Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

BAUMHOLDER AAF (US ARMY AIR FIELD)
Baumholder Army Air Field
Das Baumholder Army Air Field ist ein kleiner, aber historisch interessanter Militärflugplatz der U.S. Army in Rheinland-Pfalz. Er liegt im Bereich des großen Truppenübungsplatzes Baumholder und ist eng mit der Entwicklung der amerikanischen Garnison nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Während Baumholder vor allem als bedeutender Standort für Heerestruppen, Panzerverbände und militärische Ausbildung bekannt wurde, spielte auch die Heeresfliegerei hier eine wichtige unterstützende Rolle.
Der Flugplatz diente über Jahrzehnte vor allem der Verbindung, Beobachtung, Ausbildung und Unterstützung des Übungsplatzbetriebes. Besonders in der Zeit des Kalten Krieges war Baumholder Teil des weit verzweigten U.S. Army-Standortnetzes in Westdeutschland. Leichte Flugzeuge und Hubschrauber der Army Aviation nutzten das Air Field für taktische Aufgaben, Verbindungsflüge und Übungen im direkten Umfeld der stationierten Einheiten.
Auch heute bleibt Baumholder Army Air Field ein Beispiel für die besondere Verbindung zwischen Bodentruppen, Übungsplatzbetrieb und militärischer Luftunterstützung. Seine Geschichte reicht von den Anfängen der amerikanischen Nachkriegspräsenz über die 8th Infantry Division bis zur modernen Nutzung durch Hubschrauberkräfte der U.S. Army.
D-55774 Baumholder
IATA: –
ICAO: ETEK
RUNWAY:
07/25 (575×16m) Asphalt
GESCHICHTE
Baumholder Army Air Field: Entstehung aus dem Truppenübungsplatz heraus (1935–1938)
- 1935 Die militärische Geschichte Baumholders begann nicht mit dem Flugfeld selbst, sondern mit der Entscheidung der Wehrmacht, nördlich und nordöstlich der Stadt einen großen Truppenübungsplatz anzulegen. Für dieses Vorhaben wurden große Flächen enteignet, mehrere Dörfer aufgegeben und hunderte Familien umgesiedelt. Damit entstand die Grundlage für eines der wichtigsten militärischen Übungsgebiete im Westen Deutschlands.
- 1937 Baumholder wurde offiziell mit modernen militärischen Aktivitäten verbunden. Das Gelände eignete sich durch seine Größe, die dünne Besiedlung und die abwechslungsreiche Topografie besonders für Ausbildung, Manöver und Schießübungen. In dieser Phase lag der Schwerpunkt noch klar auf Heerestruppen, Artillerie, Infanterie und Panzerverbänden.
- 1938 Die ersten festen Kasernenanlagen waren bezugsfertig. In Baumholder wurden deutsche und österreichische Einheiten stationiert und auf Einsätze vorbereitet. Ein eigenständiger Flugplatzbetrieb im heutigen Sinne stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Mittelpunkt, doch die spätere Nutzung als militärischer Luftstützpunkt entwickelte sich aus der wachsenden Bedeutung des Truppenübungsplatzes heraus.
Kriegsende, amerikanische Besetzung und französische Nutzung (1945–1950)
- 18. März 1945 Amerikanische Truppen besetzten den Truppenübungsplatz Baumholder. Noch im selben Jahr wurde das Gelände den französischen Streitkräften zur Nutzung und Verwaltung übergeben. Baumholder blieb damit auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein militärischer Standort, allerdings zunächst unter französischer Kontrolle.
- 1945–1950 In den ersten Nachkriegsjahren diente Baumholder weiterhin als militärisches Übungs- und Garnisonsgebiet. Die vorhandene Infrastruktur wurde genutzt, erhalten und schrittweise an die Anforderungen der Besatzungszeit angepasst. Für die spätere US-Nutzung war diese Phase wichtig, weil Baumholder als militärischer Standort nicht aufgegeben wurde, sondern dauerhaft im militärischen Netz Westdeutschlands blieb.
