Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026 von Charles David Fennell

HOHENFELS AAF (US ARMY AIR FIELD)
Das Hohenfels US Army Air Field ist ein kleiner, aber militärisch bedeutender Flugplatz innerhalb des Hohenfels Training Area in der Oberpfalz. Der Platz steht in direkter Verbindung mit dem Joint Multinational Readiness Center, einem der wichtigsten Ausbildungszentren der U.S. Army in Europa. Hier werden amerikanische, NATO- und Partnerverbände auf realistische Einsatzszenarien vorbereitet.
Seine Geschichte ist eng mit dem Truppenübungsplatz Hohenfels verbunden, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg entstand und nach 1951 von der U.S. Army übernommen wurde. Das Army Air Field entwickelte sich dabei nicht zu einem klassischen Flugplatz mit dauerhaft stationierten Großverbänden, sondern zu einem funktionalen Bestandteil des Übungsbetriebs. Hubschrauber, Verbindungsflüge, MEDEVAC-Szenarien und luftbewegliche Operationen spielen bis heute eine wichtige Rolle.
Hohenfels US Army Air Field
D-92366 Hohenfels
IATA: –
ICAO: ETIH
RUNWAY:
09/27 (665×22m) Asphalt
GESCHICHTE
Entstehung des Truppenübungsplatzes und militärische Nutzung durch die Wehrmacht (1938–1939)
- 1938: Bei Hohenfels in der Oberpfalz entstand ein groß angelegter Truppenübungsplatz der deutschen Wehrmacht. Die Lage auf der Oberpfälzer Alb bot ein weitläufiges, dünn besiedeltes Gelände mit Hügeln, Waldflächen und abgelegenen Ortschaften. Für den Aufbau des Übungsplatzes wurden zahlreiche Bewohner aus den betroffenen Dörfern und Weilern umgesiedelt. Der Schwerpunkt lag zunächst nicht auf einem eigenständigen Flugplatzbetrieb, sondern auf der Nutzung als Manöver- und Gefechtsübungsraum für Heerestruppen.
- 1939: Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs veränderte sich die Nutzung des Areals deutlich. Teile des Lagers bei Hohenfels wurden nicht mehr nur für Ausbildung und Unterbringung von Truppen verwendet, sondern auch für Kriegsgefangene. Das Gebiet entwickelte sich dadurch zu einem militärischen Standort mit mehreren Funktionen: Truppenübungsplatz, Lagerbereich und später Kriegsgefangenenlager.
Kriegsgefangenenlager Stalag 383 und militärischer Sperrraum (1939–1945)
- 1939: Im Bereich des heutigen Hohenfels Training Area entstand zunächst ein Lager für alliierte Kriegsgefangene. Es wurde anfangs als Oflag genutzt und später zum Stalag 383 ausgebaut. Der Standort wurde damit Teil des deutschen Kriegsgefangenenlagersystems.
- 1941–1945: Während des Krieges waren im Stalag 383 vor allem alliierte Kriegsgefangene untergebracht. Dazu gehörten unter anderem britische, polnische und weitere Soldaten aus den Streitkräften der Alliierten. Das Lager prägte die Geschichte des gesamten Hohenfels-Geländes stark, auch wenn es mit dem späteren Army Air Field nur indirekt verbunden war. Der militärische Charakter des Areals blieb jedoch durchgehend bestehen.
- 24. April 1945: Amerikanische Truppen erreichten Hohenfels. Die 65th Infantry Division der U.S. Army nahm das Gebiet ein, deutsche Verantwortliche kapitulierten, und das Kriegsgefangenenlager wurde befreit. Damit endete die Nutzung des Geländes durch die Wehrmacht.
Nachkriegszeit, Displaced Persons und vorübergehende zivile Nutzung (1945–1951)
- 1945: Nach Kriegsende wurde das frühere Lager- und Übungsgelände zunächst nicht sofort wieder als Truppenübungsplatz im heutigen Sinn genutzt. In Hohenfels wurden ehemalige Kriegsgefangene, Displaced Persons und heimatlose Menschen untergebracht.
- 1945–1949: Das Gelände diente zeitweise als Lager- und Aufenthaltsort für Displaced Persons. Diese Phase war geprägt von provisorischer Unterbringung, Rückführungen, Neuansiedlungen und der schwierigen Nachkriegssituation in Bayern.
