Spotter Mania Titelbild

LEIPZIG / HALLE

Leipzig – Halle Airport

Der Flughafen Leipzig/Halle gehört zu den spannendsten Luftverkehrsstandorten in Mitteldeutschland. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1927 hat er viele unterschiedliche Rollen übernommen: Verkehrsflughafen, Messeflughafen, DDR-Drehkreuz, moderner Regionalairport und heute einer der bedeutendsten Frachtflughäfen Europas. Kaum ein anderer Flughafen in Deutschland zeigt so deutlich, wie stark sich Luftfahrt, Wirtschaft und Infrastruktur im Laufe der Jahrzehnte verändern können.

Seine Lage zwischen Leipzig und Halle machte den Flughafen von Anfang an zu einem gemeinsamen Tor für die Region. Besonders die Leipziger Messe, die Entwicklung des zivilen Luftverkehrs, die politischen Umbrüche nach 1945 und die Wiedervereinigung Deutschlands haben seine Geschichte geprägt. Mit dem Ausbau der Start- und Landebahnen, dem Bahnanschluss und der Ansiedlung des DHL-Drehkreuzes entwickelte sich Leipzig/Halle schließlich zu einem internationalen Logistikstandort mit großer Bedeutung.

Heute steht der Flughafen Leipzig/Halle für eine besondere Mischung aus Geschichte und Gegenwart. Er verbindet fast 100 Jahre Luftfahrtentwicklung mit moderner Infrastruktur, Passagierverkehr und globaler Luftfracht. Genau diese Entwicklung macht ihn zu einem wichtigen Kapitel der deutschen Flughafengeschichte und zu einem Standort, dessen Vergangenheit und Zukunft eng miteinander verbunden sind.

