Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

Air Base

BÜCKEBURG (GERMAN ARMY)

Der Heeresflugplatz Bückeburg, auch als Flugplatz Bückeburg-Achum bekannt, gehört zu den bedeutendsten militärischen Luftfahrtstandorten der Bundeswehr. Seine Geschichte reicht von den letzten Planungen der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg über die Nutzung durch die Royal Air Force nach 1945 bis hin zur heutigen Rolle als zentrales Ausbildungszentrum für Hubschrauberbesatzungen.

Besonders prägend ist die enge Verbindung zur deutschen Heeresfliegertruppe. Seit der Übernahme durch die Bundeswehr entwickelte sich Bückeburg Schritt für Schritt zum wichtigsten Schulstandort für Hubschrauberführer, technisches Personal und Spezialisten der Heeresflieger. Mit der früheren Heeresfliegerwaffenschule und dem heutigen Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum steht der Standort wie kaum ein anderer für die Entwicklung der militärischen Hubschrauberausbildung in Deutschland.

Heute ist Bückeburg ein moderner Ausbildungsstandort mit internationaler Ausrichtung. Neben deutschen Soldatinnen und Soldaten werden hier auch Angehörige verbündeter Streitkräfte geschult. Damit verbindet der Heeresflugplatz Bückeburg eine lange militärische Vergangenheit mit einer wichtigen Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft der europäischen Hubschrauberausbildung.

