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LAHR

Airport Lahr (Sonderflughafen)

Der Flugplatz Lahr gehört zu den Luftfahrtstandorten in Deutschland, deren Geschichte besonders viele Wandlungen durchlaufen hat. Aus einem frühen Zeppelinprojekt entwickelte sich über die Jahrzehnte ein militärisch bedeutender Flugplatz, der zunächst von französischen Streitkräften und später über viele Jahre von den kanadischen Streitkräften genutzt wurde. Besonders während des Kalten Krieges spielte Lahr eine wichtige Rolle als NATO-Standort, Garnison und logistischer Knotenpunkt am Oberrhein.

Nach dem Abzug der kanadischen Truppen begann für das Areal eine neue Phase. Der frühere Militärflugplatz wurde schrittweise in eine zivile Nutzung überführt und entwickelte sich zum heutigen Airport Lahr. Heute steht der Standort vor allem für Frachtverkehr, Sonderflüge, Geschäftsfliegerei und die Einbindung in einen großen Industrie- und Gewerbepark. Die lange Start- und Landebahn, die frühere militärische Infrastruktur und die Lage nahe der französischen Grenze machen Lahr bis heute zu einem besonderen Luftfahrtstandort in Südwestdeutschland.

Fritz-Rinderspacher-Straße 9
D-77933 Lahr/Schwarzwald

IATA: LHA
ICAO: EDTL

RUNWAY:
03/21 (3000x45m) Aspalt


GESCHICHTE

Vom Zeppelinprojekt zum frühen Flugfeld (1913–1928)
  • 1913: Das Gelände westlich von Lahr wurde als Zeppelinflugplatz beziehungsweise Luftschiffhafen angelegt. Die Idee passte in die damalige Luftfahrtbegeisterung vor dem Ersten Weltkrieg, doch ein regelmäßiger Luftschiffbetrieb entstand in Lahr nicht. Nach späteren Darstellungen startete und landete in dieser frühen Phase kein Luftschiff auf dem Platz.
  • 1915: Im Umfeld des geplanten Luftschiffhafens entstand eine Zeppelinhalle für militärische Zwecke. Die ursprünglich gedachte Nutzung durch Luftschiffe blieb jedoch aus. Stattdessen entwickelte sich das Areal schrittweise zu einem Flugfeld für Flugzeuge.
  • 1918: Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Gelände erstmals als Militärflugplatz genutzt. Auf dem Platz standen Jagdflugzeuge, darunter Albatros D.V, womit Lahr seine erste tatsächliche militärische Luftfahrtrolle erhielt.
  • Nach 1918: Nach dem Ende des Krieges verlor das Gelände zunächst an militärischer Bedeutung. Teile des Flugfeldes wurden wieder landwirtschaftlich genutzt, andere Bereiche dienten als Gras- und Notlandeplatz. In dieser Zwischenzeit gab es immer wieder einzelne Flugaktionen, aber keine dauerhafte zivile Flughafenentwicklung.
  • 1928: Die Stadt Lahr versuchte noch einmal, das Gelände luftverkehrlich aufzuwerten, und bewarb sich als „Zeppelinweltflughafen“. Die große Zeit der Luftschiffe war jedoch bereits im Rückgang, sodass aus dieser Vision kein dauerhafter Zeppelin-Verkehr entstand. Danach blieb die spätere militärische Nutzung prägender.
Vom Grasflugplatz zur militärischen Nutzung (1928–1945)
  • Ab 1928: Nach dem gescheiterten Zeppelin-Projekt entwickelte sich Lahr weiter als militärisch nutzbares Flugfeld. Die vorhandenen Flächen, die Lage in der Rheinebene und die Nähe zur französischen Grenze machten den Platz für militärische Planungen interessant.
  • 1930er und 1940er Jahre: Das Gelände blieb luftfahrtgeschichtlich bedeutsam, ohne dass daraus ein großer ziviler Flughafen wurde. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs war Lahr Teil einer Region, die stark militärisch geprägt war. Nach Kriegsende fiel das Gebiet in die französische Besatzungszone.
