
NÜRNBERG
Flughafen Nürnberg „Albrecht Dürer“
Der Flughafen Nürnberg, heute als Albrecht Dürer Airport Nürnberg bekannt, gehört zu den wichtigsten Luftverkehrsstandorten in Bayern und ist für die Metropolregion Nürnberg weit mehr als nur ein Abflugort in den Urlaub. Seine Geschichte beginnt nicht erst mit dem heutigen Standort im Knoblauchsland, sondern führt zurück zu früheren Flugplätzen, provisorischen Nachkriegslösungen und dem starken Wunsch der Stadt, wieder dauerhaft Anschluss an den internationalen Luftverkehr zu finden.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1955 hat sich der Flughafen Schritt für Schritt weiterentwickelt. Aus einem modernen Nachkriegsflughafen mit überschaubarem Verkehr wurde ein international angebundener Airport mit Linienverbindungen, Ferienflügen, Frachtverkehr, moderner Infrastruktur und einer direkten U-Bahn-Anbindung an die Nürnberger Innenstadt. Besonders prägend waren der Ausbau der Start- und Landebahn, der Einstieg ins Jet-Zeitalter, die starke Rolle von Air Berlin, die Umbenennung zum Albrecht Dürer Airport und die Erholung nach der Corona-Krise.
Für Spottermania ist der Flughafen Nürnberg ein spannendes Beispiel dafür, wie eng Stadtgeschichte, regionale Wirtschaft, touristischer Luftverkehr und technische Entwicklung miteinander verbunden sind. Die folgende Chronologie zeigt die wichtigsten Stationen dieser Entwicklung, von den frühen Nürnberger Flugplätzen über den Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum heutigen Airport als wichtiges Tor Nordbayerns zur Welt.
D-90411 Nürnberg
Flughafenstraße 100
IATA: NUE
ICAO: EDDN
RUNWAY:
10/28 (2700x45m) Asphalt
GESCHICHTE
Von den frühen Nürnberger Flugplätzen zum neuen Verkehrsflughafen (1920er–1955)
- 1920er Jahre: Die Nürnberger Luftfahrtgeschichte begann nicht erst mit dem heutigen Flughafen. Vor dem heutigen Standort spielten zunächst andere Plätze eine Rolle, darunter der Flugplatz Nürnberg-Fürth beziehungsweise Atzenhof und später der Flughafen am Marienberg. Diese frühen Anlagen waren für die wachsende Bedeutung des zivilen Luftverkehrs in der Region wichtig, konnten aber die spätere Entwicklung nicht dauerhaft tragen.
- 20. August 1933: Mit dem Flughafen Nürnberg-Marienberg erhielt Nürnberg einen modernen Verkehrsflughafen seiner Zeit. Er lag im Bereich des heutigen Volksparks Marienberg und wurde in den 1930er Jahren zum zentralen Luftverkehrsstandort der Stadt. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich die Nutzung zunehmend in Richtung militärischer Zwecke, der zivile Verkehr trat immer stärker in den Hintergrund.
- 1943: Der Flughafen Marienberg wurde durch Luftangriffe schwer zerstört und nach dem Krieg nicht wieder als regulärer Verkehrsflughafen aufgebaut. Damit fehlte Nürnberg zunächst ein dauerhaft leistungsfähiger Flughafen. In der Nachkriegszeit wurden provisorische Lösungen genutzt, darunter die Große Straße auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Dort musste die zu kurze Betonfläche zeitweise mit Stahlplatten verlängert werden.
- 2. Januar 1950: Als erster Gast am Übergangs-Airport landete eine KLM-Maschine aus Amsterdam mit 27 Passagieren an Bord. Parallel dazu liefen bereits die Planungen für einen neuen Flughafen im Norden Nürnbergs, im Bereich Kraftshof beziehungsweise des Knoblauchslandes. Dieser Standort sollte nicht nur ein Ersatz für Marienberg sein, sondern ein bewusst neu angelegter Verkehrsflughafen für die Nachkriegszeit.
