Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026 von Charles David Fennell

HAMBURG FINKENWERDER

Flugplatz Finkenwerder (Sonderlandeplatz)

Der Flugplatz Hamburg-Finkenwerder (EDHI/XFW) ist einer dieser Orte, an denen Luftfahrtgeschichte nicht nur erzählt, sondern bis heute gebaut wird. Direkt an der Elbe gelegen, entwickelte sich Finkenwerder von einem traditionsreichen Flugzeugbau-Standort der Hamburger Flugzeugindustrie zu einem der wichtigsten Airbus-Werksflugplätze Europas. Hier entstanden und entstehen keine gewöhnlichen Kapitel der Luftfahrt, sondern Meilensteine: vom Hamburger Flugzeugbau über MBB und DASA bis hin zum heutigen Airbus-Standort mit A320-Familie, A321XLR, Beluga-Verkehr und internationaler Auslieferungslogistik.

Anders als klassische Verkehrsflughäfen war Hamburg-Finkenwerder nie als öffentlicher Airport für den Linienverkehr gedacht. Seine Bedeutung liegt in der Produktion, Erprobung, Ausrüstung und Auslieferung moderner Verkehrsflugzeuge. Genau das macht diesen Platz so besonders: Finkenwerder ist kein Flughafen im üblichen Sinne, sondern ein lebendiges Stück Industriegeschichte, das eng mit der Entwicklung der europäischen Luftfahrt verbunden ist.

Wer die Geschichte von Hamburg-Finkenwerder betrachtet, blickt auf fast ein Jahrhundert technischer Entwicklung, politischer Veränderungen, großer Flugzeugprogramme und industrieller Entscheidungen. Vom frühen Blohm-&-Voss-Flugzeugbau über die erste eigene Start- und Landebahn bis zur heutigen Rolle als Airbus-Schlüsselstandort zeigt dieser Flugplatz eindrucksvoll, wie stark Hamburg mit der zivilen Luftfahrt verbunden ist.

Kreetslag 10
D-21129 Hamburg

IATA: XFW
ICAO: EDHI

RUNWAY:
05/23 (3183x45m) Asphalt


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Hamburg Airport Helmut Schmidt


