FLUGHAFEN KÖLN BUTZWEILERHOF

Der Flughafen Köln-Butzweilerhof begann als militärische Fliegerstation des Kaiserreichs, entwickelte sich nach dem Ersten Weltkrieg unter britischer Kontrolle zum frühen internationalen Linienflugplatz und wurde ab 1926 zum zivilen Flughafen Kölns. In den 1920er- und 1930er-Jahren stieg er zum „Luftkreuz des Westens“ auf und gehörte zeitweise zu den wichtigsten Flughäfen Deutschlands. Der Zweite Weltkrieg beendete diese zivile Blüte. Nach 1945 blieb der Butzweilerhof militärisch geprägt, zunächst durch die Royal Air Force, später durch belgische Heeresflieger und Bundeswehrnutzung. Mit der Schließung des Verkehrslandeplatzes 1980 und dem Ende des Flugbetriebs 1995 verschwand der Flughafen aus dem aktiven Luftverkehr. Heute steht der Butzweilerhof für eines der spannendsten Luftfahrterben Kölns: ein ehemaliger Verkehrsflughafen, dessen Gebäude noch immer von einer Zeit erzählen, in der Köln ein bedeutendes Zentrum des europäischen Luftverkehrs war.

Butzweilerstraße 35-39
50829 Köln
Deutschland

IATA: xxx
ICAO: EDUZ / EDCU

RUNWAY:
04/22 650×24 m


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GESCHICHTE

Luftschiffhafen Bickendorf und erste Flugversuche am Butzweiler Hof (1909 – 1911)
  • 1909 entstand in Köln-Bickendorf der Reichsluftschiffhafen mit einer großen Luftschiffhalle. Dieser Standort lag nicht auf dem späteren Flughafen Butzweilerhof, sondern südlich davon in Bickendorf. Der spätere Butzweilerhof lag in Ossendorf und war zu dieser Zeit noch keine Fliegerstation. Deshalb muss die Luftschiffhalle klar vom späteren Flughafen Butzweilerhof getrennt werden.
  • 1909 landete Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff in Köln-Bickendorf, nicht auf dem Butzweilerhof. Die Landung gehört zur Geschichte der Kölner Luftschifffahrt, aber nicht zur direkten Betriebsgeschichte des Flughafens Butzweilerhof. Der Butzweilerhof ging erst 1913 als Fliegerstation in Betrieb.
  • Sommer 1910 nutzte der Kölner Flugpionier Jean Hugot das Gelände am Butzweiler Hof für frühe Flugversuche. Der Butzweiler Hof war damals noch ein Bauernhof beziehungsweise ein landwirtschaftlich geprägter Bereich. Aus diesen ersten Flugversuchen entwickelte sich später die Grundlage für die militärische Fliegerstation.
  • 23. Juli 1911 kam es bei einem weiteren Flugversuch Jean Hugots zu einem schweren Zwischenfall, als seine Maschine Feuer fing. Hugot konnte sich retten. Diese frühen Versuche zeigen, dass das Gelände am Butzweiler Hof schon vor der offiziellen Einrichtung der Fliegerstation für Flugzeuge genutzt wurde, auch wenn der eigentliche Flughafen Butzweilerhof zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte.
Aus dem Feld wird eine kaiserliche Fliegerstation (1912 – 1914)
  • Mai 1912 verpachtete die Stadt Köln das Gelände an die Militärverwaltung. Damit begann der eigentliche Aufbau des Flugplatzes Butzweilerhof. Die militärische Nutzung stand zunächst klar im Vordergrund. Es entstand ein erstes Rollfeld, und die Anlage wurde als kaiserliche Fliegerstation und Flugschule geplant. Der Standort war günstig, weil er in unmittelbarer Nähe zu den bereits vorhandenen luftfahrtbezogenen Einrichtungen im Kölner Norden lag.
  • 29. Juni 1912 organisierte Jean Hugot einen großen Flugtag zu Cöln. Rund 100.000 Besucher sollen gekommen sein. Das zeigt, welche Faszination die Luftfahrt schon vor dem Ersten Weltkrieg auf die Bevölkerung ausübte. Der Butzweilerhof war damit nicht nur militärisch interessant, sondern wurde auch zu einem Ort, an dem die Menschen die neue Technik des Fliegens unmittelbar erleben konnten.
