Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30. Mai 2026 von Charles David Fennell

FLUGPLATZ BRAUNSCHWEIG-BROITZEM
Der ehemalige Fliegerhorst Braunschweig-Broitzem ist heute fast vollständig aus dem Stadtbild verschwunden, doch seine Geschichte gehört zu den spannendsten Kapiteln der Braunschweiger Luftfahrt. Aus einem militärischen Flugplatz des Ersten Weltkriegs entwickelte sich zunächst ein ziviler Flughafen, später ein wichtiger Ausbildungsstandort der Deutschen Verkehrsfliegerschule und schließlich ein Fliegerhorst der Luftwaffe.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlor Broitzem seine fliegerische Bedeutung endgültig. Das frühere Flugfeld wurde umgenutzt, überbaut und ging Schritt für Schritt in der heutigen Braunschweiger Weststadt auf. Gerade deshalb ist der Standort interessant: Er zeigt, wie ein einst bedeutender Flugplatz vollständig aus dem Alltag verschwinden kann und trotzdem ein fester Teil der regionalen Luftfahrtgeschichte bleibt.
Ludwig-Winter-Straße
38120 Braunschweig
Deutschland
IATA: xxx
ICAO: xxxx
ROLLFELD:
1200m x 1120m
GESCHICHTE
Planung und Aufbau einer Militär-Fliegerstation (1915 – 1917)
- 1915 begannen in Braunschweig die konkreten Überlegungen, einen geeigneten Flugplatz für militärische Zwecke einzurichten. Die Stadt hatte sich bereits zuvor mit der Luftfahrt beschäftigt, doch der Erste Weltkrieg veränderte die Bedeutung des Flugwesens grundlegend. Flugzeuge wurden nun immer wichtiger für Aufklärung, Verbindung und Ausbildung. Deshalb rückte ein Gelände in der Nähe von Broitzem in den Mittelpunkt, das ausreichend freie Fläche bot und südwestlich des Braunschweiger Stadtzentrums lag.
- 1916 wurde der Flugplatz auf der nördlichen Feld- und Wiesenflur der damals noch eigenständigen Gemeinde Broitzem militärisch angelegt. Damit entstand der erste vollwertige Flugplatz Braunschweigs. Während vorher bei Bedarf andere freie Flächen genutzt wurden, erhielt Broitzem nun eine dauerhaftere fliegerische Funktion. Der Platz lag an der damaligen Broitzemer Straße, der heutigen Münchenstraße, und entwickelte sich rasch zu einem festen Bestandteil der Braunschweiger Luftfahrtgeschichte.
- 1. April 1917 wurde der Flugplatz offiziell in Betrieb genommen, als die Fliegerersatzabteilung 7 von Köln nach Braunschweig-Broitzem verlegt wurde. Damit begann der regelmäßige militärische Flugbetrieb auf dem Platz. Die Aufgabe der Fliegerersatzabteilung bestand vor allem darin, Personal für die Fliegertruppe auszubilden, zu ergänzen und für den Einsatz vorzubereiten. Broitzem wurde dadurch zu einem militärischen Ausbildungsstandort und spielte in den letzten Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs eine wichtige Rolle für die Fliegerei in der Region.
Ende des Ersten Weltkriegs und Abwicklung des Fliegerhorstes (1918 – 1920)
- 1918 endete mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs auch die erste militärische Phase des Flugplatzes Braunschweig-Broitzem. Nach dem Waffenstillstand und den politischen Umbrüchen verlor der Standort seine ursprüngliche militärische Aufgabe. Die deutsche Militärluftfahrt wurde durch die Bestimmungen nach dem Krieg stark eingeschränkt, sodass auch Broitzem nicht einfach weiter als militärischer Flugplatz genutzt werden konnte.
- 1919 begann eine schwierige Übergangszeit. Der Platz war zwar vorhanden, doch die Zukunft blieb unsicher. Die militärischen Strukturen wurden aufgelöst, und die Stadt musste überlegen, wie das Gelände künftig genutzt werden sollte. Gleichzeitig gab es in Deutschland trotz der Einschränkungen ein wachsendes Interesse an ziviler Luftfahrt, Flugveranstaltungen und Motorflugsport. Für Broitzem bedeutete das eine langsame Verschiebung von der militärischen Nutzung hin zu einer möglichen zivilen Verwendung.
