Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

BERLIN BRANDENBURG

Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“

Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ ist einer der ungewöhnlichsten Flughäfen Europas. Kaum ein Airport wurde so lange geplant, so heftig diskutiert und so kritisch begleitet wie der BER. Seine Geschichte beginnt nicht erst mit der Eröffnung im Jahr 2020, sondern bereits in den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung, als Berlin und Brandenburg eine neue gemeinsame Lösung für den Luftverkehr der Hauptstadtregion suchten.

Aus dem Ausbau des alten Flughafens Schönefeld entstand ein Projekt, das eigentlich die Berliner Flughafenlandschaft ordnen sollte. Tempelhof wurde geschlossen, Tegel sollte folgen, und der neue Hauptstadtflughafen sollte alles bündeln. Doch aus dem ambitionierten Vorhaben wurde über Jahre ein Symbol für Bauprobleme, Terminverschiebungen und politische Fehlplanung.

Heute steht der BER für beides: für die schwierige Entstehung eines modernen Großflughafens und für den endgültigen Wandel der Berliner Luftfahrtgeschichte. Er verbindet die Vergangenheit von Schönefeld mit der Zukunft des Hauptstadtverkehrs und markiert zugleich das Ende einer Ära, in der Berlin über mehrere Flughäfen verteilt war.

