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PORTO SANTO

Aeroporto do Porto Santo

Der Aeroporto do Porto Santo (LPPS/PXO) ist einer der spannendsten Flughäfen im Madeira-Archipel, weil seine Geschichte weit früher beginnt als viele erwarten. Noch bevor die Hauptinsel Madeira ihren eigenen Flughafen erhielt, wurde Porto Santo zum ersten luftseitigen Tor der Region. Aus einem strategisch wichtigen Inselstandort entwickelte sich ein Flughafen, der zivile Verbindungen, touristische Bedeutung und militärische Nutzung miteinander verbindet.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1960 steht der Flughafen für den Wandel einer kleinen Atlantikinsel, die durch die Luftfahrt deutlich näher an Portugal, Madeira und den internationalen Reiseverkehr heranrückte. Die lange Start- und Landebahn, die wiederholten Ausbauten und die besondere Rolle als gemeinsamer ziviler und militärischer Standort machen Porto Santo bis heute zu einem bemerkenswerten Kapitel portugiesischer Luftfahrtgeschichte.

Für Spottermania ist der Aeroporto do Porto Santo deshalb mehr als nur ein kleiner Inselflughafen. Er ist ein Ort, an dem sich die Entwicklung des Madeira-Archipels, strategische Atlantiklage, Tourismus und moderne Flughafenplanung auf besondere Weise verbinden.

9400-110 Porto Santo
Madeira, Portugal

IATA: PXO
ICAO: LPPS

RUNWAY:
18/36 (3006x45m) Asphalt


GESCHICHTE

Die ersten Planungen und der Baubeginn auf Porto Santo (1959)
  • 1959 wurde Porto Santo zum Standort des ersten Flughafens im Madeira-Archipel. Die Entscheidung war eng mit der geografischen Lage der Insel verbunden: Porto Santo bot deutlich bessere topografische Voraussetzungen als die bergige Hauptinsel Madeira und lag zugleich strategisch günstig im Atlantik. Der Flughafen entstand damit nicht nur als zivile Verkehrsinfrastruktur, sondern von Beginn an auch mit Blick auf größere luftfahrttechnische und strategische Anforderungen.
  • 28. September 1959 begannen die Bauarbeiten am Aeroporto do Porto Santo. Das Projekt wurde vom Ingenieur Correia Mendes geplant. Für die damalige Zeit war der Bau ein bedeutender Schritt, denn Porto Santo war bis dahin stark vom Seeweg abhängig. Mit dem neuen Flugplatz sollte die Insel erstmals regelmäßig und deutlich schneller mit dem portugiesischen Festland und dem übrigen Archipel verbunden werden.
  • 1959 bis 1960 entstand die erste Start- und Landebahn mit einer Länge von rund 2.000 Metern. Damit erhielt Porto Santo eine für damalige Verhältnisse bemerkenswert leistungsfähige Piste. Der Flughafen war nicht als kleiner Notlandeplatz gedacht, sondern als vollwertige Infrastruktur, die auch größere Verkehrsflugzeuge aufnehmen konnte.
Die ersten Landungen und die offizielle Eröffnung (1960)
  • 20. Juli 1960 landete erstmals ein Flugzeug auf dem neuen Flughafen von Porto Santo. Es handelte sich um eine Douglas DC-4 der TAP, die die Strecke Lissabon–Porto Santo flog. Dieser erste Flug war noch ein Erprobungsflug, zeigte aber, dass die neue Infrastruktur funktionierte und die Insel nun tatsächlich in den regelmäßigen Luftverkehr eingebunden werden konnte.
  • 24. August 1960 wurde die Verbindung erneut geflogen. Diese Wiederholung bestätigte die praktische Nutzbarkeit der neuen Piste und bereitete den Weg für die offizielle Einweihung wenige Tage später. Für Porto Santo war das mehr als nur ein technischer Test: Die Insel rückte damit näher an Lissabon, Madeira und den internationalen Luftverkehr heran.
  • 28. August 1960 fand der offizielle Eröffnungsflug statt. Eine TAP Douglas DC-4 Skymaster kam aus Lissabon und landete gegen 11:55 Uhr auf der rund zwei Kilometer langen Piste. An Bord befanden sich hochrangige Vertreter der portugiesischen Regierung und der zivilen Luftfahrt. Nach der Landung wurden die neuen Flughafenanlagen besichtigt, ebenso die Häuser für Familien, die wegen des Flughafenbaus umgesiedelt worden waren.
  • 1960 wurde Porto Santo damit zur ersten Insel des Madeira-Archipels mit einem eigenen Flughafen. Diese Reihenfolge ist wichtig, denn der Flughafen auf der Hauptinsel Madeira wurde erst am 8. Juli 1964 eröffnet. Porto Santo übernahm deshalb in den frühen 1960er-Jahren eine besondere Rolle als luftseitiges Eingangstor des Archipels.
Porto Santo als frühes Lufttor des Madeira-Archipels (1960–1964)
  • 1960 bis 1964 hatte der Aeroporto do Porto Santo eine Sonderstellung. Da die Hauptinsel Madeira noch keinen regulären Flughafen besaß, war Porto Santo zunächst die wichtigste landgestützte Flugverbindung des Archipels. Reisende konnten per Flugzeug nach Porto Santo gelangen und mussten von dort aus weiter per Schiff nach Madeira reisen. Das machte den Flughafen zu einem wichtigen Zwischenglied zwischen klassischer Seereise und moderner Luftfahrt.
  • 8. Juli 1964 änderte sich die regionale Luftverkehrsstruktur mit der Eröffnung des Flughafens Madeira in Santa Catarina. Von diesem Zeitpunkt an verlagerte sich der Schwerpunkt des Passagierverkehrs zunehmend auf die Hauptinsel. Porto Santo blieb jedoch weiterhin wichtig, weil der Flughafen über eine vergleichsweise lange und gut nutzbare Piste verfügte und zusätzlich strategische Bedeutung behielt.
Ausbau der Infrastruktur und strategische Nutzung (1968–1974)
  • 1968 begannen größere Arbeiten zur Erweiterung und Verbesserung des Flughafens. Dazu gehörten die Verlängerung, Reparatur und Verstärkung der bestehenden Piste, die Verbesserung der Befeuerung, der Ausbau der Energieversorgung sowie der Aufbau von Anlagen für Treibstoff, Kommunikation und weitere technische Infrastruktur. Damit wurde Porto Santo schrittweise von einem zivilen Inselflughafen zu einer deutlich leistungsfähigeren Anlage weiterentwickelt.
  • 1968 bis 1974 wurden die Arbeiten im Zusammenhang mit der strategischen Nutzung fortgeführt. Die Lage Porto Santos im Atlantik machte die Insel für maritime Überwachung und militärische Unterstützungsaufgaben interessant. In dieser Phase entstand eine Infrastruktur, die über die reine Passagierabfertigung hinausging und den Flughafen auch für größere operative Anforderungen nutzbar machte.
  • 1974 waren die in den späten 1960er-Jahren begonnenen Arbeiten abgeschlossen. Damit verfügte Porto Santo über eine modernisierte Piste, bessere technische Versorgung, Kommunikationsanlagen und Einrichtungen, die den Flughafen langfristig prägten. Diese Phase legte den Grundstein für die spätere Entwicklung des militärischen Bereichs am selben Standort.
Aufbau des militärischen Bereichs und weitere Verstärkung (1977–1982)
  • 1. Juli 1977 erhielt die frühere NATO-Infrastruktur am Flughafen Porto Santo eigene Strukturen und wurde organisatorisch gefestigt. Ab dieser Zeit wurde der Standort zunehmend als militärische Luftfahrtinfrastruktur geführt, während der zivile Flughafenbetrieb weiter bestand. Diese doppelte Nutzung ist bis heute ein wesentliches Merkmal von Porto Santo.
  • November 1977 begann der Standort mit der Unterstützung des Destacamento Aéreo da Madeira. Damit wurde Porto Santo stärker in die Aufgaben der portugiesischen Luftstreitkräfte eingebunden. Die Insel spielte dadurch nicht nur für den zivilen Verkehr, sondern auch für Transport-, Überwachungs- und Unterstützungsaufgaben im Madeira-Raum eine wachsende Rolle.
  • Anfang 1982 folgte ein weiterer wichtiger Ausbauschritt. Die Piste wurde erneut erweitert, und im nördlichen Bereich entstanden zehn Abstellflächen für Flugzeuge. Damit wurde die sogenannte militärische Zone von Porto Santo geschaffen. Diese Arbeiten stärkten die Fähigkeit des Flughafens, militärische Luftfahrzeuge aufzunehmen und unabhängig vom zivilen Betrieb abzustellen.
Ausbau zum größeren Regional- und Charterflughafen (1986–1995)
  • 1986 begann eine umfassende Umgestaltung des Flughafens. Diese Phase zielte darauf ab, Porto Santo besser auf den wachsenden touristischen Verkehr und auf größere Flugzeuge vorzubereiten. Die Insel wurde zunehmend als Reiseziel wahrgenommen, und der Flughafen musste mit dieser Entwicklung Schritt halten.
  • 1986 bis 1995 wurden die Anlagen Schritt für Schritt modernisiert. Die Start- und Landebahn wurde ausgebaut, die Vorfeldflächen wurden vergrößert, und die Flughafeninfrastruktur wurde auf ein höheres Leistungsniveau gebracht. Diese Entwicklung war entscheidend, damit Porto Santo neben Linienverbindungen auch touristische Charterverkehre besser aufnehmen konnte.
  • 28. August 1995 wurde ein neuer Passagierterminal eröffnet. Gleichzeitig war die Piste auf rund 3.000 Meter verlängert und neu befestigt worden. Auch die Abstellflächen und Rollwege wurden verbessert. Mit diesem Schritt erreichte der Aeroporto do Porto Santo eine neue Größenordnung und konnte nun deutlich flexibler für unterschiedliche Flugzeugtypen genutzt werden.
Neuordnung der militärischen Nutzung und moderne Einsatzrolle (1994–2010)
  • 1994 änderten sich die Rahmenbedingungen der militärischen Nutzung. Durch internationale Veränderungen und Anpassungen innerhalb der NATO ging die Verantwortung für Erhalt, Personal und Logistik stärker auf Portugal über. In dieser Phase wurde der Standort national stärker eingebunden und der portugiesische militärische Luftfahrtanteil in Porto Santo weiter gefestigt.
  • Ende 1989 bis 1990 wurde die Rolle Porto Santos für den Luftrettungs- und Unterstützungsdienst weiter gestärkt. Ein CASA 212 Aviocar wurde dauerhaft nach Porto Santo verlegt, und am 31. Dezember 1990 kam ein SA-330 Puma hinzu. Damit wuchs die Bedeutung des Standorts für Einsätze im Madeira-Archipel und im umliegenden Atlantikraum.
  • März 2006 wurde der SA-330 Puma durch den EH-101 Merlin ersetzt. Dadurch wurde die Einsatzfähigkeit des Destacamento Aéreo da Madeira modernisiert. Zusammen mit dem C-212 Aviocar bildete der Merlin eine wichtige Grundlage für Suche, Rettung, Transport- und Unterstützungsaufgaben in der Region.
  • 25. November 2009 wurde der Aeródromo de Manobra n.º 3, kurz AM3, offiziell aktiviert. Er entstand aus der Umwandlung des bisherigen Destacamento Aéreo da Madeira. Seitdem teilt sich der zivile Aeroporto do Porto Santo die Infrastruktur mit dieser militärischen Einheit der portugiesischen Luftstreitkräfte.
  • 5. November 2010 wurde der C-212 Aviocar durch den C-295 ersetzt. Damit bestand das Detachement aus moderneren Luftfahrzeugen, insbesondere dem C-295 und dem EH-101 Merlin. Die Aufgaben konzentrierten sich weiterhin auf Unterstützung, Transport, Suche und Rettung sowie auf die Sicherung der luftfahrtbezogenen Infrastruktur.
Sanierung der Flugbetriebsflächen und technische Modernisierung (2014–2015)
  • März 2014 begannen Arbeiten zur Verstärkung und Neuprofilierung der bituminösen Flächen am Flughafen Porto Santo. Auftraggeber war ANAM – Aeroporto e Navegação Aérea da Madeira. Die Arbeiten betrafen zentrale Flugbetriebsflächen und dienten der Erhaltung der betrieblichen Sicherheit und Belastbarkeit des Flughafens.
  • März 2015 wurden diese Arbeiten abgeschlossen. Die Maßnahme war ein wichtiger Schritt, um die vorhandene 3.000-Meter-Piste und die zugehörigen Flugbetriebsflächen langfristig nutzbar zu halten. Damit wurde Porto Santo nicht grundlegend neu gebaut, aber technisch auf einem Stand gehalten, der dem bestehenden Verkehrs- und Sicherheitsbedarf entsprach.
Der Flughafen im heutigen portugiesischen Flughafennetz (2014–2022)
  • 2014 wurde ANAM in ANA integriert. Seitdem ist ANA Aeroportos de Portugal für die Flughäfen Madeira und Porto Santo innerhalb des nationalen portugiesischen Flughafennetzes verantwortlich. Damit wurde Porto Santo in die größere Struktur von ANA und VINCI Airports eingebunden.
  • 2022 wurde in den Planungen von ANA ein neuer Passagierterminal für Porto Santo erwähnt. Der bestehende Terminal sollte durch ein Gebäude ersetzt werden, das besser zur Verkehrsmenge passt und zugleich stärkere Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt. Damit begann eine neue Entwicklungsphase, die über reine Instandhaltung hinausging.
Das Projekt für einen neuen nachhaltigen Terminal (2023–2026)
  • 24. Juni 2023 stellte ANA | VINCI Airports das Projekt für einen neuen Terminal am Aeroporto do Porto Santo vor. Der neue Terminal sollte die Kapazität des Flughafens verdoppeln, den Passagierfluss verbessern und zugleich zur Zielsetzung eines klimaneutraleren Flughafenbetriebs beitragen. Die Fertigstellung wurde ursprünglich für Ende 2025 angekündigt.
  • 2023 bis 2025 blieb das Terminalprojekt ein zentrales Zukunftsthema für den Flughafen. Es stand für den Versuch, Porto Santo stärker touristisch, betrieblich und nachhaltig auszurichten. Der geplante Neubau sollte nicht nur mehr Kapazität bringen, sondern auch den Flughafen als moderne Eingangstür zur Insel aufwerten.
  • 25. November 2025 wurde öffentlich berichtet, dass die Erweiterung des Flughafens weiterhin nicht vorangekommen war und ANA einen neuen Ansatz mit Umbau der Aerogare und Erweiterung der Flugzeugabstellflächen plante. Das zuvor gestartete Verfahren hatte sich demnach nicht wie vorgesehen umgesetzt.
  • 20. Mai 2026 wurde bekannt, dass die portugiesische Regierung eine von ANA vorgeschlagene Verschiebung der Fertigstellung auf 2029 ablehnte. Der ursprüngliche Zeitplan mit Abschluss Ende 2025 war damit nicht eingehalten, gleichzeitig wurde eine deutliche weitere Verzögerung politisch zurückgewiesen. Damit bleibt das Terminalprojekt ein aktueller und noch nicht abgeschlossener Entwicklungspunkt in der Geschichte des Flughafens.
Der heutige Aeroporto do Porto Santo und seine Bedeutung (seit 2026)
  • 2026 ist der Aeroporto do Porto Santo ein internationaler Flughafen mit ziviler und militärischer Nutzung. Er liegt bei Vila Baleira, trägt die Codes PXO und LPPS und verfügt über eine Start- und Landebahn 18/36 mit rund 3.000 Metern Länge und 45 Metern Breite. Diese Bahn macht den Flughafen für eine Insel seiner Größe ungewöhnlich leistungsfähig.
  • Heute ist Porto Santo weit mehr als der erste Flughafen des Madeira-Archipels. Seine Geschichte verbindet die Erschließung einer abgelegenen Atlantikinsel, die frühe Luftverkehrsentwicklung Madeiras, touristische Ambitionen, militärische Infrastruktur und moderne Nachhaltigkeitspläne. Gerade diese Mischung macht den Aeroporto do Porto Santo zu einem der interessantesten kleineren Flughäfen Portugals: nicht wegen seiner Größe, sondern wegen der vielen Rollen, die er seit 1959 übernommen hat.

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Weitere interessante Informationen

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Aeroporto do Porto Santo (pt)

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Flughafen Porto Santo (de)

YOUTUBE – Ilha da Madeira

Erster offizieller Flug Aeroporto de Porto Santo, 28 August 1960 (pt)

YOUTUBE – Madeira Airport Spotting

EIN MORGEN DES PLANESPOTTING AM FLUGHAFEN PORTO SANTO


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