Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 13. August 2026 von Charles David Fennell

LANDSTUHL HOSPITAL AHP (US ARMY HELI PORT)

Das Landstuhl Regional Medical Center in Rheinland-Pfalz gehört seit den frühen 1950er-Jahren zu den wichtigsten medizinischen Einrichtungen der US-Streitkräfte in Europa. Eng mit seiner Geschichte verbunden ist auch die militärische Luftrettung. Bereits ab 1955 wurden in Landstuhl spezielle MEDEVAC-Hubschraubereinheiten stationiert, die zunächst mit Bell H-13, später mit UH-1 Huey und schließlich mit UH-60 Black Hawk eingesetzt wurden. Über Jahrzehnte entwickelte sich der Standort damit zu einem bedeutenden Zentrum der amerikanischen Luftrettung in Deutschland.

Dabei muss zwischen dem früheren Landstuhl Army Heliport (ETIP) als Heimatbasis der stationierten DUSTOFF-Einheiten und dem unmittelbar am Krankenhaus gelegenen Landstuhl Hospital Army Heliport (ETIY) unterschieden werden. Während die dauerhaft in Landstuhl stationierte MEDEVAC-Einheit 2014 nach Grafenwöhr verlegt wurde, blieb die Hubschrauberanbindung des Krankenhauses weiterhin bestehen.

Mit dem Bau des neuen amerikanischen Militärklinikums Rhine Ordnance Barracks Medical Center (ROBMC) bei Weilerbach steht inzwischen auch für den traditionsreichen Standort Landstuhl ein grundlegender Wandel bevor. Sobald das neue Medical Center vollständig in Betrieb geht (voraussichtlich 2028), wird sich die seit mehr als sieben Jahrzehnten bestehende medizinische Infrastruktur der US-Streitkräfte in der Region neu ordnen.