Französische Besatzungszeit und Aufbau der Base aérienne 139 (1945–1952)
  • 1945: Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen französische Truppen den Flugplatz Lahr. Aus dem bisherigen Flugfeld wurde ein Stützpunkt der französischen Streitkräfte in Deutschland. Damit begann die lange militärische Nachkriegsgeschichte des Platzes.
  • 1946: Die französische Luftwaffe baute Lahr als militärischen Standort weiter aus. In dieser Phase entstand die Base aérienne 139 Lahr-Hugsweier. Der Platz diente nicht nur dem Flugbetrieb, sondern auch als Führungs- und Unterstützungsstandort der französischen Luftstreitkräfte in Deutschland.
  • Nach 1945: Die französische Armee baute den früheren Feldflugplatz aus und legte eine Betonlandebahn für Transport- und Verbindungsflugzeuge an. Dadurch wurde Lahr technisch deutlich leistungsfähiger und bereitete den Übergang zum modernen Militärflugplatz vor.
  • Bis 1952: Lahr entwickelte sich von einem einfachen Nachkriegsflugfeld zu einem festen französischen Militärflugplatz. Die Funktion verlagerte sich zunehmend von Verbindungs- und Transportaufgaben hin zu einem Standort für moderne Strahlflugzeuge.
Französischer NATO-Flugplatz für Jets (1952–1967)
  • 1952: Der Flugplatz Lahr wurde zum NATO-Flugplatz für Düsenjäger ausgebaut. Damit begann die Phase, in der der Platz eine wichtige Rolle innerhalb der westlichen Verteidigungsstruktur in Südwestdeutschland übernahm.
  • 1951 bis 1953: In den frühen 1950er Jahren wurde Lahr für den Betrieb von Militärjets vorbereitet. Französische Jagdverbände nutzten den Platz in dieser Zeit für Ausbildung, Verlegung und Einsatzvorbereitung. Eingesetzt wurden unter anderem Muster aus der F-84-Familie.
  • 1954: Der Standort wurde in französischen Unterlagen als Base aérienne 139 Lahr-Hugsweier geführt. Damit war Lahr endgültig als französischer Luftwaffenstandort in Deutschland etabliert.
  • März 1956: In Lahr wurde die 13e Escadre de Chasse Tout Temps aufgestellt. Dieser französische Allwetter-Jagdverband war zunächst auf T-33 angewiesen und erhielt anschließend F-86K Sabre als Abfangjäger. Der Verband blieb nur kurz in Lahr und verlegte 1957 nach Colmar-Meyenheim.
  • Juni/Juli 1957: Auch die 33e Escadre de Reconnaissance war in Lahr vertreten. Sie nutzte den Platz mit Aufklärungsflugzeugen, darunter RF-84F, bevor ihre Gruppen ab 1959/1960 nach Straßburg-Entzheim verlegt wurden.
  • Juni 1961: Die 3e Escadre de Chasse kam nach Lahr. Sie flog zunächst F-100D Super Sabre und prägte die letzte große französische Einsatzphase des Flugplatzes. In den Jahren 1965/1966 erfolgte die Umrüstung auf Dassault Mirage IIIE.
  • 1963: Lahr erhielt innerhalb der NATO-Struktur zeitweise eine nukleare Rolle. Die französischen und später kanadischen Stationierungsphasen waren mit der besonderen strategischen Bedeutung des Platzes im Kalten Krieg verbunden.
  • 1966: Frankreich zog sich aus der integrierten militärischen Kommandostruktur der NATO zurück. Das bedeutete nicht den Austritt Frankreichs aus dem Bündnis, führte aber dazu, dass NATO-Verbände und ausländische Truppen auf französischem Territorium neue Standorte benötigten. Dadurch wurde Lahr für Kanada interessant.
  • August/September 1967: Die französische Luftwaffe gab Lahr auf. Die 3e Escadre de Chasse verlegte nach Nancy-Ochey, und die Base aérienne 139 wurde geschlossen. Damit endete die französische Militärflugplatzphase in Lahr.