- 1948: Teile des früheren Übungsplatzes wurden wieder für zivile Besiedlung freigegeben. Menschen kehrten in einzelne Bereiche zurück oder siedelten sich neu an. Diese zivile Phase blieb jedoch nur von begrenzter Dauer, denn mit dem beginnenden Kalten Krieg wuchs das Interesse der westlichen Alliierten an großen Übungsräumen in Süddeutschland.
Übernahme durch die U.S. Army und erneute militärische Ausrichtung (1951–1956)
- 1951: Das Gelände wurde von den U.S. Forces übernommen und wieder als militärischer Truppenübungsplatz eingerichtet. Damit begann die bis heute prägende amerikanische Phase in Hohenfels. Der Standort wurde Teil der US-Militärstruktur in Bayern und ergänzte die großen Übungs- und Garnisonsräume in der Oberpfalz.
- 1951–1956: Die U.S. Army nutzte Hohenfels vor allem als Manövergelände. Der Schwerpunkt lag auf Bodenoperationen, Gefechtsausbildung und großräumigen Übungen. In dieser Zeit entstand auch die Grundlage für spätere luftbewegliche Ausbildungsanteile. Der spätere Flugplatz war eng an diese militärische Gesamtfunktion gebunden und wurde nie als ziviler Verkehrsflughafen entwickelt.
NATO-Nutzung und Ausbau des Übungsraums (1956–1987)
- 1956: Mit dem Aufbau der Bundeswehr und der Einbindung Westdeutschlands in die NATO veränderte sich auch die Rolle von Hohenfels. Der Übungsplatz wurde nun nicht mehr ausschließlich als amerikanischer Raum betrachtet, sondern zunehmend in multinationale Ausbildungsstrukturen eingebunden.
- 1956–1987: Hohenfels wurde von U.S. Army, Bundeswehr und weiteren NATO-Partnern genutzt. Neben amerikanischen Einheiten übten hier auch deutsche, kanadische, britische und französische Kräfte. Der Platz entwickelte sich zu einem wichtigen Manöverraum für realistische Gefechtsausbildung in Europa.
- 1960er–1980er Jahre: In dieser Zeit gewann die Heeresfliegerei im Ausbildungsbetrieb zunehmend an Bedeutung. Hubschrauber wurden für Verbindung, Aufklärung, Verwundetentransport, taktische Verlegung und Unterstützung von Übungsszenarien eingesetzt. Das Hohenfels Army Air Field entstand als militärische Infrastruktur innerhalb des Übungsplatzes und diente vor allem der Unterstützung des Manöverbetriebs. Eine dauerhaft stationierte fliegende Kampf- oder Transportstaffel im klassischen Sinn war für Hohenfels nicht typisch. Der Flugplatz war vielmehr ein funktionaler Army-Airfield-Standort innerhalb eines großen Trainingsraums.
Combat Maneuver Training Center und Professionalisierung der Übungsfliegerei (1987–1990)
- 1987: Die U.S. Army Europe richtete in Hohenfels das Combat Maneuver Training Center, kurz CMTC, ein. Damit wurde der Standort deutlich aufgewertet. Hohenfels wurde zu einem der wichtigsten realistischen Gefechtsübungszentren der U.S. Army in Europa.
- 1988: Das CMTC nahm in Hohenfels seine zentrale Rolle als Ausbildungszentrum für Force-on-Force-Übungen ein. Dabei standen realistische Gefechtsszenarien, Auswertung, Beobachtung und taktisches Training im Mittelpunkt. Für das Hohenfels Army Air Field bedeutete diese Entwicklung eine deutlich stärkere Einbindung in den Übungsbetrieb. Hubschrauberoperationen wurden nun fester Bestandteil der Ausbildung.
- 1988–1990: Das Army Air Field wurde besonders für luftbewegliche Szenarien, Verbindungsflüge, Beobachtungsaufgaben, MEDEVAC-Übungen und die Unterstützung von Manöverrotationen genutzt. Die fliegerische Komponente war dabei nicht Selbstzweck, sondern Teil der realitätsnahen Gefechtsdarstellung.
Aufbau der Opposing Force und dauerhafte JMRC-Strukturen (1990–2005)
- 16. November 1990: Das 1st Battalion, 4th Infantry Regiment wurde Hohenfels als Opposing Force zugeordnet. Diese Einheit übernahm die Aufgabe, gegnerische Kräfte in realistischen Übungslagen darzustellen. Damit erhielt Hohenfels eine fest am Standort verankerte Kampftruppe, die für die Qualität der Ausbildung entscheidend wurde.