Landstuhl Regional Medical Center

Dr. Hitzelberger Strasse
D- 66849 Landstuhl
Tel.: +49 6371 94645762

IATA: –
ICAO: ETIY

RUNWAY:
00/00 (15×15m) Beton


GESCHICHTE

Vom NS-Bauprojekt zum amerikanischen Militärhospital (1938–1954)
  • 1938 – Auf dem Kirchberg oberhalb von Landstuhl begannen während der nationalsozialistischen Zeit Bauarbeiten für eine sogenannte Adolf-Hitler-Schule. Die Anlage sollte der politischen und ideologischen Ausbildung des Nachwuchses der NSDAP dienen. Durch den Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde der Gebäudekomplex jedoch nicht mehr entsprechend seiner ursprünglichen Planung fertiggestellt und genutzt.
  • 19. März 1945 – Amerikanische Truppen erreichten und besetzten Landstuhl gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Damit gelangten auch die begonnenen beziehungsweise teilweise fertiggestellten Anlagen auf dem Kirchberg unter Kontrolle der US-Streitkräfte. Das Gelände sollte wenige Jahre später für eine völlig andere Aufgabe genutzt werden: den Aufbau eines großen amerikanischen Militärkrankenhauses.
  • November 1951 – Die US Army übernahm zunächst das vorhandene Krankenhaus in der Landstuhler Hauptstraße. Gleichzeitig liefen die Planungen zum Aufbau eines wesentlich größeren amerikanischen Militärhospitals auf dem Kirchberg. Der zunehmende Umfang der in Westdeutschland stationierten US-Streitkräfte machte eine leistungsfähige zentrale medizinische Einrichtung notwendig.
  • 1951–1952 – Auf dem früher für die NS-Schule vorgesehenen Gelände entstand ein amerikanisches Militärkrankenhaus mit einer geplanten Kapazität von rund 1.000 Betten. Landstuhl lag dafür strategisch günstig in der Nähe der großen amerikanischen Standorte in der Pfalz und insbesondere des entstehenden Luftwaffenstützpunktes Ramstein.
  • 9. März 1953 – Noch vor dem vollständigen Abschluss sämtlicher Arbeiten wurden die ersten Patienten in den neuen Krankenhauskomplex verlegt. Rund 375 Patienten kamen aus den bisherigen Einrichtungen in die neue Anlage auf dem Kirchberg. Damit nahm das Krankenhaus praktisch seinen medizinischen Betrieb auf.
  • 7. April 1953 – Das neue Krankenhaus wurde offiziell als 320th General Hospital eingeweiht. Dieses Datum gilt heute als offizielles Gründungsdatum des späteren Landstuhl Regional Medical Center. Die Einrichtung war ursprünglich als großes stationäres Militärhospital für die amerikanischen Streitkräfte in Europa konzipiert.
  • 1954 – Im Rahmen der organisatorischen Neuordnung des amerikanischen Sanitätswesens in Europa wurde das Krankenhaus als 2nd General Hospital weitergeführt. Landstuhl entwickelte sich zunehmend zu einem zentralen medizinischen Standort der US Army in Westdeutschland.
Beginn der militärischen Luftrettung in Landstuhl (1955–1969)
  • Januar 1955 – Die ersten für die neu aufgestellte Luftrettungseinheit bestimmten Bell H-13G trafen in Europa ein. Diese kleinen Kolbenmotor-Hubschrauber waren eine Weiterentwicklung jener Maschinen, die während des Koreakrieges zum Symbol der amerikanischen Hubschrauberrettung geworden waren.
  • 3. Februar 1955 – Die 63rd Medical Detachment (Helicopter Ambulance) traf mit Personal in Bremerhaven ein und wurde anschließend nach Landstuhl verlegt. Damit begann die dauerhaft organisierte Geschichte der militärischen Hubschrauberluftrettung am Krankenhausstandort Landstuhl. Die Einheit verfügte zunächst über fünf Bell H-13G.
  • März 1955 – Die 63rd Medical Detachment war am Landstuhler Militärhospital einsatzbereit. Ihre Hubschrauber operierten zunächst unter ausgesprochen einfachen Bedingungen von einem improvisierten Fluggelände beim Krankenhaus. Ein provisorischer Hangar diente der Unterbringung und Wartung der Maschinen. Das Personal bestand zu dieser Zeit aus sieben Piloten und 22 weiteren Soldaten.
