen fliegenden Kampfverbandes, nicht jedoch die militärische Bedeutung des Flugplatzes. Lechfeld wird weiterhin als Ausweich-, Übungs- und Verlegeflugplatz der Luftwaffe genutzt und hat bei internationalen Übungen wie Air Defender 23 seine strategische Bedeutung erneut unter Beweis gestellt. Nachdem die zeitweise geplante Stationierung von A400M-Transportflugzeugen nicht umgesetzt wurde, zeichnet sich inzwischen eine neue Aufgabe für den Standort ab: Mit der geplanten Einbindung in das deutsche Arrow-3-Raketenabwehrsystem erhält das Lechfeld erneut eine wichtige Rolle innerhalb der deutschen und europäischen Luftverteidigung.
Fliegerhorst Lechfeld
Landsberger Strasse
D-86836 Graben
IATA: –
ICAO: ETSL
RUNWAY:
03/21 (2678×30m) Beton
GESCHICHTE
Vom Truppenübungsplatz zur militärischen Fliegerei (1860–1918)
- Sommer 1860 – Auf dem Lechfeld südlich von Augsburg führt die Königlich Bayerische Armee erste größere Artillerie-Schießversuche durch. Das weitläufige, relativ dünn besiedelte Gelände entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Übungsräume des bayerischen Militärs.
- 1864–1866 – Der militärische Übungsbetrieb wird erheblich ausgeweitet. Es entsteht das „Lager Lechfeld“, aus dem sich später die Bezeichnung Lagerlechfeld entwickelt. Bereits 1866 sammeln sich hier bayerische Truppen im Zusammenhang mit dem Deutschen Krieg. Das Gelände wird anschließend kontinuierlich mit Baracken, Versorgungseinrichtungen und Schießbahnen ausgebaut.
- 1891 – Neben den klassischen Heeresverbänden halten erstmals militärische Luftfahrtmittel Einzug auf dem Lechfeld. Zunächst handelt es sich noch um Ballone und andere leichter-als-Luft-Systeme. Damit beginnt die Vorgeschichte der späteren fliegerischen Nutzung des Geländes.
- 1912 – Auf dem Lechfeld beginnt der reguläre militärische Flugbetrieb mit Motorflugzeugen der Bayerischen Fliegertruppe. Dieses Jahr gilt als eigentliche Geburtsstunde des heutigen Fliegerhorstes Lechfeld und macht den Platz zu einem der ältesten noch militärisch genutzten Flugplätze Deutschlands.
- 1914–1916 – Mit Beginn des Ersten Weltkriegs nimmt die militärische Bedeutung des Standorts deutlich zu. Neben dem bereits vorhandenen Truppenübungsplatz werden die fliegerischen Einrichtungen ausgebaut und zusätzliche Gebäude für Ausbildung, Unterbringung und technischen Betrieb errichtet.
- Mai 1916 – Auf dem Lechfeld entsteht eine Fliegerschule. Damit wird der Platz endgültig zu einem festen Ausbildungsstandort der bayerischen Militärfliegerei. Die Anlage wächst über einen einfachen Übungsflugplatz hinaus und erhält zunehmend die Strukturen eines dauerhaften Militärflugplatzes.
- 11. November 1918 – Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs endet auch der militärische Flugbetrieb auf dem Lechfeld. Die Bestimmungen der Nachkriegszeit und des Versailler Vertrages verhindern den weiteren Aufbau deutscher Militärluftstreitkräfte. Zahlreiche fliegerische Anlagen und Gebäude werden anschließend beseitigt.
Stilllegung und Zwischenkriegszeit (1919–1933)
- 24. Mai 1919 – Der bisherige Truppenübungsplatz wird offiziell geschlossen. Die militärische Bedeutung des Lechfeldes nimmt zunächst stark ab. Teile der Anlagen werden anderweitig genutzt oder zurückgebaut.
- 1919–1922 – Auf dem Gelände befinden sich verschiedene Übergangs- und Versorgungseinrichtungen. Gleichzeitig werden die während des Ersten Weltkriegs entstandenen Lagerstrukturen schrittweise aufgelöst. Ein regulärer militärischer Flugbetrieb findet nicht mehr statt.
- 1932–1933 – Kurz vor der nationalsozialistischen Machtübernahme wird auf Teilen des ehemaligen Militärgeländes eine staatlich geförderte Geländesportschule betrieben. Die militärische Nutzung beginnt sich damit erneut anzubahnen.
Wiederaufbau zum Luftwaffenstützpunkt und Messerschmitt-Erprobung (1934–1943)
- 1934 – Der militärische Flugbetrieb auf dem Lechfeld wird wieder aufgenommen. Gleichzeitig beginnt der erneute Ausbau der Anlagen. Eine Flugschule dient unter anderem der Ausbildung von Besatzungen für die im Aufbau befindlichen deutschen Luftstreitkräfte.