  • 15. September 1912 wurde der Grundstein für den militärisch genutzten Flugplatz gelegt. Es entstanden Flugzeughallen, eine Werft, technische Anlagen, Betriebsstoffanlagen und weitere Einrichtungen, die für den Betrieb einer Fliegerstation nötig waren. Damit bekam der Butzweilerhof erstmals eine feste bauliche Struktur. Aus dem offenen Flugfeld wurde ein organisierter Militärflugplatz.
  • 1. April 1913 wurde die Fliegerstation Cölln Butzweilerhof offiziell in Betrieb genommen. Die 1. Kompanie des Flieger-Bataillons 3 bezog den neuen Standort. Damit begann der reguläre militärische Flugbetrieb. Der Butzweilerhof diente nun der Ausbildung und Organisation der frühen Militärfliegerei. Für Köln war das ein entscheidender Schritt, denn die Stadt besaß nun einen echten Flugplatz für Flugzeuge und nicht nur einen Luftschiffstandort.
  • 1913–1914 wurden die militärischen Anlagen weiter genutzt und gefestigt. Der Flugplatz bestand aus Flugzeughallen, Werkstattbereichen, Unterkunfts- und Verwaltungsgebäuden. In dieser Phase entwickelte sich der Butzweilerhof zu einem festen Bestandteil der militärischen Luftfahrt im Rheinland. Die zivile Nutzung spielte zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle.
Der Butzweilerhof im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918)
  • 1914 änderte der Beginn des Ersten Weltkriegs die Bedeutung des Butzweilerhofs. Der Flugplatz wurde nun in den Kriegsbetrieb eingebunden. Die militärische Fliegerei gewann im Verlauf des Krieges stark an Bedeutung, und der Butzweilerhof diente als Standort für Ausbildung, Organisation und wechselnde Einheiten der Kriegsfliegerei.
  • 7. bis 10. Juni 1915 absolvierte Manfred von Richthofen am Butzweilerhof einen Lehrgang zum Flugbeobachter. Später wurde er als „Roter Baron“ einer der bekanntesten Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Für den Butzweilerhof ist diese Episode ein besonderer historischer Bezugspunkt, weil sie den Flugplatz direkt mit einer der bekanntesten Persönlichkeiten der frühen Militärluftfahrt verbindet.
  • 28. Januar 1917 nahm die Fliegerbeobachterschule Köln am Butzweilerhof ihren Betrieb auf. Damit wurde der Flugplatz noch stärker in die Ausbildung militärischer Luftfahrtbesatzungen eingebunden. Beobachter spielten damals eine wichtige Rolle bei Aufklärung, Artilleriebeobachtung und Einsatzführung. Der Butzweilerhof war damit nicht nur ein Start- und Landeplatz, sondern ein Ausbildungsstandort mit militärischem Gewicht.
  • 1918 endete mit dem Waffenstillstand auch die kaiserliche Militärnutzung in ihrer bisherigen Form. Der Butzweilerhof blieb jedoch nicht leer. Durch die alliierte Rheinlandbesetzung kam der Flugplatz unter Kontrolle der Besatzungstruppen. Damit begann eine neue Phase, in der britische und zunächst auch australische Einheiten eine Rolle spielten.
Britische Besatzungszeit und Beginn der zivilen Luftfahrt (1918 – 1926)
  • Dezember 1918 bis März 1919 nutzte die 4. Squadron des Australian Flying Corps den Butzweilerhof. Danach übernahm die Royal Air Force den Platz. In dieser Zeit wurde der Flugplatz von den Briten auch als Bickendorf beziehungsweise Airstation Bickendorf bezeichnet, obwohl es sich um den Flugplatz Butzweilerhof in Ossendorf handelte.
  • 15. August 1921 begann mit der britischen Instone Air Line die kommerzielle zivile Luftfahrt für Köln am Butzweilerhof. Der Flugplatz stand zu diesem Zeitpunkt noch unter britischer Kontrolle. Damit begann die zivile Luftfahrt am Butzweilerhof nicht erst 1926.
  • 2. Oktober 1922 wurde der Liniendienst London–Brüssel–Köln aufgenommen. Der Butzweilerhof war damit bereits in der Besatzungszeit an den internationalen Luftverkehr angeschlossen. Diese frühe Verbindung machte Köln wieder zu einem wichtigen Luftverkehrsort im Westen Deutschlands.
