Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 13. Juni 2026 von Charles David Fennell

FLUGHAFEN BERLIN SCHÖNEFELD
Der alte Flughafen Berlin-Schönefeld war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Teil der Berliner Luftfahrt. Besonders in der DDR-Zeit hatte er eine große Bedeutung. Nach der Wiedervereinigung wurde Schönefeld weiter genutzt und entwickelte sich später auch zu einem wichtigen Standort für Ferienflüge und Billigfluglinien.
Mit der Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg wurde Schönefeld als eigener Flughafen geschlossen. Das alte Terminal wurde zunächst als Terminal 5 in den BER übernommen. Damit ging die Geschichte von Berlin-Schönefeld nicht sofort zu Ende, sondern wurde Teil des neuen Hauptstadtflughafens. Später wurde Terminal 5 jedoch endgültig außer Betrieb genommen. Heute erinnert Schönefeld vor allem an ein wichtiges Kapitel der Berliner Flughafengeschichte.
Flughafen Schönefeld
12521 Berlin
IATA: SXF
ICAO: EDDB (ETBS bis 1995)
RUNWAYS:
07R/25L 3000×45m Asphalt (vor dem Umbau)
07L/25R 2710×45m Beton (in Betrieb bis 2008)
24R/06L 3600x45m Asphalt (nach dem Umbau)
GESCHICHTE
Vom Ackerland zum Werkflugplatz der Henschel-Flugzeugwerke (1934 – 1945)
- 15. Oktober 1934: Auf dem Gelände südöstlich von Berlin begann der Aufbau der Henschel-Flugzeug-Werke in Schönefeld. Das Areal war ursprünglich kein ziviler Verkehrsflughafen, sondern ein Werkflugplatz mit industrieller Funktion. Zum Komplex gehörten Produktionsanlagen und drei betonierte Start- und Landebahnen. Schönefeld wurde damit in der Zeit des Nationalsozialismus zu einem wichtigen Standort der deutschen Rüstungs- und Flugzeugindustrie. Dort wurden unter anderem Kampfflugzeuge, Flugzeugteile und Waffensysteme entwickelt, getestet und gebaut. Die Geschichte dieses ersten Flugplatzes ist eng mit Zwangsarbeit, Kriegsproduktion und der nationalsozialistischen Luftfahrtindustrie verbunden.
- 1938: Die Bauten des Werkflugplatzes waren weitgehend fertiggestellt und wurden in der werkseigenen Außendarstellung der Henschel-Werke präsentiert. Die Anlage war nicht als öffentlicher Flughafen gedacht, sondern als Teil eines großen Produktionsstandortes. Die Architektur und die Werksstruktur wurden in kurzer Zeit aufgebaut, weil die Produktion von Schlachtflugzeugen, Sturzkampfflugzeugen und Gleitbomben stark zunahm.
- 1939 bis 1945: Während des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich Schönefeld zu einem bedeutenden Rüstungsstandort. Zeitweise arbeiteten dort mehr als 10.000 Menschen. Darunter waren viele Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern. Der spätere Flughafenstandort hatte damit eine schwere Vorgeschichte, die weit über die reine Luftfahrttechnik hinausgeht.
- 22. April 1945: Gegen Ende der Schlacht um Berlin wurde das Gelände der Henschel-Flugzeug-Werke von sowjetischen Truppen besetzt. Die Anlagen für den Flugzeugbau wurden danach demontiert, abtransportiert oder zerstört. Damit endete die erste Phase Schönefelds als militärisch-industrieller Werkflugplatz.
Neubeginn unter sowjetischer Kontrolle und Aufbau des zivilen Flughafens (1946 – 1949)
- Ende Mai 1946: Die sowjetische Fluggesellschaft Aeroflot nahm eine Linienverbindung zwischen Berlin-Schönefeld und Moskau auf. Damit begann die zivile Nutzung des Standortes nach dem Krieg. Aus dem ehemaligen Werksflugplatz entwickelte sich schrittweise ein Verkehrsflughafen.
- 1946: Die sowjetischen Luftstreitkräfte verlegten Aktivitäten von Johannisthal nach Schönefeld. Das Gelände bekam dadurch eine neue Rolle im Berliner Luftverkehr der Nachkriegszeit. Während Tempelhof und später Tegel stark durch den besonderen Status Berlins geprägt waren, lag Schönefeld außerhalb der damaligen Berliner Stadtgrenzen und damit in einem anderen politischen Rahmen.