  • 1955 – Die Bell H-13G konnte zwei liegende Patienten in außen am Hubschrauber angebrachten Krankentragen transportieren; zusätzlich war begrenzt Platz für einen weiteren Patienten vorhanden. Damit war Landstuhl bereits Mitte der 1950er-Jahre direkt in das amerikanische System der taktischen medizinischen Evakuierung eingebunden.
  • Zweite Hälfte der 1950er-Jahre – Mit der zunehmenden Stationierung amerikanischer Streitkräfte in Westdeutschland wuchs auch die Bedeutung der medizinischen Hubschrauber. Die Besatzungen der 63rd Medical Detachment konnten Patienten von Truppenübungsplätzen, Kasernen, kleineren medizinischen Einrichtungen oder Unfallorten unmittelbar in Richtung Landstuhl transportieren. Aus dem zunächst improvisierten Flugbetrieb entwickelte sich schrittweise eine dauerhaft etablierte militärische Luftrettungsstruktur.
  • 1962 – Die 63rd Medical Detachment evakuierte innerhalb eines Jahres rund 500 Patienten und absolvierte etwa 1.218 Flugstunden. Diese Zahlen zeigen, dass die Hubschrauber zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr nur als gelegentlich eingesetztes Transportmittel dienten, sondern ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung der US-Streitkräfte in Europa geworden waren.
  • 1963 – Die Einheit war organisatorisch der 57th Medical Battalion beziehungsweise dem medizinischen System des 9th Hospital Center in Landstuhl zugeordnet. Allein während der ersten Hälfte des Jahres wurden bereits mehr als 200 Patienten per Hubschrauber transportiert.
  • 1960er-Jahre – Parallel zur Entwicklung des Krankenhauses wurde auch die Infrastruktur für den Hubschrauberbetrieb weiter verbessert. Aus den anfangs improvisierten Einrichtungen entstand der eigenständige Landstuhl Army Heliport, der später den ICAO-Code ETIP erhielt. Daneben entwickelte sich der unmittelbar am Krankenhaus gelegene Landeplatz zum späteren Landstuhl Hospital AHP (ETIY).
Huey-Ära und Ausbau des DUSTOFF-Auftrags (1970–1988)
  • Anfang der 1970er-Jahre – Die Bell H-13 waren inzwischen durch modernere Hubschrauber ersetzt worden. Bei der 63rd Medical Detachment kamen nun Maschinen der Bell UH-1 Iroquois, allgemein als „Huey“ bekannt, zum Einsatz. Die UH-1 bot wesentlich mehr Leistung, Platz und Flexibilität als die H-13 und ermöglichte eine deutlich leistungsfähigere Patientenversorgung während des Fluges.
  • 1970er-Jahre – Die Landstuhler Luftrettungseinheit war Teil des in Europa immer dichter werdenden amerikanischen MEDEVAC-Netzes. Die Besatzungen hielten sich für medizinische Notfälle auf US-Stützpunkten, Truppenübungsplätzen und bei Übungen bereit. Der aus dem Vietnamkrieg bekannt gewordene Funkrufname DUSTOFF wurde dabei zum Synonym für die medizinische Evakuierung mit Hubschraubern.
  • April 1980 – Nach dem Scheitern der amerikanischen Geiselbefreiungsmission Operation Eagle Claw im Iran wurden Verletzte zur weiteren Behandlung nach Landstuhl gebracht. Das Krankenhaus bestätigte damit seine zunehmende Rolle als zentrale amerikanische Behandlungseinrichtung außerhalb der Vereinigten Staaten.
  • 1986–1987 – In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre begann der Übergang vom UH-1 zum wesentlich moderneren Sikorsky UH-60A Black Hawk. Spätestens im Frühjahr 1987 sind UH-60A der 63rd Medical Detachment am Landstuhl Army Heliport dokumentiert. Der Black Hawk brachte eine erheblich größere Reichweite, Geschwindigkeit, Nutzlast und medizinisch nutzbare Kabine mit sich.
  • 28. August 1988 – Bei der Flugschau auf der nahegelegenen Ramstein Air Base kollidierten drei Maschinen der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori. Das Landstuhler Militärhospital wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Aufnahmeorte für die Verletzten des Unglücks. Der Katastropheneinsatz unterstrich die Bedeutung des gesamten medizinischen Komplexes aus Krankenhaus, militärischer Luftrettung und den medizinischen Einrichtungen der benachbarten US-Stützpunkte.
Neuorganisation zur 236th Medical Company und Golfkrieg (1989–1994)