D-04435 Schkeuditz
Terminalring 11

IATA: LEJ
ICAO: EDDP

RUNWAYS:
08L/26R (3600x45m) B
08R/26L (3600x60m) B


GESCHICHTE

Von der Idee eines mitteldeutschen Zentralflughafens zum neuen Standort bei Schkeuditz (1925–1927)
  • 1925 entstand in Mitteldeutschland der konkrete Gedanke, einen gemeinsamen Flughafen für Leipzig und Halle zu schaffen. Die bisherigen Flugplätze der Region reichten für den wachsenden Luftverkehr nicht mehr aus. Besonders die Lage zwischen beiden Städten sprach für ein neues Gelände bei Schkeuditz. Der Standort war verkehrsgünstig, bot ausreichend Fläche und lag nahe an wichtigen Bahn- und Straßenverbindungen.
  • 9. Mai 1926 wurde die Errichtung des neuen Flughafens offiziell beantragt. Damit begann die eigentliche Planungsphase für einen Platz, der nicht nur Leipzig oder Halle dienen sollte, sondern dem gesamten mitteldeutschen Raum. Der Bau war für die damalige Zeit ein ehrgeiziges Projekt, denn der Flughafen sollte von Beginn an als moderner Verkehrsflughafen ausgelegt werden.
  • 1. September 1926 erfolgte der erste Spatenstich. Bemerkenswert war die kurze Bauzeit: Innerhalb weniger Monate entstanden Flugfeld, erste Betriebsanlagen, Hangar und Abfertigungsbereiche. Die geplante Eröffnung im April 1927 musste wetterbedingt verschoben werden, doch der neue Flughafen stand bereits unmittelbar vor dem Start in seine Geschichte.
Die Eröffnung des Flughafens Halle/Leipzig und die ersten Betriebsjahre (1927–1930)
  • 25. April 1927 landete am Morgen die erste Maschine auf dem neuen Flughafen Halle/Leipzig bei Schkeuditz. Damit begann der reguläre Flugbetrieb eines Airports, der von Anfang an als gemeinsames Luftverkehrstor für beide Städte gedacht war. Der Flughafen gehörte schon damals zu den modernen Anlagen seiner Zeit und war ein deutliches Zeichen für den wachsenden Stellenwert des zivilen Luftverkehrs.
  • 1927 bestand der neue Flughafen zunächst aus einem großen Flugfeld, einfachen Betriebsgebäuden, einem Hangar und provisorischen Abfertigungsanlagen. Für die Anfangsjahre war das ausreichend, denn der Luftverkehr befand sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Trotzdem zeigte sich schnell, dass der Standort Potenzial hatte.
  • 1928 entwickelte sich der Platz weiter. Der Flughafen wurde stärker in das deutsche Luftverkehrsnetz eingebunden und gewann für Linienflüge, Postverkehr und Fracht an Bedeutung. Die Nähe zu Leipzig, Halle und zur Leipziger Messe sorgte dafür, dass der Airport bereits früh eine regionale und wirtschaftliche Rolle übernahm.
  • 1929 kamen am Standort Werkstatt- und technische Einrichtungen hinzu. Damit wurde Schkeuditz nicht nur ein Ort für Starts und Landungen, sondern auch ein Platz für Wartung, Technik und luftfahrtbezogene Dienstleistungen.
Wachstum, Architektur und Bedeutung in der Vorkriegszeit (1931–1938)
  • Mai 1931 wurde das markante Restaurantgebäude des Flughafens eröffnet. Der moderne Glasbau, oft als „Glaspalast“ beschrieben, wurde nicht nur von Fluggästen genutzt, sondern entwickelte sich auch zu einem beliebten Ausflugsziel. Der Flughafen war damit mehr als reine Verkehrsinfrastruktur: Er wurde zu einem sichtbaren Symbol des technischen Fortschritts.
  • 1936 bis 1937 entstand ein neues Abfertigungsgebäude. Es ersetzte ältere provisorische Anlagen und gab dem Flughafen ein repräsentativeres Erscheinungsbild. Die Architektur entsprach der damaligen Zeit und zeigte, wie stark sich der Luftverkehr bereits professionalisiert hatte.