- 1935 – Mit der offiziellen Aufstellung der Luftwaffe wird Lechfeld zu einem regulären Fliegerhorst der Wehrmacht. In den folgenden Jahren entstehen Start- und Landeflächen, Hangars, Werkstätten, Unterkünfte und weitere technische Einrichtungen.
- Ende der 1930er-Jahre – Wegen der Nähe zu den Messerschmitt-Werken in Augsburg gewinnt Lechfeld zusätzlich als Erprobungsplatz an Bedeutung. Neue Flugzeugmuster und technische Entwicklungen können hier erprobt werden, ohne den Betrieb des Augsburger Werkflugplatzes allein zu belasten.
- November 1939 bis Februar 1940 – Unter anderem nutzt die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 27 mit Heinkel He 111 den Fliegerhorst. Während des Krieges wechseln sich zahlreiche Einsatz-, Ausbildungs-, Ergänzungs- und Erprobungsverbände auf dem Platz ab.
- Dezember 1940 bis Januar 1941 – Der Stab des Lehrgeschwaders 1 hält sich mit Junkers Ju 88 auf dem Lechfeld auf. Der Platz dient damit nicht nur der Ausbildung und Erprobung, sondern zeitweise auch regulären Einsatzverbänden.
- 1942–1943 – Lechfeld wird in die Erprobung fortschrittlicher deutscher Flugzeugentwicklungen einbezogen. Dazu gehört auch die raketengetriebene Messerschmitt Me 163 „Komet“. Die Bedeutung des Platzes als Testgelände für die Messerschmitt-Werke steigt weiter.
- 22. Mai 1943 – General Adolf Galland fliegt auf dem Lechfeld erstmals die Messerschmitt Me 262. Der Fliegerhorst wird damit zu einem der zentralen Orte in der Entwicklung und späteren Einführung des ersten in Serie produzierten Strahlkampfflugzeuges.
- Juni 1943 – Auf dem Lechfeld wird die V. Gruppe des Kampfgeschwaders 2 aufgestellt, die mit der zweimotorigen Messerschmitt Me 410 ausgerüstet wird.
- 9. Dezember 1943 – Das Erprobungskommando Me 262 wird auf dem Fliegerhorst Lechfeld aufgestellt. Aufgabe des Verbandes ist die Erprobung des neuen Strahlflugzeugs, die Vorbereitung seines militärischen Einsatzes und die Heranführung geeigneter Besatzungen an das völlig neue Waffensystem.
Me 262, Luftangriffe und Ende des Zweiten Weltkriegs (1944–1945)
- Frühjahr 1944 – Mit dem Zulauf der ersten Vorserienmaschinen intensiviert sich auf dem Lechfeld die praktische Erprobung der Me 262. Das Erprobungskommando sammelt Erfahrungen mit Flugverhalten, Technik, Triebwerken und Einsatzverfahren des neuen Strahljägers.
- April 1944 – Die Ausbildung und Einsatzvorbereitung auf der Me 262 wird weiter ausgebaut. Lechfeld entwickelt sich zu einem der wichtigsten Zentren für die Einführung des revolutionären Flugzeugtyps in die Luftwaffe.
- 1944 – Wegen seiner Bedeutung für die Messerschmitt-Produktion, die Erprobung neuer Flugzeugtypen und insbesondere die Me-262-Aktivitäten gerät der Fliegerhorst zunehmend in den Fokus alliierter Luftangriffe. Startbahn, technische Anlagen und Gebäude werden bei mehreren Angriffen schwer beschädigt.
- 26. September 1944 – Das Erprobungskommando 262 wird aufgelöst. Seine Erfahrungen und Teile seines Personals fließen in die weitere Aufstellung operativer Me-262-Verbände ein.
- Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 – Trotz der zunehmenden alliierten Luftüberlegenheit bleibt Lechfeld ein bedeutender Standort für Strahlflugzeuge, Ausbildung, technische Erprobung und die Messerschmitt-Produktion im Raum Augsburg. Gleichzeitig verschlechtert sich durch die Luftangriffe der Zustand des Flugplatzes immer weiter.
- Frühjahr 1945 – Große Teile der militärischen Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört. Auf dem Gelände befinden sich dennoch zahlreiche Flugzeuge, Ersatzteile und technische Ausrüstungen, darunter besonders wertvolle Exemplare der Me 262.
- 1. Mai 1945 – Amerikanische Truppen übernehmen den Fliegerhorst. Die US-Streitkräfte führen ihn anschließend als Advanced Landing Ground R-71 Lechfeld. Damit endet die Nutzung durch die Luftwaffe der Wehrmacht.
