Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2026 von Charles David Fennell

Air Base

FASSBERG (GERMAN ARMY)

Der Fliegerhorst Faßberg gehört zu den traditionsreichsten militärischen Flugplätzen in Deutschland. Seit seiner Entstehung in den 1930er-Jahren hat der Standort viele unterschiedliche Epochen erlebt: den Aufbau der Luftwaffe, die Nutzung als Ausbildungs- und Einsatzflugplatz im Zweiten Weltkrieg, die britische Besatzungszeit, die Berliner Luftbrücke und schließlich die jahrzehntelange Nutzung durch die Bundeswehr.

Besonders bekannt wurde Faßberg durch seine Rolle während der Berliner Luftbrücke 1948/49. Von hier aus starteten zahlreiche Transportflugzeuge mit Kohle und Versorgungsgütern in Richtung West-Berlin. Diese Phase machte den Flugplatz weit über die Region hinaus bekannt und ist bis heute ein wichtiger Teil seiner Geschichte.

Heute ist Faßberg vor allem durch das Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ und das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe geprägt. Damit verbindet der Standort historische Bedeutung mit moderner militärischer Luftfahrt und bleibt ein wichtiger Bundeswehrstandort in der Lüneburger Heide.

Fliegerhorst Faßberg

Fliegerhorst
D-29328 Faßberg

IATA: –
ICAO: ETHS

RUNWAYS:
09/27 (1000×50m) Asphalt
09/27 (500×29m) Gras


GESCHICHTE

Aufbau als geheimer Luftwaffenstandort (1933–1934)
  • 1933 begann nordöstlich der Gemeinde Faßberg der Aufbau eines neuen militärischen Flugplatzes der deutschen Luftwaffe. Der Standort lag in der Lüneburger Heide, abseits größerer Städte und zugleich nahe genug an Bahn- und Versorgungswegen, um militärisch sinnvoll genutzt werden zu können. Wie viele Flugplätze dieser Zeit entstand auch Faßberg zunächst unter weitgehend zurückhaltender öffentlicher Wahrnehmung, da der militärische Aufbau der Luftwaffe in der frühen Phase noch nicht offen im vollen Umfang dargestellt wurde.
  • 1934 nahm der Fliegerhorst zunehmend Gestalt an. Es entstanden Unterkunftsbereiche, technische Anlagen, Werkstätten, Hallen, Betriebsgebäude und ein großes Flugfeld. Viele Gebäude wurden bewusst im Stil niedersächsischer Bauernhäuser errichtet, um die Anlage optisch in die Landschaft einzubinden und den militärischen Charakter aus der Luft weniger auffällig erscheinen zu lassen.
  • 1. April 1934 wurde auf dem Fliegerhorst die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 154 „Boelcke“ aufgestellt. Die Einheit flog unter anderem mit Dornier Do 11, Dornier Do 23 und Junkers Ju 52. Damit begann die militärische Nutzung Faßbergs als aktiver Luftwaffenstandort. Der Platz war zu diesem Zeitpunkt noch stark im Aufbau, erhielt aber bereits eine klare Rolle innerhalb der entstehenden Luftwaffenstruktur.
Ausbildungsplatz und Kampffliegerschule der Luftwaffe (1935–1936)
  • 1. Januar 1935 wurde in Faßberg die Bombenschule Faßberg eingerichtet. Aus dieser Einrichtung entwickelte sich die Große Kampffliegerschule 2. Der Schwerpunkt lag auf der Ausbildung von fliegendem und technischem Personal für den Einsatz in mehrmotorigen Flugzeugen. Der Standort wurde dadurch nicht nur ein Einsatzflugplatz, sondern vor allem ein wichtiger Ausbildungsplatz.
