Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 13. Juni 2026 von Charles David Fennell

KARLSRUHE / BADEN-BADEN
Baden Air Park – Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden
Der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden (EDSB/FKB) gehört zu den spannendsten Beispielen dafür, wie sich ein ehemaliger Militärflugplatz zu einem modernen zivilen Verkehrsflughafen entwickeln kann. Seine Geschichte beginnt nicht mit Ferienflügen, Low-Cost-Verbindungen oder Urlaubsreisen, sondern mitten im Kalten Krieg. Über Jahrzehnte war der damalige Flugplatz Baden-Söllingen ein wichtiger kanadischer NATO-Stützpunkt in Westdeutschland, geprägt von Sabre, Starfighter, CF-18 Hornet und einer starken militärischen Präsenz in der Region.
Nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte begann in den 1990er Jahren ein tiefgreifender Wandel. Aus der geschlossenen Militärbasis entstand der Baden-Airpark, ein neues Konzept aus Flughafen, Gewerbestandort und regionalem Wirtschaftszentrum. Der erste zivile Charterflug im Jahr 1997 markierte den Beginn einer neuen Ära. Schritt für Schritt entwickelte sich der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden zu einem festen Bestandteil des Luftverkehrs im Südwesten Deutschlands.
Heute steht FKB für eine besondere Mischung aus militärischer Vergangenheit, erfolgreicher Konversion und moderner ziviler Nutzung. Die lange Start- und Landebahn, die großzügigen Flächen und die Lage bei Rheinmünster erinnern noch immer an die ursprüngliche Planung als Militärflugplatz. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung des Flughafens, wie aus einem ehemaligen NATO-Standort ein wichtiger Regionalflughafen für Baden-Württemberg, das Elsass, den Schwarzwald und die gesamte Oberrheinregion werden konnte.
Victoria Boulevard A 106
D-77836 Rheinmünster
IATA: FKB
ICAO: EDSB
RUNWAY:
03/21 (3000x45m) Asphalt
GESCHICHTE
Die militärische Entstehung als Flugplatz Baden-Söllingen (1951–1953)
- Dezember 1951: Zwischen Schwarzwald und Rhein begann der Bau eines neuen Militärflugplatzes bei Söllingen. Die Anlage entstand in der Oberrheinebene auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Rheinmünster und wurde zunächst unter französischer Verantwortung geplant und aufgebaut. Der Standort war strategisch günstig: weit genug im Hinterland, aber nah genug an den westlichen NATO-Verteidigungslinien der frühen Nachkriegszeit.
- Juni 1952: Die Start- und Landebahn sowie wichtige Grundanlagen waren weitgehend fertiggestellt. Der Flugplatz war von Anfang an als militärischer Standort gedacht und wurde für Jetbetrieb der frühen NATO-Zeit ausgelegt. Damit entstand die Grundlage für einen der später bedeutendsten kanadischen Luftwaffenstandorte in Westdeutschland.
- 1953: Der Flugplatz wurde an die Royal Canadian Air Force übergeben. Aus dem Flugplatz Baden-Söllingen wurde die RCAF Station Baden-Söllingen. Mit der kanadischen Nutzung begann eine neue Phase, die den Ort über Jahrzehnte prägen sollte. Der spätere Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden hat seine baulichen und flugbetrieblichen Wurzeln also klar in dieser militärischen Nachkriegsplanung.
Kanadischer NATO-Stützpunkt im Kalten Krieg (1953–1963)
- 4. September 1953: Die kanadischen Sabre-Staffeln erreichten Baden-Söllingen. Der Standort wurde Teil der kanadischen Luftverteidigungsstruktur in Europa und gehörte zum System der No. 1 Air Division RCAF. Die Basis war damit nicht nur ein lokaler Flugplatz, sondern ein Baustein der NATO-Luftverteidigung in Mitteleuropa.
- 1953: In Baden-Söllingen wurde No. 4 Fighter Wing stationiert. Zu den frühen Einheiten gehörten unter anderem die 414 Squadron, 422 Squadron und 444 Squadron mit Canadair F-86 Sabre. Die Maschinen standen für die erste Jet-Generation der kanadischen Luftstreitkräfte in Europa und machten Baden-Söllingen zu einem aktiven Frontstandort des Kalten Krieges.
- 1955–1956: Die kanadische Luftwaffe reagierte auf den Bedarf an Allwetter- und Nachtjägern. Neben den Sabre-Jägern kamen in der kanadischen Luftwaffenstruktur in Europa auch CF-100 Canuck zum Einsatz. Die Rolle der kanadischen Verbände erweiterte sich dadurch von reiner Tagesjagd hin zu einer umfassenderen Luftverteidigung.
- Ende der 1950er Jahre: Rund um Baden-Söllingen entwickelte sich eine stark kanadisch geprägte Infrastruktur. Für Soldaten, zivile Beschäftigte und Familien entstanden Wohn- und Versorgungseinrichtungen. In der Region wurde der kanadische Einfluss so sichtbar, dass sich für Teile des Umfelds der Begriff „Klein-Kanada“ etablierte.
Umrüstung auf Starfighter und neue NATO-Rolle (1962–1970)
- 1962: Die kanadischen Verbände begannen mit der Umrüstung auf die CF-104 Starfighter. Damit änderte sich die militärische Bedeutung Baden-Söllingens deutlich. Die Basis war nun stärker in die nukleare Abschreckungs- und Angriffsplanung der NATO eingebunden, später auch in konventionelle Angriffs- und Aufklärungsrollen.
- 1963: Durch politische Veränderungen in Frankreich mussten NATO-Verbände und nuklearfähige Einheiten neu verteilt werden. In diesem Zusammenhang wurde Baden-Söllingen zusätzlich aufgewertet. Die 421 Squadron kam aus Grostenquin nach Baden-Söllingen, während andere kanadische Einheiten innerhalb Europas neu geordnet wurden.
- 1963–1967: Baden-Söllingen blieb ein wichtiger Stützpunkt innerhalb der kanadischen Luftwaffenstruktur in Europa. In dieser Zeit prägten die CF-104 Starfighter das Bild des Platzes. Der Standort entwickelte sich zu einem hochspezialisierten Militärflugplatz mit klarer NATO-Funktion.
- 1. Februar 1968: Mit der Zusammenführung von Royal Canadian Navy, Canadian Army und Royal Canadian Air Force zu den Canadian Forces änderte sich auch die Bezeichnung des Standorts. Aus der RCAF Station Baden-Söllingen wurde die Canadian Forces Base Baden-Söllingen, kurz CFB Baden-Söllingen.
- 1970: Im Zuge weiterer Umstrukturierungen wurden kanadische Verbände in Europa reduziert und zusammengezogen. Baden-Söllingen blieb jedoch ein Kernstandort. Nach der Reduzierung der kanadischen Luftstreitkräfte in Europa konzentrierten sich wichtige fliegende Einheiten auf Baden-Söllingen.
Konsolidierung der kanadischen Präsenz in Baden-Söllingen (1971–1984)
- 1971: Nach weiteren Verlegungen innerhalb der kanadischen Streitkräfte in Deutschland wurden die verbleibenden CF-104-Verbände stärker in Baden-Söllingen konzentriert. Zu den prägenden Staffeln dieser Zeit gehörten unter anderem 421, 439 und 441 Squadron. Der Flugplatz war damit einer der zentralen kanadischen Jetstandorte in Westdeutschland.
- 1970er Jahre: Neben den fliegenden Verbänden waren in Baden-Söllingen auch bodengebundene kanadische Einheiten stationiert. Dazu gehörten zeitweise mechanisierte Infanterieeinheiten, Unterstützungsverbände, Kommunikationskräfte und später auch Luftverteidigungselemente. Der Standort war also weit mehr als nur ein Flugplatz. Er war eine vollständige militärische Basis mit eigener Infrastruktur, militärischem Alltag und starker regionaler Wirkung.
- 1970–1977: Das 3rd Mechanized Commando des Canadian Airborne Regiment war in Baden-Söllingen stationiert. Diese Phase zeigt, dass die Basis nicht nur für Kampfflugzeuge genutzt wurde, sondern auch als gemischter kanadischer Militärstandort diente.
- 1977–1984: Das 3rd Battalion, The Royal Canadian Regiment, prägte die nächste Phase der dort stationierten Bodentruppen. Die kanadische Präsenz blieb damit in der Region nicht nur in der Luft sichtbar, sondern auch im Alltag der umliegenden Gemeinden.
- Anfang der 1980er Jahre: Die NATO-Spannungen nahmen wieder zu, und Baden-Söllingen erhielt Modernisierungen an Infrastruktur, Unterkünften und Betriebseinrichtungen. Der Platz blieb ein einsatzrelevanter Standort im westlichen Bündnissystem.
Vom Starfighter zur CF-18 und das Ende des Kalten Krieges (1984–1993)
- 1984: In Baden-Söllingen begann die Umrüstung von der CF-104 Starfighter auf die CF-18 Hornet. Damit erhielt der Standort eine neue Flugzeuggeneration. Die CF-18 brachte moderne Mehrrollenfähigkeiten mit und löste die betagten Starfighter schrittweise ab.
- 1986: Die CF-104-Ära in Baden-Söllingen endete. Nach mehr als zwei Jahrzehnten verschwand der Starfighter aus dem regulären Einsatz am Standort. Die CF-18 wurde nun zum bestimmenden Kampfflugzeug der kanadischen Luftwaffenpräsenz in Baden-Söllingen.
- 1988–1993: Das 3rd Battalion, The Royal Canadian Regiment, gehörte zu den letzten größeren kanadischen Bodentruppen am Standort. Die Basis blieb bis zum Ende des Kalten Krieges ein vollständig genutzter kanadischer Militärstandort.
- 1989–1990: Mit dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Wiedervereinigung veränderte sich die sicherheitspolitische Lage grundlegend. Die bisherige NATO-Frontstellung in Mitteleuropa verlor an Bedeutung. Für Kanada bedeutete dies, dass die großen Militärstandorte in Deutschland neu bewertet wurden.
- 1990–1991: Von Baden-Söllingen aus waren kanadische Kräfte auch im Zusammenhang mit dem Golfkrieg eingebunden. Teile der dortigen fliegenden Verbände wurden in den Nahen Osten verlegt. Damit spielte die Basis noch kurz vor ihrer Schließung eine Rolle bei internationalen Einsätzen der kanadischen Streitkräfte.
- April 1992: Soldaten aus Baden-Söllingen wurden im Rahmen der UNPROFOR-Mission auf dem Balkan eingesetzt. Auch dies zeigt, dass der Standort in seiner Endphase nicht nur ein Relikt des Kalten Krieges war, sondern noch aktiv in kanadische Auslandseinsätze eingebunden blieb.
- 31. März 1993: Der militärische Flugbetrieb in Baden-Söllingen endete. Mehrere Einheiten wurden aufgelöst oder nach Kanada zurückgeführt. Die Basis verlor damit ihre ursprüngliche Aufgabe als kanadischer NATO-Flugplatz.
- 31. Dezember 1993: Die Canadian Forces Base Baden-Söllingen wurde endgültig geschlossen. Damit endete nach rund 40 Jahren die kanadisch-militärische Geschichte des Standorts. In einzelnen offiziellen Darstellungen wird die militärische Nutzungsphase bis 1994 geführt, da die vollständige Abwicklung und Konversion des Areals in diese Zeit hineinragte.
Die Idee eines zivilen Regionalflughafens entsteht (1991–1995)
- 1991: Noch vor dem endgültigen Abzug der Kanadier entstand beim Regierungspräsidium Karlsruhe und bei Unternehmern aus Mittelbaden die Idee, das riesige Militärgelände nach der Schließung zivil weiterzuentwickeln. Aus dem ehemaligen NATO-Standort sollte ein Regionalflughafen mit angeschlossenem Gewerbepark werden.
- 1994: Nach dem Ende der militärischen Nutzung begann die eigentliche Konversionsphase. Das Gelände umfasste rund 700 Hektar und bot durch die vorhandene Start- und Landebahn, Rollwege, technische Infrastruktur und große Freiflächen gute Voraussetzungen für eine zivile Nachnutzung.
- 1995: Die Baden-Airpark GmbH übernahm die Entwicklung des ehemaligen Militärgeländes. Das Konzept sah von Beginn an zwei Säulen vor: einen zivilen Flughafen und einen Gewerbepark. Damit wurde aus der früheren Militärbasis Schritt für Schritt ein neuer Wirtschaftsstandort für die Region Mittelbaden.
Beginn der zivilen Luftfahrt am Baden-Airport (1997–2000)
- 17. Mai 1997: Mit einem Charterflug der spanischen Fluggesellschaft Spanair nach Palma de Mallorca begann die zivile Luftfahrt am damaligen „Baden-Airport“. Dieser Flug gilt als Startpunkt der zivilen Flughafengeschichte am heutigen Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden.
- 1997: Der frühere Militärflugplatz trat nun als ziviler Regionalflughafen auf. Die vorhandene lange Start- und Landebahn war ein großer Vorteil, denn sie ermöglichte von Anfang an den Betrieb größerer Verkehrsflugzeuge. Gleichzeitig musste der Standort jedoch erst ein ziviles Profil, stabile Flugverbindungen und eine regionale Marktposition aufbauen.
- Ende der 1990er Jahre: Der Baden-Airport entwickelte sich langsam vom ehemaligen Militärgelände zum zivilen Verkehrsstandort. Die Herausforderung bestand darin, aus einem abgeschlossenen Militärkomplex einen öffentlich nutzbaren Flughafen mit Passagierabfertigung, Zufahrt, Parkflächen, Sicherheitsbereichen und Serviceangeboten zu machen.