US-amerikanische Nutzung und Operation LUSTY (1945–1955)
- Mai 1945 – Amerikanische Pioniereinheiten beginnen unmittelbar nach der Übernahme mit Reparaturarbeiten an Flugfeld und Gebäuden. Unter anderem werden beschädigte Betriebsflächen instand gesetzt, technische Einrichtungen wieder nutzbar gemacht und zusätzliche Abstellmöglichkeiten geschaffen.
- Mai bis Sommer 1945 – Lechfeld spielt eine wichtige Rolle bei der amerikanischen Operation LUSTY. Spezialisten der USAAF sammeln deutsche Luftfahrttechnik und insbesondere moderne Strahlflugzeuge, um sie technisch auszuwerten und teilweise in die Vereinigten Staaten zu überführen. Aufgrund der zahlreichen vorhandenen Me 262 wird Lechfeld zu einem wichtigen Sammelpunkt.
- 1. Dezember 1945 – Der Flugplatz wird von den amerikanischen Luftstreitkräften regulär in Betrieb genommen und als AAF Station Lechfeld genutzt.
- 19. Dezember 1945 – Die mit Boeing B-17 Flying Fortress ausgerüstete 305th Bombardment Group verlegt nach Lechfeld. Nach dem Krieg führt der Verband vor allem großräumige fotografische Vermessungs- und Kartierungsflüge über Europa und Nordafrika durch.
- 1946 – Die B-17 der 305th Bombardment Group führen von Lechfeld weiterhin Vermessungs- und Fotoflüge durch. Gleichzeitig verliert der Platz mit der fortschreitenden Demobilisierung der amerikanischen Streitkräfte zunehmend an Bedeutung als aktiver USAAF-Fliegerhorst.
- 25. Dezember 1946 – Die 305th Bombardment Group wird in Deutschland außer Dienst gestellt. Anschließend befindet sich zeitweise noch die mit P-47 Thunderbolt ausgerüstete 86th Fighter Group auf dem Lechfeld.
- 5. März 1947 – Die P-47-Nutzung endet. Der reguläre amerikanische Flugbetrieb wird weiter zurückgefahren.
- 1. Juni 1947 – Die amerikanischen Luftstreitkräfte schließen die AAF Station Lechfeld als aktiven Flugplatz und versetzen die Anlage in einen Bereitschaftsstatus. Die US Army behält jedoch weiterhin Einfluss auf Teile des Standortes.
- Späte 1940er- bis frühe 1950er-Jahre – Teile des Geländes werden unter anderem für ein Lager für jüdische Displaced Persons und später für weitere Einrichtungen der amerikanischen Besatzungsstreitkräfte genutzt. Ein regulärer militärischer Flugbetrieb wie während des Krieges besteht zunächst nicht mehr.
- Anfang der 1950er-Jahre – Die US Army nutzt Bereiche des Lechfeldes unter anderem für Ausbildungs- und Übungszwecke. Die amerikanische Präsenz am Standort bleibt auch nach der späteren Rückkehr der deutschen Luftwaffe noch über Jahrzehnte bestehen.
Wiederaufbau durch die Bundeswehr und die F-84F Thunderstreak (1956–1964)
- 7. Juli 1956 – Die ersten Soldaten der neu gegründeten Bundeswehr treffen auf dem Lechfeld ein. Zunächst steht die Wiederherstellung der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Infrastruktur im Mittelpunkt.
- 1956–1957 – Startbahn, Rollwege, Hallen, Unterkünfte und technische Einrichtungen werden schrittweise modernisiert. Lechfeld wird für die neue Luftwaffe der Bundeswehr wieder als vollwertiger Einsatzflugplatz vorbereitet.
- 29. April 1958 – Mit dem Luftwaffen-Aufstellungsbefehl Nr. 87 wird die Aufstellung des Jagdbombergeschwaders 32 befohlen. Lechfeld erhält damit wieder einen dauerhaft stationierten fliegenden Kampfverband.
- 22. Juli 1958 – Das Jagdbombergeschwader 32 wird offiziell in Dienst gestellt und nimmt mit der Republic F-84F Thunderstreak den Flugbetrieb auf. Erster Kommodore wird Oberstleutnant Siegfried Barth. Das JaboG 32 ist der erste Kampfverband der jungen Bundesluftwaffe auf bayerischem Boden.
- 1959 – Beide fliegenden Staffeln des JaboG 32 werden der NATO assigniert. Damit wird Lechfeld fest in die Luftverteidigungs- und Einsatzplanung des westlichen Bündnisses eingebunden.
- August 1960 – Die 2. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel verlegt nach Lechfeld. Sie nutzt unter anderem Bristol Sycamore und Dornier Do 27. Damit entwickelt sich der Standort neben seiner Jagdbomberrolle auch zu einem wichtigen Stützpunkt der frühen militärischen Luftrettung in Deutschland.
- 26. September 1960 – Wegen Arbeiten an der Startbahn verlegt das JaboG 32 für mehrere Monate zum Schieß- und Übungsbetrieb nach Decimomannu auf Sardinien. Die später regelmäßig genutzten Trainingsaufenthalte auf Sardinien werden zu einem festen Bestandteil der Ausbildung des Verbandes.