Rückkehr der U.S. Army und Ausbau zur großen Garnison (1951–1957)
- 1951 Baumholder wurde als Garnison für die 2nd U.S. Armored Division vorgesehen. In dieser Zeit begann ein umfangreiches Ausbauprogramm für Soldaten, Familienangehörige, Verwaltung, Versorgung und Ausbildung. Der Standort entwickelte sich damit von einem reinen Übungsplatz zu einer großen amerikanischen Militärgemeinde.
- 1951–1956 Mit der Stationierung amerikanischer Panzer- und Unterstützungseinheiten wuchs auch der Bedarf an leichter Heeresfliegerei. Beobachtungsflugzeuge, Verbindungsflugzeuge und leichte Hubschrauber waren für Artilleriebeobachtung, Verbindung, Aufklärung, Kurierflüge, Übungsbetrieb und medizinische Unterstützung wichtig. Baumholder Army Air Field entstand in diesem Zusammenhang als kleiner militärischer Flugplatz zur Unterstützung der U.S. Army-Einrichtungen in Baumholder.
- 1954 In der Region Baumholder wurden frühe Army-Aviation-Strukturen mit leichten Flugzeugen und Hubschraubern aufgebaut. Zu den typischen Mustern dieser Zeit gehörten L-19/O-1 Bird Dog als Beobachtungs- und Verbindungsflugzeug sowie H-13 Sioux als leichter Beobachtungs- und Verbindungshubschrauber. Diese Fluggeräte passten zum Charakter Baumholders als Übungs-, Artillerie- und Manöverstandort.
- 1957 Die 2nd U.S. Armored Division wurde in Baumholder durch die 8th Infantry Division abgelöst. Damit änderte sich die Hauptpräsenz am Standort, ohne dass Baumholder seine Bedeutung als US-Garnison verlor. Die Heeresfliegerei blieb als Unterstützungsinstrument für Division, Artillerie und Übungsbetrieb wichtig.
Frühe Nutzung durch die 8th Aviation Company (1957–1958)
- 1957–1958 Für diese Zeit ist die Verbindung des Baumholder Army Air Field mit der 8th Aviation Company belegt. Angehörige dieser Einheit unterhielten und nutzten leichte Beobachtungsflugzeuge und Hubschrauber, darunter L-19/O-1 Bird Dog und H-13 Sioux. Das Flugfeld war damit kein großer Fliegerhorst, sondern ein kleiner, zweckmäßiger Army-Airfield-Standort für Verbindungs-, Beobachtungs- und Unterstützungsaufgaben.
- 1958 Am Baumholder Army Air Field existierten bereits typische Einrichtungen eines kleinen Army-Flugfeldes, darunter ein Operationsgebäude, ein Towerbereich, Hangaranlagen und Betriebsflächen für leichte Flugzeuge und Hubschrauber. Der Platz war funktional auf den Betrieb kleiner Heeresflugzeuge ausgelegt und diente vor allem der Unterstützung der in Baumholder stationierten Bodentruppen.
Ausbau der Army Aviation im Kalten Krieg (1959–1969)
- 1959–1962 Die U.S. Army baute ihre Heeresfliegerstrukturen in Europa weiter aus. Baumholder spielte dabei als Garnisons- und Übungsstandort eine ergänzende Rolle. In Army-Aviation-Unterlagen erscheint eine Baumholder-Abteilung der 8th Aviation Company, was die fortgesetzte Nutzung des Flugfeldes für leichte Heeresfliegerei bestätigt.
- 1960er Jahre Das Baumholder Army Air Field wurde weiterhin als kleiner militärischer Flugplatz innerhalb des amerikanischen Standortnetzes genutzt. Es diente nicht als großer Heimatflugplatz einer schweren Fliegereinheit, sondern als unterstützendes Airfield für Übungsplatzbetrieb, Verbindung, Beobachtung und temporäre Verlegungen. In dieser Zeit waren leichte Flugzeuge und Hubschrauber der Army Aviation das prägende Bild.
