
PICO
Aeroporto do Pico
Der Aeroporto do Pico (LPPI/PIX) gehört zu jenen Flughäfen, die man nicht allein über ihre Größe verstehen kann. Auf einer Insel, die vom gewaltigen Vulkan Pico, vom Atlantik und von der Nähe zu Faial geprägt ist, steht dieser Flughafen für weit mehr als nur eine Start- und Landebahn. Er ist ein Stück moderner Inselgeschichte, ein Symbol für bessere Erreichbarkeit und ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen der „Ilha Montanha“, den übrigen Azoren und dem portugiesischen Festland.
Seine Entwicklung begann nicht mit großen Terminals oder internationalem Verkehr, sondern mit dem Wunsch, Pico unabhängiger und direkter an den Luftverkehr anzubinden. Von den ersten Überlegungen in der Nachkriegszeit über den Bau ab den 1970er-Jahren bis zur Eröffnung im Jahr 1982 war es ein langer Weg. Spätere Ausbauphasen machten aus dem kleinen Aeródromo einen Flughafen, der heute eine wichtige Rolle für Bewohner, Reisende und die wirtschaftliche Entwicklung der Insel spielt.
Für Spottermania ist der Aeroporto do Pico deshalb ein spannendes Beispiel dafür, wie stark Luftfahrtgeschichte auf den Azoren mit Geografie, Politik, Infrastruktur und dem Leben auf einer Insel verbunden ist. Die Geschichte dieses Flughafens zeigt, wie aus einer regionalen Notwendigkeit Schritt für Schritt ein bedeutender Bestandteil der azoreanischen Verkehrsanbindung wurde.
Lugar do Cachorro
9950-011 – Bandeiras – Madalena do Pico
Açores, Portugal
IATA: PIX
ICAO: LPPI
RUNWAY:
09/27 (1760x45m) Asphalt
GESCHICHTE
Frühe Überlegungen und erste Planungen (1946)
- 1946 begannen die ersten bekannten Studien zur Frage, ob auf der Insel Pico eine eigene Flugpiste entstehen könnte. Für die Insel war das ein wichtiger Gedanke, denn Pico war lange stark vom Schiffsverkehr und von den Nachbarinseln abhängig. Besonders die Nähe zu Faial mit dem Flughafen Horta spielte zwar eine Rolle, löste aber nicht das Grundproblem der direkten Erreichbarkeit der „Ilha Montanha“. Die Idee eines eigenen Flugplatzes war deshalb weniger ein Prestigeprojekt, sondern ein Schritt gegen die insulare Abhängigkeit und für eine bessere Verbindung innerhalb der Azoren.
Der lange Weg vom Wunsch zur Baustelle (1946–1976)
- 1946 bis 1976 blieb das Projekt über viele Jahre eher eine planerische und politische Aufgabe als ein sichtbares Bauvorhaben. Die geografische Lage der Insel machte die Standortwahl nicht einfach: Pico ist vom mächtigen Vulkan geprägt, die nutzbaren Flächen sind begrenzt, und die Küstenbereiche unterliegen Wind- und Wetterbedingungen des Atlantiks. Am Ende fiel die Wahl auf einen Standort nahe der Nordküste, westlich von São Roque do Pico und östlich von Madalena. Damit entstand die Grundlage für einen Flughafen, der die Insel nicht nur mit anderen Azoreninseln, sondern später auch mit dem portugiesischen Festland verbinden sollte.
Beginn der Bauarbeiten durch das portugiesische Heer (1976)
- 5. Mai 1976 begannen die Bauarbeiten am künftigen Flughafen von Pico. Der Start erfolgte auf Initiative des portugiesischen Heeres. Damit wurde aus der jahrzehntelangen Idee endlich ein konkretes Infrastrukturprojekt. Später wurden die Arbeiten vom Governo Regional dos Açores weitergeführt und abgeschlossen. Der Bau war für Pico ein bedeutender Einschnitt, denn die Insel erhielt damit erstmals eine dauerhafte Perspektive auf regelmäßige Luftverbindungen.