Heeresflugplatz Bückeburg

D-31675 Bückeburg

IATA: –
ICAO: ETHB

RUNWAY:
08/26 (1832×45m) Asphalt


CHANGE TO MUSEUM

Hubschraubermuseum Bückeburg


GESCHICHTE

Vorgeschichte und militärische Planungen bei Achum (bis 1945)
  • 1920er Jahre: Im Raum Bückeburg gab es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg erste fliegerische Nutzungen, allerdings noch nicht in der Form eines ausgebauten Militärflugplatzes. Südlich des Dorfes Müsingen bestand ein Notlandeplatz, der dem zivilen Luftverkehr als Ausweich- und Hilfslandeplatz diente. Die spätere militärische Bedeutung des Gebietes bei Achum entwickelte sich erst deutlich später.
  • 1944–1945: Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges begann die deutsche Luftwaffe zwischen Müsingen und Achum mit vorbereitenden Arbeiten für einen Flugplatz. Die Anlage wurde jedoch nicht mehr fertiggestellt. Bis Kriegsende kamen die Arbeiten über erste Erdbewegungen und Geländeplanungen nicht wesentlich hinaus. Ein regulärer Flugbetrieb der deutschen Luftwaffe fand dort nicht mehr statt.
  • April 1945: Nach dem Einmarsch alliierter Truppen wurde die Region zunächst von amerikanischen Einheiten besetzt. Kurz darauf übernahmen britische Streitkräfte den Raum Bückeburg. Damit begann die eigentliche militärische Flugplatzgeschichte von Bückeburg-Achum unter britischer Führung.
Aufbau des britischen RAF-Flugplatzes Bückeburg-Achum (1945–1946)
  • 1945: Die Royal Air Force benötigte in der britischen Besatzungszone einen Flugplatz in der Nähe ihrer Führungsstellen. In Bückeburg befand sich die „2nd Tactical Air Force Rear“, während im nahegelegenen Bad Eilsen die „2nd Tactical Air Force Front“ untergebracht war. Beide Strukturen wurden im Juli 1945 in Bad Eilsen zur „British Air Force of Occupation“ zusammengeführt.
  • 1945: Für die britischen Hauptquartiere in Bad Eilsen, Bad Oeynhausen, Minden und Bad Salzuflen wurde ein leistungsfähiger Flugplatz benötigt. Auf dem bereits von deutscher Seite vorgesehenen Gelände bei Achum begannen die Briten deshalb mit dem Bau eines neuen Flugplatzes. Teile des Dorfes Achum mussten für den militärischen Betriebsbereich weichen.
  • 1946: Der Flugplatz wurde als RAF Station Bückeburg in Betrieb genommen. Er erhielt eine befestigte Start- und Landebahn in Ost-West-Richtung, befestigte Vorfelder, Abstellflächen, Flugzeughallen, einen Tower, eine Feuerwache, Abfertigungsbereiche und die für britische Militäranlagen typischen Barackenbauten. Der Platz diente vor allem als Verbindungs- und Transportflugplatz für die britischen Führungsstellen in Nordwestdeutschland.
RAF Bückeburg als Verbindungs- und Transportflugplatz der britischen Besatzungszeit (1946–1948)
  • 1946–1948: In den ersten Nachkriegsjahren war RAF Bückeburg vor allem ein militärischer Verkehrs- und Verbindungsflugplatz. Von hier aus wurden Personal, Post, kleinere Fracht und dringende Sendungen zwischen den britischen Hauptquartieren, anderen RAF-Standorten in Deutschland und Großbritannien bewegt.
  • 1946–1948: Der Flugplatz hatte in dieser Phase keine klassische Rolle als großer Einsatzflugplatz für Kampfverbände, sondern war eng mit der britischen Besatzungsorganisation verbunden. Seine Bedeutung lag in der schnellen Verbindung zwischen den Stäben der Royal Air Force, der British Army of the Rhine und weiteren britischen Verwaltungsstellen.
  • 1946–1948: Stationiert waren in dieser Zeit vor allem britische Verbindungs- und Transportelemente. Genutzt wurden überwiegend leichtere Verbindungsflugzeuge und Transportmaschinen. Die genaue Belegung wechselte, da RAF Bückeburg stark als Durchgangs-, Verbindungs- und Unterstützungsplatz genutzt wurde.
Rolle während der Berliner Luftbrücke (1948–1949)
  • Juni 1948: Mit Beginn der sowjetischen Blockade West-Berlins gewann RAF Bückeburg vorübergehend deutlich an Bedeutung. Der Flugplatz wurde in die westalliierte Luftbrücke eingebunden, mit der die eingeschlossene Stadt Berlin aus der Luft versorgt wurde.
  • 1948–1949: Von Bückeburg aus starteten Transportflugzeuge zur Versorgung Berlins. Gleichzeitig war der Name Bückeburg eng mit einem der drei alliierten Luftkorridore verbunden. Der mittlere Luftkorridor nach Berlin trug die Bezeichnung „Bueckeburg Air Corridor“. Damit wurde Bückeburg nicht nur als Flugplatz, sondern auch als geographischer Bezugspunkt für den Luftverkehr nach Berlin wichtig.