- 1963–1967 Die 8th Aviation Battalion-Strukturen der 8th Infantry Division wurden in der Region weitergeführt. Baumholder stand dabei in Verbindung mit dem Betrieb und der Nutzung durch die Heeresflieger, während größere Teile der Divisionsfliegerei an anderen Army Airfields wie Finthen konzentriert waren. Baumholder blieb dennoch als vorgeschobener und übungsplatznaher Flugplatz relevant.
Baumholder im Netzwerk der 8th Infantry Division und der Army Aviation (1970–1987)
- 1970er Jahre Baumholder blieb einer der wichtigen Standorte der 8th Infantry Division in Rheinland-Pfalz. Während die großen fliegerischen Hauptstrukturen der Division nicht dauerhaft am kleinen Baumholder AAF konzentriert waren, wurde der Platz weiterhin in die Bewegungs-, Übungs- und Unterstützungsabläufe eingebunden.
- 1978 Das 8th Aviation Battalion der 8th Infantry Division wurde im Zuge der Army-Aviation-Entwicklung stärker strukturiert. Teile der Combat Support Company waren zeitweise an mehreren Standorten verteilt, darunter auch Baumholder Army Air Field. Damit blieb Baumholder als einsatznaher Heeresflugplatz in die Unterstützung der Divisionsbrigaden, der Division Artillery, des Division Support Command und der Divisionsführung eingebunden.
- 1978–1987 In dieser Phase war Baumholder vor allem als Übungsplatz-Airfield und Unterstützungsflugfeld wichtig. Hubschrauber und leichte Army-Fluggeräte konnten hier für Training, Verbindung, taktische Verlegung und Unterstützung des Truppenübungsplatzes eingesetzt werden. Die Bedeutung lag weniger in einer großen dauerhaften Stationierung, sondern in der unmittelbaren Nähe zu den Übungsflächen.
Strukturwandel nach dem Kalten Krieg (1988–1999)
- 1988–1991 Mit dem Ende des Kalten Krieges veränderte sich die amerikanische Militärpräsenz in Deutschland grundlegend. Viele Standorte wurden reduziert, zusammengelegt oder aufgegeben. Baumholder blieb jedoch erhalten, weil der Standort mit Smith Barracks, Wetzel Barracks und dem großen Truppenübungsplatz weiterhin militärisch wertvoll war.
- 1990er Jahre Der nahegelegene frühere Hoppstädten/Boehmer Army Airfield wurde nach dem Abzug der Amerikaner zivil weitergenutzt. Das Baumholder Army Air Field selbst blieb davon zu unterscheiden: Es lag weiterhin im Zusammenhang mit dem Truppenübungsplatz Baumholder und diente der U.S. Army als kleiner militärischer Unterstützungsflugplatz.
- 1994 Teile des früheren Gutsbezirks Baumholder wurden kommunal neu gegliedert. Für den militärischen Charakter des Standortes änderte dies wenig, doch es zeigt den Strukturwandel der Region nach dem Kalten Krieg. Baumholder blieb weiterhin stark durch die U.S. Army und die Bundeswehr geprägt.
Reduzierung schwerer Verbände und Fortbestand als US-Standort (2000–2012)
- 2002 Die U.S. Army begann, schwere Panzerkräfte schrittweise stärker auf andere Übungsplätze zu verlagern. Baumholder verlor dadurch einen Teil seiner klassischen Panzerstandort-Prägung, blieb aber als Ausbildungs-, Garnisons- und Unterstützungsstandort wichtig. Das Army Air Field behielt seine Rolle als kleine fliegerische Infrastruktur im Bereich des Truppenübungsplatzes.