- 14. September 1961 – Zwei F-84F des JaboG 32 geraten bei einem Navigationsflug versehentlich in den Luftraum der DDR und landen schließlich in Berlin-Tegel. Der Zwischenfall entwickelt sich nur wenige Wochen nach dem Bau der Berliner Mauer zu einem politischen Ereignis und führt zur vorübergehenden Ablösung des Kommodores Siegfried Barth, der später rehabilitiert wird.
Der Starfighter prägt das Lechfeld (1964–1984)
- 16. Dezember 1964 – Die ersten drei F-104G Starfighter des JaboG 32 landen auf dem Lechfeld. Damit beginnt die Umrüstung auf eines der technisch anspruchsvollsten Kampfflugzeuge seiner Zeit.
- 31. Dezember 1964 – Der erste geschwadereigene Flug mit einer F-104G wird durchgeführt. Die Starfighter-Ära auf dem Lechfeld beginnt damit auch operationell.
- 1965 – Die Umrüstung schreitet zügig voran. Der Starfighter übernimmt zunehmend die Aufgaben der F-84F und entwickelt sich für beinahe zwei Jahrzehnte zum bestimmenden Kampfflugzeug des Fliegerhorstes.
- April 1965 – Die bisherige 2. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel erhält die Bezeichnung 2. Hubschrauber-Rettungsstaffel. Sie bleibt weiterhin auf dem Lechfeld stationiert.
- 1966 – Auf dem Lechfeld finden außergewöhnliche Versuche mit der F-104G statt. Im Rahmen des SATS-Programms wird untersucht, wie Starfighter unabhängig von regulären Startbahnen mit Startschlitten und zusätzlichen Strahltriebwerken gestartet werden könnten. Das Konzept sollte im Verteidigungsfall den Betrieb auch nach einer Zerstörung regulärer Flugplätze ermöglichen.
- 13. Juli 1966 – Die letzte F-84F Thunderstreak verlässt Lechfeld. Während ihrer Einsatzzeit hat das Geschwader rund 80.000 Flugstunden mit diesem Typ absolviert. Die Umrüstung auf den Starfighter ist damit endgültig abgeschlossen.
- 11. Dezember 1967 – Nach Erreichen der vollen Einsatzbereitschaft mit der F-104G wird das Jagdbombergeschwader 32 wieder vollständig der NATO assigniert.
- 1968 – Im Zuge der veränderten NATO-Strategie von der „Massive Retaliation“ hin zur „Flexible Response“ verändert sich auch der Schwerpunkt des JaboG 32. Die zuvor stark ausgeprägte nukleare Einsatzrolle tritt zurück, während konventionelle Jagdbomberaufgaben wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
- 1968 – Die 2. Hubschrauber-Rettungsstaffel beendet ihren Betrieb mit der Bristol Sycamore auf dem Lechfeld. Damit endet eine wichtige frühe Phase der militärischen Luftrettung am Standort.
- 1972 – Während der Umrüstung des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg auf die F-4F Phantom II erhält das JaboG 32 zeitweise zusätzlich eine Luftverteidigungsrolle. Neben seinen Jagdbomberaufgaben übernimmt es damit auch Aufgaben bei der Überwachung des süddeutschen Luftraums.
- September 1973 – Wegen notwendiger Arbeiten an der Startbahn wird der Flugbetrieb zeitweise nach Manching verlegt.
Gemeinsame deutsch-amerikanische Nutzung im Kalten Krieg (1960er–1990er-Jahre)
- Ab Mitte der 1960er-Jahre – Neben der Bundeswehr nutzen weiterhin amerikanische Streitkräfte Teile des Lechfeldes. In einem besonders gesicherten Bereich besteht eine amerikanische Sondermunitionsorganisation im Zusammenhang mit dem deutschen Pershing-I-Waffensystem. US-Personal der 74th U.S. Army Field Artillery Detachment ist hierfür im Raum Lechfeld eingesetzt.
- Während des Kalten Krieges – Auf dem Fliegerhorst entsteht außerdem eine sogenannte Collocated Operating Base, kurz COB. Diese Infrastruktur war für die Aufnahme zusätzlicher amerikanischer Kampfflugzeuge im Krisen- oder Verteidigungsfall vorgesehen. Dazu gehören separate Abstellflächen, Rollwege und weitere Unterstützungseinrichtungen.
- Herbst 1976 – 18 amerikanische A-7D Corsair II der 356th Tactical Fighter Squadron verlegen im Rahmen der Übungen „Cold Fire“ und „Reforger“ nach Lechfeld. Der Fliegerhorst demonstriert damit seine Funktion als NATO-Verstärkungsbasis.