Fertigstellung und Eröffnung als Aeródromo do Pico (1982)
- 25. April 1982 wurde der Aeródromo do Pico offiziell eröffnet. Die Eröffnung fiel bewusst auf den portugiesischen Tag der Freiheit, was dem Ereignis zusätzlich symbolische Bedeutung gab. Die ursprüngliche Start- und Landebahn war rund 1.200 Meter lang und erlaubte zunächst nur einen eingeschränkten Betrieb mit kleineren Regionalflugzeugen. In dieser Anfangsphase war der Flugplatz vor allem für den innerazoreanischen Verkehr ausgelegt. Die Verbindung zur Außenwelt wurde dadurch deutlich verbessert, auch wenn der Betrieb noch nicht mit späteren Ausbaustufen vergleichbar war.
Erste Betriebsjahre und Bedeutung für die Insel (1982–1990)
- 1982 bis 1990 entwickelte sich der Flughafen zu einer wichtigen Lebensader für Pico. Der Luftverkehr erleichterte Reisen zwischen den Inseln und verkürzte Wege, die zuvor stark vom Wetter, den Fährverbindungen und den Verbindungen über Nachbarinseln abhängig waren. Besonders SATA Air Açores spielte in dieser Phase eine zentrale Rolle, da die Gesellschaft den regionalen Verkehr innerhalb der Azoren bediente. Der Flughafen war noch klein, aber seine Wirkung auf Mobilität, Verwaltung, Wirtschaft und Tourismus war für die Insel bereits deutlich spürbar.
Ausbau für größere Regionalflugzeuge (1990)
- 1990 wurde die Start- und Landebahn verlängert und verbessert. Hintergrund war unter anderem die Einführung neuer Flugzeugmuster im regionalen Azorenverkehr, darunter die British Aerospace ATP bei SATA Air Açores. Die Bahn wurde auf etwa 1.520 Meter verlängert und auf 30 Meter verbreitert. Dadurch konnte der Flughafen zuverlässiger betrieben werden und war besser auf leistungsfähigere Turboprop-Flugzeuge vorbereitet. Dieser Ausbau war ein wichtiger Schritt vom kleinen Inselflugplatz hin zu einem leistungsfähigeren Regionalflughafen.
Vorbereitung auf größere Flugzeuge und neue Anforderungen (1990–2002)
- 1990 bis 2002 wurde deutlich, dass die bestehende Infrastruktur für die wachsenden Anforderungen nicht dauerhaft ausreichen würde. Der Flughafen erfüllte zwar seine regionale Aufgabe, doch direkte Verbindungen außerhalb der Azoren waren noch schwierig. Die Lage der Insel, die touristische Entwicklung und der Wunsch nach besseren Verbindungen zum portugiesischen Festland führten zu neuen Ausbauplänen. Im Mittelpunkt standen eine längere Piste, bessere Sicherheitsflächen, eine modernere Abfertigung und die technische Anpassung an größere Flugzeuge.
Große Modernisierung des Flughafens (2002–2004)
- 2002 begann eine tiefgreifende Modernisierung des Aeroporto do Pico. Ziel war es, den Flughafen so auszubauen, dass auch mittelgroße Flugzeuge und Verbindungen außerhalb des innerazoreanischen Netzes möglich wurden. Die Arbeiten umfassten die Verlängerung der Piste von rund 1.520 Metern auf etwa 1.760 Meter, eine Verbreiterung beziehungsweise Verbesserung der Betriebsflächen, eine neue Vorfeldfläche, eine neue Passagierabfertigung, einen neuen Kontrollturm, Feuerwehr- und Sicherheitsinfrastruktur sowie zusätzliche Betriebsgebäude. In aktuellen technischen Angaben wird die nutzbare Bahnlänge teils mit etwa 1.745 Metern angegeben, während die Ausbauangaben häufig 1.760 Meter nennen. Das hängt mit unterschiedlichen Bezugsgrößen zwischen baulicher Länge und betrieblich ausgewiesener Bahnlänge zusammen.