- 2005–2011 Baumholder wurde immer stärker in die weltweiten Einsatzzyklen der U.S. Army eingebunden. Einheiten aus Baumholder wurden für Auslandseinsätze vorbereitet, verlegt und nach Rückkehr wieder in den Standort integriert. Für das Army Air Field bedeutete dies vor allem Unterstützungsfunktion im Rahmen von Training, Übungsplatzbetrieb und temporären Flugbewegungen.
- 9. Oktober 2012 Die 170th Infantry Brigade wurde in Baumholder deaktiviert. Damit endete eine lange Phase größerer Kampftruppenpräsenz in Smith Barracks. Gleichzeitig blieb Baumholder als dauerhafter Standort erhalten und wurde nicht aufgegeben.
Baumholder Army Air Field als moderner Unterstützungsflugplatz (2013–2024)
- 2013–2020 Nach der Reduzierung klassischer Kampftruppen wandelte sich Baumholder weiter zu einem Standort für Unterstützung, Ausbildung, Logistik, Luftverteidigung, medizinische Einheiten, Fernmeldekräfte und rotierende Kräfte. Das Army Air Field blieb als kleine militärische Flugbetriebsfläche erhalten und unterstützte vor allem Übungen auf dem Baumholder Maneuver Training Area.
- 2020er Jahre Baumholder ist Teil der U.S. Army Garrison Rheinland-Pfalz. Zu den heutigen beziehungsweise jüngeren Einheiten und Nutzern im Baumholder-Bereich gehören unter anderem Elemente der 10th Army Air and Missile Defense Command, der 16th Sustainment Brigade, der 30th Medical Brigade, der 44th Expeditionary Signal Battalion-Enhanced, der 18th Military Police Brigade sowie weitere Unterstützungs- und Ausbildungseinrichtungen.
- 22. April 2024 AH-64E Apache-Kampfhubschrauber des 1st Battalion, 3rd Aviation Regiment nutzten den Bereich Baumholder Maneuver Training Area für fliegerische Ausbildung. Damit zeigt sich die heutige Rolle des Baumholder Army Air Field besonders deutlich: Der Platz ist kein großer dauerhaft stationierter Heeresfliegerhorst, sondern ein einsatznaher Übungs- und Unterstützungsflugplatz für moderne Army Aviation im Zusammenhang mit dem Truppenübungsplatz.
Aktuelle Rolle und technische Einordnung (2025–heute)
- 2025–heute Das Baumholder Army Air Field trägt den ICAO-Code ETEK und ist ein kleiner militärischer Flugplatz der U.S. Army im Bereich Baumholder. Der Platz liegt nordöstlich von Reichenbach und nördlich von Baumholder. Er verfügt über eine asphaltierte Start- und Landebahn 07/25 mit rund 572 Metern Länge und etwa 16 Metern Breite. Die Infrastruktur ist damit klar auf militärische Unterstützungs-, Hubschrauber- und leichte Flugbetriebsaufgaben ausgelegt.
- Heute Die Bedeutung des Baumholder Army Air Field liegt weniger in einer dauerhaft sichtbaren großen Fliegertruppe, sondern in seiner Lage direkt am militärischen Übungsraum. Der Platz verbindet die Garnison Baumholder, den Truppenübungsplatz und die fliegerische Unterstützung der U.S. Army. Seine Geschichte reicht damit von der frühen leichten Army Aviation der 1950er Jahre über die Divisionsfliegerei des Kalten Krieges bis zur heutigen Nutzung durch moderne Hubschrauberkräfte im europäischen Ausbildungs- und Bereitschaftsnetz der U.S. Army.
EINHEITEN / UNITS
Flight Radar
Static Airframes
PRESERVED
- 45+01 / Panavia Tornado IDS / cn GS154 / German Air Force / on Baumholder military range
Die lokale Luftfahrt-Community vor Ort
Flughafen Spotter Leitfäden
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