Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

DIEPHOLZ (GERMAN AIR FORCE)
Der Fliegerhorst Diepholz gehört zu den traditionsreichen Luftwaffenstandorten in Norddeutschland. Seine Geschichte reicht bis in die 1930er Jahre zurück und ist eng mit der Entwicklung der militärischen Luftfahrt, der Versorgung der Luftwaffe und der späteren Bundeswehrlogistik verbunden. Was einst als Fliegerhorst der Luftwaffe entstand, entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem wichtigen Standort für Materialversorgung, technische Unterstützung und Instandhaltung.
Besonders prägend war über Jahrzehnte die Rolle als Versorgungsstandort der Bundeswehr. Diepholz war nie nur ein klassischer Flugplatz, sondern immer auch ein Ort, an dem Technik, Lagerung, Ausbildung und militärische Infrastruktur zusammenkamen. Vom Einsatz verschiedener Luftwaffenverbände im Zweiten Weltkrieg über die Reaktivierung durch die Bundeswehr bis zur heutigen Nutzung durch Unterstützungs- und Instandhaltungseinheiten zeigt der Standort eine bemerkenswerte Kontinuität.
Heute steht der Fliegerhorst Diepholz vor allem für Bundeswehrlogistik, Waffensystemunterstützung und die technische Betreuung von Luftfahrzeugen. Damit bleibt der Platz auch ohne große dauerhaft stationierte fliegende Verbände ein bedeutender Teil der deutschen Militärluftfahrtgeschichte. Für Spottermania ist Diepholz deshalb ein Standort, der nicht nur durch seine Flugplatzgeschichte, sondern vor allem durch seine lange militärische Entwicklung und seine besondere Rolle innerhalb der Luftwaffe interessant ist.
Fliegerhorst Diepholz
Maschstraße 200
D-49356 Diepholz
IATA: –
ICAO: ETND
RUNWAY:
08/26 (1283×45m) Asphalt
GESCHICHTE
Die Entstehung eines neuen Luftwaffenstandortes bei Diepholz (1934–1936)
- 1934 begann die Planung für den späteren Fliegerhorst Diepholz. Als Standort wurde ein Gelände südwestlich der Stadt ausgewählt, in der Willenberger Marsch. Die Lage bot ausreichend Fläche für einen militärischen Flugplatz und lag zugleich günstig genug, um mit der Stadt und dem Bahnhof Diepholz verbunden zu werden. Noch im selben Jahr begannen erste Arbeiten durch Luftbaubataillone und den Reichsarbeitsdienst. Das ursprüngliche Rollfeld wurde als große Rasenfläche angelegt und war für die damaligen Einsatzmuster ausreichend dimensioniert.
- 1936 übernahm die Luftwaffe den neuen Standort offiziell. In dieser Phase entstand in Diepholz nicht nur ein Flugplatz, sondern auch ein wichtiger logistischer Luftwaffenstandort. Der sogenannte Luftpark Diepholz wurde eingerichtet. Damit erhielt der Platz Werkstätten, Lagerbereiche, Kasernenanlagen, Flugzeughallen und eine eigene Bahnanbindung zum Bahnhof Diepholz. Diese frühe Ausrichtung als Versorgungs- und Instandhaltungsstandort prägte den Fliegerhorst über Jahrzehnte hinweg.
Erste fliegende Verbände vor dem Zweiten Weltkrieg (1937–1939)
- 1937 wurde der Fliegerhorst Diepholz mit einem ersten fliegenden Verband belegt. Stationiert wurde die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 254. Damit erhielt der Platz seine erste operative fliegerische Nutzung. Diepholz war zu dieser Zeit Teil des rasch ausgebauten Luftwaffennetzes im Deutschen Reich und diente neben dem Flugbetrieb auch weiterhin logistischen Aufgaben.
- April 1937 bis März 1938 lag die III./KG 254 in Diepholz. Diese Stationierung markierte den Beginn der militärischen Luftfahrtgeschichte des Platzes als Einsatz- und Ausbildungsstandort. Die Infrastruktur wurde in dieser Zeit weiter ergänzt und auf den militärischen Betrieb abgestimmt.