  • 31. Januar 1926 zogen die britischen Besatzungstruppen ab. Erst danach konnte Köln den Butzweilerhof selbst weiterentwickeln und als städtischen Verkehrsflughafen ausbauen.
  • 1926 begann die neue deutsche und städtische Ausbauphase des zivilen Flughafens Köln-Butzweilerhof. Der Butzweilerhof wurde nun zum offiziellen Kölner Verkehrsflughafen entwickelt, aber seine zivile Nutzung hatte bereits in der britischen Besatzungszeit begonnen.
Der Aufstieg zum zivilen Flughafen Kölns (1926 – 1929)
  • 31. Januar 1926 zogen die britischen Besatzungstruppen ab. Damit erhielt Köln die Möglichkeit, den Butzweilerhof selbst weiterzuentwickeln. Der Platz ging mit seinen Gebäuden in städtische Nutzung über und wurde nun gezielt für den zivilen Luftverkehr vorbereitet. Dieser Tag markiert den eigentlichen Übergang vom Besatzungsflugplatz zum Kölner Verkehrsflughafen.
  • 1. Februar 1926 landete eine aus Berlin kommende Lufthansa-Junkers G 24 am Butzweilerhof. Das war ein symbolischer Moment für den neuen Abschnitt der Kölner Luftfahrt. Nur wenige Tage nach dem Abzug der Briten zeigte sich, dass Köln schnell in den deutschen Luftverkehr eingebunden werden sollte.
  • 6. April 1926 begann am Butzweilerhof die zivile Luftfahrt mit planmäßigem Verkehr. Die Lufthansa eröffnete die Strecke Berlin–Köln–Paris. Innerhalb kurzer Zeit wurden regelmäßige Linien eingerichtet, und mehr als ein Dutzend Ziele konnten angeflogen werden. Köln war damit wieder sichtbar auf der Luftverkehrskarte Europas vertreten.
  • 16. Mai 1926 wurde der zivile Flughafen Butzweilerhof feierlich eingeweiht. Aus dem früheren Militärflugplatz wurde nun offiziell der Verkehrsflughafen Kölns. Von Beginn an wurde der Platz von mehreren Linien bedient. Das runde Flugfeld wurde vergrößert, und die Stadt investierte in die Abfertigung, in technische Bereiche und in die Anbindung an den Luftverkehr.
  • 1926 verzeichnete der Butzweilerhof bereits etwa 24 Starts und Landungen pro Tag. Für die damalige Zeit war das ein beachtlicher Umfang. Der Flughafen entwickelte sich schneller als viele andere westdeutsche Plätze. Köln profitierte von seiner Lage im Westen Deutschlands, von der Nähe zu Belgien, Frankreich und den Niederlanden und von der politischen Unterstützung durch Adenauer.
  • 1927 hatte Köln bereits mehr Fluggäste als Düsseldorf, Essen und Dortmund zusammen. Auch im Bereich Luftfracht lag der Butzweilerhof im Deutschen Reich nach Berlin-Tempelhof an zweiter Stelle. Der Flughafen war damit nicht nur für Passagiere wichtig, sondern auch für Fracht und Post. Diese Mischung machte ihn zu einem echten Verkehrsknotenpunkt.
  • 1928 durfte Köln seinen Flughafen in der Werbung als einen der besten Europas darstellen. Das Rollfeld war für damalige Verhältnisse groß, und die Zahl der möglichen Zielorte war beeindruckend. Von Köln aus waren innerdeutsche Ziele ebenso erreichbar wie internationale Städte. Der Butzweilerhof hatte sich in kurzer Zeit von einem ehemaligen Militärplatz zu einem modernen Verkehrsflughafen entwickelt.
  • 1929 blieb der Flughafen trotz der beginnenden wirtschaftlichen Unsicherheit ein wichtiger Standort. Die Weltwirtschaftskrise belastete den Luftverkehr, doch Köln konnte seine Stellung zunächst behaupten. Der Butzweilerhof stand in Konkurrenz zu anderen Städten im Westen, hatte sich aber bereits einen Namen gemacht.
Das „Luftkreuz des Westens“ und die große Ausbauphase (1930 – 1938)