- 17. Juli 1947: Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland ordnete den Aufbau eines zivilen Flughafens in Schönefeld an. Dieser Schritt gilt als entscheidender Beginn des eigentlichen Verkehrsflughafens Berlin-Schönefeld. Schönefeld wurde damit nicht nur ein technischer Standort, sondern auch ein politisch wichtiger Flughafen im sowjetisch kontrollierten Teil Deutschlands.
- 1947 bis 1949: In den ersten Nachkriegsjahren wurde das frühere Henschel-Gelände umgenutzt. Teile der Anlagen dienten zeitweise der Reparatur von Eisenbahnen sowie dem Bau und der Instandsetzung von Landmaschinen. Parallel dazu entwickelte sich der zivile Flugbetrieb weiter. Aus einem kriegsbelasteten Industriegelände wurde Schritt für Schritt ein Flughafen mit wachsender Bedeutung für Ost-Berlin und die spätere DDR.
Schönefeld wird zum Flughafen der DDR (1949 – 1959)
- 1949: Mit der Gründung der DDR gewann Schönefeld weiter an politischer Bedeutung. Der Flughafen lag im Gebiet der DDR und wurde zum wichtigsten Luftverkehrsstandort für Ost-Berlin. Seine Lage außerhalb der Viermächte-Regelungen für die innerstädtischen Berliner Flughäfen machte ihn besonders interessant. Während in Tempelhof und Tegel nur bestimmte alliierte Fluggesellschaften verkehren konnten, war Schönefeld grundsätzlich offen für Fluggesellschaften aus vielen Ländern.
- 1950er Jahre: Der Flughafen wurde weiter ausgebaut und auf den wachsenden zivilen Luftverkehr vorbereitet. Schönefeld entwickelte sich in dieser Zeit zum wichtigsten internationalen Zugang der DDR. Der Standort war nicht nur Verkehrsinfrastruktur, sondern auch ein Schaufenster des Staates nach außen.
- 1959: Der ursprüngliche Ausbau des zivilen Flughafens war im Wesentlichen abgeschlossen. Damit war die Grundlage für die spätere Entwicklung zum Zentralflughafen der DDR gelegt. Von nun an wurde Schönefeld über Jahrzehnte immer wieder erweitert und an neue Anforderungen angepasst.
Ausbaupläne und politische Rolle im Kalten Krieg (1960 – 1969)
- 1960: Die DDR-Führung beschloss einen Generalplan zum Ausbau von Berlin-Schönefeld zum Zentralflughafen. Ziel war ein moderner Flughafen, der dem kommenden Strahlflugverkehr und steigenden Passagierzahlen gerecht werden sollte. Die Planungen sahen unter anderem getrennte Bereiche für Kurz- und Langstreckenverkehr, neue Abfertigungsgebäude, zusätzliche Piers, weitere Start- und Landebahnen sowie eine bessere Bahn- und Verkehrsanbindung vor.
- 1960: Schönefeld wurde zunehmend auch von Reisenden aus West-Berlin und Westdeutschland genutzt. Ziele wie Prag oder Budapest waren über Schönefeld erreichbar und wurden von den westlichen Berliner Flughäfen nicht in gleicher Form angeboten. Für die DDR war das wirtschaftlich interessant, weil der Flughafen Devisen einbrachte und zugleich politisch als internationales Aushängeschild dienen konnte.
- 1961: Nach dem Bau der Berliner Mauer bekam Schönefeld eine noch stärkere politische Bedeutung. Der Flughafen wurde für die DDR zu einem Instrument im Kalten Krieg. Die Hauptverwaltung der Zivilen Luftfahrt verfolgte das Ziel, Schönefeld als Drehkreuz zwischen Ost und West zu etablieren. Der Standort sollte Reisende aus dem Westen anziehen, Einnahmen bringen und die internationale Anerkennung der DDR stärken.
- 1963: Eine Buslinie zwischen Charlottenburg in West-Berlin und dem Flughafen Schönefeld nahm den Betrieb auf. Diese Verbindung erleichterte westlichen Reisenden den Zugang zum Flughafen und machte Schönefeld noch attraktiver für Passagiere aus dem Westteil der Stadt.
- 1969: Der Flughafen überschritt erstmals die Marke von einer Million Passagieren pro Jahr. Damit war Schönefeld endgültig kein kleiner Nachkriegsflugplatz mehr, sondern ein wachsender internationaler Verkehrsflughafen.
