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FRIEDRICHSHAFEN
Bodensee-Airport Friedrichshafen
Der Bodensee-Airport Friedrichshafen (EDNY/FDH) ist einer dieser Flughäfen, bei denen man sofort spürt, dass hier mehr dahintersteckt als nur Startbahn, Terminal und Flugplan. Seine Geschichte reicht tief in die Anfänge der deutschen Luftfahrt zurück und ist eng mit großen Namen wie Zeppelin und Dornier verbunden. Aus einem Luftschiffhafen im Umfeld der frühen Zeppelin-Ära entwickelte sich über viele Jahrzehnte ein regionaler Verkehrsflughafen, der Kriegszeiten, Besatzung, Wiederaufbau, Linienverkehr, Ferienflüge, wirtschaftliche Umbrüche und mehrere Neuanfänge erlebt hat.
Für Spottermania ist Friedrichshafen deshalb ein besonders spannender Standort. Der Flughafen verbindet historische Luftfahrttradition mit moderner Regionalanbindung, Messeverkehr, Geschäftsreiseflügen und touristischen Verbindungen. Seine Lage am Bodensee, nahe der Grenzen zu Österreich, der Schweiz und Liechtenstein, macht ihn zusätzlich zu einem besonderen Luftfahrtpunkt im Süden Deutschlands. Wer sich mit dem Bodensee-Airport Friedrichshafen beschäftigt, blickt nicht nur auf einen Flughafen, sondern auf ein Stück deutscher Luftfahrtgeschichte, das bis heute sichtbar geblieben ist.
Am Flugplatz 64
D-88046 Friedrichshafen
IATA: FDH
ICAO: EDNY
RUNWAY:
06/24 (2356x45m) Asphalt
GESCHICHTE
Die Anfänge im Zeichen der Luftschiffe (1913–1915)
- 1913 entstand der Ursprung des heutigen Bodensee-Airport Friedrichshafen auf dem Gelände bei Löwental. Das Deutsche Reich suchte damals einen geeigneten Standort für die Ausbildung von Luftschiffbesatzungen. Wichtig war die Nähe zu den Zeppelin-Werken in Friedrichshafen, denn die Stadt war zu dieser Zeit bereits eng mit der Entwicklung der Luftschifffahrt verbunden. Die Wahl fiel auf ein Areal nordöstlich der Stadt, das bald als Flugplatz Friedrichshafen-Löwental bekannt wurde. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten für eine Kaserne, die der 4. Württembergischen Kompanie des Luftschiffer-Bataillons Nr. 4 dienen sollte. Es entstanden unter anderem Mannschaftsgebäude, Wirtschaftsgebäude, eine Waffenmeisterei, Offiziershäuser und Baracken.
- 1915 gilt als eigentliches Geburtsjahr des Flugplatzes. Die erste Luftschiffhalle wurde fertiggestellt, und das Gelände erhielt die Bezeichnung Luftschiffhafen Löwental. Am 7. Juni 1915 startete das dort fertiggestellte Luftschiff LZ 41, auch L 11 genannt, zu seiner Jungfernfahrt. Damit begann die aktive Nutzung des Platzes als Luftfahrtstandort. In den folgenden Monaten nahm auch die Zahl der landenden Flugzeuge zu, sodass 1916 ein zusätzlicher Fliegerschuppen gebaut wurde.
Vom Luftschiffhafen zum frühen Flugplatzbetrieb (1918–1924)
- 1918 erhielt der Flugplatz eine weitere wichtige Funktion. Theodor Kober, Gründer der Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH und Konstrukteur des ersten Zeppelin-Luftschiffes LZ 1, errichtete eine eigene Flugzeughalle am Flugplatz. Da die Produktionsbedingungen am Bodenseeufer in Manzell für Landflugzeuge schwierig waren, wurden Maschinen zerlegt nach Löwental gebracht, dort wieder aufgebaut und eingeflogen. Für diese Flugzeuge entstand im südwestlichen Bereich des Flugplatzes eine rund 150 Meter lange befestigte Startbahn. Sie gilt als eine der frühesten befestigten Startbahnen in Deutschland.