- 1981 – Im Zusammenhang mit „Coronet Sail“ verlegen amerikanische A-10 Thunderbolt II der Air National Guard nach Lechfeld. Solche Verlegungen entsprechen genau dem während des Kalten Krieges vorgesehenen Konzept einer vorbereiteten NATO-Verstärkungsbasis.
- Bis September 1998 – Die US Army unterhält auf dem Lechfeld das „Training Area Lechfeld“. Mit dem weitgehenden Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Augsburg endet schließlich auch diese jahrzehntelange parallele Nutzung.
Flugvermessung und elektronische Kampfführung (1976–1994)
- 9. Juli 1976 – Bundeswehr und Bundesanstalt für Flugsicherung vereinbaren den gemeinsamen Betrieb einer Flugvermessungseinrichtung auf dem Lechfeld.
- Oktober 1976 – Die Gemeinsame Flugvermessungsstelle – GFMS nimmt auf dem Lechfeld ihre Arbeit auf. Sie überprüft zivile und militärische Funknavigations- und Anflugsysteme. Dafür werden unter anderem speziell ausgerüstete De Havilland Dove, Hawker Siddeley HS.748 und HS.125 eingesetzt.
- 31. August 1976 – Gleichzeitig kommen HFB 320 Hansajet in einer ECM-Ausführung auf den Platz. Die Maschinen dienen der Ausbildung und Erprobung im Bereich der elektronischen Kampfführung.
- 1. April 1980 – Die mit HFB 320 ECM ausgerüstete Einheit wird als 3. Fliegende Staffel in das Jagdbombergeschwader 32 eingegliedert. Lechfeld entwickelt sich dadurch noch stärker zu einem Zentrum für elektronische Kampfführung.
- 1993 – Mit der Neuorganisation der deutschen Flugsicherung endet die bisherige Organisationsform der Gemeinsamen Flugvermessungsstelle. Die zivilen und militärischen Aufgaben werden neu verteilt.
- 24. Juni 1994 – Die 3. Fliegende Staffel des JaboG 32 wird aufgelöst. Die HFB 320 verlassen nach rund 18 Jahren Einsatz auf dem Lechfeld den Standort.
Vom Starfighter zum Tornado IDS (1976–1991)
- 26. März 1976 – Erstmals landet ein Panavia Tornado auf dem Lechfeld. Das zukünftige Nachfolgemuster der F-104 wird den Angehörigen des JaboG 32 vorgestellt. Bis zur tatsächlichen Umrüstung vergehen allerdings noch mehrere Jahre.
- 1982 – Größere Reparaturen an der Start- und Landebahn machen eine mehrmonatige Verlegung des JaboG 32 nach Manching erforderlich. Insgesamt werden 43 F-104G dorthin verlegt.
- 18. April 1984 – Der letzte offizielle Flug einer F-104G des Jagdbombergeschwaders 32 findet statt. Nach knapp 19 Jahren und insgesamt 204.986 Starfighter-Flugstunden endet damit eine der prägendsten Epochen des Fliegerhorstes.
- 27. Juli 1984 – Der erste geschwadereigene Panavia Tornado IDS landet auf dem Lechfeld. Damit beginnt die Tornado-Ära, die den Standort bis 2013 bestimmen wird.
- 31. Januar 1986 – Die Auslieferung der vorgesehenen Tornado IDS an das JaboG 32 ist abgeschlossen. Das Geschwader ist nun vollständig auf das neue zweisitzige Mehrzweckkampfflugzeug umgerüstet.
- 1987 – Nach einer NATO-Einsatzüberprüfung erreicht das Geschwader mit dem Tornado die geforderte Einsatzbereitschaft und wird wieder vollständig der NATO assigniert.
- 27. April 1987 – Teile des JaboG 32 verlegen erstmals nonstop über den Atlantik nach Goose Bay in Kanada. Dort findet insbesondere das für die damalige Einsatzdoktrin wichtige Tiefflugtraining statt.
- Oktober/November 1989 – Das Geschwader nimmt erstmals an der amerikanischen Großübung Red Flag auf der Nellis Air Force Base in Nevada teil. Damit intensiviert sich die internationale Zusammenarbeit des Lechfelder Verbandes weiter.
Tornado ECR und neue Einsatzrolle (1991–1994)
- 5. Juni 1991 – Die 1. Staffel des JaboG 32 übernimmt ihren ersten Tornado ECR – Electronic Combat and Reconnaissance. Das Flugzeug ist speziell für das Aufspüren und Bekämpfen gegnerischer Radar- und Flugabwehrsysteme vorgesehen. Damit beginnt eine völlig neue Einsatzphase des Lechfelder Geschwaders.
- 1991 – Die Hauptaufgabe der 1. Staffel wandelt sich von der klassischen Jagdbomberrolle zur Suppression of Enemy Air Defences – SEAD, also zur Unterdrückung gegnerischer bodengebundener Luftverteidigung.
