Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 11. August 2026 von Charles David Fennell

Air Base

LAAGE (GERMAN AIR FORCE)

Der heutige Fliegerhorst Laage (RLG / ETNL) südlich von Rostock gehört zu den vergleichsweise jungen großen Militärflugplätzen Deutschlands. Anders als zahlreiche deutsche Fliegerhorste reicht seine Geschichte nicht bis in die Zeit vor oder während des Zweiten Weltkriegs zurück. Laage entstand erst in der Schlussphase des Kalten Krieges als moderner Neubau für die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee der DDR. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Platz zu einem bedeutenden Standort der NVA-Frontfliegerkräfte und beherbergte mit dem Jagdbombenfliegergeschwader 77 und dem Marinefliegergeschwader 28 gleich zwei mit Suchoi Su-22 ausgerüstete Kampfverbände.

Nach der deutschen Wiedervereinigung änderte sich die Rolle des Flugplatzes grundlegend. Die Bundeswehr übernahm Laage und entwickelte den Standort zu einem der wichtigsten Jagdflugzeugstützpunkte der Luftwaffe. Nach der MiG-29 und der F-4F Phantom II begann hier 2004 als erstem Einsatzverband der deutschen Luftwaffe die Ära des Eurofighters. Heute ist der Fliegerhorst Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ und vor allem das zentrale Ausbildungszentrum für die deutschen Eurofighter-Piloten.