Zentralflughafen, Interflug-Heimatbasis und DDR-Schaufenster (1970 – 1979)
- 1970er Jahre: Schönefeld wurde im Selbstverständnis der DDR zum „Tor zur Welt“. Von hier aus starteten Urlaubsflüge, Linienflüge in sozialistische Staaten und Verbindungen in ausgewählte internationale Zielgebiete. Die DDR präsentierte den Flughafen als modernen, weltoffenen Verkehrsknoten, auch wenn die Reisefreiheit für die meisten DDR-Bürger stark eingeschränkt blieb.
- 1970er Jahre: Der Flughafen war eng mit der staatlichen Fluggesellschaft Interflug verbunden. Interflug prägte über Jahrzehnte das Bild von Schönefeld. Der Flughafen war Heimatbasis, Abfertigungsort und politisches Symbol zugleich. Er stand für den Anspruch der DDR, mit eigener Luftfahrt international sichtbar zu sein.
- 1976: Die Neue Passagier-Abfertigung, kurz NPA, wurde eröffnet. Dieses Gebäude wurde später als Terminal A beziehungsweise Terminalbereich L bekannt. Mit der NPA erhielt Schönefeld eine deutlich modernere Abfertigungsstruktur. Der Bau war ein wichtiger Schritt, um das steigende Passagieraufkommen und den internationalen Verkehr besser bewältigen zu können.
- Ende der 1970er Jahre: Schönefeld wurde stärker zu einem Flughafen mit mehreren Funktionen. Er war Verkehrsflughafen, Interflug-Basis, Grenzübergangsstelle und Empfangsort für Staatsgäste. Diese Mischung machte ihn zu einem der interessantesten deutschen Flughafenstandorte des Kalten Krieges.
Erweiterungen, Sonderbereiche und späte DDR-Jahre (1980 – 1989)
- Anfang der 1980er Jahre: Teile des südlichen Flughafenbereichs wurden auch militärisch und für Regierungsflüge genutzt. Das Transportfliegergeschwader 44 der NVA verlegte Regierungsflugzeuge nach Schönefeld, weil viele staatliche Flüge direkt ab Berlin begannen. Damit blieb der Flughafen auch im Bereich der Regierungs- und Sonderfliegerei bedeutsam.
- 1984: Der spätere Terminalbereich Q war als besonders gesicherter Sonderbereich in Betrieb. Er diente als separate Abfertigung für ausgewählte VIP-Reisende, Regierungsbesuche und besonders sensible Flüge. Diese Funktion zeigt, dass Schönefeld nicht nur ein ziviler Massenflughafen war, sondern auch eine wichtige Bühne für staatliche Repräsentation.
- 1985: Der Flughafen wurde um Gebäude erweitert, die später als Terminal B und Terminal C beziehungsweise als Terminalbereiche K und Q bekannt wurden. Damit wuchs die Abfertigungskapazität weiter. Schönefeld bekam eine Struktur, die in Grundzügen noch bis in die BER-Zeit hinein sichtbar blieb.
- 1986: In Schönefeld ereignete sich eines der schwersten Flugunglücke der DDR-Geschichte. Nach Angaben der Flughafengeschichte starben dabei 72 Menschen, darunter 20 Schulkinder. Dieses Ereignis gehört zu den tragischen Kapiteln der Schönefelder Geschichte.
- 6. Oktober 1989: Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow traf mit seiner Frau Raissa Gorbatschowa in Schönefeld ein. Er wurde von Erich Honecker empfangen und nahm an den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR teil. Nur wenige Wochen später fiel die Berliner Mauer. Der Besuch steht rückblickend für das Ende einer politischen Epoche, in der Schönefeld eine besondere Rolle als Bühne der DDR-Außenwirkung spielte.
- 1989: Ein weiteres schweres Flugunglück ereignete sich bei Schönefeld. Eine Maschine stürzte nach einem technischen Problem hinter der Start- und Landebahn auf ein Feld. Dabei kamen 22 von 113 Insassen ums Leben.
Umbruch nach der Wiedervereinigung und Verlust der alten Rolle (1990 – 1996)
- 1990: Mit der deutschen Wiedervereinigung verlor Schönefeld seine Funktion als Zentralflughafen der DDR. Der Flughafen blieb zwar in Betrieb, musste sich aber in einer völlig neuen Berliner Flughafenlandschaft behaupten. Tegel war moderner, lag günstiger im Stadtgebiet und zog viele Fluggesellschaften an. Schönefeld fiel zunächst deutlich zurück.
