FLUGPLATZ BERLIN GATOW

Der Flugplatz Berlin-Gatow ist einer der geschichtsträchtigsten Luftfahrtorte Berlins. Kaum ein anderer Flugplatz der Stadt verbindet so viele Kapitel deutscher und alliierter Geschichte an einem einzigen Standort. Aus einem frühen Segelfluggelände entstand in den 1930er-Jahren ein militärischer Ausbildungsflugplatz der Luftwaffe. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Royal Air Force das Gelände und machte Gatow zu einem wichtigen britischen Stützpunkt im geteilten Berlin.

Besonders bekannt wurde Berlin-Gatow während der Berliner Luftbrücke 1948/49. Von hier aus wurden West-Berlin mit Lebensmitteln, Kohle und dringend benötigten Gütern versorgt. Auch während des Kalten Krieges blieb der Flugplatz ein sichtbares Zeichen der westlichen Präsenz in der eingeschlossenen Stadt. Nach dem Ende der RAF-Zeit und der Einstellung des Flugbetriebs wandelte sich Gatow zu einem Erinnerungsort.

Heute befindet sich auf dem ehemaligen Flugplatz das Militärhistorische Museum der Bundeswehr. Die erhaltenen Gebäude, Hangars und Flächen machen die Geschichte des Ortes noch immer greifbar. Berlin-Gatow steht damit für Aufrüstung, Krieg, Besatzungszeit, Luftbrücke, Kalten Krieg und Wiedervereinigung – und ist bis heute ein bedeutender Ort der deutschen Luftfahrtgeschichte.

Am Flugplatz Gatow 33
D-14089 Berlin

IATA: GWW
ICAO: EDBG
(EDUG, DAGW)

RUNWAYS:
08R/26L 1842×45m A
26R/08L 1842×45m A


SIEHE AUCH

Militärhistorisches Museum
Flugplatz Berlin-Gatow

SIEHE AUCH

Militärhistorisches Museum
Dresden

SIEHE AUCH

Flughafen Berlin Brandenburg


GESCHICHTE

Erste fliegerische Nutzung auf den Hellen Bergen (ab 1925)

  • Ab etwa 1925 wurde das Gelände der Hellen Berge westlich von Hohengatow für den Segelflug genutzt. Noch bevor dort ein militärischer Flugplatz entstand, entwickelte sich die offene Landschaft am westlichen Berliner Stadtrand zu einem Übungsgebiet für den lautlosen Flug. Unter anderem fanden dort Segelflugschulungen statt, die mit der damaligen Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Verbindung standen. Damit begann die fliegerische Geschichte Gatows nicht mit der Luftwaffe, sondern bereits in der zivilen und sportlichen Luftfahrt der Zwischenkriegszeit.

Bau des Militärflugplatzes im Zuge der Aufrüstung (1934 – 1935)

  • 1934 begann der Ausbau des Geländes zu einem Militärflugplatz. Die neue Anlage entstand im Zuge der verdeckten und später offenen Aufrüstung des nationalsozialistischen Deutschlands. Gatow lag strategisch günstig am westlichen Rand Berlins, nahe dem Truppenübungsplatz Döberitz und mit ausreichend Fläche für Kasernen, Schulgebäude, Flugfeld, Hangars und technische Einrichtungen. Die Anlage wurde nicht als gewöhnlicher Flugplatz geplant, sondern als repräsentativer Ausbildungsstandort der neuen Luftwaffe.
  • 1935 nahm der Flugplatz konkrete Formen an. Neben dem eigentlichen Flugfeld entstanden umfangreiche Kasernen- und Unterrichtsgebäude. Der Architekt Ernst Sagebiel, der auch mit anderen repräsentativen Luftwaffenbauten verbunden war, prägte die Architektur des Standorts. Gatow sollte nicht nur militärisch funktionieren, sondern auch den Machtanspruch der neu aufgebauten Luftwaffe zeigen. Die Anlage verband Schulbetrieb, Flugbetrieb, Unterkunft und militärische Repräsentation auf engem Raum.
  • 1. November 1935 wurde der Fliegerhorst Gatow offiziell eingeweiht. In vielen Darstellungen gilt dieses Datum als Beginn der militärischen Geschichte des Flugplatzes. Der Standort war von Anfang an eng mit der Ausbildung des fliegenden Offiziersnachwuchses verbunden. Damit wurde Gatow zu einem der bedeutenden Ausbildungszentren der deutschen Luftwaffe vor dem Zweiten Weltkrieg.