  • 1930 war der Butzweilerhof als „Luftkreuz des Westens“ bekannt. Täglich landeten bereits mehr als 50 Maschinen. Außerdem wurde der Flughafen an den Nachtflugverkehr angeschlossen. Damit gewann Köln zusätzlich Bedeutung für Post, Fracht und internationale Verbindungen. Der Flughafen war zu diesem Zeitpunkt einer der wichtigsten Luftverkehrsstandorte im Deutschen Reich.
  • 1931 wurde eine Linienverbindung nach Merzbrück bei Aachen eingerichtet. Diese Verbindung wurde mehrere Jahre lang mit Junkers G 24 bedient. Sie zeigt, dass der Butzweilerhof nicht nur für Fernverbindungen wichtig war, sondern auch regionale Luftverkehrsverbindungen in das westdeutsche und grenznahe Umfeld bediente.
  • 1933 begann nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten eine neue Planungsphase. Die Stadtverwaltung griff Ausbaupläne auf und bereitete eine deutlich größere Flughafenanlage vor. Der bestehende Butzweilerhof war dem gewachsenen Verkehr technisch und baulich nicht mehr gewachsen. Köln wollte einen Flughafen, der dem Anspruch eines großen westdeutschen Verkehrsknotens entsprach.
  • 23. April 1935 begannen die Arbeiten zur Erweiterung des Flughafens. Rund 1.100 Arbeitslose wurden in das Bauprogramm eingebunden. Die neue Anlage sollte nicht nur funktional sein, sondern auch repräsentativ wirken. Geplant wurden ein großes Empfangsgebäude, Betriebsbereiche, Flugzeughallen, Werkstätten und ein Kontrollturm.
  • 1935–1936 entstand der markante Gebäudekomplex, der den Butzweilerhof bis heute prägt. Die Architektur verband moderne, sachliche Formen mit monumentalen Elementen der 1930er-Jahre. Das Empfangsgebäude, die Hallen und der Kontrollturm machten den Flughafen zu einer der auffälligsten Flughafenanlagen jener Zeit.
  • 25. Juli 1936 wurde das neue, rund 250 Meter lange Empfangsgebäude feierlich eröffnet. Die Eröffnung lag kurz vor den Olympischen Spielen in Berlin und passte in die damalige Inszenierung moderner Infrastruktur. Der Butzweilerhof konnte nun größere Passagier-, Post- und Frachtmengen bewältigen. Köln trat damit als leistungsfähiger Luftverkehrsstandort auf.
  • 1936 wurden neben dem zivilen Verkehr auch militärische Nutzungen vorbereitet. Die Wehrmacht nutzte Erweiterungsbauten im Bereich des alten Flughafens an der Flughafenstraße. Damit bekam der Butzweilerhof wieder eine stärkere militärische Komponente. Die zivile und militärische Bedeutung liefen in dieser Phase nebeneinander.
  • 1936–1938 erreichte der Butzweilerhof eine Spitzenstellung im deutschen Luftverkehr. Im Tagesverkehr wurden zahlreiche Orte im In- und Ausland bedient. Post- und Frachtverbindungen liefen auch im Nachtflugverkehr. Besonders in Fracht und Luftpost konnte Köln seine Stellung als einer der wichtigsten Flughäfen des Deutschen Reichs behaupten.
  • 1938 erreichte der Verkehr einen Höhepunkt. Der Butzweilerhof gehörte zu den bedeutenden deutschen Flughäfen der Vorkriegszeit. Neben der Deutschen Luft Hansa flogen auch ausländische Gesellschaften wie Imperial Airways, Air France und Sabena Köln an. Der Name „Luftkreuz des Westens“ war damit nicht nur ein Werbespruch, sondern Ausdruck der tatsächlichen verkehrlichen Bedeutung.
Der Butzweilerhof im Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945)
  • 1939 veränderte der Beginn des Zweiten Weltkriegs erneut die Rolle des Flughafens. Der zivile Linienverkehr verlor seine Bedeutung, und der Butzweilerhof wurde militärisch genutzt. Die Wehrmacht beschlagnahmte die Anlagen und band sie in den Kriegsbetrieb ein. Aus dem zivilen „Luftkreuz des Westens“ wurde wieder ein militärisch geprägter Flugplatz.
  • 1939–1941 hatte der Butzweilerhof zunächst noch eine gewisse strategische Bedeutung. Die vorhandenen Anlagen, Hallen und Werkstattbereiche machten den Platz für militärische Zwecke nutzbar. Gleichzeitig lag er in einer Region, die für Verkehr, Industrie und Militärlogistik wichtig war.