  • 1935 wurden die Anlagen erweitert. Für den Schulbetrieb benötigte man zusätzliche Unterkünfte, technische Bereiche und Ausbildungsräume. Die Maschinen, die in dieser Zeit in Faßberg eingesetzt wurden, dienten vor allem der Schulung von Besatzungen. Dazu gehörten Flugzeugführer, Beobachter, Funker und Bordschützen.
  • April 1936 verlegte die Kampffliegerschule Prenzlau nach Faßberg. Gleichzeitig verließ die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 154 „Boelcke“ den Standort und wurde nach Langenhagen verlegt. Damit rückte die Ausbildungsrolle Faßbergs noch stärker in den Vordergrund.
  • 1936 entstand südlich des Flugplatzes bei Lutterloh ein Bombenabwurfplatz. Dieser diente der praktischen Ausbildung und ergänzte den Flugbetrieb auf dem Hauptflugfeld. In Faßberg wurden nun Besatzungen und Fachpersonal unter realitätsnahen Bedingungen ausgebildet.
Erweiterung und neue fliegende Verbände vor dem Krieg (1937–1939)
  • 1937 wurde der Fliegerhorst weiter ausgebaut. Die Luftwaffe nutzte Faßberg zunehmend als festen Ausbildungs- und Bereitschaftsstandort. Die bauliche Struktur des Platzes wurde weiter verdichtet, ohne den ursprünglich getarnten Charakter völlig aufzugeben.
  • 1. August 1938 wurden in Faßberg die Schlachtfliegergruppe 30 und die Schlachtfliegergruppe 40 aufgestellt. Die Schlachtfliegergruppe 30 nutzte Henschel Hs 123, während die Schlachtfliegergruppe 40 mit Heinkel He 45 ausgerüstet war. Damit erhielt Faßberg neben der Schulungsfunktion auch eine deutlichere Rolle bei der Aufstellung operativer Luftwaffeneinheiten.
  • August 1938 bis Oktober 1938 war außerdem die Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 5 in Faßberg stationiert. Diese Einheit nutzte unter anderem Junkers Ju 52/3m und Junkers W 34. Die Ju 52 war zu dieser Zeit eines der wichtigsten Transport- und Mehrzweckflugzeuge der Luftwaffe.
  • 1. November 1938 wurde die Kampffliegerschule in Große Kampffliegerschule Faßberg umbenannt. Die Umbenennung spiegelte die gewachsene Bedeutung des Standortes wider. Faßberg war nun fest in die Ausbildungsorganisation der Luftwaffe eingebunden.
  • Oktober 1939 bis November 1939 lag die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 1 in Faßberg. Die Einheit war mit Heinkel He 111 ausgerüstet. Damit wurde der Platz nach Kriegsbeginn auch zeitweise von Kampfverbänden genutzt, die nicht nur Ausbildungs-, sondern auch Einsatzaufgaben erfüllten.
Kriegsjahre und technische Ausbildung der Luftwaffe (1940–1942)
  • Februar 1940 befand sich der Stab des Kampfgeschwaders 1 in Faßberg. Der Standort wurde in dieser Phase weiterhin von verschiedenen fliegenden Verbänden genutzt, blieb aber zugleich stark durch Ausbildung und technische Unterstützung geprägt.
  • Juni 1941 kamen der Stab und die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 4 „General Wever“ nach Faßberg. Die Einheit flog Heinkel He 111 und gehörte zu den bekannten Bomberverbänden der Luftwaffe. Faßberg diente damit zeitweise als Standort für größere Bomberverbände.
  • Dezember 1941 bis Juli 1942 war die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 4 in Faßberg stationiert. Auch diese Einheit nutzte Heinkel He 111. Die Präsenz des Kampfgeschwaders 4 machte Faßberg zu einem wichtigen Platz innerhalb der Bomberorganisation der Luftwaffe.