  • 1948–1949: Für die größeren Transportflugzeuge der Luftbrücke musste die Startbahn verlängert beziehungsweise angepasst werden. Damit erhielt der Platz eine stärkere infrastrukturelle Grundlage als in seiner ursprünglichen Rolle als reiner Verbindungsflugplatz.
  • Mai 1949: Nach dem Ende der Berlin-Blockade verlor RAF Bückeburg schrittweise einen Teil seiner Sonderbedeutung. Der Platz blieb jedoch weiterhin ein wichtiger britischer Militärflugplatz in der Besatzungszone.
Nachkriegsverkehr, zivile Mitnutzung und alliierte Zwischenphase (1950–1954)
  • November 1950: Da Hannover-Langenhagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht für den regulären zivilen Luftverkehr zur Verfügung stand, wurde Bückeburg zeitweise auch in den zivilen Nachkriegsflugverkehr eingebunden. Auf der Strecke Düsseldorf – Hannover – Berlin wurde Bückeburg als Ersatz- beziehungsweise Zwischenlösung angeflogen.
  • 1950–1952: Diese zivile Nutzung blieb eine Übergangserscheinung. Sie zeigt jedoch, dass RAF Bückeburg in der frühen Nachkriegszeit nicht nur militärisch, sondern auch verkehrsorganisatorisch eine gewisse Bedeutung für die Region Hannover und den Luftverkehr nach Berlin hatte.
  • April 1952: Mit der Aufnahme des zivilen Verkehrs am Flughafen Hannover-Langenhagen endete diese besondere Ersatzfunktion für Bückeburg. Der Platz blieb wieder in erster Linie ein militärischer Standort.
  • 1952–1954: In dieser Phase nutzten weiterhin britische und alliierte Einheiten den Flugplatz. Zeitweise war die 1912. Light Liaison Flight mit Verbindungsflugzeugen vom Typ Auster in Bückeburg präsent. Außerdem werden für die frühe NATO-Zeit kurzzeitige Belegungen und Nutzungen durch verbündete Luftstreitkräfte genannt, darunter niederländische RF-84F Thunderflash-Aufklärer der 306 Squadron, bevor diese nach RAF Laarbruch verlegt wurden.
Rückgang der britischen Bedeutung und Aufgabe durch die RAF (1954–1956)
  • 1954: Die britische Führungsstruktur in Deutschland wurde neu geordnet. Mit der Verlegung wichtiger Hauptquartiere nach Rheindahlen bei Mönchengladbach verlor Bückeburg seine bisherige Rolle als nahegelegener Flugplatz für die britischen Stäbe in Bad Eilsen und Bad Oeynhausen.
  • 1954–1956: Durch diese Verlagerung sank die operative Bedeutung von RAF Bückeburg deutlich. Der Flugplatz wurde nicht mehr in dem Maße benötigt wie in den unmittelbaren Nachkriegsjahren und während der Berliner Luftbrücke.
  • 1956: Die Briten gaben RAF Bückeburg schließlich auf. Damit endete die erste große Phase der Flugplatzgeschichte: die britische Nachkriegs- und Besatzungszeit. Der Platz blieb jedoch militärisch interessant, da die neu aufgestellte Bundeswehr nach geeigneten Standorten für ihre Luftfahrt- und Heeresfliegerstrukturen suchte.
Übergang zur Bundeswehr und erste deutsche Dienststellen (1957–1959)
  • 23. März 1957: In Bückeburg begann eine neue militärische Phase. In der Jäger-Kaserne traf das Luftwaffenausbildungsregiment 4 mit Stab und einem Bataillon ein. Diese Luftwaffenpräsenz war jedoch nur vorübergehend und betraf vor allem die Kasernenstruktur in der Stadt, nicht den späteren Kernauftrag des Flugplatzes.
  • 1957: Die Bundeswehr begann mit dem Aufbau der Heeresfliegertruppe. Die ersten Heeresfliegereinheiten wurden mit Verbindungsflugzeugen Dornier Do 27 und Hubschraubern wie Bell 47 G-2 ausgerüstet. In dieser Zeit wurde die Grundlage für eine eigenständige Heeresfliegerausbildung geschaffen.
  • Januar 1958: Deutsche Behörden vereinbarten mit den britischen Stellen die Übernahme des Flugplatzes Bückeburg-Achum. Damit war der Weg frei, den ehemaligen RAF-Platz in einen Bundeswehrstandort umzuwandeln.
  • 15. April 1958: Ein Vorkommando der Heeresflieger-Instandsetzungsstaffel 835 traf auf dem Flugplatz Bückeburg-Achum ein. Diese Einheit erhielt später die Kennziffer 108. Damit begann die praktische Nutzung des Platzes durch die Heeresflieger der Bundeswehr.
  • Juni 1958: Die Heeresflieger-Transportstaffel 822 verlegte von Fritzlar nach Bückeburg-Achum und erhielt dort die Kennziffer 102. Damit wurde der Platz frühzeitig in die logistische und fliegerische Aufbauphase der Heeresflieger einbezogen.
  • September 1958: Für die 3. Panzerdivision wurde in Bückeburg die Heeresfliegerstaffel 3 aufgestellt. Diese Einheit blieb nur kurz am Standort und verlegte im April 1959 nach Celle-Wietzenbruch, wo sie unter neuer Bezeichnung weitergeführt wurde.
  • Februar 1959: Das Luftwaffenausbildungsregiment 4 verließ Bückeburg und verlegte nach Landsberg am Lech. Damit trat die Luftwaffenphase in Bückeburg zurück, während die Heeresflieger zunehmend den Standort prägten.
