Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 10. August 2026 von Charles David Fennell

ROSTOCK / LAAGE
Flughafen Rostock-Laage
Der Flughafen Rostock-Laage ist ein besonderer Standort für Spotter. Hier treffen ziviler Luftverkehr und militärische Luftfahrt direkt aufeinander. Neben Ferienflügen und Business Aviation prägt vor allem die Bundeswehr den Flugplatz. In Laage ist das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ mit dem Eurofighter stationiert. Dadurch ist der Flughafen besonders interessant für alle, die neben zivilen Maschinen auch militärischen Flugbetrieb beobachten möchten. Die Zukunft des zivilen Bereichs steht 2026 unter besonderer Beobachtung, da die Bundeswehr eine stärkere Nutzung des Flughafens prüft.
Flughafenstraße 1
D-18299 Laage
IATA: RLG
ICAO: ETNL
RUNWAY:
09/27 (2520x45m) Beton
GESCHICHTE
Aufbau als Militärflugplatz der DDR (1979–1990)
- 1979/1980: Im Raum Laage südöstlich von Rostock begann die DDR mit dem Bau eines neuen Militärflugplatzes für die Nationale Volksarmee. Die umfangreiche Anlage wurde als moderner Einsatzflugplatz konzipiert und entstand zwischen Laage, Kronskamp und Weitendorf. Die wesentlichen Bauarbeiten erstreckten sich bis 1984.
- 1984: Der neue Militärflugplatz Laage wurde von den Luftstreitkräften/Luftverteidigung der NVA in Betrieb genommen. Ende des Jahres wurde hier das Jagdbombenfliegergeschwader 77 „Gebhard Leberecht von Blücher“ aufgestellt. Hauptmuster des Verbandes war die sowjetische Suchoi Su-22, die für Angriffe auf Bodenziele und für Aufklärungsaufgaben vorgesehen war.
- August 1985: Am Standort Laage begann zusätzlich die Aufstellung des Marinefliegergeschwaders 28. Auch dieser Verband wurde mit Suchoi Su-22 ausgerüstet. Obwohl er für Aufgaben der Volksmarine vorgesehen war, war er organisatorisch eng in die Strukturen der Luftstreitkräfte der NVA eingebunden.
- 1987–1988: Die Aufstellung des Marinefliegergeschwaders 28 wurde Ende 1987 abgeschlossen. Im Februar 1988 erhielt der Verband seine Truppenfahne. Damit beherbergte Laage zwei mit Su-22 ausgerüstete Einsatzverbände und gehörte zu den modernsten Militärflugplätzen der DDR.
- 27. September 1990: Wenige Tage vor der deutschen Wiedervereinigung endete der reguläre Flugbetrieb der bisherigen NVA-Verbände in Laage. Das Marinefliegergeschwader 28 wurde zum Jahresende 1990 offiziell aufgelöst.
- 3. Oktober 1990: Mit der deutschen Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr den Flugplatz. Damit endete die Zeit Laages als NVA-Fliegerhorst. Die deutsche Luftwaffe wurde neuer militärischer Hausherr und begann, den Standort in ihre eigene Struktur zu integrieren.
Vom Militärflugplatz zum zivil mitgenutzten Flughafen (1991–1994)
- 1991: In Mecklenburg-Vorpommern entstanden Überlegungen, die vorhandene moderne Infrastruktur des Fliegerhorstes für einen zivilen Verkehrsflughafen der Region Rostock zu nutzen. Ein vollständiger Neubau eines Flughafens konnte dadurch vermieden werden.
- Januar 1992: Bundeswehr und regionale Beteiligte schufen mit einem Mitbenutzungsvertrag die rechtliche Grundlage für den zivilen Luftverkehr. Der weiterhin militärische Flugplatz durfte damit künftig auch zivil-gewerblich genutzt werden. Die häufig genannte Jahreszahl 1992 bezeichnet daher vor allem den Beginn beziehungsweise die rechtliche Freigabe der zivilen Mitbenutzung.
