Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2026 von Charles David Fennell

ILLESHEIM AAF (US ARMY AIR FIELD)
Illesheim Army Air Field gehört zu den geschichtlich besonders vielschichtigen Militärflugplätzen in Deutschland. Der Standort entstand in den 1930er Jahren als Luftwaffenanlage und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den US-Streitkräften übernommen. Aus einem ehemaligen deutschen Fliegerhorst entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein bedeutender Standort der United States Army, der zunächst als Depot- und Instandsetzungsbasis diente und später immer stärker von der Heeresfliegerei geprägt wurde.
Besonders markant ist die Entwicklung vom Nachkriegsstandort zum modernen Hubschrauberstützpunkt. Illesheim wurde mit der Stationierung und Rotation von US-Army-Hubschraubern wie AH-64 Apache, UH-60 Black Hawk und CH-47 Chinook zu einem wichtigen Teil der amerikanischen Militärpräsenz in Europa. Auch der Simulator- und Ausbildungsbereich machte den Standort über die reine Flugplatzfunktion hinaus bedeutsam.
Heute steht Illesheim für eine lange militärische Kontinuität, die von der Luftwaffenzeit über die USAAF-Nutzung als Advanced Landing Ground bis zur heutigen Rolle innerhalb der US Army reicht. Der Flugplatz zeigt damit eindrucksvoll, wie sich militärische Infrastruktur über Generationen verändert, angepasst und immer wieder neu genutzt werden kann.
Illesheim Army Air Field
D-91471 Illesheim
IATA: ILH
ICAO: ETIK
RUNWAY:
05/24 (861×27m) Asphalt
GESCHICHTE
Aufbau als Luftwaffenstandort und Beginn der militärischen Nutzung (1934–1936)
- 1934: Das Gelände südlich von Illesheim wurde von der damaligen deutschen Regierung erworben. Der Standort lag strategisch günstig in Mittelfranken, in der Nähe weiterer militärisch genutzter Flächen und mit ausreichend Raum für einen Flugplatz, Kasernenanlagen, Werkstattbereiche und Versorgungseinrichtungen. Damit begann die militärische Geschichte des späteren Illesheim Army Air Field.
- 1935: Mit dem Bau eines sogenannten Luftparks wurde die Grundlage für einen Luftwaffenstandort geschaffen. Der Platz war zunächst nicht nur als reiner Einsatzflugplatz gedacht, sondern vor allem als Versorgungs-, Wartungs- und Instandsetzungsstandort der Luftwaffe. Die Anlage wurde so ausgelegt, dass sie Flugzeuge aufnehmen, Material lagern und technische Arbeiten durchführen konnte.
- 1. Oktober 1936: Der Fliegerhorst Illesheim wurde offiziell in Betrieb genommen. Die Kaserne trug in der Zeit des Nationalsozialismus den Namen „Adolf-Hitler-Kaserne“. Neben der fliegerischen Nutzung entstanden Verwaltungs-, Unterkunfts- und technische Bereiche. Illesheim war damit Teil des raschen Ausbaus deutscher Militärflugplätze in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg.
Schul-, Versorgungs- und frühe Einsatznutzung der Luftwaffe (1936–1939)
- 1936: Nach der Inbetriebnahme diente Illesheim zunächst als Luftpark sowie als Wartungs- und Versorgungseinrichtung. Ein Teil des Materials wurde aus Sicherheitsgründen nicht direkt auf dem Flugplatz gelagert, sondern in umliegenden Ortschaften verteilt. Dadurch erhielt der Standort früh eine wichtige logistische Funktion.
- 1937: In Illesheim tauchten erste fliegende Verbände auf. Dazu gehörte unter anderem die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 355, die mit Junkers Ju 52 und Heinkel He 111 in Verbindung gebracht wird. Der Platz diente in dieser frühen Phase sowohl der Ausbildung als auch der Vorbereitung und Unterstützung fliegender Verbände.