  • 1941–1945 wurde der Butzweilerhof vor allem als Reparatur- und Rettungsflughafen für beschädigte oder in Not geratene Flugzeuge genutzt. Seine große Zeit als Verkehrsflughafen war in dieser Phase vorbei. Der Platz diente nun der technischen Unterstützung des Kriegsflugbetriebs.
  • 1945 überstand der Flughafen den Krieg vergleichsweise gut. Nach Kriegsende wurde er zunächst von amerikanischen Truppen eingenommen und anschließend von den Briten genutzt. Die Royal Air Force übernahm den Platz erneut und machte daraus in der Nachkriegszeit wieder einen militärisch genutzten Standort.
Nachkriegszeit, RAF und letzte zivile Bedeutung (1945 – 1957)
  • März 1945 übernahm die Royal Air Force den Butzweilerhof. Der Platz wurde in der britischen Besatzungszone als militärische Anlage weitergeführt. Aus dem deutschen Verkehrsflughafen wurde RAF Butzweilerhof. Die Nutzung war nun wieder durch Besatzung, militärische Organisation und später NATO-Strukturen geprägt.
  • 1945–1950er-Jahre wurde der Butzweilerhof weiterhin militärisch genutzt, zugleich gab es noch begrenzte zivile und sportfliegerische Aktivitäten. Der Flughafen hatte aber nicht mehr die große Rolle der 1920er- und 1930er-Jahre. Die politische Lage, die Besatzungsstrukturen und die spätere Entwicklung des Flughafens Köln/Bonn veränderten die Funktion des Butzweilerhofs grundlegend.
  • 1953 wurde der Butzweilerhof auch Standort belgischer Heeresflieger. Die belgischen Streitkräfte nutzten den Platz mit leichten Flugzeugen und später Hubschraubern. Damit wurde der Flughafen Teil der belgischen Militärpräsenz im Raum Köln. Diese Phase prägte den Butzweilerhof über Jahrzehnte hinweg.
  • 15. April 1954 wurde die belgische Flugeinheit 16. Air OP in 16. Esc. Lt. Avn. umbenannt und den belgischen Landstreitkräften zugeordnet. Damit wurde die Einheit nicht mehr als klassische Luftwaffeneinheit geführt, sondern als Heeresfliegerverband. Der Butzweilerhof blieb dadurch ein aktiver militärischer Flugplatz mit leichten Verbindungs-, Beobachtungs- und später Hubschrauberaufgaben.
  • 1. Februar 1956 erhielten die belgischen Heeresflieger Hubschrauber vom Typ Alouette II. Außerdem nutzten sie Flugzeuge wie die Piper Cub L-18C; ab 1959 kam auch die Dornier Do 27 hinzu. Damit veränderte sich das fliegerische Bild des Butzweilerhofs deutlich. Der Platz war nun weniger ein Verkehrsflughafen, sondern stärker ein Standort für leichte militärische Luftfahrzeuge und Hubschrauber.
  • 1956 sorgte der Flugtag der Nationen mit rund 200.000 Besuchern nochmals für große öffentliche Aufmerksamkeit. Der Butzweilerhof zeigte sich damit noch einmal als Ort der Luftfahrtbegeisterung. Obwohl seine Rolle als Verkehrsflughafen bereits schwächer wurde, blieb der Platz im Bewusstsein der Kölner Bevölkerung stark verankert.
  • 18. Juli 1957 übernahm der neue Flughafen Köln/Bonn in Porz-Wahn die Funktion des kommerziellen Kölner Verkehrsflughafens. Damit verlor der Butzweilerhof seine zentrale zivile Aufgabe endgültig. Der Verkehr wanderte auf die rechte Rheinseite ab. Für den Butzweilerhof begann nun der lange Rückzug aus der zivilen Luftfahrt.
Sportflug, Segelflug und militärische Restnutzung (1958 – 1980)
  • 1958–1960 blieb der Butzweilerhof trotz des Bedeutungsverlustes weiter fliegerisch aktiv. Besonders der Sport- und Segelflug nutzte den Platz. Damit behielt der alte Flughafen eine lebendige Rolle, auch wenn er nicht mehr der große Verkehrsflughafen Kölns war.