  • Juni 1959: Das Sanitätsbataillon 1 der 1. Panzerdivision wurde von Bad Eilsen nach Bückeburg verlegt. Auch diese Einheit gehörte nicht zum fliegerischen Kern des Standortes, zeigt aber die wachsende militärische Bedeutung Bückeburgs innerhalb der Bundeswehrstruktur.
Aufstellung und Verlegung der Heeresfliegerwaffenschule nach Bückeburg (1959–1960)
  • 1. Juli 1959: Die Heeresfliegerwaffenschule wurde in Niedermendig aufgestellt. Sie war als zentrale Ausbildungseinrichtung der Heeresfliegertruppe vorgesehen und sollte die fliegerische, technische und militärische Ausbildung der neuen Truppengattung bündeln.
  • 1959: Die Heeresfliegertruppe erhielt mit der SA-318 Alouette II einen Hubschraubertyp, der für viele Jahre eine wichtige Rolle in der Ausbildung spielen sollte. Die Alouette II wurde zu einem prägenden Schulungshubschrauber der frühen Bundeswehr-Heeresflieger.
  • März 1960: Die Heeresfliegerwaffenschule verlegte von Niedermendig nach Bückeburg-Achum. Mit ihr kamen die Heeresflieger-Lehrstaffel 51 und die Heeresflieger-Transport-Lehrstaffel 327 an den Standort. Damit wurde Bückeburg zum zentralen Ausbildungsplatz der deutschen Heeresflieger.
  • 1960: Der Flugplatz erhielt den Namen Schäfer-Kaserne. Aus dem ehemaligen britischen RAF-Standort entwickelte sich nun Schritt für Schritt ein deutscher Heeresflugplatz mit Schwerpunkt Hubschrauberausbildung. Die vorhandene britische Infrastruktur wurde weiter genutzt, aber nach und nach für die Bedürfnisse der Heeresflieger angepasst.
Ausbau zum zentralen Ausbildungsstandort der Heeresflieger (1960–1969)
  • 15. Juni 1960: Die Heeresflieger-Sanitätstransportstaffel 855 verlegte von Celle-Wietzenbruch nach Achum. Dort wurde sie als Lehrstaffel mit dem Hubschrauber Vertol H-21 eingesetzt. Die H-21, wegen ihrer Form auch als „Fliegende Banane“ bekannt, gehörte zu den markanten Hubschraubern der frühen Heeresfliegerzeit.
  • 1960–1962: Die Ausbildung in Bückeburg wurde organisatorisch und technisch aufgebaut. Noch waren nicht alle Ausbildungsanteile am Standort konzentriert. Teile der Hubschrauberführer-Grundschulung lagen zunächst bei der Luftwaffe in Faßberg, wurden aber schrittweise nach Bückeburg verlagert.
  • 1961: Aus dem Ausbildungsumfeld der Heeresfliegerwaffenschule heraus entstanden die Anfänge der späteren Hubschraubersammlung in Bückeburg. Diese Entwicklung führte langfristig zum Hubschraubermuseum Bückeburg, das eng mit der Geschichte der Heeresflieger am Standort verbunden ist.
  • 1962: Der erste Hubschrauberlehrgang der Heeresflieger wurde abgeschlossen. Damit war Bückeburg endgültig als Ausbildungszentrum für Hubschrauberbesatzungen etabliert.
  • 1962: Die Ausbildung auf der H-21 wurde beendet. Die aus der Heeresflieger-Sanitätstransportstaffel 855 hervorgegangene Lehrstruktur wurde anschließend aufgelöst beziehungsweise organisatorisch verändert. Die H-21 blieb dennoch ein wichtiges Symbol der frühen deutschen Heeresfliegerzeit.
  • 1. April 1963: Die Heeresfliegerwaffenschule stellte die Lehrgruppe B auf. Diese war für allgemeinmilitärische Lehrgänge und weitere Ausbildungsanteile der Heeresfliegertruppe zuständig. Ihre Unterbringung erfolgte in der Jäger-Kaserne. Damit bestand die Schule nicht nur aus fliegender Ausbildung, sondern entwickelte sich zu einer umfassenden Ausbildungsinstitution.
  • 1963: An der Heeresfliegerwaffenschule wurde die Bell UH-1D als Schulungsluftfahrzeug eingeführt. Dieser Hubschrauber wurde später zu einem der bekanntesten Muster der Bundeswehr und prägte über Jahrzehnte das Bild der deutschen Heeresflieger und der Luftrettung.
  • 1964: Die Heeresflugplatzkommandantur 102 wurde aufgestellt. Sie übernahm die örtliche Betriebsführung des Heeresflugplatzes Bückeburg-Achum und war auch für Außenlandeplätze zuständig. Organisatorisch war sie dem Heeresfliegerkommando 1 des I. Korps in Münster zugeordnet.
  • 1. April 1966: Die Heeresflieger-Lehrstaffel 51 wurde in Heeresfliegerverbindungsstaffel 700 umbenannt. Sie blieb eng mit der Heeresfliegerwaffenschule verbunden und hatte zugleich besondere Verbindungsaufgaben.
  • 1967: Das Sanitätsbataillon 1 verließ Bückeburg und wurde nach Hildesheim verlegt. Damit konzentrierte sich der militärische Schwerpunkt des Standortes noch stärker auf die Heeresfliegerausbildung.
Konsolidierung, Lehrstaffeln und technische Modernisierung (1970–1979)