  • 15./16. Oktober 1989 – Die amerikanische Heeresführung reorganisierte ihre medizinischen Hubschraubereinheiten in Europa. Personal und Material der 63rd Medical Detachment in Landstuhl, der 15th Medical Detachment in Grafenwöhr sowie weiterer Elemente wurden zur 236th Medical Company (Air Ambulance) zusammengeführt. Landstuhl wurde der Heimatstandort der neuen Einheit.
  • 1989 – Die 236th Medical Company war dem 421st Medical Evacuation Battalion unterstellt und verfügte über eine deutlich größere Flotte von UH-60A Black Hawks. Die Einheit übernahm außerdem die mit der 63rd Medical Detachment verbundene Tradition des Namens „International DUSTOFF“.
  • 4. Dezember 1990 – Nach Beginn der Operation Desert Shield verlegte die 236th Medical Company von Landstuhl nach Saudi-Arabien. Ihre Black Hawks wurden dort für die medizinische Evakuierung amerikanischer und verbündeter Soldaten eingesetzt.
  • Januar–Februar 1991 – Während Operation Desert Storm flogen die Besatzungen der 236th Medical Company mehr als 900 Einsätze und transportierten über 650 Patienten. Am letzten Tag der Bodenoffensive verlor die Einheit bei einem medizinischen Rettungseinsatz eine Besatzung.
  • 5. Mai 1991 – Nach Abschluss ihres Einsatzes im Persischen Golf kehrte die 236th Medical Company nach Deutschland und an ihren Heimatstandort Landstuhl zurück.
  • 1993 – Im Zuge der umfangreichen Reduzierung amerikanischer Streitkräfte nach dem Ende des Kalten Krieges wurden zahlreiche US-Militärkrankenhäuser in Europa geschlossen oder verkleinert. Gleichzeitig verstärkten rund 288 Angehörige der US Air Force das Krankenhaus in Landstuhl. Dadurch wurde die medizinische Zusammenarbeit zwischen Army und Air Force am Standort deutlich enger.
  • 1994 – Das bisherige Landstuhl Army Medical Center erhielt offiziell den Namen Landstuhl Regional Medical Center – LRMC. Die neue Bezeichnung spiegelte die inzwischen weit über den unmittelbaren Bereich Landstuhl hinausreichende Funktion des Krankenhauses wider.
Balkan-Einsätze und Ausbau zum europäischen medizinischen Zentrum (1995–2000)
  • 20. Dezember 1995 – Teile der 236th Medical Company verlegten im Rahmen der NATO-geführten Operation Joint Endeavor nach Tuzla in Bosnien-Herzegowina. Die Landstuhler Black Hawks übernahmen dort MEDEVAC-Aufgaben für die internationale Friedenstruppe IFOR.
  • 1997 – Nach weiteren Schließungen amerikanischer Militärkrankenhäuser war Landstuhl schließlich das einzige amerikanische Medical Center in Europa. Damit wuchs die Bedeutung des Standortes sowohl für die medizinische Regelversorgung als auch für militärische Krisen- und Einsatzfälle nochmals erheblich.
  • Juli 1998 – Die 236th Medical Company wurde erneut für Operationen auf dem Balkan herangezogen. Besatzungen und Hubschrauber operierten unter anderem von Standorten in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Kroatien. Gleichzeitig musste die Einheit ihre medizinische Einsatzbereitschaft in Deutschland aufrechterhalten.
  • 1998 – Während dieser Balkan-Phase kamen die Besatzungen der Einheit auf mehrere hundert zusätzliche Flugstunden. Landstuhl blieb dabei Heimatbasis und logistisches Rückgrat der weit über Deutschland hinaus eingesetzten DUSTOFF-Einheit.
  • Dezember 1999 – Sechs Hubschrauber der 236th Medical Company wurden zur Unterstützung der Operation Joint Guardian in den Kosovo verlegt. In den folgenden Monaten führte die Einheit dort zahlreiche medizinische Evakuierungs- und Unterstützungsflüge durch.
  • 1999–2001 – Auch nach der ersten Kosovo-Verlegung blieben Landstuhler Besatzungen durch Rotationsverfahren über einen längeren Zeitraum auf dem Balkan im Einsatz. Der Army Heliport in Landstuhl war damit nicht nur Basis für regionale Rettungsaufgaben, sondern Heimatstandort einer regelmäßig international eingesetzten MEDEVAC-Einheit.
Afghanistan und Irak – Landstuhl im weltweiten Verwundetentransport (2001–2006)
