Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 1. Juni 2026 von Charles David Fennell

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FLORES

Aeroporto das Flores

Der Aeroporto das Flores (LPFL/FLW) gehört zu den besonderen Flughäfen der Azoren. Er liegt auf einer der westlichsten Inseln Europas und verbindet Flores mit dem übrigen Archipel. Seine Geschichte ist eng mit der abgeschiedenen Lage der Insel, der Entwicklung der regionalen Luftfahrt und einer ungewöhnlichen militärisch-technischen Vergangenheit verbunden. Aus einer Infrastruktur, die ursprünglich im Zusammenhang mit einer französischen Telemetrie-Basis entstand, entwickelte sich ein ziviler Regionalflughafen, der für die Bevölkerung von Flores bis heute eine wichtige Lebensader ist.

Für Spottermania ist der Aeroporto das Flores vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, wie stark Luftfahrt auf den Azoren mit Geografie, Wetter, Versorgung und regionaler Entwicklung verbunden ist. Der Flughafen ist klein, aber seine Bedeutung für die Insel ist groß. Er steht für kurze Wege innerhalb des Archipels, für die Anbindung einer abgelegenen Atlantikinsel und für ein Stück Luftfahrtgeschichte, das weit über den reinen Linienverkehr hinausgeht.

Santa Cruz das Flores
9970-320 Santa Cruz das Flores
Azores, Portugal

IATA: FLW
ICAO: LPFL

RUNWAY:
18/36 (1400x30m) Aspalt


GESCHICHTE

Die Vorgeschichte: Von der Atlantikinsel zum strategischen Standort (1927–1963)
  • 1927 rückte die Insel Flores erstmals indirekt in den Fokus der Luftfahrtgeschichte, als der italienische Pilot Francesco de Pinedo bei einem Atlantikflug in Schwierigkeiten geriet und mit seinem Flugboot weit vor Flores notlanden musste. Auch wenn daraus noch kein Flugplatzprojekt entstand, zeigte dieses Ereignis früh, wie wichtig die westlichste Inselgruppe der Azoren als Orientierungspunkt im Atlantik sein konnte. Flores lag abseits der großen Verkehrswege, aber geografisch an einer Stelle, die für Navigation, Überwachung und spätere Luftfahrtverbindungen immer interessanter wurde.
Die französische Basis als Ursprung des heutigen Flughafens (1964–1966)
  • 1964 wurde öffentlich bekannt, dass auf Flores eine französische Einrichtung entstehen sollte. Dabei handelte es sich nicht zuerst um einen klassischen Zivilflughafen, sondern um die sogenannte Base Francesa das Flores, auch als Estação de Telemedidas das Flores bekannt. Diese Anlage war Teil eines militärisch-technischen Projekts und diente der Beobachtung und Auswertung von Flugbahnen ballistischer Raketen. Damit begann die eigentliche infrastrukturelle Entwicklung des späteren Aeroporto das Flores.
  • 1966 wurden die Einrichtungen der französischen Basis eröffnet. Die Anlage war für die damalige Zeit ein bedeutender technischer Komplex auf einer sehr abgelegenen Atlantikinsel. Ihre Aufgabe bestand darin, Flugbahnen über große Entfernungen zu erfassen und auszuwerten. Für Flores bedeutete dies einen tiefen Einschnitt: Die Insel erhielt erstmals eine moderne luftfahrtnahe Infrastruktur, die später zur Grundlage des zivilen Flugplatzes wurde.
Bau der ersten Piste und Beginn der Flugplatzstruktur (1967–1969)
  • Juni 1967 begann der Bau einer Landebahn in der Fajã de Santa Cruz. Diese erste Piste entstand im Zusammenhang mit der französischen Basis und war zunächst nicht als großer Verkehrsflughafen gedacht. Neben der Landebahn wurden auch eine Kontrollstruktur und eine Abstellfläche vorgesehen. Die ursprüngliche Bahnlänge lag bei rund 950 Metern, was für kleinere Flugzeuge und die damaligen betrieblichen Anforderungen ausreichte.
  • 1969 wurde die Piste auf etwa 1.020 Meter verlängert. Diese Erweiterung zeigte, dass die Anlage nicht nur kurzfristig genutzt werden sollte, sondern eine dauerhafte Rolle auf der Insel einnahm. Die Verlängerung verbesserte die betrieblichen Möglichkeiten deutlich, blieb aber weiterhin in einem Rahmen, der eher zu regionalen und technischen Einsätzen passte als zu größeren Verkehrsflugzeugen.
Der zivile Flughafen wird eröffnet (1972)
  • 1972 wurde der Aeroporto das Flores offiziell als Flughafen der Insel Flores eröffnet. Damit erhielt die westlichste Insel der Azoren eine feste Anbindung an den regionalen Luftverkehr. Für die Bevölkerung war das ein Wendepunkt: Reisen, medizinische Transporte, Post, Fracht und Verwaltungsverbindungen konnten nun deutlich schneller abgewickelt werden als zuvor über den Seeweg. Der Flughafen wurde damit zu einer Lebensader der Insel und ergänzte die maritime Versorgung um eine moderne Luftverbindung.
  • 1972 fiel die Eröffnung in eine Phase, in der die Azoren ihr regionales Luftverkehrsnetz ausbauten. Nach der Entwicklung wichtiger Flughäfen wie Ponta Delgada und Horta wurde Flores in das Inselnetz eingebunden. Besonders SATA spielte für diese innerazoreanischen Verbindungen eine zentrale Rolle, da die Gesellschaft die kleinen Inseln mit den größeren Verkehrsknoten der Azoren verband.
Konsolidierung im regionalen Inselverkehr (1970er–1980er Jahre)
  • 1970er Jahre entwickelte sich der Flughafen von einer technisch geprägten Anlage zu einem praktischen regionalen Verkehrsplatz. Die Verbindung zu anderen Inseln war für Flores besonders wichtig, weil die Insel weit im Westen des Archipels liegt und durch Wetter, Atlantiklage und Entfernung stark von zuverlässigen Transportwegen abhängig ist. Der Flughafen half, die Isolation der Insel zu verringern und machte Reisen innerhalb der Azoren planbarer.
  • 1980er Jahre festigte sich die Rolle des Flughafens im Netz der Azoren. Der Betrieb blieb regional geprägt, aber die Bedeutung für die Insel wuchs stetig. Für Santa Cruz das Flores war der Flughafen zugleich Infrastruktur, Arbeitgeber, Verbindungspunkt und Symbol für die Modernisierung der Insel. Die Lage direkt an der Ostküste und nahe am Ort machte ihn zu einem auffälligen Teil des Ortsbildes.
Ausbau der Start- und Landebahn und Modernisierung der Infrastruktur (1990–1992)
  • 1990 bis 1992 wurden am Aeródromo das Flores größere Arbeiten zur Erweiterung der Piste durchgeführt. Archivaufnahmen aus dieser Zeit dokumentieren Erdarbeiten, Bauphasen und den Ausbau der Flughafenanlage. Diese Phase war wichtig, weil der Flughafen damit besser an die Anforderungen des regionalen Luftverkehrs angepasst wurde.
  • 1992 zeigen die dokumentierten Bauaufnahmen die Piste und die laufenden Erweiterungsarbeiten. Die Maßnahmen verbesserten die Nutzbarkeit der Anlage und machten den Flughafen robuster für den regelmäßigen Betrieb. Gerade auf einer Insel wie Flores, wo Wetter und Topografie eine große Rolle spielen, waren solche Anpassungen entscheidend für die langfristige Betriebssicherheit.
Ende der französischen Basis und zivile Neuausrichtung (1993)
  • 1993 endete die operative Bedeutung der französischen Basis auf Flores. Die technische Entwicklung hatte die Station überholt, unter anderem durch neue maritime und satellitengestützte Systeme. Damit trat die militärisch-technische Ursprungsgeschichte der Anlage in den Hintergrund, während die zivile Bedeutung des Flughafens weiter bestehen blieb. Aus einer strategischen Einrichtung wurde endgültig ein regionaler Verkehrsflughafen mit klarer Funktion für die Inselbevölkerung.
Eingliederung in die ANA-Struktur (1998)
  • 18. Dezember 1998 wurde der Flughafen zusammen mit weiteren portugiesischen Flughäfen in die Konzessionsstruktur von ANA Aeroportos de Portugal eingebunden. Damit wurden Betrieb, Planung, Entwicklung und zukünftige Infrastrukturmaßnahmen stärker zentralisiert. Für Flores bedeutete dies eine professionellere Einbindung in das portugiesische Flughafensystem, auch wenn der Flughafen weiterhin ein kleiner Regionalflughafen blieb.
Der Flughafen als westlichster Verkehrsflughafen Europas (2000er Jahre)
  • 2000er Jahre blieb der Aeroporto das Flores vor allem ein Flughafen für innerazoreanische Verbindungen. Seine Bedeutung lag weniger in großen Passagierzahlen, sondern in seiner Lage und Funktion. Flores ist die westlichste Insel der Azoren, und der Flughafen gilt als der westlichste Flughafen Europas mit regelmäßigen Verbindungen. Diese besondere geografische Rolle macht ihn zu einem wichtigen Bestandteil des portugiesischen und europäischen Luftverkehrsnetzes im Atlantik.
  • 2000er Jahre wurde der Flughafen weiter als regionale Drehscheibe für die Westgruppe der Azoren genutzt. Verbindungen nach Ponta Delgada, Horta, Terceira und zum nahegelegenen Corvo prägten den Betrieb. Gerade die Verbindung nach Corvo war für die kleinste Azoreninsel von besonderer Bedeutung, da sie deren Anbindung an das übrige Archipel unterstützte.
Konzession, Privatisierung und neue Betreiberstruktur (2012–2013)
  • Dezember 2012 wurde der Konzessionsvertrag für die von ANA verwalteten portugiesischen Flughäfen für 50 Jahre geschlossen. Flores gehörte zu diesem Flughafennetz. Damit wurde die langfristige Betreiberstruktur bis in die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts festgelegt.
  • 17. September 2013 schloss VINCI die Übernahme von ANA Aeroportos de Portugal ab. Damit kam auch der Aeroporto das Flores unter das Dach des internationalen Flughafenbetreibers VINCI Airports, während ANA weiterhin als portugiesische Konzessionsgesellschaft auftrat. Die Laufzeit der Konzession reicht bis 2062.
Barrierefreiheit und betriebliche Anpassungen (2013)
  • 11. Januar 2013 wurde ein Verfahren zur Verbesserung der Zugänglichkeit an ANA-Flughäfen ausgeschrieben. Auch wenn Flores ein kleiner Flughafen ist, gehörte diese Phase zu einem breiteren Ansatz, die Flughäfen in Portugal nutzerfreundlicher und moderner zu gestalten. Solche Maßnahmen waren vor allem für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität wichtig und passten zur allgemeinen Weiterentwicklung der Flughafeninfrastruktur.
Sanierung der Piste und technische Erneuerung (2017)
  • 2017 wurde die Pistenoberfläche des Flughafens Flores erneuert. Die Arbeiten wurden für ANA Aeroportos de Portugal durchgeführt und umfassten die Sanierung mit Heißasphaltmischungen sowie ergänzende Arbeiten an Beleuchtungs- und Kontrollsystemen. Das Projekt hatte einen Wert von rund 2,52 Millionen Euro und war eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Betriebssicherheit.
  • 2017 stand damit nicht ein Ausbau im Sinne eines großen Kapazitätssprungs im Vordergrund, sondern die technische Substanz des bestehenden Flughafens. Für einen kleinen Atlantikflughafen ist die Qualität der Piste besonders wichtig, da Salzluft, Feuchtigkeit, Wind und wechselhaftes Wetter die Infrastruktur stark beanspruchen können.
Heutige Rolle im Azoren-Netz (2018–2026)
  • 2018 bis 2026 blieb der Aeroporto das Flores ein kleiner, aber wichtiger Regionalflughafen. Er wird unter dem IATA-Code FLW und dem ICAO-Code LPFL geführt. Die Piste ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet und trägt die Bezeichnung 18/36. Je nach Quelle werden für die Bahnlänge unterschiedliche Werte genannt, meist zwischen rund 1.342 und 1.400 Metern. Diese Abweichung kann aus unterschiedlichen Messgrundlagen, veröffentlichten Datenständen oder nutzbaren Bahnlängen entstehen.
  • 2023 erhielt das portugiesische Flughafensystem unter VINCI Airports eine hohe Umweltzertifizierung im Rahmen des Airport Carbon Accreditation Programms. Auch Flores wurde in diesem Zusammenhang als Teil des portugiesischen Flughafenportfolios genannt. Damit wurde der kleine Flughafen nicht nur als Verkehrsstandort, sondern auch als Bestandteil einer übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategie geführt.
  • 2026 ist der Aeroporto das Flores weiterhin ein regionaler Flughafen mit Verbindungen innerhalb der Azoren. Die wichtigsten Ziele liegen im Archipel selbst, darunter Ponta Delgada, Horta, Terceira und Corvo. Für Flores bleibt der Flughafen eine zentrale Infrastruktur, weil er die Insel trotz ihrer abgelegenen Lage mit dem übrigen Azoren-Netz verbindet und damit Mobilität, Versorgung und Verwaltung deutlich erleichtert.

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