Fliegerhorst Laage

Daimler-Benz-Allee 2a
D-18299 Laage

IATA: RLG
ICAO: ETNL

RUNWAY:
10/28 (2500×45m) Beton


SIEHE AUCH

ETNL/RLG Rostock-Laage


GESCHICHTE

Erste Planungen für einen neuen Militärflugplatz im Raum Rostock (1969–1977)
  • 1969: In der DDR begann die Suche nach einem geeigneten Standort im Raum Rostock für einen neuen Flugplatz. Hintergrund waren Überlegungen zum Aufbau eigener Marinefliegerkräfte. In den frühen Planungen war sogar eine zivile Mitnutzung vorgesehen. Zunächst wurde ein Standort nahe Ziesendorf südwestlich von Rostock favorisiert.
  • 1972: Zwischen dem Kommando der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung und dem Kommando der Volksmarine fanden weitere Beratungen über die Aufstellung eines Marinefliegerverbandes statt. Dabei ging es nicht nur um den Standort, sondern auch um die organisatorische Führung und das künftige Kampfflugzeugmuster.
  • Anfang der 1970er-Jahre: Die ursprünglichen Planungen für einen Flugplatz bei Ziesendorf wurden aufgegeben. Der Bau der Autobahn Berlin–Rostock beeinflusste die Standortfrage wesentlich und machte eine andere Lösung erforderlich.
  • Sommer 1974: Die Planungen konzentrierten sich nun auf das Gebiet bei Laage. Gleichzeitig verlangte das Vereinte Oberkommando des Warschauer Paktes eine stärkere Fähigkeit der NVA zur Unterstützung der Landstreitkräfte aus der Luft. Damit gewann neben dem geplanten Marinefliegerverband auch die Aufstellung eines weiteren Jagdbombenfliegergeschwaders an Bedeutung. Für diesen Verband wurde später die Bezeichnung JBG-77 vorgesehen.
  • Mitte der 1970er-Jahre: Die Luftstreitkräfte und die Volksmarine einigten sich darauf, beide geplanten Verbände zunächst gemeinsam in Laage zu stationieren. Dadurch musste der Flugplatz größer ausgelegt werden als ursprünglich vorgesehen. Neben den eigentlichen Flugbetriebsflächen entstanden umfangreiche technische Bereiche, Staffelräume, Sicherstellungseinrichtungen und Wohnanlagen.
Bau eines modernen NVA-Einsatzflugplatzes (1978–1984)
  • Ab 1978/1979: Die eigentliche Errichtung des neuen Militärflugplatzes Laage begann. Verschiedene historische Angaben nennen 1978 beziehungsweise 1979 als Beginn der Arbeiten; der Hauptausbau erfolgte in den frühen 1980er-Jahren. Der Standort entstand praktisch auf der grünen Wiese zwischen Laage und Kronskamp.
  • 1980–1984: In mehreren Bauabschnitten entstanden die Start- und Landebahn, Rollwege, Abstellbereiche, technische Einrichtungen, militärische Betriebsflächen sowie die für einen modernen Kampfflugzeugstützpunkt erforderliche Infrastruktur. Der Platz war für einen umfangreichen Flugbetrieb mit strahlgetriebenen Kampfflugzeugen ausgelegt.
  • 1981–1987: Parallel zum Flugplatz wurde vor allem die Wohnzone Kronskamp erheblich erweitert. Für Soldaten, technische Spezialisten und deren Familien entstanden mehrere hundert Wohnungen; zusätzliche Wohnungen wurden in Rostock-Dierkow errichtet. Der neue Flugplatz hatte damit erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des gesamten Standortes Laage.
  • Mai 1983: Personal und Technik aus dem Jagdbombenfliegergeschwader 37 begannen mit der schrittweisen Übernahme des neuen Flugplatzes. Damit wurde Laage bereits vor der offiziellen Aufstellung seines eigenen Jagdbombenverbandes militärisch genutzt.
  • 1983: Die NVA legte außerdem fest, dass Laage bei höherer Gefechtsbereitschaft als Dezentralisierungsflugplatz für weitere Jagdfliegerkräfte dienen sollte. Dadurch erhielt der Neubau über die beiden später dort stationierten Verbände hinaus eine zusätzliche operative Bedeutung.
Aufstellung des Jagdbombenfliegergeschwaders 77 (1984–1985)
  • 18. Mai bis 21. Juli 1984: Die ersten acht vorgesehenen Piloten des neuen Verbandes wurden im sowjetischen Krasnodar auf die Suchoi Su-22M4 umgeschult. Weitere Besatzungen folgten anschließend.
  • 15. Juli 1984: Ein Vorkommando nahm seine Tätigkeit zur Vorbereitung der Aufstellung des Jagdbombenfliegergeschwaders 77 auf. Parallel wurden Personal, Fahrzeuge, technische Ausrüstung und die ersten Flugzeuge für Laage zusammengeführt.
  • 1. November 1984: Das Jagdbombenfliegergeschwader 77, kurz JBG-77, wurde offiziell aufgestellt. Der Verband entstand teilweise aus Personal des bereits vorhandenen JBG-37 und war von Beginn an für den Einsatz der Suchoi Su-22 vorgesehen.
  • November 1984: Personal und Material wurden mit Militärtransportzügen nach Laage verlegt. Die neuen Su-22 wurden aus der Sowjetunion teilweise zerlegt mit schweren Transportflugzeugen nach Ostdeutschland gebracht, dort montiert und anschließend von NVA-Piloten nach Laage überführt.