- 1920 wurde der frühere Fliegerhorst weiter abgebaut. Teile der Anlagen wurden demontiert, und Teile des Flugfeldes wurden vorübergehend anders genutzt, unter anderem als Kleingartenflächen. Der Flugplatz verschwand jedoch nicht vollständig. Gerade dieser Umstand war später entscheidend, denn die vorhandene Fläche und die luftfahrttechnische Vorgeschichte ermöglichten einen erneuten Aufbau des Flugbetriebs in den folgenden Jahren.
Zivile Neuorientierung und erste Linienverbindungen (1921 – 1926)
- 1921 bis 1924 blieb der Flugplatz Braunschweig-Broitzem nur eingeschränkt aktiv. Es gab einzelne Flugbewegungen und Veranstaltungen, aber noch keinen starken regelmäßigen Verkehr. Der Platz war in dieser Zeit eher ein ehemaliger Militärstandort mit ziviler Perspektive als ein voll entwickelter Verkehrsflugplatz. Dennoch blieb Broitzem für Braunschweig wichtig, weil die Stadt damit über ein nutzbares Luftfahrtgelände verfügte.
- 1925 erhielt der Standort neuen Auftrieb. Braunschweig-Broitzem wurde in die Fluglinie Bremen, Hannover und Leipzig eingebunden. Damit begann eine Phase, in der der Platz als ziviler Verkehrsflugplatz wahrgenommen wurde. Der regelmäßige Luftverkehr blieb zwar wirtschaftlich schwierig, aber die Einbindung in das Streckennetz zeigte, dass Braunschweig Anschluss an die Entwicklung des deutschen Luftverkehrs suchte.
- 1926 wurde die Flughafengesellschaft Braunschweig gegründet, um den Betrieb organisatorisch besser abzusichern. Der Standort wurde damit nicht mehr nur als ehemaliger Militärflugplatz betrachtet, sondern als offizieller Flughafen der Stadt. Trotzdem blieb die Lage angespannt. Der Linienverkehr entwickelte sich nicht stark genug, um den Platz allein wirtschaftlich zu tragen. Daher suchte Braunschweig nach weiteren luftfahrtbezogenen Nutzungen, die dem Flugplatz eine langfristige Aufgabe geben konnten.
Flughafen Braunschweig und Suche nach einer dauerhaften Aufgabe (1926 – 1928)
- 1926 bis 1928 wurde Broitzem als Flughafen Braunschweig genutzt. In dieser Zeit zeigte sich jedoch, dass ein reiner Verkehrsflughafen an diesem Standort nur begrenzte Möglichkeiten hatte. Der Luftverkehr war noch jung, die Nachfrage blieb überschaubar, und die Kosten des Betriebs waren hoch. Deshalb gewann die Idee an Bedeutung, den Platz nicht nur für Linienflüge, sondern auch für Ausbildung, Technik und luftfahrtnahe Einrichtungen zu verwenden.
- 1928 fiel eine wichtige Entscheidung für die Zukunft des Platzes. Die Deutsche Verkehrsfliegerschule sollte von Berlin-Staaken nach Braunschweig-Broitzem verlegt werden. Damit bekam der Flughafen eine neue und deutlich stabilere Funktion. Aus einem schwach ausgelasteten Verkehrsflugplatz wurde ein bedeutender Ausbildungsstandort für die deutsche zivile Luftfahrt. Diese Entscheidung prägte Broitzem stärker als der Linienverkehr der Jahre zuvor.
Deutsche Verkehrsfliegerschule und Ausbau des Flugplatzes (1928 – 1934)
- 1928/1929 wurde der Flugplatz umfangreich ausgebaut, um die Deutsche Verkehrsfliegerschule aufnehmen zu können. Es entstanden neue Gebäude, Hallen, Werkstätten und Schulungseinrichtungen. Besonders prägend war das große Hauptgebäude der Verkehrsfliegerschule. Der Standort wurde baulich und organisatorisch auf eine deutlich höhere Zahl an Flugbewegungen vorbereitet.
- 1929 nahm die Deutsche Verkehrsfliegerschule in Braunschweig-Broitzem ihren Betrieb auf. Der Flugplatz gewann dadurch überregionale Bedeutung. Hier wurden Verkehrsflieger ausgebildet, die später im deutschen Luftverkehr eingesetzt werden sollten. Broitzem entwickelte sich nun zu einem professionellen Schulflugplatz mit starkem Ausbildungsbetrieb. Für Braunschweig war das ein großer Schritt, denn die Stadt wurde dadurch zu einem wichtigen Standort der deutschen Luftfahrtausbildung.