Melli-Beese-Ring 1
D-12529 Schönefeld

IATA: BER
ICAO: EDDB

RUNWAY:
07L/25R (3600x45m) Asphalt
07R/25L (4000x60m) Beton


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GESCHICHTE

Die Suche nach einer gemeinsamen Flughafenlösung (1990 – 1996)
  • 1990: Nach der deutschen Wiedervereinigung veränderte sich die Ausgangslage des Berliner Luftverkehrs grundlegend. Berlin war nicht mehr geteilte Stadt, sondern wieder Hauptstadt eines vereinten Deutschlands. Damit stellte sich die Frage, ob die bestehenden Flughäfen Tempelhof, Tegel und Schönefeld dauerhaft nebeneinander bestehen sollten oder ob die Region einen zentralen Großflughafen benötigen würde.
  • Anfang der 1990er Jahre: In Berlin und Brandenburg wurde intensiv über mögliche Standorte diskutiert. Neben Schönefeld standen auch andere Varianten im Raum. Ziel war ein Flughafen, der die Kapazitäten der Hauptstadtregion bündeln und langfristig internationale Verbindungen ermöglichen sollte.
  • 1996: Berlin, Brandenburg und der Bund trafen den sogenannten Konsensbeschluss. Danach sollte kein völlig neuer Flughafen an einem anderen Standort entstehen. Stattdessen sollte der vorhandene Flughafen Berlin-Schönefeld zum neuen Großflughafen Berlin Brandenburg International, kurz BBI, ausgebaut werden. Gleichzeitig war vorgesehen, die innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel nach Inbetriebnahme des neuen Flughafens zu schließen.
Vom Konsensbeschluss zur konkreten Planung (1996 – 1999)
  • 1996: Mit dem Konsensbeschluss begann die eigentliche Planungsphase für den neuen Hauptstadtflughafen. Schönefeld bot durch seine Lage südöstlich von Berlin bereits vorhandene Flughafenflächen, eine bestehende Verkehrsanbindung und ausreichend Raum für Erweiterungen.
  • 1996 bis 1999: Die Planung des Flughafens wurde ausgearbeitet und der Antrag auf Planfeststellung vorbereitet. In dieser Phase ging es um die Grundstruktur des späteren Airports: Start- und Landebahnen, Terminalstandort, Verkehrsanbindung, Lärmschutz, Flugbetrieb und die Rolle der bisherigen Berliner Flughäfen.
  • 1999: Für den Ausbau des Flughafens mussten Eingriffe in bestehende Ortschaften geplant werden. In diesem Zusammenhang wurden Verträge zur Umsiedlung der Gemeinde Diepensee und zur teilweisen Umsiedlung von Selchow geschlossen. Damit wurde deutlich, dass das Projekt nicht nur ein Flughafenbau war, sondern auch massiv in die Struktur des Umlandes eingriff.
Privatisierungsversuch, Planfeststellung und erste Bauvorbereitungen (1997 – 2004)
  • 1997 bis 2003: Parallel zur Planung wurde über eine Privatisierung des Projekts verhandelt. Der Bau und Betrieb des neuen Flughafens sollten zeitweise durch private Investoren realisiert werden. Diese Verhandlungen führten jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Am Ende wurde die Privatisierung nicht umgesetzt, und die Planungsunterlagen gingen an die Flughafengesellschaft über.
  • 2000 bis 2004: Das Planfeststellungsverfahren lief mit öffentlicher Auslegung der Unterlagen und Anhörungen. Dabei wurden Einwendungen von Anwohnern, Kommunen, Umweltverbänden und anderen Beteiligten behandelt. Besonders Lärm, Nachtflugregelungen, Verkehrsanbindung und Auswirkungen auf die Umgebung gehörten zu den zentralen Streitpunkten.
  • 2004: Die brandenburgische Luftfahrtbehörde erließ den Planfeststellungsbeschluss. Gleichzeitig wurde das Finanzierungskonzept genehmigt, erste Planungsaufträge wurden vergeben und vorbereitende Bauarbeiten begannen. Damit wechselte das Projekt von der politischen Grundsatzentscheidung in die konkrete Umsetzungsphase.
Gerichtliche Entscheidungen und offizieller Baustart (2005 – 2006)
  • 2005: Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte grundsätzlich den Ausbau des Flughafens Schönefeld zum neuen Hauptstadtflughafen. Vorbereitende Baumaßnahmen blieben möglich. Gleichzeitig wies das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Klagen gegen die geplante Schließung des Flughafens Tegel ab.