- 1938: Ende des Jahres lag kurzzeitig die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 143 in Illesheim. Dieser Verband war mit Arado Ar 68 und Messerschmitt Bf 109D ausgerüstet. Die Anwesenheit solcher Einheiten zeigt, dass Illesheim schon vor Kriegsbeginn nicht nur ein technischer Standort war, sondern auch von aktiven fliegenden Verbänden genutzt wurde.
- 1939: Zu Beginn des Jahres nutzte die I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 143 den Platz, später folgte die I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 52 mit Messerschmitt Bf 109D. Parallel spielte Illesheim weiterhin eine Rolle bei Flugzeugführerschulen, die bis 1939 mit dem Standort verbunden waren. Der Fliegerhorst entwickelte sich damit zu einem vielseitig genutzten Luftwaffenplatz mit Ausbildungs-, Einsatz- und Unterstützungsfunktion.
Kriegsjahre, Bomberverbände und technische Unterstützung (1940–1942)
- 1940: Während des Zweiten Weltkriegs wurde Illesheim zeitweise von Bomberverbänden genutzt. Im Frühjahr 1940 lag die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 2 mit Dornier Do 17Z auf dem Platz. Ende 1940 folgte die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 76, die mit Dornier Do 17Z und später auch mit Junkers Ju 88A in Verbindung stand.
- 1941: Die Nutzung durch das Kampfgeschwader 76 setzte sich bis in das Frühjahr 1941 fort. Gleichzeitig blieb die Rolle des Platzes als logistischer Standort wichtig. Illesheim diente als Versorgungs- und Instandsetzungspunkt, unter anderem im Zusammenhang mit Materialbewegungen für Einsätze im Mittelmeerraum.
- 1941–1942: In dieser Zeit nutzte auch die Luftkriegsschule 2 den Standort. Damit blieb die Ausbildungsfunktion erhalten. Illesheim war in diesen Jahren kein dauerhaft stark belegter Frontflugplatz, sondern ein Platz, der je nach Bedarf für Schulung, Umrüstung, Instandsetzung und zeitweilige Stationierungen genutzt wurde.
Umrüstung, Nachtjagd und letzte Luftwaffenphase (1943–1945)
- 1943: Illesheim wurde nun stärker in die Umrüstung und den Einsatz fliegender Kampfverbände einbezogen. Die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 nutzte den Platz mit Junkers Ju 88 und Messerschmitt Me 410. Später folgte die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 51. Das Kampfgeschwader 51, auch als „Edelweiß-Geschwader“ bekannt, war in dieser Phase mit der Umrüstung auf die Me 410 verbunden.
- 1944: Der Platz bekam eine größere Bedeutung im Zusammenhang mit der Reichsverteidigung. Im Frühjahr 1944 war die I. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 6 mit Messerschmitt Bf 110 in Illesheim stationiert. Zusätzlich lag zeitweise die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 54 mit Messerschmitt Bf 109G auf dem Flugplatz. Damit wurde Illesheim auch als Standort für Jagd- und Nachtjagdverbände genutzt.
- Anfang April 1945: Die deutschen Truppen räumten den Flugplatz. Nicht transportfähiges Gerät wurde zurückgelassen oder zerstört. Damit endete die Nutzung des Standorts durch die Luftwaffe.
- Mitte April 1945: Illesheim wurde von US-Truppen eingenommen. Der Flugplatz war im Vergleich zu vielen anderen Anlagen nur begrenzt beschädigt und konnte nach kurzer Instandsetzung rasch wieder genutzt werden.
Advanced Landing Ground R-10 der USAAF (1945)
- 16. April 1945: US-amerikanische Pioniereinheiten begannen mit der Instandsetzung des Flugfeldes. Ziel war es, die Anlage schnell als vorgeschobenen Landeplatz nutzbar zu machen. Minen, Blindgänger und beschädigte Bereiche mussten beseitigt werden.
- 17. April 1945: Der Flugplatz wurde als Advanced Landing Ground R-10 Illesheim einsatzbereit gemeldet. Zunächst nutzten Transportflugzeuge den Platz, um Nachschub heranzuführen und Verwundete auszufliegen. Damit erhielt Illesheim unmittelbar nach der Einnahme eine wichtige Rolle in der Endphase des Krieges.
- 29. April 1945: Die 48th Fighter Group der Ninth Air Force verlegte mit Republic P-47 Thunderbolt nach Illesheim. Die Einheit flog in den letzten Kriegstagen noch Einsätze und nutzte den Platz anschließend bis in den Sommer hinein.
- 3. Mai 1945: Zusätzlich kam die 362nd Fighter Group mit P-47 Thunderbolt nach Illesheim. Ihr Aufenthalt war nur kurz, zeigt aber die Bedeutung des Platzes als kurzfristig nutzbarer USAAF-Standort unmittelbar vor Kriegsende.
- Juli 1945: Die P-47-Verbände zogen ab. Damit endete die kurze, aber markante Phase Illesheims als Einsatzflugplatz der USAAF.
Übergang zum US-Logistik- und Army-Standort (1945–1947)
- 1945–1947: Nach dem Abzug der Kampfflugzeuge wurde Illesheim zunächst als Lager-, Wartungs- und Logistikstandort genutzt. Die ehemaligen Luftwaffenanlagen boten dafür gute Voraussetzungen: Hangars, Werkstätten, Abstellflächen und Kasernengebäude konnten weiterverwendet werden.
- Mai 1947: Der Standort ging von der USAAF an die United States Army über. Die Anlage erhielt den Namen Storck Barracks, benannt nach Colonel Louis J. Storck, einem im Zweiten Weltkrieg gefallenen US-Offizier. Mit dieser Umbenennung begann die bis heute prägende Army-Phase des Standorts.
Ordnance Depot und Vehicle Reserve Park (1947–1956)
- 1947: Auf dem ehemaligen Flugplatz wurde das Illesheim Ordnance Depot and Vehicle Reserve Park eingerichtet. Die Aufgabe war zweigeteilt: Zum einen wurden Fahrzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg überholt, zum anderen wurden neue Fahrzeuge und Ersatzteile aus den USA entgegengenommen und an US-Einheiten in Deutschland ausgegeben.
- 1948–1950: In den früheren Hangars entstanden Werkstatt- und Montagelinien. Jeeps, Lastwagen, Anhänger, Zugmaschinen und andere Fahrzeuge wurden repariert, neu ausgerüstet und wieder einsatzbereit gemacht. Ein Teil dieser Fahrzeuge wurde im Rahmen der amerikanischen Unterstützung an NATO-Partner weitergegeben.
- August 1950: Frankreich gehörte zu den ersten Empfängern von in Illesheim überholten Fahrzeugen. Damit war der Standort nicht nur für US-Truppen in Deutschland wichtig, sondern auch Teil der frühen westlichen Verteidigungs- und Wiederaufbauhilfe nach dem Krieg.
- 1951: Das 71st Ordnance Battalion verlegte von Zirndorf nach Illesheim. Dieses Bataillon prägte die Depot- und Instandsetzungsphase des Standorts maßgeblich.
- 1952: Bei Arbeiten auf dem Gelände wurden große Mengen zurückgelassenen deutschen Kriegsmaterials entdeckt, darunter Flugzeugteile, Motoren und Ausrüstung. Dies machte deutlich, wie stark die frühere Luftwaffennutzung noch im Gelände präsent war.
- 1956: Das 71st Ordnance Battalion verlegte von Illesheim nach Dachau. Damit verlor der Standort einen wichtigen Verband der frühen Nachkriegslogistik, blieb aber weiterhin militärisch genutzt.
Beginn der US-Heeresflieger in Illesheim (1954–1968)
- Winter 1954/1955: Mit dem 47th Medical Detachment (Helicopter Ambulance) begann die eigentliche Hubschraubergeschichte Illesheims. Die Einheit war mit Sikorsky H-19 ausgerüstet und nutzte den Standort für medizinische Evakuierungs- und Unterstützungsaufgaben.
- 1957–1959: Neben Hubschraubereinheiten nutzte auch die 3rd Aviation Company den Platz. Sie betrieb unter anderem de Havilland Canada DHC-3 Otter, bei der US Army als U-1A geführt. Damit blieb Illesheim ein gemischter Army-Aviation-Standort mit Starrflügler- und Hubschrauberbezug.