  • 1960 war der Butzweilerhof Austragungsort der Weltmeisterschaft im Segelfliegen. Dieses Ereignis brachte den alten Flughafen noch einmal international in die Schlagzeilen. Es zeigte, dass das Gelände trotz seiner abnehmenden verkehrlichen Bedeutung weiterhin für besondere luftfahrtbezogene Veranstaltungen geeignet war.
  • Januar 1967 verließ die Royal Air Force den Standort. Die Anlage wurde anschließend der Bundeswehr zur Nutzung übergeben. Die Bundeswehr nutzte die Liegenschaft unter anderem für Heereseinheiten und Dienststellen. Ein regulärer militärischer Flugbetrieb der Bundeswehr wurde dort jedoch nicht wieder aufgebaut.
  • 1967–1980 blieb der Butzweilerhof als Gelände militärisch geprägt, während der Sport- und Segelflug noch weiterlief. Gleichzeitig begann die Stadt, Teile des Umfelds gewerblich zu entwickeln. Der alte Flughafen verlor Schritt für Schritt seine ursprüngliche Funktion. Aus einem Flugplatz wurde immer stärker eine Konversionsfläche.
  • 4. August 1980 endete die sportfliegerische Nutzung des Butzweilerhofs. Damit war die letzte zivile Flugbetriebsphase praktisch beendet. Der Platz, der einst Kölns Tor zur internationalen Luftfahrt gewesen war, wurde nun nicht mehr als aktiver ziviler Flugplatz genutzt.
  • 30. September 1980 verfügte der Kölner Regierungspräsident die Schließung des Verkehrslandeplatzes Köln-Butzweilerhof. Damit endete die öffentliche zivile Nutzung des alten Kölner Flughafens. Der Butzweilerhof war nun kein regulärer Verkehrslandeplatz mehr. Das bedeutete aber nicht, dass auf dem Gelände sofort jede fliegerische Aktivität verschwand. Die belgischen Heeresflieger blieben weiterhin am Standort und nutzten den militärischen Bereich des früheren Flugplatzes weiter.
  • 15. November 1980 feierte Papst Johannes Paul II. auf dem ehemaligen Flugfeld eine Heilige Messe vor einer riesigen Menschenmenge. Diese Nutzung hatte mit Luftfahrt nichts mehr zu tun, zeigt aber die Größe und Offenheit des ehemaligen Flugplatzgeländes. Das Rollfeld wurde nun zu einem Ort für Großveranstaltungen.
Das Ende des Flugbetriebs und der Abzug der Militärnutzer (1981 – 1995)
  • 17. Oktober 1981 wurde der alte Flughafentower abgebaut. Dieser Schritt stand sichtbar für das Ende der früheren zivilen Flughafenstruktur. Für die belgische militärische Nutzung war das jedoch nicht automatisch das Ende des Flugbetriebs. Die belgischen Heeresflieger betrieben den Butzweilerhof weiterhin mit leichten Luftfahrzeugen und Hubschraubern. Der spätere Betrieb lief nicht mehr als ziviler Verkehrslandeplatz, sondern als militärisch geprägte Restnutzung.
  • 1980er-Jahre blieb der Butzweilerhof durch die belgischen Heeresflieger weiterhin fliegerisch aktiv. Zum Einsatz kamen unter anderem Hubschrauber wie die Alouette II sowie leichte Verbindungs- und Beobachtungsflugzeuge. Der Charakter des Platzes hatte sich damit vollständig verändert: Aus dem früheren Verkehrsflughafen Kölns war ein militärisch genutzter Restflugplatz geworden.
  • 5. Oktober 1995 gaben die belgischen Heeresflieger den Butzweilerhof auf. Erst damit endete die belgische fliegerische Nutzung des Platzes. Der Abzug der Belgier markierte den eigentlichen Schlusspunkt der letzten aktiven Luftfahrtphase am Butzweilerhof.
  • 31. Dezember 1995 schloss die Bundeswehr den Standort. Damit war die militärische Nutzung des Areals endgültig beendet. Aus dem früheren Flughafen wurde nun endgültig eine Konversionsfläche mit historischen Gebäuden, späterer Gewerbenutzung und denkmalgeschütztem Bestand.
Konversion, Medienstandort und neue Nutzung (1996 – 2007)
  • 1996–1999 wurde das ehemalige Flughafengelände unter anderem für Musikveranstaltungen genutzt. Das frühere Rollfeld und die großen Freiflächen boten Raum für Festivals und Konzerte. Damit erhielt der Butzweilerhof vorübergehend eine neue öffentliche Funktion, bevor die dauerhafte Umgestaltung weiter voranschritt.