Der Fliegerhorst im Zweiten Weltkrieg (1939–1945)
- 1939 erhielt Diepholz eine erweiterte militärische Bedeutung. Zu Beginn des Krieges waren hier unter anderem die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 4 mit Heinkel He 111 sowie die Luftflotten-Nachrichtenschule 2 stationiert. Für die Nachrichtenschule wurden im nordöstlichen Bereich zusätzliche Baracken errichtet. Die Verbindung von fliegendem Verband, Ausbildung und Logistik machte Diepholz zu einem vielseitig genutzten Luftwaffenstandort.
- Dezember 1939 bis Februar 1940 war die II./KG 4 mit Heinkel He 111P in Diepholz stationiert. Der Verband blieb nur wenige Monate am Platz und wurde anschließend einsatzbedingt verlegt. Auch die Luftflotten-Nachrichtenschule 2 verließ Diepholz Anfang 1940 wieder und wurde nach Böhmen verlegt.
- 1940 begann eine neue Ausbauphase. Für Diepholz waren umfangreiche Erweiterungen geplant. Vorgesehen waren drei Start- und Landebahnen in Dreiecksform, wie sie bei mehreren größeren Luftwaffenplätzen dieser Zeit üblich waren. Verwirklicht wurde jedoch nur eine befestigte Betonbahn in West-Ost-Richtung. Zusätzlich entstanden Verteidigungsanlagen, darunter Flakstellungen im Umfeld des Flugplatzes.
- November 1940 war die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 27 kurzzeitig in Diepholz stationiert. Eingesetzt wurden Messerschmitt Bf 109E. Diese Stationierung blieb nur von kurzer Dauer, zeigt aber, dass der Fliegerhorst nicht nur für Bomber- und Transportverbände, sondern zeitweise auch für Jagdverbände genutzt wurde.
- 1941 bis 1942 wurde Diepholz auch als Arbeitsplatz für die Flugzeugführerschule A/B 33 aus Quakenbrück genutzt. Damit spielte der Platz neben seinen logistischen Aufgaben ebenfalls eine Rolle in der fliegerischen Ausbildung. Die vorhandene Infrastruktur mit Startbahn, Rollwegen, Werkstätten und Unterkünften bot dafür gute Voraussetzungen.
- Mai 1942 bis Juli 1942 lag die Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 5 in Diepholz. Diese Einheit gehörte zu den Transport- und Sonderverbänden der Luftwaffe. In dieser Phase wurde der Platz stärker in Transportaufgaben eingebunden.
- November 1942 bis März 1943 folgte die Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 106. Sie war mit Junkers Ju 52/3m ausgerüstet. Damit wurde Diepholz zeitweise zu einem Standort für Lufttransportverbände, die im Krieg für Personal-, Material- und Nachschubtransporte eingesetzt wurden.
- April 1943 war kurzzeitig die Kampfgruppe zur besonderen Verwendung 23 mit Heinkel He 111 in Diepholz stationiert. Auch diese Stationierung blieb zeitlich begrenzt, passt jedoch in die damalige Nutzung des Fliegerhorstes als flexibel belegbarer Einsatz- und Zwischenstandort.
- August 1943 bis September 1943 befand sich der Stab des Transportgeschwaders 2 in Diepholz. Eingesetzt wurden unter anderem Junkers Ju 52/3m. Der Standort blieb damit weiterhin in Transportstrukturen der Luftwaffe eingebunden.
- August 1943 bis Oktober 1943 waren der Stab und die I. Gruppe des Transportgeschwaders 1 in Diepholz stationiert. Auch diese Einheit nutzte Junkers Ju 52/3m. Die Abfolge mehrerer Transportverbände zeigt, dass Diepholz im weiteren Kriegsverlauf vor allem als logistischer und transportbezogener Luftwaffenplatz Bedeutung hatte.
- 1943 bis 1944 war zudem die Ergänzungsgruppe des Flugzeugüberführungsgeschwaders 1 mit Diepholz verbunden. Solche Einheiten dienten der Überführung, Ergänzung und dem personellen beziehungsweise materiellen Nachschub innerhalb der Luftwaffe.