Der Neubeginn im Knoblauchsland (1955–1959)
- 6. April 1955: Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm eröffnete den neuen Flughafen Nürnberg-Kraftshof. Er gilt als der erste Verkehrsflughafen in Deutschland, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf neuem Gelände gebaut wurde. Die Start- und Landebahn war 1.900 Meter lang und 45 Meter breit. Für die damalige Zeit verfügte der Flughafen über moderne optische und funktechnische Anlagen, darunter auch ein Instrumentenlandesystem für Schlechtwetteranflüge.
- 1955: Schon im ersten Betriebsjahr zeigte sich, dass Nürnberg wieder Anschluss an den internationalen Luftverkehr fand. Der Flughafen verzeichnete 3.840 Starts und Landungen, 32.450 Passagiere, 754 Tonnen Luftfracht und 64 Tonnen Post. Noch war der Airport überschaubar, aber die Grundlage für die spätere Entwicklung war gelegt.
- 7. Oktober 1956: Die Deutsche Lufthansa eröffnete die Verbindung Frankfurt–Nürnberg. Damit wurde Nürnberg enger an das nationale und internationale Streckennetz angebunden, denn Frankfurt entwickelte sich bereits damals zu einem wichtigen Drehkreuz. Gleichzeitig zeigte sich früh, dass die vorhandenen Frachtflächen nicht ausreichten und neue Planungen notwendig wurden.
- 1957: Durch den Wegfall von Air-France-Verbindungen nach Paris und Berlin ging die Passagierzahl zeitweise zurück. Nürnberg blieb jedoch im Netz der Luftverkehrsgesellschaften präsent, auch wenn die Entwicklung noch nicht geradlinig verlief. Der Flughafen musste sich in den ersten Jahren zwischen politisch geprägten Verkehrsrechten, wirtschaftlichen Fragen und wechselnden Airline-Strategien behaupten.
- 1958: Pan American nahm wieder Nonstopflüge auf der Strecke Nürnberg–Berlin auf. Am 1. Oktober wurde außerdem die Aero-Dienst GmbH gegründet, ein Unternehmen für Flugzeugwartung, das später dauerhaft mit der Luftfahrt am Standort Nürnberg verbunden blieb. Im gleichen Zeitraum entstanden zusätzliche Hallenflächen für kleinere Flugzeuge.
- April 1959: Der planmäßige Turboprop-Verkehr begann in Nürnberg. Eine Vickers Viscount 800 startete in Richtung Amsterdam und London. Mit größeren und leistungsfähigeren Flugzeugen stieg das Sitzplatzangebot, und der Flughafen konnte seine Rolle im regionalen Luftverkehr weiter festigen.
Ausbau, Pauschalreisen und erste große Wachstumsschritte (1960–1965)
- 14. Dezember 1960: Der Flughafen Nürnberg begrüßte seinen 100.000. Fluggast. Die Marke zeigte, dass sich der Airport endgültig aus der Aufbauphase herausbewegte. Gleichzeitig wurden Vorfeldflächen, Tankdienst und technische Einrichtungen erweitert, um größere und schnellere Flugzeuge besser abfertigen zu können.
- 1961: Die Start- und Landebahn wurde von 1.900 auf 2.300 Meter verlängert. Diese Maßnahme war entscheidend, weil Nürnberg damit für moderne Strahlflugzeuge deutlich besser nutzbar wurde. Auch Verwaltungs- und Frachtgebäude wurden erweitert, während die Lufthansa im Auftrag der Bundespost einen Nachtpostverkehr einrichtete.
- 1962: Wegen steigender Passagierzahlen wurden die Fluggast-Warteräume erweitert. Der Flughafen war inzwischen nicht mehr nur eine Nachkriegslösung, sondern ein wachsender Verkehrsbetrieb, dessen Infrastruktur schrittweise an die Nachfrage angepasst werden musste.
- 2. Mai 1963: Der regelmäßige Pauschalreiseverkehr begann. Erste Ziele waren Mallorca und die Adria. Damit wurde Nürnberg Teil des aufkommenden touristischen Luftverkehrs, der in den folgenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen sollte. Für viele Menschen aus Franken und Nordbayern wurde der Flughafen nun zum Startpunkt in den Urlaub.