- 7. Februar 1991: Die Treuhand beschloss die Liquidation der Interflug. Damit endete die Geschichte der DDR-Fluggesellschaft, die Schönefeld über Jahrzehnte geprägt hatte. Der Verlust der Interflug war für den Flughafen ein harter Einschnitt.
- 30. April 1991: Interflug hörte auf zu existieren. Die Passagierzahlen in Schönefeld gingen danach dramatisch zurück. Ein Flughafen, der zuvor als staatliches Tor zur Welt inszeniert worden war, musste sich nun als normaler Standort im vereinigten deutschen Luftverkehr neu erfinden.
- 1991 bis 1993: Der Flughafen wurde zeitweise als Standort des Lufttransportgeschwaders 65 der Bundeswehr genutzt. Damit blieb Schönefeld auch nach der Wiedervereinigung kurzzeitig in einem militärisch-staatlichen Zusammenhang präsent.
- 1993: Am Terminal A wurden Fluggastbrücken gebaut. Bis dahin mussten Passagiere zu vielen Flugzeugen zu Fuß gehen. Diese Modernisierung war ein sichtbarer Schritt in Richtung eines zeitgemäßeren Abfertigungsbetriebes.
- 1995: Die Erweiterung des Terminal A wurde beschlossen. Schönefeld wurde damit trotz schwieriger Marktposition weiterentwickelt. Der Flughafen sollte nicht aufgegeben werden, sondern blieb Teil der langfristigen Berliner Flughafenplanung.
- 1996: Berlin, Brandenburg und der Bund einigten sich auf den Bau eines neuen internationalen Flughafens für Berlin und Brandenburg. Als Standort wurde Schönefeld festgelegt. Dieser Beschluss war der Wendepunkt für die Zukunft des alten Flughafens, denn aus dem bisherigen SXF sollte langfristig der neue Hauptstadtflughafen BER hervorgehen.
Schönefeld als Übergangsflughafen und Low-Cost-Standort (1997 – 2010)
- Ende der 1990er Jahre: Schönefeld blieb zunächst vor allem ein Flughafen für Charterverkehr und einzelne internationale Verbindungen. Während Tegel den klassischen Linienverkehr dominierte, entwickelte sich Schönefeld langsam zu einem Standort für preisgünstige und touristische Verbindungen.
- 2003: Der Flughafen wurde zunehmend von Low-Cost-Airlines genutzt. Gesellschaften wie Ryanair, V Bird und Germanwings trugen dazu bei, Schönefeld wieder stärker in den Berliner Luftverkehr einzubinden. Der Flughafen fand damit eine neue Rolle: weniger repräsentativer Hauptstadtflughafen, dafür praktischer Standort für günstige Europaverbindungen.
- 2004: easyJet nahm Schönefeld als wichtigen Standort auf. Die britische Low-Cost-Airline steigerte die Attraktivität des Flughafens deutlich und bot zahlreiche Nonstop-Ziele ab Berlin-Schönefeld an. Damit begann eine neue Wachstumsphase.
- 2005: Germanwings stationierte zwei Flugzeuge in Schönefeld und ergänzte damit das Angebot ab SXF. Der Flughafen gewann weiter an Bedeutung im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr.
- 2010: Schönefeld hatte sich vom eher schwachen Nachwende-Flughafen zu einem der dynamischsten deutschen Wachstumsstandorte entwickelt. Bis 2010 stieg die Zahl der Passagiere auf rund 7,3 Millionen. Mehr als 80 Prozent des Verkehrs entfielen auf Low-Cost-Gesellschaften.
BER-Verzögerungen, provisorisches Wachstum und steigende Belastung (2011 – 2019)
- 2011: Das Brandenburger Verkehrsministerium genehmigte den neuen Regierungsflughafen am Standort Schönefeld. Dort sollten Regierungsflugzeuge stationiert und ausländische Staatsgäste empfangen werden. Damit blieb der Standort auch im neuen Hauptstadtflughafen-Konzept politisch bedeutsam.
- 2013: Die Betriebsflächen und Terminalbereiche wurden weiter ertüchtigt. Terminal B wurde an steigende Passagierzahlen angepasst, Sanitärbereiche wurden erneuert, und der Flughafen fertigte mehr als 6,7 Millionen Passagiere ab. Schönefeld musste weiter funktionieren, obwohl der neue BER längst im Bau war und sich dessen Eröffnung wiederholt verzögerte.
- 5. Mai 2014: easyJet und die Flughafengesellschaft feierten zehn Jahre easyJet in Schönefeld. Bis dahin hatte die Airline mehr als 30 Millionen Passagiere von und nach Berlin befördert. Das zeigt, wie stark easyJet den Flughafen in dieser Phase prägte.
- Mai bis Oktober 2015: Die Start- und Landebahn des Flughafens Schönefeld wurde saniert. Diese Bahn wurde später zur Nordbahn des BER. Während der Arbeiten lief der Flugbetrieb zeitweise über die künftige Südbahn des BER. Gleichzeitig gab der Aufsichtsrat Mittel frei, um das Wachstum bis zur BER-Eröffnung abzusichern und den Standort weiterzuentwickeln.
- 2016: Schönefeld erreichte den zehnmillionsten Passagier eines Jahres. Wegen des starken Wachstums wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Dazu gehörten ein neues Terminal im Norden von SXF, die Erweiterung des bestehenden Terminal B, neue Parkflächen und ein Fernbusbahnhof.
- 2017: Schönefeld wuchs weiter und erreichte rund 12,9 Millionen Passagiere. Die Flughafenflächen wurden erneut verbessert und erweitert, damit der alte Flughafen und der neue BER künftig parallel betrieben werden konnten. Zwischen Juli und Oktober 2017 wurde der Verkehr, wie schon 2015, zeitweise über die künftige BER-Südbahn abgewickelt.
- 2018: Rund 12,7 Millionen Passagiere nutzten Schönefeld. Ende November wurde eine temporäre Wartehalle mit fünf Gates und rund 2.600 Quadratmetern Fläche errichtet. Sie sollte während der Sanierung von Pier 3a zusätzliche Kapazität schaffen.
- 2019: Rund 11,4 Millionen Passagiere starteten und landeten in Schönefeld. Mit Blick auf den geplanten Weiterbetrieb als BER Terminal 5 wurden Servicequalität und Abläufe weiter verbessert. Ab Januar 2019 wurde Pier 3a im Terminal A saniert, um die vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen.
Aus SXF wird BER Terminal 5 (2020 – 2021)
- Ende März 2020: Vor der Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg wurden die alten Terminalbezeichnungen in Schönefeld geändert. Aus den bisherigen Bereichen A, B, C und D wurden die Terminalbereiche K, L, Q und M. Diese Umbenennung sollte doppelte Bezeichnungen am neuen BER vermeiden.
- 25. Oktober 2020: Der Flughafen Berlin-Schönefeld verlor seine Eigenständigkeit. Der bisherige IATA-Code SXF wurde in den Buchungssystemen durch BER ersetzt. Schönefeld wurde damit nicht mehr als separater Flughafen geführt, sondern als Terminal 5 des neuen Flughafens Berlin Brandenburg. Für die Berliner Flughafengeschichte war das ein markanter Einschnitt: Der Name SXF verschwand aus dem aktiven Linienverkehr.
- 31. Oktober 2020: Der Flughafen Berlin Brandenburg wurde eröffnet. Die bestehenden Anlagen des alten Flughafens Schönefeld blieben zunächst als BER Terminal 5 in Betrieb. Damit lebte ein Teil der alten SXF-Infrastruktur weiter, nun aber unter dem Dach des neuen BER.
- 23. Februar 2021: Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH schloss Terminal 5 vorübergehend. Grund waren die stark gesunkenen Passagierzahlen während der Corona-Pandemie. Der verbleibende Verkehr konnte über Terminal 1 abgewickelt werden.
Dauerhafte Stilllegung und Ende des alten Schönefeld-Terminals (2022)
- 18. November 2022: Der Aufsichtsrat entschied, Terminal 5 nicht wieder in Betrieb zu nehmen. Die Flughafengesellschaft begründete dies damit, dass die Konzentration des Verkehrs im zentralen BER-Bereich für Passagiere, Partner und den Betrieb die bessere Lösung sei. Damit endete die aktive Nutzung der früheren Schönefelder Terminalanlagen im regulären Luftverkehr endgültig.
- 2022: Mit der dauerhaften Schließung von Terminal 5 verschwand der alte Flughafen Berlin-Schönefeld als sichtbarer Passagierstandort aus dem Berliner Luftverkehr. Die Geschichte des Geländes ging jedoch weiter, denn die Start- und Landebahn sowie große Teile der Infrastruktur wurden Teil des BER. Aus SXF wurde damit kein vollständig verschwundener Ort, sondern ein historischer Kern des heutigen Hauptstadtflughafens.




