FLUGPLATZ KÖLN OSTHEIM

Der ehemalige Flugplatz Köln-Ostheim ist heute kaum noch als Flugplatz erkennbar, doch seine Geschichte steckt tief im rechtsrheinischen Köln. Zwischen Ostheim, Merheim, Brück und dem späteren Neubrück entstand ab den 1930er-Jahren ein militärischer Fliegerhorst, der im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielte.

Von hier aus starteten Verbände der Luftwaffe, hier wurden Flugzeuge ausgerüstet, überführt und erprobt, und auch die Vorbereitung des Angriffs auf Eben-Emael ist eng mit Ostheim verbunden. Nach dem Krieg verschwand das Flugfeld Stück für Stück unter neuen Stadtstrukturen. Teile der ehemaligen Gebäude leben jedoch bis heute weiter, vor allem im Bereich des Klinikums Merheim.

Köln-Ostheim ist damit kein klassischer Flughafen, den man sofort vor Augen hat. Es ist eher ein fast vergessener Ort der Luftfahrtgeschichte, dessen Spuren man heute suchen muss. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf diesen ehemaligen Flugplatz besonders.

51109 Köln-Merheim
Deutschland

IATA: xxx
ICAO: xxxx

ROLLFELD:
Durchmesser circa 1000 m
maximal nutzbare Länge circa 1200 m


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GESCHICHTE

Frühe Nutzung im Raum Köln-Merheim/Ostheim (um 1911 – 1919)
  • Um 1911 entstand im Bereich Köln-Merheim/Ostheim nach mehreren luftfahrtgeschichtlichen Verzeichnissen ein frühes Flugfeld südlich der Olpener Straße. Diese Frühphase ist deutlich weniger greifbar als die spätere militärische Nutzung. Sie erklärt aber, warum der Platz in manchen Darstellungen nicht erst mit dem Fliegerhorst der 1930er-Jahre beginnt, sondern schon vor dem Ersten Weltkrieg erwähnt wird.
  • 1912 gewann das Gelände offenbar an Bedeutung, weil die Stadt Köln den Butzweilerhof langfristig an das Militär verpachtete. Dadurch verlagerte sich ein Teil der frühen Kölner Luftfahrt- und Militärfliegerei in andere Bereiche, darunter auch den Raum Merheim/Ostheim. Diese frühe Phase darf aber nicht mit dem späteren Fliegerhorst Ostheim gleichgesetzt werden, der erst ab 1936 gebaut wurde.
  • Ab 1918 wurde das Gelände nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zeitweise von britischen Besatzungskräften genutzt. In ausländischen Airfield-Verzeichnissen wird erwähnt, dass dort RAF-Einheiten lagen. Für 1919 werden sogar tägliche Zeitungs- und Postflüge genannt. Danach verliert sich die greifbare Flugplatzgeschichte für mehrere Jahre fast vollständig.
Geheime Planungen für einen neuen Fliegerhorst (1934 – 1935)
  • 1934 ordnete das Reichsluftfahrtministerium die Planung eines neuen Fliegerhorstes im rechtsrheinischen Bereich Ostheim/Merheim an. Diese Planung erfolgte im Geheimen, weil die militärische Luftfahrt des Deutschen Reiches zu diesem Zeitpunkt offiziell noch nicht offen auftreten durfte und der Raum Köln weiterhin in einer militärisch sensiblen Zone lag. Die Tarnung lief unter ziviler beziehungsweise sportfliegerischer Fassade.
  • Anfang 1935 wurde Köln-Ostheim als Standort ausgewählt. In der historischen Darstellung wird dabei Luftwaffengeneral Albert Kesselring genannt. Der neue Platz sollte nicht als ziviler Verkehrsflughafen entstehen, sondern als militärischer Fliegerhorst mit Start- und Landefläche, Hallen, Werkstätten, Unterkünften und Sicherungsanlagen.
Bau des Fliegerhorstes und Eingriff in die Landschaft (1936 – 1937)
  • 7. März 1936 änderte sich die Lage durch den Einmarsch deutscher Truppen in die entmilitarisierte Zone des Rheinlands. Danach konnte der Bau militärischer Anlagen offener umgesetzt werden, auch wenn die vorherigen Planungen bereits angelaufen waren. Für Köln-Ostheim bedeutete das den Übergang von der geheimen Planung zur tatsächlichen Bauphase.