- 1992: Für den zivilen Bereich wurde südlich der militärischen Anlagen eine eigene Infrastruktur geplant. Der zivile Flughafen erhielt den Namen Flughafen Rostock-Laage. Betreiber wurde die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH. Für die zivile Nutzung stand zunächst nur ein vergleichsweise kleiner Teil des gesamten Fliegerhorstes zur Verfügung.
- 4. Oktober 1993: Mit der Eröffnung des ersten zivilen Terminals begann die eigentliche reguläre zivile Mitnutzung des Fliegerhorstes durch die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH. Das Terminal war innerhalb von nur etwa einem Jahr geplant und errichtet worden. Dieses Datum gilt deshalb als eigentlicher Beginn des heutigen zivilen Flughafens Rostock-Laage.
- 1993–1994: In der Anfangsphase konzentrierte sich das Verkehrsangebot vor allem auf innerdeutsche Linienverbindungen. Mit zunehmender Bedeutung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern kamen jedoch immer mehr Ferien- und Charterflüge zu Zielen im Mittelmeerraum hinzu.
- 1994: Rostock-Laage wurde in das Nachtluftpostnetz der Deutschen Post eingebunden. Über viele Jahre landeten nachts unter anderem von Lufthansa eingesetzte beziehungsweise gecharterte Boeing 737 zum Postumschlag in Laage. Dieses Geschäft sorgte für eine regelmäßige Nutzung außerhalb des Passagierverkehrs.
- 1994: Gleichzeitig gewann der militärische Standort erneut erheblich an Bedeutung. Die von der NVA übernommenen MiG-29 der Luftwaffe wurden nach Laage verlegt und Teil des neu formierten Jagdgeschwaders 73. Damit entwickelte sich der Standort parallel zum Aufbau des Zivilflughafens zu einem wichtigen Stützpunkt der Bundeswehr.
Aufbau des Regionalflughafens und zunehmender Ferienverkehr (1995–2004)
- Mitte der 1990er-Jahre: Der Flughafen etablierte sich zunehmend als Regionalflughafen für Rostock und Mecklenburg-Vorpommern. Neben innerdeutschen Verbindungen entwickelte sich insbesondere der touristische Flugverkehr zu klassischen Urlaubszielen zu einem wichtigen Standbein.
- 1997: Auf militärischer Seite wurde das Jagdgeschwader 73 in Laage weiter konzentriert. Neben den MiG-29 kamen F-4F Phantom II nach Laage. Am 18. September erhielt der Verband offiziell den Traditionsnamen „Steinhoff“.
- 2000: Der zivile Flughafen fertigte knapp 100.000 Passagiere ab. Damit war Rostock-Laage zwar weiterhin ein relativ kleiner Regionalflughafen, hatte sich aber als regulärer Verkehrsflughafen Mecklenburg-Vorpommerns etabliert.
- 2001–2004: Die Passagierzahlen stiegen schrittweise von knapp 110.000 im Jahr 2001 auf mehr als 157.000 im Jahr 2004. Besonders der Ferienflugverkehr trug zu dieser Entwicklung bei.
- 30. April 2004: Auf dem militärischen Teil begann eine neue Ära. Das Jagdgeschwader 73 nahm den Flugbetrieb mit dem Eurofighter auf. Laage wurde damit der erste deutsche Einsatzstandort dieses neuen europäischen Kampfflugzeuges und entwickelte sich anschließend zum zentralen Ausbildungsstandort für deutsche Eurofighter-Piloten.
- 4. August 2004: Die letzten deutschen MiG-29 verließen Laage in Richtung Polen. Damit endete nach rund zehn Jahren die Nutzung dieses Flugzeugtyps am Standort.
Neues Terminal und Ausbau des zivilen Flughafens (2005–2009)
- 9. September 2005: Eines der wichtigsten Ereignisse in der zivilen Geschichte von Rostock-Laage war die Inbetriebnahme des neuen Passagierterminals „Hans von Ohain“. Das rund 90 × 60 Meter große Gebäude wurde für eine theoretische Kapazität von bis zu einer Million Passagieren pro Jahr ausgelegt. Es erhielt unter anderem acht Check-in-Schalter, zwei Gepäckausgabebänder und zwei Fluggastbrücken.