Zertifizierung für Verkehr außerhalb der Azoren (2004)
- 2004 wurde der Flughafen nach Abschluss der Modernisierung durch die zuständige Luftfahrtbehörde für den erweiterten Betrieb vorbereitet beziehungsweise zertifiziert. Damit war Pico nicht mehr nur ein Flughafen für innerazoreanische Verbindungen, sondern konnte nun auch Flüge vom portugiesischen Festland aufnehmen. Diese Phase veränderte die Rolle des Flughafens grundlegend: Aus einem regionalen Inselanschluss wurde eine direkte Eingangstür zur Insel Pico.
Der erste kommerzielle Flug vom portugiesischen Festland (2005)
- 20. April 2005 erreichte der erste kommerzielle Linienflug vom portugiesischen Festland den Flughafen Pico. Die Verbindung kam aus Lissabon und markierte einen historischen Schritt für die Insel. Erstmals war Pico direkt per Linienflug mit dem Festland verbunden. Zu Beginn war der Betrieb noch mit Einschränkungen verbunden. Auf dem Rückflug nach Lissabon waren zeitweise Zwischenstopps, etwa auf Terceira, notwendig, weil die Treibstoffversorgung am Flughafen Pico noch nicht vollständig auf die Anforderungen größerer Jet-Operationen ausgelegt war.
Festigung der Verbindung nach Lissabon (2005–2012)
- 2005 bis 2012 wurde die Verbindung zwischen Pico und Lissabon schrittweise gefestigt. Die direkte Erreichbarkeit vom Festland war für Tourismus, Familienbesuche, Geschäftsreisen und die Versorgung der Insel von großer Bedeutung. Gleichzeitig zeigte diese Phase, dass ein Flughafen nicht nur aus Piste und Terminal besteht: Für einen stabilen Linienbetrieb sind auch Treibstofflogistik, Sicherheitsdienste, Bodenabfertigung und technische Infrastruktur entscheidend. Die anfänglichen Einschränkungen machten sichtbar, dass Pico zwar einen großen Schritt gemacht hatte, aber weiter an der vollständigen Betriebsfähigkeit arbeiten musste.
Verbesserte Treibstoffversorgung und direktere Abläufe (2012–2013)
- 2012 wurde die Situation durch geeignete Treibstoffanlagen deutlich verbessert. Damit konnten die Abläufe für Flüge mit Jetflugzeugen verlässlicher gestaltet werden. Der Flughafen war nun besser darauf vorbereitet, Verbindungen zum Festland ohne operative Umwege abzuwickeln.
- 2013 wurde die Route Lissabon–Pico–Lissabon in wichtigen Zeiträumen direkter betrieben. Besonders in der Sommersaison gewann die Strecke an Bedeutung, weil die Nachfrage nach Reisen auf die Azoren und speziell nach Pico zunahm. Für die Insel bedeutete das eine spürbare Verbesserung der Anbindung und eine stärkere Einbindung in den touristischen Verkehr.
Erster regelmäßiger Nachtflug und erweiterte Betriebszeiten (2015)
- 25. Oktober 2015 fand ein wichtiger Schritt in der betrieblichen Entwicklung statt: SATA Air Açores führte den ersten regelmäßigen Nachtflug am Flughafen Pico durch. Dieser Moment zeigte, dass der Flughafen nicht mehr nur als einfacher Tagesflugplatz zu betrachten war, sondern schrittweise über flexiblere Betriebsbedingungen verfügte. Für eine Insel wie Pico war das bedeutsam, weil spätere oder wetterbedingt angepasste Flugbewegungen die Zuverlässigkeit des Luftverkehrs verbessern können.
Erste internationale Verbindung nach Pico (2016)
- 25. April 2016 erhielt Pico seinen ersten kommerziellen Flug mit Ursprung im Ausland. Die Verbindung kam aus Amsterdam und war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Flughafens. Genau 34 Jahre nach der Eröffnung des Aeródromo do Pico wurde die Insel damit erstmals direkt aus einem ausländischen Markt angeflogen. Diese Verbindung unterstrich die wachsende touristische Bedeutung der Azoren und zeigte, dass Pico nicht nur als regionale Insel, sondern zunehmend als eigenständiges Reiseziel wahrgenommen wurde.
- 26. März 2016 landete zudem der Airbus A320 CS-TKQ von Azores Airlines bei seinem ersten kommerziellen Einsatz für die azoreanische Fluggesellschaft auf Pico. Auch dieses Ereignis passt in die Phase, in der der Flughafen zunehmend in größere Verkehrsstrukturen eingebunden wurde.
Ausbau der touristischen und verkehrlichen Rolle (2016–2020)
- 2016 bis 2020 gewann der Flughafen weiter an Bedeutung für den Tourismus und für die Mobilität der Bevölkerung. Die direkte Verbindung mit Lissabon wurde zunehmend wichtiger, während die innerazoreanischen Verbindungen weiterhin eine zentrale Rolle spielten. Pico profitierte dabei von seiner besonderen Stellung im sogenannten „Triângulo“ der Azoren mit Pico, Faial und São Jorge. Der Flughafen ergänzte den Flughafen Horta auf Faial und wurde zugleich als eigene Infrastruktur für die Insel Pico immer wichtiger.
Neue Pläne zur Erweiterung und Sicherung der Zukunft (2021)
- 8. November 2021 wurde öffentlich bekannt, dass die Regionalregierung der Azoren Arbeiten zur weiteren Vorbereitung einer möglichen Erweiterung des Flughafens Pico vorantreiben wollte. Dazu gehörten unter anderem Fragen der Enteignung, der Flächensicherung und der aeronautischen Schutzbereiche. Ziel war es, künftige Entwicklungen des Flughafens nicht durch spätere Bebauung oder ungeklärte Grundstücksfragen zu erschweren. Damit rückte der Flughafen erneut in den Mittelpunkt regionaler Infrastrukturpolitik.
Vierzig Jahre Aeroporto do Pico (2022)
- 25. April 2022 feierte der Aeroporto do Pico sein 40-jähriges Bestehen. Aus dem einstigen kleinen Aeródromo mit kurzer Piste war in vier Jahrzehnten ein moderner Regionalflughafen geworden, der sowohl innerazoreanische Verbindungen als auch Flüge zum portugiesischen Festland ermöglicht. Die Jubiläumsbetrachtung machte deutlich, wie stark sich die Funktion des Flughafens verändert hatte: von einer lokalen Infrastruktur gegen die Insellage hin zu einem wichtigen Verkehrsknoten für Bewohner, Besucher und die wirtschaftliche Entwicklung der Insel.
Gegenwart und heutige Rolle des Flughafens (seit 2022)
- Seit 2022 ist der Aeroporto do Pico ein kompakter, aber wichtiger Flughafen im zentralen Teil der Azoren. Er dient der Insel Pico als wichtigste Luftverkehrsanbindung und ergänzt zugleich die Verkehrsstruktur der Nachbarinseln. Der Flughafen wird weiterhin von regionalen Verbindungen geprägt, besitzt aber durch die Verbindung nach Lissabon eine direkte Brücke zum portugiesischen Festland. Seine Geschichte zeigt, wie stark Luftverkehr auf den Azoren mit geografischer Lage, politischer Infrastrukturplanung, technischer Modernisierung und dem Wunsch nach besserer Erreichbarkeit verbunden ist.
INFORMATIONEN
SPOTTER SERVICE
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LPPI / PIX IN DEN SOZIALEN MEDIEN
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Flight Radar
Static Airframes
PRESERVED
- n/a
WITHDRAWN FROM USE
- n/a
Die lokale Luftfahrt-Community vor Ort
Airport Spotter Guides
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