  • Ab 2001 – Nach den Terroranschlägen vom 11. September und dem Beginn des Afghanistan-Einsatzes veränderte sich die Bedeutung des Landstuhl Regional Medical Center grundlegend. LRMC wurde zur wichtigsten amerikanischen medizinischen Zwischenstation für schwer verletzte und erkrankte Soldaten aus Afghanistan und später aus dem Irak. Seit 2001 wurden dort mehr als 100.000 verwundete, verletzte oder erkrankte Angehörige der Streitkräfte behandelt beziehungsweise medizinisch betreut.
  • Ab 2001 – Der strategische Verwundetentransport aus den Einsatzgebieten erfolgte überwiegend mit Transportflugzeugen der US Air Force zur Ramstein Air Base. Von dort wurden die Patienten normalerweise mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen zum LRMC gebracht. Der Landstuhler Heliport war daher nicht das zentrale Bindeglied zwischen Ramstein und dem Krankenhaus, sondern erfüllte parallel seine Army-MEDEVAC-Aufgaben für regionale und taktische Einsätze.
  • 31. Oktober 2002 – Ein UH-60 der 236th Medical Company wurde auf der Ramstein Air Base in eine C-17 Globemaster III verladen, um die amerikanischen Kräfte im Kosovo zu unterstützen. Die Möglichkeit, die Landstuhler MEDEVAC-Hubschrauber kurzfristig per strategischem Lufttransport in andere Einsatzgebiete zu verlegen, gehörte inzwischen zum regulären Auftrag der Einheit.
  • 2003–2004 – Mit dem Irakkrieg stieg die Belastung des LRMC nochmals erheblich. Verwundete wurden aus dem Nahen Osten über das amerikanische aeromedizinische Evakuierungssystem nach Ramstein und anschließend nach Landstuhl transportiert. Das Krankenhaus entwickelte sich zu einem weltweit bekannten Bestandteil der amerikanischen Rettungskette zwischen Einsatzgebiet und den großen Militärkrankenhäusern in den Vereinigten Staaten.
  • 2004–2005 – Die 236th Medical Company wurde gleichzeitig selbst erneut in den Einsatz geschickt. Teile der Einheit operierten in Kuwait, Irak und Afghanistan. Aufgrund eines dringenden Bedarfs wurden unter anderem zwei UH-60-MEDEVAC-Black-Hawks samt Besatzungen mit C-17-Transportflugzeugen nach Afghanistan verlegt.
  • 2005 – Während dieser Einsatzperiode flog die Einheit mehr als 500 medizinische Missionen und transportierte über 750 Patienten. Die Besatzungen sammelten dabei mehr als 1.000 Flugstunden unter Einsatzbedingungen.
  • Dezember 2005 – Nach rund einem Jahr mit Einsätzen in Kuwait, im Irak und in Afghanistan kehrten die Soldaten der 236th Medical Company nach Landstuhl zurück.
  • 16. Oktober 2006 – Die langjährige 236th Medical Company (Air Ambulance) wurde im Zuge einer weiteren Reorganisation der Army Aviation umgegliedert. Aus der Landstuhler Einheit entstand die Company C, 1st Battalion, 214th Aviation Regiment, die weiterhin mit UH-60 Black Hawks den MEDEVAC-Auftrag wahrnahm.
Company C, 1-214th Aviation Regiment und die letzten Jahre der festen Stationierung (2006–2014)
  • 2006–2008 – Company C des 1st Battalion, 214th Aviation Regiment führte die Tradition der Landstuhler DUSTOFF-Einheiten fort. Der Army Heliport ETIP blieb Heimatbasis der medizinischen Black Hawks, während das unmittelbar am Krankenhaus gelegene ETIY weiterhin den direkten Zugang zum LRMC sicherstellte.
  • Ab etwa 2008 – Der Schwerpunkt der in Landstuhl stationierten Einheit verlagerte sich zunehmend auf die medizinische Flugbereitschaft für die großen US-Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels in Bayern. Damit lagen wesentliche Teile des täglichen Einsatzgebietes mehrere hundert Kilometer vom Heimatstandort Landstuhl entfernt.
  • 2008–2014 – Obwohl die Einheit unmittelbar neben einem der wichtigsten amerikanischen Militärkrankenhäuser stationiert war, bestand ihr Heimatstationsauftrag während dieser Jahre überwiegend aus der MEDEVAC-Unterstützung der Übungsplätze in Bayern. Diese geografische Trennung war einer der Gründe für die spätere Verlegung der Einheit nach Grafenwöhr.