- 2005: Im Jahr der Terminaleröffnung wurden rund 176.000 Passagiere abgefertigt. Die neue Anlage war damit wesentlich größer dimensioniert als es das damalige Verkehrsaufkommen erforderte und spiegelte die Erwartungen an ein deutlich stärkeres zukünftiges Wachstum wider.
- 2005: Gleichzeitig endete nach rund elf Jahren die Einbindung Rostock-Laages in das Nachtluftpostsystem der Deutschen Post. Damit fiel ein zuvor regelmäßig vorhandenes nächtliches Verkehrssegment weg.
- 5.–8. Juni 2007: Während des G8-Gipfels im nahe gelegenen Heiligendamm erhielt Rostock-Laage internationale Aufmerksamkeit. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs nutzten den Flughafen für ihre An- und Abreise. US-Präsident George W. Bush traf am 5. Juni mit der als Air Force One eingesetzten VC-25A in Rostock-Laage ein. Während der Hochphase des Gipfels war der Flughafen für normalen kommerziellen Verkehr gesperrt; zivile Flüge wurden unter anderem nach Neubrandenburg umgeleitet.
- 2007: Im regulären Zivilverkehr wurden 192.744 Passagiere gezählt. Damit erreichte der Flughafen erstmals eine Größenordnung von annähernd 200.000 Fluggästen pro Jahr.
- Januar 2008: Eine neue Straßenanbindung zum Flughafen wurde eröffnet. Der Flughafenverkehr musste damit nicht mehr durch den Ort Weitendorf geführt werden. Die Erreichbarkeit des Terminals über das Straßennetz verbesserte sich deutlich.
- 2008–2009: Neben dem Passagierverkehr gewann zeitweise auch die Luftfracht an Bedeutung. 2009 wurden mehr als 3.000 Tonnen Fracht registriert, einer der höchsten Werte in der Geschichte des Flughafens.
- 2009: Die von OLT betriebene Verbindung nach München, die zuvor im Rahmen einer Fluglinienförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt worden war, endete. Damit zeigte sich erneut eines der grundlegenden Probleme Rostock-Laages: Regelmäßige innerdeutsche Linienverbindungen ließen sich ohne ausreichende Nachfrage nur schwer dauerhaft wirtschaftlich betreiben.
Neue Linienverbindungen und wirtschaftlicher Druck (2010–2014)
- 2010: Die Passagierzahl stieg deutlich auf 219.489. Gleichzeitig wurden mehr als 19.000 Flugbewegungen registriert. Der Flughafen befand sich damit wieder in einer Wachstumsphase.
- 26. März 2011: Lufthansa nahm erstmals eine direkte Verbindung zwischen Rostock-Laage und ihrem Drehkreuz Frankfurt/Main auf. Damit erhielt Mecklenburg-Vorpommern einen direkten Anschluss an das internationale Lufthansa-Netz in Frankfurt.
- 2011: Mit 223.516 Fluggästen erreichte Rostock-Laage einen damaligen Passagierrekord. Gleichzeitig blieben die wirtschaftlichen Probleme bestehen. Der Betrieb des Flughafens war weiterhin defizitär und musste von den kommunalen Gesellschaftern und dem Land unterstützt werden.
- 2012: Das Fluggastaufkommen sank auf knapp 204.000 Passagiere. Der Flughafen war stark von einzelnen Airlines und saisonalen Verbindungen abhängig.
- 2013: Die Passagierzahl ging auf rund 177.000 zurück. Gleichzeitig belief sich das Defizit des Flughafenbetriebes auf rund 2,8 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Zukunft des Flughafens wurde zunehmend öffentlich und politisch diskutiert.