- 1919 zog nach dem Ende des Ersten Weltkriegs die Sicherheitskompanie SK 32 in die Kaserne ein. Ihr Kommandeur war Hauptmann Erwin Rommel, der später im Zweiten Weltkrieg als „Wüstenfuchs“ bekannt wurde. Für den Flugplatz bedeutete diese Zeit eine Übergangsphase zwischen militärischer Nutzung, Luftschifftradition und beginnender ziviler Luftfahrt.
- 1920 verließ das letzte in Löwental gefertigte Zeppelin-Luftschiff den Flugplatz. Es handelte sich um LZ 114, auch L 72 genannt. Das Luftschiff wurde als Reparationsleistung an Frankreich übergeben. Insgesamt waren in Löwental 21 Zeppelin-Luftschiffe fertiggestellt worden. Damit endete ein bedeutender Abschnitt der frühen Luftschiffproduktion am Standort Friedrichshafen.
- 1924 kam mit Dornier ein weiterer bedeutender Luftfahrtbetrieb auf das Gelände. Dornier nutzte Teile des Flugplatzes und arbeitete in der alten Luftschiffhalle. Um 1926 entstand dort eine Holzattrappe des geplanten Riesenflugbootes Dornier Do X in Originalgröße. Gleichzeitig zeigte sich aber, dass die alte Halle für moderne Luftschiffe zu klein und für den wachsenden Flugbetrieb zunehmend hinderlich war. 1928 wurde sie schließlich abgerissen.
Gründung der Flughafen GmbH und Beginn des Linienverkehrs (1928–1938)
- 6. Juni 1928 wurde die Flughafen Friedrichshafen GmbH gegründet. Am 14. Oktober 1928 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts Tettnang. Gesellschafter waren die Stadt Friedrichshafen und Dornier Metallbauten. Zu den ersten Aufgaben der neuen Gesellschaft gehörte der Bau einer modernen Flugzeughalle im Bereich nordöstlich der Kaserne. Damit wurde aus dem früher stark militärisch und industriell geprägten Platz Schritt für Schritt ein organisierter Verkehrsflugplatz.
- 1929 begann die Deutsche Lufthansa mit den ersten Linienflügen nach Friedrichshafen. In den Sommermonaten wurde die Strecke Stuttgart–Friedrichshafen regelmäßig bedient. Diese Verbindung war ein wichtiger Schritt für die zivile Luftfahrt am Bodensee. Der Flugplatz wurde nicht mehr nur als Werks-, Luftschiff- und Militärstandort wahrgenommen, sondern auch als regionaler Verkehrsknotenpunkt.
- 1930 begann der Bau einer neuen Luftschiffhalle für die großen Zeppeline LZ 127 „Graf Zeppelin“ und LZ 129 „Hindenburg“. Die Fertigstellung verzögerte sich bis 1931. Die enge Verbindung zwischen Friedrichshafen, dem Flugplatz Löwental und der Zeppelin-Luftfahrt blieb damit auch in den frühen 1930er-Jahren bestimmend.
- 1931 weitete die Lufthansa ihr Angebot aus. Friedrichshafen wurde in eine Linie eingebunden, die Hamburg, Hannover, Frankfurt und Stuttgart mit dem Bodensee verband. Ab dem 29. August 1931 wurden zudem Zubringerflüge von Berlin nach Friedrichshafen für Passagiere und Post eingerichtet, die Anschluss an die Südamerikafahrten der Zeppeline hatten. Diese Zubringerflüge liefen bis zur Verlegung der Südamerikafahrten nach Frankfurt im April 1936. Für die Linienflüge kamen unter anderem Focke-Wulf A 17, Junkers Ju 160, Heinkel He 70 und später Junkers Ju 52 zum Einsatz.
- 1934 bis 1937 verstärkte Dornier seine Präsenz am Flugplatz. Die Fertigung von Landflugzeugen wurde näher an das Flugplatzgelände verlegt. Westlich der Graf-Zeppelin-Kaserne entstand auf der Gemarkung Allmannsweiler eine moderne Fabrikanlage. 1937 kam eine 170 Meter lange Flugzeughalle auf dem Flugplatzgelände hinzu. Friedrichshafen entwickelte sich dadurch weiter zu einem wichtigen Standort der deutschen Luftfahrtindustrie.