Aus Baden-Airport wird Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden (2001–2003)
- 1. Januar 2001: Die neue Baden-Airpark GmbH wurde gegründet. Die Flughafen Stuttgart GmbH übernahm dabei eine Mehrheitsbeteiligung. Aus dem Baden-Airport wurde offiziell der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden, kurz FKB. Dieser Schritt war entscheidend, weil der Flughafen nun unter einem klareren regionalen Namen auftrat und stärker professionell vermarktet wurde.
- April 2001: Die damalige Hapag-Lloyd Flug startete erstmals vom neuen Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden. Damit gewann der junge Flughafen an touristischer Bedeutung, besonders im Bereich Ferienflugverkehr.
- 2003: Das Airpark Business Centre wurde eröffnet. Es brachte rund 5.000 Quadratmeter Bürofläche und etwa 1.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche auf das Gelände. Im selben Jahr flogen erstmals auch airberlin und Ryanair ab FKB. Dadurch wurde der Flughafen stärker im touristischen und preisorientierten Flugverkehr sichtbar.
Ausbau zum modernen Regionalflughafen (2005–2009)
- 2005: Das neue Terminal wurde eingeweiht. Es war für eine Kapazität von bis zu zwei Millionen Passagieren pro Jahr ausgelegt. Damit erhielt der Flughafen eine deutlich leistungsfähigere Abfertigungsstruktur und konnte den wachsenden Verkehr besser aufnehmen.
- 2006: Auf dem Gelände wurde ein Biomasseheizkraftwerk in Betrieb genommen. Es versorgt das Terminal vollständig mit Fernwärme und gehört zur infrastrukturellen Weiterentwicklung des Baden-Airparks.
- 2008: Der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden überschritt erstmals die Marke von einer Million Passagieren in einem Jahr. Dieser Schritt war ein wichtiger Nachweis dafür, dass sich der Standort nicht nur als Konversionsprojekt, sondern als funktionierender Verkehrsflughafen etabliert hatte.
- 2008–2009: Die Start- und Landebahn wurde saniert und mit einem Instrumentenlandesystem modernisiert. Dadurch wurde der Flugbetrieb auch bei schlechter Sicht zuverlässiger. Diese Maßnahme war für die langfristige Entwicklung des Flughafens besonders wichtig, weil sie die betriebliche Verfügbarkeit deutlich verbesserte.
- 2009: Direkt am Terminal entstand ein Hotelangebot. Damit wurde der Flughafen für Reisende, Geschäftsleute und Besucher des Gewerbeparks praktischer nutzbar. Der Standort wuchs zunehmend über die reine Flughafenfunktion hinaus.
Wachstum des Baden-Airparks und Stärkung durch Low-Cost-Verkehr (2010–2012)
- 2010: Der Baden-Airpark zählte erstmals rund 130 Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten. Damit wurde sichtbar, dass die Konversion des früheren Militärgeländes nicht nur im Luftverkehr, sondern auch wirtschaftlich funktionierte.
- 25. Oktober 2011: Ryanair kündigte an, den Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden als neue Basis zu nutzen. Vorgesehen waren zwei stationierte Boeing 737-800 und ein deutlich erweitertes Streckennetz. Für FKB war dies einer der wichtigsten Entwicklungsschritte seit Beginn des zivilen Flugbetriebs.
- 27. März 2012: Die Ryanair-Basis am Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden wurde eröffnet. Zwei Boeing 737-800 wurden am Standort stationiert. Gleichzeitig wurde das Angebot auf rund 20 Ziele erweitert. Damit wurde FKB zur vierten Ryanair-Basis in Deutschland.
- 2012: Im selben Jahr begrüßte der Flughafen seinen zehnmillionsten Passagier seit dem Beginn der zivilen Luftfahrt 1997. Der Flughafen hatte sich damit endgültig als wichtiger regionaler Verkehrsflughafen in Baden-Württemberg etabliert.
Neue Airlines, Konsolidierung und touristische Ausrichtung (2013–2019)
- 2013–2015: Nach dem starken Wachstum durch Low-Cost-Verbindungen stabilisierte sich der Flughafen in einer Phase wechselnder Nachfrage. Der Schwerpunkt blieb auf touristischen Zielen, Städtereisen und Verbindungen mit preisorientierten Airlines.
- 2016: Wizz Air nahm erstmals Flüge ab Karlsruhe / Baden-Baden auf. Damit erweiterte sich das Angebot Richtung Mittel- und Osteuropa. Der Flughafen gewann dadurch zusätzliche Bedeutung für Reisende mit familiären, beruflichen oder touristischen Verbindungen in diese Regionen.
- 2018: TUI fly kündigte den Rückzug aus Karlsruhe / Baden-Baden an und beendete mehrere touristische Strecken. Für den Flughafen bedeutete dies eine Veränderung im Ferienflugsegment, während Ryanair als dominierender Anbieter weiter eine tragende Rolle spielte.
- 2019: Der Flughafen erreichte vor der Corona-Krise wieder ein stabiles Passagierniveau. Die Entwicklung zeigte, dass FKB vor allem durch Low-Cost-Verkehr, Ferienziele und den Einzugsbereich zwischen Karlsruhe, Baden-Baden, Elsass und Nordschwarzwald getragen wurde.
Corona-Einschnitt und Wiederaufbau des Verkehrs (2020–2022)
- 2020: Die Corona-Pandemie traf auch den Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden schwer. Reisebeschränkungen, gestrichene Verbindungen und unsichere Nachfrage führten zu einem drastischen Rückgang der Passagierzahlen. Wie viele Regionalflughäfen musste auch FKB den Betrieb an eine außergewöhnliche Krisenlage anpassen.
- 2021: Der Verkehr erholte sich nur schrittweise. Zwar kehrten einzelne Verbindungen zurück, doch das Niveau der Jahre vor der Pandemie wurde noch nicht wieder erreicht. Die Entwicklung blieb stark abhängig von Reisebeschränkungen, touristischer Nachfrage und dem Angebot der Fluggesellschaften.
- 2022: Im 25. Jahr der zivilen Flughafengeschichte seit 1997 überschritt FKB die Marke von 20 Millionen Passagieren seit Beginn des zivilen Flugbetriebs. Dieses Jubiläum zeigte, wie weit sich der Standort seit dem ersten Charterflug von 1997 entwickelt hatte.
Rückkehr zum Wachstum und neuer Passagierrekord (2023–2025)
- 2023: Der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden setzte seine Erholung fort. Die Nachfrage nach Ferien- und Städtereisen stieg wieder deutlich. Der Flughafen profitierte von seinem klaren Profil als kompakter Regionalflughafen mit starkem Low-Cost- und Freizeitverkehr.
- 2024: FKB baute seine Position weiter aus und blieb der zweitgrößte Verkehrsflughafen Baden-Württembergs nach Stuttgart. Die Passagierzahlen lagen wieder deutlich über dem Krisenniveau der Jahre 2020 und 2021.
- März 2025: Ryanair stationierte ein viertes Flugzeug am Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden. Damit wurde die Bedeutung des Standorts für die Airline nochmals gestärkt. Für den Flughafen bedeutete dies zusätzliche Kapazität und die Aussicht auf weitere Frequenzen und Verbindungen.
- 2025: Der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden erreichte mit mehr als 2,26 Millionen Passagieren einen neuen Rekord und überschritt erstmals die Marke von zwei Millionen Fluggästen in einem Jahr. Damit bestätigte FKB seine Rolle als bedeutender Regionalflughafen im Südwesten Deutschlands und als wichtiger Verkehrsstandort innerhalb des Baden-Airparks.
Der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden heute (seit 2025)
- Heute: Der Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden ist Teil des Baden-Airparks in Rheinmünster. Der Standort verbindet die Funktionen Verkehrsflughafen, Gewerbepark und regionaler Arbeitgeber. Aus dem früheren kanadischen Militärflugplatz Baden-Söllingen wurde ein ziviler Flughafen, der vor allem durch Ferienverkehr, Low-Cost-Verbindungen und seine Lage zwischen Karlsruhe, Baden-Baden, dem Elsass und dem nördlichen Schwarzwald geprägt ist.
- Heute: Die historische Entwicklung des Flughafens ist ungewöhnlich klar in zwei große Kapitel geteilt: zuerst rund vier Jahrzehnte militärische Nutzung als kanadischer NATO-Stützpunkt, danach die zivile Konversion zum Regionalflughafen und Gewerbestandort. Gerade diese Umwandlung macht Karlsruhe / Baden-Baden zu einem der markantesten Beispiele für die Nachnutzung ehemaliger Militärflugplätze in Deutschland.
- Heute: Der Flughafen trägt die Spuren seiner Vergangenheit noch immer in sich. Die lange Start- und Landebahn, die großzügige Flächenstruktur und die Lage abseits dichter Stadtbebauung stammen aus der militärischen Planung. Die heutige zivile Nutzung zeigt jedoch, wie aus einem abgeschlossenen Militärstandort ein regional bedeutender Verkehrs- und Wirtschaftsraum entstehen konnte.
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