  • 1937 gehörte der Flughafen Halle/Leipzig zu den verkehrsreicheren Flughäfen im Deutschen Reich. Mit mehr als 40 Starts pro Tag erreichte der Standort eine beachtliche Bedeutung. Er profitierte von seiner Lage, dem Messestandort Leipzig und der zunehmenden Akzeptanz des Flugzeugs als Verkehrsmittel.
  • 1938 blieb der Flughafen weiter in Betrieb, doch die politische Lage in Europa war bereits angespannt. Der zivile Luftverkehr stand zunehmend unter dem Einfluss militärischer Planungen, was die weitere Entwicklung des Airports entscheidend verändern sollte.
Kriegsbeginn, militärische Nutzung und Zerstörung (1939–1945)
  • 1. September 1939 begann mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine neue Phase für den Flughafen Halle/Leipzig. Der zivile Luftverkehr wurde stark eingeschränkt und der Standort zunehmend militärisch genutzt. Die zivile Bedeutung des Airports trat damit deutlich in den Hintergrund.
  • 1939 bis 1944 übernahm die Luftwaffe wesentliche Bereiche des Flughafens. Werkstätten, technische Anlagen und Infrastruktur wurden für militärische Zwecke eingesetzt. Auch die industrielle Luftfahrtproduktion in der Region spielte eine Rolle. Der Flughafen wurde dadurch Teil der deutschen Kriegswirtschaft.
  • 16. April 1944 wurde der Flughafen bei einem alliierten Luftangriff schwer getroffen. Große Teile der Anlagen wurden zerstört, darunter auch das bekannte Restaurantgebäude. Die Schäden bedeuteten einen massiven Einschnitt in die Geschichte des Standorts.
  • 1945 endete der Krieg, doch der Flughafen war nicht mehr der leistungsfähige Verkehrsflughafen der 1930er Jahre. Viele Gebäude waren beschädigt oder zerstört, und der zivile Luftverkehr musste unter völlig neuen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen neu bewertet werden.
Nachkriegszeit, Industrienutzung und neue Betonpiste (1946–1960)
  • 1946 bis 1947 wurde das Gelände zunächst nicht wieder als klassischer Verkehrsflughafen aufgebaut. In den verbliebenen Anlagen entstanden industrielle Nutzungen. Aus der früheren luftfahrttechnischen Infrastruktur entwickelte sich unter anderem der VEB Maschinen- und Apparatebau Schkeuditz.
  • 1950er Jahre blieb der Standort vor allem ein Industrie- und Werksflugplatz. Der reguläre zivile Luftverkehr spielte zunächst nur eine geringe Rolle. Trotzdem blieb das Gelände wegen seiner Lage und seiner vorhandenen Luftfahrtinfrastruktur interessant.
  • 1957 bis 1960 entstand eine neue, rund 2.500 Meter lange Betonstartbahn. Diese Maßnahme war entscheidend, denn sie machte Schkeuditz grundsätzlich wieder für größere Flugzeuge und moderne Anforderungen nutzbar. Die Bahn wurde im Zusammenhang mit den Luftverkehrsplänen der DDR gebaut.
  • 1960 war die neue Piste fertiggestellt, doch zunächst wurde sie noch nicht voll ausgeschöpft. Die zivile Luftfahrt der DDR konzentrierte sich auf wenige Standorte, und Leipzig-Mockau blieb vorerst für Messeflüge von Bedeutung. Schkeuditz wartete damit auf seine Rückkehr in den regelmäßigen Luftverkehr.
Rückkehr als Messeflughafen Leipzig-Schkeuditz (1963–1971)
  • 1. März 1963 wurde der Messeflugverkehr auf den Flughafen Leipzig-Schkeuditz verlegt. Grund dafür waren die technischen Anforderungen moderner Flugzeuge. Die längere Betonpiste in Schkeuditz eignete sich deutlich besser als der ältere Flughafen Leipzig-Mockau.
  • 1963 bis 1966 wurde der Flughafen vor allem zweimal jährlich zur Leipziger Messe genutzt. In dieser Zeit kamen internationale Gäste, Geschäftsleute und Delegationen nach Leipzig. Die Abfertigung war jedoch zunächst noch provisorisch. Zu jeder Messesaison mussten Anlagen aufgebaut und später wieder abgebaut werden.