Krieg, Ausbaupläne und Zerstörung (1939–1945)
- 1939 erreichte der Zweite Weltkrieg auch den Flugplatz Friedrichshafen. Im Winter 1939 begann das Forstamt Tettnang mit der Abholzung im östlichen Flugplatzbereich, um bessere Anflugmöglichkeiten zu schaffen. 1940 traf die zweite Gruppe des Jagdgeschwaders 51 „Mölders“ mit Messerschmitt Bf 109 E in Friedrichshafen ein. Die Maschinen wurden zunächst in der Luftschiffhalle untergebracht, aber bereits nach kurzer Zeit nach Böblingen verlegt.
- 1941 wurden umfangreiche Ausbaupläne verfolgt. Vorgesehen waren zeitweise drei sich kreuzende Landebahnen. Nach einer Besichtigung ordnete Generaloberst Ernst Udet eine Beschleunigung des Bauvorhabens an. Zunächst war eine betonierte Startbahn von 2.400 Metern Länge geplant, doch die Planungen wurden später reduziert. Ende Dezember 1942 war eine verkürzte, rund 1.000 Meter lange Startbahn fertiggestellt.
- 1943 wurde die Luftschiffhalle in Friedrichshafen-Löwental abgebaut. Sie wurde über ein Industriegleis auf das Gelände der Zeppelin-Werft transportiert und dort in veränderter Form wieder aufgebaut. In den letzten Kriegsmonaten entstanden dort auch Bauteile im Zusammenhang mit der V-2-Raketenproduktion. Der Flugplatz und die angrenzende Industrie wurden mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe.
- 1944 erlitt Friedrichshafen schwere Bombardierungen. Auch der Flugplatz und die Luftfahrtindustrie waren betroffen. Gebäude, technische Anlagen und große Teile des Geländes wurden beschädigt. Gegen Ende des Krieges war der Flugplatz von Bombentrichtern übersät und nur noch stark eingeschränkt nutzbar.
- 1945 besetzte die französische Luftwaffe den Flugplatz. Die französischen Streitkräfte begannen mit der Instandsetzung der Startbahn und der beschädigten Gebäude. Aus dem zerstörten Kriegsflugplatz wurde in den folgenden Jahren wieder ein nutzbarer Standort, zunächst allerdings vor allem unter militärischer Verwaltung.
Französische Besatzungszeit und langsame zivile Rückkehr (1945–1966)
- 1947 stand wieder eine befestigte Startbahn von rund 1.300 Metern Länge und 80 Metern Breite zur Verfügung. 1948 wurde sie auf 1.500 Meter verlängert. Die französische Luftwaffe nutzte den Platz zunächst mit P-47 Thunderbolt, später mit de Havilland Vampire-Düsenjägern. In den frühen 1950er-Jahren entstanden mehrere Gebäude, darunter auch ein Kontrollturm, die das Erscheinungsbild des ehemaligen Militärflugplatzes lange prägten.
- 4. August 1950 wurde der Luftsportclub Friedrichshafen gegründet. Damit begann die zivile Luftfahrt auf dem Platz langsam wieder Fuß zu fassen. Der Verein baute in Eigenarbeit ein Segelflugzeug vom Typ Doppelraab, das im November 1950 von Dr. Hugo Eckener auf den Namen „Graf Zeppelin“ getauft wurde. Der französische Kommandant erlaubte dem Verein die Nutzung eines Teils einer Fahrzeughalle.
- 1954 wurden die französischen Militärflugzeuge nach Bremgarten verlegt. Ganz beendet war die militärische Nutzung damit jedoch nicht. Parallel entwickelte sich der zivile Luftsport weiter. 1957 durfte mit einer Tiger Moth erstmals wieder ein ziviles Motorflugzeug den Platz nutzen. Sie diente vor allem dem Flugzeugschlepp.
- 1957 bis 1959 richtete die in Memmingen stationierte Flugzeugführerschule „S“ eine Außenstelle in Friedrichshafen ein. Dort wurde auf der Dornier Do 27 trainiert. Diese Einheit war als „Mufti-Staffel“ bekannt und verließ Friedrichshafen Ende 1959 wieder. Danach folgte die Heeresfliegerstaffel 9, die unter anderem Sikorsky H-34, Alouette II und Do 27 einsetzte.