  • 1997 fand auf dem Gelände ein großes Konzert der Band U2 im Rahmen der PopMart Tour statt. Solche Veranstaltungen machten deutlich, dass der ehemalige Flughafen nach dem Ende des Flugbetriebs nicht sofort verschwand, sondern als markanter Großraum im Kölner Westen weiter genutzt wurde.
  • 1998 entwickelte sich der Bereich am Butzweilerhof zunehmend zum Medienstandort. Bereits zuvor hatten sich private Medienunternehmen im Umfeld angesiedelt. Der alte Flughafenraum wurde damit Teil einer neuen wirtschaftlichen Nutzung, die mit der ursprünglichen Luftfahrtfunktion kaum noch verbunden war, aber den Standort weiter im Bewusstsein der Stadt hielt.
  • 1995–2007 wurden Teile der historischen Flughafenanlage restauriert. Besonders das Empfangsgebäude aus den 1930er-Jahren blieb als denkmalgeschützter Kern erhalten. Auch Flugzeughallen, Kontrollturm und weitere Bauteile erinnern bis heute an die große Zeit des Butzweilerhofs als Verkehrsflughafen.
  • 2006 endete die militärische Nutzung der Liegenschaft in ihrer letzten Form. Damit war auch der nichtfliegerische militärische Abschnitt abgeschlossen. Der Butzweilerhof war nun endgültig ein ziviler Stadtentwicklungsraum mit historischem Kern.
  • 2007 war die Restaurierung wesentlicher historischer Gebäudeteile weit fortgeschritten. Der alte Flughafen wurde nun nicht mehr als verlassene militärische Anlage betrachtet, sondern als denkmalgeschütztes Ensemble mit neuer Zukunft. Die erhaltenen Bauten machten den Butzweilerhof zu einem seltenen Beispiel deutscher Flughafenarchitektur der Zwischenkriegszeit.
Der Butzweilerhof als historisches Stadtquartier (2008 – HEUTE)
  • 2010 wurde die Stadtbahn bis zum Butzweilerhof verlängert. Damit rückte das ehemalige Flughafenareal wieder näher an die Stadt heran. Der frühere, lange abgeschirmte Flughafenbereich wurde nun besser erreichbar und stärker in die moderne Stadtstruktur eingebunden.
  • 2010er-Jahre wandelte sich das frühere Flugfeld weiter in ein Wohn- und Gewerbegebiet. Dort, wo früher Flugzeuge starteten und landeten, entstanden neue Straßen, Gebäude, Gewerbeflächen und Wohnbereiche. Der Name Butzweilerhof blieb jedoch erhalten und erinnert weiterhin an die luftfahrtgeschichtliche Bedeutung des Ortes.
  • Juni 2018 eröffnete auf dem Gelände des historischen Flughafens die Motorworld Köln-Rheinland. Sie nutzt Teile des früheren Flughafenensembles und verbindet die historischen Hallen mit Automobilkultur, Gastronomie, Hotel, Tagungsräumen und Veranstaltungen. Damit bekam der Butzweilerhof eine neue überregionale Bekanntheit.
  • Oktober 2020 wurde die ehemalige WDL Aviation Fokker F27-600 Friendship D-AELM auf dem Gelände des historischen Flughafens Köln-Butzweilerhof aufgestellt. Die Maschine war zuvor in Köln/Bonn abgestellt und gelangte nach dem Kauf durch die Motorworld an den alten Flughafenstandort. Spätestens am 2. Oktober 2020 ist sie dort fotografisch nachweisbar. Seitdem erinnert die Fokker als Static Display an die frühere Luftfahrtgeschichte des Butzweilerhofs und setzt vor den erhaltenen Flughafenbauten wieder ein sichtbares fliegerisches Zeichen.
  • Heute sind vom ehemaligen Flughafen Butzweilerhof vor allem die denkmalgeschützten Gebäude aus den 1930er-Jahren prägend erhalten. Dazu gehören das frühere Empfangsgebäude, Flugzeughallen, der Bereich des Kontrollturms und Teile des historischen Ensembles. Das frühere Rollfeld ist in weiten Teilen überbaut oder umgenutzt. Aus dem ersten großen Kölner Flughafen wurde ein Stadtquartier, doch seine Geschichte bleibt sichtbar.