  • 1. Dezember 1984: In Laage standen zunächst zwölf Su-22M4 und zwei zweisitzige Su-22UM3K zur Verfügung. Damit begann die eigentliche Aufbau- und Ausbildungsphase des Geschwaders.
  • 1984: Mit der Aufstellung des JBG-77 galt der Militärflugplatz Laage als einsatzbereiter Flugplatz der NVA. Die Su-22M4 war zu diesem Zeitpunkt eines der modernsten Kampfflugzeuge der DDR und für Angriffe gegen Bodenziele, taktische Aufklärung sowie die Unterstützung von Landstreitkräften vorgesehen.
  • 2. Juni 1985: Der Bestand des JBG-77 war bereits auf 24 Su-22M4 und drei zweisitzige Su-22UM3K angewachsen. Später standen vier zweisitzige Schul- und Einsatztrainer zur Verfügung.
  • 1. Dezember 1985: Nach Abschluss wesentlicher Aufbau- und Ausbildungsmaßnahmen wurde das JBG-77 in das Gefechtssystem der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung der DDR übernommen.
Aufbau des Marinefliegergeschwaders 28 und Doppelbelegung von Laage (1985–1989)
  • 12. August 1985: Das Vorkommando für das künftige Marinefliegergeschwader 28 nahm in Laage seine Arbeit auf. Der Aufbau erfolgte unter strenger Geheimhaltung parallel zum bereits vorhandenen JBG-77.
  • 27. November 1985: Mit einem Formierungsappell wurde ein wichtiger Schritt beim Aufbau des MFG-28 vollzogen. Der Verband war jedoch organisatorisch und personell noch nicht vollständig aufgestellt.
  • 10. Dezember 1985: Das Marinefliegergeschwader nahm seinen Flugbetrieb auf. Anfangs erfolgten Teile der fliegerischen Ausbildung gemeinsam mit dem JBG-77. Auch das MFG-28 wurde mit Su-22M4 und zweisitzigen Su-22UM3K ausgestattet.
  • 1986: Die Ausbildung wurde intensiviert. Teile des Verbandes verlegten zeitweise unter anderem nach Peenemünde und Holzdorf. Damit wurde das MFG schrittweise auf seinen vorgesehenen Einsatzauftrag vorbereitet.
  • 1985–1987: Obwohl das MFG-28 für Aufgaben der Volksmarine vorgesehen war, unterstand es im Frieden organisatorisch weitgehend den Luftstreitkräften der NVA. Diese ungewöhnliche Struktur erleichterte Ausbildung, Wartung, Versorgung und Flugbetrieb, da JBG-77 und MFG-28 den gleichen Flugzeugtyp einsetzten.
  • Februar 1987: Das JBG-77 erhielt den Traditionsnamen „Gebhard Leberecht von Blücher“. Der Standort Laage wurde dadurch öffentlich vor allem mit dem sogenannten Blüchergeschwader verbunden.
  • 31. Oktober/27. November 1987: Die mehrjährige Formierungsphase des MFG-28 wurde abgeschlossen. Laage war damit endgültig Standort zweier vollwertiger Su-22-Kampfverbände.
  • 29. Februar 1988: Dem Marinefliegergeschwader 28 wurde offiziell seine Truppenfahne übergeben.
  • 1988–1989: Staffeln des MFG-28 nahmen an Austausch- und Ausbildungsmaßnahmen mit sowjetischen Marinefliegerverbänden im Raum Kaliningrad teil. Dadurch wurde die vorgesehene Rolle des Verbandes für Operationen über der Ostsee weiter vertieft.
  • 6. Oktober 1989: Das MFG-28 erhielt den Ehrennamen „Paul Wieczorek“. Erst zu diesem Zeitpunkt trat der bis dahin weitgehend geheim gehaltene Charakter des Marinefliegerverbandes deutlicher nach außen.
Politischer Umbruch und Ende der NVA-Fliegerei in Laage (1989–1990)
  • Herbst 1989: Mit dem politischen Umbruch in der DDR änderten sich auch die Rahmenbedingungen für die beiden Laager Geschwader grundlegend. Die bisher streng abgeschotteten militärischen Strukturen öffneten sich zunehmend gegenüber westlichen Besuchern und Medien.
  • 21.–22. Mai 1990: Ein Team der britischen Fachzeitschrift Air Forces Monthly besuchte das MFG-28 in Laage. Noch wenige Monate zuvor wäre ein solcher Besuch eines westlichen Luftfahrtmediums auf einem der modernsten NVA-Kampfjetstützpunkte kaum vorstellbar gewesen.
  • 20. Juli 1990: Beim MFG-28 wurden offiziell Marinedienstgrade eingeführt. Damit wurde die Verbindung zur Volksmarine auch äußerlich deutlicher erkennbar. Diese organisatorische Veränderung kam jedoch nur wenige Monate vor dem Ende der DDR.
  • 27. September 1990: Für JBG-77 und MFG-28 war ein letzter Flugtag vorgesehen. Wegen eines bestehenden Flugverbotes durften die Su-22 jedoch nicht mehr starten. Die Maschinen rollten lediglich über die Start- und Landebahn. Dieser sogenannte „Rolltag“ markierte praktisch das Ende der aktiven NVA-Kampffliegerei in Laage.
  • 3. Oktober 1990: Mit der deutschen Wiedervereinigung ging der Militärflugplatz Laage in die Verantwortung der Bundeswehr über. Die Luftwaffe wurde neuer militärischer Hausherr des Standortes.