  • 30. August 1968 wurde ein neues eingeschossiges Abfertigungsgebäude eröffnet. Es hatte eine ungewöhnliche Doppelfunktion: Während der Messezeiten diente es als Flughafenterminal, außerhalb dieser Wochen wurde es als Autobahnraststätte genutzt. Diese Lösung zeigt sehr deutlich, wie speziell der Flughafenbetrieb in dieser DDR-Phase organisiert war.
  • 1969 bis 1971 wurde der Flughafen schrittweise erweitert. Die wachsenden Anforderungen des Messeverkehrs und die technischen Entwicklungen im Flugverkehr machten deutlich, dass Schkeuditz langfristig mehr sein konnte als nur ein zeitweise genutzter Messeflughafen.
Ganzjähriger Verkehrsflughafen der DDR und Ausbau im Linienverkehr (1972–1985)
  • 19. Mai 1972 nahm der Flughafen Leipzig den ganzjährigen Betrieb als Verkehrsflughafen auf. Damit begann eine neue Phase, in der der Standort nicht mehr nur saisonal zur Messe genutzt wurde. Leipzig-Schkeuditz wurde nun dauerhaft in den zivilen Luftverkehr der DDR eingebunden.
  • 1. September 1975 ereignete sich beim Anflug auf Leipzig ein schweres Unglück. Eine Tupolew Tu-134 der Interflug verunglückte kurz vor dem Flughafen. Der Unfall gehörte zu den tragischen Ereignissen in der Geschichte des Airports und blieb lange im öffentlichen Gedächtnis.
  • 1970er Jahre stiegen die Passagierzahlen weiter an. Der Flughafen wurde ausgebaut, erhielt zusätzliche technische Einrichtungen und wurde stärker auf den regelmäßigen Betrieb vorbereitet. Trotz begrenzter Mittel entwickelte sich der Standort zu einem wichtigen DDR-Verkehrsflughafen.
  • 30. August 1984 wurde eine neue Einreisehalle fertiggestellt. Sie verbesserte die Abfertigung internationaler Passagiere und passte zur wachsenden Bedeutung Leipzigs als Messe- und Wirtschaftsstandort.
  • 30. August 1985 folgte die modernisierte Abflughalle. Damit wurden die Abläufe für Reisende verbessert und der Flughafen konnte den steigenden Verkehr besser bewältigen.
Concorde-Besuche, Messeverkehr und späte DDR-Jahre (1986–1989)
  • 18. März 1986 landete erstmals eine Concorde der Air France in Leipzig. Der Besuch stand im Zusammenhang mit der Leipziger Messe und war ein außergewöhnliches Ereignis für die DDR-Luftfahrt. Nur wenige Flughäfen in Deutschland konnten solche Einsätze überhaupt vorweisen.
  • 20. März 1986 folgte eine Concorde der British Airways. Auch dieser Flug blieb eine Besonderheit. In den folgenden Jahren gab es weitere Concorde-Flüge nach Leipzig, vor allem im Rahmen des Messeverkehrs. Der Flughafen Leipzig/Halle wurde dadurch zu einem der wenigen deutschen Standorte mit wiederholten Concorde-Landungen.
  • 1988 erreichte der Flughafen rund 550.000 Passagiere pro Jahr. Damit hatte sich das Verkehrsaufkommen seit der Aufnahme des ganzjährigen Betriebs 1972 deutlich vervielfacht. Leipzig-Schkeuditz war zu einem festen Bestandteil des DDR-Luftverkehrs geworden.
  • 1989 brachte die politische Wende völlig neue Rahmenbedingungen. Mit dem Ende der DDR zeichnete sich ab, dass der Flughafen künftig nicht mehr nach den Strukturen des staatlichen DDR-Luftverkehrs funktionieren würde, sondern sich in einem offenen Markt behaupten musste.
Neuausrichtung nach der Wiedervereinigung und Umbenennung in Leipzig/Halle (1990–1995)
  • September 1990 wurde die Flughafen Leipzig GmbH gegründet. Damit begann die organisatorische Neuausrichtung des Airports kurz vor der deutschen Wiedervereinigung. Der Flughafen musste sich nun auf westdeutsche und internationale Standards einstellen.
  • 3. Oktober 1990 veränderte die deutsche Wiedervereinigung die Perspektive des Standorts grundlegend. Der Flughafen Leipzig stand nun im Wettbewerb eines gesamtdeutschen Luftverkehrsmarktes. Gleichzeitig eröffnete sich die Chance, Infrastruktur, Technik und Streckennetz umfassend zu modernisieren.