  • 2006: Das Bundesverwaltungsgericht genehmigte den Ausbau des Flughafens Schönefeld zum BER endgültig. Gegen diese Entscheidung war keine weitere Berufung möglich. Das Gericht verband die Genehmigung jedoch mit Auflagen, unter anderem zu Nachtflügen und Entschädigungen im Außenwohnbereich. Damit war die rechtliche Grundlage für den Bau geschaffen.
  • 5. September 2006: Der erste Spatenstich für den neuen Flughafen wurde gesetzt. Am selben Tag wurden auch Verträge für die Bahnanbindung unterzeichnet. Damit begann offiziell der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg. Zu diesem Zeitpunkt war noch vorgesehen, dass der neue Airport deutlich früher in Betrieb gehen würde, als es später tatsächlich geschah.
Erste Baujahre und Neuordnung der Berliner Flughafenlandschaft (2007 – 2009)
  • 2007: Der Flughafen erhielt die Baugenehmigung für das Passagierterminal. Gleichzeitig begannen die Arbeiten am unterirdischen Bahnhof. Dieser Bahnhof sollte später eine zentrale Rolle spielen, weil der BER direkt an Regional- und Fernverkehr sowie an die Berliner S-Bahn angebunden werden sollte.
  • 2007: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschied über die Schließung des Flughafens Tempelhof zum 31. Oktober 2008 und wies die Beschwerde mehrerer Fluggesellschaften zurück. Damit wurde die geplante Konzentration des Berliner Luftverkehrs weiter vorbereitet.
  • 2007: Der Aufsichtsrat der damaligen Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH entschied, das Vergabeverfahren für den Bau des Terminals aufzuheben. Statt eines einzigen großen Generalauftrags sollten einzelne Gewerke getrennt vergeben werden. Diese Entscheidung wurde später immer wieder als einer der Faktoren gesehen, die die Steuerung des Projekts erschwerten.
  • 2008: Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses. Im selben Jahr begannen die Bauarbeiten am Terminal des BER.
  • 31. Oktober 2008: Der Flughafen Tempelhof wurde geschlossen. Damit endete der Linienflugbetrieb an einem der geschichtsträchtigsten Flughäfen Deutschlands. Für das BER-Projekt war dies ein wichtiger Schritt, denn die Berliner Flughafenstruktur sollte langfristig auf Schönefeld beziehungsweise den neuen BER konzentriert werden.
  • 2009: Für den neuen Flughafen wurden Entscheidungen zu Nachtflugregelungen getroffen. Außerdem feierte der Tower der Deutschen Flugsicherung Richtfest. Der Flughafen trug zu dieser Zeit noch stark den Arbeitstitel Berlin Brandenburg International, kurz BBI.
Richtfest, technische Verzögerungen und erster verschobener Eröffnungstermin (2010 – 2011)
  • 2010: Das Terminal des BER feierte Richtfest. Nach außen wirkte das Projekt zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten. Der ursprüngliche Eröffnungstermin 30. Oktober 2011 wurde jedoch auf den 3. Juni 2012 verschoben. Als Gründe wurden unter anderem Verzögerungen bei der technischen Gebäudeausrüstung genannt.
  • 2011: Die neue südliche Start- und Landebahn war fertiggestellt. Außerdem bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den ergänzenden Planfeststellungsbeschluss für den BER in letzter Instanz. Darin ging es unter anderem um Regelungen für Flüge in den Randzeiten zwischen 22 Uhr und Mitternacht sowie zwischen 5 Uhr und 6 Uhr.
  • November 2011: Der Probebetrieb mit Beschäftigten der Flughafengesellschaft und Partnerunternehmen begann. Später sollten auch Komparsen eingesetzt werden, um Check-in, Sicherheitskontrolle, Boarding, Gepäckausgabe und Passagierströme unter realistischen Bedingungen zu testen.
Der geplatzte Eröffnungstermin und der Beginn der BER-Krise (2012 – 2013)
  • Januar 2012: Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung stellte die Flugrouten für den neuen Flughafen vor. Für die nördliche Bahn waren geradeaus führende Abflüge vorgesehen, während von der südlichen Bahn in beiden Startrichtungen südlich abgedreht werden sollte.
  • 8. Mai 2012: Wenige Wochen vor dem geplanten Eröffnungstermin wurde die Inbetriebnahme am 3. Juni 2012 abgesagt. Die Fertigstellung und bauaufsichtliche Abnahme waren nicht mehr erreichbar. Besonders die Brandschutz- und Entrauchungsanlage entwickelte sich zum zentralen Problem.