- 1966 wurden die Heeresflieger nach Neuhausen ob Eck verlegt. Im selben Jahr kam es auch zum ersten Versuch, nach dem Zweiten Weltkrieg wieder planmäßige Linienflüge in Friedrichshafen aufzubauen. Der Bodensee-Flugdienst setzte eine zweimotorige Beechcraft Queen Air ein. Die Verbindung konnte sich wirtschaftlich jedoch nicht dauerhaft halten.
Neue Verträge, Regionalverkehr und Messeentwicklung (1968–1988)
- 1968 wurde der Flugplatz hoheitlich an die Wehrbereichsverwaltung 5 übergeben. Gleichzeitig unterzeichneten die Wehrbereichsverwaltung und die Flughafen Friedrichshafen GmbH einen Mitbenutzervertrag. Damit wurde die Grundlage geschaffen, militärische und zivile Nutzung stärker miteinander zu verbinden. In den folgenden Jahren versuchten mehrere Fluggesellschaften, Linienverbindungen aufzubauen, jedoch zunächst ohne nachhaltigen Erfolg.
- 1973 sorgte die geplante Stationierung einer französischen Heeresfliegereinheit in Löwental für Proteste in der Bevölkerung. Trotz der Einwände landeten im Dezember 1973 die ersten französischen Hubschrauber in Friedrichshafen. Die Einheit blieb bis Juni 1992 am Standort.
- 1. April 1978 wurde Delta Air gegründet. Diese Regionalfluggesellschaft brachte den Durchbruch für den regelmäßigen Regionalflugverkehr in Friedrichshafen. Mit einer de Havilland Twin Otter wurden Verbindungen nach Stuttgart und Zürich bedient. Zusätzlich standen kleinere Geschäftsreiseflugzeuge für Charterflüge zur Verfügung. Damit begann für den Flughafen eine neue Phase als regionaler Verkehrsflughafen.
- 1979 startete die Messeentwicklung am Standort. Die damalige RMF-Messe, aus der später die AERO Friedrichshafen hervorging, nutzte das Potenzial von Messegelände und Flughafen. Im selben Jahr wurde am 14. Juni eine Kontrollzone eingerichtet. Sie erhöhte die Sicherheit für den wachsenden linienähnlichen Verkehr und machte den Flugbetrieb besser kontrollierbar.
- 1980 wurde ein NDB-Instrumentenanflug auf die Piste 24 veröffentlicht. Damit war der Flughafen weniger stark vom Sichtflugwetter abhängig, auch wenn die Mindestwerte wegen der einfachen Navigationsausrüstung zunächst noch hoch waren.
- 1982 erweiterte Delta Air ihre Flotte um einen Fairchild Metroliner III. Gleichzeitig begann eine Zusammenarbeit mit Crossair. Zwischen 1984 und 1986 flog Delta Air im Werksverkehr für Dornier zwischen Friedrichshafen und Oberpfaffenhofen mit Dornier Do 228. 1986 ersetzte Delta Air die Metroliner durch Saab 340, und 1987 erhielt die Gesellschaft den Status einer Linienfluggesellschaft.
- 5. Dezember 1988 wurde ein neues Abfertigungsgebäude eröffnet. Damit endete die Zeit, in der die Passagierabfertigung in einfachen Gebäuden stattfand, was dem Platz zeitweise den Beinamen „Barackenflugplatz“ eingebracht hatte. Das neue Terminal war ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Flughafens.
Charterflüge, Eigentumsfragen und Ausbau zum Regionalflughafen (1989–1999)
- 1989 begann Condor probeweise mit Sommercharterflügen ab Friedrichshafen. Angeboten wurden unter anderem Flüge nach Kreta und Mallorca mit Boeing 737. Die Aufnahme des Betriebs war politisch umstritten und nur durch eine Ausnahmegenehmigung möglich. 1990 fanden wegen fehlender Zustimmung keine Charterflüge statt, erst 1991 wurde der Charterverkehr wieder aufgenommen.