  • 31. Dezember 1990: Sowohl das Jagdbombenfliegergeschwader 77 als auch das Marinefliegergeschwader 28 wurden offiziell aufgelöst. Damit endete die erste militärische Epoche des Flugplatzes nur rund sechs Jahre nach seiner Inbetriebnahme.
Neuausrichtung unter der Bundeswehr und Beginn der zivilen Mitnutzung (1990–1993)
  • 1990–1991: Die Bundeswehr bewertete die übernommenen militärischen Standorte der ehemaligen DDR neu. Zahlreiche Flugplätze wurden aufgegeben. Laage besaß dagegen eine relativ moderne Infrastruktur und bot aufgrund seiner Lage sowie seiner Erweiterungsmöglichkeiten gute Voraussetzungen für eine langfristige militärische Nutzung.
  • 1991: Parallel zur Neuorganisation der ostdeutschen Luftwaffenverbände entschied sich die Bundeswehr, die 24 von der NVA übernommenen MiG-29 weiter zu betreiben. Die Maschinen stammten allerdings nicht aus Laage, sondern vom Jagdfliegergeschwader 3 in Preschen. Dort entstand zunächst das Erprobungsgeschwader MiG-29.
  • Januar 1992: Ein Mitbenutzungsvertrag zwischen Bundeswehr und ziviler Seite schuf die Grundlage für die zivile Nutzung des bislang ausschließlich militärischen Flugplatzes. Damit entstand die bis heute charakteristische Kombination aus militärischem Fliegerhorst und zivilem Flughafen Rostock-Laage.
  • 1992: Der zivile Luftverkehr begann. Die militärische Infrastruktur einschließlich Start- und Landebahn sowie Flugsicherung blieb dabei eng mit dem Betrieb des Fliegerhorstes verbunden.
  • 1993: Die zivile Flughafengesellschaft begann mit dem Ausbau eigener Abfertigungsanlagen. Für den militärischen Teil fiel gleichzeitig eine noch wesentlich wichtigere Entscheidung: Laage sollte neuer Standort eines Jagdgeschwaders der Luftwaffe werden.
Laage wird MiG-29-Stützpunkt der Luftwaffe (1993–1997)
  • Februar 1993: Die Luftwaffe entschied, das Erprobungsgeschwader MiG-29 in Preschen mit dem Jagdbombergeschwader 35 aus Pferdsfeld organisatorisch zusammenzuführen. Aus beiden Verbänden sollte das Jagdgeschwader 73 entstehen. Damit trafen personell und technisch zwei völlig unterschiedliche militärische Traditionen aufeinander.
  • 31. Mai 1993: Das Jagdgeschwader 73 wurde neu aufgestellt. Die MiG-29 bildeten die 1. Staffel, während die mit F-4F Phantom II ausgerüsteten Kräfte zunächst weiterhin in Pferdsfeld blieben.
  • 1993–1994: Laage wurde für die Aufnahme des neuen Jagdgeschwaders vorbereitet. Die vorhandene NVA-Infrastruktur musste teilweise an Bundeswehr- und NATO-Standards angepasst beziehungsweise erweitert werden.
  • 1. Oktober 1994: Die Verlegung der MiG-29 von Preschen nach Laage begann beziehungsweise wurde organisatorisch wirksam. Bis Ende des Jahres befand sich die MiG-Komponente des JG 73 vollständig am neuen Standort.
  • Ende 1994: Mit der MiG-29 erhielt Laage einen weltweit ungewöhnlichen Status. Die ehemaligen NVA-Kampfflugzeuge gehörten nun zu einer NATO-Luftwaffe und ermöglichten westlichen Piloten erstmals regelmäßig, gegen ein modernes sowjetisches Kampfflugzeug zu trainieren. Die Laager MiG-29 nahmen deshalb in den folgenden Jahren an zahlreichen internationalen Übungen teil und wurden auch mehrfach in die USA verlegt.
  • 1996: Eine deutsche MiG-29 ging bei einem Flugunfall verloren. Damit verblieben 23 Maschinen im Bestand; später wurde ein weiteres Flugzeug für museale Zwecke abgegeben.
MiG-29 und F-4F Phantom II gemeinsam in Laage (1997–2002)
  • Sommer 1997: Die F-4F Phantom II des bisherigen Jagdbombergeschwaders 35 wurden von Pferdsfeld nach Laage verlegt. Damit war die ursprünglich geplante Zusammenführung der beiden Komponenten des JG 73 an einem Standort abgeschlossen.
  • September 1997: In Laage begann der reguläre gemeinsame Flugbetrieb von MiG-29 und F-4F Phantom II. Das Geschwader vereinte damit zwei Kampfflugzeugtypen völlig unterschiedlicher Herkunft und Konstruktionsphilosophie.
  • 18. September 1997: Das Jagdgeschwader 73 wurde in Laage offiziell in Dienst gestellt und erhielt durch Bundesverteidigungsminister Volker Rühe den Traditionsnamen „Steinhoff“. Namensgeber war General Johannes Steinhoff, einer der prägenden Inspekteure der Bundesluftwaffe. Seitdem trägt der Verband den Zusatz „Steinhoff“.
  • Ende der 1990er-Jahre: Die MiG-29 aus Laage wurden regelmäßig bei NATO-Übungen eingesetzt. Besonders gefragt waren sie bei Luftkampftrainings, weil ihre Flugleistungen und ihr Infrarot-Lenkwaffensystem den NATO-Partnern wertvolle Erkenntnisse über sowjetische beziehungsweise russische Kampfflugzeugtechnik ermöglichten.
  • 1997–2002: Die 2. Staffel des Geschwaders setzte weiterhin die F-4F Phantom II ein. Damit gehörten MiG-29 und Phantom über mehrere Jahre zum alltäglichen militärischen Flugbetrieb in Laage.
  • April 2002: Der Flugbetrieb der F-4F Phantom II beim JG 73 endete. Die 2. Staffel wurde anschließend auf ihre künftige Aufgabe als Eurofighter-Ausbildungsstaffel vorbereitet. Damit begann in Laage bereits zwei Jahre vor dem offiziellen Eurofighter-Fly-in die nächste große Umstellungsphase.
Vom MiG-29-Stützpunkt zum ersten Eurofighter-Geschwader (2002–2004)
  • 2002–2003: Während die MiG-29 weiterhin im Einsatz standen, wurden Personal, technische Einrichtungen und Ausbildungsstrukturen schrittweise auf den Eurofighter vorbereitet. Laage war als erster operativer Standort des neuen Kampfflugzeuges der deutschen Luftwaffe vorgesehen.
  • 2003: Die Entscheidung zur Abgabe der deutschen MiG-29 an Polen leitete das Ende einer außergewöhnlichen Phase der deutschen Luftwaffengeschichte ein. Insgesamt sollten 22 Maschinen an die polnischen Luftstreitkräfte gehen.
  • 30. April 2004: Auf dem Fliegerhorst Laage fand der offizielle Fly-in der ersten Eurofighter für das Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ statt. Damit wurde Laage der erste Einsatzverband der deutschen Luftwaffe, der das neue europäische Kampfflugzeug erhielt. Dieser Tag markiert den Beginn des regulären Eurofighter-Zeitalters in der Luftwaffe.
  • Sommer 2004: Eurofighter und MiG-29 waren für kurze Zeit gleichzeitig Bestandteil des Flugbetriebs in Laage. Die neue Generation löste damit unmittelbar eines der technisch interessantesten Erbstücke der ehemaligen NVA ab.
  • 4. August 2004: Die letzten neun deutschen MiG-29 landeten im polnischen Bydgoszcz. Nach Anpassungs- und Überholungsarbeiten wurden die ehemaligen deutschen Maschinen bei den polnischen Luftstreitkräften weiterverwendet. Für die deutsche Luftwaffe endete damit nach knapp 14 Jahren die MiG-29-Ära.
Laage wird das deutsche Zentrum der Eurofighter-Ausbildung (2004–2013)
  • Ab 2004: Der Schwerpunkt des JG 73 verlagerte sich zunehmend auf die Ausbildung von Eurofighter-Piloten. Neben dem eigentlichen Flugbetrieb mussten neue Simulatoren, technische Ausbildungsbereiche, Wartungsverfahren und komplexe logistische Strukturen aufgebaut werden.
  • 2006–2007: Mit dem zunehmenden Zulauf einsatzfähiger Eurofighter wuchs die Bedeutung Laages als Ausbildungsstandort. Das Geschwader entwickelte sich zum zentralen deutschen Verband für die Umschulung und Ausbildung auf dem neuen Kampfflugzeug.
  • 2007: Auch Österreich nutzte Laage für die Einführung seines eigenen Eurofighters. Die ersten österreichischen Piloten und Teile des technischen Personals absolvierten ihre Ausbildung beim JG 73. Die Ausbildung österreichischer Eurofighter-Piloten gehört seitdem zur internationalen Rolle des Standortes.
  • 2008: Der Eurofighter übernahm innerhalb der deutschen Luftwaffe zunehmend operative Aufgaben in der Luftverteidigung. Laage hatte damit nicht mehr nur eine Ausbildungsfunktion, sondern stellte zugleich einsatzfähige Kräfte für nationale und internationale Aufgaben bereit.
  • 2009: Drei Eurofighter des JG 73 wurden zur Luftfahrtausstellung Aero India nach Bangalore verlegt. Die Mission demonstrierte, dass sich der neue Verband inzwischen auch über große Entfernungen verlegen und international einsetzen ließ.
Vom Jagdgeschwader zum Taktischen Luftwaffengeschwader (2013–2018)
  • 1. Oktober 2013: Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde das Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Taktisches Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“, kurz TaktLwG 73 „S“, umbenannt. Der Standort Laage und der Traditionsname blieben bestehen.
  • Ab 2013: Neben der Ausbildung übernahm der Verband weiterhin Aufgaben der Luftverteidigung und beteiligte sich an nationalen sowie multinationalen Übungen und Einsatzvorbereitungen. Der Fliegerhorst entwickelte sich dadurch zu einem der zentralen Eurofighter-Standorte der deutschen Luftwaffe.
  • 2015: Überlegungen, Teile der Eurofighter-Ausbildung in die USA zu verlegen, wurden verworfen. Damit blieb Laage dauerhaft das zentrale deutsche Ausbildungszentrum für das Waffensystem.
  • August 2018: Das Taktische Luftwaffengeschwader 73 erreichte 40.000 Flugstunden mit dem Eurofighter. Seit der Einführung des Musters 2004 hatte sich Laage damit zu einem der erfahrensten Eurofighter-Standorte entwickelt.
Flugbetrieb, Ausbildung und schwerer Unfall (2019–2021)
  • 24. Juni 2019: Während einer Luftkampfübung kollidierten zwei Eurofighter des TaktLwG 73 in der Luft über Mecklenburg-Vorpommern. Beide Piloten betätigten ihre Schleudersitze. Einer der Piloten überlebte, der zweite kam ums Leben. Die beiden unbewaffneten Flugzeuge stürzten bei Silz und Nossentiner Hütte ab. Der Unfall war das schwerste Ereignis in der bisherigen Eurofighter-Geschichte des Standortes Laage.
  • 2020–2021: Der Ausbildungsbetrieb wurde weitergeführt. Der Hauptauftrag blieb die Ausbildung der zukünftigen Eurofighter-Piloten der deutschen Luftwaffe sowie im Rahmen der Kooperation auch österreichischer Piloten.
Laage als Doppelstandort für zwei Eurofighter-Geschwader (2022–2024)
  • Januar 2022: Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten am Fliegerhorst Wittmundhafen verlegte das Taktische Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ seine Eurofighter vorübergehend nach Laage. Insgesamt wurden 19 Maschinen sowie rund 240 Soldaten und zivile Mitarbeiter verlegt.
  • 2022: Damit operierten zeitweise zwei Eurofighter-Geschwader vom selben Flugplatz. Während das TaktLwG 73 weiterhin hauptsächlich für die Ausbildung zuständig war, brachte das TaktLwG 71 unter anderem die für Norddeutschland zuständige Quick Reaction Alert, die Alarmrotte Nord, nach Laage.
  • September 2022: Das TaktLwG 73 erreichte am Standort Laage die Marke von 50.000 Flugstunden mit dem Eurofighter. Gleichzeitig jährte sich die Verleihung des Namens „Steinhoff“ zum 25. Mal.
  • 12.–23. Juni 2023: Laage war einer der beteiligten Standorte der Großübung Air Defender 23. Die multinationale Übung gehörte zu den größten Luftoperationsübungen, die bis dahin im NATO-Rahmen in Europa durchgeführt worden waren.
  • 2023–2024: Neben Ausbildungsaufgaben nahm das Geschwader verstärkt an multinationalen Übungen und schnellen Verlegungen teil. Dazu gehörten beispielsweise Missionen nach Island sowie Übungen mit Partnerluftwaffen.
  • 2024: Das TaktLwG 73 übernahm eine führende Rolle bei Teilen der Luftwaffenübung Pacific Skies 24. Bei „Nippon Skies“ trainierten Laager Eurofighter erstmals gemeinsam mit japanischen Kräften in Japan.
  • 30. April 2024: Zwanzig Jahre waren seit dem ersten offiziellen Eurofighter-Fly-in in Laage vergangen. Der Standort hatte sich in diesen zwei Jahrzehnten vom Erprobungs- und Einführungsverband zu einem dauerhaft etablierten Ausbildungs- und Einsatzstandort entwickelt.
Internationale Bedeutung und Rückkehr der Wittmunder Kräfte (2025–2026)
  • 17. Juli 2025: Die ersten sechs Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 kehrten nach mehrjähriger Stationierung in Laage auf den modernisierten Fliegerhorst Wittmundhafen zurück. Die Rückverlegung erfolgte schrittweise.
  • 23. September 2025: Zwei F-15 Eagle der Japan Air Self-Defense Force landeten in Laage. Es war das erste Mal, dass japanische Kampfflugzeuge auf deutschem Boden landeten. Die Maschinen wurden von Eurofightern des TaktLwG 73 begleitet. Damit wurde Laage erneut Schauplatz einer besonderen internationalen Begegnung zwischen Luftstreitkräften.
  • 27. Oktober 2025: Dominique Gentzsch übernahm die Führung des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“. Mit dem Führungswechsel wurde zugleich deutlich gemacht, dass die Ausbildungskapazitäten für Eurofighter-Piloten in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden sollen.
  • 13.–17. April 2026: Das TaktLwG 73 führte die Übung „Dispersed Operations Lübeck 2026“ durch. Eurofighter aus Laage operierten dabei vom zivilen Flughafen Lübeck. Ziel war es, den Flugbetrieb von Ausweichstandorten zu trainieren und die Abhängigkeit von wenigen großen Militärflugplätzen zu reduzieren. Damit erhielt eine bereits aus dem Kalten Krieg bekannte Idee unter modernen Bedingungen wieder zunehmende Bedeutung.
  • 6. Juni 2026: Der Fliegerhorst Laage gehörte zu den Standorten des Tags der Bundeswehr. Im Jahr des 70-jährigen Bestehens der Bundesluftwaffe präsentierte sich der Standort mit historischen und modernen Luftfahrzeugen und verdeutlichte dabei gleichzeitig seine Entwicklung vom ehemaligen NVA-Flugplatz zum heutigen Eurofighter-Stützpunkt.
  • 13. Juli 2026: Nach rund viereinhalb Jahren endete die vorübergehende Stationierung der norddeutschen Alarmrotte in Laage. Die Quick Reaction Alert Nord nahm ihren Dienst wieder vom Fliegerhorst Wittmundhafen auf. Damit entfiel eine zusätzliche Aufgabe, die Laage seit der Verlegung des TaktLwG 71 Anfang 2022 übernommen hatte.

