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HERINGSDORF

Flughafen Heringsdorf

Der Flughafen Heringsdorf (EDAH/HDF)ist einer dieser Orte, an denen sich die Geschichte Usedoms auf besondere Weise mit der Luftfahrt verbindet. Was heute als kleiner, saisonal geprägter Regionalflughafen vor allem Urlauber auf die Insel bringt, hat seine Wurzeln in einer deutlich älteren und wechselvollen Vergangenheit. Vom frühen Fluggelände bei Swinemünde über die militärische Nutzung als Fliegerhorst Garz, die Zeit der Interflug in der DDR bis hin zum modernen Verkehrsflughafen für die Ostseeküste hat der Standort viele Rollen erlebt.

Gerade diese Mischung macht Heringsdorf so interessant. Der Flughafen ist kein großer Verkehrsknotenpunkt, sondern ein Platz mit regionaler Bedeutung, touristischer Prägung und einer Geschichte, die eng mit Usedom, Garz, Swinemünde und der Entwicklung des Luftverkehrs im Nordosten Deutschlands verbunden ist. Wer sich mit dem Flughafen Heringsdorf beschäftigt, blickt deshalb nicht nur auf Start- und Landebahnen, Flugpläne und Passagierzahlen, sondern auch auf mehr als ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte an der Ostsee.

Am Flughafen 1
D-17419 Zirchow

IATA: HDF
ICAO: EDAH

RUNWAY:
10/28 (2305x35m) Asphalt


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GESCHICHTE

Frühe Flugversuche auf dem Exerzierplatz Swinemünde (1911–1918)
  • 1911: Auf dem Gelände südlich der heutigen Kaiserbäder beginnt die fliegerische Vorgeschichte des späteren Flughafens Heringsdorf. Das Areal diente ursprünglich als Exerzierplatz der Garnison Swinemünde, wurde aber bereits vor dem Ersten Weltkrieg von Flugzeugen des Kaiserlichen Heeres angeflogen. Damit gehört der Standort zu den frühen Luftfahrtplätzen im Nordosten Deutschlands, lange bevor der Name „Flughafen Heringsdorf“ überhaupt entstand.
  • 1914–1918: Während des Ersten Weltkriegs blieb das Gebiet militärisch geprägt. Die Lage nahe Swinemünde, dem Stettiner Haff und der Ostseeküste machte den Platz strategisch interessant. Eine zivile Flughafenstruktur gab es in dieser Phase noch nicht, doch die Nutzung als militärisch geprägtes Flug- und Übungsgelände legte den Grundstein für die spätere Entwicklung.
Vom Landflugplatz Swinemünde zum regionalen Flugplatz (1919–1934)
  • 05. Juli 1919: Der eigentliche Beginn der Flugplatzgeschichte wird mit der Eröffnung als Landflugplatz Swinemünde verbunden. An diesem Tag startete nach späteren Berichten die erste Maschine mit zwei Passagieren von Usedom und markierte damit den Beginn des Passagierflugverkehrs auf der Insel. Der Platz war damals noch klar auf Swinemünde ausgerichtet, denn Heringsdorf spielte als Namensgeber des Flughafens noch keine Rolle.
  • Ab 1919: Der Flugplatz entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der regionalen Luftfahrtinfrastruktur. Neben dem frühen Passagierverkehr wurde das Gelände auch für fliegerische Ausbildung und für den Sportflug genutzt. In dieser Phase trug der Platz den Charakter eines einfachen Landflugplatzes, der vor allem durch seine Nähe zu Swinemünde und zur Ostseeküste Bedeutung bekam.
  • 1927: Der Platz wurde als Notlandeplatz geführt. Das zeigt, dass die Anlage in den 1920er-Jahren nicht nur lokal genutzt wurde, sondern auch in ein übergeordnetes Netz von Ausweich- und Sicherheitsplätzen eingebunden war. Für die damalige Luftfahrt war das wichtig, weil Reichweite, Navigation und Wetterabhängigkeit deutlich größere Herausforderungen darstellten als heute.
Ausbau zum Fliegerhorst Garz in der Vorkriegszeit (1935–1939)
  • 1935: Mit dem Bau des Fliegerhorstes in Garz begann eine neue Phase. Der bisherige Landflugplatz wurde nun stärker militärisch ausgerichtet und ausgebaut. Damit verlagerte sich die Bedeutung des Geländes von einem frühen Verkehrs- und Notlandeplatz hin zu einem militärischen Standort.
  • 1935/1936: Der Ausbau zum Land- und Seefliegerhorst brachte eine deutliche Erweiterung der Infrastruktur. In den 1930er-Jahren entstanden unter anderem Flugzeughallen, Werfthalle, Kommandantur, Telefonzentrale, Offizierskasino, Unterkunftsgebäude, Feuerwache, Heizhaus und Wachgebäude. Auch ein Anschlussgleis zur Strecke Ducherow–Swinemünde gehörte zur damaligen Infrastruktur.
  • 1938: Eine Windmühle in Garz wurde abgerissen, weil sie den Flugbetrieb störte. Dieses Detail zeigt, wie stark der Ausbau des Flugplatzes inzwischen in die Umgebung eingriff. Der Fliegerhorst war nicht mehr nur eine einfache Landefläche, sondern eine Anlage, für die Hindernisfreiheit, Betriebsabläufe und militärische Nutzbarkeit wichtiger wurden.
Militärische Nutzung im Zweiten Weltkrieg (1939–1945)
  • 1939–1945: Während des Zweiten Weltkriegs stand das Gelände unter militärischer Nutzung. Der Fliegerhorst Garz war Teil der deutschen Luftwaffenstruktur und wurde im Zusammenhang mit Swinemünde, der Ostseeküste und den militärischen Einrichtungen der Region genutzt. Die genaue Nutzung wechselte im Laufe der Kriegsjahre, doch der Platz blieb klar militärisch geprägt.
  • 12. März 1945: Swinemünde wurde schwer bombardiert. Auch wenn dieses Ereignis nicht direkt den Flugplatz Heringsdorf als heutigen Regionalflughafen beschreibt, gehört es in die regionale Einordnung der letzten Kriegsphase. Der Raum Swinemünde, Garz und Usedom war in den letzten Kriegsmonaten stark betroffen.
  • 04. Mai 1945: Garz wurde durch sowjetische Flugzeuge bombardiert. Kurz darauf endete die deutsche militärische Nutzung. Der Krieg hinterließ in der Region tiefe Spuren, und auch der Flugplatz ging in eine völlig neue Nutzungsphase über.
  • 05. Mai 1945: Das Gelände wurde von der Roten Armee besetzt. Damit begann die sowjetische Nachkriegsphase auf dem Flugplatz Garz. Der Standort blieb zunächst militärisch kontrolliert und wurde nicht unmittelbar zu einem zivilen Verkehrsflughafen zurückentwickelt.
Sowjetische Nachkriegszeit und Rückbau der alten Infrastruktur (1945–1959)
  • 1945–1992: Der Flugplatz blieb über Jahrzehnte im Einflussbereich sowjetischer beziehungsweise später sowjetisch geprägter militärischer Nutzung. In Garz wird für diese lange Zeitspanne eine Nutzung durch die Rote Armee beziehungsweise sowjetische Truppen genannt, teils auch mit weiterer militärischer Präsenz bis Anfang der 1990er-Jahre.
  • 1946: Teile der alten Infrastruktur wurden demontiert. Dazu gehörten die Werfthalle und Unterkunftsbaracken. Damit verschwand ein Teil der baulichen Substanz aus der Zeit des Fliegerhorstes, während das Gelände selbst weiterhin als militärischer Standort erhalten blieb.
  • 1948: Das Anschlussgleis zur Bahnstrecke Ducherow–Swinemünde wurde zurückgebaut. Dieser Schritt veränderte die logistische Anbindung des Flugplatzes. Die ehemalige Fliegerhorst-Infrastruktur wurde damit weiter reduziert, auch wenn die grundsätzliche Nutzung des Geländes nicht endete.
DDR-Zeit: Flugplatz Garz und ziviler Flughafen Heringsdorf entstehen nebeneinander (1960–1972)
  • 1960: Die Nationale Volksarmee der DDR nutzte den westlichen Teil des Geländes. Militärisch blieb der Standort als Flugplatz Garz bekannt, während die spätere zivile Nutzung unter dem Namen Heringsdorf aufgebaut wurde. Damit existierten zwei Sichtweisen auf denselben Standort: militärisch Garz, zivil Heringsdorf.
  • 1961/1962: Der Platz wurde durch die Transportfliegerschule der NVA genutzt. Diese Phase zeigt, dass Garz in der DDR nicht nur als Reserve- oder Randstandort betrachtet wurde, sondern aktiv in militärische Ausbildungs- und Betriebsstrukturen eingebunden war.
  • Mai 1962: Ein Teil des Flugplatzes wurde für die zivile Nutzung durch die DDR-Fluggesellschaft Interflug hergerichtet. Mit dieser zivilen Teilnutzung tauchte erstmals der heutige Name „Flughafen Heringsdorf“ auf. Für die NVA blieb die Bezeichnung „Flugplatz Garz“ bestehen, während im Passagierverkehr der Name Heringsdorf verwendet wurde.
  • 1962: Die zivile Teilnutzung durch Interflug machte den Standort wieder für den Passagierverkehr relevant. Der Flughafen Heringsdorf wurde damit zu einem saisonal geprägten Zugang zur Insel Usedom. Vor allem der Ferienverkehr spielte eine wichtige Rolle, denn Usedom war auch in der DDR ein bedeutendes Urlaubsziel.
  • Bis 1964: Die vorhandene Start- und Landebahn war zunächst etwa 950 Meter lang und bestand aus Beton beziehungsweise älteren Belägen. Für größere Verkehrsflugzeuge reichte diese Infrastruktur nur eingeschränkt aus. Deshalb wurde der Ausbau der Bahn zu einem entscheidenden Schritt für den weiteren zivilen Betrieb.
  • 1963–April 1964: Die Start- und Landebahn wurde ausgebaut und asphaltiert. Dieser Ausbau war notwendig, um den zivilen Flugbetrieb zuverlässiger zu machen und größere Maschinen einsetzen zu können. Besonders für Flugzeuge wie die Iljuschin Il-14 waren bessere Betriebsflächen erforderlich.
  • 01. Mai 1969: Der Flugplatz wurde auch als Feldflugplatz des Jagdfliegergeschwaders 9 aus Peenemünde geführt. Damit blieb die militärische Bedeutung des Standortes parallel zur zivilen Nutzung bestehen. Heringsdorf war also in der DDR-Zeit kein rein ziviler Flughafen, sondern Teil eines gemischten Nutzungsgefüges.
Ausbau für den Saisonflugverkehr der Interflug (1973–1981)
  • 1973: Ein neues Abfertigungsgebäude wurde in Betrieb genommen. Es sollte den Saisonflugverkehr der Interflug besser aufnehmen und die zivile Nutzung des Flughafens Heringsdorf stärken. In dieser Zeit bestanden Flugverbindungen unter anderem nach Berlin, Dresden, Erfurt und Leipzig.
  • Mai–Juni 1974: Die Start- und Landebahn wurde auf 2.305 Meter verlängert. Diese Länge prägt den Flughafen bis heute und machte den Platz deutlich leistungsfähiger. Mit der verlängerten Asphaltbahn konnte Heringsdorf größere Flugzeuge aufnehmen und gewann betrieblich erheblich an Bedeutung.
  • 1970er-Jahre: Der Flughafen Heringsdorf diente vor allem dem saisonalen Reiseverkehr. Die Insel Usedom war ein bedeutendes Ferienziel, und der Flugplatz bot eine schnelle Verbindung aus verschiedenen Städten der DDR. Gleichzeitig blieb die Anlage militärisch geprägt, da die zivile Nutzung nur einen Teil des Gesamtgeländes betraf.
  • 1979: Der reguläre Inlandsflugbetrieb der Interflug von und nach Heringsdorf wurde wieder eingestellt. Damit endete die kurze Phase regelmäßiger innerdeutscher Linienverbindungen in der DDR-Zeit. Der Flughafen blieb jedoch nicht völlig ohne zivilen Verkehr.
  • 1979–1981: In den Sommermonaten wurden Charterflüge nach Prag durchgeführt. Eingesetzt wurde dabei unter anderem die Iljuschin Il-18 der Interflug. Diese Charterflüge verlängerten die zivile Verkehrsrolle des Flughafens noch einige Jahre, bevor die regelmäßige Interflug-Phase endgültig auslief.
  • September 1981: Die zivile Nutzung durch Interflug endete. Damit verlor Heringsdorf zunächst wieder seine Rolle als aktiver ziviler Verkehrsflughafen. Militärische und sonstige Nutzungen blieben jedoch bestehen, und das Gelände blieb als Flugplatz erhalten.
Übergang nach der Wiedervereinigung und Neustart als Regionalflughafen (1990–1998)
  • 1990: Nach der politischen Wende begann die erneute zivile Perspektive für den Flughafen. Der Standort wurde wieder als zivile Infrastruktur betrachtet, nun nicht mehr im DDR-System, sondern im wiedervereinigten Deutschland.
  • 1991: Der Flughafen Heringsdorf wurde als Regionalflughafen weitergeführt. Damit begann die moderne Phase des Airports. Der Standort sollte nun nicht mehr nur historisch oder militärisch verstanden werden, sondern als regionaler Verkehrsflughafen für Usedom und die angrenzende Region.
  • Bis 1992: Teile des Geländes wurden noch durch sowjetische beziehungsweise GSSD-Strukturen genutzt. Erst mit dem Ende dieser militärischen Nachnutzung konnte der Flughafen schrittweise klarer zivil ausgerichtet werden.
  • 1993–1996: Der Flughafen wurde grundlegend saniert. Dabei wurden Flugbetriebsflächen erneuert, eine Instrumentenanflugbefeuerung installiert und eine Wetterstation aufgebaut. Diese Maßnahmen waren entscheidend, um den Platz an moderne Anforderungen anzupassen und wieder verlässlich für den zivilen Luftverkehr nutzbar zu machen.
  • 1990er-Jahre: In dieser Zeit wurden auch Charterverbindungen in Richtung Türkei, unter anderem nach Istanbul und Antalya, durchgeführt. Damit erhielt der Flughafen eine neue touristische Rolle, die über den reinen Inlandsverkehr hinausging.
  • 1997: Ein neues Flughafengebäude wurde in Betrieb genommen. Dieser Neubau war ein sichtbares Zeichen des Neustarts und gab dem Regionalflughafen eine modernere Abfertigungsstruktur.
  • 1998: Der Linienflugbetrieb erlebte seine Renaissance. Nach Jahren der Umbrüche, Sanierung und Neuordnung wurde Heringsdorf wieder stärker in den zivilen Flugverkehr eingebunden.
Suche nach tragfähigem Linienverkehr und touristischer Neuausrichtung (1999–2007)
  • 1999–2006: Der Flughafen blieb ein kleiner, saisonal geprägter Regionalflughafen. Die touristische Bedeutung Usedoms war groß, doch ein regelmäßiger Linienverkehr ließ sich nur schwer dauerhaft stabilisieren. Wie viele kleinere Regionalflughäfen musste Heringsdorf eine Balance zwischen Infrastrukturkosten, saisonaler Nachfrage und touristischem Nutzen finden.
  • 2007: Hoteliers der Insel und ein kommunales Tourismusmarketing-Unternehmen schlossen sich zusammen, um den Linienflugverkehr nach Usedom aktiv zu unterstützen. Das Modell setzte auf Ticket-Abnahmegarantien beziehungsweise Sitzplatzgarantien, um Fluggesellschaften für Heringsdorf zu gewinnen. Dieser Schritt wurde zu einem wichtigen Wendepunkt, weil der Flughafen dadurch wieder stärker in touristische Verkehrskonzepte eingebunden wurde.
Neue Verbindungen und wachsende internationale Wahrnehmung (2008–2016)
  • 2008: Die damalige OLT flog Heringsdorf in der Sommersaison einmal wöchentlich von mehreren deutschen Zielen an. Zum Einsatz kamen Saab 340 und Saab 2000. Damit wurde der Flughafen wieder sichtbarer im deutschen Regionalflugverkehr.
  • 2009: OLT weitete das Angebot aus. In der Sommersaison gab es samstags Verbindungen nach Bremen, Köln/Bonn, Dortmund, Frankfurt am Main, Zürich und München sowie sonntags nach Düsseldorf. Damit erreichte der Flughafen eine für seine Größe beachtliche Zahl an saisonalen Linienzielen.
  • 01. Mai 2010: Air Berlin nahm neue Verbindungen nach Dortmund, Düsseldorf und Stuttgart auf. Die Flüge wurden für Air Berlin durch LGW mit De Havilland DHC-8-400 durchgeführt. Eine geplante Verbindung nach Nürnberg kam wegen zu geringer Nachfrage nicht zustande.
  • 2011: Für Garz wird eine Jahreszahl von 33.291 Fluggästen genannt. Das zeigt, dass der Flughafen in dieser Phase eine feste Rolle im touristischen Verkehr der Insel hatte, auch wenn er weiterhin stark saisonabhängig blieb.
  • 2012: Helvetic Airways flog erstmals Ziele in der Schweiz an, darunter Bern und Zürich. Gleichzeitig kamen mit Eurolot Verbindungen nach Polen hinzu, unter anderem nach Warschau und Krakau. Dadurch gewann Heringsdorf eine stärkere internationale Ausrichtung.
  • 2013: Eurolot erweiterte das Angebot und flog zusätzlich auch Dortmund und Köln/Bonn an. Diese Phase zeigte, dass der Flughafen nicht nur als Ziel für deutsche Urlauber funktionierte, sondern auch als Verbindungspunkt zwischen Usedom, der Schweiz und Polen.
  • 2014: Germanwings flog erstmals anstelle von Air Berlin die Insel an. Bedient wurden die Strecken unter anderem mit Bombardier CRJ900, betrieben durch Eurowings, sowie mit Airbus A319. Zusätzlich gab es vereinzelt Charterflüge mit Austrian Airlines nach Linz, durchgeführt mit DHC-8-400.
  • 2015: Der Flughafen zählte 27.547 Fluggäste, davon 18.215 im Linienflug. Im Vergleich zu 2014 mit rund 45.000 Fluggästen war das ein deutlicher Rückgang. Als wichtiger Grund wurde der Rückzug der polnischen Airline Eurolot im November 2014 genannt.
  • 2016: Der Flughafen startete früher als in den Vorjahren in die Saison. Eurowings brachte Passagiere aus Düsseldorf auf die Insel, Air Baltic flog Reisende aus Frankfurt am Main nach Heringsdorf. Außerdem gehörte SkyWork Airlines mit Verbindungen aus der Schweiz zum Angebot.
Modernisierung, Krisenjahre und Erholung des Saisonverkehrs (2017–2023)
  • 2017–2019: Der Flughafen blieb ein saisonaler Regionalairport mit touristischer Ausrichtung. Die kurzen Wege, die Lage auf Usedom und die Verbindung zu deutschen sowie internationalen Quellmärkten prägten den Betrieb. Heringsdorf war kein großer Linienflughafen, sondern ein Spezialist für Urlaubsverkehr, Charter, Geschäftsreiseverkehr und allgemeine Luftfahrt.
  • 07. Juli 2019: Der Flughafen feierte 100 Jahre Passagierflug auf Usedom mit einem Tag der offenen Tür. Historische Flugzeuge, Rundflüge und Einblicke hinter die Kulissen erinnerten an die lange Entwicklung seit dem ersten Passagierflug im Juli 1919.
  • 2019: Vor der Corona-Krise nutzten 20.798 Passagiere den Flughafen. Diese Zahl zeigt, dass Heringsdorf weiterhin ein kleiner, aber touristisch wichtiger Regionalflughafen blieb.
  • 2020: Die Corona-Pandemie traf den Flughafen deutlich. Die Zahl der Passagiere sank auf 5.481. Für einen saisonal geprägten Airport wie Heringsdorf war der Einbruch besonders spürbar, weil Reisebeschränkungen und Unsicherheit den touristischen Verkehr massiv belasteten.
  • 2021–2023: Der Flughafen erholte sich schrittweise. Der Verkehr blieb überschaubar, aber die Nachfrage nach direkten Urlaubsverbindungen nach Usedom kehrte zurück. Besonders der Samstag entwickelte sich als wichtiger Verkehrstag, weil viele touristische An- und Abreisen auf diesen Wochentag fielen.
Stabilisierung und aktueller Linienverkehr (2024–2026)
  • 2024: Heringsdorf blieb als Verkehrsflughafen klassifiziert und wurde weiter für saisonale Linienflüge, Charterflüge, Geschäftsreiseverkehr und allgemeine Luftfahrt genutzt. Der Flughafen liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Garz und Zirchow und bedient vor allem die Insel Usedom sowie die angrenzende deutsch-polnische Region.
  • 2025: Der Flughafen Heringsdorf registrierte 23.156 Passagiere. Das bedeutete ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 21.689 Fluggästen. Besonders stark war die internationale Verbindung nach Luxemburg mit einer Auslastung von 84 Prozent. Insgesamt lag die durchschnittliche Auslastung der Linienflüge bei rund 80 Prozent.
  • 02. Mai 2026: Die Linienflugsaison 2026 begann. Für die Saison wurden fünf Linienverbindungen genannt, die jeweils samstags durchgeführt werden sollten. Dazu gehörten Kassel, Friedrichshafen, Luxemburg, Frankfurt am Main und Zürich.
  • 2026: Der Flughafen Heringsdorf präsentiert sich als moderner Regionalflughafen mit 2.305 Meter langer Asphaltbahn, Instrumentenanflug und modernen Navigationssystemen. Der Airport bleibt stark saisonal geprägt, hat aber durch seine Lage auf Usedom, die Nähe zur polnischen Grenze und die direkte touristische Funktion eine besondere Stellung unter den kleineren deutschen Verkehrsflughäfen.

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