- 5. Mai 1992 wurde Delta Air nach der Beteiligung von British Airways in Deutsche BA umbenannt. Im Sommer 1992 zogen außerdem die französischen Heeresflieger ab. Dadurch konnten bisher gesperrte militärische Rollwege und Vorfeldbereiche für den zivilen Betrieb nutzbar gemacht werden. Für die AERO ergaben sich ab 1993 deutlich bessere Präsentationsmöglichkeiten.
- 1994 begannen umfangreiche Bauarbeiten auf dem Flugplatz. Die dringend notwendige Sanierung der Startbahn wurde vorbereitet und durch Fördermittel des Landes ermöglicht. Der Flughafen bewegte sich damit weiter in Richtung moderner Regionalflughafen.
- 13. Juli 1998 kam es zu einem entscheidenden Schritt: Die Flughafen Friedrichshafen GmbH erwarb das rund 160 Hektar große Gelände einschließlich der Hochbauten für 9,5 Millionen D-Mark. Nach mehr als 80 Jahren Flughafengeschichte wurde die Flughafengesellschaft damit tatsächlich Eigentümerin des Geländes. Im selben Jahr begann Rheintalflug im Auftrag der Lufthansa mit Verbindungen nach Hamburg, später kamen Köln und Berlin-Tegel hinzu.
- 1999 erreichte der Flughafen eine besondere Phase des Wachstums. Britannia Airways flog ab dem Winter 1999 bis zum Sommer 2000 alle 14 Tage mit Boeing 767 von Friedrichshafen nach Puerto Plata in der Dominikanischen Republik, mit Zwischenstopp in Genf beziehungsweise München. Im selben Jahr wurde die Allwetterflugbetriebsstufe CAT III aufgenommen. Außerdem entstanden Verbindungen nach Berlin und Wien. Die Vereinigung Cockpit zeichnete den Flughafen 1999 als „Winner of the Year“ aus.
Terminalausbau, neue Airlines und stärkerer Ferienflugverkehr (2000–2010)
- 2000 wurde das Terminal erweitert. Nach 14 Monaten Bauzeit verdoppelte sich die Fläche auf rund 2.500 Quadratmeter. Die Gepäckausgabekapazität wurde deutlich erhöht, und im Abflug- und Ankunftsbereich entstanden unter anderem zwölf Check-in-Schalter, Reisbüros, Mietwagenschalter, Kaffeebar und Kiosk. Auf dem Dach wurde eine Besucherterrasse eingerichtet. Außerdem wurde der Parkplatz P1 von 400 auf 700 Stellplätze erweitert.
- 15. Oktober 2001 nahm Hahn Air Lines die Verbindung Friedrichshafen–Berlin-Tempelhof auf. Geflogen wurde montags bis freitags mit einem zweimotorigen Metroliner. Die Verbindung ergänzte das damalige Berlin-Angebot nach Tegel.
- 4. April 2002 startete Ryanair die Verbindung Friedrichshafen–London-Stansted mit Boeing 737. Friedrichshafen wurde damit nach Lübeck und Frankfurt-Hahn der dritte deutsche Flughafen, den Ryanair bediente. Im selben Frühjahr kamen Direktflüge von Spanair nach Alicante hinzu.
- 13. Oktober 2003 fand der Erstflug der Regionalfluggesellschaft InterSky von Friedrichshafen nach Köln/Bonn statt. In den folgenden Jahren entwickelte sich InterSky zur wichtigsten Airline am Bodensee-Airport. 2004 stationierte die Gesellschaft eine Maschine in Friedrichshafen, 2005 wurde der Flughafen zum operativen Hauptsitz der Airline.
- 18. März 2008 begannen die Bauarbeiten für eine große Terminalerweiterung. Der Ankunftsbereich, der Check-in-Bereich und der Abflugbereich wurden deutlich vergrößert. Ziel war es, die Terminalfläche bis 2010 auf knapp 7.000 Quadratmeter zu erweitern. Am 28. April 2008 folgte der Spatenstich für das ibis Hotel Airport Messe Friedrichshafen.