Luftkriegsschule und Luftkriegsakademie in Gatow (1936 – 1940)

  • 1. April 1936 begann der reguläre Ausbildungsbetrieb der Luftwaffe in Gatow. Der Standort wurde als höhere Ausbildungsstätte genutzt, an der junge Männer zu Offizieren und Piloten der Luftwaffe ausgebildet wurden. Die Anlage war in ihrer Struktur auf Schulung, Disziplin, Technik und fliegerische Praxis ausgerichtet. Gatow war damit nicht nur ein Flugplatz, sondern ein militärischer Lehrstandort mit großer Bedeutung für den Aufbau der deutschen Luftstreitkräfte.
  • 1936 bis 1939 entwickelte sich Gatow zu einem wichtigen Zentrum der Luftwaffenausbildung. Die Gebäude, die Lehrsäle, die Unterkunftsbereiche und das Flugfeld bildeten eine geschlossene militärische Ausbildungswelt. Viele der hier geschulten Männer wurden später in den Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs eingebunden. Dadurch ist Gatow heute auch ein Ort, an dem die Entwicklung der deutschen Militärluftfahrt kritisch betrachtet werden muss.
  • 15. Januar 1940 wurde die Ausbildungsstätte als Luftkriegsschule 2 bezeichnet. In Gatow wurden weiterhin Offiziere und fliegendes Personal ausgebildet. Neben Gatow gehörten auch Ausweich- und Nebenflugplätze zum Ausbildungsbetrieb. Der Flugplatz blieb während des Krieges in erster Linie ein Schul- und Ausbildungsstandort, auch wenn sich seine Funktion mit der Kriegsentwicklung zunehmend veränderte.

Kriegseinsatz, Ausbildung und Niedergang des Flugbetriebs (1940 – 1945)

  • 1940 bis 1943 lief der Ausbildungsbetrieb weiter, während der Krieg immer mehr Ressourcen band. Der Flugplatz Gatow blieb Teil des militärischen Ausbildungssystems der Luftwaffe. Die praktische Flugausbildung, der technische Betrieb und die militärische Schulung bestimmten den Alltag am Standort. Je länger der Krieg dauerte, desto stärker wirkten sich Treibstoffmangel, Materialknappheit und der steigende Personalbedarf an den Fronten auf den Betrieb aus.
  • Oktober 1944 endete die reguläre fliegerische Ausbildung weitgehend. Der Treibstoffmangel und die militärische Lage machten einen normalen Schulbetrieb zunehmend unmöglich. Gatow verlor damit einen wesentlichen Teil seiner ursprünglichen Funktion als fliegerischer Ausbildungsstandort. Der Krieg erreichte nun auch organisatorisch und materiell die Einrichtungen der Luftwaffenschulen.
  • 5. März 1945 wurden Offiziersanwärter der Luftwaffe in Gatow für den Bodenkampf umgeschult. Diese Entwicklung zeigt, wie dramatisch sich die militärische Lage in den letzten Kriegswochen verschlechtert hatte. Aus angehenden fliegenden Offizieren wurden kurzfristig Bodenkämpfer. Der Flugplatz war damit nicht mehr Symbol einer expandierenden Luftwaffe, sondern Teil eines zusammenbrechenden militärischen Systems.
  • Ende April 1945 wurde der Flugplatz von sowjetischen Truppen besetzt. Mit dem Ende der Kämpfe um Berlin endete auch die Nutzung Gatows durch die deutsche Luftwaffe. Der Standort lag nun in einer Stadt, die bald in Besatzungssektoren aufgeteilt wurde. Damit begann für Gatow eine völlig neue Phase, die eng mit der Nachkriegsordnung und der Teilung Berlins verbunden war.

Übergang von der sowjetischen Besetzung zur Royal Air Force (1945)

  • 25. Juni 1945 erreichten erste britische Kräfte den Flugplatz Gatow. Die Situation war zunächst angespannt, weil sowjetische Einheiten den Platz noch kontrollierten und die endgültigen Zuständigkeiten in Berlin erst geklärt werden mussten. Der Flugplatz lag im Bereich, der nach der Aufteilung Berlins den Briten zufallen sollte. Gatow wurde dadurch zu einem Schlüsselpunkt der britischen Präsenz in West-Berlin.
  • 30. August 1945 wurde Gatow im Zuge eines Gebietsaustauschs endgültig den Briten übergeben. Dabei spielten auch der sogenannte Seeburger Zipfel und Teile von Staaken eine Rolle. Die Briten erhielten die für den Betrieb Gatows wichtigen Flächen und Zufahrten, während die sowjetische Seite im Gegenzug andere Gebiete erhielt. Aus dem deutschen Fliegerhorst wurde nun RAF Gatow, ein britischer Luftwaffenstützpunkt mitten im geteilten Berlin.
  • 1945 bis 1946 wurde der Flugplatz durch die Royal Air Force gesichert und wieder nutzbar gemacht. In dieser frühen Nachkriegszeit blieb die Lage zwischen den Besatzungsmächten angespannt. Gatow lag zwar im britischen Sektor, aber in unmittelbarer Nähe zur sowjetisch kontrollierten Umgebung. Der Flugplatz wurde dadurch von Anfang an nicht nur militärischer Standort, sondern auch ein sichtbares Zeichen der westlichen Präsenz in Berlin.

Zivile Mitnutzung und wachsender Ost-West-Konflikt (1946 – 1948)

  • 1946 begann eine Phase, in der Gatow auch für zivile Verbindungen genutzt wurde. British European Airways nahm Verbindungen zwischen Berlin und Westdeutschland auf. Für West-Berlin waren solche Luftverbindungen von besonderer Bedeutung, weil die Stadt politisch isoliert und verkehrlich empfindlich lag. Gatow wurde damit nicht nur militärischer Stützpunkt, sondern zeitweise auch ein wichtiger Teil der zivilen Luftverbindung zwischen Berlin und den westlichen Besatzungszonen.
  • März 1947 wurde der Flugplatz weiter modernisiert. Eine betonierte Start- und Landebahn verbesserte die Leistungsfähigkeit des Platzes deutlich. Diese Ausbauarbeiten erwiesen sich schon bald als entscheidend, denn nur wenige Monate später wurde Gatow zu einem der wichtigsten Versorgungsflugplätze der Berliner Luftbrücke.
  • 5. April 1948 kam es beim Anflug auf Gatow zu einer schweren Flugzeugkollision. Eine Vickers Viking der British European Airways stieß mit einem sowjetischen Jagdflugzeug zusammen. Alle Menschen an Bord beider Maschinen kamen ums Leben. Der Vorfall zeigte, wie gefährlich und politisch aufgeladen der Luftraum um Berlin bereits vor Beginn der Blockade war.

Gatow während der Berliner Luftbrücke (1948 – 1949)

  • 24. Juni 1948 begann die sowjetische Blockade der Westsektoren Berlins. Straßen-, Schienen- und Wasserwege wurden unterbrochen, sodass die Westmächte die Versorgung der Stadt aus der Luft organisieren mussten. Gatow wurde neben Tempelhof und später Tegel einer der zentralen Flugplätze dieser gewaltigen Versorgungsoperation.
  • 28. Juni 1948 landeten die ersten amerikanischen und britischen Versorgungsflugzeuge mit Gütern für die Berliner Bevölkerung auf den Flughäfen Tempelhof und Gatow. Für Gatow begann damit die wichtigste Phase seiner Nachkriegsgeschichte. Der Platz wurde innerhalb kürzester Zeit auf hohe Umschlagleistungen gebracht. Transportflugzeuge wie die Douglas Dakota und die Avro York bestimmten nun das Bild des Flugplatzes.
  • Sommer 1948 stieg die Frachtleistung in Gatow schnell an. Die Royal Air Force flog täglich große Mengen an Kohle, Lebensmitteln und weiteren Versorgungsgütern ein. Der Flugplatz entwickelte sich zu einem der wichtigsten Frachtknotenpunkte der Luftbrücke. Nach zeitgenössischen Angaben und späteren Darstellungen entfiel ein erheblicher Teil der Gesamtfracht auf Gatow; in einer Zusammenfassung des AlliiertenMuseums wird etwa ein Drittel der Luftbrückenfracht genannt.
  • November 1948 kamen zusätzlich größere Transportflugzeuge wie die Handley Page Hastings zum Einsatz. Diese Maschinen waren besonders für den Transport schwerer Fracht wie Kohle wichtig. Der Betrieb war hart, laut und pausenlos. Gatow wurde in dieser Zeit nicht als repräsentativer Militärflugplatz wahrgenommen, sondern als Arbeitsmaschine der Versorgung. Jede Landung und jeder Start dienten dem Überleben West-Berlins.
  • 12. Mai 1949 endete die sowjetische Blockade offiziell. Die Luftbrücke wurde jedoch nicht sofort eingestellt, sondern lief noch weiter, um Vorräte aufzubauen und die Versorgungslage zu stabilisieren. Gatow blieb deshalb auch nach dem Ende der Blockade ein wichtiger Teil der westlichen Luftversorgung Berlins.
  • 30. September 1949 endete die Berliner Luftbrücke. Für Gatow bedeutete dies das Ende der intensivsten Betriebsphase seiner Geschichte. Der Flugplatz hatte in dieser Zeit eine zentrale Rolle für die Versorgung West-Berlins gespielt und wurde zu einem der prägenden Orte der frühen Konfrontation zwischen Ost und West.

RAF Gatow als britischer Stützpunkt im Kalten Krieg (1949 – 1958)

  • 1949 bis 1951 blieb Gatow ein wichtiger britischer Militärflugplatz. Nach der Luftbrücke diente der Standort weiterhin als Basis der Royal Air Force und als Reserve- und Versorgungsflugplatz für die britischen Kräfte in Berlin. Zugleich blieb eine zivile Nutzung vorhanden, bis sich der westberliner Linienverkehr immer stärker auf Tempelhof konzentrierte.
  • 1951 verlagerte British European Airways ihre Berliner Linienflüge nach Tempelhof. Damit verlor Gatow weitgehend seine zivile Verkehrsrolle. Der Platz wurde nun vor allem als militärischer Standort, als Ankunftsort für britische Versorgungsflüge und als Infrastruktur für die britische Garnison genutzt. Gatow blieb aber weiterhin ein symbolisch wichtiger Flugplatz, weil er die britische Präsenz in West-Berlin sichtbar machte.
  • 24. Oktober 1952 ereignete sich ein ungewöhnlicher Zwischenfall, als ein sowjetischer MiG-15-Pilot versehentlich in Gatow landete. Als ihm der Irrtum bewusst wurde, startete er wieder, obwohl britische Kräfte versuchten, die Startbahn zu blockieren. Der Vorfall gehört zu den auffälligen Episoden des Kalten Krieges rund um Gatow und zeigt, wie angespannt die Lage im geteilten Berlin war.

Aufklärungsflüge, Kontrollrechte und britischer Alltag in Gatow (1958 – 1990)

  • 1958 begann eine besondere Phase der Nutzung durch den RAF Gatow Station Flight. Zwei de Havilland Canada DHC-1 Chipmunk T.10 wurden eingesetzt, um die britischen Flugrechte über Berlin und in den Luftkorridoren auszuüben. Diese kleinen Maschinen wirkten äußerlich unscheinbar, hatten aber eine politisch und militärisch wichtige Funktion. Sie dienten der Präsenz, der Beobachtung und der praktischen Wahrnehmung alliierter Rechte.
  • 1960er- bis 1980er-Jahre blieb RAF Gatow ein fester Bestandteil der britischen Garnison in West-Berlin. Der Flugplatz diente als militärischer Stützpunkt, als Versorgungs- und Reserveflugplatz, als Anlaufstelle für offizielle Flüge und als Teil der westlichen Infrastruktur in der eingeschlossenen Stadt. Auch Besuche britischer Regierungs- und Königshausvertreter wurden über Gatow abgewickelt. Der Standort verband militärischen Alltag mit diplomatischer Symbolik.
  • 1987 bis 1990 war unter anderem die Chipmunk WG 466 in Gatow stationiert. Dieses Flugzeug ist heute ein wichtiges Ausstellungsstück des AlliiertenMuseums. Die Chipmunk-Flüge stehen beispielhaft für die besondere Rolle Gatows im Kalten Krieg: technisch klein, politisch bedeutsam und eng mit den alliierten Rechten in Berlin verbunden.
  • 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Für Gatow begann damit das Ende seiner Funktion als vorgeschobener britischer Stützpunkt in einer geteilten Stadt. Die politische Grundlage, auf der RAF Gatow jahrzehntelang eine besondere Rolle gespielt hatte, veränderte sich grundlegend. Aus einem Frontstandort des Kalten Krieges wurde schrittweise ein Standort im wiedervereinigten Deutschland.

Ende der RAF-Zeit und Übergabe an Deutschland (1990 – 1994)

  • 3. Oktober 1990 wurde Deutschland wiedervereinigt. Für die alliierten Streitkräfte in Berlin begann damit eine Übergangszeit, in der ihre bisherige Sonderrolle nach und nach endete. RAF Gatow blieb zunächst weiter in britischer Nutzung, doch die Aufgabe des Standorts war absehbar. Die militärische Funktion des Platzes wurde reduziert, während die historische Bedeutung immer stärker in den Vordergrund rückte.
  • 18. Juni 1994 gaben die Briten die Kontrolle über die Station im Rahmen des alliierten Abzugs aus Berlin ab. Damit endete fast ein halbes Jahrhundert britischer Luftwaffengeschichte in Gatow. Der Abschied der Westmächte aus Berlin markierte auch für den Flugplatz einen tiefen Einschnitt.
  • 30. Juni 1994 wurde der reguläre Flugbetrieb eingestellt. Auch der RAF Gatow Station Flight mit seinen Chipmunk-Flugzeugen endete in dieser Zeit. Der Flugplatz verlor damit seine aktive militärische Flugplatzfunktion. Was blieb, waren Gebäude, Hangars, Startbahnteile und eine außergewöhnlich dichte historische Schichtung.
  • 7. September 1994 übernahm die Bundeswehr den Flugplatz. Die Anlage wurde Teil der heutigen General-Steinhoff-Kaserne. Damit wechselte Gatow nach der Luftwaffe des Deutschen Reiches und der Royal Air Force erneut seine militärische Zugehörigkeit. Der Ort blieb militärisch geprägt, erhielt aber eine neue Aufgabe als Standort der Bundeswehr und als künftiger Museumsstandort.

Vom aktiven Flugplatz zum Museumsstandort (1995 – 2003)

  • 1995 wurde der Flugplatz endgültig für den regulären Luftverkehr geschlossen. Teile der Start- und Landebahnen blieben erhalten, andere Bereiche wurden später umgenutzt. Aus dem aktiven Flugfeld wurde schrittweise ein Gelände mit militärischer, musealer und ziviler Nutzung. Gatow blieb damit erhalten, aber seine Funktion veränderte sich grundlegend.
  • Ab den späten 1990er-Jahren entwickelte sich der ehemalige Flugplatz zu einem Standort der luftfahrtgeschichtlichen Sammlung der Bundeswehr. Hangars, Freiflächen und ehemalige Betriebsbereiche wurden für Ausstellungen, Depots und historische Fluggeräte genutzt. Die alten Bahnen und Hallen wurden dadurch selbst zu Exponaten, weil sie nicht nur Flugzeuge aufnehmen, sondern auch die Geschichte des Ortes sichtbar machen.
  • 1999 wurde ein Teil des ehemaligen Flugplatzgeländes in andere zivile Nutzungen einbezogen. Große Flächen des früheren Areals wurden nicht mehr militärisch benötigt. Wohnbebauung, Schulen, öffentliche Einrichtungen und Freizeitflächen veränderten das Umfeld des historischen Flugplatzes. Der Name Gatow blieb jedoch eng mit der früheren RAF-Station und dem Museumsstandort verbunden.
  • 2003 änderte sich die bezirkliche Zuordnung eines großen Teils des ehemaligen Flugplatzareals. Das Gelände, das historisch oft mit Gatow verbunden wird, gehört seitdem überwiegend zum Ortsteil Kladow. Für die historische Bezeichnung blieb jedoch „Flugplatz Berlin-Gatow“ prägend. Diese Bezeichnung hat sich in der Luftfahrtgeschichte, im Museumsnamen und in der öffentlichen Wahrnehmung erhalten.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Flugplatz Berlin-Gatow (seit 2000er-Jahren)

  • Seit den 2000er-Jahren ist der ehemalige Flugplatz vor allem als Standort des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr bekannt. Das Museum beherbergt den größten Teil der luftfahrtgeschichtlichen Sammlung der Bundeswehr. Der Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der deutschen Militärluftfahrt, ergänzt durch die Geschichte der Alliierten in Deutschland und Berlin.
  • Heute umfasst der Standort historische Gebäude, Hangars, Freiflächen und erhaltene Teile der früheren Start- und Landebahnen. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche Luftfahrzeuge und Großgeräte, die die Entwicklung militärischer Luftfahrt dokumentieren. Gatow ist dadurch kein klassisches Museum an einem beliebigen Ort, sondern ein Museum auf historischem Boden. Der Flugplatz selbst ist Teil der Ausstellung.
  • Heute erinnert Gatow an sehr unterschiedliche Kapitel der Geschichte: an die Aufrüstung der Luftwaffe, an den Zweiten Weltkrieg, an die sowjetische Besetzung, an die britische Präsenz, an die Berliner Luftbrücke, an den Kalten Krieg und an die Wiedervereinigung. Gerade diese Vielschichtigkeit macht den Flugplatz Berlin-Gatow zu einem außergewöhnlichen Erinnerungsort der deutschen und alliierten Luftfahrtgeschichte.


Weitere interessante Informationen

Militärhistorisches Museum – Flugplatz Berlin-Gatow

Das Museum auf dem Flugplatz Berlin-Gatow (ehem. Luftwaffenmuseum) ist eine Außenstelle des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr.

DAEDALUS – HISTORISCHE LUFTWAFFE BERLIN

Flugplatz Berlin-Gatow
DAEDALUS ist eine unabhängige Arbeitsgemeinschaft mit dem Ziel, historische Luftfahrt- und Flugkörpertechnik zu bergen, zu restaurieren und zu erhalten. Dabei legen wir museale Maßstäbe für unsere Arbeiten an. Wenn irgend möglich werden Materialien wie beim Original und historische Handwerksverfahren genutzt. (de)

FLUGZEUGFORUM

Luftwaffenmuseum GATOW (de)

ABANDONED FORGOTTEN & LITTLE KNOWN AIRFIELDS IN EUROPE

Berlin-Gatow (en)

WIKIPEDIA

Militärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow (de)

WIKIPEDIA

Flugplatz Gatow (de)

WIKIPEDIA

RAF Gatow (en)