  • 30. April 2014 – Auf dem Landstuhl Army Heliport fand eine Zeremonie für Soldaten der Company C statt, von denen rund 40 zu einem Einsatz nach Kuwait aufbrachen. Gleichzeitig befand sich die Einheit bereits in einer umfassenden Umstrukturierung und bereitete die Verlegung ihres Heimatstandortes von Landstuhl nach Grafenwöhr vor.
  • Frühjahr 2014 – Im Rahmen der Neuordnung wurde die Einheit deutlich verkleinert. Die Personalstärke sank von ungefähr 109 auf 46 Soldaten, während die Zahl der Black Hawks von 15 auf sechs Maschinen reduziert wurde. Die verbleibenden Kräfte sollten künftig näher an den hauptsächlichen Übungs- und Einsatzräumen Grafenwöhr und Hohenfels stationiert werden.
  • Sommer 2014 – Die Verlegung der dauerhaft in Landstuhl stationierten DUSTOFF-Einheit nach Grafenwöhr wurde vollzogen. Frühere Planungen hatten teilweise noch einen Abschluss der Verlegung bis 2015 vorgesehen. Tatsächlich bestätigte die US Army bereits im September 2014, dass die Company C während des Sommers von Landstuhl nach Grafenwöhr umgezogen war.
  • September 2014 – Mit der abgeschlossenen Verlegung endete nach annähernd sechs Jahrzehnten die Ära einer dauerhaft in Landstuhl stationierten Army-Luftrettungseinheit. Der Landstuhl Army Heliport ETIP verlor damit seine bisherige Funktion als Heimatbasis einer eigenen DUSTOFF-Kompanie. Die medizinische Hubschrauberanbindung des Krankenhauses selbst bestand jedoch weiterhin über den Landstuhl Hospital AHP ETIY.
Vom alten LRMC zum geplanten Neubau in Weilerbach (2014–2021)
  • 24. Oktober 2014 – Auf dem Gelände der Rhine Ordnance Barracks bei Weilerbach wurde der symbolische erste Spatenstich für das langfristig geplante neue amerikanische Militärklinikum vorgenommen. Das Projekt sollte perspektivisch sowohl das Landstuhl Regional Medical Center als auch medizinische Einrichtungen der US Air Force im Raum Ramstein ersetzen beziehungsweise zusammenführen.
  • 2014–2016 – Umfangreiche Arbeiten zur Vorbereitung des Neubaugeländes begannen. Das Großprojekt war von Anfang an weit mehr als ein einzelnes Krankenhausgebäude. Dazu gehörten neue Straßen, Versorgungsleitungen, technische Infrastruktur und die Anbindung an das umliegende amerikanische Militärgelände.
  • 2016 – Ein wesentlicher Vorteil des neuen Standortes wurde in der unmittelbaren Nähe zur Ramstein Air Base gesehen. Verwundete oder erkrankte Patienten, die mit strategischen Transportflugzeugen nach Deutschland gebracht werden, sollen künftig schneller vom Flugplatz in das neue medizinische Zentrum gelangen können. Dadurch entfällt der längere Straßentransport von Ramstein zum bisherigen LRMC auf dem Kirchberg in Landstuhl.
  • Zweite Hälfte der 2010er-Jahre – Das bestehende LRMC blieb trotz der Neubauplanung vollständig in Betrieb. Auch der Krankenhaus-Heliport behielt seine Funktion für Hubschrauberlandungen, medizinische Übungen und die Übergabe von Patienten. Der Abzug der permanent stationierten DUSTOFF-Kompanie bedeutete somit nicht das Ende von Hubschrauberbewegungen am Krankenhaus.
Bau des neuen Rhine Ordnance Barracks Medical Center (2022–2026)
  • 19. Januar 2022 – Das U.S. Army Corps of Engineers gab die Vergabe des Hauptbauauftrags für das neue medizinische Zentrum bekannt. Der Auftrag im Wert von rund 859 Millionen Euro beziehungsweise 969 Millionen US-Dollar ging an eine Arbeitsgemeinschaft aus Züblin und Gilbane. Damit begann nach jahrelanger Infrastruktur- und Vorbereitungsarbeit die entscheidende Bauphase des eigentlichen Klinikkomplexes.
  • 2022 – Der geplante Neubau wurde mit einer Fläche von rund 985.000 square feet, entsprechend etwa 91.500 Quadratmetern, ausgelegt. Vorgesehen sind unter anderem 68 reguläre Krankenhausbetten, zusätzliche Erweiterungskapazitäten, neun Operationssäle und etwa 120 Untersuchungsräume. Das neue Zentrum soll medizinische Leistungen des bisherigen LRMC und der medizinischen Einrichtungen der 86th Medical Group im Raum Ramstein zusammenführen.