- 1. Juli 2009 wurde das ibis Hotel Airport Messe Friedrichshafen eröffnet. Im Juli 2009 öffnete außerdem das Dornier Museum direkt am Flughafen. Am 22. Oktober 2009 wurde der erste Teilabschnitt des neuen Terminals eröffnet, inklusive neuer Gepäckförderanlage.
- 1. September 2010 wurde das neue Terminal offiziell eröffnet. Nach rund 20 Monaten Bauzeit war damit das Kernstück des Ausbauprojekts abgeschlossen. Die Investition lag bei etwa 6,5 Millionen Euro. Ebenfalls 2010 erweiterte Germanwings das Angebot ab Friedrichshafen mit einer Verbindung nach Köln/Bonn.
Internationale Verbindungen, Jubiläum und schwierige Jahre (2011–2017)
- 16. April 2011 startete airberlin erstmals vom Bodensee-Airport zum Drehkreuz Palma de Mallorca. Germania ergänzte das touristische Angebot mit Flügen zu den Kanarischen Inseln, nach Griechenland und in die Türkei. InterSky nahm Menorca in das Programm auf. Am 31. Mai 2011 wurde ein neuer Travel-Value-Shop im Sicherheitsbereich eröffnet. Am 27. August 2011 besuchte ein Airbus A380 im Rahmen der Do-DAYS den Bodensee-Airport und absolvierte Überflüge und Platzrunden.
- 2012 gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Hans Weiss schied nach mehr als drei Jahrzehnten aus, Gerold Tumulka übernahm im Juni 2012. Im Dezember 2012 begann Monarch Airlines mit einem größeren Flugprogramm ab Friedrichshafen und bediente unter anderem London-Gatwick und Manchester.
- 2. Mai 2013 nahm Turkish Airlines die Verbindung zwischen Friedrichshafen und Istanbul auf. Damit erhielt der Bodensee-Airport eine Anbindung an ein internationales Drehkreuz mit weltweiten Umsteigemöglichkeiten. Für die Region war dies ein bedeutender Schritt, weil der Flughafen stärker in internationale Verkehrsströme eingebunden wurde.
- 2014 bauten Germania und British Airways das Angebot aus. Germania flog ab Mai touristische Ziele wie Palma de Mallorca, Antalya und Heraklion im Linienverkehr an. British Airways startete im Dezember eine Verbindung nach London-Gatwick.
- 2015 feierte der Bodensee-Airport Friedrichshafen sein 100-jähriges Bestehen. Im selben Jahr kam es jedoch auch zu einem schweren Einschnitt. InterSky, bis dahin die passagierstärkste Airline am Flughafen, stellte im November 2015 den Betrieb ein. Dadurch verlor Friedrichshafen wichtige innerdeutsche Strecken nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Gleichzeitig konnten mit Wizz Air nach Skopje und easyJet nach London neue Low-Cost-Angebote gewonnen werden.
- 2016 nahm VLM im Februar Verbindungen nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg auf, musste den Betrieb jedoch bereits im Juni wegen Insolvenz wieder einstellen. Twin Jet startete Linienflüge nach Toulouse. Ab November wurde eine Verbindung zwischen Friedrichshafen und Köln/Bonn durch People’s Viennaline angeboten, die in Altenrhein begann und dadurch international große Aufmerksamkeit erhielt.
- 18. Dezember 2017 erhielt der Bodensee-Airport Friedrichshafen die vollständige EASA-Zertifizierung. Dafür waren über mehrere Jahre Managementsysteme, Infrastruktur und Sicherheitsstandards geprüft und dokumentiert worden. Mit dem Betreiberzeugnis wurde bestätigt, dass der Flughafen die europäischen Standards für den Flughafenbetrieb erfüllt.
Umstrukturierung, Schutzschirmverfahren und Neustart (2021–2022)
- Februar 2021 beantragte die Geschäftsführung des Flughafens ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Ravensburg. Hintergrund war eine bereits 2020 begonnene Umstrukturierung, die unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen fortgesetzt werden sollte. Das Verfahren sollte Zeit verschaffen, um den Flughafen finanziell und organisatorisch neu aufzustellen.
- 28. Juli 2021 stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan einstimmig zu. Damit wurde die Grundlage geschaffen, das Verfahren erfolgreich zu beenden und den Flughafen weiterzuführen.