- 2014: Mit rund 170.000 Passagieren setzte sich die rückläufige Entwicklung zunächst fort. Ende des Jahres übernahm der frühere Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz die Geschäftsführung. Ziel war unter anderem, neue Verbindungen zu gewinnen und Rostock-Laage stärker mit internationalen Drehkreuzen zu verbinden.
Kreuzfahrtverkehr, Germania und Rekordwachstum (2015–2018)
- Januar 2015: Der Flughafen begann eine Kooperation mit der italienischen Kreuzfahrtreederei Costa Crociere. Passagiere wurden per Flugzeug nach Rostock-Laage gebracht und anschließend zu ihren Kreuzfahrtschiffen nach Warnemünde transportiert. Für den Airport eröffnete sich damit ein neues Geschäftsfeld im Incoming-Verkehr.
- 2015: Mit dem Konzept „Seamless Travel“ wurden Flugreise und Kreuzfahrt stärker miteinander verbunden. Die Entwicklung war wichtig, weil Rostock-Laage nun nicht mehr ausschließlich als Ausgangspunkt für Urlauber aus Mecklenburg-Vorpommern diente, sondern verstärkt ankommende internationale Reisende abfertigte.
- Winter 2015/2016: Germania stationierte erstmals einen Airbus A319 in Rostock-Laage. Die Airline entwickelte sich in dieser Phase zum wichtigsten touristischen Anbieter des Flughafens und baute das Angebot an Ferienzielen aus.
- Januar 2016: Mit Pullmantur Cruises kam ein weiterer großer Kreuzfahrtpartner hinzu. Die entsprechenden Charterketten wurden von Wamos Air durchgeführt und brachten zunehmend größere Flugzeuge nach Rostock-Laage.
- 20. Juni 2016: Im Rahmen der Kreuzfahrtcharter landete erstmals regulär eine Boeing 747 von Wamos Air in Rostock-Laage. Die Verbindung zeigte, welche Bedeutung der Kreuzfahrttourismus inzwischen für den Flughafen erreicht hatte.
- 2016: MSC Cruises wurde ebenfalls in das Kreuzfahrtgeschäft eingebunden. Gleichzeitig kündigte Germania an, ab 2017 ganzjährig ein Flugzeug in Rostock-Laage zu stationieren und das Streckennetz weiter auszubauen. Die Passagierzahl stieg 2016 auf 250.199.
- 2017: Der Wachstumskurs setzte sich fort. 290.654 Passagiere nutzten den Flughafen. Gleichzeitig erhielt Rostock-Laage seine Zertifizierung nach den europäischen EASA-Vorgaben.
- 4. Juni 2018: VLM Airlines nahm eine Verbindung zwischen Rostock-Laage und Köln/Bonn auf. Sie erwies sich allerdings als ausgesprochen kurzlebig. Bereits im Sommer geriet die belgische Fluggesellschaft erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten und stellte den Betrieb ein.
- 2018: Mit 296.027 Passagieren erreichte Rostock-Laage den höchsten Fluggastwert seiner bisherigen Geschichte. Wesentlichen Anteil daran hatten Germania, Ferienflüge und der Kreuzfahrtcharterverkehr. Der Airport übernahm außerdem die Fluggastkontrollen in Eigenregie.
Zusammenbruch wichtiger Airline-Partner und Verkehrseinbruch (2019)
- 6. Januar 2019: Flybmi stellte die Verbindung zwischen Rostock-Laage und Stuttgart ein. München blieb damit zunächst die wichtigste verbliebene innerdeutsche Linienverbindung.
- 4./5. Februar 2019: Germania meldete Insolvenz an und stellte ihren Flugbetrieb ein. Für Rostock-Laage war dies ein schwerer Einschnitt, weil Germania zuvor die mit Abstand wichtigste Fluggesellschaft am Standort gewesen war und einen großen Teil der touristischen Verbindungen angeboten hatte.
- 16./17. Februar 2019: Nur wenige Tage später stellte auch die britische Regionalfluggesellschaft Flybmi den Betrieb ein. Dadurch entfiel die verbliebene München-Verbindung. Rostock-Laage hatte vorübergehend überhaupt keine regelmäßige Linienverbindung mehr.