Übergabe an Kanada und Aufbau der RCAF Station Lahr (1967–1970)
  • 6. März 1967: Bereits vor der offiziellen Übergabe trafen erste kanadische CF-104 Starfighter in Lahr ein. Der Wechsel von Frankreich zu Kanada wurde organisatorisch vorbereitet, während sich die französische Nutzung ihrem Ende näherte.
  • April 1967: Die kanadischen Staffeln 439 Squadron und 441 Squadron, zuvor in Marville in Frankreich stationiert, wurden nach Lahr verlegt. Beide nutzten die CF-104 Starfighter und übernahmen vor allem Aufgaben in der taktischen Aufklärung.
  • 6. September 1967: Die Base aérienne 139 Lahr ging offiziell von der französischen Luftwaffe an Kanada über. Bei der Übergabe wurde die französische Flagge eingeholt und die kanadische Flagge gehisst. Lahr wurde damit zur Canadian Forces Base Lahr und zum neuen Standort von 1 Wing sowie des Hauptquartiers der 1 Air Division.
  • 1968: Mit der Zusammenführung von Royal Canadian Air Force, Royal Canadian Navy und Canadian Army zu den einheitlichen Canadian Forces änderte sich auch die Bezeichnung. Aus der RCAF Station Lahr wurde die Canadian Forces Base Lahr, kurz CFB Lahr.
  • 1969: Die kanadische Militärstruktur in Europa wurde neu geordnet. In dieser Phase wurde die kanadische Luftwaffenpräsenz in Europa reduziert, während Lahr zunehmend eine gemischte Rolle als Hauptquartier, Garnison und logistischer Standort erhielt.
  • Juni 1969 bis Juni 1970: Für kurze Zeit war Lahr auch ein nuklearfähiger Standort im kanadischen NATO-System. Eine CF-104-Strike-Staffel war mit dieser Rolle verbunden, bevor die entsprechende Aufgabe wieder aus Lahr herausgelöst wurde.
Canadian Forces Base Lahr als Hauptquartier und Logistikdrehscheibe (1970–1989)
  • 1. Juli 1970: CFB Europe in Lahr wurde als kanadischer Standortkomplex etabliert und umfasste auch Verbindungen nach Baden-Söllingen. Lahr wurde zu einem zentralen Standort der Canadian Forces Europe.
  • 1970: Die 4 Canadian Mechanized Brigade Group zog von Soest nach Lahr. Damit veränderte sich der Charakter des Flugplatzes und der Garnison deutlich. Lahr war nun nicht mehr nur ein Luftwaffenstandort, sondern auch ein wichtiger Standort kanadischer Landstreitkräfte in Europa.
  • 1970: Lahr wurde zu einer logistischen Drehscheibe der kanadischen Truppen in Europa. Der Flugplatz unterstützte Personalbewegungen, Materialtransport, Versorgung, Verbindungen nach Kanada und militärische Übungen in Mitteleuropa.
  • Ab 1970: Zu den prägenden Einheiten im Umfeld der CFB Lahr gehörten unter anderem das Hauptquartier der 4 Canadian Mechanized Brigade Group, ein gepanzertes Regiment, 1st Regiment Royal Canadian Horse Artillery, 4 Combat Engineer Regiment, 4 Service Battalion, 4 Field Ambulance, Militärpolizei sowie weitere Unterstützungs- und Verbindungseinheiten.
  • 1970 bis 1987: The Royal Canadian Dragoons stellten über viele Jahre das gepanzerte Regiment der kanadischen Brigade in Lahr. Die Brigade war mit schweren Verbänden Teil der kanadischen NATO-Präsenz in Westdeutschland.
  • 1972: Die 444 Tactical Helicopter Squadron wurde in Lahr neu aufgestellt. Sie unterstützte die kanadische Brigade mit leichten Hubschraubern, vor allem in den Bereichen Verbindung, Beobachtung, Aufklärung und taktische Unterstützung.