- 16. März 2022 bestätigte das Insolvenzgericht Ravensburg den Insolvenzplan. Mit Beschluss vom 31. März 2022 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung aufgehoben. Zum 1. April 2022 war das Verfahren auch formal beendet. Der Bodensee-Airport konnte seine Umstrukturierung damit abschließen und den Betrieb auf neuer Grundlage fortsetzen.
- 2022 wurde nach der Sicherheitskontrolle der neue LAKEPOINT Duty-Free-Shop mit Lounge eröffnet. Auf rund 300 Quadratmetern entstand ein modernes Shop- und Loungekonzept mit Reisebedarf, regionalen Produkten, Snacks, Getränken und Aufenthaltsmöglichkeiten. Damit wurde der Passagierbereich weiter aufgewertet.
Verlust der Frankfurt-Anbindung und neue Ausrichtung (2024–2026)
- 17. Januar 2024 wurde bekannt, dass Lufthansa die Verbindung Friedrichshafen–Frankfurt aus operativen Gründen aussetzt. Für den Bodensee-Airport war dies ein schwerer Schlag, denn die Strecke war eine wichtige Anbindung an das internationale Lufthansa-Drehkreuz. Besonders Geschäftsreisende und Umsteiger waren von dieser Entwicklung betroffen.
- 2025 stabilisierte sich der Flughafen wieder spürbar. Insgesamt nutzten 250.881 Passagiere den Bodensee-Airport für Geschäfts-, Privat- und Urlaubsreisen. Das entsprach einem Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Starts und Landungen stieg auf etwa 30.000 Bewegungen. Der Betrieb umfasste dabei nicht nur Linien- und Ferienflüge, sondern auch Sonderflüge, Ambulanzflüge, Trainingsflüge und Messeverkehr.
- 12. Januar 2026 kehrten regelmäßige innerdeutsche Linienflüge nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg zurück. Zum Einsatz kam eine 78-sitzige Maschine von Avanti Air. Geplant wurden mehrere wöchentliche Verbindungen, abgestimmt auf Geschäftsreisen, Tagesaufenthalte und verlängerte Wochenenden. Für die Bodenseeregion bedeutete dies eine wichtige Rückgewinnung direkter Anbindungen an deutsche Wirtschaftszentren.
- Sommer 2026 kehrt Ryanair nach Friedrichshafen zurück. Geplant sind Verbindungen nach Palma de Mallorca und Alicante. Damit stärkt der Flughafen sein touristisches Angebot und gewinnt gleichzeitig einen bekannten Low-Cost-Anbieter zurück. Für den Bodensee-Airport ist dies ein weiterer Schritt, um nach den schwierigen Jahren wieder mehr Stabilität und Reichweite im Flugangebot zu erreichen.
Gegenwart und Bedeutung des Bodensee-Airport Friedrichshafen (2026)
- 2026 steht der Bodensee-Airport Friedrichshafen für eine außergewöhnlich lange und wechselvolle Luftfahrtgeschichte. Der Standort begann als Luftschiffhafen im Umfeld der Zeppelin-Produktion, wurde später Werksflugplatz, Militärstandort, Regionalflughafen, Messepartner und moderner Verkehrsflughafen. Seine Geschichte ist eng mit Friedrichshafen, Zeppelin, Dornier, der AERO, dem regionalen Wirtschaftsraum und dem internationalen Luftverkehr verbunden.
- Heute ist der Flughafen der südlichste Verkehrsflughafen Deutschlands und liegt in einer Region, die durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein geprägt ist. Seine Rolle liegt nicht allein im klassischen Linienverkehr, sondern auch in Ferienflügen, Geschäftsreiseverkehr, Allgemeiner Luftfahrt, Ambulanzflügen, Trainingsflügen, Messeverkehr und der engen Verbindung zur Luftfahrtgeschichte am Bodensee. Gerade diese Mischung macht den Bodensee-Airport Friedrichshafen zu einem besonderen Flughafenstandort: Er ist kein Großflughafen, aber ein traditionsreicher Luftfahrtplatz mit einer Geschichte, die bis in die Pionierzeit der deutschen Luftfahrt zurückreicht.
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