EINHEITEN / UNITS

GERMAN AIR FORCE

Taktisches Luftwaffen Geschwader 73 „Steinhoff“

Das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ ist hauptsächlich zuständig für die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe sowie der des österreichischen Bundesheeres auf dem Kampfjet Eurofighter. Außerdem übernimmt das Geschwader mit einer Alarmrotte regelmäßig aber temporär begrenzt die Aufgabe der Sicherung des deutschen Luftraums im Norden. Auch wird temporär bei Bedarf lufthoheitliche Aufgaben wahrgenommen.



Flight Radar


Static Airframes

PRESERVED

  • JC+249 / Canadair CL-13B Sabre 6 / cn S6-1633 / West German Air Force
  • 25+02 / Fokker F-104G Starfighter / cn 8255 / West German Air Force
  • 33+03 / FIAT G.91 R-3 / cn D574 / West German Air Force
  • 38+73 / McDonnell Douglas F-4F Phantom II / cn 4791 / German Air Force
  • 330 / Mikoyan Gurevich MiG-23 ML / cn 0390324619 / German Air Force (Allocated GAF20+11)
  • 734 / Sukhoi Su-22 M-4 / cn 31205 / East German Air Force (Allocated GAF 25+38)
  • 989 / Mikoyan Gurevich MiG-21 SPS-K / cn 94A6804 / East German Air Force (Allocated GAF 25+38)

WITHDRAWN FROM USE

  • 25+10 / Sukhoi Su-22 M-4 / cn 25017 / German Air Force
  • 25+12 / Sukhoi Su-22 M-4 / cn 25019 / German Air Force
  • 619 (335) / Mikoyan Gurevich MiG-21 F-13 / cn 741004 / East German Air Force / (Fake Reg)

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FLUGZEUG FORUM

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Weitere interessante Informationen

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Flughafen Rostock-Laage (DE)

WIKIPEDIA

Taktisches Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ (DE)


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