  • 1. April 1971: Die Heeresfliegerverbindungsstaffel 700 erhielt die neue Bezeichnung Heeresfliegerstaffel 900. Im Frieden diente sie der Heeresfliegerwaffenschule. Im Verteidigungsfall war für die Einheit eine besondere Aufgabe im Zusammenhang mit dem Sicherungs- und Versorgungs-Regiment des Bundesministeriums der Verteidigung vorgesehen.
  • 1970er Jahre: Bückeburg-Achum wurde weiter für den Hubschrauberbetrieb ausgebaut. Die alten britischen Baracken und provisorischen Gebäude verschwanden schrittweise. Neue Staffelgebäude, Lehrsaalgebäude und technische Einrichtungen entstanden. Der Flugplatz wandelte sich von einem ehemaligen RAF-Verkehrsflugplatz zu einem spezialisierten Ausbildungsstandort für Drehflügler.
  • Mitte der 1970er Jahre: Moderne Simulatoren wurden Teil der Ausbildung. Damit wurde die Schulung in Bückeburg breiter, sicherer und technisch anspruchsvoller. Die Simulatorausbildung entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Heeresfliegerausbildung.
  • 1973: Für Erprobungsaufgaben wurde eine Heeresfliegerversuchsstaffel aufgestellt. Sie diente der konzeptionellen und technischen Weiterentwicklung des Einsatzes von Heeresfliegern. Zu den Erprobungen gehörten auch Fragen der Bewaffnung von Hubschraubern.
  • 1978: Die Einführung des Panzerabwehrhubschraubers MBB Bo 105 P war ein wichtiger Meilenstein für die Heeresfliegertruppe. Vorangegangene Erprobungen und Ausbildungsanteile hatten auch Bezug zur Entwicklung und Einsatzvorbereitung dieses Waffensystems. Bückeburg blieb dabei ein wichtiger Ort für Ausbildung, Schulung und Weiterentwicklung.
Bückeburg als etablierte Heeresfliegerwaffenschule im Kalten Krieg (1980–1989)
  • 1980er Jahre: Während des Kalten Krieges war Bückeburg einer der zentralen Orte der deutschen Heeresfliegertruppe. Die Heeresfliegerwaffenschule bildete Luftfahrzeugführer, technisches Personal und Führungspersonal aus. Durch den Ausbildungsauftrag waren über die Jahre nahezu alle wichtigen Flugmuster der Heeresfliegertruppe am Standort präsent oder in die Ausbildung eingebunden.
  • 1980er Jahre: Neben der Alouette II und der Bell UH-1D spielten auch weitere Hubschraubermuster der Heeresflieger eine Rolle in Ausbildung, Lehrbetrieb, Typeneinweisung oder technischer Schulung. Bückeburg war damit nicht nur ein Flugplatz, sondern das fachliche Zentrum der Heeresfliegerausbildung.
  • 1980er Jahre: Die Heeresfliegerstaffel 900 blieb mit besonderen Verbindungs- und Unterstützungsaufgaben Teil der Standortgeschichte. Die Heeresflugplatzkommandantur 102 sorgte weiter für die Betriebsführung am Flugplatz und auf den Außenlandeplätzen.
  • 1980er Jahre: Der Standort war stark durch den Schulbetrieb geprägt. Anders als reine Einsatzflugplätze war Bückeburg vor allem ein Ausbildungs-, Lehr- und Kompetenzstandort. Der tägliche Flugbetrieb diente der Schulung, der Weiterbildung, der Standardisierung und der Vorbereitung von Personal für die Heeresfliegerverbände der Bundeswehr.
Veränderungen nach dem Ende des Kalten Krieges (1990–1999)
  • 1990: Mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges veränderte sich auch die Bundeswehr. Die Heeresfliegerwaffenschule blieb jedoch ein zentraler Standort, weil die Ausbildung von Hubschrauberführern und technischem Personal weiterhin gebündelt werden musste.
  • 1990er Jahre: Die Ausbildung wurde an neue Einsatzrealitäten angepasst. Die Bundeswehr entwickelte sich zunehmend von einer auf Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichteten Armee zu einer Streitkraft mit internationalen Einsatzaufgaben. Dies beeinflusste auch die Inhalte der fliegerischen und militärischen Ausbildung.
  • 1998: Als weiterer Ausbildungsstandort kam Le Luc in Frankreich hinzu. Dort entwickelte sich die deutsch-französische Zusammenarbeit in der Ausbildung für den Kampfhubschrauber Tiger. Bückeburg blieb dabei der deutsche Kernstandort der Heeresfliegerausbildung, während spezialisierte Ausbildungsteile zunehmend standortübergreifend organisiert wurden.
  • 1990er Jahre: Die internationale Zusammenarbeit nahm deutlich zu. Bückeburg wurde nicht nur als deutscher Schulstandort wahrgenommen, sondern zunehmend als Teil eines größeren europäischen Ausbildungsverbundes für Hubschrauberbesatzungen.
Neue Hubschraubergenerationen und internationale Ausbildungsstrukturen (2000–2009)
  • 2002: Celle wurde als weiterer Standort in die Ausbildungs- und Erprobungsstruktur eingebunden. Die Heeresfliegerversuchsstaffel 910 wurde in diesem Zusammenhang Teil der erweiterten Struktur. Damit wurde die Heeresfliegerausbildung noch stärker auf mehrere Standorte verteilt.
