Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

BERLIN – TEGEL NORD (FLUGBEREITSCHAFT – GERMAN AIR FORCE)

Berlin-Tegel Nord ist einer der geschichtsträchtigsten militärischen Luftfahrtstandorte Berlins. Entstanden aus der dramatischen Situation der Berlin-Blockade, entwickelte sich der nördliche Teil des Flughafens zu einem festen Standort der französischen Streitkräfte in West-Berlin. Über Jahrzehnte war Tegel Nord eng mit der französischen Luftwaffe, der alliierten Präsenz und der besonderen politischen Lage der geteilten Stadt verbunden.

Nach dem Abzug der französischen Streitkräfte übernahm die Bundesrepublik Deutschland den militärischen Bereich. Später prägte vor allem die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung mit ihren Hubschraubern den Standort. Damit blieb Tegel Nord auch nach dem Ende des zivilen Flughafens ein besonderer militärischer Luftfahrtbereich.

Heute steht Berlin-Tegel Nord für mehrere Kapitel deutscher und alliierter Luftfahrtgeschichte: Luftbrücke, Kalter Krieg, französische Berlin-Präsenz, Regierungsflugbetrieb und den Wandel eines ehemaligen Militärflugplatzes in eine neue Zukunft.

Flughafen Berlin-Tegel Nord

Avenue Jean Mermoz 44
D-13405 Berlin

IATA: TXL
ICAO: EDDT

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GESCHICHTE

Vom Schießplatz zum alliierten Militärflugplatz (bis 1948)
  • Vor 1948 war das Gelände im Norden Berlins noch kein Flughafen im heutigen Sinn. Der spätere Flughafen Berlin-Tegel entstand auf einem Gebiet, das zuvor militärisch genutzt wurde und vor allem als Schieß- und Übungsgelände bekannt war. Die Lage im französischen Sektor Berlins wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend, denn Frankreich war eine der vier Besatzungsmächte in der geteilten Stadt. Der spätere militärische Bereich Tegel Nord entwickelte sich aus dieser besonderen politischen Situation heraus.
  • 1945 übernahmen die Alliierten die Kontrolle über Berlin. Der Nordwesten der Stadt gehörte zum französischen Sektor. Für Frankreich war Berlin nicht nur ein politischer Standort, sondern auch ein militärischer Vorposten mitten im sowjetisch kontrollierten Umfeld. Die französischen Streitkräfte benötigten eigene Infrastruktur, um ihren Sektor zu versorgen, zu sichern und mit den westlichen Alliierten verbunden zu bleiben.
  • 1948 veränderte die Berlin-Blockade die Bedeutung des Geländes grundlegend. Die sowjetische Blockade der Land- und Wasserwege nach West-Berlin machte deutlich, dass die vorhandenen Berliner Flugplätze für die Versorgung der Stadt nicht ausreichten. Tempelhof war stark belastet, Gatow lag im britischen Sektor, und im französischen Sektor fehlte ein leistungsfähiger Flugplatz. Aus dieser Notlage heraus entstand die Entscheidung, in Tegel einen neuen Flugplatz zu bauen.
Bau des Flugplatzes während der Berlin-Blockade (1948)
  • 5. August 1948 begann der Bau des Flugplatzes Tegel. Die französische Besatzungsmacht leitete das Projekt, unterstützt von Berliner Arbeitskräften und alliierten Stellen. Der Bau war eine enorme organisatorische Leistung, denn innerhalb kürzester Zeit musste aus einem weitgehend unvorbereiteten Gelände ein funktionsfähiger Flugplatz entstehen. Die neue Start- und Landebahn wurde mit rund 2.428 Metern Länge außergewöhnlich groß dimensioniert und galt damals als eine der längsten Europas.
  • Herbst 1948 arbeiteten tausende Berliner unter hohem Zeitdruck an der Fertigstellung der Bahn, der provisorischen Gebäude und der notwendigen Betriebsflächen. Tegel war zunächst kein ziviler Flughafen, sondern ein aus der Blockade heraus entstandener militärischer Versorgungsflugplatz. Die französische Seite hatte dabei eine besondere Rolle, weil sie den Flugplatz in ihrem Sektor errichten ließ und den Standort damit fest in die alliierte Berlin-Struktur einband.