- 1993 – Umfangreiche Bauarbeiten auf dem Fliegerhorst machen eine rund siebenmonatige Verlegung des Geschwaders nach Leipheim erforderlich.
- 1. Juli 1994 – Auch die Umrüstung der 2. Staffel ist abgeschlossen. Von diesem Zeitpunkt an fliegt das JaboG 32 als einziger Verband der deutschen Luftwaffe ausschließlich den Tornado ECR. Lechfeld entwickelt sich damit zu einem der bedeutendsten europäischen Standorte für die Bekämpfung gegnerischer Radarstellungen.
Balkaneinsätze und internationale Bedeutung (1995–2000)
- 17. Juli 1995 – Rund 300 Soldaten und umfangreiches Material des JaboG 32 verlegen nach Piacenza in Italien. Gemeinsam mit Tornados des Aufklärungsgeschwaders 51 entsteht dort das Einsatzgeschwader 1.
- 21. Juli 1995 – Der erste ECR-Tornado des Lechfelder Geschwaders verlegt nach Piacenza. Weitere Maschinen folgen in den nächsten Tagen.
- 1. August 1995 – Acht ECR-Tornados aus Lechfeld und sechs Aufklärungstornados aus Jagel melden in Piacenza Einsatzbereitschaft.
- 7. August 1995 – Das Einsatzgeschwader 1 führt seinen ersten Einsatzflug durch. Die deutschen ECR-Tornados übernehmen dabei vor allem den Schutz verbündeter Luftfahrzeuge gegen radarbasierte Flugabwehrsysteme. In den folgenden Jahren bleibt Lechfeld eng mit den deutschen Luftwaffenoperationen auf dem Balkan verbunden.
- Mai 1996 – Die 1. Staffel wird als „Lechfeld Tigers“ Vollmitglied der NATO Tiger Association. Der Tigerkopf, ursprünglich eng mit der neuen ECR-Rolle verbunden, entwickelt sich zu einem der bekanntesten Symbole des Verbandes.
- 15.–24. Juni 1998 – Das Jagdbombergeschwader 32 richtet auf dem Lechfeld erstmals ein NATO Tiger Meet aus. 14 Verbände aus neun Nationen nehmen teil. Die fliegerischen Aktivitäten werden teilweise mit der NATO-Großübung „Central Enterprise“ verbunden.
- 23. März bis 10. Juni 1999 – ECR-Tornados des JaboG 32 nehmen an der NATO-Operation Allied Force über dem damaligen Jugoslawien teil. Zusammen mit dem Aufklärungsgeschwader 51 gehört der Verband damit zu den deutschen Luftwaffeneinheiten, die erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg an einem Kampfeinsatz beteiligt sind. Hauptaufgabe der Lechfelder Tornados ist die Unterdrückung gegnerischer Flugabwehr. Insgesamt werden während der Operation 236 AGM-88 HARM gegen gegnerische Radarstellungen eingesetzt.
Der Fliegerhorst im letzten Jahrzehnt des JaboG 32 (2001–2011)
- 9. Dezember 2004 – Kurz nach dem Start vom Lechfeld stürzt der Tornado ECR 46+42 im Waldgebiet Westerholz ab. Beide Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Das Unglück gehört zu den schwersten Ereignissen der späteren Geschichte des Geschwaders.
- 2006 – Die Start- und Landebahn wird erneut instand gesetzt. Während der Arbeiten verlegt das Geschwader zeitweise nach Manching.
- 22. Juni 2006 – Im Rahmen struktureller Veränderungen wird die bisherige Fliegerhorstgruppe des Jagdbombergeschwaders 32 aufgelöst. Aufgaben des Standortbetriebs werden organisatorisch neu verteilt.
- 14.–28. Juni 2007 – Unter Führung des JaboG 32 findet auf und rund um das Lechfeld die multinationale Übung ELITE 2007 – Electronic Warfare Live Training Exercise statt. 17 Nationen und zahlreiche unterschiedliche Waffensysteme sind beteiligt. Lechfeld unterstreicht damit seine Bedeutung als multinational nutzbarer Übungsstandort für elektronische Kampfführung.
- 2008 – Das Jagdbombergeschwader 32 feiert sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt gehört der Tornado ECR bereits seit vielen Jahren zum festen Bild des Standortes.
- 26. Oktober 2011 – Mit dem neuen Stationierungskonzept der Bundeswehr wird die zukünftige Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 festgelegt. Damit steht erstmals fest, dass Lechfeld nach mehr als fünf Jahrzehnten seinen eigenen dauerhaft stationierten fliegenden Kampfverband verlieren wird.
Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 (2012–2013)
- Ende Oktober 2012 – Die 1. Fliegende Staffel, die „Lechfeld Tigers“, wird aufgelöst. Ihre Tiger-Tradition geht später auf die 2. Staffel des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg über.