  • Januar 1942 bis Mai 1944 lagen Teile der I. Gruppe des Kampfgeschwaders 40 in Faßberg. Diese Einheit ist vor allem durch den Einsatz von Focke-Wulf Fw 200 bekannt, nutzte in diesem Zusammenhang aber auch Heinkel He 111. Die Stationierung zeigt, dass Faßberg während des Krieges nicht auf eine einzige Aufgabe beschränkt war, sondern von Ausbildungs-, Kampf- und Spezialverbänden genutzt wurde.
  • 1942 verlegte die Fliegertechnische Schule 2 nach Faßberg. Damit gewann der Standort eine besondere Bedeutung für die technische Ausbildung der Luftwaffe. Hier wurden Fachleute für Wartung, Instandsetzung und technische Betreuung von Luftfahrzeugen ausgebildet. Diese Aufgabe wurde im weiteren Kriegsverlauf immer wichtiger, da die Luftwaffe zunehmend komplexere Flugzeuge und Triebwerkstechnologien einsetzte.
Düsentechnik, Auslagerung und zunehmende Angriffe (1943–1945)
  • 1943 nahm die Bedrohung durch alliierte Luftangriffe deutlich zu. Der Fliegerhorst wurde immer häufiger Ziel von Tieffliegerangriffen und Bombardierungen. Der Ausbildungsbetrieb musste angepasst werden, damit die technische Schulung trotz der zunehmenden Gefährdung fortgesetzt werden konnte.
  • 1943/1944 wurde die technische Ausbildung an modernen Strahlflugzeugen und neuen Triebwerkstechnologien teilweise ausgelagert. Bei Dethlingen entstand ein getarnter Triebwerksstand für Jumo- und BMW-Strahltriebwerke, die unter anderem im Zusammenhang mit modernen Flugzeugmustern wie der Arado Ar 234 standen. In Trauen wurden zudem Techniker an Walter-Aggregaten geschult, die mit dem Raketenjäger Messerschmitt Me 163 in Verbindung standen.
  • Januar 1944 bis Februar 1944 war die II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 4 in Faßberg stationiert. Die Einheit nutzte Messerschmitt Bf 110 und Dornier Do 217. Damit war Faßberg auch kurzzeitig Standort eines Nachtjagdverbandes.
  • 1944 wurde der Fliegerhorst unter dem Decknamen „Geiser“ geführt. Der Flugbetrieb wurde weiterhin über Grasflächen abgewickelt. Die Belastung durch Luftangriffe nahm jedoch weiter zu. Teile der technischen Ausbildung und wichtige Einrichtungen wurden deshalb stärker verteilt oder getarnt.
  • 4. April 1945 erfolgte ein schwerer Angriff durch amerikanische B-17-Bomber. Der Fliegerhorst wurde erheblich getroffen. In den letzten Kriegstagen ordnete die deutsche Seite die Zerstörung wichtiger Anlagen und Maschinen an, damit diese nicht unbeschädigt in alliierte Hände fielen.
  • 13. April 1945 wurde die Zerstörung des Fliegerhorstes befohlen. Zahlreiche abgestellte Flugzeuge wurden unbrauchbar gemacht. Auch Sprengungen auf dem Flugfeld und an Munitionsbeständen verursachten Schäden. Dabei wurden nicht nur militärische Anlagen, sondern auch Häuser im Umfeld in Mitleidenschaft gezogen.
  • 16. April 1945 erreichten britische Truppen den Fliegerhorst Faßberg. Die Royal Air Force nutzte den Platz noch in den letzten Kriegswochen. Unter anderem operierte die 122. Wing der RAF von Faßberg aus. Auf dem Platz befanden sich bei der Einnahme noch zahlreiche zerstörte deutsche Flugzeuge, darunter auch Maschinen des Typs Messerschmitt Me 163.
  • 8. Mai 1945 landeten fünf Messerschmitt Me 262 in Faßberg und ergaben sich den Briten. Diese Maschinen wurden später als „Fassberg Five“ bekannt. Zwei dieser Flugzeuge blieben erhalten und sind heute in Museen in Großbritannien und Australien zu sehen.