GESCHICHTE

Die Wurzeln des Flugzeugbaus auf Finkenwerder (1933–1937)
  • 1933 wurde in Hamburg-Finkenwerder die Hamburger Flugzeugbau GmbH, kurz HFB, als Tochterunternehmen von Blohm & Voss gegründet. Der Standort an der Elbe war kein Zufall: Blohm & Voss kam aus dem Schiffbau, verfügte über Erfahrung mit großen Metallkonstruktionen und sah im Bau moderner Flugzeuge, besonders im Bereich der See- und Langstreckenluftfahrt, ein neues industrielles Zukunftsfeld. Finkenwerder entwickelte sich damit früh zu einem Ort, an dem Schiffbauwissen und Flugzeugbau zusammenliefen. Ein eigentlicher Flugplatz im heutigen Sinn stand zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht im Mittelpunkt. Die Produktion war zunächst stark auf Wasserflugzeuge ausgerichtet, während für Landflugzeuge andere Flächen genutzt wurden.
  • 1937 wurde die Hamburger Flugzeugbau GmbH organisatorisch enger in Blohm & Voss eingebunden. Aus der Tochtergesellschaft wurde eine Flugzeugbauabteilung innerhalb des Werftkonzerns. Diese Umstrukturierung zeigte, dass der Flugzeugbau in Hamburg nicht mehr nur ein Nebenprojekt war, sondern zu einem festen industriellen Standbein werden sollte. Finkenwerder wurde damit Schritt für Schritt zu einem wichtigen Produktionsstandort der Hamburger Luftfahrtindustrie.
Ausbau unter Kriegsbedingungen und Zerstörung (1939–1945)
  • 1939 gewann Finkenwerder als Flugzeugbau- und Werksstandort weiter an Bedeutung. Die Anlagen wurden in den Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs ausgebaut, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf der industriellen Fertigung lag. In dieser Phase war Finkenwerder vor allem mit Blohm-&-Voss- und HFB-Flugzeugprojekten verbunden, darunter auch Seeflugzeugentwicklungen. Der heutige Flugplatz Hamburg-Finkenwerder ist deshalb nicht aus einem klassischen Verkehrsflughafen heraus entstanden, sondern aus einem Werkstandort des Flugzeugbaus.
  • 1945 lagen große Teile der Anlagen nach Kriegsende schwer beschädigt oder demontiert zurück. Die britische Besatzungsmacht ließ wesentliche Bereiche der früheren Flugzeugbau-Infrastruktur abbauen oder zerstören. Für Finkenwerder bedeutete das zunächst einen tiefen Bruch: Die vorhandenen industriellen Strukturen waren stark geschwächt, und ein geregelter Flugzeugbau war in den unmittelbaren Nachkriegsjahren nicht mehr möglich.
Der Neubeginn des Flugzeugbaus und die erste Start- und Landebahn (1954–1956)
  • 1954 begann der Neustart des Flugzeugbaus in Finkenwerder. Unter Walther Blohm wurde die Flugzeugbau Nord GmbH gegründet, und HFB war wieder an luftfahrttechnischen Projekten beteiligt. Ein wichtiger Auftrag war die Lizenzfertigung der Nord Noratlas als deutsch-französisches Projekt für die Bundeswehr. Damit erhielt Finkenwerder wieder eine klare industrielle Aufgabe im Flugzeugbau. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein moderner Werksstandort eine eigene Start- und Landebahn brauchte, um Flugzeuge nicht nur zu bauen, sondern auch zu erproben und auszuliefern.
  • 1956 entstand in Finkenwerder die erste Start- und Landebahn des Werkes. Sie wurde von HFB selbst errichtet, nachdem es keine ausreichende öffentliche Förderung durch die Stadt Hamburg gab. Damit wurde aus dem reinen Flugzeugbaugelände ein echter Werksflugplatz. Diese Bahn war der entscheidende Schritt, der Hamburg-Finkenwerder langfristig zu einem der wichtigsten industriellen Luftfahrtstandorte Deutschlands machte. Der Flugplatz diente von Beginn an nicht dem öffentlichen Linienverkehr, sondern dem Werkverkehr, der Flugerprobung, Überführungsflügen und der Produktion.
Transall, Hansa Jet und die technische Reife des Werksflugplatzes (1960–1967)
  • 19. Februar 1964 startete der dritte Prototyp der Transall C-160 von Hamburg-Finkenwerder zu seinem Erstflug. Die Transall war ein deutsch-französisches Transportflugzeugprojekt und passte gut zur Rolle Finkenwerders als industrieller Produktions- und Erprobungsstandort. Der Erstflug dieses Prototyps zeigte, dass der Werkflugplatz inzwischen nicht mehr nur eine einfache Betriebsfläche war, sondern eine wichtige Funktion innerhalb großer europäischer Flugzeugprogramme erfüllte.
