Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

PADERBORN / LIPPSTADT
Paderborn Lippstadt Airport
Der Paderborn Lippstadt Airport (PAD / EDLP) ist ein regionaler Flughafen in Nordrhein-Westfalen. Er liegt zwischen Paderborn, Lippstadt und Büren und bedient vor allem die Region Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen.
Für Spotter ist der Flughafen interessant, weil hier neben Ferienflügen auch Geschäftsreiseflugzeuge, Trainingsflüge und gelegentliche Sonderbewegungen zu sehen sind. Der Verkehr ist nicht so dicht wie an großen Flughäfen, dafür ist die Atmosphäre ruhiger und übersichtlicher.
Der Flughafen wurde in den 1970er-Jahren eröffnet und entwickelte sich zu einem wichtigen Verkehrsflughafen für die Region. Besonders bekannt ist Paderborn Lippstadt Airport durch seine Urlaubsverbindungen in den Mittelmeerraum und zu beliebten Ferienzielen.
Für Spotter bietet der Platz eine gute Mischung aus Linienverkehr, Charterflügen, General Aviation und Trainingsbetrieb. Wer einen ruhigen Flughafen mit regionalem Charakter sucht, findet hier einen interessanten Spotterplatz abseits der großen Drehkreuze.
Flughafenstraße 33
D-33142 Büren
IATA: PAD
ICAO: EDLP
RUNWAY:
05/23 (2180x45m) Aspalt
GESCHICHTE
Von der regionalen Flughafenidee zum eigenen Verkehrslandeplatz (1966–1971)
- 1966: In Ostwestfalen und im südöstlichen Westfalen entstanden erste konkrete Überlegungen, einen eigenen Regionalflugplatz zu schaffen. Die wirtschaftlich wachsende Region lag vergleichsweise weit von den großen Verkehrsflughäfen Düsseldorf, Hannover und Frankfurt entfernt. Vor allem aus der regionalen Wirtschaft kam deshalb der Wunsch nach einer besseren Anbindung an den innerdeutschen und später auch internationalen Luftverkehr.
- 13. Oktober 1969: Die Kreise Brilon, Büren, Höxter, Lippstadt, Paderborn und Warburg gründeten die Regionalflughafen Südost-Westfalen GmbH. Damit erhielt das Flughafenprojekt erstmals eine eigene Trägergesellschaft. Ziel war ein Flugplatz, der sowohl dem wachsenden Geschäftsreiseverkehr als auch größeren Verkehrsflugzeugen zur Verfügung stehen sollte. Als Standort setzte sich ein Gelände bei Ahden im damaligen Kreis Büren durch.
- 1969–1970: Nach Gründung der Flughafengesellschaft begannen Grundstückskäufe, Planungen und das erforderliche Genehmigungsverfahren. Das Projekt war von Beginn an auf einen stufenweisen Ausbau ausgelegt. Zunächst sollte eine vergleichsweise einfache Anlage entstehen, die später entsprechend dem Verkehrsaufkommen erweitert werden konnte.
- 1971: Innerhalb weniger Monate entstand die erste betriebsfähige Flugplatzanlage. Die zunächst nutzbare Start- und Landebahn hatte eine Länge von rund 1.150 Metern und war vor allem für kleinere Geschäfts- und Regionalflugzeuge geeignet.
- 22. Juli 1971: Die Genehmigung zur Inbetriebnahme des Verkehrslandeplatzes Paderborn/Ahden wurde erteilt. Damit waren die rechtlichen Voraussetzungen für den regulären Flugbetrieb geschaffen.
- 10. September 1971: Der eigentliche Flugbetrieb begann. An diesem Tag startete das erste Flugzeug vom neuen Platz. Staatssekretär Ernst Günter Golz aus dem Bundesverkehrsministerium nahm an der Eröffnungsveranstaltung teil. Dieser Tag gilt heute als Beginn des Flugbetriebs am späteren Paderborn-Lippstadt Airport.
- Oktober 1971: Wenige Wochen nach Aufnahme des Flugbetriebs wurde die Anlage auch offiziell und feierlich eröffnet. Damit verfügte die Region erstmals über einen eigenen Verkehrslandeplatz, der nun schrittweise weiterentwickelt werden konnte.