- 1964: Die Bundesrepublik Deutschland schied als Gesellschafter der Flughafen Nürnberg GmbH aus. Seitdem waren der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg die alleinigen Träger mit jeweils 50 Prozent. Diese klare Eigentümerstruktur wurde zu einer wichtigen Grundlage für weitere Ausbauentscheidungen.
- 1965: Der Flughafen zählte mehr als 260.000 Passagiere. Pan Am setzte im Berlin-Verkehr erstmals die Boeing 727 ein, während KLM von Propellermaschinen auf Jets vom Typ DC-9 umstellte. Nürnberg trat damit in eine neue technische Phase ein, in der Strahlflugzeuge den Charakter des Flughafens immer stärker prägten.
Jet-Zeitalter, Schlechtwettertechnik und Jumbo-Besuch (1966–1975)
- Sommer 1966: Der Charterverkehr entwickelte sich rasant. Allein in diesem Sommer wurden rund 600 Urlaubsflüge gezählt. Im gleichen Jahr entstand ein Hangar für zwei Mittelstreckenjets, ein Zeichen dafür, dass der Flughafen nicht nur im Linienverkehr, sondern auch in Wartung und Technik weiter an Bedeutung gewann.
- August 1969: Nürnberg gehörte zu den damals nur etwa 20 Flughäfen weltweit, die für halbautomatische Schlechtwetteranflüge zugelassen waren. Das war ein wichtiger Qualitätssprung, denn zuverlässige Anflugverfahren bei ungünstigem Wetter erhöhten die Betriebssicherheit und machten den Standort attraktiver. Im selben Jahr näherten sich die Passagierzahlen der Marke von einer halben Million.
- 1968/1969: Die Startbahn wurde schrittweise weiter ausgebaut und erreichte schließlich ihre heutige Länge von 2.700 Metern. Damit erfüllte Nürnberg die Voraussetzungen für deutlich größere Flugzeugtypen und wurde für den modernen Luftverkehr der späten 1960er und frühen 1970er Jahre leistungsfähiger.
- 12. Juli 1970: Zum ersten Mal landete eine Boeing 747 in Nürnberg. Der Besuch des Jumbo-Jets wurde zu einem großen Ereignis und zog rund 20.000 Schaulustige an. Auch wenn die Boeing 747 in Nürnberg kein alltägliches Linienflugzeug wurde, zeigte dieser Besuch deutlich, welche infrastrukturelle Entwicklung der Flughafen seit 1955 genommen hatte.
- 1971: Das neue Cargo Center nahm den Betrieb auf. Damit erhielt die Luftfracht eine eigene Infrastruktur am Flughafen. Der Frachtbereich entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil des Standorts, auch wenn Nürnberg vor allem als Passagierflughafen wahrgenommen wurde.
- 1975: Eine neue Ankunftshalle wurde eröffnet. Im gleichen Jahr gründete Hans-Rudolf Wöhrl den Nürnberger Flugdienst, kurz NFD. Dieses Unternehmen wurde später Teil der Eurowings-Geschichte und machte Nürnberg zu einem wichtigen Standort für private deutsche Luftverkehrsinitiativen.
Großraumflugzeuge, neues Terminal und touristische Vielfalt (1976–1985)
- März 1976: Mit dem Airbus A300 kam erstmals der erste europäische Großraumjet nach Nürnberg. Der Flughafen bewegte sich damit sichtbar in die Ära größerer Flugzeugmuster hinein. Für den Standort bedeutete dies nicht nur mehr Kapazität, sondern auch neue Anforderungen an Vorfeld, Abfertigung und Betriebsabläufe.
- 1977: Das Hauptvorfeld wurde erweitert, wodurch die Abfertigung von Großraumflugzeugen deutlich erleichtert wurde. Inzwischen zählte der Airport mehr als 730.000 Passagiere. Nürnberg war damit längst kein kleiner Regionalplatz mehr, sondern ein wachsender Verkehrsflughafen für eine wirtschaftlich starke Metropolregion.
- 1981: Ein neues Fluggastterminal mit großer Besucherterrasse und Restaurant ersetzte ältere Anlagen. Das Terminal brachte mehr Komfort, bessere Abläufe und ein moderneres Erscheinungsbild. Die früher sehr direkte Nähe der Besucher zum Rollfeld wich einer zeitgemäßeren Flughafenstruktur.
- Sommer 1984: Mehr als 20 Nonstop-Ziele standen im Flugplan. Besonders touristische Ziele wie Rhodos und Fuerteventura zeigten, wie stark sich der Urlaubsverkehr weiterentwickelt hatte. Nürnberg wurde für viele Reisende aus Franken, Nordbayern und angrenzenden Regionen zum festen Abflughafen für Ferienreisen.
Millionengrenze, Terminal West und neue Fernziele (1986–1995)
- Dezember 1986: Der Flughafen Nürnberg überschritt erstmals die Marke von einer Million Passagieren. Damit begann eine neue Größenordnung in der Entwicklung des Airports. Die steigende Nachfrage machte weitere Investitionen in Gebäude, Parkflächen und Passagierabfertigung notwendig.
- 1989: Ein neues Parkhaus wurde eröffnet, gleichzeitig begann der Hochbau des Terminals West. Der Flughafen befand sich in einer intensiven Ausbauphase, die sein Erscheinungsbild nachhaltig veränderte. Die Planungen zielten auf mehr Kapazität, bessere Wegeführung und ein moderneres Terminalerlebnis.
- 1992: Erstmals konnte ein Flugzeug an einer der drei neuen Fluggastbrücken andocken. Das Terminal war innerhalb von drei Jahren umfassend umgebaut worden. Die neuen Gebäudeteile verliehen dem Flughafen mehr Helligkeit, mehr Komfort und eine deutlich modernere Abfertigungsstruktur.
- 1993: Mit Salvador da Bahia in Brasilien, über Recife, wurde eine für Nürnberg ungewöhnliche Fernstrecke in den Flugplan aufgenommen. Auch wenn solche Langstrecken in Nürnberg selten blieben, zeigt diese Episode, dass der Flughafen zeitweise auch über das klassische europäische und touristische Streckennetz hinaus dachte.
- Mitte der 1990er Jahre: Das Frachtgeschäft erreichte knapp 50.000 Tonnen. Damit hatte sich die Luftfracht neben dem Passagierverkehr als zweites starkes Standbein entwickelt. Nürnberg profitierte dabei von seiner Lage in einer exportstarken Region und von der guten Einbindung in Verkehrs- und Logistikstrukturen.
Air-Berlin-Drehkreuz, U-Bahn-Anschluss und moderne Gepäcktechnik (1996–2005)
- Winter 1997/1998: Das Air-Berlin-Drehkreuz nahm den regelmäßigen Betrieb auf. Flugzeuge aus verschiedenen deutschen Städten brachten Urlauber nach Nürnberg, dort wurden die Passagiere auf ihre endgültigen Ferienziele verteilt. Für den Flughafen bedeutete dieses Hub-Modell eine deutlich stärkere Rolle im touristischen Luftverkehr.
- 1997: Der Weiterbau der U-Bahnlinie 2 zum Flughafen begann. Diese Entscheidung war für die Anbindung des Airports an die Stadt Nürnberg von großer Bedeutung. Der Flughafen rückte damit näher an Hauptbahnhof, Innenstadt und Messe heran.
- 1999: Die ersten Fahrgäste erreichten den Flughafen durch den neuen U-Bahn-Tunnel unter den Feldern des Knoblauchslandes. Die Fahrzeit vom Flughafen zum Nürnberger Hauptbahnhof betrug nur rund 14 Minuten. Damit erhielt Nürnberg eine der bequemsten Schienenanbindungen unter den deutschen Flughäfen vergleichbarer Größe.
- 2003: Eine neue vollautomatische Gepäcksortieranlage ging in Betrieb. Nürnberg war damit bei Kontrolle und Sortierung des Gepäcks bundesweit ein Vorreiter in Sachen Sicherheit. Im selben Jahr eröffnete das Cargo Center 2, und der jährliche Luftfrachtumschlag lag nun bei rund 66.000 Tonnen.
- 2004: Das Air-Berlin-Drehkreuz wurde erweitert. Auch Hapag-Lloyd profitierte von den Abläufen des Nürnberger Hubs. Der Flughafen hatte sich zu diesem Zeitpunkt als leistungsfähiger touristischer Umsteigestandort etabliert.
Fußball-WM, neue Infrastruktur und Ende einer Air-Berlin-Ära (2006–2014)
- 2006: Während der Fußball-Weltmeisterschaft bewältigte der Flughafen Nürnberg rund 15.000 zusätzliche Fluggäste und mehr als 350 zusätzliche Flüge. Der Airport zeigte damit, dass er auch bei internationalen Großereignissen zuverlässig funktionieren konnte.
- 2007: Zwei große Bauprojekte prägten das Jahr. Zum einen entstand das Parkhaus P3 mit 2.200 Stellplätzen, zum anderen wurde ein neues Transfer Control Terminal für die wachsende Zahl an Umsteigepassagieren im Air-Berlin-Drehkreuz realisiert. Die Passagierzahlen stiegen auf über 4 Millionen.
- 2008: Die Renaturierung des Bucher Landgrabens erhielt besondere Aufmerksamkeit. Damit wurde neben der verkehrlichen Entwicklung auch das Thema Umwelt stärker sichtbar. Flughäfen mussten sich zunehmend nicht nur an Kapazität und Passagierzahlen messen lassen, sondern auch an ihrem Umgang mit Flächen, Wasserläufen und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen.
- 2009: Die weltweite Finanzkrise bremste die positive Entwicklung. Wie viele Flughäfen spürte auch Nürnberg die Auswirkungen schwächerer Nachfrage und wirtschaftlicher Unsicherheit. Der Airport blieb jedoch ein zentraler Luftverkehrsstandort der Metropolregion.
- April 2010: Die Luftraumsperrung infolge des Vulkanausbruchs auf Island sorgte europaweit für massive Einschränkungen im Flugverkehr. Auch Nürnberg war von den Auswirkungen betroffen. Das Ereignis zeigte, wie empfindlich der internationale Luftverkehr auf Naturereignisse reagieren kann.
- 30. April 2013: Das Winterdrehkreuz von Air Berlin wurde nach 17 Jahren zum letzten Mal durchgeführt. Als letzte Maschine hob Flug AB2248 nach Agadir ab. Damit endete eine prägende Phase der Nürnberger Flughafengeschichte, in der Air Berlin über viele Jahre eine besonders wichtige Rolle gespielt hatte.
- 2014: Der Flughafen erhielt die neue Marke „Albrecht Dürer Airport Nürnberg“ und ein neues Logo. Die Umbenennung sollte die regionale Identität stärken und den internationalen Auftritt klarer machen. Der Name des berühmten Nürnberger Künstlers wurde damit dauerhaft mit dem Flughafen verbunden.
Albrecht Dürer Airport, Rekorde und neue Krisen (2015–2021)
- 2015: Der Flughafen ging mit seiner neuen Markenidentität in die nächste Entwicklungsphase. Der Name Albrecht Dürer Airport Nürnberg wurde zunehmend im öffentlichen Auftritt verankert und stärkte die Verbindung zwischen Flughafen, Stadt und Region.
- 2016: Der Airport bewährte sich weiter als Veranstaltungsstandort. Während der Fußball-Europameisterschaft konnten Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf dem Eventgelände am Parkhaus P3 verfolgt werden. Auch Musikveranstaltungen zogen im Sommer viele Menschen an den Flughafenstandort.