  • 17. Mai 2012: Der Aufsichtsrat verschob die Eröffnung auf den 17. März 2013. Gleichzeitig verließ Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen das Unternehmen. Der Vertrag mit der Planungsgemeinschaft Flughafen Berlin Brandenburg International, die für Generalplanung und Bauüberwachung verantwortlich war, wurde beendet.
  • 7. September 2012: Der neue technische Geschäftsführer Horst Amann stellte dem Aufsichtsrat seine Analyse der Lage vor. Als neuer Eröffnungstermin wurde der 27. Oktober 2013 genannt. Doch auch dieser Termin sollte nicht haltbar sein.
  • Anfang Januar 2013: Der geplante Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 wurde wegen Problemen mit der Brandschutzanlage abgesagt. Damit wurde der BER endgültig zum Symbol eines gescheiterten Großprojekts. Was ursprünglich als moderner Hauptstadtflughafen geplant war, entwickelte sich zu einer jahrelangen Baustelle mit technischen, organisatorischen und finanziellen Problemen.
  • August 2013: Das Cargo Center am BER nahm seinen Betrieb auf. Damit wurde ein Teil der Flughafeninfrastruktur bereits genutzt, während das Passagierterminal weiterhin nicht eröffnet werden konnte.
Sanierung, Nachbesserung und neue Terminversuche (2014 – 2017)
  • 2014: Mehrere Gebäude auf dem BER-Gelände wurden in Betrieb genommen oder bauaufsichtlich abgenommen, darunter die Feuerwachen Ost und West, die Winterdiensthalle und die Abfallwirtschaft Ost. Insgesamt waren 39 von 40 Gebäuden auf dem BER-Gelände abgenommen. Das große Problem blieb jedoch das Hauptterminal.
  • 19. Dezember 2014: Der Nordpier erhielt die Nutzungsfreigabe. Gleichzeitig nannte der Vorstand im Dezember 2014 die zweite Hälfte des Jahres 2017 als neuen Zielkorridor für die Inbetriebnahme.
  • 2015: Die Nordbahn des Flughafens Schönefeld wurde saniert. Währenddessen wurde der Flugverkehr über die neue Südbahn des BER abgewickelt. Damit wurde ein wichtiger Teil der BER-Infrastruktur erstmals praktisch genutzt.
  • 2015: Der Aufsichtsrat entschied, dass der Flughafen Schönefeld noch fünf Jahre über die BER-Inbetriebnahme hinaus weiter betrieben und ausgebaut werden sollte. Außerdem wurde der Bau eines zusätzlichen Terminals in unmittelbarer Nähe des Nordpiers beschlossen. Diese Entscheidung zeigte, dass die ursprüngliche Kapazitätsplanung bereits vor der Eröffnung neu bewertet werden musste.
  • 2016: Die fünfte Ergänzung zur Baugenehmigung wurde genehmigt. Die Arbeiten konzentrierten sich weiterhin auf die Beseitigung technischer Mängel und die Neuordnung der Anlagen im Terminal.
  • 21. Januar 2017: Die Flughafengesellschaft erklärte, dass der BER auch 2017 nicht wie geplant eröffnet werden könne. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht genannt. Damit verlängerte sich die Pannenserie erneut.
  • 2017: Der BER-2040-Masterplan wurde vorgestellt. Er sah eine langfristige Entwicklung des Flughafens im sogenannten Midfield zwischen den Start- und Landebahnen vor. Durch Erweiterung der Piers und zusätzliche Terminalflächen sollte der Flughafen perspektivisch auf bis zu 55 Millionen Passagiere pro Jahr ausgebaut werden können.
  • 15. Dezember 2017: Die Flughafengesellschaft kündigte Oktober 2020 als neuen Eröffnungstermin an. Nach vielen gescheiterten Terminen war dies der entscheidende Zeithorizont, auf den das Projekt anschließend ausgerichtet wurde.
Terminal 2, Probebetrieb und Vorbereitung auf die Eröffnung (2018 – 2019)
  • Januar 2018: Das Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald erteilte eine weitere Baugenehmigung, mit der unter anderem die maximale Nutzung des Flughafenbahnhofs endgültig genehmigt wurde.
  • 24. Juli 2018: Die Flughafengesellschaft erhielt die Baugenehmigung für das Terminal 2. Im September wurde Zechbau aus Bremen als Generalunternehmer für den Bau des neuen Terminals beauftragt.
  • Oktober 2018: Das ORAT-Projekt begann 24 Monate vor der geplanten Inbetriebnahme. ORAT steht für Operational Readiness and Airport Transfer. Ziel war, die Betriebsbereitschaft des Flughafens sicherzustellen und den Umzug von Tegel und Schönefeld zum BER systematisch vorzubereiten.