  • 1970er und 1980er Jahre: Die Basis war nicht nur militärisch, sondern auch stadtgeschichtlich prägend. Tausende kanadische Soldaten, Zivilbeschäftigte und Familien lebten in und um Lahr. Dadurch entstand der Begriff „Klein-Kanada am Oberrhein“, weil die kanadische Präsenz das öffentliche Leben, Schulen, Wohnen, Handel und Kultur sichtbar beeinflusste.
  • 1987: Bei den gepanzerten Kräften kam es zu einem Wechsel. Die 8th Canadian Hussars übernahmen die Rolle des gepanzerten Regiments von The Royal Canadian Dragoons und blieben bis zum Abzug der kanadischen Kräfte mit Lahr verbunden.
  • 1989: Der Fall der Berliner Mauer und die politischen Umbrüche in Osteuropa veränderten die strategische Lage grundlegend. Die bis dahin zentrale NATO-Vorneverteidigung in Westdeutschland verlor an Bedeutung, und der spätere Abzug der kanadischen Streitkräfte aus Lahr wurde politisch und militärisch vorbereitet.
Ende des Kalten Krieges und Abzug der Kanadier (1989–1994)
  • 1990: Die politischen Veränderungen in Osteuropa machten eine neue Bewertung der kanadischen Präsenz in Deutschland notwendig. Die jahrzehntelange Stationierung in Lahr passte immer weniger zur veränderten Sicherheitslage nach dem Kalten Krieg.
  • 1991: Noch vor dem vollständigen Abzug der kanadischen Streitkräfte wurde die Flugplatz Lahr GmbH gegründet. Damit begann die organisatorische Vorbereitung für eine zivile Nachnutzung des bisherigen Militärflugplatzes.
  • 1993: Ein Masterplan legte die Grundlage für die spätere Umnutzung der militärischen Flächen. Ziel war es, aus dem ehemaligen Militärstandort einen zivilen Standort für Luftfahrt, Gewerbe, Industrie und Logistik zu entwickeln.
  • 31. August 1993: Die 4 Canadian Mechanized Brigade Group verließ Lahr. Damit endete die wichtigste Heerespräsenz der kanadischen Streitkräfte am Standort.
  • 31. August 1994: Die Canadian Forces Base Lahr wurde offiziell geschlossen. Damit endete nach 27 Jahren die kanadische Militärpräsenz in Lahr. Für die Stadt und die Region bedeutete dieser Schritt einen tiefen Einschnitt, aber auch den Beginn einer großflächigen Konversion.
Konversion und ziviler Neubeginn (1995–2000)
  • 1995: Nach dem Ende der militärischen Nutzung begann die Konversion der früheren Militärflächen. Aus Kasernen-, Betriebs- und Flugplatzarealen sollten zivile Nutzungen entstehen. Parallel blieb der Flugplatz als NATO-Reserveflugplatz reglementiert.
  • 1996: Der zivile Flugbetrieb wurde als Verkehrslandeplatz Lahr durch die Flugplatz Lahr GmbH aufgenommen. Der Neustart war schwierig, weil nach dem militärischen Abzug Teile der fliegerischen Infrastruktur fehlten oder nicht mehr nutzbar waren.
  • 1996 bis 1998: Teile des Flughafengeländes wurden zeitweise auch für Motorsportveranstaltungen genutzt. Der Regio-Ring machte den früheren Militärflugplatz in dieser Phase über den Luftfahrtbereich hinaus bekannt.
  • 1997: Die Stadt Lahr und die Gemeinde Friesenheim erwarben Industrie- und Gewerbeflächen. Damit wurde die zivile Entwicklung des Areals breiter aufgestellt und der heutige Gewerbe- und Industriepark vorbereitet.
  • Ab Ende der 1990er Jahre: Lahr wurde in das Nachtluftpostnetz der Deutschen Post eingebunden. Auch einzelne Postflüge der Lufthansa, unter anderem mit Boeing 737, fanden statt. Zusätzlich nutzten schwere Frachtflugzeuge wie Antonow An-124 den Platz für Spezialtransporte.
  • 2000: Während Renovierungsarbeiten am Flughafen Straßburg diente Lahr 40 Tage lang als Ausweichflughafen. In dieser Zeit wurde rund ein Drittel des Straßburger Verkehrs über Lahr abgewickelt, insgesamt etwa 25.000 Passagiere.
Black Forest Airport, Frachtstatus und Lizenzfragen (2001–2006)
  • 2001: Die britische Wiggins Group übernahm mehrheitlich die Flugplatz Lahr GmbH. Aus dem Standort wurde der Black Forest Airport Lahr. Damit begann eine Phase, in der Investoren versuchten, den früheren Militärflugplatz als zivilen Verkehrs- und Frachtstandort zu entwickeln.
  • 2002: Der Black Forest Airport Lahr erhielt den Status als Sonderflughafen für Fracht. Diese Genehmigung war entscheidend, weil sie den Betrieb großer Frachtflugzeuge ermöglichte und Lahr eine neue Rolle im Luftfrachtbereich gab.
  • 2002: Die Betreibergesellschaft beantragte zusätzlich eine Verkehrsflughafenlizenz. Diese weitergehende Zulassung wurde jedoch nicht genehmigt, was in den folgenden Jahren zu rechtlichen Auseinandersetzungen führte.
  • 2004: Das Regierungspräsidium Freiburg entschied gegen die Zulassung als Verkehrsflughafen. Die Betreibergesellschaft klagte gegen diese Entscheidung, weil sie eine breitere zivile Nutzung erreichen wollte.
  • 28. Februar 2005: Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erklärte die Ablehnung der Passagierfluglizenz in Teilen für rechtswidrig und verpflichtete das Regierungspräsidium, erneut über den Antrag zu entscheiden. Dadurch blieb die Zukunft des Flughafens zunächst offen.
  • 2005: Nach der Insolvenz der PlaneStation Group übernahm die australische Investorengruppe Babcock & Brown die Anteile am Black Forest Airport Lahr. Damit wechselte erneut die wirtschaftliche Führung des Projekts.
  • 19. Januar 2006: Beim Regierungspräsidium Freiburg wurde eine eingeschränkte Passagierfluggenehmigung beantragt. Ziel war nicht der freie Linienverkehr, sondern eine begrenzte Nutzung für touristische Bedarfsluftverkehre.
  • 16. Juni 2006: Lahr erhielt die Lizenz als Sonderflughafen für Passagier-Bedarfsflugverkehr zum Europa-Park Rust und zurück. Damit wurde der Platz nicht zum normalen Verkehrsflughafen, erhielt aber eine klar begrenzte Passagierfunktion.
Europa-Park-Flüge, Sonderverkehr und internationale Nutzung (2006–2011)
  • 28. Oktober 2006: Als erste Maschine mit Gästen für den Europa-Park landete ein Airbus A320 von Air Berlin in Lahr. Damit begann die kurze Phase des organisierten touristischen Passagierverkehrs zum Europa-Park.
  • 2007: In der Feriensaison kamen Passagiermaschinen aus London, Manchester und Wien nach Lahr. Der Flughafen wurde in dieser Phase gezielt als Anreisepunkt für Europa-Park-Gäste vermarktet.
  • 2008: Das Marketing konzentrierte sich stärker auf Österreich. Flüge aus Wien zu Ferienzeiten und Sonderterminen sollten die begrenzte Passagiernutzung stabilisieren.
  • 2009: Beim NATO-Gipfel in Kehl und Straßburg wurde Lahr als Luftverkehrsstandort intensiv genutzt. Am Airport Lahr wurde ein Stützpunkt für Hubschrauber eingerichtet, außerdem nutzten zahlreiche Staats- und Regierungsvertreter den Platz zur An- und Abreise.
  • 2010: Die Europa-Park-Flüge wurden wegen zu geringer Nachfrage eingestellt. Seitdem übernahm Karlsruhe/Baden-Baden die Rolle als wichtigster Zubringerflughafen für den Europa-Park.
  • Dezember 2010: Beim deutsch-französischen Gipfel in Freiburg nutzten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy den Airport Lahr. Das zeigte erneut, dass die vorhandene Infrastruktur für Sonder- und Regierungsflüge geeignet war.
  • April 2011: Am Airport Lahr fand das Roll-Out der Breitling Super Constellation statt. Der Auftritt des historischen Verkehrsflugzeugs unterstrich die besondere luftfahrtgeschichtliche Ausstrahlung des Platzes.
  • 24. September 2011: Papst Benedikt XVI. nutzte Lahr während seines Deutschlandbesuchs. Er landete mit einem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Luftwaffe in Lahr und reiste von dort weiter nach Freiburg. Am folgenden Tag erfolgte der Rückflug über den Flughafen Lahr.
Eigentumswechsel, neuer Betrieb und Sicherung des Flughafens (2011–2016)
  • 29. April 2011: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bot das Flugplatzareal zum Verkauf an. Dabei ging es um rund 210 Hektar Flugbetriebsfläche sowie um die damit verbundenen luftverkehrsrechtlichen Genehmigungen.
  • 11. Dezember 2012: Die Stadt Lahr kaufte das Flughafengelände. Damit ging ein zentraler Teil der ehemaligen Militär- und Flughafeninfrastruktur in kommunale Hand über.
  • 31. Januar 2013: Die vorherige Betreibergesellschaft meldete Insolvenz an. Für den Fortbestand des Flugbetriebs war nun entscheidend, wie schnell Lizenzen, technische Ausstattung und Betrieb organisatorisch gesichert werden konnten.
  • September 2013: Die Stadt Lahr erwarb aus der Insolvenzmasse auch die Betriebslizenzen und das Anlagevermögen. Dadurch konnte der Flugbetrieb rechtlich und praktisch weitergeführt werden.
  • 1. Oktober 2013: Die Lahrer Flugbetriebs GmbH & Co. KG übernahm den Betrieb des Flughafens. Der Betrieb wurde durch Dr. Martin Herrenknecht und die Lahrer Flugbetriebsgesellschaft getragen.
  • 2013: Mit der neuen Betreiberstruktur begann eine Phase der Stabilisierung. Der Flughafen wurde nicht mehr als großer Passagierflughafen entwickelt, sondern stärker als Sonderflughafen für Fracht, Geschäftsflüge, Sonderverkehre und als Bestandteil des Wirtschaftsstandortes Lahr betrachtet.
  • 2016: Dr. Martin Herrenknecht sicherte zu, den Flugbetrieb bis mindestens 2021 fortzuführen. Damit erhielt der Standort Planungssicherheit für die nächsten Jahre.
Heutige Rolle als Sonderflughafen und Wirtschaftsstandort (2017–heute)
  • Ab 2017: Der Flughafen Lahr blieb als Sonderflughafen mit Schwerpunkt Fracht, Geschäftsflugverkehr und Sonderverkehre erhalten. Die frühere militärische Infrastruktur bildet weiterhin die Grundlage für die heutige Leistungsfähigkeit des Platzes.
  • 2019: Diskussionen über mögliche Investoren und die langfristige Zukunft des Flughafens machten deutlich, dass der Standort wirtschaftlich immer wieder neu bewertet wurde. Die Stadt Lahr stellte zugleich klar, dass die 2013 erworbenen Flugbetriebsflächen und Lizenzen nicht zum Verkauf stehen sollten.
  • 2021: Die Herrenknecht-Verwaltungsgesellschaft gab eine unbefristete Zusage zur Fortführung des Flugbetriebs. Zusätzlich wurde die weitere finanzielle Beteiligung der Stadt Lahr, des Industrie- und Gewerbezentrums Raum Lahr und des Zweckverbands Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr gesichert.
  • Heute: Der Standort liegt direkt an der A5-Anschlussstelle Lahr und damit verkehrsgünstig zwischen Karlsruhe/Basel, Straßburg, dem Schwarzwald und der Oberrheinschiene. Diese Lage ist ein wichtiger Grund, warum Lahr nach dem Ende der militärischen Nutzung als Fracht-, Gewerbe- und Logistikstandort weiterentwickelt wurde.

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