  • 5. November 1948 landete das erste Flugzeug in Tegel. Es handelte sich um eine Douglas C-54 Skymaster der United States Air Force. Mit dieser Landung war Tegel praktisch in den Betrieb der Luftbrücke eingebunden. Der neue Flugplatz entlastete Tempelhof und Gatow und stärkte die Versorgung West-Berlins während der Blockade.
  • 17. November 1948 begannen britische Transportflugzeuge, darunter Dakota und Hastings, Tegel regelmäßig anzufliegen. Sie brachten wichtige Versorgungsgüter nach West-Berlin, darunter Lebensmittel, Rohstoffe und Kohle. Tegel wurde damit ein fester Bestandteil der alliierten Luftbrücke, auch wenn der Schwerpunkt der Operation weiterhin auf den großen amerikanischen und britischen Transportkapazitäten lag.
  • Dezember 1948 beteiligte sich auch die französische Luftwaffe mit Junkers Ju 52/3m an der Luftbrücke. Der französische Beitrag blieb im Vergleich zu den amerikanischen und britischen Leistungen kleiner, war aber politisch wichtig. Er unterstrich, dass Frankreich nicht nur Besatzungsmacht war, sondern aktiv an der Sicherung und Versorgung West-Berlins beteiligt blieb.
Französischer Militärflugplatz nach der Luftbrücke (1949–1964)
  • 12. Mai 1949 endete die sowjetische Blockade, doch Tegel blieb militärisch bedeutsam. Der Flugplatz hatte sich während der Luftbrücke bewährt und wurde danach nicht aufgegeben. Für die französischen Streitkräfte in Berlin blieb er ein zentraler Standort, weil er im eigenen Sektor lag und eine direkte Verbindung zur Außenwelt ermöglichte.
  • 1949 bis Anfang der 1960er Jahre entwickelte sich Tegel schrittweise vom provisorischen Luftbrückenflugplatz zu einem festen französischen Militärstandort. Die französische Luftwaffe nutzte den Platz für Verbindungs-, Transport- und Sicherungsaufgaben. Der nördliche Bereich des späteren Flughafens blieb dabei der militärische Teil, während der zivile Ausbau erst später größere Bedeutung gewann.
  • 1950er Jahre wurde die militärische Infrastruktur weiter gefestigt. Tegel war für die französischen Streitkräfte in Berlin nicht nur ein Flugplatz, sondern Teil der gesamten militärischen Präsenz im französischen Sektor. Die Nähe zum Quartier Napoléon und zu weiteren französischen Einrichtungen machte den Standort besonders geeignet für Verbindungs- und Unterstützungsaufgaben.
  • 1955 begann im Umfeld des Flugplatzes eine weitere militärische Nutzung, die über den reinen Flugbetrieb hinausging. Französische Einheiten der elektronischen Aufklärung und Fernmeldeaufklärung wurden in der Nähe des Geländes tätig. Diese Einheiten gehörten nicht zum klassischen Flugbetrieb, waren aber Teil der französischen militärischen Präsenz in Tegel und nutzten die Lage Berlins im Kalten Krieg für Beobachtungs- und Aufklärungsaufgaben.
  • 1958 wurde ein französisches Detachement der elektronischen Kriegführung dauerhaft im Bereich des Détachement Air 04.165 untergebracht. Es arbeitete mit Funk- und elektronischen Aufklärungsmitteln und gewann wegen der besonderen Lage West-Berlins schnell an Bedeutung. Tegel Nord war damit nicht nur Flugplatz, sondern auch Standort sensibler militärischer Unterstützungs- und Aufklärungsaufgaben.
  • Anfang der 1960er Jahre kam ein Cessna L-19E, später auch als Cessna O-1 Bird Dog bekannt, für das französische Heeresflieger-Detachement in Berlin zum Einsatz. Diese Maschine diente vor allem Verbindungs-, Beobachtungs- und Unterstützungsaufgaben. Technisch gehörte diese Nutzung zur Aviation légère de l’Armée de Terre, kurz ALAT, also den französischen Heeresfliegern.
Einrichtung der Base aérienne 165 Berlin-Tegel (1964)
  • 1. August 1964 wurde Tegel offiziell zur französischen Base aérienne 165 Berlin-Tegel. Damit erhielt der militärische Teil des Flughafens eine klare organisatorische Zuordnung innerhalb der französischen Luftwaffe. Die Base aérienne 165 war fortan der zentrale Luftwaffenstandort der französischen Streitkräfte in Berlin.