  • Mai 1991 erhielt der Flughafen den Namen Flughafen Leipzig/Halle. Damit wurde die historische Verbindung beider Städte wieder deutlicher betont. Der IATA-Code LEJ blieb erhalten.
  • 1991 bis 1992 wurde das bestehende Terminal modernisiert. Die Abfertigung sollte den Anforderungen eines modernen Verkehrsflughafens entsprechen. 1992 erreichte der Flughafen erstmals mehr als eine Million Passagiere in einem Jahr.
  • 1993 bis 1995 folgten weitere Planungen und Bauarbeiten. Ziel war es, den Standort dauerhaft als leistungsfähigen Flughafen Mitteldeutschlands zu etablieren. Besonders wichtig wurden bessere Verkehrsanbindung, moderne Passagierabfertigung und eine zukunftsfähige Flugbetriebsinfrastruktur.
Neues Terminal, neue Verkehrsachsen und moderner Flughafenbetrieb (1996–2003)
  • 1996 wurde das neue Terminal B fertiggestellt. Damit erhielt der Flughafen deutlich modernere Abfertigungsmöglichkeiten. Die neuen Anlagen verbesserten den Komfort für Passagiere und gaben dem Airport ein zeitgemäßes Erscheinungsbild.
  • 1998 begann der Ausbau der Start- und Landebahnen sowie der flugbetrieblichen Infrastruktur. Der Flughafen sollte für größere Flugzeuge, längere Strecken und mehr Verkehr gerüstet werden. Diese Phase war ein entscheidender Schritt vom regionalen Verkehrsflughafen hin zu einem international besser aufgestellten Standort.
  • März 2000 ging die neue Start- und Landebahn Nord zusammen mit dem neuen Tower in Betrieb. Die Nordbahn war für Interkontinentalverbindungen ausgelegt und stärkte die Leistungsfähigkeit des Flughafens deutlich.
  • 15. Dezember 2002 wurde der Flughafenbahnhof Leipzig/Halle Flughafen eröffnet. Damit erhielt der Airport eine direkte Bahnanbindung. Die Lage des Bahnhofs unterhalb des Abfertigungsgebäudes machte den Übergang zwischen Zug und Flugzeug besonders kurz.
  • 2003 wurde die Anbindung über die Schnellfahrstrecke weiter verbessert. Damit rückte der Flughafen noch stärker in die Mitte zwischen Leipzig, Halle und dem überregionalen Bahnnetz.
Modernisierung, Olympiabewerbung und Südbahn als Großprojekt (2004–2007)
  • 2004 bis 2005 wurde der Flughafen weiter modernisiert. Leipzig hatte sich für die Olympischen Spiele 2012 beworben, und auch wenn die Spiele letztlich nach London vergeben wurden, wirkte die Bewerbungsphase als Beschleuniger für Infrastrukturplanungen.
  • 2005 begann eine besonders wichtige Bauphase für die künftige Rolle des Flughafens im Frachtverkehr. Die geplante Ansiedlung von DHL als großem Luftfrachtdrehkreuz erforderte leistungsfähige Bahnen, Vorfelder, Rollwege und Abfertigungsflächen.
  • 2006 wurden die Arbeiten an der neuen südlichen Start- und Landebahn sowie an ergänzenden Flugbetriebsflächen vorangetrieben. Die Ausrichtung auf den 24-Stunden-Frachtbetrieb wurde nun immer klarer sichtbar.
  • Juli 2007 wurde die neue Start- und Landebahn Süd eröffnet. Sie verläuft parallel zur Nordbahn und machte den Flughafen deutlich leistungsfähiger. Mit zwei parallelen Bahnen erhielt Leipzig/Halle eine Infrastruktur, die besonders für den Fracht- und Nachtbetrieb von großer Bedeutung wurde.
DHL-Drehkreuz und Aufstieg zum internationalen Frachtstandort (2008–2012)
  • 26. Mai 2008 wurde das DHL-Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle offiziell eröffnet. Damit begann die wohl prägendste Phase der jüngeren Flughafengeschichte. DHL verlagerte sein europäisches Luftfrachtdrehkreuz nach Leipzig/Halle und machte den Airport zu einem zentralen Knoten im internationalen Expressfrachtverkehr.