Static Airframes

PRESERVED

  • D-AELM / Fokker F27-600 Friendship / cn 10450 / Motorworld (ex WDL)


Weitere interessante Informationen

WIKIPEDIA

Flughafen Köln-Butzweilerhof (de)

WIKIPEDIA

RAF Butzweilerhof (en)

KULADIG

Flughafen Butzweilerhof – „Butz“, Verkehrsflughafen Ossendorf, Aerodrome Bickendorf, zeitweise Luftfahrtmuseum, heute Motorworld Köln (de)

LUFTFAHRT ARCHIV KÖLN

Die Kölner Luftfahrt und der Butzweilerhof (de)

KONRAD ADENAUER

Flugplatz Butzweilerhof

ABANDONED FORGOTTEN & LITTLE KNOWN AIRFIELDS IN EUROPE

Butzweilerhof

YOUTUBE – Werner Leyk

Flugschau Butzweilerhof Köln 1972

YOUTUBE – Stubenkino

Internationaler Grossflugtag 1968

YOUTUBE – pierremehdi

16 esc lt avn Butzweilerhof

YOUTUBE – NRWTraveller

KÖLN – Butzweiler Hof (Lost Airport)

YOUTUBE – Historisches Luftfahrtarchiv Köln

WDR Lokalzeit Köln „Abschied vom Butzweilerhof“

YOUTUBE – DSV-KölnTV

Butzweilerhof ehemaliger Flughafen Stadt Köln

YOUTUBE – FILMSCHATZARCHIV

Köln vor dem Krieg (koloriert): Butzweilerhof – Airport – Zeppelin – Junkers G38


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