  • 2003: Deutschland und Frankreich betrieben gemeinsam das Deutsch-Französische Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger in Le Luc beziehungsweise Le Cannet-des-Maures. Dort erfolgte die Ausbildung für den Kampfhubschrauber Tiger. Für Bückeburg bedeutete dies eine stärkere Einbindung in internationale und multinationale Ausbildungsabläufe.
  • 2000er Jahre: In Bückeburg veränderten sich die Ausbildungsinhalte durch die Einführung neuer Hubschraubergenerationen. Neben der klassischen Grundausbildung rückten moderne Schulungs-, Simulator- und Musterausbildungen stärker in den Mittelpunkt.
  • 2000er Jahre: Die EC 135 wurde als moderner Schulungshubschrauber für die Grundausbildung wichtig. Sie löste ältere Ausbildungsstrukturen ab und brachte die fliegerische Grundschulung technisch auf einen neuen Stand.
  • 2000er Jahre: Gleichzeitig gewannen NH90 und Tiger als neue Waffensysteme des Heeres an Bedeutung. Die Ausbildung musste an digitale Cockpits, komplexere Einsatzprofile, neue Simulatoren und deutlich anspruchsvollere technische Lehrinhalte angepasst werden.
Bundeswehrreform und Ende der Heeresfliegerwaffenschule als Name (2010–2015)
  • 2010–2014: Die Bundeswehr wurde im Rahmen der Neuausrichtung umfassend umstrukturiert. Auch die Heeresfliegertruppe und ihre Ausbildungseinrichtungen wurden neu geordnet. Bückeburg blieb trotz dieser Veränderungen der zentrale Ausbildungsstandort für Hubschrauberführer und Fachpersonal.
  • 2013: Im Zuge neuer Führungsstrukturen wurden Ausbildungseinrichtungen des Heeres stärker zusammengefasst und truppendienstlich neu eingebunden. Die Heeresfliegerwaffenschule blieb weiterhin in Bückeburg, wurde jedoch in die modernisierte Ausbildungslandschaft des Heeres eingepasst.
  • 1. Juli 2015: Die Heeresfliegerwaffenschule wurde in Internationales Hubschrauberausbildungszentrum umbenannt und neu aufgestellt. Damit endete der traditionsreiche Name „Heeresfliegerwaffenschule“ nach mehr als fünf Jahrzehnten in Bückeburg, während der Ausbildungsauftrag am Standort erhalten blieb und erweitert wurde.
  • 2015: Mit der Neuaufstellung übernahm das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum zusätzliche Verantwortung für die Ausbildung auf modernen Hubschraubersystemen. Dazu gehörten insbesondere Ausbildungsanteile für NH90 und Tiger sowie die stärkere Bündelung fliegerischer, technischer und Simulator gestützter Ausbildung.
Internationales Hubschrauberausbildungszentrum Bückeburg (2015–heute)
  • 2015: Das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum wurde dem Kommando Hubschrauber innerhalb der Division Schnelle Kräfte unterstellt. Es wurde zur zentralen Ausbildungseinrichtung für Hubschrauberführer, luftfahrzeugtechnisches Personal, Führungspersonal und Spezialisten der Heeresfliegertruppe.
  • 2015–heute: Der Standort Bückeburg bildet Hubschrauberführer für Heer, Luftwaffe und Marine aus. Die Grundausbildung erfolgt unter anderem auf EC 135 und Bell 206. Hinzu kommen Musterschulungen und weiterführende Ausbildungsanteile für NH90 und Tiger.
  • 2015–heute: Das Ausbildungszentrum arbeitet international. Auch ausländische Luftfahrzeugführeranwärter werden in Bückeburg ausgebildet, darunter Personal verbündeter Nationen. Besonders genannt werden Ausbildungsbeziehungen mit Schweden und den Niederlanden.
  • 2015–heute: Die Ausbildung ist heute auf mehrere Orte verteilt. Neben Bückeburg gehören weitere Standorte in Deutschland und Frankreich zur Gesamtstruktur. Bückeburg bleibt dabei der zentrale deutsche Standort und der historische Kern der Heeresfliegerausbildung.
  • 2015–heute: Zur Struktur des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums gehören unter anderem der Stab, der Bereich Lehre und Ausbildung, Lehrgruppen, ein Simulatorzentrum, technische Ausbildungsanteile, die Flugbetriebsstaffel, luftfahrzeugtechnische Elemente sowie die Ausbildungswerkstatt Heer Bückeburg.
  • 2015–heute: Die Aufgaben reichen von der Hubschrauberführergrundausbildung über Simulatorausbildung, Muster- und Einsatzflugausbildung, technische Ausbildung, Sprachenausbildung und Laufbahnlehrgänge bis zur Standardisierung von Transport- und Kampfhubschrauberbesatzungen.
  • 2015–heute: Bückeburg ist damit nicht nur ein Heeresflugplatz, sondern eines der wichtigsten Kompetenzzentren der Bundeswehr für die Hubschrauberausbildung. Aus dem ehemaligen britischen Nachkriegsflugplatz wurde ein moderner Ausbildungsstandort mit internationaler Ausrichtung.