  • 2008 veränderte sich die Rolle des Flughafens grundlegend. Neben dem klassischen Passagierverkehr trat nun die Luftfracht als bestimmender Wachstumstreiber. Der 24-Stunden-Betrieb, die Lage in Mitteldeutschland und die moderne Infrastruktur machten Leipzig/Halle für Expresslogistik besonders attraktiv.
  • 2009 wurde Leipzig/Halle auch Heimatflughafen von AeroLogic, einem Gemeinschaftsunternehmen von DHL Express und Lufthansa Cargo. Dadurch wurde die Bedeutung des Flughafens als Frachtstandort weiter gestärkt.
  • 2010 erhielt European Air Transport Leipzig die Betriebsgenehmigung als deutsche Airline. Damit wurde der Standort nicht nur Umschlagplatz, sondern auch Basis für Flugzeugbetrieb, Wartung und fliegerische Organisation innerhalb des DHL-Netzwerks.
  • 2012 hatte sich Leipzig/Halle fest unter den bedeutenden europäischen Frachtflughäfen etabliert. Der Airport war nun weit mehr als ein regionaler Verkehrsflughafen.
Ausbau des DHL-Hubs und Festigung der Cargo-Rolle (2013–2019)
  • 2013 kündigte DHL weitere Investitionen und Ausbauschritte am Standort Leipzig/Halle an. Der Frachtverkehr wuchs, und die vorhandenen Anlagen mussten an steigende Sendungsmengen angepasst werden.
  • 2016 nahm DHL neue Sortierhallen am Hub Leipzig offiziell in Betrieb. Dadurch stieg die Sortierkapazität deutlich. Besonders wichtig war die Möglichkeit, auch sperrige und schwere Sendungen automatisiert abzufertigen. Der Ausbau schuf zusätzliche Arbeitsplätze und festigte die Rolle des Flughafens als internationales Expressfrachtdrehkreuz.
  • 2017 feierte der Flughafen Leipzig/Halle sein 90-jähriges Bestehen. Aus dem 1927 eröffneten mitteldeutschen Flughafen war ein moderner Standort mit zwei Start- und Landebahnen, Bahnanschluss, Passagierverkehr und bedeutendem Frachtbetrieb geworden.
  • 2018 bis 2019 blieb die Fracht der wichtigste Wachstumsmotor. Während der Passagierverkehr stärker von touristischen und regionalen Linien abhängig war, entwickelte sich die Luftfracht zu einem stabilen Kern des Flughafens. Leipzig/Halle war nun dauerhaft einer der wichtigsten Cargo-Airports Deutschlands.
Pandemie, Nordbahnsanierung und technische Erneuerung (2020–2021)
  • 2020 wurde am DHL-Standort ein Aviation Training Center eröffnet. Es ermöglichte Simulatortraining direkt am Standort und stärkte Leipzig/Halle zusätzlich als Ausbildungs- und Technikstandort. Gleichzeitig veränderte die Corona-Pandemie den Luftverkehr weltweit massiv.
  • 2020 ging der Passagierverkehr pandemiebedingt stark zurück. Wie viele Flughäfen musste auch Leipzig/Halle mit Reisebeschränkungen und sinkender Nachfrage umgehen. Die Luftfracht blieb dagegen vergleichsweise stabil und gewann in dieser Zeit noch stärker an Bedeutung.
  • April 2021 begann die umfassende Sanierung der Start- und Landebahn Nord. Die rund 3.600 Meter lange Bahn hatte seit ihrer Inbetriebnahme im März 2000 intensive Nutzung erlebt. Während der Arbeiten lief der Flugbetrieb über die parallel verlaufende Südbahn weiter.
  • 1. September 2021 wurde die Nordbahn nach kurzer, intensiver Bauzeit wieder in Betrieb genommen. Die Sanierung umfasste Betonflächen, Rollwege, Entwässerung, Markierungen und moderne LED-Befeuerung. Damit wurde die Infrastruktur auf kommende Anforderungen vorbereitet.
LEJ Campus, D328eco-Flugzeugbau und langfristige Zukunftsausrichtung (2022–2026)
  • 2022 erhielt European Air Transport Leipzig den Status als zugelassene Ausbildungsorganisation. Damit konnten wiederkehrende Trainings und Ausbildungsmaßnahmen für Pilotinnen und Piloten direkt am Standort durchgeführt werden. Der Flughafen gewann dadurch weiter an Bedeutung als operativer und fachlicher Luftfahrtstandort.