- 14. März 2019: Lufthansa kündigte an, die München-Verbindung wieder selbst zu bedienen. Damit sollte zumindest die wichtigste innerdeutsche Anschlussverbindung kurzfristig gesichert werden.
- 1. Mai 2019: Lufthansa nahm die Direktflüge zwischen München und Rostock-Laage wieder auf. Für den Flughafen bedeutete dies eine teilweise Stabilisierung des Linienverkehrs.
- 2019: Trotz der Ersatzangebote brach die Passagierzahl massiv ein. Nach dem Rekord von 296.027 Fluggästen im Vorjahr wurden nur noch rund 148.000 Passagiere gezählt. Der Verlust von Germania und Flybmi hatte die strukturelle Abhängigkeit des Flughafens von wenigen Fluggesellschaften deutlich gemacht.
Corona-Krise und Suche nach einem neuen Geschäftsmodell (2020–2021)
- 2020: Die COVID-19-Pandemie traf Rostock-Laage unmittelbar nach dem bereits schwierigen Jahr 2019. Der Passagierverkehr brach weitgehend zusammen; das jährliche Fluggastaufkommen sank auf nur noch rund 22.000 Passagiere.
- 2020: Teile der großzügigen Flughafenflächen wurden während der Krise für andere Zwecke genutzt. Unter anderem wurden bereits produzierte, aber von Airlines zunächst nicht benötigte Verkehrsflugzeuge von Airbus in Rostock-Laage abgestellt. Das Terminal wurde zeitweise auch für regionale Aufgaben außerhalb des klassischen Flugbetriebs genutzt.
- 2020: Der Flughafen präsentierte ein „Green Airport“-Konzept. Damit begann eine stärkere strategische Ausrichtung auf Energie, Nachhaltigkeit und alternative Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Flughafenflächen.
- Februar 2021: Lufthansa Aviation Training verlagerte praktische Teile ihrer Pilotenausbildung von Bremen nach Rostock-Laage. Damit gewann die fliegerische Ausbildung als dauerhaftes ziviles Geschäftsfeld erheblich an Bedeutung. Die heutige European Flight Academy nutzt den Standort weiterhin für Teile ihrer praktischen Ausbildung.
- 2021: Angesichts der dauerhaft hohen Verluste beschlossen die kommunalen Eigentümer, nach einem privaten Investor für die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH zu suchen. Ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren zur Privatisierung wurde eingeleitet.
- 24.–26. November 2021: Die politischen Gremien stimmten dem Verkauf der Flughafengesellschaft an die Berliner Zeitfracht-Gruppe zu. Bis dahin hatten vor allem die Hansestadt Rostock beziehungsweise deren Versorgungs- und Verkehrsholding, der Landkreis Rostock und die Stadt Laage die Gesellschaft getragen.
Privatisierung und Neuausrichtung unter Zeitfracht (2022–2024)
- 1. Januar 2022: Die Zeitfracht-Gruppe übernahm die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH vollständig. Damit endete die jahrzehntelange kommunale Eigentümerschaft des zivilen Flughafenbetriebes.
- 2022: Unter Zeitfracht wurde das Geschäftsmodell deutlich breiter aufgestellt. Der klassische Passagierverkehr sollte nur noch ein Teil des Standortes sein. Hinzu kamen Business Aviation, Flugzeugwartung, Logistik, Ausbildung sowie Projekte aus Luft- und Raumfahrt.
- 2022: German Airways, ebenfalls Teil der damaligen Zeitfracht-Gruppe, nutzte Rostock-Laage für Wartungsarbeiten an ihrer Flugzeugflotte. Dadurch erhielt der Flughafen ein weiteres luftfahrttechnisches Standbein abseits des Passagierverkehrs.
- 2022: Das Fluggastaufkommen erholte sich nach der Corona-Krise auf 60.997 Passagiere, lag damit allerdings weiterhin weit unter den fast 300.000 Reisenden des Rekordjahres 2018.
- 2022–2023: Zeitfracht entwickelte für den Standort zunehmend die Bezeichnung und das Konzept „Baltic Port“. Rostock-Laage sollte langfristig nicht mehr ausschließlich als klassischer Regionalflughafen betrachtet werden, sondern als Luftfahrt-, Logistik-, Technologie- und Gewerbestandort.
- 2023: Auf militärischer Seite begannen umfangreiche Modernisierungs- und Ausbauplanungen für den Fliegerhorst. Für die kommenden Jahre wurden Investitionen in einer Größenordnung von rund einer Milliarde Euro vorgesehen. Damit nahm die militärische Bedeutung des gemeinsamen Standortes erneut deutlich zu.
- 12.–23. Juni 2023: Rostock-Laage gehörte zu den zentralen deutschen Standorten der multinationalen Luftwaffenübung „Air Defender 23“. Die gemeinsame zivile und militärische Nutzung des Flugplatzes wurde dadurch einmal mehr besonders sichtbar.
- 2023–2024: Neben Luftfahrt und Logistik rückten Raumfahrt- und Technologieprojekte stärker in den Vordergrund. Im Terminal beziehungsweise auf dem Flughafengelände entstanden unter anderem Einrichtungen für die Erprobung von Technologien unter simulierten Bedingungen einer Mondoberfläche.
- Sommer 2024: Condor nahm Rostock-Laage wieder in das eigene Streckennetz auf und bot zwei wöchentliche Flüge nach Palma de Mallorca an. Daneben blieb insbesondere Antalya ein wichtiges Ferienziel.
- Ende 2024: Trotz der verschiedenen neuen Geschäftsfelder blieb der klassische Passagierverkehr weit von früheren Größenordnungen entfernt. Die früher bedeutenden innerdeutschen Drehkreuzverbindungen waren inzwischen verschwunden, und Rostock-Laage konzentrierte sich im Passagierbereich zunehmend auf touristische Direkt- und Charterverbindungen.
Erneuter Eigentümerwechsel und ungewisse Zukunft des Zivilflughafens (2025–2026)
- 2025: Die Passagierzahlen blieben niedrig. Im gesamten Jahr wurden 37.373 Fluggäste, 11.576 Flugbewegungen und 124 Tonnen Luftfracht registriert. Damit lag das Passagieraufkommen nur noch bei einem Bruchteil des Rekordwertes von 2018.
- 1. Juli 2025: Zeitfracht gab bekannt, den Flughafen wieder verkaufen zu wollen. Damit endete nach wenigen Jahren der Versuch, Rostock-Laage dauerhaft in die eigene Logistik- und Luftfahrtgruppe zu integrieren.
- Juli 2025: Als neuer Eigentümer wurde die Berliner Industriebeteiligungsgesellschaft CRISP Partners GmbH bekannt. Die neue Eigentümerseite kündigte an, den Standort langfristig weiterentwickeln zu wollen.
- Dezember 2025: Eine neue Entwicklung stellte die zivile Zukunft des Flughafens grundsätzlich infrage. Das Bundesministerium der Verteidigung informierte regionale Beteiligte darüber, dass aufgrund des steigenden Flächen- und Infrastrukturbedarfs der Bundeswehr auch die Übernahme von bislang zivil genutzten Flächen und Anlagen geprüft werde.
- 19. Januar 2026: Die Prüfung durch die Bundeswehr wurde öffentlich bekannt. Hintergrund ist der erhebliche Ausbau der Streitkräfte und des Fliegerhorstes Laage. Eine endgültige Entscheidung über eine vollständige oder teilweise Übernahme des zivil genutzten Bereiches war zu diesem Zeitpunkt ausdrücklich noch nicht getroffen. Vertreter der Region sprachen sich für den Erhalt des zivilen Flughafenbetriebes aus.
- Frühjahr 2026: CRISP Partners hielt am zivilen Betrieb fest und arbeitete gleichzeitig an einer stärkeren wirtschaftlichen Diversifizierung des Standortes. Neben Luftfahrtaktivitäten rückten insbesondere Energieprojekte in den Mittelpunkt. Geplant wurden unter anderem ein großer Batteriespeicher sowie eine Photovoltaikanlage auf beziehungsweise an den Flughafenflächen.
- 8. Mai 2026: Für das Gesamtjahr 2026 rechnete der Flughafen mit rund 60.000 Fluggästen. Damit würde sich das Passagieraufkommen gegenüber 2025 zwar deutlich erhöhen, für einen allein aus dem Passagierverkehr finanzierten wirtschaftlichen Betrieb reicht diese Größenordnung jedoch weiterhin nicht aus. Deshalb verfolgt die Betreibergesellschaft ausdrücklich zusätzliche Einnahmequellen.
- 6. Juni 2026: Der Fliegerhorst Laage war erstmals einer der Veranstaltungsorte des bundesweiten „Tages der Bundeswehr“. Rund 60.000 Besucher kamen auf den militärischen Teil des Geländes. Die Veranstaltung unterstrich zugleich die stark gewachsene strategische Bedeutung des militärischen Standortes.
- Sommer 2026: Der zivile Flugbetrieb wird weiterhin durchgeführt. Der veröffentlichte Flugplan des Rostock Airport nennt unter anderem Direktverbindungen nach Antalya sowie saisonale beziehungsweise einzelne Verbindungen nach Heraklion, Mailand und Wien. Eine Verbindung nach Hurghada befindet sich nach Angaben des Flughafens in Planung.
- Stand August 2026: Rostock-Laage besteht weiterhin als militärischer Fliegerhorst mit ziviler Mitbenutzung. Der zivile Flughafen wird von der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH betrieben und verfügt mit dem 2005 eröffneten Terminal weiterhin über eine Infrastruktur, die für bis zu eine Million Passagiere jährlich ausgelegt wurde. Tatsächlich liegt der Passagierverkehr inzwischen weit unter dieser Kapazität. Gleichzeitig gewinnen Business Aviation, Ausbildung, technische Dienstleistungen, Logistik, Energie- und Technologieprojekte an Bedeutung.
- Stand August 2026: Die langfristige Struktur des Standortes ist noch nicht abschließend geklärt. Die Bundeswehr besitzt mit dem Eurofighter-Ausbildungsstandort Laage eine strategisch bedeutende militärische Basis und prüft weiterhin einen zusätzlichen Flächenbedarf. Parallel verfolgt der private Flughafenbetreiber Pläne zur Weiterentwicklung des zivilen Standortes. Ein bereits beschlossenes Ende des zivilen Flugbetriebs lässt sich derzeit nicht feststellen.
INFORMATIONEN
SPOTTER SERVICE
IN SOZIALEN MEDIEN
Flight Radar
Static Airframes
Preserved
- JC+249 / Canadair CL-13B Sabre 6 / cn S6-1633 / West German Air Force
- 25+02 / Fokker F-104G Starfighter / cn 8255 / West German Air Force
- 33+03 / FIAT G.91 R-3 / cn D574 / West German Air Force
- 38+73 / McDonnell Douglas F-4F Phantom II / cn 4791 / German Air Force
- 330 / Mikoyan Gurevich MiG-23 ML / cn 0390324619 / German Air Force (Allocated GAF20+11)
- 734 / Sukhoi Su-22 M-4 / cn 31205 / East German Air Force (Allocated GAF 25+38)
- 989 / Mikoyan Gurevich MiG-21 SPS-K / cn 94A6804 / East German Air Force (Allocated GAF 25+38)
Withdraw from use
- 25+10 / Sukhoi Su-22 M-4 / cn 25017 / German Air Force
- 25+12 / Sukhoi Su-22 M-4 / cn 25019 / German Air Force
- 619 (335) / Mikoyan Gurevich MiG-21 F-13 / cn 741004 / East German Air Force / (Fake Reg)
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Flughafen Spotter Leitfäden
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