- 1960: Die 42nd Transportation Company, die zuvor mit Illesheim verbunden war, verlegte in den Raum Mannheim-Sandhofen. Gleichzeitig blieb der Standort für Transport-, Unterstützungs- und Aviation-Aufgaben bedeutsam.
- August 1961: Das 47th Medical Detachment wurde deaktiviert. Personal und Gerät gingen auf den 2nd Platoon, 421st Medical Company über. Damit endete die erste MEDEVAC-Hubschrauberphase in Illesheim, ohne dass die Heeresfliegernutzung des Platzes grundsätzlich abbrach.
- 1961–1962: Im Zusammenhang mit der angespannten Lage während der Berlin-Krise trat die 591st Transportation Company in Illesheim in Erscheinung. Der Standort blieb damit Teil der amerikanischen Präsenz in Süddeutschland und wurde weiter ausgebaut.
- 1962: Illesheim verfügte über Ground-Control-Approach-Fähigkeiten. Die entsprechende Radarkomponente wurde von einem Team der 504th Aviation Company der 4th Armored Division betrieben. Das zeigt, dass der Platz auch flugbetrieblich weiterentwickelt wurde und nicht nur als Depot oder Kaserne diente.
- 1964: Die Wohnsiedlung „Klein Amerika von Illesheim“ wurde fertiggestellt. Sie umfasste 13 Wohnblöcke mit 234 Wohnungen und war für rund 1.000 Bewohner ausgelegt. Die Fertigstellung unterstrich, dass Illesheim langfristig als amerikanischer Standort geplant war.
- Bis 1968: Die 90th Aviation Company nutzte Illesheim mit schweren Sikorsky H-37 Hubschraubern, bevor sie nach Hanau verlegte. In dieser Phase wurde die Hubschrauberrolle des Standorts deutlich stärker.
Bodentruppen, Infrastruktur und Kalter Krieg (1968–1984)
- Ende der 1960er Jahre: Illesheim wurde nicht nur durch Aviation-Einheiten genutzt. Auch Bodentruppen der US Army waren auf dem Standort untergebracht. Teile der 4th Armored Division und später der 1st Armored Division prägten über Jahre die Kasernennutzung.
- 1970: Das 2nd Battalion, 51st Infantry nutzte Bereiche der Storck Barracks. In dieser Zeit waren auf dem Gelände neben fliegerischen Einrichtungen auch Motorpools, Unterkunftsbereiche, Werkstätten und Fahrzeugabstellflächen aktiv.
- 1971–1974: Die 1st Armored Division gewann am Standort an Bedeutung. Illesheim war damit nicht nur ein Flugplatz, sondern auch eine klassische US-Army-Kaserne mit gepanzerten und mechanisierten Kräften.
- 20. Juni 1974: Das 1st Battalion, 13th Armor kehrte zur 1st Armored Division zurück und wurde in Illesheim stationiert. Dieser Verband blieb bis 1987 mit dem Standort verbunden. Damit war Illesheim über viele Jahre auch ein bedeutender Standort amerikanischer Panzertruppen in Bayern.
- 1973: Größere Renovierungen und Modernisierungen wurden durchgeführt. Diese Maßnahmen betrafen die militärische Infrastruktur und bereiteten den Standort auf die langfristige Nutzung während des Kalten Krieges vor.
- Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre: Illesheim blieb Teil der amerikanischen Verteidigungsstruktur in Süddeutschland. Die Nähe zu Ansbach, Katterbach, weiteren US-Standorten und großen Übungsräumen machte Storck Barracks zu einem wichtigen Baustein der US-Präsenz in Bayern.
Ausbau zum modernen Heeresfliegerstandort (1985–1988)
- 1985: In Illesheim begann der Aufbau eines Flugsimulator-Komplexes. Dieser Schritt war für die spätere Entwicklung des Standorts entscheidend, denn Illesheim wurde damit nicht nur ein Einsatz- und Stationierungsort, sondern auch ein wichtiger Trainingsstandort für Hubschrauberbesatzungen.