Britische Besatzungszeit und RAF Faßberg (1945–1948)
  • 1945 wurde der Fliegerhorst von den britischen Streitkräften übernommen. Der Platz erhielt zunächst die alliierte Bezeichnung Airfield B-152 und wurde später als RAF Faßberg geführt. Damit begann eine neue Phase in der Geschichte des Standortes.
  • 1945/1946 nutzte die Royal Air Force den Platz weiter militärisch. Faßberg blieb ein aktiver Flugplatz und wurde Teil der britischen Luftstreitkräfte in Deutschland. In dieser Zeit lagen verschiedene RAF-Einheiten auf dem Platz, unter anderem mit Flugzeugen wie de Havilland Mosquito, de Havilland Vampire und später de Havilland Venom.
  • Mitte 1946 wurden Teile der örtlichen Bevölkerung durch die britische Besatzungsmacht erheblich eingeschränkt. Häuser wurden geräumt, um Platz für britische Familien und Dienststellen zu schaffen. Der Fliegerhorst prägte damit nicht nur das militärische Leben, sondern auch den Alltag der Gemeinde Faßberg.
Faßberg als Luftbrücken-Flugplatz (1948–1949)
  • 23. Juni 1948 begann die Berlin-Blockade. Die Sowjetunion sperrte die Land- und Wasserwege nach West-Berlin. Für die westlichen Alliierten wurde die Versorgung der Stadt aus der Luft zur zentralen Aufgabe.
  • 8. Juli 1948 begann Faßbergs Rolle als einer der wichtigen Luftbrückenplätze. Zusammen mit Celle-Wietzenbruch und Wunstorf wurde Faßberg zu einem der wichtigsten Umschlagplätze der britischen Besatzungszone. Der Schwerpunkt lag besonders auf Kohletransporten nach Berlin.
  • 1948/1949 starteten von Faßberg aus vor allem Transportflugzeuge wie Douglas C-47 Dakota und Douglas C-54 Skymaster. Die Maschinen transportierten große Mengen Kohle nach Berlin. Insgesamt wurden von Faßberg aus rund 540.000 Tonnen Kohle in die blockierte Stadt geflogen.
  • 1948/1949 wurde die Infrastruktur für die Luftbrücke massiv erweitert. Der Bahnanschluss wurde ausgebaut, zusätzliche Weichen und Gleise wurden verlegt, und auf dem Flugfeld entstanden befestigte Roll- und Abstellflächen aus PSP-Lochplatten. Damit konnte der Umschlag zwischen Bahn, Lagerflächen und Flugzeugen schneller bewältigt werden.
  • 1948/1949 arbeiteten rund 5.000 Männer der German Civil Labour Organisation im Bereich Faßberg. Viele von ihnen waren im Lager Trauen untergebracht. Sie verluden Kohle, unterstützten den Betrieb, halfen bei Reparaturen und trugen wesentlich dazu bei, dass der Luftbrückenbetrieb überhaupt in dieser Größenordnung möglich wurde.
  • 12. Mai 1949 endete die Berlin-Blockade offiziell. Die Luftbrücke wurde aber noch bis August 1949 fortgeführt, um Vorräte aufzubauen und die Versorgung West-Berlins zu stabilisieren. Für Faßberg blieb diese Zeit ein zentraler Abschnitt der Standortgeschichte.
  • 27. August 1949 endeten die Luftbrückeneinsätze von Faßberg. Der Fliegerhorst hatte sich in dieser Phase von einem ehemaligen Luftwaffenplatz zu einem Symbol alliierter Hilfe und logistischer Leistungsfähigkeit entwickelt.
RAF-Standort in der frühen Nachkriegszeit (1950–1956)
  • 1950 bis 1956 blieb Faßberg unter britischer Kontrolle. Der Standort wurde weiterhin von der Royal Air Force genutzt. In dieser Zeit lagen dort verschiedene RAF-Verbände, darunter Einheiten mit de Havilland Mosquito, Vampire und Venom. Der Platz blieb damit ein aktiver Bestandteil der britischen Luftstreitkräfte in Deutschland.
  • 1950er-Jahre veränderte sich die militärische Lage in Europa grundlegend. Mit der Gründung der Bundeswehr und dem Aufbau der neuen deutschen Luftwaffe wurde auch die Zukunft ehemaliger alliierter Flugplätze neu geordnet. Faßberg kam aufgrund seiner Größe, vorhandenen Infrastruktur und Ausbildungstradition als Standort für die neue Bundeswehr in Betracht.
Übergabe an die Bundeswehr und Aufbau der Luftwaffenausbildung (1956–1960er-Jahre)
  • Dezember 1956 wurde der Fliegerhorst Faßberg von den Alliierten an die neu aufgestellte Bundeswehr übergeben. Nutzer wurde zunächst die Luftwaffe. Damit begann die Bundeswehrzeit des Standortes.
  • 1956/1957 zog die Technische Schule der Luftwaffe 3 nach Faßberg. Sie wurde zu einer der prägenden Dienststellen des Standortes. Ihre Aufgabe lag in der technischen Ausbildung von Luftwaffenpersonal. Faßberg knüpfte damit an seine frühere Rolle als Ausbildungsstandort an, allerdings nun unter völlig anderen politischen und militärischen Rahmenbedingungen.
  • 1950er- und 1960er-Jahre war Faßberg zeitweise auch Standort der Offiziersschule der Luftwaffe. Dadurch erhielt der Fliegerhorst zusätzlich eine Bedeutung für die Führungsausbildung der neuen deutschen Luftwaffe.
  • 1950er- bis 1970er-Jahre war in Faßberg außerdem eine Hubschrauberführerschule beheimatet. Dort wurden Hubschrauberführer ausgebildet, unter anderem auf Mustern wie Bell 47, Bell UH-1D und Alouette II. Diese Phase bereitete den späteren Schwerpunkt des Standortes als Heeresfliegerplatz indirekt mit vor.
Ausbau zum modernen Bundeswehr-Fliegerhorst (1960er–1970er-Jahre)
  • 1960er-Jahre wurde der Fliegerhorst weiter modernisiert. Viele ältere Gebäude blieben erhalten, andere wurden angepasst, erweitert oder durch neue Anlagen ergänzt. Der Standort entwickelte sich von einem ehemaligen Kriegs- und Besatzungsflugplatz zu einem modernen Bundeswehrstandort.
  • Ende der 1950er- und 1960er-Jahre entstand eine feste Betonstartbahn. Dadurch konnte Faßberg auch größere und schwerere Flugzeuge aufnehmen. Der Platz erhielt eine langfristige Infrastruktur, die ihn für Ausbildung, Transportflugbetrieb und technische Nutzung attraktiv machte.
  • 1970er-Jahre blieb die Technische Schule der Luftwaffe 3 eine zentrale Dienststelle am Standort. Neben der Ausbildung an Luftfahrzeugen wurden auch technische Fachrichtungen der Luftwaffe stärker ausgebaut. Faßberg wurde dadurch dauerhaft mit dem Thema luftfahrttechnische Ausbildung verbunden.
Verlegung der Heeresflieger nach Faßberg (1971–1981)
  • 1. April 1971 wurde das Heeresfliegerregiment 10 in Celle-Wietzenbruch aufgestellt. Es entstand aus Teilen der Heeresfliegerbataillone 1, 7 und 11. Die Einheit wurde später eng mit Faßberg verbunden, war aber zunächst noch nicht dort stationiert.
  • 1970er-Jahre entwickelte sich das Heeresfliegerregiment 10 zu einem wichtigen Transporthubschrauberverband des Heeres. Hauptmuster wurde die Bell UH-1D, die über Jahrzehnte das Bild des Verbandes prägte. Die „Huey“ wurde für Transport-, Verbindungs-, Unterstützungs- und Hilfseinsätze genutzt.
  • Februar 1980 begann die Verlegung des Heeresfliegerregiments 10 von Celle nach Faßberg. Die Verlegung erfolgte schrittweise im Rahmen der Heeresstruktur 4. Damit wurde Faßberg zunehmend zu einem Standort der Heeresflieger.
  • 18. September 1981 stellte sich das Heeresfliegerregiment 10 offiziell in Faßberg vor. Der Verband wurde regional als „Heideflieger“ bekannt. Mit der Stationierung der Heeresflieger erhielt der Fliegerhorst eine neue operative Hauptrolle, während die Luftwaffe mit der technischen Ausbildung weiterhin am Standort blieb.
Gemeinsamer Standort von Luftwaffe und Heer (1980er–1990er-Jahre)
  • 1980er-Jahre wurde Faßberg durch zwei große Linien geprägt: die technische Ausbildung der Luftwaffe und den Hubschrauberbetrieb des Heeres. Die Technische Schule der Luftwaffe 3 blieb für Ausbildung, Wartung und technische Fachthemen zuständig, während das Heeresfliegerregiment 10 den fliegerischen Schwerpunkt setzte.
  • 1986 spielte Faßberg im Rahmen alliierter Übungen zum Schutz West-Berlins und seiner Verbindungen zur Bundesrepublik erneut eine besondere Rolle. Für eine Übung waren amerikanische, britische und französische Kampfflugzeuge auf dem Fliegerhorst stationiert. Damit knüpfte der Standort symbolisch an seine Luftbrücken- und Nachkriegsgeschichte an.
  • 1991 wurde in Faßberg die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin eröffnet. Sie erinnert an die Luftbrücke 1948/49, an die Rolle der Royal Air Force, der United States Air Force und an die Leistung der deutschen Arbeitskräfte vor Ort. Zu den Exponaten gehören unter anderem historische Dokumente, Nissenhütten, Eisenbahnwaggons und eine Douglas C-47 Dakota.
  • 1990er-Jahre blieb Faßberg ein bedeutender Bundeswehrstandort. Die Bell UH-1D des Heeresfliegerregiments 10 prägte den Flugbetrieb. Gleichzeitig wurde die technische Ausbildung weitergeführt und an neue Anforderungen der Bundeswehr angepasst.
Umstrukturierung zum Transporthubschrauberregiment (2000–2011)
  • 1. Januar 2003 wurde das Heeresfliegerregiment 10 im Rahmen der Bundeswehrstruktur „Heer der Zukunft“ in Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ umbenannt. Aus den regional bekannten „Heidefliegern“ wurde ein moderner Transporthubschrauberverband des Heeres.
  • 2000er-Jahre blieb die Bell UH-1D zunächst das Hauptwaffensystem des Regiments. Die Hubschrauber wurden für Truppen- und Versorgungstransporte, Unterstützungseinsätze, Katastrophenhilfe und weitere militärische Aufgaben eingesetzt. Das Regiment war auch an nationalen Hilfs- und Rettungseinsätzen beteiligt, etwa bei Hochwasserlagen an Oder und Elbe.
  • 2005 endete die überregional bekannte Wanderausstellung „Unsere Luftwaffe“, die mit der Technischen Schule der Luftwaffe 3 in Faßberg verbunden war. Der Standort blieb jedoch weiterhin stark durch luftfahrttechnische Ausbildung geprägt.
  • 1. Juli 2009 begann offiziell die geplante Ablösung der Bell UH-1D durch den NH90. Die Umstellung verzögerte sich jedoch, sodass die Bell UH-1D noch weiter im Einsatz blieb.
  • Juni 2011 trafen die ersten NH90 beim Transporthubschrauberregiment 10 in Faßberg ein. Damit begann eine neue technische und operative Epoche. Der NH90 wurde schrittweise zum neuen Hauptwaffensystem des Verbandes.
  • Mai 2011 wurde das Transporthubschrauberregiment 10 Leitverband für Forward Air Medical Evacuation. Damit übernahm Faßberg eine besondere Rolle bei der qualifizierten luftgestützten Verwundetenrettung unter Einsatzbedingungen.
Neuordnung der Heeresflieger und moderne Einsatzrolle (2012–2021)
  • 2012/2013 wurde die Umstellung auf den NH90 weiter vorangetrieben. Der neue Mehrzweckhubschrauber ersetzte schrittweise die Bell UH-1D und brachte neue Fähigkeiten in Transport, Verwundetenrettung, Evakuierung und taktischer Beweglichkeit.
  • 2013 waren NH90 des Transporthubschrauberregiments 10 im Zusammenhang mit Forward Air Medical Evacuation in Afghanistan vorgesehen beziehungsweise eingesetzt. Die Faßberger Heeresflieger standen damit für eine moderne Einsatzrolle, die weit über den klassischen Transporthubschrauberbetrieb hinausging.
  • 17. Dezember 2013 wurde die Luftbewegliche Brigade 1 außer Dienst gestellt. Die verbliebenen Hubschrauberverbände des Heeres, darunter das Transporthubschrauberregiment 10, wurden neu unterstellt.
  • 1. Januar 2014 wurde die Division Spezielle Operationen in Division Schnelle Kräfte umbenannt. Das Transporthubschrauberregiment 10 wurde damit Teil einer Struktur, die schnelle Verlegung, luftbewegliche Operationen und Krisenreaktion in den Mittelpunkt stellte.
  • 2010er-Jahre entwickelte sich Faßberg weiter zu einem kombinierten Standort von Heeresfliegerbetrieb und luftfahrttechnischer Ausbildung. Die Luftwaffe führte am Standort technische Aus-, Fort- und Weiterbildung durch, während das Heer mit dem Transporthubschrauberregiment 10 den fliegenden Hauptnutzer stellte.
  • 1. April 2021 wurden die fliegenden Verbände des Heeres unter dem Kommando Hubschrauber zusammengefasst. Das Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ blieb am Standort Faßberg und wurde Teil dieser neuen Führungsstruktur.
Heutiger Bundeswehrstandort Faßberg (2022–heute)
  • 14. September 2022 erhielt das Transporthubschrauberregiment 10 zusammen mit dem Transporthubschrauberregiment 30 das Fahnenband „Einsatz“. Die Auszeichnung würdigte die Leistungen der Verbände in Einsätzen der Bundeswehr.
  • 2020er-Jahre ist der Fliegerhorst Faßberg ein gemeinsam genutzter Bundeswehrstandort von Heer und Luftwaffe. Hauptnutzer ist das Heer mit dem Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“. Das Regiment verfügt über den NH90 und unterstützt Kampftruppen mit Truppen- und Versorgungstransporten. Hinzu kommen Aufgaben in der Katastrophenhilfe, Feuerlöschhilfe aus der Luft, Verwundetenrettung, humanitärer Unterstützung und militärischen Evakuierungsoperationen.
  • 2020er-Jahre ist das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe ebenfalls auf dem Fliegerhorst Faßberg beheimatet. Ihm sind unter anderem die Abteilungen Nord und Süd sowie die Fachschule der Luftwaffe unterstellt. Die Abteilung Nord in Faßberg bildet Soldaten und zivile Beschäftigte in technischen Fachgebieten aus. Dazu gehören unter anderem Luftfahrzeugtechnik, Hubschraubertechnik, technische Ausbildung am CH-53, A400M-bezogene Ausbildung, Rettungssysteme, Bodengerätetechnik, Strukturmechanik und Betriebsstoffe.
  • 2024 wurde Faßberg erneut öffentlich sichtbar, als der Standort beim Tag der Bundeswehr im Zusammenhang mit der Geschichte der Luftbrücke und dem modernen NH90-Flugbetrieb präsentiert wurde. Die Verbindung aus historischer Erinnerung, aktiver Heeresfliegerei und technischer Ausbildung macht den Fliegerhorst bis heute zu einem der interessantesten militärischen Luftfahrtstandorte in Deutschland.

EINHEITEN / UNITS

GERMAN AIR FORCE

Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe

Das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe (TAusbZLw) führt die Aus- und Weiterbildung von Soldaten und Zivilbeschäftigten der militärischen Organisationsbereiche Heer, Luftwaffe, Marine und Streitkräftebasis in den verschiedensten Fachbereichen durch. Zusätzlich ist es das Kompetenzzentrum für die technisch-logistische Ausbildung an Drehflüglern für Heer und Luftwaffe.



Flight Radar


Static Airframes

PRESERVED

  • JB+107 (GS+338,JC+249) / CanadairCL-13B Sabre 6 / cn S6-1732 / West German Air Force
  • H-068 (43-15208) / Douglas C-47A / cn 13880 / Turkish Air Force / (Fake Reg)
  • 72+85 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8405 / German Army
  • 32+32 (31+05) / FIAT G.91 R-3 / cn D501 / West German Air Force / (Fake Reg)
  • 76+02 / Sud Aviation Alouette II SE.3130 / cn 1547 / German Army
  • 71+83 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8303 / German Army

WITHDRAWN FROM USE

  • D-EFAU / Dornier Do 27 B-1 / cn 189 / Private / Ground Instructional Airframe
  • 98+16 / Eurocopter Tiger EC665 UHT / cn 1012 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • D-1741 / Schleicher K 7 Rhonadler / cn 1030 / Private
  • 37+10 / McDonnell Douglas F-4F Phantom II / cn 4369 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 43+03 / Panavia Tornado IDS(T) / cn GT003 / German Air Force / Ground Instructional Airframe / Tail from 43+05
  • 43+41 / Panavia Tornado IDS / cn GS019 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 55+02 / Dornier Do 27 B-2 / cn 106 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 71+16 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8176 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 71+63 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8223 / German Air Force / Ground Instructional Airframe by fire service
  • 71+89 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8309 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 72+43 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8363 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 72+91 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8411 / German Army / to Australia ???
  • 74+03 / Eurocopter Tiger EC665 UHT / cn 1003 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 74+07 / Eurocopter Tiger EC665 UHT / cn 1007 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 74+08 / Eurocopter Tiger EC665 UHT / cn 1008 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 78+04 / NH Industries NH90 TTH / cn 1014 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 78+05 / NH Industries NH90 TTH / cn 1017 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 78+10 / NH Industries NH90 TTH / cn 1052 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 78+18 / NH Industries NH90 TTH / cn 1085 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 79+26 / NH Industries NH90 TTH / cn 1046 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 84+11 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V009 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 84+21 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V019 / German Army / Ground Instructional Airframe / only Fuselage
  • 84+33 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V031 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 84+37 / Sikorsky CH-53GA Stallion / cn V035 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 84+78 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V076 / German Air Force / ex Ground Instructional Airframe
  • 84+83 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V081 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 84+92 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V090 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 86+18 / MBB Bo.105 P / cn 6018 / German Army / ex Ground Instructional Airframe
  • 86+35 (D-HELP) / MBB Bo.105 P / cn 6035 / German Army / Ground Instructional Airframe / (Fake Reg)
  • 86+83 / MBB Bo.105 P / cn 6083 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 87+07 / MBB Bo.105 P / cn 6107 / German Army
  • 87+12 / MBB Bo.105 P / cn 6112 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 87+81 / MBB Bo.105 P / cn 6181 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 98+25 / Eurocopter Tiger EC665 UHT / cn PT-005 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 53+10 (D-CARL) / LET L-410 UVP / cn 800525 / German Air Force / Technical Airframe / (Fake Reg)
  • 61+01 / Breguet Atlantique BR-1151 / cn 2 / German Navy / Ground Instructional Airframe
  • 2032 / Eurocopter Tiger EC665 HAP / cn 2032 / French Army / Ground Instructional Airframe
  • 2036 / Eurocopter Tiger EC665 HAP / cn 2036 / French Army / Ground Instructional Airframe

Local Aviation Community

FLUGZEUG FORUM

Flugbetrieb in Fassberg (ETHS) 2026 (de)


Airport Spotter Guides

SCRAMBLE

FASSBERG (EN)


Interesting Information

WIKIPEDIA

Fliegerhorst Faßberg (DE)

WIKIPEDIA

Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe (DE)


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