- 2018: Der Flughafen erreichte mit 4,467 Millionen Passagieren einen neuen historischen Rekord. Bis zu 70 Ziele wurden nonstop angeboten. Damit war Nürnberg in dieser Phase besonders stark im europäischen Linien- und touristischen Verkehr positioniert.
- 2019: Die Insolvenz und Betriebseinstellung von Germania belastete die Entwicklung. Germania hatte sich nach dem Air-Berlin-Aus zu einer starken touristischen Airline in Nürnberg entwickelt. Gleichzeitig wurde die Gastronomie- und Shoplandschaft am Airport erweitert, unter anderem durch einen Rewe To Go.
- 2020: Die weltweite Corona-Pandemie traf den Flughafen schwer. Der reguläre Flugbetrieb wurde zeitweise stark eingeschränkt beziehungsweise vorübergehend eingestellt. Dennoch blieb der Airport in Betrieb, unter anderem für medizinische Transporte und Luftfracht.
- 2021: Mitten in der Pandemie wurde das neue Parkhaus P4 mit mehr als 3.000 Stellplätzen eröffnet. Die Investition zeigte, dass der Flughafen trotz Krise langfristig weiter auf den Bedarf nach guter Erreichbarkeit und ausreichenden Parkkapazitäten setzte.
Rückkehr des Reiseverkehrs und neues Wachstum (2022–2026)
- 2022: Der Flughafen begann schrittweise zur Normalität zurückzukehren. Mit wachsendem Flugangebot stiegen auch die Passagierzahlen wieder. Die Erholung verlief nicht über Nacht, aber die Nachfrage nach Urlaubs- und Städtereisen kehrte sichtbar zurück.
- 2023: Das Reisefieber nahm weiter zu. Nürnberg profitierte vom wieder wachsenden touristischen Verkehr, aber auch von stabilen Verbindungen zu europäischen Drehkreuzen. Der Airport bewegte sich zunehmend wieder in Richtung der Vor-Krisen-Zahlen.
- 2024: Die Marke von 4 Millionen Passagieren wurde wieder überschritten. Rund 65 Ziele füllten den Flugplan. Nach Ryanair und Corendon Airlines eröffneten auch Eurowings und Marabu Airlines eigene Basen in Nürnberg, wodurch sich die Angebotsstruktur weiter verbreiterte.
- 29. November 2024: Der Flughafen blickte auf zehn Jahre unter dem Namen Albrecht Dürer Airport Nürnberg zurück. Mit dem Namen hatte sich auch das äußere Erscheinungsbild verändert, denn Logo und Markenauftritt wurden damals umfassend erneuert. Der Name ist inzwischen fest mit dem Flughafen verbunden.
- 2025: Der Airport Nürnberg verzeichnete mit 4.508.765 Passagieren das verkehrsstärkste Jahr seiner Geschichte. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2018 übertroffen. Der gewerbliche Verkehr wuchs um 12 Prozent, und sowohl Linien- als auch Touristikverkehr entwickelten sich dynamisch.
- Juli 2025: Die große Freiland-Photovoltaikanlage des Flughafens mit mehr als 13 Megawatt Peak Leistung ging ans Netz. Sie gilt als größte PV-Anlage Nürnbergs und ist ein wichtiger Schritt in Richtung energieeffizienter und nachhaltiger Flughafenbetrieb.
- 20. April 2026: Der Flughafen meldete offiziell den Wachstumskurs des Geschäftsjahres 2025. Ryanair blieb mit einem Marktanteil von 28 Prozent größte Airline in Nürnberg, Wizz Air entwickelte sich erstmals zur zweitgrößten Airline am Standort, und wichtige Netzwerkgesellschaften wie Lufthansa, Turkish Airlines, KLM und Air France verbanden Nürnberg weiterhin ganzjährig mit ihren Drehkreuzen. Antalya blieb das nachfragestärkste Ziel, gefolgt von stark frequentierten Verbindungen wie Palma de Mallorca, Frankfurt, Hurghada, Istanbul, Amsterdam, London-Stansted und Istanbul-Sabiha Gökçen.
