Aufbau des Linienverkehrs und erste Wachstumsphase (1972–1982)
- 1972: Mit der Errichtung der ersten Flugzeughalle begann der Ausbau der technischen Infrastruktur. Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt noch weit von einem heutigen Verkehrsflughafen entfernt, entwickelte sich aber zunehmend zu einem festen Bestandteil der regionalen Verkehrsinfrastruktur.
- 1975: Ein neues Betriebsgebäude wurde fertiggestellt. Gleichzeitig bereitete die Flughafengesellschaft den Einstieg in den regelmäßigen Linienverkehr vor.
- 1. September 1975: Die Deutsche Luftverkehrsgesellschaft DLT nahm die Linienverbindung Paderborn–Frankfurt auf. Zunächst wurden zwei tägliche Verbindungen angeboten. Über das Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt erhielt die Region damit erstmals eine regelmäßige Anbindung an das nationale und internationale Linienflugnetz.
- 1976–1978: Der Linien- und Geschäftsreiseverkehr entwickelte sich zunehmend positiv. Die Verbindung nach Frankfurt erwies sich besonders für Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen als wichtig.
- 1978: Rund 26.800 Passagiere wurden gezählt. Für den noch jungen Regionalflugplatz war dies ein deutliches Signal, dass die Nachfrage nach einer eigenen Luftverkehrsanbindung vorhanden war.
- 1979: Mit der Flugbetriebsgesellschaft Paderborn/Lippstadt mbH entstand eine weitere Gesellschaft für die organisatorische und operative Entwicklung des Luftverkehrs am Standort.
- 1981: Eine Linienverbindung nach München kam hinzu. Damit erhielt der Flugplatz neben Frankfurt eine zweite wichtige innerdeutsche Verbindung. Im selben Jahr überschritt das Passagieraufkommen bereits die Marke von 70.500 Fluggästen.
- 1982: Das gestiegene Verkehrsaufkommen machte deutlich, dass die bestehende Infrastruktur langfristig nicht ausreichen würde. Planungen für eine wesentlich größere Start- und Landebahn mit zunächst 1.760 Metern Länge und 30 Metern Breite wurden konkretisiert.
Vom Verkehrslandeplatz zum Verkehrsflughafen (1983–1989)
- 1983: Die zweite große Ausbauphase begann. Neben der neuen Start- und Landebahn entstanden beziehungsweise erweiterten sich Vorfeldflächen und weitere betriebliche Einrichtungen. Damit sollte der Platz erstmals dauerhaft für größere Verkehrsflugzeuge geeignet werden.
- 1984: Die neue 1.760 Meter lange und 30 Meter breite Start- und Landebahn wurde fertiggestellt. Gleichzeitig erhielt Paderborn/Lippstadt offiziell den Status eines Verkehrsflughafens. Dieser Schritt war entscheidend für die weitere Entwicklung, weil nun größere Flugzeugtypen und ein umfangreicherer Linien- und Charterverkehr möglich wurden.
- 1984: Neben Frankfurt und München entwickelte sich auch Stuttgart zu einem wichtigen innerdeutschen Ziel. Der Flughafen begann sich damit von einem kleinen regionalen Verkehrslandeplatz zu einem regulären Bestandteil des westdeutschen Luftverkehrsnetzes zu entwickeln.
- 1985: Berlin kam als weiteres Linienziel hinzu. Die Zahl der regelmäßigen innerdeutschen Verbindungen nahm damit weiter zu.
- 1986: Ein wichtiger technischer Schritt folgte mit der Einführung eines Instrumentenlandesystems (ILS) und der Einrichtung eines kontrollierten Luftraums mit entsprechender Flugsicherung. Dadurch konnten Anflüge wesentlich zuverlässiger auch bei ungünstigen Wetterbedingungen durchgeführt werden.
- 1988: Die Start- und Landebahn wurde auf 2.180 Meter verlängert. Damit war die Grundlage geschaffen, auch größere Mittelstreckenflugzeuge mit für Urlaubsflüge ausreichenden Reichweiten wirtschaftlich einzusetzen.