  • 21. April 1964 folgte ein weiterer wichtiger Meilenstein: Der HFB 320 Hansa Jet absolvierte seinen Erstflug. Dieses zweistrahlige Geschäftsreiseflugzeug war eine Eigenentwicklung von Hamburger Flugzeugbau und wurde besonders durch seine nach vorn gepfeilten Tragflächen bekannt. Der Hansa Jet blieb zwar wirtschaftlich ein kleines Programm, aber technisch war er für Finkenwerder bedeutend. Er zeigte, dass am Standort nicht nur Lizenzbau und Zulieferung möglich waren, sondern auch eigene moderne Flugzeugentwicklungen.
  • 31. Mai 1967 kam es zu einem der bekanntesten Zwischenfälle in der Geschichte des Flugplatzes. Eine Convair CV-990 der spanischen Fluggesellschaft Spantax, eigentlich auf dem Weg zum Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel, landete irrtümlich auf der damals deutlich kürzeren Bahn in Finkenwerder. Die Maschine konnte gerade noch vor dem Bahnende zum Stehen gebracht werden. Der Vorfall machte deutlich, wie nah Finkenwerder optisch und geografisch am Hamburger Luftraum lag, obwohl der Flugplatz eine völlig andere Aufgabe hatte als der Verkehrsflughafen Fuhlsbüttel.
Vom Hamburger Flugzeugbau zu MBB und zur deutschen Airbus-Beteiligung (1968–1989)
  • 1968 wurde die Hamburger Flugzeugbau GmbH mit Messerschmitt und Bölkow zur Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, kurz MBB, zusammengeschlossen. Für Finkenwerder bedeutete diese Fusion den Übergang von einem regional geprägten Flugzeugbauer zu einem größeren deutschen Luftfahrtkonzern. Der Standort blieb wichtig, wurde aber nun stärker in überregionale und internationale Entwicklungs- und Produktionsstrukturen eingebunden.
  • 1969 wurde die Verbindung zwischen Finkenwerder und dem späteren Airbus-System immer konkreter. Die deutsche Luftfahrtindustrie war inzwischen Teil der europäischen Airbus-Entwicklung, und Hamburg sollte in den folgenden Jahrzehnten eine immer größere Rolle innerhalb dieses Verbunds übernehmen. Während andere Standorte Endmontage, Flügelbau oder Systemintegration übernahmen, entwickelte sich Finkenwerder zunehmend zu einem Zentrum für Rumpfsektionen, Kabinenausstattung, Auslieferung und später auch Endmontage bestimmter Airbus-Familien.
  • 1989 ging MBB in der Deutschen Aerospace AG, kurz DASA, auf. Auch dieser Schritt war für Finkenwerder wichtig, denn der Standort wurde dadurch Teil einer noch größeren deutschen Luft- und Raumfahrtstruktur. Die Bahn und das Werk blieben eng miteinander verbunden: Hamburg-Finkenwerder war kein Flughafen für die Öffentlichkeit, sondern ein industrieller Flugplatz, dessen Bedeutung direkt mit den Programmen und Produktionsaufgaben des Flugzeugbaus wuchs.
Der Airbus-Standort wächst und die A320-Familie prägt Finkenwerder (1987–1995)
  • 22. Februar 1987 absolvierte der Airbus A320 seinen Erstflug. Für Hamburg-Finkenwerder wurde dieses Programm zu einem Wendepunkt. Die A320-Familie entwickelte sich später zu einem der erfolgreichsten zivilen Flugzeugprogramme der Welt, und Hamburg wurde einer der wichtigsten Produktionsorte innerhalb dieses Programms. Finkenwerder war nun nicht mehr nur ein traditionsreicher Werksflugplatz, sondern ein zentraler Bestandteil der europäischen Airbus-Fertigung.
  • 11. März 1993 startete der Airbus A321 erstmals. Dieser Erstflug ist für Finkenwerder besonders bedeutsam, weil der A321 als verlängerte Version der A320-Familie stark mit Hamburg verbunden wurde. Mit der A321-Produktion gewann der Standort weiter an Gewicht, da Hamburg zunehmend als Ort für Endmontage, Innenausstattung, Tests und Auslieferung innerhalb der Single-Aisle-Familie genutzt wurde.
  • 25. August 1995 folgte der Erstflug des Airbus A319. Auch dieses Muster gehörte zur A320-Familie und verstärkte die Rolle Hamburgs als wichtiger Airbus-Standort. Der Flugplatz Finkenwerder wurde dadurch immer stärker in einen industriellen Ablauf eingebunden, bei dem fertige oder fast fertige Flugzeuge über die eigene Bahn bewegt, getestet und ausgeliefert werden konnten.
Die Eingliederung in EADS und der Weg zum großen Airbus-Werksflugplatz (2000–2005)
  • 2000 wurde der frühere Hamburger Flugzeugbau endgültig Teil des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, aus dem später Airbus als heutige Konzernstruktur hervorging. Für Finkenwerder bedeutete das eine neue Dimension. Der Standort war nun nicht mehr nur ein deutscher Fertigungsplatz, sondern ein Kernelement eines europäischen Produktionssystems mit Werken in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und weiteren Ländern.
  • 15. Januar 2002 absolvierte der Airbus A318 seinen Erstflug. Auch dieser Typ gehörte zur A320-Familie und unterstrich die Bedeutung Hamburgs innerhalb des Programms. Finkenwerder wurde in dieser Zeit immer stärker mit der Endmontage und Auslieferung kleinerer Airbus-Typen verbunden. Die Start- und Landebahn war dafür ein wesentliches Werkzeug, denn sie machte den Standort unabhängig von externen Flughäfen.
  • 27. April 2005 hob der Airbus A380 erstmals ab, allerdings nicht in Hamburg, sondern in Toulouse. Trotzdem war der A380 für Hamburg-Finkenwerder ein entscheidendes Programm. Finkenwerder übernahm Aufgaben wie Rumpfsektionen, Kabinenausstattung, Lackierung und Auslieferung. Damit rückte der Werksflugplatz endgültig in die Liga der großen industriellen Airbus-Standorte auf.
Ausbau im Mühlenberger Loch und Verlängerung der Start- und Landebahn (2001–2007)
  • Februar 2001 begann im Zusammenhang mit dem A380-Programm eine der größten industriellen Erweiterungen in der Geschichte Hamburgs. Für die Airbus-Erweiterung in Finkenwerder wurde im Bereich des Mühlenberger Lochs Land gewonnen, das Werksgelände vergrößert und die Infrastruktur des Flugplatzes angepasst. Die Erweiterung war politisch und gesellschaftlich umstritten, weil sie Eingriffe in ein ökologisch sensibles Gebiet bedeutete. Gleichzeitig war sie aus Sicht der Industrie ein zentraler Baustein, um Hamburg als A380-Standort zu sichern.
  • 19. April 2006 erfolgte nach langen juristischen Auseinandersetzungen der erste Spatenstich für die weitere Startbahnverlängerung. Die Bahn sollte für die damalige Planung der A380-Frachtversion und für die wachsenden Produktionsabläufe angepasst werden. Dabei wurde die Start- und Landebahn von 2.684 Metern auf 3.183 Meter verlängert. Der Ausbau war technisch anspruchsvoll, weil er mit der Landgewinnung und der Erweiterung des Werksgeländes im Mühlenberger Loch zusammenhing.
  • 16. Juli 2007 wurde die verlängerte Start- und Landebahn nach Abschluss der Bauarbeiten an Airbus übergeben. Damit erhielt Hamburg-Finkenwerder eine Bahn, die den Anforderungen großer Airbus-Programme deutlich besser entsprach. Die Verlängerung machte den Werksflugplatz leistungsfähiger und gab dem Standort mehr Flexibilität für Großraumflugzeuge, Werkflüge, Testflüge und Auslieferungen.
A380-Auslieferungen, Beluga-Verkehr und globale Airbus-Logistik (2007–2016)
  • 2007 begann die Phase, in der der Airbus A380 regelmäßig eine sichtbare Rolle in Finkenwerder spielte. Flugzeuge dieses Typs kamen für Innenausbau, Lackierung, Abnahme und Auslieferung nach Hamburg. Damit wurde der Werksflugplatz zu einem festen Teil der A380-Produktionskette, auch wenn die Endmontage des Musters in Toulouse stattfand. Finkenwerder war in dieser Zeit eng mit dem Bild großer Airbus-Flugzeuge auf Hamburger Boden verbunden.
  • ab 2007 wurde auch die Rolle der Beluga-Transportflugzeuge immer bedeutender. Die Airbus Beluga und später die BelugaXL verbanden Finkenwerder mit anderen Airbus-Standorten und transportierten große Sektionen und Baugruppen. Der Flugplatz war damit nicht nur Start- und Landepunkt für fertige Flugzeuge, sondern auch ein Knoten innerhalb der europäischen Airbus-Logistik. Besonders für die A320-Familie, A330 und A350 war dieser Werkverkehr ein wichtiger Bestandteil der Produktionsabläufe.
  • 2016 wurde in Hamburg das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung, kurz ZAL, eröffnet. Auch wenn das ZAL nicht direkt auf dem Flugplatzgelände liegt, stärkte es den Luftfahrtstandort Hamburg insgesamt. Für Finkenwerder bedeutete diese Entwicklung, dass Produktion, Forschung, Kabinenentwicklung und industrielle Anwendung im Hamburger Luftfahrtcluster noch enger zusammenrückten.
Digitalisierung, vierte A320-Linie und neue Produktionsstrukturen (2018–2021)
  • 14. Juni 2018 eröffnete Airbus in Hamburg die vierte Produktionslinie für die A320-Familie. Diese Linie setzte stärker auf digitale Technologien, flexible Abläufe und moderne industrielle Standards. Für den Flugplatz Hamburg-Finkenwerder war dieser Schritt bedeutsam, weil die steigende Produktion auch mehr Werkbewegungen, mehr Auslieferungen und eine noch engere Verzahnung von Fertigung und Flugplatzbetrieb mit sich brachte.
  • 1. Oktober 2019 nahm Airbus in Hamburg eine hochautomatisierte Strukturmontagelinie für Rumpfsektionen der A320-Familie in Betrieb. Mit Robotern, digitaler Datenerfassung und neuen Logistikprozessen wurde die Produktion weiter modernisiert. Finkenwerder entwickelte sich damit nicht nur flächenmäßig, sondern auch technologisch weiter. Der Standort wurde zunehmend zu einem Beispiel dafür, wie moderne Flugzeugproduktion mit digitalisierten Fertigungs- und Logistikprozessen verbunden wird.
  • 4. November 2019 begann Volotea mit dem Airbus-Werksshuttle zwischen Hamburg-Finkenwerder und Toulouse. Dieser Verkehr ersetzte frühere Betreiber und unterstrich die besondere Rolle des Flugplatzes: Finkenwerder war weiterhin kein öffentlicher Linienflughafen, aber ein betriebswichtiger Standort für den internen Airbus-Verkehr zwischen den europäischen Werken.
  • Februar 2021 bereitete Airbus in Hamburg die spezielle Produktionsstruktur für den A321XLR vor. Für den hinteren Rumpfbereich mit dem neuen Tankkonzept entstand eine eigene Linie, die bewusst von der laufenden A320-Produktion getrennt wurde. Damit konnte Airbus die neue Variante vorbereiten, ohne die bestehende Serienproduktion zu stark zu stören. Finkenwerder wurde damit wieder zu einem wichtigen Ort für die Einführung einer neuen Airbus-Variante.
A321XLR, Umwidmung früherer A380-Flächen und heutige Rolle (2022–2026)
  • 15. Juni 2022 startete der erste Airbus A321XLR von Hamburg-Finkenwerder zu seinem Erstflug. Die Maschine mit der Herstellernummer MSN 11000 hob um 11:05 Uhr Ortszeit ab und absolvierte einen mehrstündigen Testflug. Dieser Erstflug war ein moderner Meilenstein für den Flugplatz, weil er zeigte, dass Finkenwerder nicht nur Produktions- und Auslieferungsstandort ist, sondern weiterhin ein Ort, an dem wichtige neue Airbus-Versionen ihren Weg in die Flugerprobung beginnen.
  • 2023 wurden frühere A380-Flächen in Hamburg verstärkt für neue Aufgaben innerhalb der A321XLR-Produktion genutzt. Nach dem Ende des A380-Programms wandelte Airbus Teile der vorhandenen Infrastruktur um, statt sie ungenutzt zu lassen. Damit zeigt sich eine besondere Stärke des Standortes: Finkenwerder konnte sich immer wieder an neue Programme anpassen, vom HFB 320 über die Transall, die A320-Familie, den A380 bis hin zum A321XLR.
  • 2024 erhielt der A321XLR mit CFM-LEAP-1A-Triebwerken die EASA-Zulassung. Für Finkenwerder war das ein weiterer Schritt in der erfolgreichen Einführung des Programms, dessen Flugerprobung sichtbar mit dem Standort verbunden war. Gleichzeitig blieb Hamburg einer der wichtigsten Airbus-Orte für die A320-Familie, mit mehreren Endmontagelinien und stark ausgebauter Struktur-, Kabinen- und Auslieferungskompetenz.
  • 2026 ist Hamburg-Finkenwerder ein privater Airbus-Werksflugplatz mit dem IATA-Code XFW und dem ICAO-Code EDHI. Die Start- und Landebahn 05/23 ist heute rund 3.183 Meter lang und dient dem industriellen Flugbetrieb des Airbus-Werks. Der Flugplatz ist kein klassischer Verkehrsflughafen für die Öffentlichkeit, sondern ein hochspezialisierter Produktions-, Test-, Liefer- und Werkverkehrsstandort. Genau diese besondere Rolle macht Hamburg-Finkenwerder historisch so interessant: Aus einem Flugzeugbaugelände an der Elbe wurde über Jahrzehnte einer der wichtigsten zivilen Flugzeugbaustandorte Europas.

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