  • 30. Juli 2019: Terminal 2 feierte Richtfest. Im selben Jahr wurden auch die Verteilung der Airlines auf die Terminals T1, T2 und T5 sowie weitere Verbund- und Wirkprinzipprüfungen durchgeführt.
  • 2019: Der Eröffnungstermin wurde endgültig auf den 31. Oktober 2020 festgelegt. Nach Jahren der Verschiebungen war damit erstmals wieder ein konkretes Datum benannt, das schließlich auch gehalten wurde.
Fertigstellung, Corona-Krise und die späte Eröffnung (2020)
  • 28. April 2020: Das Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald bestätigte die Fertigstellung von Terminal 1. Das Gebäude wurde zur Nutzung freigegeben. Damit war eine der wichtigsten formalen Voraussetzungen für die Eröffnung erfüllt.
  • Frühjahr 2020: Die Corona-Pandemie traf die internationale Luftfahrt mit voller Wucht. Während 2019 in Tegel und Schönefeld zusammen täglich im Durchschnitt rund 100.000 Passagiere abgefertigt wurden, waren es im Frühjahr und Herbst 2020 zeitweise weniger als 1.000 Passagiere pro Tag. Der BER wurde also in einer Phase eröffnet, in der der weltweite Luftverkehr massiv eingebrochen war.
  • Sommer 2020: Der Probebetrieb wurde mit Beschäftigten, Partnerunternehmen und Komparsen fortgeführt. Abläufe wie Check-in, Sicherheitskontrolle, Boarding, Gepäckausgabe und Orientierung im Terminal wurden getestet. Die Erprobung war ein entscheidender Schritt, um die jahrelang kritisierte Betriebsbereitschaft nachzuweisen.
  • Ende September 2020: Terminal 2 wurde baulich fertiggestellt. Wegen der stark gesunkenen Passagierzahlen wurde es jedoch zunächst nicht in Betrieb genommen.
  • 25. Oktober 2020: Der Bahnhof „Flughafen BER Terminal 1-2“ wurde eröffnet. In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober wurde außerdem der bisherige Drei-Letter-Code SXF des Flughafens Schönefeld in den Buchungssystemen durch BER ersetzt. Die bestehenden Schönefelder Abfertigungsanlagen wurden als Terminal 5 in den neuen Flughafen integriert.
  • 30. Oktober 2020: Kurz vor der Eröffnung wurde im Terminal 1 eine Gedenkwand für Willy Brandt enthüllt. Der neue Hauptstadtflughafen trug damit offiziell den Namen eines der bedeutendsten deutschen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts.
  • 31. Oktober 2020: Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ wurde eröffnet. Die ersten beiden Flugzeuge kamen von easyJet und Lufthansa und landeten auf der Nordbahn. Die symbolische Eröffnung fand wegen der Corona-Pandemie nur in kleinem Rahmen statt. Am Abend wurden die ersten kommerziellen Ankünfte am Terminal 1 abgefertigt.
  • 1. November 2020: Der erste Abflug aus Terminal 1 führte mit easyJet nach London-Gatwick. Damit begann der reguläre Passagierbetrieb im neuen Terminal.
  • 4. November 2020: Die südliche Start- und Landebahn des BER wurde mit der Landung von Qatar-Airways-Flug QR81 aus Doha offiziell in Betrieb genommen. Mit der Südbahn war der BER vollständig betriebsbereit, und die Nachtflugregelung trat in Kraft.
  • 8. November 2020: Air-France-Flug AF1235 war der letzte kommerzielle Flug ab Berlin-Tegel. Um 15 Uhr startete ein Airbus A320-200 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Damit endete der Flugbetrieb in Tegel, und der gesamte Linienflugverkehr der Hauptstadtregion konzentrierte sich auf den BER.
Start unter Pandemiebedingungen und endgültiges Ende von Tegel als Verkehrsflughafen (2021)
  • 23. Februar 2021: Terminal 5, also das frühere Schönefelder Abfertigungsgebäude, wurde wegen der Corona-Pandemie zunächst für ein Jahr geschlossen. Da das Passagieraufkommen stark gesunken war, konnte der Verkehr am Terminal 1 abgefertigt werden.
  • 2021: Auch Terminal 2 blieb zunächst geschlossen, obwohl es baulich fertiggestellt war. Der Bedarf war wegen der Pandemie noch nicht vorhanden. Der BER startete also mit deutlich weniger Kapazitätsdruck, als ursprünglich erwartet.
  • 4. Mai 2021: Die Betriebsgenehmigung des Flughafens Tegel lief um Mitternacht aus. Seit dem 8. November 2020 fanden dort keine Flüge mehr statt, nun war Tegel auch formal kein Verkehrsflughafen mehr.