  • 1964 markierte damit einen wichtigen Einschnitt. Aus dem früheren Luftbrückenflugplatz und französischen Militärflugfeld wurde eine reguläre französische Luftwaffenbasis. Die Bezeichnung Base aérienne 165 machte deutlich, dass Tegel nicht nur ein Anflugpunkt war, sondern eine feste militärische Einrichtung mit Personal, Infrastruktur, Technik und eigenen Aufgaben.
  • Ab 1964 war auf dem Standort das Détachement Air 04.165 beziehungsweise DA 04.165 präsent. Diese Einheit war für den französischen Flugbetrieb in Tegel wichtig. Zu ihren Aufgaben gehörten Verbindungsflüge, Kurierflüge, Unterstützungsflüge und die Sicherstellung französischer Luftwaffenpräsenz in Berlin.
  • 1960er Jahre wurde auch die elektronische Aufklärung im Bereich Tegel weiter ausgebaut. Bereits bestehende französische Aufklärungseinrichtungen wurden in die militärische Struktur eingebunden. Ab 1963/1964 arbeiteten Teile dieser Dienste in Gebäuden auf beziehungsweise im Umfeld der Base aérienne 165. Der Standort passte ideal zu solchen Aufgaben, weil West-Berlin mitten im Machtbereich des Warschauer Paktes lag.
Ausbau im Kalten Krieg und französische Spezialaufgaben (1964–1970er Jahre)
  • Mitte der 1960er Jahre war Tegel Nord fest in die französische Berlin-Struktur eingebunden. Die französischen Streitkräfte nutzten den Bereich für Lufttransport, Verbindung, technische Dienste, Sicherung und militärische Verwaltung. Die Basis war kein großer Kampfjet-Standort, sondern vor allem ein Stützpunkt für militärische Präsenz, Kommunikation und Beweglichkeit.
  • 1967 wurde das Abzeichen der Base aérienne 165 offiziell homologiert. Es nahm Bezug auf Berlin, die Teilung der Stadt und die Luftbrücke. Damit wurde die besondere Identität der Basis auch symbolisch festgeschrieben. Tegel stand für die französische Rolle in West-Berlin und für die Verbindung der Stadt mit den westlichen Alliierten.
  • 1968 begann eine längere Phase, in der das französische Heeresflieger-Detachement in Berlin mit der Cessna O-1 Bird Dog beziehungsweise L-19 aktiv war. Diese leichte einmotorige Maschine war für Beobachtungs- und Verbindungsaufgaben geeignet. Sie passte zur besonderen Berliner Situation, in der kurze Wege, schnelle Verbindungen und klare Präsenz wichtiger waren als große Lufttransportkapazitäten.
  • 1970er Jahre blieb Tegel Nord ein militärischer Sonderstandort. Während der zivile Flughafen Berlin-Tegel ausgebaut wurde und der markante neue Terminalkomplex entstand, blieb der nördliche Teil weiterhin militärisch geprägt. Die französische Luftwaffe und französische Heeresflieger nutzten die militärischen Flächen parallel zum wachsenden zivilen Flugbetrieb.
  • 1970er Jahre wurde die Base aérienne 165 in der Praxis zu einem Bindeglied zwischen französischer Militärverwaltung, alliiertem Berlin-Status und täglichem Flugbetrieb. Sie war nicht auf große Kampfflugzeugverbände ausgelegt, sondern auf Verbindungsflüge, Transport, Präsenz, Unterstützung und militärische Bereitschaft.
Militärischer Betrieb der Base aérienne 165 im Alltag (1970er–1980er Jahre)
  • 1970er bis 1980er Jahre prägten kleinere militärische Flugzeugmuster den Betrieb in Tegel Nord. Zur französischen Luftwaffe gehörte unter anderem eine Max Holste MH.1521 Broussard. Diese robuste französische Verbindungsmaschine wurde für Kurier-, Beobachtungs- und Unterstützungsflüge eingesetzt. Sie war für einfache Transportaufgaben und kurze Verbindungen geeignet.
  • Bis 1988 blieb die Max Holste Broussard in Tegel im Einsatz. Sie war eines der typischen Flugzeuge des französischen Militärbetriebs in Tegel Nord. Ihr Einsatz stand für die Art von Aufgaben, die der Standort erfüllte: keine großen Luftoperationen, sondern tägliche militärische Verbindung, Beobachtung und Unterstützung.