  • 7. April 2023 – Das Landstuhl Regional Medical Center beging den 70. Jahrestag seiner offiziellen Einweihung. Aus dem 1953 eröffneten 1.000-Betten-Hospital war inzwischen ein hoch spezialisiertes amerikanisches Militärkrankenhaus mit zahlreichen Fachabteilungen und einer weltweiten Bedeutung innerhalb des militärischen medizinischen Evakuierungssystems geworden.
  • 2023–2024 – Während in Weilerbach der Neubau weiter voranschritt, blieb das LRMC auf dem Kirchberg uneingeschränkt für die medizinische Versorgung zuständig. Damit bestand auch die Notwendigkeit, den Krankenhauslandeplatz für medizinische Hubschraubereinsätze und Ausbildung weiterhin verfügbar zu halten.
  • 10. Juni 2025 – Am LRMC wurde erneut eine medizinische Ausbildung mit einem UH-60 Black Hawk durchgeführt. Dabei wurde unter anderem die Übergabe beziehungsweise Aufnahme eines Patienten zwischen medizinischem Personal und Hubschrauberbesatzung trainiert. Die Übung verdeutlichte, dass der Hubschrauberlandeplatz des Krankenhauses auch mehr als zehn Jahre nach dem Abzug der dort dauerhaft stationierten DUSTOFF-Einheit weiterhin Bestandteil der medizinischen Infrastruktur ist.
  • 2025 – Die Arbeiten am neuen Militärklinikum in Weilerbach liefen weiter. Das Projekt zählt zu den größten von den Vereinigten Staaten finanzierten Militärbauvorhaben im medizinischen Bereich außerhalb der USA. Auch Deutschland ist über Bauverwaltung und Infrastrukturmaßnahmen umfangreich an der Umsetzung beteiligt.
  • 2026 – Das Landstuhl Regional Medical Center auf dem Kirchberg ist weiterhin in Betrieb. Der heutige Krankenhauskomplex wurde noch nicht durch den Neubau in Weilerbach ersetzt. Gleichzeitig schreiten Bau und technische Ausstattung des zukünftigen medizinischen Zentrums weiter voran.
Übergang zum neuen US-Militärklinikum bei Weilerbach (ab 2027)
  • Ende 2027 – Im ursprünglichen Vertragszeitplan für den Hauptbau wurde eine bauliche Fertigstellung gegen Ende 2027 vorgesehen. Dieser Termin ist als Bauziel zu verstehen und bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Krankenhaus zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig medizinisch in Betrieb genommen und das LRMC in Landstuhl geschlossen sein wird.
  • Ab 2027/2028 – Nach Fertigstellung, technischer Abnahme, Einrichtung und schrittweisem medizinischen Umzug soll das neue Rhine Ordnance Barracks Medical Center die Aufgaben des bisherigen Landstuhl Regional Medical Center übernehmen. Gleichzeitig werden Funktionen der Air-Force-Medizin aus dem Raum Ramstein am neuen Standort zusammengeführt. Das neue Klinikum soll mehr als 200.000 amerikanische Militärangehörige, Familienmitglieder und weitere Berechtigte in Europa versorgen.
  • Nach der Inbetriebnahme – Durch die wesentlich größere Nähe zur Ramstein Air Base verändert sich auch die medizinische Transportkette. Patienten aus weltweiten Einsatzgebieten können nach ihrer Ankunft auf der Air Base auf deutlich kürzerem Weg in das neue Krankenhaus gebracht werden. Für den neuen medizinischen Komplex ist ebenfalls eine Hubschrauberanbindung vorgesehen.
  • Zukunft des bisherigen Standortes – Für das heutige LRMC auf dem Kirchberg und die zugehörige amerikanische Infrastruktur beginnt mit dem Umzug nach Weilerbach eine grundlegende Veränderung. Ein endgültiges Datum für die vollständige Aufgabe des bisherigen Krankenhauses und für das endgültige Ende beziehungsweise die künftige Nutzung der vorhandenen Hubschrauberanlagen in Landstuhl ist jedoch erst mit dem tatsächlichen Übergang auf den Neubau belastbar festzulegen.

EINHEITEN / UNITS

Landstuhl Regional Medical Center

Das Landstuhl Regional Medical Center (LRMC) in Deutschland ist das einzige vorwärts stationierte medizinische Zentrum für US- und Koalitionskräfte, Personal des Außenministeriums und repatriierte US-Bürger. LRMC ist das größte US-amerikanische Krankenhaus außerhalb der USA und dient als einziges militärisches medizinisches Zentrum für mehr als 205.000 Begünstigte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

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