  • 16. Mai 2023 erfolgte am Flughafen Leipzig/Halle der erste Spatenstich für die künftige Endmontagelinie der D328eco von Deutsche Aircraft. Damit wurde ein neues Kapitel für den Standort aufgeschlagen, denn neben Passagierverkehr, Luftfracht und Logistik rückte nun auch der Flugzeugbau wieder stärker in den Mittelpunkt. Geplant wurde ein moderner Produktionsstandort für ein neues Turboprop-Regionalflugzeug, das auf der Dornier 328 basiert und für effizienteren Regionalverkehr weiterentwickelt wurde.
  • September 2023 wurde der LEJ Campus am DHL-Drehkreuz offiziell eröffnet. Der moderne Gebäudekomplex entstand in unmittelbarer Nähe zum Logistik- und Flugbetrieb und umfasst Büroflächen, Schulungsräume, Kantine und weitere Bereiche. Er zeigt, dass der Standort nicht nur flugbetrieblich, sondern auch organisatorisch weiter ausgebaut wurde.
  • 31. Juli 2024 verlängerte DHL den Rahmenvertrag mit der Mitteldeutschen Flughafen AG vorzeitig bis 2053. Damit erhielt der Flughafen langfristige Planungssicherheit. Die Vereinbarung unterstreicht die zentrale Rolle des Standorts Schkeuditz im globalen DHL-Netzwerk.
  • 30. April 2025 wurde der Grundstein für die neue Endmontagelinie der D328eco am Flughafen Leipzig/Halle gelegt. Das Werk entsteht auf einer Fläche von rund 60.000 Quadratmetern und soll Produktion, Logistik, Inbetriebnahme und Verwaltung miteinander verbinden. Für Leipzig/Halle bedeutet dieses Projekt eine deutliche Erweiterung der bisherigen Flughafenrolle: Der Airport wird nicht nur Umschlagplatz und Verkehrsknoten, sondern auch Standort für den Bau eines neuen deutschen Regionalflugzeugs.
  • 14. November 2025 feierte Deutsche Aircraft das Richtfest für die neue Endmontagelinie am Flughafen Leipzig/Halle. Die Fertigstellung der baulichen Struktur markierte einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zur Serienfertigung. Perspektivisch ist eine Produktionskapazität von bis zu 48 Flugzeugen pro Jahr vorgesehen. Damit bekommt der Flughafen eine zusätzliche industrielle Bedeutung, die weit über den klassischen Flughafenbetrieb hinausgeht.
  • 2026 befindet sich das D328eco-Projekt weiter im Aufbau. Die Übergabe der Endmontagelinie und der Beginn der ersten Produktionsschritte sind als nächste Etappen vorgesehen. Der erste in Leipzig montierte Testflieger wird nach aktuellem Planungsstand für Anfang 2027 erwartet. Damit könnte Leipzig/Halle zu einem der wichtigsten Standorte für modernen Regionalflugzeugbau in Deutschland werden.
  • 2025 bis 2026 bleibt Leipzig/Halle ein Flughafen mit mehreren starken Säulen: Passagierverkehr, internationaler Frachtbetrieb, DHL-Drehkreuz, Ausbildung, Logistik und künftig auch Flugzeugbau. Besonders die Verbindung aus Luftfracht und industrieller Luftfahrtproduktion macht den Standort Schkeuditz heute zu einem der vielseitigsten Flughäfen Deutschlands.

INFORMATIONEN


SPOTTER SERVICE


LEJ IN DEN SOZIALEN MEDIEN



Static Airframes

PRESERVED

  • DM-STA / Ilyushin IL-18 V / cn 180001905 / Interflug / painted in Deutsche Lufthansa (Ost)

Flight Radar


Local Aviation Community

LEJ-SPOTTER

Planespotting? – das ist mehr als nur Flugzeugfotografie! (de)

FACEBOOK

Planespotter Leipzig – News und Spotting (private Gruppe)

FLUGZEUG FORUM

Flugbetrieb Leipzig/Halle (LEJ/EDDP) 2026 (de)


Airport Spotter Guides

SPOTTERGUIDE

Leipzig/Halle Airport Spotting Guide (en)

SCRAMBLE

Leipzig/Halle (en)


Weitere interessante Informationen

WIKIPEDIA

Flughafen Leipzig/Halle (de)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert