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Flugplatz Landsberg am Lech
Der Fliegerhorst Landsberg/Lech, häufig auch Fliegerhorst Penzing genannt, war über acht Jahrzehnte ein bedeutender militärischer Luftfahrtstandort in Süddeutschland. Obwohl er den Namen Landsberg trug, lagen rund 90 Prozent des etwa 270 Hektar großen Areals auf dem Gebiet der Gemeinde Penzing. Die frühere Start- und Landebahn 07/25 besaß eine nutzbare Länge von 2.066 Metern und eine Breite von 30 Metern. Zuletzt führte der Flugplatz den ICAO-Code ETSA. Seit August 2020 besitzt das Gelände keine Zulassung mehr als Flugplatz.
Seine Geschichte reicht vom Aufbau der Luftwaffe in der NS-Zeit über die Nutzung durch die US-Streitkräfte und die Ausbildung der jungen Bundesluftwaffe bis zur jahrzehntelangen Heimat des Lufttransportgeschwaders 61. Nach dem Ende des militärischen Flugbetriebs begann eine völlig neue Phase. Unter dem Namen area61 Innovationspunkt Penzing – Landsberg am Lech soll aus dem ehemaligen Fliegerhorst in den kommenden Jahrzehnten ein großflächiger Technologie-, Arbeits-, Kultur- und Lebensstandort entstehen.
Kauferinger Str.
D-86929 Penzing
IATA: –
ICAO: ETSA
RUNWAY:
07/25 (2067×30m) Beton
HISTORY
Aufbau des neuen Fliegerhorstes westlich von Penzing (1935–1937)
- 1935 begann im Zuge der massiven Aufrüstung der neu geschaffenen deutschen Luftwaffe die Vorbereitung des Geländes westlich von Penzing. Die Lage auf einer weitgehend ebenen Hochfläche, die freien An- und Abflugmöglichkeiten und die Nähe wichtiger Verkehrswege machten das Gebiet für einen größeren Militärflugplatz geeignet. Das Gelände wurde erworben und zunächst umfangreich planiert.
- Frühjahr 1936 setzte der eigentliche Hochbau ein. Unterkunfts-, Verwaltungs- und technische Gebäude, Hallen und weitere Einrichtungen entstanden. Viele dieser Bauten wurden in der für Luftwaffenstützpunkte der 1930er-Jahre charakteristischen Architektur errichtet. Teile dieses historischen Gebäudebestandes sind bis heute erhalten und sollen auch bei der zukünftigen Entwicklung des Areals berücksichtigt werden.
- 1936 erhielt der Fliegerhorst einen eigenen Gleisanschluss an den Bahnhof Epfenhausen an der Bahnstrecke München–Buchloe. Über diese Verbindung konnten Baumaterial, Treibstoff, Munition und später weitere Versorgungsgüter direkt auf das militärische Gelände transportiert werden. Der historische Gleisanschluss ist auch bei den heutigen Konversionsplanungen noch Bestandteil der Untersuchungen.
- 10. Februar 1937 bezog ein Vorauskommando der Luftwaffe den neuen Standort. Damit begann die militärische Nutzung bereits einige Wochen vor der offiziellen Aufnahme des regulären Flugbetriebs.
- 1. März 1937 wurde der Fliegerhorst offiziell in Betrieb genommen und der reguläre Flugbetrieb aufgenommen. In Unterlagen aus dieser frühen Übergangsphase erscheint zunächst auch das Kampfgeschwader 153 als Nutzer des Standortes.
- 15. März 1937 wurden in Landsberg der Stab und die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 255 aufgestellt. Der Verband war unter anderem mit Dornier Do 17 ausgerüstet und machte Landsberg zu einem Standort der Bomberverbände der damals stark expandierenden Luftwaffe.
Bomberstützpunkt und Beginn des Zweiten Weltkriegs (1937–1939)
- 1937–1938 wurde der Fliegerhorst weiter ausgebaut und militärisch konsolidiert. Neben dem eigentlichen Flugbetrieb entstanden die für einen eigenständigen Luftwaffenstandort notwendigen Werkstatt-, Lager-, Versorgungs- und Unterkunftsstrukturen. Landsberg entwickelte sich damit innerhalb weniger Jahre zu einem vollständig ausgebauten Fliegerhorst.
- 1938–1939 erfolgte beim Kampfgeschwader 255 schrittweise die Modernisierung des Flugzeugbestandes. Neben der Dornier Do 17 spielte nun auch die Heinkel He 111 eine zunehmende Rolle.
- 1. Mai 1939 wurde das Kampfgeschwader 255 im Zuge einer Neuordnung der Verbandsbezeichnungen in Kampfgeschwader 51 „Edelweiß“ umbenannt. Der Geschwaderstab und die I. Gruppe entstanden in Landsberg aus den dortigen Teilen des KG 255.
- September 1939 begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg. Die Verbände des KG 51 wurden in den folgenden Jahren an verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Landsberg blieb gleichzeitig ein wichtiger Standort für Ausbildung, Ergänzung, technische Betreuung und wechselnde fliegende Einheiten.
Kriegsjahre, Luftangriffe und Zwangsarbeit (1939–1945)
- 1939–1943 nutzten neben dem KG 51 zeitweise verschiedene weitere Einheiten und Schulverbände den Fliegerhorst. Landsberg diente während des Krieges nicht ausschließlich als frontnaher Einsatzflugplatz, sondern in erheblichem Umfang auch der Ausbildung und Vorbereitung von fliegendem Personal.
- 18. März 1944 wurde Landsberg im Rahmen einer großen amerikanischen Bomberoperation angegriffen. An diesem Tag gehörten neben Landsberg unter anderem Friedrichshafen, München, Oberpfaffenhofen, Lechfeld und Memmingen zu den Zielen amerikanischer Bomberverbände.
- 24. April 1944 folgte ein weiterer schwerer Angriff mit B-17-Bombern. Zusammen mit den späteren Angriffen entstanden erhebliche Schäden an Hallen, Betriebsflächen und Infrastruktur des Fliegerhorstes.
- Juli 1944 wurde auf dem Gelände des Fliegerhorstes ein SS-Arbeits- beziehungsweise KZ-Außenlager eingerichtet. Dort wurden überwiegend französische Häftlinge festgehalten und zur Zwangsarbeit eingesetzt. Zu den Gefangenen gehörte der spätere französische Physiker und Nobelpreisträger Georges Charpak. Dieses Kapitel gehört ebenso zur Geschichte des Standortes wie seine militärische Nutzung und darf bei einer Darstellung des Fliegerhorstes nicht ausgeblendet werden.
- 16. Februar 1945 wurde der Fliegerhorst erneut von amerikanischen B-17-Verbänden bombardiert. Die Luftangriffe verstärkten die bereits vorhandenen Schäden an den flugbetrieblichen und technischen Einrichtungen.
- 9. April 1945 erfolgte ein weiterer schwerer B-17-Angriff auf Landsberg. Zu diesem Zeitpunkt war die militärische Infrastruktur des Platzes bereits erheblich beeinträchtigt.
- 21. April 1945 griff eine kleinere amerikanische Bomberformation den Flugplatz als Ausweichziel an. Damit blieb Landsberg praktisch bis unmittelbar vor dem Einmarsch der US-Truppen Ziel alliierter Luftangriffe.
- April 1945 zerstörten zurückweichende deutsche Truppen zusätzlich Teile der Start- und Landebahnen und militärischen Einrichtungen, um eine unmittelbare Nutzung durch die vorrückenden amerikanischen Streitkräfte zu erschweren.
- 28. April 1945 besetzten Einheiten der 12th Armored Division der US Army den Fliegerhorst. Damit endete nach gut acht Jahren die Nutzung des Standortes durch die Luftwaffe des Deutschen Reiches.
Amerikanischer Wiederaufbau und Landsberg Air Base (1945–1955)
- 17. Mai 1945 traf die Company C des amerikanischen 843rd Engineer Aviation Battalion ein. Vorrangige Aufgabe war die Wiederherstellung der beschädigten Flugbetriebsflächen. Die Amerikaner wollten den Platz möglichst schnell wieder nutzbar machen.
- 1945–1946 wurde der ehemalige deutsche Fliegerhorst zunächst vor allem als militärisches Depot genutzt. Gleichzeitig wurden Start- und Landeflächen, Hallen, Unterkünfte, Versorgungseinrichtungen und weitere Gebäude instand gesetzt.
- Januar 1946 übernahm das 862nd Engineer Battalion weitere Arbeiten an den während des Krieges zerstörten Anlagen. Der Standort entwickelte sich damit zunehmend von einem notdürftig wiederhergestellten Kriegsflugplatz zu einer dauerhaft nutzbaren amerikanischen Militärbasis.
- 1946–1948 wurde der Standort unter anderem als Landsberg Air Ammunition Depot genutzt. Die amerikanische Präsenz sollte sich entgegen der unmittelbar nach Kriegsende denkbaren Übergangslösung zu einer langfristigen Nutzung entwickeln.
- 1947 wurde die 7280th Air Base Group in Landsberg aufgestellt beziehungsweise stationiert. Der Platz war zunächst organisatorisch dem amerikanischen Standort Erding zugeordnet.
- 1949 erhielt der Standort offiziell die Bezeichnung Landsberg Air Base. Gleichzeitig gewann die Basis innerhalb der inzwischen gegründeten United States Air Force an Bedeutung und wurde zeitweise Sitz beziehungsweise Standort von Teilen der 2nd Air Division.
- 1. Mai 1950 wurde die 7030th Headquarters Support Group in Landsberg eingerichtet. Die amerikanische Infrastruktur war inzwischen fest in das Netz der USAF-Stützpunkte in Westdeutschland eingebunden.
- 1953 entstand die 7351st Air Base Squadron, die am 1. Juli die Verantwortung für den Betrieb der Basis übernahm. Damit begann die unmittelbare Vorbereitung auf eine neue Aufgabe des Standortes: Landsberg sollte beim Aufbau der zukünftigen westdeutschen Luftwaffe eine wichtige Rolle spielen.
- 1. April 1955 wurde die 7351st Flying Training Group aktiviert. Landsberg wurde damit zu einem Ausbildungszentrum für Flugzeugführer.
- 1. Oktober 1955 entstand aus der Ausbildungsgruppe der größere 7351st Flying Training Wing. Die USAF schuf damit die organisatorische Grundlage, um deutsche Piloten für die neu entstehende Luftwaffe der Bundesrepublik auszubilden.
Landsberg als Geburtshelfer der neuen Bundesluftwaffe (1956–1958)
- 2. Februar 1956 traf der erste Lehrgang mit 19 deutschen Offizieren zur Pilotenausbildung in Landsberg ein. Viele von ihnen besaßen bereits Flugerfahrung aus der Zeit vor 1945, mussten jedoch nach einer langen Unterbrechung an moderne Verfahren und Flugzeugtechnik herangeführt werden.
- 4. Februar 1956 fand der erste Ausbildungsflug eines deutschen Piloten unter Leitung amerikanischer Fluglehrer statt. Damit wurde Landsberg zu einem der Orte, an denen die fliegerische Tradition der 1956 offiziell aufgestellten Bundesluftwaffe praktisch neu begann.
- 1956 standen für die deutsche Grundausbildung etwa 40 Piper L-18A Super Cub zur Verfügung. Die weiterführende Jet-Ausbildung erfolgte vor allem auf dem nahe gelegenen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, unter anderem mit der Lockheed T-33A. Landsberg und Fürstenfeldbruck bildeten damit wichtige Bausteine des frühen deutschen Pilotenausbildungssystems.
- 24. September 1956 schlossen die ersten zehn von amerikanischen Instruktoren ausgebildeten deutschen Strahlflugzeugführer ihre Ausbildung ab.
- 1957–1958 wurde die amerikanische Ausbildungsorganisation schrittweise zurückgefahren. Die neu aufgebaute deutsche Luftwaffe verfügte inzwischen zunehmend über eigenes Personal, eigene Flugzeuge und eigene Ausbildungsstrukturen.
- 1958 endete die amerikanische Ausbildungsmission in Landsberg. Der Fliegerhorst wurde an die Luftwaffe der Bundeswehr übergeben. Nach rund 13 Jahren amerikanischer Nutzung begann damit die dritte große militärische Epoche des Standortes.
Flugzeugführerschule und Hubschrauberstandort (1958–1971)
- ab 1958 nutzte zunächst die Flugzeugführerschule A den Fliegerhorst. Zum eingesetzten Fluggerät gehörten unter anderem die North American T-6 und die Fouga CM.170 Magister. Landsberg blieb damit zunächst stark von Ausbildungsaufgaben geprägt.
- 1960er-Jahre veränderte sich der Charakter des Standortes zunehmend. Neben der Ausbildung gewannen Transport- und Hubschrauberaufgaben an Bedeutung.
- 1966 wurde das Hubschraubertransportgeschwader 64 – HTG 64 in Landsberg stationiert. Mit der Bell UH-1D erhielt der Standort ein Flugzeugmuster, das über viele Jahre eng mit Penzing verbunden bleiben sollte.
- ab 1966 standen in Landsberg auch zwei Hubschrauber für den militärischen Such- und Rettungsdienst zur Verfügung. Die SAR-Aufgabe entwickelte sich später zu einem wichtigen Bestandteil der Aktivitäten des Standortes und umfasste auch zahlreiche zivile Rettungseinsätze.
Die Transall kommt – LTG 61 zieht nach Penzing (1970–1979)
- 1970–1971 rüstete das Lufttransportgeschwader 61 von der Nord Noratlas auf die neue Transall C-160D um. Gleichzeitig wurde die Verlegung des Geschwaders von Neubiberg nach Landsberg vorbereitet.
- 1971 verlegte das Lufttransportgeschwader 61 – LTG 61 von Neubiberg auf den Fliegerhorst Landsberg/Lech. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Geschwader zum bestimmenden Verband des Standortes und die Transall für mehr als vier Jahrzehnte zum charakteristischen Flugzeug des Fliegerhorstes. Das bisher dort stationierte HTG 64 verlegte im Gegenzug nach Ahlhorn.
- ab 1971 entwickelte sich Penzing zu einer wichtigen Drehscheibe des süddeutschen militärischen Lufttransports. Die C-160D wurde für Truppen- und Materialtransporte, Übungen, Versorgungsflüge sowie zunehmend für internationale und humanitäre Einsätze verwendet.
- 26. Juni 1975 ereignete sich einer der schwersten Flugunfälle in der Geschichte des Standortes. Die Douglas C-47D mit dem Kennzeichen 14+07 prallte kurz nach dem Start in Landsberg gegen eine Uferböschung des Lech bei Kaufering. Alle drei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Als Ursache wurde ein mechanischer Defekt nach Reparaturarbeiten festgestellt.
- 1978 wurde die zweite Transall-Staffel des LTG 61 aufgelöst und der Transportflugbetrieb in einer C-160-Staffel zusammengeführt.
- 1979 wurden Teile des Hubschraubertransportgeschwaders 64 mit ihren Bell UH-1D in das LTG 61 integriert. Damit vereinte der Verband in Landsberg sowohl den Flächenflugzeugtransport mit der Transall als auch Hubschrauber- und SAR-Aufgaben.
Lufttransport, SAR und humanitäre Einsätze (1980–1989)
- Anfang der 1980er-Jahre war der Fliegerhorst fest als Lufttransportstandort der Bundeswehr etabliert. Die Transall-Flotte des LTG 61 flog regelmäßig Transportmissionen innerhalb Deutschlands, Europas und weit darüber hinaus.
- 1984–1985 beteiligte sich das LTG 61 intensiv an den internationalen Hilfsmaßnahmen während der verheerenden Hungersnot in Äthiopien. Transall-Maschinen aus Penzing transportierten und verteilten Hilfsgüter. Der Einsatz wurde zu einem der bekanntesten humanitären Einsätze des Verbandes während des Kalten Krieges.
- 1989 wurde zusätzlich die Flugabwehrraketengruppe 22 nach Penzing verlegt. Der Fliegerhorst war damit nicht nur Lufttransport- und Hubschrauberstandort, sondern beherbergte auch bodengebundene Luftverteidigungskräfte.
Vom Kalten Krieg zu internationalen Einsätzen (1990–2007)
- 1990–1991 änderten die deutsche Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges die Aufgaben der Bundeswehr grundlegend. Der Fliegerhorst blieb jedoch bestehen, weil der taktische Lufttransport und die Fähigkeit der Transall, von kurzen und teilweise unbefestigten Pisten zu operieren, weiterhin benötigt wurden.
- 1992–1996 war das LTG 61 ein wichtiger Bestandteil der Luftbrücke in das während des Bosnienkrieges belagerte Sarajevo. Die Transall-Flüge dienten der Versorgung der Bevölkerung und der internationalen Kräfte. Damit rückte Landsberg endgültig von einem klassischen Standort des Kalten Krieges in die neue Ära internationaler Bundeswehreinsätze.
- 1990er-Jahre folgten weitere Transport- und Hilfseinsätze in verschiedenen Krisenregionen. Penzing entwickelte sich zu einer wichtigen logistischen Drehscheibe für den süddeutschen Raum.
- 2003 endete die jahrzehntelange Stationierung des SAR-Hubschraubers „SAR 75“ am Bundeswehrkrankenhaus Ulm. Seine Aufgabe in der zivilen Luftrettung wurde durch „Christoph 22“ übernommen. Die militärischen SAR-Strukturen bestanden jedoch zunächst weiter.
- 2006 wurde die inzwischen nach Nörvenich verlegte 3. Staffel des LTG 61 mit ihren SAR-Aufgaben aufgelöst.
- 29. September 2007 feierte das LTG 61 sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt blickte der Verband bereits auf ein halbes Jahrhundert Transport-, Rettungs- und Hilfseinsätze zurück, davon mehr als 35 Jahre mit Landsberg/Penzing als Heimatstandort.
Bundeswehrreform und Entscheidung zur Aufgabe des Standortes (2011–2016)
- 26. Oktober 2011 wurde mit dem neuen Stationierungskonzept der Bundeswehr öffentlich, dass der Standort Penzing langfristig aufgegeben werden sollte. Für Gemeinde, Landkreis und Beschäftigte war dies ein tiefer Einschnitt, da der Fliegerhorst über Jahrzehnte zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region gehört hatte.
- 30. Juni 2012 konkretisierte die Luftwaffe ihre Realisierungsplanung. Das LTG 61 sollte abhängig vom Zulauf des neuen Airbus A400M nach 2017 aufgelöst werden. Der moderne Lufttransport sollte künftig vor allem am Standort Wunstorf konzentriert werden.
- 31. Dezember 2012 wurde die mit Bell UH-1D ausgerüstete 2. Staffel des LTG 61 aufgelöst. Die SAR-Aufgabe und die noch benötigten Hubschrauber gingen im Rahmen des Fähigkeitstransfers von der Luftwaffe zum Heer über.
- 2013–2016 wurde der Personalbestand in Penzing schrittweise reduziert. Gleichzeitig lief der Transall-Betrieb weiter, da die Einführung des A400M länger dauerte und die C-160 weiterhin für zahlreiche Transportaufgaben benötigt wurde.
- 30. Juni 2016 verließen die letzten Angehörigen des Nachkommandos der Flugabwehrraketengruppe 22 den Fliegerhorst. Damit endete auch dieses Kapitel der militärischen Nutzung Penzings.
- Ende 2016 wurden die letzten noch in Landsberg stationierten UH-1D für den SAR-Dienst nach Niederstetten verlegt. Damit verschwand nach rund fünf Jahrzehnten auch die Bell UH-1D aus dem regulären Betrieb des Standortes.
Abschied von LTG 61 und Transall (2017)
- 10. Juni 2017 fand auf dem Fliegerhorst der Tag der Bundeswehr statt. Gleichzeitig wurde das 60-jährige Bestehen des LTG 61 gefeiert. Rund 51.000 Besucher kamen nach Penzing. Es wurde damit zugleich zu einer großen öffentlichen Abschiedsveranstaltung des traditionsreichen Standortes.
- Ende September 2017 fand der offizielle Fly-Out des LTG 61 statt. Damit endete der regelmäßige Transall-Flugbetrieb des Geschwaders von Landsberg/Penzing.
- 14. Dezember 2017 wurde mit einem offiziellen Auflösungsappell das Ende des Lufttransportgeschwaders 61 besiegelt. Die Truppenfahne wurde eingerollt und der traditionsreiche Verband verabschiedet.
- 18. Dezember 2017 verließen die letzten Transall-Maschinen des LTG 61 den Fliegerhorst. Die verbliebenen einsatzfähigen Maschinen wurden dem Lufttransportgeschwader 63 in Hohn zugeführt. Damit endete nach 46 Jahren die Transall-Ära in Penzing endgültig.
- 31. Dezember 2017 wurde das Lufttransportgeschwader 61 offiziell aufgelöst. Ein Verband, der seit 1957 bestanden und seit 1971 das Erscheinungsbild des Fliegerhorstes Landsberg geprägt hatte, hörte damit auf zu existieren.
Nachkommando und Abbau des Flugbetriebs (2018–2020)
- 2018 blieb zunächst ein Nachkommando am Standort. Eine technische Komponente führte unter anderem die sogenannte Hochwertteilgewinnung an Transall-Komponenten fort. Der Fliegerhorst war militärisch damit noch nicht von einem Tag auf den anderen verschwunden, der reguläre fliegende Verband jedoch nicht mehr vorhanden.
- 2018 wurden auch die verbliebenen flugbetrieblichen Navigationsanlagen nach und nach außer Betrieb genommen. Dazu gehörten das Instrumentenlandesystem, das TACAN LAB und das Funkfeuer LQ. Die technische Infrastruktur eines aktiven Militärflugplatzes wurde damit zunehmend zurückgebaut.
- 2018–2019 begann parallel die Suche nach zivilen Zwischennutzungen und langfristigen Perspektiven für das riesige Gelände. Einzelne Bereiche und Gebäude konnten bereits für neue Zwecke eingesetzt werden, während große Teile des Areals weiterhin dem Bund gehörten.
- 4. August 2020 entzog das Luftfahrtamt der Bundeswehr dem Fliegerhorst Landsberg/Lech den Rechtsstatus als Militärflugplatz. Gleichzeitig erloschen die Anlage- und Betriebsgenehmigung und der luftverkehrsrechtliche Bauschutzbereich. Damit war aus dem ehemaligen Fliegerhorst auch rechtlich kein Flugplatz mehr.
- August 2020 markiert deshalb das eigentliche formale Ende der seit 1937 bestehenden Flugplatzgeschichte. Zwischen der Aufnahme des regulären Flugbetriebs im März 1937 und dem Verlust der Flugplatzgenehmigung lagen mehr als 83 Jahre.
Beginn der zivilen Konversion (2020–2022)
- 2020 begannen Landsberg am Lech und Penzing, die städtebauliche Zukunft des rund 270 Hektar großen Areals systematisch vorzubereiten. Rund 90 Prozent liegen auf Penzinger, etwa zehn Prozent auf Landsberger Gemeindegebiet, sodass eine isolierte Planung durch nur eine der beiden Kommunen kaum sinnvoll gewesen wäre.
- 2020–2021 wurden Untersuchungen zur zukünftigen Nutzung, Erschließung, Umweltbelastung und städtebaulichen Entwicklung vorbereitet. Von Anfang an war klar, dass die Konversion aufgrund der Größe, der vorhandenen Infrastruktur und der militärischen Altlasten ein Projekt für mehrere Jahrzehnte werden würde.
- Dezember 2021 fasste die Gemeinde Penzing einen ersten Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans sowie zur Erstellung eines Bebauungsplans für eine erste Teilfläche. Damit begann die formelle Bauleitplanung.
- April 2022 beschlossen Landsberg und Penzing grundsätzlich, einen gemeinsamen interkommunalen Zweckverband zu gründen. Dieser sollte die Planung, den Erwerb und später die Entwicklung des ehemaligen Flugplatzgeländes aus einer Hand übernehmen.
- 24. Dezember 2022 wurde der gemeinsame Zweckverband offiziell gegründet. Damit entstand eine eigene kommunale Organisation, die für die weitere Konversion des früheren Fliegerhorstes verantwortlich ist.
Vom Fliegerhorst zur „area61“ (2023–2024)
- 23. Februar 2023 erhielt das Konversionsprojekt den Namen area61. Die Zahl 61 erinnert bewusst an das Lufttransportgeschwader 61, dessen Geschichte über Jahrzehnte untrennbar mit Penzing und Landsberg verbunden war. Die vollständige Bezeichnung lautet heute area61 Innovationspunkt Penzing – Landsberg am Lech.
- 2023 wurden zwei inhaltliche Schwerpunkte der zukünftigen Entwicklung immer deutlicher: „Mobilität der Zukunft“ und „Digitale Filmtechnologie“ beziehungsweise Virtual Production. Damit soll der ehemalige Militärflugplatz nicht einfach zu einem gewöhnlichen Gewerbegebiet werden, sondern einen klaren technologischen Schwerpunkt erhalten.
- 2023–2024 etablierten sich mit dem ADAC und den Penzing Studios zwei bedeutende Zwischennutzer. Auf den ehemaligen Flugbetriebsflächen werden neue Mobilitätskonzepte erprobt, während frühere Hallen der Luftwaffe für Film-, Fernseh- und virtuelle Produktionen genutzt werden.
- 2024 war bereits deutlich erkennbar, in welche Richtung die langfristige Entwicklung gehen soll. Forschung, Entwicklung, Filmproduktion, Mobilität, Arbeitsplätze, Kultur, soziale Einrichtungen, Sport, Grünflächen und später auch bestimmte Wohnformen sollen miteinander verbunden werden.
Planung, Bundeswehr-Moratorium und neue Unsicherheit (2025)
- 2025 liefen zahlreiche Fachplanungen gleichzeitig. Dazu gehören unter anderem Rahmenplanung, Verkehrs-, Schall- und Artenschutzgutachten, Untersuchungen zur möglichen Reaktivierung des Gleisanschlusses, Abbruch- und Entsorgungskonzepte sowie Planungen zur technischen Erschließung des Geländes.
- Oktober 2025 setzte das Bundesministerium der Verteidigung gemeinsam mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wegen des stark gestiegenen Flächenbedarfs der Bundeswehr die Veräußerung zahlreicher ehemaliger militärischer Liegenschaften zunächst aus. Auch der ehemalige Flugplatz Penzing geriet dadurch in das bundesweite Konversionsmoratorium.
- Ende 2025 war deshalb vorübergehend wieder offen, ob Teile ehemaliger Bundeswehrstandorte aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Situation doch noch militärisch benötigt würden. Für die langfristig vorbereitete Konversion bedeutete dies eine erhebliche Unsicherheit.
- 8. Dezember 2025 wurde ungeachtet dieser Unsicherheit die weitere Bauleitplanung für die area61 vorangetrieben. Der Zweckverband bereitete die für die zivile Entwicklung notwendigen planungsrechtlichen Grundlagen weiter vor.
Endgültiger Weg zur zivilen Nutzung und Flächenkauf (2026)
- Frühjahr 2026 wurde die kommunale Infrastrukturplanung weiter konkretisiert. Der Zweckverband übernahm zunehmend eigene Aufgaben und bereitete sich darauf vor, nach dem Erwerb des Geländes selbst Verantwortung für Versorgung, Erschließung, Gebäude und Grundstücke zu übernehmen.
- Juni/Juli 2026 fiel eine für die Zukunft des Standortes entscheidende Entscheidung: Das Bundesministerium der Verteidigung nahm den ehemaligen Flugplatz Penzing wieder aus dem Moratorium heraus. In der offiziellen Aufstellung der bis Juli 2026 freigegebenen Liegenschaften wird Penzing ausdrücklich genannt. Damit steht die militärische Reaktivierung nicht mehr im Vordergrund und die zivile Konversion kann weitergeführt werden.
- 19. Juni 2026 wurde bekannt, dass sich der Zweckverband area61 und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach langen Verhandlungen über die wesentlichen Bedingungen des Grundstückserwerbs geeinigt hatten. Rund 200 Hektar sollen für etwa 40 Millionen Euro übernommen werden.
- Juni 2026 beschloss die Verbandsversammlung dafür einen Nachtragshaushalt. Rund 25 Millionen Euro des Kaufpreises sollen über Kredite finanziert werden. Der Zweckverband bereitet sich gleichzeitig darauf vor, nach dem Eigentumsübergang Aufgaben zu übernehmen, die bislang noch bei der BImA liegen.
- 2026 wurde festgelegt, dass nicht die komplette ehemalige militärische Fläche Teil des kommunalen Erwerbs sein soll. Der Bereich südlich der Start- und Landebahn bleibt nach dem derzeitigen Verhandlungsergebnis außerhalb des Kaufs. Dort befindet sich unter anderem das frühere Feuerlöschübungsbecken mit PFAS-Belastungen.
- Stand August 2026 befindet sich das Gelände nach den aktuellen Angaben der area61 noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Der Kauf ist weitgehend ausgehandelt, der endgültige Eigentumsübergang jedoch noch nicht als abgeschlossen ausgewiesen. Für die Wirksamkeit des Kaufvertrages ist zudem die erforderliche Zustimmung auf Bundesebene vorgesehen.
Was aus dem ehemaligen Flugplatz werden soll (ab 2026)
- ab 2026 lautet das Leitbild nicht mehr „Fliegerhorst“, sondern Innovationspunkt. Die vorhandene Substanz soll dabei keineswegs vollständig beseitigt werden. Im Gegenteil: Historische Gebäude, Hallen und die charakteristische Flugplatzarchitektur sollen nach Möglichkeit erhalten und neuen Nutzungen zugeführt werden. Die militärische Vergangenheit soll auch künftig im Erscheinungsbild des Geländes erkennbar bleiben.
- erste Entwicklungsphase sollen vor allem die vorhandenen Gebäude wieder nutzbar gemacht werden. Viele Versorgungsleitungen wurden nach Aufgabe des Bundeswehrstandortes getrennt, sodass Strom-, Wasser-, Wärme- und andere technische Systeme teilweise völlig neu aufgebaut werden müssen. Erst nach der Wiederbelebung des Bestandes soll stärker neu gebaut werden.
- im nördlichen Bereich ist langfristig ein stärker öffentlich und gemischt genutzter Bereich vorgesehen. Hier sollen Arbeitsplätze, Forschung und Entwicklung mit Kultur, sozialen Einrichtungen, Sport, Gastronomie, Nahversorgung und Grünflächen verbunden werden.
- im südlichen Bereich soll der gewerblich und technologisch geprägte Teil der area61 entstehen. Einer der Schwerpunkte bleibt die Entwicklung und Erprobung neuer Mobilitätstechnologien. Schon heute arbeiten dort neben dem ADAC auch TÜV, Hochschulen und weitere Partner an entsprechenden Projekten.
- Film und Virtual Production bilden den zweiten großen Entwicklungsschwerpunkt. Die Penzing Studios und weitere Unternehmen nutzen ehemalige militärische Hallen für moderne Film- und Medienproduktion. Damit hat ausgerechnet die großdimensionierte Infrastruktur des früheren Lufttransportstandortes eine zivile Nachnutzung gefunden, bei der die vorhandenen Hallenvolumen einen erheblichen Vorteil darstellen.
- Kultur und Sport sollen ebenfalls eine Rolle spielen. Bestehende Sportanlagen sollen nach dem Eigentumsübergang perspektivisch wieder für Vereine zugänglich werden. Für mehrere historische Gebäude sind außerdem kulturelle und gesellschaftliche Nutzungen denkbar.
- Wohnraum ist Bestandteil der sehr langfristigen Überlegungen, jedoch kein kurzfristiges Ziel. Geplant sind keine großen Einfamilienhausgebiete. Denkbar sind langfristig klassische Wohnungen, Studenten- und Auszubildendenwohnen, möblierte Apartments, Boardinghäuser oder gegebenenfalls ein Hotel. Nach dem derzeitigen Entwicklungsablauf könnte nennenswerter neuer Wohnungsbau erst ungefähr in den 2040er-Jahren relevant werden.
- Grünflächen und historische Strukturen sollen einen festen Platz behalten. Der vorhandene Baumbestand soll möglichst erhalten und ergänzt werden. Rund um eine zentrale Grün- und Parkfläche sollen unterschiedliche Nutzungen miteinander verbunden werden.
- Energieversorgung und Nachhaltigkeit werden als eigener Entwicklungsschwerpunkt behandelt. Untersucht werden erneuerbare Energien, CO₂-arme beziehungsweise möglichst klimaneutrale Versorgungskonzepte und eine großflächige Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaik. Welche zusätzlichen Erzeugungsanlagen tatsächlich entstehen, ist noch nicht abschließend entschieden.
- Altlastensanierung wird über viele Jahre ein weiterer Bestandteil des Projektes bleiben. Auf dem ehemaligen Militärgelände existieren neben PFAS-Belastungen auch Bereiche mit möglichen Treibstoff- und Bodenverunreinigungen, Kampfmittelverdachtsflächen und verfüllten Bombentrichtern aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Bereiche müssen untersucht und gegebenenfalls saniert werden.
- Grundstücke sollen langfristig nicht einfach verkauft werden. Der Zweckverband plant vielmehr, Eigentümer wesentlicher Flächen zu bleiben und ausgewählte Bereiche beispielsweise über Erbbaurechte an geeignete Unternehmen und Nutzer zu vergeben. Dadurch wollen Landsberg und Penzing langfristig Einfluss auf die Entwicklung des Areals behalten.
Vom Flugplatz zum neuen Stadt- und Technologiebaustein (kommende 30–50 Jahre)
- 2026 und die folgenden Jahre werden vor allem von Grundstücksübertragung, Planung, Altlastenuntersuchungen, Erschließung und der Reaktivierung vorhandener Gebäude geprägt sein. Ein schneller vollständiger Umbau des ehemaligen Fliegerhorstes ist ausdrücklich nicht vorgesehen.
- in den 2030er-Jahren dürfte nach den heutigen Konzepten die gewerbliche und technologische Nutzung zunehmend verdichtet werden. Bestehende Unternehmen sollen durch weitere Betriebe, Forschungseinrichtungen, Hochschulpartner und Dienstleister ergänzt werden. Die beiden Themenfelder Mobilität und digitale Filmproduktion bilden dafür den Ausgangspunkt.
- etwa ab den 2040er-Jahren könnte Wohnraum stärker in den Mittelpunkt rücken, sofern zuvor ausreichend Arbeitsplätze, Infrastruktur, Nahversorgung, Kinderbetreuung und Verkehrsangebote geschaffen wurden. Die Kommunen wollen bewusst vermeiden, auf dem Gelände isoliert ein neues Wohngebiet ohne die notwendige Infrastruktur entstehen zu lassen.
- über einen Zeitraum von 30 bis 50 Jahren soll sich das rund 270 Hektar große ehemalige Militärgelände schrittweise verändern. Die derzeitige Rahmenplanung ist ausdrücklich auf diesen ungewöhnlich langen Zeitraum ausgelegt. Ein Teil des Geländes soll sogar zunächst bewusst ohne endgültige Planung bleiben, damit spätere Generationen noch eigene Entwicklungsmöglichkeiten haben.
Traditionsgemeinschaft
Static Airframes
PRESERVED
- 78+37 (LB+105) / Bristol Sycamore Mk.52 / cn 13503 / West German Air Force / (Fake Reg)
- 128 (GA+125) / Nord Noratlas 2501SNB / cn 128 / French Air Force / (Fake Reg)







