Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

Spotter Mania Titelbild

LISSABON

Aeroporto Humberto Delgado

Der Flughafen Lissabon gehört zu den spannendsten Hauptstadtflughäfen Europas. Kaum ein anderer Airport verbindet auf so engem Raum so viel Geschichte, internationale Bedeutung und städtebauliche Herausforderung. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1942 ist er das wichtigste Luftverkehrstor Portugals und ein zentraler Verbindungspunkt zwischen Europa, Afrika, Nordamerika und Südamerika.

Seine Lage im Stadtgebiet macht ihn besonders: Für Reisende ist der Weg ins Zentrum kurz, für den Flughafen selbst bedeutet diese Nähe jedoch seit Jahrzehnten begrenzten Platz und wachsenden Druck. Aus dem einstigen Flughafen Portela wurde der heutige Aeroporto Humberto Delgado, ein Airport, der Kriegszeit, Jet-Zeitalter, touristischen Aufschwung, TAP-Drehkreuz und moderne Kapazitätsdebatten gleichermaßen erlebt hat.

Für Spottermania ist der Flughafen Lissabon deshalb mehr als nur ein großer Verkehrsflughafen. Er ist ein Stück portugiesischer Luftfahrtgeschichte, ein Symbol für die besondere geografische Rolle Lissabons am westlichen Rand Europas und zugleich ein Airport im Übergang. Mit der Entscheidung für den neuen Flughafen Luís de Camões in Alcochete steht bereits das nächste Kapitel bevor. Bis dahin bleibt Humberto Delgado ein faszinierender Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der portugiesischen Luftfahrt direkt aufeinandertreffen.