  • 1980er Jahre war Tegel Nord weiterhin stark durch die französische Präsenz geprägt. Die Base aérienne 165 diente als militärischer Rückhalt des französischen Sektors. Das Détachement Air 04.165 stellte den fliegerischen Anteil der französischen Luftwaffe. Dazu kamen die Heeresfliegeranteile der ALAT und weitere militärische Unterstützungsdienste.
  • 1987 wurde das französische Heeresflieger-Detachement deutlich erweitert. Am 5. Mai 1987 wurden zwei Sud-Aviation beziehungsweise Aérospatiale Alouette III nach Berlin verlegt. Anlass war unter anderem die Sicherung eines Besuchs des französischen Staatspräsidenten. Aus diesem Einsatz heraus entwickelte sich eine dauerhaftere Hubschrauberpräsenz der französischen Heeresflieger in Berlin.
  • Ab Mai 1987 gehörten die Alouette III zum Détachement ALAT Berlin. Die Hubschrauber übernahmen Verbindungs-, Sicherungs- und Unterstützungsaufgaben. Sie ergänzten die leichten Flächenflugzeuge und gaben den französischen Streitkräften in Berlin mehr Flexibilität. Gerade im besonderen Umfeld West-Berlins waren Hubschrauber für schnelle Bewegungen und besondere Einsätze von großem Wert.
  • 1988 wurde die Max Holste Broussard der französischen Luftwaffe durch eine De Havilland Canada DHC-6-300 Twin Otter ersetzt. Die Twin Otter war moderner, leistungsfähiger und vielseitiger. Sie wurde in Tegel für Kurier-, Verbindungs- und Überwachungsflüge eingesetzt. Damit blieb Tegel Nord auch in der Endphase des Kalten Krieges ein aktiver französischer Militärflugplatz.
Die Endphase des Kalten Krieges (1988–1990)
  • 1988 bis 1990 war die DHC-6 Twin Otter das prägende Flächenflugzeug der französischen Luftwaffe in Tegel Nord. Sie gehörte zum Détachement Air 04.165 und erfüllte Aufgaben, die für die französische Präsenz in Berlin wichtig waren. Dazu zählten Verbindungsflüge, Kurierdienste, Beobachtung und Unterstützung der französischen Militärverwaltung.
  • 1989 veränderte der Fall der Berliner Mauer die gesamte politische und militärische Lage. Tegel Nord blieb zunächst weiter in französischer Nutzung, aber die Grundlage des alliierten Sonderstatus begann sich aufzulösen. Die französische Militärpräsenz in Berlin verlor nach und nach ihre bisherige strategische Bedeutung.
  • 1990 führte die deutsche Wiedervereinigung zu einer neuen Lage. Die alliierten Rechte in Berlin bestanden zunächst noch fort, wurden aber politisch und militärisch schrittweise abgewickelt. Für Tegel Nord bedeutete das den Beginn einer Übergangsphase. Der Standort blieb aktiv, aber seine Zukunft als französische Luftwaffenbasis war absehbar begrenzt.
Abzug der französischen Streitkräfte und Ende der Base aérienne 165 (1990–1994)
  • 1990 bis 1994 lief die französische militärische Nutzung in Tegel Nord schrittweise aus. Die Base aérienne 165 blieb zunächst bestehen, doch die politische Grundlage der französischen Berlin-Präsenz war nach der Wiedervereinigung nicht mehr dieselbe. Die Streitkräfte der Westalliierten bereiteten ihren Abzug aus Berlin vor.
  • 1993 endete der Einsatz der Cessna O-1 Bird Dog beziehungsweise L-19 im französischen Heeresflieger-Detachement Berlin. Damit ging ein langer Abschnitt leichter französischer Verbindungs- und Beobachtungsfliegerei in Tegel zu Ende. Die Maschine hatte über viele Jahre den besonderen Charakter des militärischen Flugbetriebs in Tegel Nord geprägt.
  • Juni 1994 endete auch der Einsatz der Alouette III des Détachement ALAT Berlin. Die Hubschrauber waren seit 1987 in Tegel präsent gewesen und gehörten zur letzten aktiven Phase der französischen Heeresflieger in Berlin. Mit ihrem Abzug verschwand ein weiterer sichtbarer Teil der französischen Militärfliegerei aus Tegel Nord.
  • Juli 1994 wurde die französische Base aérienne 165 Berlin-Tegel außer Dienst gestellt. Der Abzug der französischen Streitkräfte aus Berlin beendete die fast fünf Jahrzehnte dauernde französische Militärpräsenz am Standort. Tegel Nord verlor damit seine Rolle als französischer Militärflugplatz, blieb aber als militärisch genutzter Bereich weiter bestehen.
  • 1994 übernahm Deutschland den militärischen Bereich in eine neue Nutzungsphase. Aus dem französischen Militärflugplatz wurde nun ein deutscher Regierungs- und Militärstandort. Die frühere alliierte Funktion wurde durch Aufgaben der Bundesrepublik Deutschland ersetzt.
Übergang zum deutschen Regierungsflughafen und Bundeswehrnutzung (1994–1997)
  • Ab 1994 wurde Tegel Nord als Regierungsflughafen und militärischer Bereich der Bundesrepublik Deutschland genutzt. Die Anlagen nördlich der Start- und Landebahnen blieben vom zivilen Terminalbereich getrennt. Der Standort war nun vor allem für Staats-, Regierungs- und Parlamentsflugbetrieb sowie für militärische Unterstützungsaufgaben wichtig.
  • Mitte der 1990er Jahre nutzte die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung den Bereich Berlin-Tegel. Tegel Nord wurde damit ein wichtiger Berliner Standort der Bundeswehr-Luftwaffe. Die Flugbereitschaft war für den Transport politischer und parlamentarischer Entscheidungsträger zuständig und betrieb verschiedene Luftfahrzeuge für Regierungsaufgaben.
  • Bis 1997 wurden in Tegel auch Hubschrauber des Typs Mil Mi-8 betrieben, die aus Beständen der früheren Nationalen Volksarmee der DDR übernommen worden waren. Diese Maschinen gehörten zur Übergangszeit nach der Wiedervereinigung und wurden noch einige Jahre im Rahmen deutscher Regierungs- und Unterstützungsaufgaben genutzt.
  • Ab Ende der 1990er Jahre entwickelte sich Tegel Nord zunehmend zu einem Standort für Hubschrauber der Flugbereitschaft. Damit blieb der militärische Charakter des Nordbereichs erhalten, auch nachdem der zivile Flughafen Tegel weiter als großer Berliner Verkehrsflughafen arbeitete.
Stationierung der Flugbereitschaft und AS532 Cougar in Tegel Nord (1990er–2020)
  • 1990er Jahre wurde die 3. Lufttransportstaffel der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung mit dem Standort Berlin-Tegel verbunden. Ihr Auftrag lag im VIP- und Regierungsflugbetrieb mit Hubschraubern. Diese Aufgabe passte zum Standort, weil Tegel nahe am politischen Zentrum Berlins lag und direkte Verbindungen für Staats- und Regierungsaufgaben ermöglichte.
  • 1990er bis 2000er Jahre wurden in Tegel Nord drei Hubschrauber des Typs AS532 Cougar eingesetzt. Die Cougar waren für den Transport hochrangiger politischer Amtsträger vorgesehen. Dazu gehörten Einsätze für Regierungsmitglieder, parlamentarische Repräsentanten und andere berechtigte Personen des politischen Bereichs.
  • 2000er Jahre blieb Tegel Nord ein militärischer Sonderbereich neben dem zivilen Flughafen. Während der zivile Flughafen Berlin-Tegel Otto Lilienthal immer stärker ausgelastet war, erfüllte der Nordbereich weiterhin Aufgaben der Bundeswehr und der Bundesregierung. Der Standort war militärisch gesichert und funktional vom normalen Passagierbetrieb getrennt.
  • 2010er Jahre war die 3. Lufttransportstaffel mit ihren AS532 Cougar weiterhin in Tegel Nord stationiert. Die Hubschrauber waren Teil der Flugbereitschaft des BMVg. Neben den fliegenden Besatzungen gehörten auch technische und organisatorische Kräfte zum Standort, damit der Hubschrauberbetrieb dauerhaft sichergestellt werden konnte.
  • 2017 wurde die Stationierung der drei AS532 Cougar in Tegel öffentlich weiterhin als Teil der 3. Lufttransportstaffel beschrieben. Der militärische Nordbereich war damit einer der letzten aktiven Luftfahrtbereiche in Tegel, der nicht vom normalen zivilen Linienverkehr geprägt war.
Schließung des zivilen Flughafens und Fortbestand des militärischen Nordbereichs (2020–2021)
  • 31. Oktober 2020 wurde der Flughafen Berlin Brandenburg eröffnet und der Regierungsflugbetrieb begann schrittweise von Tegel beziehungsweise Schönefeld in Richtung BER zu wechseln. Für Tegel Nord bedeutete das aber zunächst kein sofortiges Ende der militärischen Nutzung. Die Hubschrauber der Flugbereitschaft blieben aus praktischen Gründen weiter in Tegel stationiert.
  • 8. November 2020 endete der zivile Linienflugbetrieb in Berlin-Tegel. Damit schloss der bekannte Verkehrsflughafen, aber der militärische Bereich Tegel Nord blieb weiter aktiv. Während Terminalanlagen, Vorfelder und zivile Infrastruktur in die Nachnutzung übergingen, blieb der Bundeswehrbereich gesondert erhalten.
  • 2021 wurde das Flughafengelände schrittweise an die Eigentümer zurückgegeben. Der zivile Flughafenbetrieb war beendet, doch Tegel Nord blieb als militärische Liegenschaft bestehen. Der Standort wurde weiterhin für die Hubschrauber der Flugbereitschaft genutzt. Damit überdauerte der militärische Teil den zivilen Flughafenbetrieb.
Letzte Jahre der Hubschrauberstationierung in Tegel Nord (2021–2025)
  • 2021 bis 2025 blieb Tegel Nord ein aktiver Standort der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung. Die drei AS532 Cougar waren dort weiterhin stationiert. Sie wurden für den Transport von Personen aus dem politischen und parlamentarischen Bereich genutzt und bildeten den fliegenden Kern der militärischen Nutzung nach der Schließung des zivilen Flughafens.
  • 2023 wurde die Stationierung der Cougar in Tegel weiterhin offiziell beschrieben. Die Hubschrauber gehörten zur Flugbereitschaft des BMVg und waren im militärischen Teil des ehemaligen Flughafens Berlin-Tegel untergebracht. Damit blieb Tegel Nord trotz der zivilen Stilllegung ein militärischer Luftfahrtstandort.
  • 27. September 2025 verabschiedete sich die Lufttransportgruppe der Flugbereitschaft offiziell nach rund drei Jahrzehnten vom Standort Berlin-Tegel. Der Umzug zum Flughafen BER war zu diesem Zeitpunkt eingeleitet. Damit endete die sichtbare Hubschrauberära der Bundeswehr in Tegel Nord.
  • Oktober 2025 wurde die Hubschrauberstationierung der Flugbereitschaft nach Berlin Brandenburg verlegt. Die AS532 Cougar verließen Tegel Nord damit früher als ursprünglich erwartet. Für den ehemaligen Flughafen Tegel bedeutete dies das Ende des regelmäßigen militärischen Flugbetriebs der Flugbereitschaft am Standort.
Militärische Reserve und unklare Zukunft des Areals (seit 2025)
  • Ab Oktober 2025 blieb Tegel Nord trotz des Abzugs der Hubschrauber nicht einfach ein frei nutzbares ziviles Gelände. Die Bundeswehr behielt den militärischen Bereich als strategische Liegenschaftsreserve im Blick. Das Gelände umfasst rund 60 Hektar und liegt auf dem Areal Tegel Nord.
  • 2025 wurden zivile Nachnutzungspläne für Teile des militärischen Geländes neu bewertet. Hintergrund war der gestiegene Bedarf der Bundeswehr an Standorten und Reserveliegenschaften. Damit blieb Tegel Nord weiterhin ein sicherheitspolitisch relevantes Areal, auch wenn der aktive Hubschrauberbetrieb der Flugbereitschaft verlegt wurde.
  • Seit 2025 steht Tegel Nord damit in einer Übergangsphase. Die französische Luftwaffenbasis ist Geschichte, der zivile Flughafen ist geschlossen, und die Hubschrauber der Flugbereitschaft sind zum BER verlegt. Dennoch bleibt der militärische Charakter des Nordbereichs nicht vollständig beendet. Die weitere Nutzung hängt von den sicherheitspolitischen Entscheidungen des Bundes und der Abstimmung mit dem Land Berlin ab.

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Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung

Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung stellt mit verschiedenen Flächenflugzeugen und Hubschrauber einen wesentlichen Teil der Lufttransportkapazität der Bundeswehr. Sie wird auch durch den parlamentarischen Bereich genutzt. Durch die Flotte wird der VIP-, Personal- und Materialtransport weltweit sichergestellt. Zusätzlich erfolgt der Transport von Verletzten, die Luftbetankung sowie Flüge im Rahmen „Offener Himmel“.

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