- 15. November 2012 – Das Jagdbombergeschwader verabschiedet sich mit einer Serenade offiziell von der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden.
- Anfang 2013 – Die verbliebenen Tornado ECR werden schrittweise vom Lechfeld abgezogen. Ein großer Teil geht zum Aufklärungsgeschwader 51 nach Schleswig-Jagel, weitere Maschinen und Personal werden anderen Tornado-Verbänden zugeteilt.
- 21. März 2013 – Auf dem Fliegerhorst findet der letzte große militärische Appell des Jagdbombergeschwaders 32 mit anschließendem „Last Call“ statt. Tausende aktive und ehemalige Geschwaderangehörige nehmen Abschied von dem Verband.
- 25.–27. März 2013 – Die letzten Tornados verlassen das Lechfeld. Damit endet nach nahezu 55 Jahren die Stationierung eines eigenen fliegenden Kampfverbandes.
- 31. März 2013 – Das Jagdbombergeschwader 32 wird offiziell aufgelöst. Während seines Bestehens hat das Geschwader mehr als eine halbe Million Flugstunden absolviert und die Geschichte des Fliegerhorstes wesentlich geprägt.
Lechfeld als Ausweichflugplatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 (2013–2018)
- 1. April 2013 – Einen Tag nach der Auflösung des JaboG 32 übernimmt das damalige Jagdgeschwader 74 aus Neuburg, heute Taktisches Luftwaffengeschwader 74, die Verantwortung für den Flugbetrieb auf dem Lechfeld. Dafür wird die Flugplatzstaffel Lechfeld aufgestellt.
- Ab 2013 – Lechfeld besitzt nun keinen eigenen permanent stationierten fliegenden Verband mehr. Der Flugplatz bleibt jedoch vollständig militärisch nutzbar und wird als Ausweichflugplatz für Neuburg sowie für andere Einheiten der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte vorgehalten.
- 2014 bis Herbst 2015 – Während einer umfassenden Sanierung der Start- und Landebahn in Neuburg verlegt ein erheblicher Teil des Eurofighter-Flugbetriebs des Geschwaders 74 auf das Lechfeld. Damit zeigt sich, dass der Platz trotz Auflösung des JaboG 32 weiterhin als vollwertiger Einsatzflugplatz betrieben werden kann.
- Ab 2013 – Neben dem Flugbetrieb bleiben weitere Einrichtungen der Bundeswehr auf dem Standort erhalten, darunter insbesondere technische Ausbildungs- und Unterstützungseinrichtungen.
Geplante zweite deutsche A400M-Basis (2019–2022)
- Januar 2019 – Das Bundesministerium der Verteidigung gibt bekannt, den Fliegerhorst Lechfeld künftig als zweiten deutschen Standort für den Airbus A400M neben Wunstorf auszubauen. Damit scheint zeitweise eine neue Ära als großer Lufttransportstützpunkt bevorzustehen.
- 2019–2020 – Die Planungen konkretisieren sich. Vorgesehen ist eine Multinational Air Transport Unit – MNAU, an der sich neben Deutschland weitere Staaten beteiligen sollen. Im späteren Konzept sollen zehn deutsche A400M für die multinationale Einheit bereitgestellt werden.
- September 2020 – Ein erster Stab der multinationalen Transportorganisation wird zunächst in Wunstorf aufgestellt. Ungarn beteiligt sich als Partner. Ziel bleibt zunächst die spätere Verlegung der Einheit nach Lechfeld.
- 11. Februar 2022 – Das Verteidigungsministerium entscheidet, das Projekt der Multinational Air Transport Unit wegen fehlender ausreichender Beteiligung weiterer Partnerstaaten nicht weiterzuverfolgen. Damit wird gleichzeitig die geplante dauerhafte A400M-Stationierung auf dem Lechfeld aufgegeben.
- 2022 – Die speziell für einen dauerhaften A400M-Betrieb vorgesehenen Infrastrukturmaßnahmen werden gestoppt. Der Fliegerhorst soll jedoch weiterhin als militärischer Ausweichplatz erhalten bleiben und grundsätzlich auch für zukünftige Stationierungsentscheidungen verfügbar sein.
- 2023 – Die Bundesregierung bestätigt noch einmal, dass keine Stationierung eines eigenen fliegenden Verbandes auf dem Lechfeld geplant ist. Die Infrastruktur soll aber weiterhin so erhalten werden, dass verschiedene militärische Luftfahrzeugtypen den Platz nutzen können.
- 17. April 2026 – Mit der Ankunft des 53. deutschen A400M in Wunstorf ist endgültig klar, dass die komplette deutsche A400M-Flotte beim Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf konzentriert bleibt. Eine dauerhafte A400M-Stationierung auf dem Lechfeld ist damit nicht Bestandteil der aktuellen Struktur.
Air Defender und verstärkte Nutzung als NATO-Ausweichbasis (2023–2025)
- 12.–23. Juni 2023 – Der Fliegerhorst Lechfeld wird zu einem wichtigen süddeutschen Stützpunkt der multinationalen Großübung Air Defender 23. Die vorhandene Infrastruktur ermöglicht die zeitweilige Aufnahme zahlreicher deutscher und internationaler Luftfahrzeuge.
- Juni 2023 – Während Air Defender operieren vom Lechfeld unter anderem amerikanische A-10 Thunderbolt II, griechische F-16, deutsche H145M LUH SOF und CH-53. Zeitweise kommen weitere amerikanische F-15 und F-16 sowie Transportflugzeuge hinzu. Der Platz erfüllt damit wieder eine Funktion, die bereits während des Kalten Krieges vorgesehen war: die schnelle Aufnahme zusätzlicher nationaler und alliierter Luftstreitkräfte.
- 2024 – Die auf dem Lechfeld bestehende Ausbildungswerkstatt wird organisatorisch dem Taktischen Luftwaffengeschwader 74 zugeordnet. Damit wird die dauerhafte Verbindung zwischen Neuburg und dem Zweitstandort Lechfeld weiter gefestigt.
- 2025 – Der Fliegerhorst bleibt ohne eigenen dauerhaft stationierten fliegenden Verband. Seine militärische Bedeutung liegt jedoch zunehmend in seiner Rolle als Ausweich-, Verlege- und Übungsflugplatz sowie als Infrastrukturreserve für die Landes- und Bündnisverteidigung.
Neue strategische Aufgabe mit Arrow 3 (2026–Zukunft)
- 2026 – Die strategische Bedeutung des Bundeswehrstandortes Lechfeld steigt erneut. Im Zuge des Ausbaus der deutschen bodengebundenen Luft- und Raketenabwehr wird die Region Schwaben für die süddeutsche Einsatzstellung des israelisch-amerikanischen Abwehrsystems Arrow 3 ausgewählt.
- 30. Juni 2026 – Die Bundeswehr bestätigt die Entscheidung für die Einsatzstellung Süd des Arrow-Systems im Raum Kaufbeuren und Lechfeld. Der großräumige Radarsensor wird im Raum Kaufbeuren eingerichtet, während wesentliche Elemente mit den Abfangflugkörpern und Startgeräten auf dem Fliegerhorst Lechfeld stationiert werden sollen.
- Ab 2026 – Damit verändert sich die langfristige Funktion des Fliegerhorstes erneut. Nach Jahrzehnten als Heimat von Jagdbombern und Tornados wird Lechfeld zunehmend auch Bestandteil der strategischen bodengebundenen Luft- und Raketenverteidigung Deutschlands. Der Flugplatz selbst bleibt gleichzeitig militärisch betriebsbereit und behält seine Funktion als Ausweich- und Verlegeflugplatz.
- Bis Ende der 2020er-Jahre – Die Infrastruktur für die süddeutsche Arrow-Einsatzstellung soll schrittweise aufgebaut werden. Im Verbund mit weiteren deutschen Arrow-Stellungen soll damit eine Fähigkeit zur Abwehr ballistischer Flugkörper in sehr großen Höhen geschaffen werden.
EHEMALIGE EINHEITEN
TRADITIONSGEMEINSCHAFT
Flight Radar
Static Airframes
PRESERVED
- 21+38 / Messerschmitt F-104G Starfighter / cn 7006 / West German Air Force
- 21+76 / Messerschmitt F-104G Starfighter / cn 7045 / West German Air Force
- 43+68 / Panavia Tornado IDS / cn GS041 / German Air Force / Gate Guard
- BF+104 (DB+132) / Republic F-84F Thunderstreak / cn ??? / West German Air Force
WITHDRAWN FROM USE
- 21+86 / Messerschmitt F-104G Starfighter / cn 7055 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
- 25+28 / Fokker F-104G Starfighter / cn 8305 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
- 43+04 / Panavia Tornado IDS(T) / cn GT004 / German Air Force
- 43+14 / Panavia Tornado IDS / cn GS003 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
- 44+48 / Panavia Tornado IDS / cn GS105 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
- 45+72 / Panavia Tornado IDS / cn GS215 / German Air Force
- 46+53 / Panavia Tornado ECR / cn GS286 / German Air Force
- 58+55 / Dornier Do 28 D-2 Skyservant / cn 4130 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
- 87+06 / MBB Bo.105 P / cn 6106 / German Army / Ground Instructional Airframe
- 87+35 / MBB Bo.105 P / cn 6135 / German Army / Ground Instructional Airframe
- 91+19 / Focke-Wulf/Piaggio P.149 D / cn 140 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
Die lokale Luftfahrt-Community vor Ort
Flughafen Spotter Leitfäden
keine Informationen