- 1930 bis 1932 blieb der Ausbildungsbetrieb ein zentraler Bestandteil des Platzes. Neben der Verkehrsfliegerschule spielten auch flugsportliche Aktivitäten und technische Einrichtungen eine Rolle. In Braunschweig entstanden zunehmend luftfahrtbezogene Strukturen, die später für die weitere Entwicklung der Stadt als Luftfahrtstandort bedeutsam wurden. Broitzem war in dieser Zeit nicht nur Flugplatz, sondern auch ein Ort von Ausbildung, Technik und luftfahrtbezogener Organisation.
- 1933 veränderte die Machtübernahme der Nationalsozialisten die Rolle des Flugplatzes grundlegend. Die zivile Fassade blieb zunächst teilweise erhalten, doch die deutsche Luftfahrt wurde zunehmend auf militärische Ziele ausgerichtet. Die Deutsche Verkehrsfliegerschule spielte in dieser Übergangszeit eine besondere Rolle, weil Ausbildung und Organisation später eng mit dem Aufbau der Luftwaffe verbunden wurden.
- 1934 verließ die Deutsche Verkehrsfliegerschule den Flughafen Braunschweig-Broitzem. Im selben Jahr übernahm das Reichsluftfahrtministerium den Platz für militärische Zwecke. Damit begann die zweite große militärische Phase des Standortes. Broitzem wurde nun nicht mehr als ziviler Flughafen weiterentwickelt, sondern als Fliegerhorst der künftigen Luftwaffe ausgebaut.
Übernahme durch das Reichsluftfahrtministerium und Ausbau zum Luftwaffen-Fliegerhorst (1934 – 1936)
- 1934 begann die Einrichtung des Fliegerhorstes Braunschweig-Broitzem. Das Gelände wurde militärisch neu organisiert, und der Platz erhielt Kasernen, Hallen, Wohngebäude und weitere Einrichtungen. Gleichzeitig entstand eine Infrastruktur, die nicht mehr auf zivilen Linienverkehr, sondern auf militärische Ausbildung und Luftwaffennutzung zugeschnitten war.
- 1935 wurde Broitzem offiziell in den Aufbau der Luftwaffe eingebunden. Nach außen waren Teile der Entwicklung zuvor noch verdeckt oder über zivile Strukturen getarnt, doch mit der offenen Aufstellung der Luftwaffe änderte sich der Charakter des Standortes sichtbar. In Broitzem wurde unter anderem eine Aufklärungsfliegerschule stationiert. Die Ausbildung von Luftwaffenpersonal bestimmte nun den Alltag auf dem Platz.
- 18. Februar 1935 begann die Stadt mit dem Bau des neuen Flughafens Braunschweig-Waggum. Das war eine direkte Folge der militärischen Umwandlung Broitzems. Der zivile Luftverkehr sollte aus Broitzem herausgelöst und an einen neuen Standort verlegt werden. Waggum bot bessere Entwicklungsmöglichkeiten und wurde später zum heutigen Forschungsflughafen Braunschweig-Wolfsburg.
- 1936 wurde der zivile Verkehr auf den neuen Flughafen Braunschweig-Waggum verlagert. Damit endete die zivile Flughafenfunktion Broitzems endgültig. Broitzem blieb nun Fliegerhorst und wurde vollständig militärisch geprägt. Der Standort war in dieser Zeit eng mit der Luftwaffenausbildung verbunden und stand zugleich im Zusammenhang mit der wachsenden Luftfahrtindustrie und Forschung in Braunschweig.
Luftwaffenschulung, MIAG und militärischer Betrieb vor dem Krieg (1936 – 1939)
- 1936 bis 1937 diente Broitzem zeitweise auch als Werk- und Auslieferungsplatz für Flugzeuge, die bei der Braunschweiger MIAG in Lizenz gefertigt wurden. Dadurch war der Fliegerhorst nicht nur Ausbildungsort, sondern auch mit industriellen Luftfahrtprozessen verbunden. Diese Verbindung zwischen Flugbetrieb, Ausbildung und Fertigung unterstreicht die Bedeutung Braunschweigs als Luftfahrtstandort in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg.
- 1937 bis 1939 blieb die Aufklärungsfliegerschule ein wichtiger Nutzer des Fliegerhorstes. Der Platz war mit verschiedenen Flugzeugtypen verbunden, darunter Maschinen, die für Schulung und Aufklärungsausbildung geeignet waren. Das Flugfeld selbst bestand weiterhin aus Grasflächen, was für viele Flugplätze dieser Zeit typisch war. Die bauliche Entwicklung konzentrierte sich vor allem auf Kasernen, Hallen, Unterstände und technische Einrichtungen.
- 1939 veränderte der Beginn des Zweiten Weltkriegs die Nutzung des Fliegerhorstes erneut. Die bisherige Schul- und Ausbildungsfunktion blieb wichtig, doch der Platz wurde nun Teil der militärischen Gesamtstruktur der Luftwaffe im Krieg. Die Aufklärungsfliegerschule wurde nach Kriegsbeginn nach Großenhain in Sachsen verlegt. Danach wechselten die Nutzungen und Einheiten auf dem Platz mehrfach.
Kriegsjahre, Fallschirmschule und wechselnde Luftwaffennutzung (1940 – 1944)
- 1940 wurde Broitzem unter anderem mit der Fallschirmausbildung der Luftwaffe verbunden. Nach der Verlegung der Aufklärungsfliegerschule nutzten andere Schul- und Ergänzungsverbände den Platz. Einsatzverbände lagen dort nur zeitweise. Der Fliegerhorst blieb damit vor allem ein Ausbildungs- und Unterstützungsstandort, nicht dauerhaft ein großer Frontflugplatz.
- Mai 1940 war zeitweise eine Transport- beziehungsweise Kampfgruppe zur besonderen Verwendung in Broitzem nachweisbar. Solche Verbände nutzten Flugplätze wie Broitzem oft kurzfristig, je nach militärischer Lage und Bedarf. Die Nutzung zeigt, dass der Standort in das Netz der Luftwaffenflugplätze eingebunden war, auch wenn seine Hauptrolle weiterhin nicht in dauerhaften Fronteinsätzen lag.
- 1941 bis 1942 nutzten weitere Verbände der Luftwaffe den Fliegerhorst zeitweise. Dazu gehörten Einheiten aus dem Bereich Kampfgeschwader zur besonderen Verwendung, die vor allem mit Transport- und Sonderaufgaben verbunden waren. Solche Belegungen waren nicht immer langfristig, sondern standen im Zusammenhang mit der beweglichen Nutzung vieler deutscher Fliegerhorste während des Krieges.
- 1943 bis 1944 verschärfte sich die Kriegslage auch für Braunschweig und Broitzem. Durch die Nähe zum Flugplatz und zu Industrieanlagen im Südwesten der Stadt blieb Broitzem nicht von Luftangriffen verschont. Im alten Ortskern und in der Umgebung wurden Gebäude zerstört, darunter Wohn-, Stall- und Scheunengebäude sowie Gebäude der Marienberger Mosaikplattenfabrik. 1944 beklagte Broitzem mehrere Todesopfer infolge der Angriffe.
Kriegsende, US-Besetzung und Advanced Landing Ground R-38 (1945)
- 10. April 1945 zeigte eine alliierte Luftaufnahme den Fliegerhorst Braunschweig-Broitzem kurz vor dem Ende des Krieges. Das Gelände war durch Bombenschäden gezeichnet, und das Rollfeld wies zahlreiche Bombentrichter auf. Die Aufnahme macht deutlich, dass der Fliegerhorst in den letzten Kriegstagen nicht mehr als unversehrte Anlage bestand, sondern bereits stark beschädigt war.
- 12. April 1945 besetzten amerikanische Truppen Braunschweig und damit auch den Fliegerhorst Broitzem. Die 30. Infanterie-Division der US-Army übernahm das Gelände mit Flugzeughallen, Kasernengebäuden, Inventar, Rollfeld, getarnten Flugzeugunterständen und den Offizierswohnhäusern gegenüber den Kasernen. Für Broitzem war dies das faktische Ende der deutschen militärischen Nutzung.
- April 1945 machten amerikanische Pioniere den beschädigten Platz wieder eingeschränkt nutzbar. Dabei wurde erstmals eine feste Start- und Landebahn auf dem Gelände eingerichtet. Der Platz wurde als Advanced Landing Ground R-38 genutzt, also als vorgeschobener Landeplatz für die alliierten Streitkräfte. Diese Nutzung war jedoch nur von kurzer Dauer und diente nicht der Wiederaufnahme eines dauerhaften Flughafenbetriebs.
Britische Übernahme, Demontage und Ende des Flugbetriebs (1945)
- 5. Juni 1945 wurden die US-Truppen vertragsgemäß durch die britische Besatzungsmacht abgelöst. Damit begann die endgültige Auflösung des Flugplatzes als fliegerische Anlage. Die Briten demontierten die für den Flugbetrieb notwendigen Einrichtungen. Hallen, technische Anlagen und Flugplatzstrukturen wurden abgebaut, zerstört oder einer anderen Nutzung zugeführt.
- Juni 1945 endete der Flugbetrieb in Braunschweig-Broitzem endgültig. Der Platz wurde nicht als ziviler Flughafen reaktiviert und auch nicht dauerhaft als alliierter Militärflugplatz weitergeführt. Stattdessen begann eine neue Phase, in der das frühere Rollfeld wieder zu Acker- und Gartenland wurde. Die Luftfahrtgeschichte Broitzems war damit nach knapp drei Jahrzehnten abgeschlossen.
- 1945 richtete die britische Militärregierung in den verbliebenen Gebäuden ein Lager für Displaced Persons ein. Dort wurden Menschen untergebracht, die während des Krieges verschleppt, vertrieben oder aus anderen Gründen heimatlos geworden waren. Der ehemalige Fliegerhorst erhielt damit unmittelbar nach dem Krieg eine völlig andere Funktion. Aus einem militärischen Luftfahrtstandort wurde ein Ort der Unterbringung und Neuordnung in der Nachkriegszeit.
Nachkriegsnutzung, Landwirtschaft und ehemalige Kasernenanlagen (1946 – 1959)
- 1946 bis 1950 wurde das frühere Flugfeld größtenteils landwirtschaftlich genutzt. Auch Kleingärten entstanden wieder auf Teilen des Geländes. Von der früheren fliegerischen Nutzung blieben vor allem bauliche Reste, Kasernengebäude und einzelne Strukturen erhalten. Ein regulärer Flugbetrieb war nicht mehr möglich und wurde auch nicht wieder aufgebaut.
- 1950er Jahre blieb das Gelände ein Übergangsraum zwischen militärischer Vergangenheit und ziviler Zukunft. Einige Gebäude wurden weiter genutzt, andere verfielen. Die frühere Bedeutung des Platzes war im Stadtbild noch ablesbar, doch die Luftfahrt war aus Broitzem verschwunden. Braunschweigs weitere Luftfahrtentwicklung konzentrierte sich nun auf Waggum, wo sich nach dem Krieg Forschung, Behörden, Flugsport und später auch Unternehmensluftfahrt entwickelten.
Entstehung der Braunschweiger Weststadt auf dem ehemaligen Flugfeld (1960 – HEUTE)
- 1960 erfolgte der erste Spatenstich für den ersten Bauabschnitt der Braunschweiger Weststadt auf dem ehemaligen Flugplatzgelände. Damit begann die städtebauliche Umwandlung des alten Fliegerhorstes in ein neues Wohngebiet. Besonders das frühere Rollfeld wurde überbaut oder in die neue Stadtteilstruktur eingebunden. Aus dem Luftfahrtgelände wurde Schritt für Schritt ein ziviler Wohn- und Lebensraum.
- 1960er Jahre wurden die noch vorhandenen Bewohner und Nutzungen des früheren Fliegerhorstbereichs neu geordnet. Teile der Kasernenanlagen dienten zeitweise der Bundeswehr, unter anderem als Kaserne Broitzemer Straße. Andere Gebäude wurden von Firmen genutzt oder blieben ungenutzt. Viele bauliche Reste verschwanden im Laufe der Zeit, während einzelne Spuren der früheren Anlage noch im Stadtbild nachvollziehbar blieben.
- Heute erinnert in Braunschweig-Broitzem und der Weststadt nur noch wenig unmittelbar an den früheren Fliegerhorst. Dennoch ist die Geschichte des Platzes für die Braunschweiger Luftfahrt bedeutend. Broitzem war zuerst Militärflugplatz des Ersten Weltkriegs, danach ziviler Flughafen, anschließend Standort der Deutschen Verkehrsfliegerschule und schließlich Fliegerhorst der Luftwaffe. Sein Ende kam 1945 mit der Demontage der Flugbetriebsanlagen durch die britische Besatzungsmacht. Damit blieb Broitzem ein abgeschlossener, aber wichtiger Abschnitt der Braunschweiger Luftfahrtgeschichte.