1700-008 Lisboa
Portugal

IATA: LIS
ICAO: LPPT

RUNWAY:
10/28 (3707 x 45 m) Asphalt


GESCHICHTE

Von den ersten Landefeldern zur Idee eines modernen Hauptstadtflughafens (1919–1938)
  • 1919 nahm in Alverca nordöstlich von Lissabon ein frühes internationales Landefeld seinen Betrieb auf. Dieses Campo Internacional de Aterragem war noch weit entfernt von einem modernen Flughafen, erfüllte aber in den Anfangsjahren der portugiesischen Luftfahrt eine wichtige Rolle. Lissabon lag geografisch ideal: weit im Westen Europas, nah am Atlantik und damit günstig für die entstehenden Flugverbindungen zwischen Europa, Afrika und Amerika.
  • 1930er Jahre wurde immer deutlicher, dass Lissabon für den internationalen Luftverkehr eine besondere Bedeutung bekommen konnte. Transatlantische Flüge wurden damals häufig noch mit Flugbooten durchgeführt, da große Wasserflächen für Start und Landung als sicherer galten als viele damalige Landflugplätze. Gleichzeitig nahm der Verkehr mit klassischen Landflugzeugen zu. Deshalb entstand die Idee, Lissabon nicht nur mit einem Flugplatz, sondern mit einem kombinierten Luftverkehrssystem aus Landflughafen und Wasserflughafen auszustatten.
  • 1938 entschied die portugiesische Regierung, Lissabon zu einem wichtigen internationalen Luftverkehrsknoten auszubauen. Geplant wurden zwei miteinander verbundene Anlagen: der Landflughafen Portela für konventionelle Flugzeuge und der Wasserflughafen Cabo Ruivo am Tejo für Flugboote. Damit sollte Lissabon sowohl den europäischen Landverkehr als auch die transatlantischen Flugbootrouten bedienen können.
Bau von Portela und die Verbindung mit Cabo Ruivo (1938–1942)
  • 1938–1942 entstand im Nordosten Lissabons der neue Flughafen Portela. Der Standort lag damals noch deutlich stärker am Rand der Stadt als heute. Die Wahl dieses Gebietes war kein Zufall: Es bot ausreichend Fläche für Start- und Landebahnen, lag nahe genug an der Hauptstadt und konnte mit dem Wasserflughafen Cabo Ruivo verbunden werden. Dadurch entstand ein für seine Zeit sehr modernes Konzept.
  • 1940 wurde das ältere Landefeld in Alverca für den internationalen Linienverkehr zunehmend bedeutungslos. Die Zukunft lag nun bei Portela und Cabo Ruivo. Während Cabo Ruivo die großen Flugboote aufnehmen sollte, übernahm Portela den Verkehr der Landflugzeuge. Reisende, die mit Flugbooten über den Atlantik kamen, konnten in Lissabon auf Landflugzeuge umsteigen und weiter nach Europa reisen.
  • 15. Oktober 1942 wurde der Flughafen Portela offiziell für den Verkehr eröffnet. Die Eröffnung fiel mitten in den Zweiten Weltkrieg. Portugal war neutral, und gerade diese Neutralität machte Lissabon zu einem besonderen Ort. Der Flughafen wurde zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen verschiedenen politischen und militärischen Einflusszonen.
Ein neutraler Flughafen im Zweiten Weltkrieg (1942–1945)
  • 1942–1945 spielte der Flughafen Lissabon eine außergewöhnliche Rolle. Während große Teile Europas im Krieg versanken, blieb Portugal offiziell neutral. Dadurch konnte Lissabon von Fluggesellschaften und Reisenden genutzt werden, die in anderen Teilen Europas kaum noch sichere Wege fanden. Der Flughafen wurde zu einem Ort der Diplomatie, der Flucht, des Handels, aber auch der Spionage.
  • 1943–1945 entwickelte sich Lissabon zu einem bekannten Transitpunkt für Menschen, die Europa verlassen wollten oder mussten. Flüchtlinge, Geschäftsleute, Diplomaten, Agenten und Militärangehörige nutzten die Stadt und ihren Flughafen als Verbindung nach Großbritannien, Nordafrika, Amerika oder in andere neutrale Gebiete. Portela war damit nicht einfach nur ein Flughafen, sondern ein Spiegelbild der politischen Spannung dieser Jahre.
  • 1945 endete der Zweite Weltkrieg, doch die Bedeutung des Flughafens Lissabon blieb bestehen. Die während des Krieges gewachsenen Verbindungen halfen der Stadt, sich auch in der Nachkriegszeit als wichtiges internationales Luftverkehrstor zu etablieren.
TAP, Linienverkehr und der Aufstieg zum portugiesischen Drehkreuz (1945–1959)
  • 14. März 1945 wurde Transportes Aéreos Portugueses gegründet, die spätere TAP Air Portugal. Damit bekam Portugal eine eigene nationale Fluggesellschaft, deren Entwicklung eng mit dem Flughafen Lissabon verbunden war. Portela wurde zum natürlichen Heimatflughafen der neuen Gesellschaft.
  • 19. September 1946 führte TAP ihren ersten regulären kommerziellen Flug durch. Die Strecke führte von Lissabon nach Madrid und wurde mit einer Douglas DC-3 bedient. Dieser Flug war ein wichtiger Schritt für die portugiesische Zivilluftfahrt, denn er markierte den Beginn eines regelmäßigen portugiesischen Liniennetzes ab Lissabon.
  • 31. Dezember 1946 begann TAP mit der sogenannten Linha Aérea Imperial. Diese lange Verbindung führte von Lissabon über mehrere Zwischenstopps bis nach Luanda und Lourenço Marques, dem heutigen Maputo. Damit wurde Lissabon nicht nur mit Europa, sondern auch mit den damaligen portugiesischen Überseegebieten verknüpft. Für den Flughafen bedeutete das eine wachsende Rolle im Verkehr zwischen Europa und Afrika.
  • 1950er Jahre wuchs der zivile Luftverkehr stetig. Die Flugzeuge wurden größer, die Strecken länger und die Anforderungen an Abfertigung, Technik und Infrastruktur anspruchsvoller. Der Flughafen Lissabon musste sich von einer kriegsbedingt wichtigen Anlage zu einem modernen internationalen Verkehrsflughafen weiterentwickeln.
  • 1954 erreichte der Flughafen bereits rund 100.000 Passagiere im Jahr. Für die damalige Zeit war das ein beachtlicher Wert und zeigte, dass Lissabon dauerhaft eine bedeutende Rolle im internationalen Luftverkehr übernehmen konnte.
Der Übergang ins Jet-Zeitalter (1959–1962)
  • 1959–1962 wurde der Flughafen Lissabon umfassend modernisiert. Die erste Generation großer Jetflugzeuge, darunter Boeing 707 und Douglas DC-8, stellte völlig neue Anforderungen an Startbahnen, Rollwege, Vorfelder und Abfertigungsbereiche. Portela musste für höhere Geschwindigkeiten, größere Reichweiten und schwerere Maschinen vorbereitet werden.
  • 1960 landete mit einer Air France Caravelle eines der ersten Düsenverkehrsflugzeuge in Lissabon. Die Caravelle stand damals für den Beginn einer neuen Ära: kürzere Reisezeiten, höherer Komfort und eine neue internationale Wahrnehmung des Luftverkehrs.
  • 1962 wurde die wichtige Hauptbahn 02/20 in Betrieb genommen. Sie war ursprünglich rund 3.130 Meter lang und ermöglichte direkte Transatlantikverbindungen mit modernen Langstreckenjets. Später wurde diese Bahn weiterentwickelt und ist heute als zentrale Piste des Flughafens bekannt. Damit wurde Lissabon endgültig zu einem Flughafen des Jet-Zeitalters.
Langstreckenverkehr, Jumbo-Jets und wachsende Terminalanlagen (1962–1983)
  • 1960er Jahre gewann der Flughafen Lissabon weiter an internationaler Bedeutung. TAP baute ihr Netz aus, und auch ausländische Fluggesellschaften nutzten Lissabon stärker als Ziel und Zwischenstation. Die geografische Lage blieb ein großer Vorteil: Lissabon war ideal für Verbindungen nach Südamerika, Nordamerika und Afrika.
  • 1970 wurde Lissabon auch mit dem Boeing-747-Zeitalter verbunden. TWA setzte den Jumbo Jet im Verkehr mit Lissabon ein. Für den Flughafen war das ein deutliches Signal: Die Infrastruktur musste nicht nur für Jets, sondern für Großraumflugzeuge ausgelegt werden.
  • 1972 erhielt auch TAP ihren ersten Boeing 747. In diesem Zusammenhang wurden am Flughafen größere Abstellpositionen geschaffen und Terminalbereiche erweitert. Die Ankunft des Jumbo Jets war für Portugal ein Symbol der Modernisierung und für Lissabon ein weiterer Schritt auf dem Weg zum großen internationalen Flughafen.
  • 1974–1975 veränderte die Nelkenrevolution Portugal politisch und wirtschaftlich grundlegend. Auch der Luftverkehr blieb davon nicht unberührt. Die Unabhängigkeit der früheren portugiesischen Kolonien veränderte die Verkehrsströme nach Afrika, gleichzeitig gewann der touristische und europäische Verkehr langsam an Bedeutung.
Modernisierung, Fluggastbrücken und neue Betreiberstrukturen (1983–1998)
  • 1983 begann eine größere Modernisierungsphase am Flughafen Lissabon. Gebäude, technische Einrichtungen und Abfertigungsbereiche wurden schrittweise an die Anforderungen eines wachsenden europäischen Luftverkehrs angepasst. Der Flughafen musste leistungsfähiger, komfortabler und international konkurrenzfähiger werden.
  • 1991 wurden die ersten Fluggastbrücken am Flughafen installiert. Das war ein sichtbarer Modernisierungsschritt. Passagiere konnten nun bei vielen Flügen direkt vom Terminal ins Flugzeug gelangen, ohne über das Vorfeld gehen oder mit Bussen transportiert werden zu müssen.
  • 1990er Jahre nahm der Druck auf die Flughafeninfrastruktur weiter zu. Lissabon entwickelte sich stärker als touristisches Ziel, TAP baute ihre Rolle als Netzwerkgesellschaft aus, und Portugal wurde zunehmend in den europäischen Binnenmarkt integriert. Die Lage des Flughafens mitten im wachsenden Stadtgebiet wurde dabei immer deutlicher zum Vorteil und Problem zugleich: kurze Wege zur Stadt, aber wenig Raum für große Erweiterungen.
  • 18. Dezember 1998 wurde die Zuständigkeit für mehrere portugiesische Flughäfen, darunter Lissabon, an ANA Aeroportos de Portugal übertragen. Damit erhielt die Entwicklung der Flughafeninfrastruktur eine neue organisatorische Grundlage. ANA wurde für Planung, Ausbau und Betrieb zentraler portugiesischer Flughafenanlagen verantwortlich.
Ausbau unter ANA und steigender Verkehrsdruck (1998–2007)
  • 1998–2006 stieg der Verkehr in Lissabon weiter an. Der Flughafen profitierte von der wachsenden Bedeutung Portugals als Reiseziel, vom Ausbau des TAP-Netzes und von der zunehmenden Zahl europäischer Verbindungen. Gleichzeitig wurde immer klarer, dass Portela wegen seiner innerstädtischen Lage nur begrenzt wachsen konnte.
  • 2000er Jahre verschärfte sich die Debatte über die Zukunft des Flughafens. Es gab Überlegungen zu einem komplett neuen Großflughafen außerhalb der Stadt, gleichzeitig musste der bestehende Flughafen kurzfristig leistungsfähiger gemacht werden. Lissabon konnte nicht einfach auf einen neuen Standort warten, denn der Verkehr nahm bereits deutlich zu.
  • 2006 kündigte ANA ein Ausbauprogramm an, um den Flughafen an die steigende Nachfrage anzupassen. Zu den geplanten Maßnahmen gehörten unter anderem ein zweites Terminal, mehr Kapazität im bestehenden Terminal, zusätzliche Abfertigungsflächen und eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur.
Terminal 2, Metro-Anschluss und Umbau der Passagierbereiche (2007–2013)
  • 1. August 2007 wurde Terminal 2 für den Publikumsverkehr geöffnet. Es war zunächst als Entlastung für den bestehenden Terminalbetrieb gedacht und wurde später vor allem für Abflüge von Low-Cost-Gesellschaften genutzt. Terminal 1 blieb der zentrale Bereich für die meisten Linienverbindungen und sämtliche Ankünfte.
  • 2008–2011 wurden weitere Teile des Flughafens modernisiert. Terminal 1 erhielt neue Boardingbereiche, Abfertigungsprozesse wurden angepasst, und die vorhandenen Flächen wurden intensiver genutzt. Diese Phase war geprägt von pragmatischem Ausbau: Der Flughafen sollte mehr Verkehr bewältigen, obwohl der verfügbare Platz begrenzt blieb.
  • Juli 2012 wurde der Flughafen an die Metro Lissabon angeschlossen. Die neue Metrostation Aeroporto verbesserte die direkte Verbindung zwischen Flughafen und Innenstadt erheblich. Für Passagiere bedeutete das einen großen Komfortgewinn, denn der Flughafen wurde nun schnell, günstig und ohne Umstieg in das städtische Schnellbahnnetz eingebunden.
  • 17. Juli 2013 wurde ein neuer kommerzieller Bereich im Sicherheitsbereich von Terminal 1 eröffnet. Mit zusätzlichen Geschäften, Gastronomieflächen und helleren Verkehrswegen sollte der Flughafen moderner wirken und den wachsenden Passagierströmen besser gerecht werden.
Namensgebung als Aeroporto Humberto Delgado und weiteres Wachstum (2013–2019)
  • 2013–2015 wurde der Flughafen weiter verbessert, ohne dass sich sein Grundproblem löste: Die Nachfrage stieg schneller als die räumlichen Möglichkeiten. Neue Gastronomieflächen, modernisierte Passagierbereiche und angepasste Betriebsabläufe halfen, die Kapazität zu erhöhen, aber Portela blieb ein Flughafen mit engen Grenzen.
  • 15. Mai 2016 erhielt der Flughafen offiziell den Namen Aeroporto Humberto Delgado. Humberto Delgado war nicht nur eine bedeutende politische Persönlichkeit Portugals, sondern auch mit der portugiesischen Luftfahrt verbunden. Der neue Name ergänzte die weiterhin gebräuchlichen Bezeichnungen Flughafen Lissabon und Aeroporto da Portela.
  • 2017–2019 wurde die Kapazitätsfrage immer drängender. Lissabon entwickelte sich zu einem der wichtigsten touristischen Ziele Europas, TAP stärkte die Rolle des Flughafens als Drehkreuz zwischen Europa, Brasilien, Afrika und Nordamerika, und Low-Cost-Airlines sorgten für zusätzlichen Verkehr. Der Flughafen arbeitete zunehmend am Limit.
  • 2019 wurde die frühere Querbahn 17/35 faktisch aus dem regulären Betrieb genommen beziehungsweise in ihrer Nutzung stark eingeschränkt. Damit konzentrierte sich der operative Betrieb noch stärker auf die Hauptbahn. Für einen großen europäischen Hauptstadtflughafen war diese Situation außergewöhnlich, denn Lissabon musste sehr hohe Verkehrsmengen mit stark begrenzter Bahninfrastruktur bewältigen.
Pandemie, Erholung und erneute Kapazitätsprobleme (2020–2024)
  • 2020 traf die COVID-19-Pandemie auch den Flughafen Lissabon schwer. Der internationale Flugverkehr brach ein, zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen oder stark reduziert. Für einen Flughafen, der stark vom internationalen Tourismus, von Langstreckenverbindungen und von TAP abhängig war, bedeutete das einen tiefen Einschnitt.
  • 2021–2022 begann die schrittweise Erholung. Mit der Rückkehr des Reiseverkehrs kamen auch die alten Kapazitätsprobleme schnell zurück. Lissabon blieb ein begehrtes Reiseziel, Portugal gewann international weiter an Attraktivität, und der Flughafen musste wieder steigende Passagierzahlen bewältigen.
  • 2022 verlegte easyJet ihre Basis beziehungsweise zentrale Nutzung in Lissabon stärker in Richtung Terminal 1. Dadurch veränderte sich die Terminalbelegung erneut. Terminal 2 blieb jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Betriebs, besonders für vereinfachte Abfertigungsabläufe bestimmter Verkehre.
  • 2024 verzeichnete das portugiesische Flughafensystem wieder starkes Wachstum. Besonders Lissabon blieb durch Kapazitätsgrenzen geprägt. Neue internationale Märkte und Airlines kamen hinzu, während der Flughafen weiterhin unter dem Druck stand, mehr Verkehr in einer räumlich stark begrenzten Anlage abzufertigen.
Entscheidung für den neuen Flughafen Luís de Camões in Alcochete (2024–2026)
  • 14. Mai 2024 entschied die portugiesische Regierung, den neuen Flughafen für die Region Lissabon auf dem Gelände des Campo de Tiro de Alcochete zu entwickeln. Der bestehende Flughafen Humberto Delgado soll bis zur Inbetriebnahme des neuen Flughafens weiter betrieben und übergangsweise leistungsfähiger gemacht werden. Der neue Flughafen soll den Namen Aeroporto Luís de Camões tragen.
  • 17. Januar 2025 forderte die portugiesische Regierung ANA offiziell auf, einen formalen Vorschlag für Bau und Betrieb des neuen Flughafens vorzulegen. Geplant ist ein neuer Großflughafen auf der Südseite des Tejo, der die überlastete Anlage in Lissabon langfristig ersetzen soll. Als Zielhorizont wurde eine Inbetriebnahme um 2034 genannt, wobei die konkrete Umsetzung von Planung, Genehmigungen, Finanzierung und Baufortschritt abhängt.
  • 20. März 2026 bestätigte die portugiesische Regierung erneut den Standort Alcochete nach Prüfung der Standortunterlagen und Umweltstudien. Damit wurde die Entscheidung politisch weiter gefestigt. Der Flughafen Humberto Delgado bleibt jedoch bis zur Eröffnung des neuen Flughafens unverzichtbar für die Hauptstadtregion.
Ausbau des bestehenden Flughafens bis zur Ablösung (2024–2027)
  • 27. November 2024 wurde der Vertrag für umfangreiche Arbeiten am Terminal 1 des Flughafens Humberto Delgado unterzeichnet. Das Projekt umfasst unter anderem den neuen Pier Sul mit rund 33.000 Quadratmetern, zehn neue Fluggastbrücken, zusätzliche Flugzeugabstellpositionen, die Verbindung zum zentralen Pier und die Umgestaltung des südlichen Busgate-Bereichs.
  • Dezember 2024 begannen die Ausbauarbeiten. Sie dienen nicht dazu, den alten Flughafen dauerhaft als alleinige Lösung zu erhalten, sondern sollen den Betrieb bis zur Eröffnung des neuen Flughafens stabilisieren. Lissabon braucht diese Übergangskapazität, weil der bestehende Flughafen trotz seiner Grenzen weiterhin das wichtigste Luftverkehrstor Portugals ist.
  • 2027 sollen die laufenden Ausbaumaßnahmen nach aktueller Planung abgeschlossen werden. Der Flughafen wird dadurch komfortabler und leistungsfähiger, bleibt aber weiterhin durch seine Lage in der Stadt begrenzt. Die Arbeiten sind deshalb eher eine Brücke in die Zukunft als eine endgültige Lösung.
Gegenwart und Ausblick auf das Ende der Portela-Ära (2026–2034)
  • 2026 ist der Flughafen Lissabon, offiziell Aeroporto Humberto Delgado, weiterhin der wichtigste Flughafen Portugals. Er ist Heimatbasis von TAP Air Portugal, bedeutender Knotenpunkt für Verbindungen nach Brasilien und Afrika und zugleich ein Flughafen, der täglich mit seinen räumlichen Grenzen kämpfen muss.
  • 2026–2034 wird der Flughafen voraussichtlich eine Übergangsrolle behalten. Einerseits muss er weiter modernisiert und zuverlässig betrieben werden, andererseits ist seine langfristige Ablösung politisch vorbereitet. Die Entscheidung für Alcochete markiert den Beginn des letzten großen Kapitels der Portela-Geschichte.
  • Ab etwa 2034 soll der neue Flughafen Luís de Camões den Betrieb in der Region Lissabon grundlegend verändern. Sobald dieser neue Flughafen vollständig betriebsbereit ist, dürfte der heutige Flughafen Humberto Delgado seine zentrale Rolle verlieren. Damit würde eine Ära enden, die 1942 mitten im Zweiten Weltkrieg begann und Lissabon über mehr als acht Jahrzehnte mit Europa, Afrika, Amerika und der Welt verbunden hat.

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