- 1990er Jahre: Das 1st Battalion, 4th Infantry Regiment wurde zum festen Bestandteil des Trainingsbetriebs. Es stellte gegnerische Kräfte dar, führte eigene Manöver durch und zwang die übenden Einheiten zu realistischen taktischen Entscheidungen. In Verbindung mit dem Army Air Field konnten auch luftbewegliche Einsätze, Luftaufklärung und Verwundetentransport in die Szenarien eingebunden werden.
- 1990er Jahre: Die Aviation Detachment des Combat Maneuver Training Center spielte eine wachsende Rolle. Sie unterstützte Übungen mit Hubschraubern, stellte Luftbeobachtung bereit, begleitete Übungslagen aus der Luft und trainierte zusammen mit den Rotationskräften. Diese Einheit wurde später unter dem Namen Falcon Team bekannt.
- 2000er Jahre: Hohenfels wurde zunehmend auf multinationale Einsätze ausgerichtet. Die Erfahrungen aus Balkanmissionen, Irak, Afghanistan und NATO-geführten Operationen flossen in die Ausbildung ein. Das Army Air Field unterstützte dabei vor allem den taktischen Trainingsbetrieb und diente zusätzlich als Zwischenlande- und Betankungspunkt für U.S.-Army-Hubschrauber im europäischen Raum.
Umbenennung zum Joint Multinational Readiness Center (2005)
- Dezember 2005: Das Combat Maneuver Training Center wurde offiziell in Joint Multinational Readiness Center, kurz JMRC, umbenannt. Damit wurde der multinationale Charakter des Standortes deutlich hervorgehoben. Hohenfels war nun nicht mehr nur ein amerikanisches Gefechtsübungszentrum, sondern ein zentraler Trainingsstandort für U.S.-Truppen, NATO-Verbündete und Partnernationen.
- 2005: Mit der Umbenennung änderte sich auch die Rolle des Hohenfels Army Air Field. Der Flugplatz blieb Teil des Hohenfels Training Area und wurde stärker in internationale Übungsszenarien eingebunden. Hubschrauber nutzten ihn für Einsätze während Übungen, für Betankung, Verlegung, MEDEVAC-Lagen und taktische Ausbildungsflüge.
Falcon Team, UH-1 und UH-72A Lakota im Trainingsbetrieb (2008–2014)
- 2008: Die Aviation Detachment des JMRC, bekannt als Falcon Team, war am Hohenfels Army Air Field aktiv. Sie nutzte unter anderem UH-1-Hubschrauber für Aufgaben im Ausbildungsbetrieb. Dazu gehörten Luftbeobachtung, Unterstützung von Übungslagen, Verwundetentransport-Szenarien und die Einbindung von Luftbeweglichkeit in die Manöverausbildung.
- 2008: Das Falcon Team arbeitete eng mit den Observer/Coach/Trainer-Strukturen des JMRC zusammen. Die Aufgabe bestand nicht nur darin, zu fliegen, sondern vor allem darin, übende Einheiten im Zusammenspiel mit Luftbeweglichkeit zu beobachten, zu bewerten und auszubilden.
- 2010: Das JMRC erhielt mit der UH-72A Lakota einen moderneren Hubschraubertyp für die Ausbildungsunterstützung. Die UH-72A löste schrittweise ältere Muster wie die UH-1 in vielen Unterstützungsrollen ab. Für Hohenfels bedeutete dies eine Modernisierung der fliegerischen Komponente am Army Air Field.
- 2010–2014: Das Hohenfels Army Air Field wurde regelmäßig durch JMRC-Aviation-Kräfte und durch Rotationsverbände genutzt. Neben dem Falcon Team kamen auch Hubschrauber anderer U.S.-Army-Verbände und NATO-Partner nach Hohenfels. Die Operationen reichten von Trainingsflügen über taktische Einlagen bis zu groß angelegten multinationalen Übungen.
Ausbau der multinationalen Einsatzvorbereitung und Rolle der 12th Combat Aviation Brigade (2014–2021)
- 2014: In Hohenfels fanden umfangreiche Luftbeweglichkeits- und Aviation-Übungen statt. Die U.S. Army Europe nutzte den Standort verstärkt, um Hubschrauberkräfte realitätsnah in Bodengefechtsübungen einzubinden. Dabei wurden Angriffs-, Transport-, Aufklärungs- und Unterstützungsrollen trainiert.