- 21. Februar 1944 wurde der Fliegerhorst bei einem schweren alliierten Luftangriff stark beschädigt. Gebäude, Flugzeughallen und die Startbahn wurden getroffen. Auf dem Boden wurden unter anderem Luftfahrzeuge beschädigt oder zerstört. Der Angriff beeinträchtigte die weitere Nutzung des Platzes erheblich.
- 30. Mai 1944 erfolgte ein weiterer schwerer Angriff. Dabei wurden die Startbahn, die Entwässerung der Bahn und Hallenbereiche erneut beschädigt. Die Wiederherstellung erforderte erhebliche Arbeitskräfte und Material. Nach diesen Angriffen verlor Diepholz als aktiver Einsatzflugplatz weiter an Bedeutung.
- 6. April 1945 wurde der Fliegerhorst Diepholz von britischen Truppen besetzt. Damit endete die Nutzung durch die Luftwaffe der Wehrmacht. Der Platz war zu diesem Zeitpunkt durch Kriegseinwirkungen und Demilitarisierungsmaßnahmen bereits stark beeinträchtigt.
Britische Nutzung, Demilitarisierung und zivile Zwischenphase (1945–1956)
- 1945 nutzte die Royal Air Force den Flugplatz nach der Besetzung nur kurzzeitig. Eine wichtige Aufgabe war die Rückführung britischer Kriegsgefangener. Danach wurden militärische Einrichtungen zurückgebaut oder demilitarisiert. Kasernen- und Barackengebäude dienten anschließend unter anderem der Unterbringung von Displaced Persons und später von Vertriebenen.
- 1945 bis 1956 verlor Diepholz seine Rolle als aktiver Militärflugplatz. Teile der Gebäude wurden zivil genutzt, während die militärische Infrastruktur nur noch eingeschränkt vorhanden war. Der einstige Luftwaffenstandort blieb jedoch baulich und räumlich erhalten, sodass eine spätere Reaktivierung grundsätzlich möglich blieb.
Reaktivierung durch die Bundeswehr und Wiederaufbau des Fliegerhorstes (1956–1959)
- Sommer 1956 trafen die ersten Soldaten der neuen Bundeswehr-Luftwaffe in Diepholz ein. Damit begann die Reaktivierung des Fliegerhorstes. Eine Fliegerhorstgruppe nahm die Wiederherstellung der beschädigten und teilweise zivil genutzten Infrastruktur auf. Gleichzeitig mussten auf dem Gelände ansässige zivile Betriebe ausgelagert werden, um den militärischen Flugbetrieb wieder vorzubereiten.
- April 1957 wurde die Versorgungsgruppe A 21 aus Erding nach Diepholz verlegt. Aus dieser Einheit entwickelte sich später das Luftwaffenversorgungsregiment 2. Damit wurde die bereits in der Vorkriegszeit angelegte logistische Rolle des Standortes fortgeführt. Diepholz wurde erneut ein Schwerpunkt für Versorgung, Materialwirtschaft und technische Unterstützung der Luftwaffe.
- 1958 wurde die neue Start- und Landebahn fertiggestellt. Damit war der Standort wieder als moderner Bundeswehrflugplatz nutzbar. Die befestigte Bahn bildete die Grundlage für den militärischen Flugbetrieb der folgenden Jahrzehnte.
- 1959 wurde die Ausbildungsgruppe A der Flugzeugführerschule S auf den Fliegerhorst Diepholz verlegt. Damit erhielt der Platz neben seinen Versorgungsaufgaben erneut eine fliegerische Ausbildungsfunktion. Die Verbindung von Ausbildung, Technik und Logistik machte Diepholz zu einem vielseitigen Standort der Luftwaffe.
Ausbau als Luftwaffen- und Versorgungsstandort der Bundeswehr (1960–1967)
- 1960er Jahre entwickelte sich Diepholz weiter zu einem wichtigen Bundeswehrstandort. Der Fliegerhorst war weniger durch dauerhaft stationierte Kampfverbände geprägt, sondern vor allem durch Versorgung, Instandhaltung, Ausbildung und Unterstützung. Diese Ausrichtung passte zur Lage und zur vorhandenen Infrastruktur des Platzes.
- 1960 bis 1967 festigte sich die Rolle des Luftwaffenversorgungsregiments 2. Der Verband wurde zum bestimmenden Nutzer des Fliegerhorstes. Seine Aufgaben lagen in der Materialversorgung, Lagerung, technischen Unterstützung und Bereitstellung von Ausrüstung für die Luftwaffe. Damit wurde Diepholz zu einem Standort, der für die Einsatzbereitschaft anderer fliegender Verbände wichtig war, ohne selbst dauerhaft ein klassischer Einsatzflugplatz für Kampfflugzeuge zu sein.
Hubschrauber, Motorsport und zivile Mitnutzung (1968–1975)
- 1968 begann eine besonders markante Phase am Fliegerhorst Diepholz. In diesem Jahr wurde die II. Fliegende Gruppe des Hubschraubertransportgeschwaders 64 am Standort stationiert. Damit kamen Transporthubschrauber nach Diepholz, wodurch der Platz auch fliegerisch wieder stärker sichtbar wurde. Das Hubschraubertransportgeschwader 64 gehörte zu den wichtigen Hubschrauberkräften der Luftwaffe.
- 1968 bis 1971 war Diepholz Heimat der II. Fliegenden Gruppe des Hubschraubertransportgeschwaders 64. Diese Phase verband den logistischen Standort mit aktivem Hubschrauberflugbetrieb. Die Aufgabe des Verbandes lag im Transport von Personal und Material sowie in der Unterstützung militärischer Einsätze und Übungen.
- 20. Juli 1968 fand auf dem Gelände des Fliegerhorstes erstmals ein ADAC-Flugplatzrennen statt. Dafür wurden Teile der Startbahn, Rollwege und Vorfelder genutzt. Die Motorsportveranstaltungen entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem bekannten zivilen Kapitel der Diepholzer Platzgeschichte.
- 1971 endete die Stationierung der II. Fliegenden Gruppe des Hubschraubertransportgeschwaders 64 in Diepholz. Der Standort blieb jedoch für die Luftwaffe wichtig. Die Aufgaben verschoben sich wieder stärker in Richtung Versorgung, Instandhaltung und Standortunterstützung.
- 1975 erhielt der Aero-Club Diepholz einen Mitbenutzungsvertrag mit der Bundeswehr. Damit begann die zivile Sportfliegerei auf dem militärischen Gelände. Die zivile Nutzung war jedoch immer durch die militärische Sicherheitslage begrenzt und musste mit den Abläufen des Fliegerhorstes abgestimmt werden.
Logistikstandort, Luftwaffenversorgung und besondere Doppelnutzung (1976–1999)
- Ende der 1970er Jahre blieb Diepholz fest in die Versorgung der Luftwaffe eingebunden. Der Fliegerhorst war kein klassischer Frontflugplatz mit dauerhaft stationierten Kampfflugzeugen, sondern ein Standort mit hoher Bedeutung für Material, Technik, Lagerung und Unterstützung.
- 1980er Jahre wurde der Fliegerhorst zunehmend auch durch die besonderen Motorsportveranstaltungen bekannt. Auf Startbahn, Rollwegen und Vorfeldbereichen fanden hochkarätige Rennen statt. Besonders die späteren DTM-Rennen machten Diepholz über die Region hinaus bekannt. Militärisch blieb jedoch das Luftwaffenversorgungsregiment 2 der prägende Hauptnutzer.
- 1984 bis 1996 fanden auf dem Flugplatzgelände mehrere Rennwochenenden der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft beziehungsweise späterer Tourenwagenserien statt. Der Rundkurs nutzte Teile der militärischen Infrastruktur. Diese zivile Sondernutzung änderte jedoch nichts daran, dass der Fliegerhorst weiterhin ein militärischer Sicherheitsbereich blieb.
- 1989 bis Anfang der 1990er Jahre veränderte sich die sicherheitspolitische Lage grundlegend. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden viele Bundeswehrstandorte überprüft, reduziert oder neu strukturiert. Auch Diepholz wurde in diese Überlegungen einbezogen. Der Standort blieb jedoch erhalten, weil seine logistischen und technischen Aufgaben weiterhin benötigt wurden.
- Ende der 1990er Jahre liefen die Motorsportveranstaltungen auf dem Fliegerhorst aus. Gründe waren unter anderem Kosten, organisatorische Anforderungen und die schwierige Vereinbarkeit mit einem militärischen Sicherheitsbereich. Für Diepholz endete damit ein auffälliges, aber letztlich ziviles Nebenkapitel der Platzgeschichte.
Neuordnung der zivilen Nutzung und Fortbestand als Bundeswehrstandort (2000–2012)
- 2000 wurde die Flugplatz Diepholz-Dümmerland GmbH gegründet. Im Südosten des Geländes entstand ein eigener ziviler Betriebsbereich mit eigenem Tower, Abstellflächen und Hallen außerhalb des militärischen Sicherheitsbereichs. Dadurch wurde die schwierige Doppelnutzung zwischen Bundeswehr und ziviler Sportfliegerei deutlich entschärft.
- 2000er Jahre blieb der militärische Schwerpunkt in Diepholz weiterhin auf Versorgung, Materialwirtschaft und technischer Unterstützung. Das Luftwaffenversorgungsregiment 2 betrieb den Fliegerhorst als Hauptnutzer und prägte den Standort über Jahrzehnte. Dazu kamen weitere unterstützende Dienststellen der Bundeswehr.
- 31. Dezember 2012 endete die lange Ära des Luftwaffenversorgungsregiments 2 als Hauptnutzer des Fliegerhorstes Diepholz. Der Verband hatte den Standort seit seiner Entwicklung aus der Versorgungsgruppe A 21 über viele Jahrzehnte geprägt. Mit seiner Auflösung beziehungsweise Umstrukturierung begann eine neue Organisationsphase.
Waffensystemunterstützungszentrum 2 und neue Struktur der Luftwaffe (2013–2018)
- Januar 2013 wurden die meisten Einheiten am Standort dem Waffensystemunterstützungszentrum 2 unterstellt. Damit blieb Diepholz ein technischer und logistischer Kernstandort der Luftwaffe. Der Schwerpunkt lag nun stärker auf Waffensystemunterstützung, Instandsetzung, technischer Expertise, Softwareunterstützung und spezialisierten Unterstützungsleistungen für Einsatzverbände.
- 2013 bis 2017 wurde Diepholz weiter als Standort für technische und logistische Luftwaffenaufgaben genutzt. Der Charakter des Fliegerhorstes blieb damit konstant: keine klassische Einsatzbasis mit dauerhaft stationierten Kampfflugzeugen, sondern ein Standort, der die Einsatzfähigkeit anderer Verbände durch Technik, Material, Lagerung und Unterstützung absichert.
- 2017 kehrte ein Stück Ausbildungsgeschichte symbolisch nach Diepholz zurück. Eine Piaggio/Focke-Wulf P.149D, ein Muster, das eng mit der Flugzeugführerausbildung der Luftwaffe verbunden ist, wurde beim Aero-Club Diepholz stationiert. Das war kein neuer militärischer Verband, aber ein sichtbarer Bezug zur früheren Ausbildungsnutzung des Standortes.
- 18. September 2018 wurde die Fliegerhorststaffel aufgelöst und als Luftwaffenunterstützungsstaffel Diepholz neu aufgestellt. Gleichzeitig wurde das Systemzentrum 21 aufgelöst und als Abgesetzte Instandhaltungsstaffel des Hubschraubergeschwaders 64 neu aufgestellt. Damit erhielt Diepholz wieder eine direkte organisatorische Verbindung zum Hubschraubergeschwader 64.
Sicherung des Standortes und Ausbau der logistischen Bedeutung (2019–2024)
- August 2019 wurde bekannt, dass der Fliegerhorst Diepholz entgegen früherer Überlegungen nicht aufgegeben werden sollte. Die Bundeswehr erklärte den Standort weiterhin als dauerhaft benötigt. Diese Entscheidung stand im Zusammenhang mit den Trendwenden bei Personal und Material sowie mit dem Bedarf an vorhandener Infrastruktur.
- 2019 gewann besonders die Hubschrauberinstandhaltung an Bedeutung. Die in Diepholz vorhandenen Fähigkeiten für die technische Betreuung von Hubschraubern, insbesondere im Umfeld der CH-53, wurden zu einem wichtigen Argument für den Erhalt des Standortes. Diepholz blieb damit Teil der Luftwaffenstruktur und wurde nicht wie zunächst geplant aus der Nutzung genommen.
- Oktober 2018 bis heute ist in Diepholz eine abgesetzte Instandhaltungsstaffel des Hubschraubergeschwaders 64 stationiert. Das Hubschraubergeschwader 64 betreibt unter anderem die schweren Transporthubschrauber CH-53 GA/GS/GE sowie H145M LUH SOF. Die Diepholzer Staffel ist dabei vor allem in die Instandhaltung und technische Unterstützung eingebunden.
- 2021 übernahm Rheinmetall am Standort Diepholz Instandhaltungsleistungen für CH-53-Transporthubschrauber der Bundeswehr. Die Arbeiten wurden in die Struktur des Hubschraubergeschwaders 64 eingebettet. Dadurch wurde Diepholz weiter als technischer Standort für die schwere Hubschrauberflotte der Luftwaffe gestärkt.
- 2022 waren am Fliegerhorst Diepholz mehrere Bundeswehrdienststellen stationiert. Dazu gehörten der Stab des Waffensystemunterstützungszentrums 2 der Luftwaffe, das Materiallager Diepholz des Bundeswehrdepots West, Teile des Objektschutzregiments der Luftwaffe, Teile des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Oldenburg, die Sanitätsstaffel Diepholz und die Instandhaltungsstaffel als Teil des Hubschraubergeschwaders 64.
- 2024 war der Ausbau des Materiallagers ein zentrales Thema. Das Lager war in den Jahren zuvor deutlich gewachsen und verfügte über zahlreiche moderne Lagerhallen. Diepholz entwickelte sich damit weiter zu einem wichtigen logistischen Knotenpunkt der Bundeswehr. Neben der Luftwaffe spielte auch die Streitkräftebasis beziehungsweise die spätere Unterstützungsstruktur der Bundeswehr eine wichtige Rolle.
Aktuelle Rolle und weitere Entwicklung des Fliegerhorstes (2025–2030)
- 2025 blieb der Fliegerhorst Diepholz ein militärisch genutzter Standort mit Schwerpunkt auf Waffensystemunterstützung, Materiallagerung, Instandhaltung und Standortbetrieb. Die abgesetzte Instandhaltungsstaffel des Hubschraubergeschwaders 64 verbindet den Platz weiterhin mit dem aktiven Luftwaffenflugbetrieb, auch wenn Diepholz in erster Linie kein klassischer Einsatzflugplatz mit dauerhaft stationierter fliegender Hauptgruppe ist.
- 2025 änderte sich die zivile Nutzung des Platzes deutlich. Der Mitbenutzungsvertrag für die zivile Nutzung wurde beendet beziehungsweise nicht fortgeführt. Hintergrund waren unter anderem Sicherheitsbedenken und Schäden an der Start- und Landebahn. Der militärische Hubschrauberbetrieb war davon nicht in gleicher Weise abhängig, da die dort relevanten Hubschrauber die klassische Piste nicht zwingend benötigen.
- 2026 wurde erneut deutlich, dass Diepholz als Bundeswehrstandort langfristig erhalten bleiben soll. Seit 2014 waren erhebliche Bundesmittel in den Fliegerhorst geflossen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Materiallager und dem weiteren Ausbau der logistischen Infrastruktur. Damit bleibt Diepholz ein wichtiger Standort für Versorgung, Lagerung, technische Unterstützung und Instandhaltung.
- Bis 2030 soll das Materiallager weiter ausgebaut werden. Bereits zuvor war das Lager auf 24 Hallen angewachsen. Neue Lagertechnik, digitale Steuerung und moderne Logistikkonzepte machen Diepholz zu einem zukunftsorientierten Standort innerhalb der Bundeswehrlogistik. Die historische Linie des Platzes setzt sich damit fort: Seit seiner Gründung war Diepholz immer auch ein Ort der Versorgung, Technik und Unterstützung.
EINHEITEN / UNITS
Flight Radar
Static Airframes
PRESERVED
- 72+56 / Dornier UH-1D Iroquois / cn 8376 / German Army / Gate Guard
- 84+36 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V034 / German Army / Ground Instructional Airframe
- 86+46 / MBB Bo.105 P / cn 6046 / German Army / Ground Instructional Airframe
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