- 1985–1987: Der Flight Simulator Complex wurde errichtet und ausgebaut. Er wurde später mehrfach modernisiert und an neue Hubschraubermuster angepasst. Die Anlage entwickelte sich zu einem der wichtigsten Simulatorstandorte der US Army Aviation in Europa.
- 1987: Die ersten AH-64A Apache-Kampfhubschrauber trafen in Illesheim ein. Damit begann die Apache-Ära am Standort. Der Flugplatz wandelte sich sichtbar vom gemischt genutzten Army-Standort zu einem Schwerpunkt der amerikanischen Kampfhubschrauberkräfte in Europa.
- 16. Oktober 1987: Die 11th Aviation Group wurde zur 11th Aviation Brigade reorganisiert. Die Brigade spielte eine zentrale Rolle bei der Einführung des AH-64 Apache in Europa.
- August 1988: Die 11th Aviation Brigade verlegte von Schwäbisch Hall nach Storck Barracks in Illesheim. Damit wurde Illesheim zum Hauptstandort einer bedeutenden US-Heeresfliegerbrigade. Zu den mit Illesheim verbundenen Verbänden gehörten unter anderem 2nd Squadron, 6th Cavalry Regiment, 6th Squadron, 6th Cavalry Regiment, 4th Battalion, 229th Aviation Regiment sowie Unterstützungselemente des 159th Aviation Regiment.
Apache-Schwerpunkt und Operation Desert Shield / Desert Storm (1988–1991)
- 1988: Mit der 11th Aviation Brigade begann eine neue Phase. Illesheim wurde zu einem der wichtigsten Apache-Standorte der US Army in Europa. Neben AH-64A Apache waren auch OH-58 Kiowa und UH-60 Black Hawk mit der Brigade verbunden.
- 1989: Die neue Rolle des Standorts wurde im täglichen Betrieb sichtbar. Illesheim besaß nun eine deutlich stärkere fliegerische Ausrichtung als in den Jahrzehnten zuvor. Die großen Abstellflächen, Hangars, Wartungseinrichtungen und Trainingsmöglichkeiten wurden für die Kampfhubschrauberkräfte der US Army ausgebaut.
- 1990: Im Zusammenhang mit Operation Desert Shield wurden Teile der 11th Aviation Brigade in den Nahen Osten verlegt. Dazu gehörten unter anderem Elemente des 4th Battalion, 229th Aviation Regiment und des 2nd Squadron, 6th Cavalry Regiment. Auch das 6th Squadron, 6th Cavalry Regiment wurde in den Krisenraum verlegt und operierte später im Umfeld der türkisch-irakischen Grenze.
- 1991: Nach Operation Desert Storm kehrten Einheiten der 11th Aviation Brigade nach Deutschland zurück. Illesheim blieb danach ein zentraler Standort der US-Heeresflieger in Europa und unterstützte weiterhin V Corps und US Army Europe.
Nach dem Kalten Krieg und Einsätze auf dem Balkan (1991–2001)
- 1991–1995: Nach dem Ende des Kalten Krieges änderte sich die sicherheitspolitische Lage in Europa. Viele US-Standorte wurden verkleinert oder geschlossen, Illesheim blieb jedoch erhalten. Der Grund lag in der besonderen Rolle als Heeresfliegerstandort, in der vorhandenen Infrastruktur und in der Fähigkeit, schnell einsatzfähige Hubschrauberkräfte bereitzustellen.
- 1996: Die 11th Aviation Group erhielt Einsatzaufträge im Zusammenhang mit Operation Joint Endeavor in Bosnien-Herzegowina. Aus Deutschland verlegten unter anderem Headquarters and Headquarters Company, 11th Aviation Group, 2nd Squadron, 6th Cavalry Regiment, 2nd Battalion, 1st Aviation Regiment, Teile des 7th Battalion, 159th Aviation Regiment, ein Maintenance Support Team, Air-Traffic-Services-Elemente und MEDEVAC-Kräfte.
- 1997–2000: Illesheim blieb ein wichtiger Ausgangs- und Unterstützungsstandort für Einsätze, Übungen und Verlegungen. Die Verbindung von Kampfhubschraubern, Wartung, Unterstützungsverbänden und Simulatortraining machte den Standort innerhalb der US Army Europe besonders wertvoll.
- 2001: Der neue Tower in Illesheim wurde fertiggestellt. Damit wurde die flugbetriebliche Infrastruktur weiter modernisiert. Der Standort war nun endgültig als moderner US-Army-Airfield- und Hubschrauberstützpunkt etabliert.
Globale Einsätze, Irak und Umrüstung auf AH-64D (2001–2005)
- 2001–2002: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 veränderte sich die Einsatzrealität der US Army. Auch Illesheim war davon betroffen. Einheiten des Standorts wurden in die Planungen und später in Einsätze im Rahmen des globalen Kampfes gegen den Terror eingebunden.
- 2002: Die 6th Squadron, 6th Cavalry Regiment wurde auf AH-64D Apache Longbow umgerüstet. Damit erhielt Illesheim modernere Kampfhubschrauber mit verbesserten Sensor-, Führungs- und Waffenfähigkeiten.
- Februar 2003: Elemente der 2nd Squadron und 6th Squadron, 6th Cavalry Regiment verlegten in Richtung Kuwait und Irak. Sie wurden von der 11th Aviation Brigade und unterstützenden Verbänden begleitet. Illesheim war damit direkt mit Operation Iraqi Freedom verbunden.
- 2003: Während der Irak-Invasion und der folgenden Operationen wurden Apache-Verbände aus Illesheim eingesetzt. Auch Wartungs- und Unterstützungseinheiten, darunter Elemente des 7th Battalion, 159th Aviation Regiment, spielten eine wichtige Rolle.
- 2004: Die 2nd Squadron, 6th Cavalry Regiment erhielt ebenfalls AH-64D Apache Longbow. Die Umrüstung markierte den Abschluss eines wichtigen Modernisierungsschritts für die in Illesheim stationierten Kampfhubschrauberkräfte.
- 9. Juni 2005: Die 11th Aviation Group wurde in Deutschland deaktiviert. Damit endete eine der prägendsten Phasen in der Geschichte von Storck Barracks. Illesheim blieb jedoch weiterhin eng mit der US Army Aviation verbunden.
12th Combat Aviation Brigade und feste Apache-Bataillone (2006–2015)
- 2006: Im Zuge der Umstrukturierung der US Army Aviation wurde Illesheim in die Struktur der 12th Combat Aviation Brigade eingebunden. Der Standort beherbergte nun unter anderem das 2nd Battalion, 159th Aviation Regiment. Die Einheit hatte eine starke historische Verbindung zu Deutschland und wurde in Illesheim mit AH-64D Apache eingesetzt.
- 2006–2015: Illesheim war in dieser Phase Heimat von zwei mit AH-64D Apache ausgestatteten Attack-Reconnaissance-Bataillonen der 12th Combat Aviation Brigade. Dazu gehörten das 2nd Battalion, 159th Aviation Regiment und das 3rd Battalion, 159th Aviation Regiment. Beide Verbände prägten das Bild des Flugplatzes über Jahre.
- 2007–2011: Der Standort war weiterhin von Einsätzen, Rückverlegungen, Modernisierung und Ausbildung geprägt. Die 12th CAB war im europäischen Raum, aber auch in Einsatzgebieten außerhalb Europas aktiv. Illesheim blieb dabei eine wichtige Basis für Wartung, Vorbereitung und Stationierung.
- 2012–2014: Die US Army begann mit weiteren Strukturänderungen. Auch die in Europa stationierten Heeresfliegerkräfte wurden überprüft. Für Illesheim zeichnete sich ein Wandel ab: weg von dauerhaft stationierten Kampfhubschrauberbataillonen, hin zu einer Drehscheibe für rotierende Verbände.
- 29. April 2015: Die US Army kündigte eine Umstrukturierung der 12th Combat Aviation Brigade an. Diese Entscheidung führte zu einer deutlichen Reduzierung der dauerhaft in Deutschland stationierten Apache-Kräfte.
- August 2015: Erste Apache-Hubschrauber wurden im Rahmen dieser Reduzierung aus Deutschland heraus verlegt. Das 3rd Battalion, 159th Aviation Regiment wurde in der Folge aufgelöst.
- Oktober 2015: Das 2nd Battalion, 159th Aviation Regiment wurde im Zuge der Umstrukturierung in 1st Battalion, 3rd Aviation Regiment umbenannt und in den Katterbach-Verbund verlegt. Für Illesheim endete damit die Phase der dauerhaft stationierten großen Apache-Bataillone.
Wandel zur Rotationsbasis im Rahmen von Atlantic Resolve (2016–2019)
- 2016: Nach dem Abzug der dauerhaft stationierten fliegenden Verbände wurde Illesheim neu ausgerichtet. Die vorhandene Infrastruktur blieb jedoch erhalten und wurde für die Aufnahme rotierender Combat Aviation Brigades genutzt.
- 2017: Illesheim wurde zur Haupteinsatzbasis für rotierende US-Heeresfliegerkräfte im Rahmen von Atlantic Resolve. Diese Rotationen sollten die Präsenz der USA in Europa stärken, NATO-Partner unterstützen und die Interoperabilität mit Verbündeten verbessern.
- März bis November 2017: Die 10th Combat Aviation Brigade aus Fort Drum, New York, war mit dem Standort verbunden. Zusätzlich trat das 1-501st Attack Reconnaissance Battalion aus Fort Bliss, Texas, in dieser Rotationsphase auf.
- November 2017 bis Juli 2018: Es folgte eine Rotation der 1st Cavalry Division aus Fort Hood, Texas. Illesheim blieb dabei ein zentraler Ankunfts-, Sammel-, Wartungs- und Verlegepunkt für Hubschrauberkräfte.
- Juli 2018 bis Februar 2019: Die 4th Combat Aviation Brigade aus Fort Carson, Colorado, übernahm die nächste Rotation. Sie brachte UH-60 Black Hawk, HH-60, CH-47 Chinook und AH-64 Apache nach Europa. Ein großer Teil der Luftfahrzeuge wurde in Illesheim konzentriert, während andere Kräfte auf weitere Standorte verteilt wurden.
- Februar bis November 2019: Die 1st Combat Aviation Brigade aus Fort Riley, Kansas, folgte als nächste Rotation. Illesheim blieb damit dauerhaft in das Rotationsmodell eingebunden.
- November 2019: Die 3rd Combat Aviation Brigade aus Fort Stewart, Georgia, übernahm die nächste Phase. Auch hier diente Storck Barracks als zentrale Basis für Vorbereitung, Wartung und Verlegung.
Rotationen, NATO-Bezug und moderne Standortrolle (2020–2023)
- Juli 2020 bis März 2021: Die 101st Combat Aviation Brigade aus Fort Campbell, Kentucky, nutzte Illesheim im Rahmen der Rotation. Trotz der besonderen Rahmenbedingungen der Jahre 2020 und 2021 blieb der Standort einsatzbereit und eingebunden.
- April bis November 2021: Die 1st Combat Aviation Brigade aus Fort Riley kehrte erneut in die Rotation zurück. Der wiederholte Einsatz solcher Großverbände zeigte, dass Illesheim als verlässliche Drehscheibe im europäischen Heeresfliegernetz fest etabliert war.
- Dezember 2021 bis September 2022: Die 1st Air Cavalry Brigade aus Fort Hood, Texas, war in Illesheim präsent. In diese Zeit fiel auch die wachsende sicherheitspolitische Bedeutung der US-Präsenz in Europa infolge der Lage in Osteuropa.
- September 2022 bis Mai 2023: Die Combat Aviation Brigade der 1st Armored Division aus Fort Bliss, Texas, folgte als nächste Rotation. Mit ihren Unterstützungs- und Wartungseinheiten nutzte sie den Standort für europäische Aufgaben, Übungen und Verlegungen.
- Mai bis November 2023: Die 3rd Combat Aviation Brigade aus Fort Stewart übernahm erneut eine Rotation. Illesheim war weiterhin auf AH-64 Apache, UH-60/HH-60 Black Hawk und CH-47F Chinook ausgerichtet.
- November 2023: Die 1st Combat Aviation Brigade aus Fort Riley wurde erneut mit Illesheim verbunden. Der Standort blieb damit ein aktiver Dreh- und Angelpunkt für US-Army-Aviation-Rotationen in Europa.
Simulator-Komplex und technische Bedeutung (1985–heute)
- 1985: Der Illesheim Flight Simulator Complex wurde eröffnet. Seitdem hat sich die Anlage mehrfach verändert, wurde modernisiert und auf neue Hubschrauberplattformen angepasst.
- 1990er Jahre: Der Simulator-Komplex wurde zunehmend wichtiger, weil er realistische Trainingsmöglichkeiten bot, ohne dass jede Notlage oder jedes Verfahren im echten Flug geübt werden musste. Für Piloten und Besatzungen war dies ein großer Sicherheits- und Ausbildungsvorteil.
- 2000er Jahre: Mit der Modernisierung der Apache-, Black-Hawk- und Chinook-Flotten wurde auch der Simulatorbetrieb angepasst. Illesheim blieb dadurch technisch relevant, selbst wenn sich die stationierten Einheiten änderten.
- 2020er Jahre: Der Simulator-Komplex unterstützt aktuelle US-Army-Hubschrauberplattformen wie AH-64 Apache, UH-60 Black Hawk und CH-47F Chinook. Außerdem wird die Anlage nicht nur von US-Personal genutzt, sondern auch von NATO-Partnern und verbündeten Streitkräften. Damit besitzt Illesheim eine Bedeutung, die weit über den Standort selbst hinausgeht.
Aktuelle Struktur im Ansbach-/Katterbach-/Illesheim-Verbund (2024–2026)
- 2024: Storck Barracks blieb ein wichtiger Teil der U.S. Army Garrison Ansbach. Die Garnison umfasst mehrere Standorte im Raum Ansbach und Illesheim. Die 12th Combat Aviation Brigade ist der größte fliegerische Verband im Umfeld und hat ihr Hauptquartier im benachbarten Katterbach Army Airfield. Illesheim dient dabei vor allem als Rotations-, Wartungs-, Ausbildungs- und Simulatorstandort.
- 2025: Die Funktion als strategischer Hub für rotierende Heeresfliegerkräfte blieb bestehen. Im März 2025 übernahm das 127th Aviation Support Battalion von der 615th Aviation Support Battalion die Unterstützungsaufgaben innerhalb der Rotation. Damit wurde erneut deutlich, dass Illesheim nicht nur ein Flugfeld ist, sondern auch ein wichtiger technischer und logistischer Knotenpunkt.
- 14. Oktober 2025: Innerhalb der 12th Combat Aviation Brigade wurde das 1st Battalion, 3rd Aviation Regiment wieder zum 2nd Battalion, 159th Aviation Regiment umbenannt. Die Umbenennung war vor allem eine Traditions- und Strukturmaßnahme; Soldaten, Ausrüstung und Auftrag blieben in Deutschland. Für Illesheim ist diese Entwicklung historisch interessant, weil der Name 2-159th Aviation bereits eng mit der früheren Apache-Zeit in Storck Barracks verbunden war.
- 28. Oktober 2025: Die 3rd Combat Aviation Brigade der 3rd Infantry Division übernahm die Aviation-Mission in Europa von der Combat Aviation Brigade der 1st Armored Division. Damit begann eine neue Rotationsphase unter Führung der 3rd CAB.
- Mai 2026: Kräfte der 3rd Combat Aviation Brigade, darunter Task Force Workhorse, waren in Storck Barracks mit Wartungs- und Rückverlegungsarbeiten an Luftfahrzeugen verbunden. Das zeigt, dass Illesheim auch 2026 aktiv in die laufenden Rotationen, die Instandhaltung und die Einsatzbereitschaft der US-Heeresfliegerkräfte in Europa eingebunden ist.
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