- 2014: Hohenfels wurde organisatorisch Teil der USAG Bavaria-Struktur. Damit wurden die amerikanischen Standorte in Bayern stärker zusammengeführt. Für den Flugplatz änderte sich dadurch vor allem die Einbettung in die übergeordnete Standortverwaltung.
- 2016: In Hohenfels fanden weiterhin große NATO- und U.S.-Army-Übungen statt. Der Standort wurde regelmäßig für luftbewegliche Operationen, Fallschirm- und Lastenabwürfe sowie für taktische Szenarien genutzt. Das Army Air Field blieb dabei ein wichtiger Bestandteil der Übungsinfrastruktur.
- 2016–2021: Hubschrauber der 12th Combat Aviation Brigade nutzten Hohenfels im Rahmen von Übungen und Verlegungen. Dazu gehörten unter anderem AH-64 Apache, UH-60 Black Hawk und weitere Army-Aviation-Muster, die für Trainingsrotationen oder Zwischenstopps in den Übungsraum eingebunden wurden. Diese Verbände waren nicht dauerhaft als Geschwader in Hohenfels stationiert, nutzten den Platz aber regelmäßig im Rahmen der JMRC-Ausbildung.
- 2021: Hohenfels blieb ein wichtiger Zwischenlande- und Betankungspunkt für Army-Hubschrauber auf Verlegungsflügen in Europa. Auch MEDEVAC- und Unterstützungsflüge wurden im Zusammenhang mit Übungen durchgeführt. Das unterstrich die praktische Funktion des Army Air Field innerhalb des europäischen U.S.-Army-Netzes.
Heutige Funktion als Army Air Field des JMRC (2021–heute)
- 2021–heute: Das Hohenfels Army Air Field ist ein militärischer Flugplatz innerhalb des Hohenfels Training Area. Der Platz trägt den ICAO-Code ETIH und verfügt über eine asphaltierte Start- und Landebahn 09/27 mit rund 667 Metern Länge. Seine Größe und Funktion zeigen klar, dass es sich nicht um einen klassischen Einsatzflugplatz mit dauerhaft stationierten fliegenden Großverbänden handelt, sondern um ein Army Air Field für Hubschrauber- und Übungsunterstützung.
- 2021–heute: Die wichtigste dauerhaft mit dem Standort verbundene fliegerische Komponente ist das Falcon Aviation Team des JMRC. Es gehört zu den Observer/Coach/Trainer-Strukturen des Joint Multinational Readiness Center und unterstützt die Ausbildung von U.S.-amerikanischen, NATO- und Partnerkräften. Seine Aufgabe liegt in der Einbindung von Aviation-Anteilen in realistische Übungsszenarien.
- 2021–heute: Das 1st Battalion, 4th Infantry Regiment bleibt eine zentrale, fest in Hohenfels verankerte Einheit. Als Opposing Force stellt es gegnerische Kräfte dar und bildet damit den taktischen Kern vieler JMRC-Rotationen. In Verbindung mit dem Falcon Team und dem Army Air Field können auch Luftbeweglichkeit, Luftaufklärung, MEDEVAC-Abläufe und koordinierte Boden-Luft-Operationen realistisch dargestellt werden.
- 2024–2026: Übungen wie Combined Resolve, Saber Junction und Allied Spirit zeigen die heutige Bedeutung von Hohenfels. Der Standort dient der Vorbereitung multinationaler Verbände auf moderne Gefechtslagen. Neben klassischen Bodenoperationen werden Drohnen, Luftnahunterstützung, elektronische Aufklärung, Verwundetentransport und luftbewegliche Operationen zunehmend stärker in die Ausbildung integriert.
- Heute: Hohenfels US Army Air Field ist kein Flugplatz mit zivilem Linienverkehr und kein klassischer Heeresfliegerhorst mit großem fest stationiertem Fluggerät. Seine Bedeutung liegt in der direkten Verbindung zum Joint Multinational Readiness Center. Der Platz unterstützt die realistische Ausbildung von U.S.-Army-, NATO- und Partnerverbänden und ist damit ein wichtiger Baustein im militärischen Trainingsnetz der U.S. Army in Europa.
EINHEITEN / UNITS
Flight Radar
Static Airframes
PRESERVED
- 70-16296 / Bell UH-1H Iroquois / cn 12601 / United States Army / Ground Instructional Airframe
- 73-22127 / Bell UH-1H Iroquois / cn 13610 / United States Army / Gate Guard
Local Aviation Community
Airport Spotter Guides
n/a










