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LAUPHEIM (GERMAN AIR FORCE)
Der Fliegerhorst Laupheim (ETHL) in Baden-Württemberg blickt auf eine außergewöhnlich lange und wechselvolle Geschichte zurück. Ende der 1930er Jahre als Militärflugplatz der Luftwaffe errichtet, wurde der Standort während des Zweiten Weltkriegs von verschiedenen Ausbildungs-, Jagd- und Zerstörerverbänden genutzt und spielte zudem eine besondere Rolle bei der Entwicklung und Fertigung des frühen Hubschraubers Focke-Achgelis Fa 223 „Drache“. Nach Kriegsende ruhte der militärische Flugbetrieb zunächst, bevor Laupheim ab 1964 zu einem der bedeutendsten Standorte der Heeresflieger der Bundeswehr ausgebaut wurde.
Über Jahrzehnte prägten vor allem die schweren Transporthubschrauber Sikorsky CH-53 das Bild des Flugplatzes. Mit dem Heeresfliegerregiment 25 und später dem Mittleren Transporthubschrauberregiment 25 „Oberschwaben“ war Laupheim an zahlreichen nationalen und internationalen Einsätzen beteiligt. Seit 2013 gehört der Standort wieder zur Luftwaffe und ist heute Heimat des Hubschraubergeschwaders 64. Neben der weiterhin eingesetzten CH-53 spielen inzwischen auch die H145M für Spezialkräfte eine wichtige Rolle. Mit der geplanten Einführung der Boeing CH-47F Chinook beginnt in den kommenden Jahren erneut ein tiefgreifender Wandel und zugleich ein neues Kapitel in der Geschichte des traditionsreichen Hubschrauberstandortes.
Fliegerhorst Laupheim
Walpertshofer Straße 13
D-88471 Laupheim
IATA: –
ICAO: ETHL
RUNWAYS:
09/27 (1648×30m) Bitumen
03/21 (600×50m) Gras
GESCHICHTE
Entstehung des Luftwaffenflugplatzes (1938–1940)
- August 1938: Südöstlich von Laupheim beginnen die Bauarbeiten für einen neuen Fliegerhorst der damaligen Luftwaffe. Nahezu gleichzeitig wird wenige Kilometer entfernt bei Rißtissen ein weiterer Flugplatz angelegt. Die Anlagen sind Teil des umfangreichen Ausbaus der militärischen Luftfahrtinfrastruktur in Deutschland unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg.
- 1938–1939: Neben dem eigentlichen Flugfeld entstehen Betriebsgebäude, Hallen, Unterkünfte, technische Einrichtungen und die für einen Luftwaffenstützpunkt erforderliche Infrastruktur. Noch während der Bauphase beginnt der Krieg, sodass die weitere Fertigstellung unter militärischen Bedingungen erfolgt.
- März 1940: Die wesentlichen Bauarbeiten sind abgeschlossen. Laupheim wird als Luftwaffenflugplatz in Betrieb genommen und in den folgenden Jahren von unterschiedlichen fliegenden und ausbildenden Verbänden genutzt.
Ausbildungsbetrieb, Nachtjagd und Zerstörerverbände (1940–1943)
- 1940–1941: Laupheim entwickelt sich zu einem wechselnd belegten Luftwaffenstandort. Neben Ausbildungseinheiten nutzen auch Jagd- und Zerstörerverbände den Flugplatz. Eine dauerhafte Belegung durch nur einen einzigen Verband besteht während des Krieges nicht; die Nutzung verändert sich entsprechend der militärischen Lage und den organisatorischen Umgliederungen der Luftwaffe.
- April 1942: In Laupheim wird die II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 4 (II./NJG 4) aufgestellt. Damit erhält der Flugplatz für kurze Zeit eine direkte Bedeutung für den Aufbau der deutschen Nachtjagd. Bereits im Mai 1942 verlegt die Gruppe weiter nach Rheine.
- 1942–1943: Der Platz wird weiterhin für Ausbildung, Umgliederungen und die vorübergehende Stationierung verschiedener Luftwaffeneinheiten genutzt. Vor allem zweimotorige Flugzeugtypen wie die Messerschmitt Bf 110 prägen zeitweise das Bild des Flugplatzes.
Focke-Achgelis Fa 223 und frühe Hubschrauberentwicklung (1943–1944)
- 1943: Nachdem die ursprünglichen Fertigungsanlagen von Focke-Achgelis bei Delmenhorst durch Luftangriffe schwer beschädigt worden sind, wird ein Teil der Produktion des Hubschraubers Focke-Achgelis Fa 223 „Drache“ nach Laupheim verlagert. Auf und am Fliegerhorst entstehen Fertigungs- und Erprobungseinrichtungen für den damals technisch außergewöhnlichen Drehflügler.
- 1943–1944: In Laupheim werden mehrere Fa 223 fertiggestellt beziehungsweise montiert und erprobt. Der Hubschrauber besitzt zwei seitlich auf Auslegern angeordnete Rotoren und kann Lasten transportieren beziehungsweise als Bergungs- und Transporthubschrauber eingesetzt werden. Damit wird Laupheim bereits Jahrzehnte vor der Stationierung der Heeresflieger zu einem Standort der Hubschraubergeschichte.
- 1944: Insgesamt entstehen in Laupheim nur wenige vollständige Fa 223. Die ständig zunehmenden alliierten Luftangriffe verhindern den vorgesehenen Ausbau der Serienproduktion. Mehrere Maschinen befinden sich noch im Bau, als die Fertigungsanlagen zerstört werden.
Ausbildungsverbände und schwere Luftangriffe (1944–1945)
- 1. Juni 1944: Die III. Gruppe des Zerstörergeschwaders 101 wird aufgestellt und kommt im weiteren Verlauf nach Laupheim. Das ZG 101 ist kein regulärer Einsatzverband, sondern dient vor allem der Ausbildung von Besatzungen für zweimotorige Zerstörer- und Jagdflugzeuge.
- 15. Juli 1944: Aus Teilen der bisherigen Zerstörerausbildung entsteht in Laupheim die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 113. Eingesetzt werden unter anderem Arado Ar 96 und Messerschmitt Bf 109. Das JG 113 bleibt nur wenige Monate bestehen und wird im Oktober erneut umgegliedert.
- 19. Juli 1944: Der Fliegerhorst wird Ziel eines schweren Angriffs der 8th Air Force der USAAF. 45 B-24-Bomber werfen rund 115 Tonnen Spreng- und Brandbomben ab. Begleitjäger greifen zusätzlich im Tiefflug an. Neben Gebäuden, technischen Anlagen und Teilen der Flugsicherung werden zahlreiche Flugzeuge zerstört oder beschädigt. Zu den zerstörten Maschinen gehören unter anderem mehrere Messerschmitt Bf 110 sowie eine Arado Ar 96 und eine Messerschmitt Bf 108. Auch die Focke-Achgelis-Anlagen werden schwer getroffen und mehrere Fa 223 zerstört.
- 31. Juli 1944: Elf amerikanische P-51 Mustang führen einen weiteren Tieffliegerangriff gegen Laupheim durch. Dabei werden erneut Flugzeuge am Boden zerstört oder schwer beschädigt.
- 9. August 1944: Ein ungewöhnlicher Zwischenfall ereignet sich über dem Raum Laupheim. Als 28 Focke-Wulf Fw 190 des deutschen Jagdgeschwaders 4 aus Richtung Schwendi erscheinen, werden sie von den inzwischen stark alarmierten eigenen Flakstellungen irrtümlich für feindliche Flugzeuge gehalten. Das Feuer wird eröffnet und eine deutsche Maschine abgeschossen.
- 26. November 1944: Zehn amerikanische P-47 Thunderbolt greifen den Flugplatz erneut an. Im Vergleich zu den Angriffen des Sommers bleiben die Schäden diesmal begrenzt.
- 2. April 1945: Kurz vor Kriegsende werden Teile der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 53 „Pik-As“ mit Messerschmitt Bf 109 aus dem Raum Wien auf die Flugplätze Laupheim und Rißtissen verlegt. Die beiden Plätze sollen angesichts des schnellen alliierten Vormarsches als kurzfristige Einsatzbasen dienen.
- 18.–19. April 1945: Laupheim wird erneut aus der Luft angegriffen. Die militärische Infrastruktur ist zu diesem Zeitpunkt bereits stark beschädigt und ein geregelter Flugbetrieb wird zunehmend schwieriger.
- 20. April 1945: Französische Bomberverbände greifen Laupheim und Rißtissen massiv an. Zum Einsatz kommen amerikanische Martin B-26 Marauder in französischen Verbänden sowie begleitende Jagdflugzeuge. Die noch vorhandenen Flugzeuge auf dem Platz Laupheim werden zerstört oder so schwer beschädigt, dass ein weiterer geregelter Flugbetrieb praktisch nicht mehr möglich ist.
- 21. April 1945: Die letzten noch flugfähigen Maschinen der II./JG 53 im Raum Laupheim/Rißtissen werden nach Schongau zurückgenommen. Damit endet die operative Nutzung des Flugplatzes durch die Luftwaffe der Wehrmacht.
- 23. April 1945: Französische Truppen besetzen Laupheim und übernehmen auch den Flugplatz. Damit endet die erste militärische Epoche des Fliegerhorstes.
Besatzungszeit und Unterbrechung des militärischen Flugbetriebs (1945–1963)
- 1945–1949: Nach der Besetzung befindet sich Laupheim in der französischen Besatzungszone. Der während des Krieges stark beschädigte ehemalige Luftwaffenflugplatz verliert seine bisherige Funktion als deutscher militärischer Einsatzflugplatz. Teile der vorhandenen Einrichtungen werden anderweitig genutzt oder verschwinden in den folgenden Jahren.
- 1950er Jahre: Eine dauerhafte fliegende militärische Einheit ist in Laupheim nicht stationiert. Erst mit dem Aufbau der Bundeswehr und insbesondere der neu geschaffenen Heeresfliegertruppe gewinnt das Gelände wieder militärische Bedeutung.
- Anfang der 1960er Jahre: Die Bundeswehr entscheidet sich für Laupheim als Standort der Heeresflieger des II. Korps. Der alte Fliegerhorst wird dabei nicht einfach wieder in seinem Kriegszustand übernommen. Für die Bundeswehr entsteht auf dem Gelände eine weitgehend neue militärische Infrastruktur.
Neubeginn als Heeresflugplatz (1964–1971)
- 1. April 1964: In Laupheim wird das Heeresfliegerbataillon 200 aufgestellt. Gleichzeitig entstehen neue Hallen, Betriebsflächen, Unterkunfts- und Versorgungseinrichtungen. Dieses Jahr gilt deshalb als eigentlicher Beginn der Bundeswehrära des Flugplatzes Laupheim.
- 1964: Noch während der Baumaßnahmen verlegt der Stab des Korps-Heeresfliegerkommandeurs 2 von Ulm nach Laupheim. Der Standort entwickelt sich dadurch nicht nur zu einer fliegenden Basis, sondern auch zu einem wichtigen Führungsstandort für die Heeresflieger des II. Korps.
- 1964–1965: Die ersten in Laupheim stationierten Transporthubschrauber gehören zur Familie Sikorsky H-34. Mit ihnen beginnt der reguläre Hubschrauberflugbetrieb der Bundeswehr am Standort.
- 1960er Jahre: Mit dem weiteren Ausbau der Heeresflieger wächst auch der Standort. Neben dem fliegenden Verband werden technische, logistische und Führungsanteile in Laupheim konzentriert. Der Platz entwickelt sich zu einem der wichtigsten Heeresfliegerstandorte Süddeutschlands.
Aufstellung des Regiments und Einführung der CH-53 (1971–1979)
- 1. April 1971: Im Rahmen einer umfassenden Neuorganisation der Heeresflieger wird aus wesentlichen Teilen des Heeresfliegerbataillons 200 und der Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 207 das Mittlere Heeresfliegertransportregiment 25 aufgestellt. Gleichzeitig entsteht aus dem bisherigen Korps-Heeresfliegerkommandeur 2 das Heeresfliegerkommando 2. Laupheim wird damit zu einem zentralen Führungs- und Transporthubschrauberstandort des II. Korps.
- 1971–1973: Zunächst bleiben die Sikorsky H-34 im Einsatz. Parallel werden Besatzungen und Techniker auf den wesentlich größeren und leistungsfähigeren Sikorsky CH-53G vorbereitet. Die gelegentlich genannte Einführung der CH-53 bereits 1971 bezieht sich auf den Beginn der Umrüstung der Bundeswehr. Der reguläre Zulauf nach Laupheim erfolgt erst später.
- Oktober 1973: Die ersten CH-53G gehen beim Laupheimer Regiment in Dienst. Der neue schwere Transporthubschrauber ersetzt schrittweise die H-34 und wird für die kommenden Jahrzehnte zum bestimmenden Luftfahrzeug des Standortes. Die ursprüngliche Ausstattung des Regiments umfasst 32 CH-53G; der Zulauf dieser ersten Tranche ist bis 1975 abgeschlossen.
- 1974: Zum zehnjährigen Bestehen des Bundeswehrstandortes findet eine große Veranstaltung in Laupheim statt. Rund 150.000 Besucher kommen zum Flugplatz – ein Hinweis auf die damals außergewöhnlich enge öffentliche Wahrnehmung des Heeresfliegerstandortes.
- Mai 1976: Nach dem schweren Erdbeben im norditalienischen Friaul beteiligt sich das Laupheimer Regiment mit seinen CH-53 an der Katastrophenhilfe. Material und Hilfsgüter werden in das betroffene Gebiet transportiert. Damit beginnt eine lange Reihe von Katastrophen- und Hilfseinsätzen der Laupheimer Transporthubschrauber.
- 11. Dezember 1978: Bei einer Landung unter schlechten Sichtbedingungen verunglückt eine CH-53G auf dem Flugplatz Laupheim, nachdem der Heckrotor Bodenkontakt bekommt. Von den vier Menschen an Bord kommt einer ums Leben.
- 1. Oktober 1979: Im Rahmen einer erneuten Strukturänderung wird das Mittlere Heeresfliegertransportregiment 25 in Heeresfliegerregiment 25 umbenannt. Die CH-53 bleibt das Hauptwaffensystem des Verbandes.
Laupheim als großer CH-53-Standort des Kalten Krieges (1980–1989)
- 1980er Jahre: Das Heeresfliegerregiment 25 bildet gemeinsam mit weiteren Heeresfliegerverbänden einen wesentlichen Bestandteil der luftbeweglichen Fähigkeiten des II. Korps. Im Verteidigungsfall sollen die CH-53 Personal, Versorgungsgüter, Fahrzeuge und andere Lasten transportieren und die Beweglichkeit der Landstreitkräfte unterstützen.
- 1980er Jahre: Neben der militärischen Ausbildung beteiligt sich das Regiment immer wieder an Hilfs- und Katastropheneinsätzen. Die hohe Außenlastfähigkeit der CH-53 macht den Hubschrauber insbesondere für schwer zugängliche Gebiete und außergewöhnliche Transportaufgaben geeignet.
- 21. Juni 1989: Der Kasernenbereich des Flugplatzes erhält offiziell den Namen Kurt-Georg-Kiesinger-Kaserne, benannt nach dem früheren Bundeskanzler und baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kurt Georg Kiesinger.
Vom Kalten Krieg zu internationalen Einsätzen (1990–2002)
- April–Mai 1991: Nach dem Zweiten Golfkrieg beteiligt sich das Heeresfliegerregiment 25 an der humanitären Hilfe für kurdische Flüchtlinge im türkisch-irakischen beziehungsweise iranisch-irakischen Grenzraum. CH-53 transportieren Personal und Hilfsgüter in schwer zugängliche Gebiete. Für die Laupheimer Heeresflieger beginnt damit eine neue Einsatzperiode außerhalb des bisherigen klassischen NATO-Raumes.
- 1991–1996: CH-53 der Heeresflieger unterstützen die UN-Waffeninspektoren der UNSCOM im Irak. Damit entwickelt sich der schwere Transporthubschrauber zunehmend von einem für die Landes- und Bündnisverteidigung vorgesehenen System zu einem weltweit eingesetzten Transportmittel.
- 1993: Mehrere Laupheimer CH-53 werden zur Bekämpfung schwerer Waldbrände nach Griechenland verlegt. Von Larisa aus fliegen die Besatzungen zahlreiche Löscheinsätze mit großen Außenlast-Löschwasserbehältern.
- 1994: Im Zuge der Bundeswehrreduzierung nach der deutschen Wiedervereinigung wird das Heeresfliegerkommando 2 in Laupheim aufgelöst. Gleichzeitig schließen andere Heeresfliegerstandorte, darunter Neuhausen ob Eck. Personal und Teile der dortigen Hubschrauberausstattung werden nach Laupheim übernommen. Dazu gehören auch Bo 105M, aus denen unter anderem die Heeresfliegerunterstützungsstaffel 10 hervorgeht.
- 1994: Das Laupheimer Regiment erhält den Beinamen „Oberschwaben“. Damit wird die langjährige Verbindung des Verbandes mit der Region hervorgehoben. In einzelnen Darstellungen wird die offizielle Namensverleihung dem Jahr 1995 zugeordnet; die Regimentschronologie führt sie bereits für 1994.
- 1995–2002: Laupheimer Heeresflieger beteiligen sich an den internationalen Missionen auf dem Balkan. Zunächst erfolgen Einsätze im Rahmen von IFOR in Bosnien und Herzegowina, anschließend unter SFOR. Die CH-53 übernehmen insbesondere Transportaufgaben in schwer zugänglichen Gebirgsregionen.
- 1997: Beim schweren Oderhochwasser werden Laupheimer Hubschrauber im Katastrophenschutz eingesetzt. Die Fähigkeit zum Transport schwerer Außenlasten macht die CH-53 erneut zu einem wichtigen Hilfsmittel bei einem zivilen Großeinsatz.
- Februar 1999: Nach der Lawinenkatastrophe von Galtür in Tirol werden fünf CH-53 des Regiments für Evakuierungs- und Transportaufgaben eingesetzt. Die schweren Hubschrauber können große Personengruppen und Material aus dem abgeschnittenen Alpenraum transportieren.
- 1999–2003: Das Regiment beteiligt sich außerdem am deutschen Beitrag zur NATO-geführten KFOR-Mission im Kosovo und in Mazedonien.
- 2002: Das Heeresfliegerregiment 25 wird organisatorisch der neu geschaffenen Division Luftbewegliche Operationen unterstellt. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt noch stärker hin zu schnell verlegbaren, luftbeweglichen Kräften.
- 21. Dezember 2002: Bei Kabul stürzt eine deutsche CH-53 während eines Einsatzfluges ab. Alle sieben Soldaten an Bord sterben. Drei der Getöteten gehören dem Heeresfliegerregiment 25 aus Laupheim an. Das Unglück wird zu einem der einschneidendsten Ereignisse in der Geschichte des Verbandes. Als Ursache werden später technische beziehungsweise mechanische Probleme festgestellt.
Mittleres Transporthubschrauberregiment 25 „Oberschwaben“ (2003–2012)
- 1. Oktober 2003: Das Heeresfliegerregiment 25 wird erneut umgegliedert und erhält die Bezeichnung Mittleres Transporthubschrauberregiment 25 „Oberschwaben“. Die CH-53G und ihre modernisierten Varianten bleiben das zentrale Waffensystem.
- 2002–2012: Über viele Jahre stellen Laupheim und die weiteren CH-53-Verbände Besatzungen und Maschinen für den Einsatz in Afghanistan. Die Hubschrauber übernehmen dort unter anderem taktischen Lufttransport, Versorgung, Personentransport und medizinische Evakuierung.
- 2005–2006: Nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan beteiligen sich CH-53 an der internationalen Katastrophenhilfe. Daneben werden Laupheimer Maschinen bei Hochwasserlagen in Süddeutschland eingesetzt.
- 2006: Teile des Verbandes beteiligen sich am Bundeswehreinsatz in der Demokratischen Republik Kongo. Damit setzt sich die Entwicklung Laupheims zu einem international eingesetzten Hubschrauberstandort fort.
- 2007: CH-53 des Verbandes werden wiederholt zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt, unter anderem in Bayern, Italien und Griechenland.
- 23. Juli 2008: Der Landkreis Biberach übernimmt offiziell eine Patenschaft für das Mittlere Transporthubschrauberregiment 25. Die bereits über Jahrzehnte gewachsene Verbindung zwischen Standort, Stadt und Region wird damit nochmals unterstrichen.
Bundeswehrreform und Übergang vom Heer zur Luftwaffe (2010–2013)
- 2010: Mit der grundlegenden Neuausrichtung der Bundeswehr beginnen Planungen, die Hubschrauberflotten von Heer und Luftwaffe neu zu ordnen. Kern des sogenannten Fähigkeitstransfers ist schließlich ein Tausch: Die CH-53 wechseln vom Heer zur Luftwaffe, während sich das Heer auf den NH90 als Transporthubschrauber konzentriert.
- 26. Oktober 2011: Mit dem Stationierungskonzept 2011 wird die Zukunft Laupheims festgelegt. Der Standort bleibt erhalten, wechselt jedoch im Zuge der Umstrukturierung überwiegend vom Heer zur Luftwaffe. Damit steht nach fast fünf Jahrzehnten das Ende der Laupheimer Heeresfliegerära bevor.
- 13. Dezember 2012: Im Rahmen eines Übergabeappells wird der Wechsel der CH-53-Flotte vom Heer zur Luftwaffe vollzogen.
- 31. Dezember 2012: Die operative Geschichte des Mittleren Transporthubschrauberregiments 25 als Heeresverband endet. Personal, CH-53 und wesentliche Teile der Infrastruktur werden in die neue Organisationsstruktur der Luftwaffe überführt.
Rückkehr der Luftwaffe und Hubschraubergeschwader 64 (2013–2015)
- 1. Januar 2013: Laupheim wird nach fast 49 Jahren als Heeresflugplatz wieder ein Standort der Luftwaffe. Das bereits seit dem 1. Oktober 2010 in Holzdorf bestehende Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) wird grundlegend neu gegliedert. Sein Stab und der Hauptteil des Geschwaders verlegen nach Laupheim, während in Holzdorf eine Lufttransportgruppe verbleibt. Die CH-53GA, CH-53GS und CH-53GE gehen in den Bestand des Luftwaffengeschwaders über.
- 5. März 2013: Das frühere Mittlere Transporthubschrauberregiment 25 wird in Laupheim mit einem feierlichen Appell offiziell verabschiedet. Damit endet die Geschichte des traditionsreichen Heeresverbandes sichtbar, auch wenn administrative Restarbeiten noch einige Monate weiterlaufen.
- 2013–2014: Laupheim etabliert sich als Haupteinsatzbasis des HSG 64. Die CH-53 bleiben weiterhin im weltweiten Einsatz, nun jedoch mit Luftwaffenbesatzungen beziehungsweise Personal, das im Zuge des Fähigkeitstransfers vom Heer übernommen wurde.
H145M und Ausbau zum Spezialkräfte-Standort (2015–2022)
- 8. Dezember 2015: Die ersten beiden Airbus Helicopters H145M LUH SOF werden in Laupheim an die Luftwaffe übergeben. Mit dem neuen Muster erhält das HSG 64 neben der schweren CH-53 erstmals einen modernen leichten Hubschrauber, der speziell für die Unterstützung von Spezialkräften vorgesehen ist.
- 2016: Der operationelle Aufbau der H145M-Komponente schreitet voran. Die Maschinen werden unter anderem für den verdeckten Transport kleiner Spezialkräfte-Teams, Absetzverfahren, Aufklärung und medizinische Evakuierung ausgelegt. In Laupheim entsteht dafür innerhalb des HSG 64 eine spezialisierte Struktur.
- 26. Juni 2017: Airbus liefert den 15. und letzten H145M LUH SOF der ursprünglichen Beschaffung nach Laupheim. Damit ist die erste H145M-Flotte für die Spezialkräfte vollständig.
- 2018: Die organisatorische Struktur des HSG 64 wird weiterentwickelt. Neben Laupheim und Holzdorf gehört nun unter anderem eine Instandhaltungsstaffel in Diepholz zum Geschwader; in Bückeburg wird der CH-53-Simulatorbetrieb unterstützt. Laupheim bleibt Hauptstandort mit Geschwaderstab sowie fliegenden und technischen Kräften.
- Januar 2021: Nach mehr als 18 Jahren endet der langjährige Afghanistan-Einsatz der deutschen CH-53. Die Rückkehr der letzten eingesetzten Maschinen markiert das Ende eines außergewöhnlich langen Einsatzkapitels, das noch unter Führung der Heeresflieger begonnen hatte und nach 2013 durch die Luftwaffe fortgesetzt worden war.
Vorbereitung auf die Zeit nach der CH-53 (2023–2025)
- Juli 2023: Deutschland bestellt 60 Boeing CH-47F Block II Chinook als Nachfolger der alternden CH-53-Flotte. Die Entscheidung ist für Laupheim von großer langfristiger Bedeutung, da auch der oberschwäbische Standort weiterhin schwere Transporthubschrauber erhalten soll.
- 2023: Parallel zur Entscheidung für die CH-47 wird auch die H145M-Flotte der Bundeswehr weiterentwickelt. Deutschland bestellt zunächst 62 H145M in der neuen LKH-Konfiguration; später wird die Bestellung auf insgesamt 82 Maschinen erhöht. Ein Teil davon ist ausdrücklich für die Spezialkräfte der Luftwaffe in Laupheim bestimmt.
- Mai 2025: Bei Boeing in Philadelphia beginnt die Fertigung der deutschen CH-47F. Damit geht das Nachfolgeprogramm der CH-53 von der Planungs- in die Produktionsphase über.
- 15. Dezember 2025: Deutschland zieht die vertragliche Option auf 20 zusätzliche H145M LKH. Damit steigt die Gesamtbestellung auf 82 Hubschrauber. Nach der aktualisierten Aufteilung sind 72 Maschinen für das Heer und zehn H145M LKH SOF für die Spezialkräfte der Luftwaffe vorgesehen.
Neue H145M und Beginn der CH-47-Übergangsphase (2026–heute)
- April 2026: Bei Boeing beginnt die Endmontage der ersten für Deutschland bestimmten CH-47F Block II. Die Einführung des neuen Transporthubschraubers rückt damit auch für Laupheim näher.
- Mai 2026: CH-53 des HSG 64 trainieren in Holzdorf erstmals intensiv gemeinsam mit niederländischen CH-47. Übungen wie „Volcanex CHIP“ dienen dazu, Verfahren, Außenlasttransport und das Zusammenwirken mit dem künftigen deutschen Hubschraubertyp bereits vor dessen Auslieferung zu erproben.
- 24. Juni 2026: Die ersten beiden neuen H145M LKH SOF landen in Laupheim. Sie gehören zur neuesten Generation der H145M-Familie und erweitern die Fähigkeiten der dort stationierten Spezialkräfte-Komponente unter anderem durch modernisierte Sensorik, Vernetzung und die Möglichkeit zur präzisen Feuerunterstützung. Insgesamt sind nach dem aktuellen Beschaffungsstand zehn dieser neuen LKH-SOF-Maschinen für die Luftwaffe vorgesehen.
- 27.–30. Juli 2026: Zwei CH-53 des Hubschraubergeschwaders 64 aus Laupheim werden zur Unterstützung Frankreichs bei schweren Waldbränden im Raum Bordeaux eingesetzt. Zwischen dem Beginn der Löscharbeiten am 28. Juli und dem Ende des Einsatzes werfen die Besatzungen bei 241 Anflügen insgesamt rund 1,205 Millionen Liter Löschwasser über dem Brandgebiet ab. Der Einsatz knüpft unmittelbar an die lange Tradition der Laupheimer CH-53 bei nationalen und internationalen Katastropheneinsätzen an.
Zukunft des Standortes und Ablösung der CH-53 (ab 2027)
- Viertes Quartal 2027: Nach der derzeitigen Planung soll die erste deutsche CH-47F Block II Chinook in Deutschland eintreffen. Damit beginnt der operative Generationswechsel vom jahrzehntelang eingesetzten Sikorsky CH-53 zum Boeing-Transporthubschrauber.
- Ab 2027: Der größere Teil der neuen CH-47-Flotte soll in Holzdorf stationiert werden. Auch Laupheim bleibt jedoch CH-47-Standort und erhält einen Teil der neuen Transporthubschrauber. Gleichzeitig gewinnt die Spezialisierung Laupheims auf die Unterstützung von Spezialkräften mit H145M weiter an Bedeutung.
- Bis 2030: Die CH-53 soll schrittweise aus dem aktiven Betrieb herausgenommen werden. Zu diesem Zeitpunkt soll die Luftwaffe bereits einen großen Teil der neuen Chinook-Flotte betreiben. Damit geht in Laupheim eine Ära zu Ende, die mit dem Zulauf der ersten CH-53 im Oktober 1973 begonnen hat und mehr als ein halbes Jahrhundert lang die Geschichte des Standortes geprägt hat.
- Bis 2032: Nach derzeitiger Planung soll die Auslieferung aller 60 bestellten deutschen CH-47F abgeschlossen sein. Laupheim wird damit auch nach dem Ende der CH-53 ein bedeutender Hubschrauberstandort der Luftwaffe bleiben, allerdings mit einem veränderten Profil aus schweren CH-47-Transporthubschraubern und der auf Spezialoperationen ausgerichteten H145M-Komponente.
EINHEITEN / UNITS
Flight Radar
Static Airframes
PRESERVED
- D-EFEU / Aero-Jodel Jodel D.11 A / cn AB-6 / Private
- D-HAUC (80+25) / Sikorsky S-58 C / cn 58350 / Private / (Fake Reg)
- 75+21 (76+08) / Sud Aviation Alouette II SE.3130 / cn 1287 / West German Army
- 84+06 / Sikorsky CH-53G Stallion / cn V004 / German Air Force / Gate Guard
Die lokale Luftfahrt-Community vor Ort
Flughafen Spotter Leitfäden
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