  • 31. Oktober 2021: Der BER wurde ein Jahr alt. Trotz Pandemie nutzten rund acht Millionen Passagiere im ersten Betriebsjahr Terminal 1. Insgesamt flogen 74 Airlines mehr als 160 Ziele in 53 Ländern an. Das zeigte, dass der Flughafen trotz schwieriger Startbedingungen seine Rolle als zentraler Airport der Hauptstadtregion übernahm.
Terminal 2, Erholung des Verkehrs und endgültige Schließung von Terminal 5 (2022)
  • 24. März 2022: Terminal 2 nahm den Betrieb auf. Hauptnutzer wurde Ryanair. Das Terminal dient als Abfertigungsgebäude für Abflug und Ankunft und ist über zwei Brücken mit dem Pier Nord des Terminals 1 verbunden. Es besitzt eine Bruttogesamtfläche von rund 23.000 Quadratmetern und ist für etwa sechs Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt.
  • März 2022: United Airlines kehrte nach der Pandemie mit einer Nonstop-Verbindung nach New York/Newark in die Hauptstadtregion zurück. Damit erhielt der BER wieder eine wichtige direkte Verbindung in die USA.
  • Sommer 2022: Der Verkehr am BER zog deutlich an. Neue und zurückkehrende Langstreckenverbindungen stärkten das internationale Profil des Flughafens. Hainan Airlines flog wieder nach Peking, Norse Atlantic Airways nahm Verbindungen nach New York und Los Angeles auf.
  • 25. August 2022: Mit „BER Runway“ wurde ein System eingeführt, mit dem Passagiere kostenlos Zeitfenster für den Zugang zur Sicherheitskontrolle reservieren können. Damit reagierte der Flughafen auf Wartezeiten und die gestiegene Nachfrage nach planbareren Abläufen.
  • November 2022: Der Aufsichtsrat entschied, Terminal 5 nicht wieder zu eröffnen. Damit war das frühere Schönefelder Terminal endgültig aus dem regulären Passagierbetrieb ausgeschieden. Der BER bestand im aktiven Betrieb nun aus Terminal 1 und Terminal 2.
Konsolidierung nach den schwierigen Anfangsjahren (2023 – 2024)
  • 2023: Der BER arbeitete sich weiter aus den pandemiebedingten Einbrüchen heraus. Der Flughafen blieb zwar noch unter dem Niveau, das Tegel und Schönefeld gemeinsam vor der Pandemie erreicht hatten, doch der Verkehr stabilisierte sich zunehmend.
  • 2024: Insgesamt nutzten rund 25,5 Millionen Passagiere den BER. Das waren etwa 2,4 Millionen mehr als 2023 und ein Zuwachs von 10,4 Prozent. Ryanair war mit rund 5,2 Millionen Passagieren die größte Airline am Flughafen, gefolgt von easyJet mit rund 4,1 Millionen Passagieren.
  • 2024: Der BER blieb wirtschaftlich und strukturell ein Flughafen im Übergang. Einerseits war der Betrieb deutlich stabiler als in den ersten Jahren, andererseits lag das Verkehrsaufkommen weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau der früheren Berliner Flughäfen. Der BER musste also nicht nur seine technische Funktionsfähigkeit beweisen, sondern auch seine wirtschaftliche Rolle in einem veränderten Luftverkehrsmarkt finden.
Fünf Jahre BER und der Weg zum etablierten Hauptstadtflughafen (2025 – 2026)
  • 2025: Der BER erreichte die Marke von 100 Millionen Passagieren seit seiner Eröffnung. Dieser Meilenstein fiel kurz vor den fünften Geburtstag des Flughafens und zeigte, dass sich der Flughafen nach den ersten schwierigen Jahren im Betrieb der Hauptstadtregion etabliert hatte.
  • 2025: Insgesamt reisten 26,1 Millionen Passagiere über den BER. Das entsprach einem Wachstum von rund 2,3 Prozent gegenüber 2024. Damit war der BER nach Frankfurt und München der drittgrößte Flughafen Deutschlands.
  • 2026: Der BER blickt auf eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte zurück: politisch gewollt seit den 1990er Jahren, rechtlich erkämpft, ab 2006 gebaut, ab 2012 von massiven technischen Problemen geprägt und erst 2020 eröffnet. Heute ist er der zentrale Flughafen für Berlin und Brandenburg. Seine Geschichte bleibt jedoch eng mit den Themen Planungssicherheit, Großprojektsteuerung, Brandschutz, Kostenentwicklung und der Neuordnung der Berliner Flughafenlandschaft verbunden.

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