- 1988: Gleichzeitig begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Flughafens: Erste touristische Charterverbindungen führten unter anderem nach Mallorca und Gran Canaria. Damit gewann der Ferienflugverkehr erstmals größere Bedeutung.
- 1988–1989: Weitere Hallen, Abstellflächen und Parkmöglichkeiten wurden geschaffen. Der Flughafen bereitete sich damit auf ein deutlich höheres Passagier- und Flugaufkommen vor.
- 1989: Mit einer Verbindung nach London wurde auch der internationale Linienverkehr weiter ausgebaut.
Wiedervereinigung, Terminalausbau und Internationalisierung (1990–1999)
- 1990: Nach der deutschen Wiedervereinigung entstanden neue Verkehrsverbindungen in die östlichen Bundesländer. Unter anderem wurden Leipzig und Dresden in das Streckennetz aufgenommen.
- 1990: Gleichzeitig wurde ein Architektenwettbewerb für ein neues Passagierabfertigungsgebäude durchgeführt. Das bisherige Terminal konnte mit der dynamischen Verkehrsentwicklung nicht mehr Schritt halten. Bereits im folgenden Jahr begann die Realisierung der neuen Anlagen.
- Oktober 1990: Dr. Friedrich Siebecke übernahm die Geschäftsführung von Dr. Heribert Wesche und begleitete damit eine der wichtigsten Wachstumsphasen des Flughafens.
- 1. Januar 1991: Die bisherige Regionalflughafen Südost-Westfalen GmbH erhielt den Namen Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH. Gleichzeitig wurde der Unternehmenssitz von Paderborn nach Büren-Ahden verlegt. Die Stadt Bielefeld beteiligte sich ebenfalls an der Flughafengesellschaft.
- 1991: Das touristische Angebot wurde deutlich erweitert. Charterflüge in die Türkei kamen hinzu, außerdem wurde erstmals ein Winterflugprogramm zu den Kanarischen Inseln angeboten.
- 1992: Mit zunehmendem Passagieraufkommen wurden weitere Grundstücke erworben und zusätzliche Betriebs-, Winterdienst- und Abstellflächen geschaffen. Gleichzeitig erweiterte sich das touristische Streckennetz, unter anderem in Richtung Nordafrika und Mittelmeerraum.
- 3. Dezember 1993: Das neue Terminal A wurde eröffnet. Die moderne Passagieranlage bedeutete einen deutlichen Qualitätssprung und bildete die Grundlage für die starke Entwicklung des Flughafens in den folgenden Jahren.
- 1993: In dieser Wachstumsphase stationierte auch Air Berlin ein Verkehrsflugzeug dauerhaft in Paderborn/Lippstadt. Der Flughafen entwickelte sich damit zunehmend zu einer Basis für touristische Flugprogramme.
- 1994: Die Start- und Landebahn wurde von ursprünglich 30 auf 45 Meter verbreitert. Ihre nutzbare Länge blieb bei 2.180 Metern. Damit entsprach die Bahn nun besser den Anforderungen größerer Verkehrsflugzeuge.
- 1995: Eine weitere Flugzeughalle sowie zwei charakteristische Rundhallen wurden errichtet. Gleichzeitig erreichte die Flughafengesellschaft erstmals ein positives Jahresergebnis.
- 1996: Das Angebot im Linienverkehr wurde weiter internationalisiert. Eurowings nahm eine Verbindung zum niederländischen Drehkreuz Amsterdam-Schiphol auf. Außerdem entstand das erste größere Parkhaus am Flughafen.
- 1997–1998: Die Passagierabfertigung wurde erneut erweitert. Das Terminal B ergänzte die vorhandenen Kapazitäten und machte den Flughafen für das weiter steigende Passagieraufkommen leistungsfähiger.
- 1998: Ein neuer Tower beziehungsweise eine neue Flugsicherungskanzel wurde in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurden Vorfeld und Abfertigungsanlagen ausgebaut. Lufthansa verstärkte ihr Engagement und bot wieder regelmäßige Verbindungen nach Frankfurt an.
- 1998–1999: Die Kombination aus Linien-, Geschäftsreise- und Ferienflugverkehr führte zu einem starken Wachstum. Paderborn/Lippstadt hatte sich endgültig vom kleinen Regionalflugplatz zu einem mittelgroßen deutschen Verkehrsflughafen entwickelt.
- 1. November 1999: Die zuvor eigenständige Flugbetriebsgesellschaft Paderborn/Lippstadt mbH wurde mit der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH verschmolzen. Dadurch wurden die betrieblichen Strukturen gebündelt.
Kapazitätsausbau und die verkehrsstärksten Jahre (2000–2008)
- 2000: Zu Beginn des neuen Jahrtausends erreichte Paderborn/Lippstadt eine seiner stärksten Verkehrsphasen. Rund 1,36 Millionen Passagiere nutzten den Flughafen. Gleichzeitig wurden annähernd 66.000 Flugbewegungen registriert.
- 2000: Zur Bewältigung des Verkehrs wurden das Vorfeld erweitert und eine zweite Tankanlage mit einem Fassungsvermögen von rund 300.000 Litern errichtet.
- 2001: Ein eigenes Ankunftsterminal sowie ein neuer Pier mit zusätzlichen Warteräumen gingen in Betrieb. Abflug- und Ankunftsbereiche konnten dadurch besser voneinander getrennt und größere Passagiermengen abgefertigt werden.
- 11. Juni 2002: Auf einem Grasstreifen neben der Start- und Landebahn verunglückte ein Hubschrauber. Beide Insassen kamen bei dem Unfall ums Leben. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersuchte das Ereignis.
- 2003: Die technische Infrastruktur wurde weiter ausgebaut. Eine große Wartungshalle entstand, in der zwei Verkehrsflugzeuge der Mittelstreckenklasse gleichzeitig untergebracht werden konnten.
- 2004: Die Terminalbereiche wurden für die inzwischen verschärften Sicherheitsanforderungen umgebaut. Insbesondere die vollständige Kontrolle des aufgegebenen Reisegepäcks erforderte technische und bauliche Anpassungen.
- 2004: Ein zweites Parkhaus mit rund 450 zusätzlichen Stellplätzen wurde eröffnet. Gleichzeitig entstanden weitere Service- und Veranstaltungsangebote am Flughafen.
- 26. Mai 2004: Das UEFA-Champions-League-Finale zwischen dem AS Monaco und dem FC Porto in Gelsenkirchen sorgte für einen außergewöhnlichen Verkehrstag. Paderborn/Lippstadt wurde als Ausweich- und Anreiseflughafen genutzt und fertigte innerhalb kurzer Zeit zahlreiche zusätzliche Verkehrsflugzeuge ab, darunter auch Großraumflugzeuge.
- 2004: Die Lufthansa-Verbindung nach München gewann als Zubringer zum dortigen Drehkreuz weiter an Bedeutung. Für die Region wurde München langfristig zu einer der wichtigsten Linienverbindungen des Flughafens.
- 2005: Mit rund 1,34 Millionen Passagieren erreichte der Flughafen erneut ein sehr hohes Verkehrsniveau. Die erste Hälfte der 2000er-Jahre gehörte damit zu den bislang stärksten Phasen der Flughafengeschichte.
- 2006: Das Airport Hotel Paderborn wurde fertiggestellt. Damit erhielt der Standort erstmals unmittelbar am Terminal eine größere Übernachtungsmöglichkeit.
- 2006: Gleichzeitig begann ein langjähriges Verfahren zur erneuten Verlängerung der Start- und Landebahn. Vorgesehen war eine zusätzliche Verlängerung um 390 Meter, mit der insbesondere die Leistungsfähigkeit bei voll beladenen Flugzeugen und ungünstigen Wetterbedingungen verbessert werden sollte.
- 2007–2008: Nach den sehr starken Jahren zu Beginn des Jahrzehnts begann sich das Marktumfeld zu verändern. Konzentrationsprozesse bei Fluggesellschaften, die zunehmende Bedeutung großer Drehkreuze und der Wettbewerb der umliegenden Flughäfen wirkten sich zunehmend auf Paderborn/Lippstadt aus.
- 2008: Noch wurden rund 1,14 Millionen Passagiere gezählt, doch der deutliche Rückgang gegenüber den Spitzenjahren war bereits erkennbar.
Startbahnprojekt, Modernisierung und zunehmender wirtschaftlicher Druck (2009–2014)
- März 2009: Die Bezirksregierung Münster genehmigte die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn um 390 Meter sowie weitere Maßnahmen am Flughafen. Gegen die Genehmigung wurden jedoch juristische Schritte eingeleitet.
- 2009: Die zusätzliche Bahnfläche wurde zwar baulich hergestellt, sie führte jedoch nicht zu einer entsprechend längeren regulär nutzbaren Start- und Landebahn. Die veröffentlichte Betriebsbahnlänge blieb bei 2.180 Metern. Damit ist die häufig zu findende Darstellung, der Flughafen habe seit 2009 regulär eine 2.570 Meter lange Startbahn, irreführend.
- 2009: Gleichzeitig feierte die Flughafengesellschaft ihr 40-jähriges Bestehen. Mit einem neuen Erscheinungsbild und einer modernisierten Außendarstellung wurde der Name Paderborn-Lippstadt Airport stärker als Marke etabliert.
- 2009: Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Luftverkehrskrise waren inzwischen deutlich sichtbar. Das Passagieraufkommen fiel auf rund 984.000 Fluggäste und damit erstmals seit Jahren wieder unter die Millionengrenze.2010: Das Terminal wurde umfassend modernisiert. Unter anderem entstanden 18 neue Check-in-Schalter. Reisebüros wurden räumlich neu angeordnet, während Sicherheitskontrolle, Gastronomie, Duty-free-Bereich und weitere Passagierangebote erweitert oder modernisiert wurden.
- 2010: Das Verkehrsaufkommen erholte sich kurzfristig wieder auf etwas mehr als 1,03 Millionen Passagiere. Danach setzte sich der langfristige Rückgang jedoch fort.
- Mai 2011: Der neue Quax-Hangar wurde eröffnet. Die rund 1.800 Quadratmeter große Anlage war als gläserner Hangar mit Werkstatt- und Ausstellungsbereichen konzipiert und ergänzte die Infrastruktur des Flughafens um einen öffentlich zugänglichen luftfahrthistorischen Bereich.
- 2012: Das Passagieraufkommen sank auf rund 874.000 Fluggäste. Damit zeigte sich zunehmend, dass sich die Marktstruktur des deutschen Regionalflugverkehrs grundlegend verändert hatte.
- 2012: Im juristischen Verfahren um die Startbahnverlängerung wurde vor dem Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen verhandelt. Im Verlauf des Verfahrens verzichtete der Flughafen auf Teile der ursprünglich vorgesehenen Vorfelderweiterung.
- 2013: Die PAD Airport Services GmbH wurde als hundertprozentige Tochtergesellschaft gegründet. Sie übernahm unter anderem Aufgaben in der Passagierabfertigung und bei Sicherheitsdienstleistungen.
- November 2013: Dr. Marc Cezanne übernahm die Geschäftsführung des Flughafens, nachdem Elmar Kleinert den Standort verlassen hatte und Rolf Horstschäfer die Leitung vorübergehend übernommen hatte.
- 13. Juni 2014: Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen wies die Klage von Anwohnern gegen die genehmigte Startbahnverlängerung ab. Die Genehmigung blieb damit grundsätzlich bestehen. An der regulär veröffentlichten Bahnlänge von 2.180 Metern änderte sich jedoch nichts.
- 2014: Mit einem zweiten Hangar wurde der bereits vorhandene Bereich für historische Luftfahrt erweitert. Gleichzeitig lag das Passagieraufkommen nur noch bei rund 764.000 Fluggästen.
Veränderungen im Airline-Markt und sinkende Passagierzahlen (2015–2019)
- 2015: Mit der Kampagne „Mein Heimathafen“ versuchte der Flughafen, seine regionale Verankerung stärker hervorzuheben und Passagiere aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet zurückzugewinnen.
- Ende 2015: Condor zog sich aus Paderborn/Lippstadt zurück. Für den Airport war dies ein erheblicher Einschnitt, da der Ferienflugverkehr traditionell eine zentrale Rolle gespielt hatte.
- 2016: Das Passagieraufkommen fiel auf rund 703.000 Fluggäste und erreichte damit einen weiteren Tiefpunkt der jüngeren Entwicklung.
- 2017: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen entwickelte sich das Jahr besser. Rund 740.000 Passagiere bedeuteten ein Wachstum von gut fünf Prozent. Dies war bemerkenswert, weil gleichzeitig der Rückzug von Air Berlin und später die Insolvenz von Niki erhebliche Veränderungen im deutschen Ferienflugmarkt verursachten.
- 2018: Mit rund 736.000 Passagieren blieb das Verkehrsaufkommen annähernd stabil. Dennoch wurde immer deutlicher, dass der Flughafen stärker von wenigen Ferienfluggesellschaften und den Lufthansa-Zubringerverbindungen abhängig geworden war.
- 2019: Die Flughafen-Gesellschaft feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Fünf Jahrzehnte nach der Gründung von 1969 hatte sich aus dem kleinen Verkehrslandeplatz eine umfangreiche Flughafenanlage mit Terminal, Parkhäusern, Wartungseinrichtungen und touristischem Flugprogramm entwickelt.
- 2019: Das Passagieraufkommen sank erneut und lag am Jahresende bei etwa 693.500 Fluggästen. Damit ging der Flughafen bereits mit einer angespannten wirtschaftlichen Ausgangslage in das folgende Krisenjahr.
Corona-Pandemie, Insolvenz in Eigenverwaltung und Neustart (2020–2021)
- März 2020: Die Corona-Pandemie brachte den europäischen Luftverkehr innerhalb weniger Wochen nahezu zum Stillstand. Auch Paderborn/Lippstadt verlor einen Großteil seines Linien- und touristischen Verkehrs. Für einen Flughafen mit vergleichsweise hohen Fixkosten hatte dieser Verkehrseinbruch besonders gravierende Folgen.
- 2020: Im gesamten Jahr wurden nur noch rund 92.600 Passagiere abgefertigt. Gegenüber 2019 entsprach dies einem dramatischen Rückgang und verschärfte die bereits zuvor bestehenden wirtschaftlichen Probleme erheblich.
- 22. September 2020: Die Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH beantragte beim Amtsgericht Paderborn die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Ziel war nicht die Stilllegung, sondern eine grundlegende wirtschaftliche Sanierung bei laufendem Flughafenbetrieb.
- 1. Dezember 2020: Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde offiziell eröffnet. Die Geschäftsführung blieb dabei weiterhin für den operativen Betrieb verantwortlich und arbeitete gemeinsam mit den Beteiligten einen Sanierungsplan aus.
- 21. Dezember 2020: Der vorgelegte Insolvenzplan wurde vom Gericht als zulässig eingestuft. Damit war der Weg für die Abstimmung der Gläubiger über die Zukunft des Airports frei.
- 29. Januar 2021: Die Gläubigerversammlung stimmte dem Insolvenzplan einstimmig zu. Dies war der entscheidende Schritt für den Fortbestand des Flughafens.
- 1. Mai 2021: Bereits nach rund sieben Monaten wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben. Der Flughafen bezeichnete sich anschließend als entschuldet und nachhaltig finanziert. Die Beschäftigtenzahl war im Zuge der Restrukturierung von etwa 170 auf rund 64 Mitarbeiter reduziert worden.
- 2021: Auch die Gesellschafterstruktur änderte sich. Der Kreis Paderborn übernahm mit knapp 78 Prozent den mit Abstand größten Anteil. Weitere Beteiligungen hielten unter anderem die Kreise Soest, Hochsauerland und Höxter sowie die Industrie- und Handelskammern. Die Stadt Bielefeld schied aus dem Gesellschafterkreis aus.
- 2021: Trotz der massiven Restrukturierung blieb Paderborn/Lippstadt als Verkehrsflughafen erhalten. Auch die grundsätzliche Möglichkeit eines durchgehenden 24-Stunden-Betriebs blieb bestehen.
- Sommer 2021: Roland Hüser übernahm die Geschäftsführung und damit die Leitung des Flughafens in der entscheidenden Phase des Neustarts nach Insolvenz und Pandemie.
- 2021: Mit lediglich rund 129.000 Passagieren blieb das Verkehrsaufkommen pandemiebedingt noch sehr niedrig. Gleichzeitig begann jedoch die schrittweise Rückkehr touristischer Verbindungen.
Erholung des Verkehrs, Ryanair und der Name Heinz Nixdorf (2022–2024)
- 2022: Mit der weitgehenden Aufhebung der Reisebeschränkungen setzte eine deutliche Erholung ein. Mehr als 500.000 Passagiere nutzten den Flughafen. Damit erreichte Paderborn/Lippstadt innerhalb eines Jahres wieder einen beträchtlichen Teil seines früheren Verkehrsvolumens.
- Ende März 2023: Ryanair nahm den regelmäßigen Flugbetrieb in Paderborn/Lippstadt auf. Neben Palma de Mallorca kamen mit Alicante und Málaga zwei neue spanische Ziele hinzu. Damit gelang es dem Flughafen, einen der größten europäischen Low-Cost-Carrier für den Standort zu gewinnen.
- 2023: Insgesamt wurden rund 723.000 Passagiere gezählt. Die Erholung nach der Pandemie setzte sich damit deutlich fort.
- 19. September 2024: Im Rahmen des 55-jährigen Bestehens erhielt der Flughafen den zusätzlichen Namen „Heinz Nixdorf“. Damit würdigten die Gesellschafter die Bedeutung des 1986 verstorbenen Computerunternehmers und Wirtschaftsvisionärs für die Region Paderborn. Der offizielle Flughafenname blieb weiterhin Paderborn-Lippstadt Airport, ergänzt um den Namenszusatz Heinz Nixdorf.
- 2024: Mit 818.378 Passagieren erzielte der Airport sein bislang bestes Ergebnis seit der Corona-Pandemie. Das Niveau der Spitzenjahre um die Jahrtausendwende wurde zwar nicht wieder erreicht, gegenüber 2020 und 2021 hatte sich der Verkehr jedoch deutlich erholt.
Ende der Lufthansa-Verbindung und Aufbau von Skyhub PAD (2025)
- Frühjahr 2025: Nachdem Lufthansa angekündigt hatte, die seit Jahrzehnten für die Region wichtige Verbindung nach München einzustellen, entwickelte sich aus regionalen Unternehmen und Unterstützern die Initiative Skyhub PAD. Ziel war es, die direkte Anbindung an das Lufthansa-Drehkreuz München mit einem eigenständig finanzierten Modell zu erhalten.
- März 2025: Die Skyhub PAD GmbH & Co. KG wurde gegründet. Zahlreiche Unternehmen und private Investoren aus der Region beteiligten sich an dem Projekt.
- April 2025: Skyhub PAD schloss einen Vertrag mit der dänischen Fluggesellschaft DAT – Danish Air Transport. Vorgesehen war der Einsatz einer ATR 72-600 zwischen Paderborn/Lippstadt und München.
- Ende Mai 2025: Lufthansa stellte ihre eigene Verbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München ein. Damit verlor der Airport zunächst seine letzte direkte klassische Hub-Verbindung.
- 1. September 2025: Skyhub PAD nahm gemeinsam mit DAT die Verbindung nach München auf. An Werktagen und sonntags wurden zeitweise bis zu drei Flüge pro Tag angeboten. Durch ein Interline-Abkommen konnten Umsteigeverbindungen über das Lufthansa-Drehkreuz München genutzt werden.
- September 2025: Bereits im ersten Betriebsmonat nutzten 4.297 Passagiere die neue Verbindung. Für 2026 plante Skyhub PAD ursprünglich mit rund 90.000 Reisenden pro Jahr.
- 2025: Insgesamt fertigte der Paderborn-Lippstadt Airport 711.434 Passagiere ab. Gegenüber den 818.378 Fluggästen des Vorjahres entsprach dies einem Rückgang von rund 13 Prozent. Neben Veränderungen im Angebot verschiedener Airlines wirkte sich insbesondere die Unterbrechung beziehungsweise Neuorganisation der München-Verbindung aus.
Skyhub-Aus, neue Runway-Kennung und aktuelle Entwicklung (2026)
- Frühjahr 2026: Skyhub PAD versuchte, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Neben München wurden zusätzliche Verbindungen nach Lübeck und ins ungarische Pécs vorbereitet beziehungsweise aufgenommen. Gleichzeitig wuchs die Zahl der beteiligten regionalen Gesellschafter deutlich.
- 28. April 2026: Die Zusammenarbeit mit Lufthansa wurde durch ein Codeshare-Abkommen vertieft. Dadurch konnten die von DAT durchgeführten München-Flüge auch direkt über die Vertriebssysteme der Lufthansa gebucht und mit weiteren Lufthansa-Verbindungen kombiniert werden.
- 27. Mai 2026: Nur wenige Wochen später gab Skyhub PAD überraschend bekannt, den Flugbetrieb wieder einstellen zu müssen. Als wesentliche Gründe wurden die hohen Standort- und Betriebskosten in Deutschland sowie die wirtschaftlich nicht ausreichende Entwicklung der Verbindungen genannt.
- 10. Juni 2026: Der Flugbetrieb von Skyhub PAD wurde beendet. Damit verschwanden sowohl die München-Verbindung als auch die von Skyhub betriebenen beziehungsweise geplanten Verbindungen nach Lübeck und Pécs. Das regionale Finanzierungsmodell für eine eigenständig organisierte Drehkreuzanbindung war damit nach weniger als zehn Monaten beendet.
- Juni 2026: Eine äußerlich kleine, für den Flugbetrieb jedoch bedeutende Änderung wurde vorbereitet: Aufgrund der langfristigen Verschiebung des magnetischen Nordpols entsprach die bisherige Bezeichnung der Start- und Landebahn 06/24 nicht mehr ausreichend der tatsächlichen magnetischen Ausrichtung. Deshalb wurde eine Umbenennung erforderlich.
- 2026: Im Rahmen des AIRAC-Zyklus 2607 wurde die seit Jahrzehnten verwendete Runway-Bezeichnung 06/24 in 05/23 geändert. Markierungen, Beschilderungen, Navigationsunterlagen und technische Systeme mussten entsprechend angepasst werden. Die physische Lage der Startbahn änderte sich dadurch selbstverständlich nicht.
- 2026: Die nutzbare Start- und Landebahn des Flughafens ist weiterhin 2.180 Meter lang und 45 Meter breit. Die zusätzliche bauliche Fläche des früheren Verlängerungsprojekts änderte daran keine reguläre veröffentlichte Betriebsbahnlänge.
- 8. Juli 2026: Die Flughafengesellschaft teilte mit, dass Geschäftsführer Roland Hüser den Paderborn-Lippstadt Airport verlassen wird. Gleichzeitig begann die Suche nach einer Nachfolge für die Geschäftsführung. Hüser hatte den Airport während der entscheidenden Phase nach Insolvenz und Corona-Pandemie geführt.
- August 2026: Der Paderborn-Lippstadt Airport besteht weiterhin als regionaler Verkehrsflughafen für Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen. Nach mehr als fünf Jahrzehnten ist seine Geschichte von mehreren deutlich unterschiedlichen Phasen geprägt: dem Aufbau als kleiner Regionalflugplatz, dem schnellen Wachstum zum internationalen Verkehrsflughafen, den starken Jahren mit mehr als einer Million Passagieren, dem späteren Strukturwandel im deutschen Regionalflugverkehr, der existenziellen Krise während der Corona-Pandemie sowie der anschließenden wirtschaftlichen Neuaufstellung. Der gescheiterte Versuch, die München-Anbindung über Skyhub PAD eigenständig zu sichern, zeigt zugleich, wie schwierig es für Regionalflughäfen inzwischen geworden ist, klassische innerdeutsche Drehkreuzverbindungen wirtschaftlich dauerhaft aufrechtzuerhalten.
INFORMATIONEN
SPOTTER SERVICE
PAD IN SOZIALEN MEDIEN
Flight Radar
Static Airframes
n/a


