EINHEITEN / UNITS

GERMAN ARMY

Internationales Hubschrauber Ausbildungszentrum

Das internationale Hubschrauberausbildungszentrum im niedersächsischen Bückeburg bildet nationale und internationale Hubschrauberbesatzungen aus.

FACEBOOK

Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg



Flight Radar


Static Airframes

PRESERVED

  • 56+16 (QW+712) / Dornier Do 27 A-1 / cn 284 / West German Air Force / (Fake Reg)
  • 71+98 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8318 / German Army
  • 75+11 (76+09) / Sud Aviation Alouette II SE.3130 / cn 1217 / German Army / (Fake Reg)
  • 75+55 / Sud Aviation Alouette II SE.3130 / cn 1406 / German Army
  • 77+17 / Sud Aviation Alouette II SE.3130 / cn 1871 / German Army
  • 83+32 / Weserflug H-21C Shawnee / cn WG.32 / West German Air Force
  • 93+80 / Mil Mi-8 PS / cn 10597 / German Army
  • SA101 (QA+471) / Sud Aviation H-34A Choctaw / cn SA.101 / French Air Force / (Fake Reg)

WITHDRAWN FROM USE

  • 41+06 / Dassault-Breguet Dornier Alpha Jet / cn 0106 / German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 80+10 / MBB Bo.105 M / cn 5010 / German Army / Ground Instructional Airframe
  • 84+16 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V014 / German Army
  • 85+11 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V109 / German Army
  • 91+62 / Focke-Wulf/Piaggio P.149 D / cn 184 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 99+17 / North American Rockwell OV-10B Bronco / cn 338-2 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 99+29 / North American Rockwell OV-10B Bronco / cn 338-14 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 99+42 / FIAT G.91 R-3 / cn 59 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe
  • 99+45 / FIATG.91 R-3 / cn D499 / West German Air Force / Ground Instructional Airframe

Die lokale Luftfahrt-Community vor Ort

FACEBOOK

Heeresflugplatz Bückeburg

FLUGZEUG FORUM

Flugbetrieb in Bückeburg (ETHB) 2026 (de)


Flughafen Spotter Leitfäden

SPOTTERGUIDE

Bückeburg Air Base

SCRAMBLE

Bückeburg (EN)


Weitere interessante Informationen

WIKIPEDIA

Heeresflugplatz Bückeburg (DE)

WIKIPEDIA

Internationales Hubschrauberausbildungszentrum (DE)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert