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FLUGPLATZ JOHANNISTHAL / ADLERSHOF

Der Flugplatz Johannisthal-Adlershof wurde am 26. September 1909 eröffnet und war nach dem August-Euler-Flugplatz in Darmstadt der zweite Motorflugplatz Deutschlands. Er entwickelte sich schnell zu einem Zentrum der Luftfahrtpioniere, wo bedeutende Unternehmen wie die Albatros-Werke und die Rumpler-Luftfahrzeugbau GmbH ansässig waren. Während des Ersten Weltkriegs diente der Flugplatz militärischen Zwecken und produzierte etwa ein Viertel der im Deutschen Reich eingesetzten Flugzeuge. Nach dem Krieg verlor er mit der Eröffnung des Zentralflughafens Tempelhof 1923 an Bedeutung für den zivilen Luftverkehr. Die endgültige Schließung erfolgte 1995. Heute sind Teile des Geländes brachliegend und verfallen, was es zu einem faszinierenden „Lost Place“ für Luftfahrtinteressierte macht.

Groß-Berliner Damm
D-12487 Berlin

IATA: n/a
ICAO: n/a

RUNWAY:
ca. 1500m x 2000m G


HISTORY

1909 – Die Gründung als erster deutscher Motorflugplatz

Am 26. September 1909 wurde der Flugplatz Johannisthal-Adlershof offiziell eröffnet. Es war der erste motorisierte Flugplatz Deutschlands und wurde schnell zum Zentrum für die aufstrebende Luftfahrt.

  • Der Flugplatz wurde als Konkurrenz zum Flugfeld Tempelhof errichtet.
  • Er entstand auf einer Fläche von rund 3,6 km² auf dem Gelände einer ehemaligen Pferderennbahn.
  • Zahlreiche Flugpioniere wie Hans Grade, Orville Wright und August Euler testeten hier ihre Maschinen.

1910 – 1914 : Die Blütezeit der Flugpioniere

Während dieser Zeit entwickelten sich die ersten Flugschulen und Luftfahrtunternehmen.

  • 1910 gründete Hans Grade hier die erste deutsche Flugschule.
  • 1911 fanden die ersten offiziellen Flugwettbewerbe statt.
  • 1912 eröffnete das Militär eine Fliegerstation, und der Platz wurde zunehmend militärisch genutzt.

1914 – 1918 : Nutzung im Ersten Weltkrieg

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Flugplatz verstärkt für militärische Zwecke eingesetzt.

  • Ausbildung von Piloten für den Luftkrieg.
  • Erprobung neuer Flugzeuge und Waffen.
  • Forschung an Luftschiffen und Bombenflugzeugen.

1919 – 1933 : Aufstieg der Luftfahrtindustrie und Forschung

Nach dem Krieg entwickelte sich der Flugplatz zu einem wichtigen Standort für zivile Luftfahrt und Forschung.

  • 1923 wurde in Johannisthal das Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) gegründet.
  • 1926 begann hier die Deutsche Lufthansa mit Testflügen.
  • 1929 wurde der erste vollautomatische Flugzeugführer (Autopilot) getestet.

1933 – 1945 : Nutzung im Zweiten Weltkrieg

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Flugplatz erneut militärisch genutzt.

  • 1934 wurde die zivile Luftfahrt eingestellt, der Platz diente nun der Wehrmacht.
  • 1936 wurden hier Raketen und Düsenflugzeuge getestet.
  • 1944 war Johannisthal ein wichtiger Standort für die Entwicklung von Strahltriebwerken und Luftabwehrsystemen.
  • 1945 wurde der Flugplatz von sowjetischen Truppen erobert.

1945 – 1950 : Demontage und Nachkriegsgeschichte

Nach dem Krieg wurde der Flugplatz von den Alliierten besetzt.

  • 1947 begann die Demontage und Teile der Infrastruktur wurden zerstört.
  • 1950 wurde das Gelände in den Besitz der DDR überführt.

1950 – 1990 : Nutzung in der DDR-Zeit

Während der DDR-Zeit wurde Johannisthal für wissenschaftliche Zwecke genutzt.

  • 1952 wurde das Gelände offiziell für die zivile Luftfahrt geschlossen.
  • 1953 entstand das Zentralinstitut für Luftfahrttechnik der DDR.
  • 1960er Jahre: Forschung zu Strömungsmechanik und Luftfahrttechnik.

1990 – 2000 : Das Ende des Flugplatzes

Nach der Wiedervereinigung wurde das Gelände nicht mehr als Flugplatz genutzt.

  • 1995 erfolgte die offizielle Schließung des Flugplatzes Johannisthal-Adlershof.
  • 1998 begannen umfangreiche Umbaumaßnahmen für neue Nutzungen.

2000 – HEUTE : Umwandlung in ein Forschungs- und Wohngebiet

Heute ist das Gelände Teil des Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof, einem der größten Wissenschaftsstandorte Deutschlands.

  • 2001 wurde das Gebiet als Wissenschaftszentrum ausgewiesen.
  • 2020 gehört Adlershof zu den modernsten Forschungsstandorten Europas.


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