  • 21./27. April 1936 begannen die Bauarbeiten auf dem beschlagnahmten Gelände. In den Quellen erscheinen zwei nahe beieinanderliegende Daten: KuLaDig nennt den 21. April 1936, andere luftfahrtgeschichtliche Darstellungen nennen den 27. April 1936. Sicher ist damit: Der Baubeginn lag Ende April 1936. Das vorgesehene Fertigstellungsdatum im Oktober 1936 wurde nicht gehalten.
  • 1936 bis 1937 entstand der Fliegerhorst östlich des damaligen Dorfes Ostheim. Gleichzeitig wurde die Autobahn Düsseldorf–Frankfurt, die heutige A 3, gebaut. Diese neue Verkehrsachse zerschnitt den Raum: Das Dorf Ostheim lag westlich der Autobahn, der Fliegerhorst östlich davon. Auch die Straßenführung veränderte sich; aus der Straße nach Merheim wurde auf einer Seite die Bruno-Werntgen-Straße, während auf der anderen Seite der Name Ostmerheimer Straße erhalten blieb.
  • 1936 bis 1937 mussten Landwirte in der Gemarkung Langenbrück große Flächen abgeben. Der spätere Fliegerhorst lag ungefähr zwischen Olpener Straße, Rather Kirchweg, Ostmerheimer Straße und Autobahn 3. Die Start- und Landefläche war birnenförmig angelegt, die Hallen, Unterkünfte und technischen Gebäude entstanden vor allem an der nordwestlichen Seite des Flugfeldes.
Übergabe an die Luftwaffe und erste Belegung (1937 – 1939)
  • 8. Juni 1937 wurde der neu gebaute Fliegerhorst Köln-Ostheim offiziell an die Luftwaffe übergeben. Als erster Verband zog die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 234 ein. Sie war mit Messerschmitt Bf 109 und Heinkel He 51 ausgerüstet. Das Bodenpersonal kam aus dem Bereich Butzweilerhof nach Ostheim.
  • Herbst 1937 spielte Köln-Ostheim auch eine besondere Rolle in der Horten-Geschichte. Walter und Reimar Horten arbeiteten dort an ihren Nurflügel-Entwürfen. Der Erstflug eines frühen Horten-Versuchsmusters wird mit Ostheim verbunden. Die Versuche zeigen, dass der Fliegerhorst nicht nur Standort eines Jagdverbandes war, sondern auch ein Ort technischer Erprobung.
  • 1938 wurde die in Ostheim stationierte Jagdgruppe organisatorisch umbenannt. Aus der I./JG 234 wurde zunächst die I./JG 132 „Schlageter“. Der Standort blieb damit Teil der Jagdfliegerstruktur der Luftwaffe im Westen.
  • 1938 und 1939 öffnete sich der Fliegerhorst am „Tag der Wehrmacht“ noch für Besucher. Kölner konnten Hallen, Unterkünfte und Werkstätten sehen, Mechanikern bei Arbeiten an Flugmotoren zusehen und Flugvorführungen erleben. Diese öffentliche Selbstdarstellung endete mit dem Beginn des Krieges. Danach wurden Tarnung, Sicherung und Flakschutz wichtiger.
  • Anfang 1939 wurden die letzten Heinkel He 51 durch modernere Messerschmitt Bf 109 E-1 und E-3 ersetzt. Damit passte sich die in Ostheim stationierte Jagdfliegergruppe an den technischen Stand der Luftwaffe kurz vor Kriegsbeginn an.
  • 1. Mai 1939 wurde die I./JG 132 zur I./JG 26 „Schlageter“. Damit war Köln-Ostheim unmittelbar mit einem der später bekannten Jagdgeschwader der Luftwaffe verbunden. Einige Monate später wurde die I./JG 26 aus Köln abgezogen, weil sich die militärische Lage mit dem Beginn des Krieges veränderte.
Mobilmachung und Kriegsbeginn (1939)
  • 28. August 1939 begann im Deutschen Reich die Mobilmachung. Köln-Ostheim wurde in den militärischen Betrieb eingebunden und stand in engem Zusammenhang mit anderen Anlagen im Kölner Raum, darunter Butzweilerhof und Wahn/Wahner Heide. Der Platz wurde nun nicht mehr als repräsentativer Standort genutzt, sondern als einsatzbereiter Fliegerhorst.
  • 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Mit dem Kriegsausbruch wurden auf dem Fliegerhorst umfangreiche Tarn- und Sicherungsmaßnahmen getroffen. Die Anlagen wurden vor Luftangriffen geschützt, Flugzeuge und Betriebsbereiche wurden getarnt, und die militärische Öffentlichkeit verschwand.
  • Ende September 1939 wurden nach dem Polenfeldzug und vor dem Westfeldzug verschiedene Luftwaffenverbände zeitweise in Ostheim zusammengezogen. Der Platz diente damit nicht nur als Heimatstandort, sondern auch als Sammel-, Bereitstellungs- und Zwischenstation für Operationen im Westen.
Vorbereitung des Westfeldzuges und Angriff auf Eben-Emael (1940)
  • Januar 1940 wurden in Ostheim Lastensegler stationiert. Sie gehörten zur Vorbereitung eines der bekanntesten Luftlandeunternehmen des frühen Zweiten Weltkriegs: dem Angriff auf das belgische Fort Eben-Emael. Der Einsatz wurde streng geheim vorbereitet.
  • Ende Februar 1940 besuchte Hermann Göring den Fliegerhorst Köln-Ostheim und inspizierte die Vorbereitungen. Historische Bildnachweise und zeitgenössische Darstellungen verbinden diesen Besuch eindeutig mit dem Platz.
  • 7. April 1940 wurde Köln durch eine britische Spitfire in großer Höhe aufgeklärt. Dabei wurden auch Butzweilerhof und Ostheim fotografiert. Das zeigt, dass der Platz den Alliierten bereits vor dem Beginn des Westfeldzuges als militärisches Ziel bekannt war.
  • 10. Mai 1940 begann der Westfeldzug. Von Köln-Ostheim aus starteten Transportmaschinen mit Lastenseglern im Schlepp. Ziel waren belgische und niederländische Grenzbefestigungen, vor allem das Fort Eben-Emael. Der Angriff gilt als einer der ersten großen Luftlande- und Lastenseglereinsätze dieser Art. Für Ostheim war dies der militärisch bedeutendste Moment seiner Geschichte.
  • 10. Mai 1940 reagierte die Royal Air Force mit Angriffen auf Köln. Dabei wurde auch der Fliegerhorst Ostheim getroffen. Der Platz war damit bereits am ersten Tag des Westfeldzuges nicht nur Ausgangspunkt deutscher Operationen, sondern auch Ziel alliierter Luftangriffe.
  • 5. Juni 1940 stürzte nach dem Start in Köln-Ostheim eine Heinkel He 111 ab. Nach den Unfallangaben erlitt die Maschine kurz nach dem Abheben ein technisches Problem. Von sechs Besatzungsmitgliedern überlebte nur eines, fünf kamen ums Leben. Der Vorfall zeigt, dass Ostheim in dieser Zeit auch von mehrmotorigen Militärflugzeugen genutzt wurde.
  • Juni bis September 1940 nahm der reguläre Flugbetrieb in Ostheim ab, weil viele aktive Einheiten an andere Frontabschnitte verlegt wurden. Der Platz blieb jedoch nicht bedeutungslos. Er wurde weiterhin als militärische Infrastruktur im Kölner Raum genutzt.
  • Juli 1940 nutzte die Erprobungsgruppe 210 den Flugplatz zeitweise für Versuche. Dabei ging es um Erprobungen im Zusammenhang mit neuen Bombenabwurfverfahren. Das unterstreicht erneut die Mischrolle Ostheims: Einsatzplatz, Zwischenstation und Erprobungsort.
  • Ab Mitte August 1940 lag die III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 zeitweise in Ostheim. Geflogen wurden Bf 109 und Bf 110. Damit erhielt der Platz eine Funktion in der Nachtjagd und in der Luftverteidigung des Kölner Raumes.
Rückgang der Frontbedeutung und Nutzung als Nachtjagd- und Zwischenlandeplatz (1941 – 1943)
  • 1941 nahm die strategische Bedeutung des Fliegerhorstes nach dem Angriff auf die Sowjetunion ab. Ostheim lag nun nicht mehr im unmittelbaren Schwerpunkt der deutschen Luftoperationen. Trotzdem blieb der Platz militärisch nutzbar und wurde weiterhin in die Luftverteidigung und technische Ausbildung eingebunden.
  • Mitte Juni bis August 1941 wurde Köln mehrfach durch die RAF angegriffen. In dieser Phase wird die Versuchsnachtjagdstaffel 109 Ostheim genannt. Sie sollte mit Bf 109 gegen nächtliche Angriffe eingesetzt werden, wurde jedoch im August 1941 wieder aufgelöst.
  • 1941 wurde das Horten-Nurflügelflugzeug, das mit der Ostheimer Erprobung verbunden war, an die Aerodynamische Versuchsanstalt in Göttingen übergeben. Damit endete diese besondere technische Episode am Standort weitgehend.
  • 1942 diente Köln-Ostheim verstärkt als Durchgangs- und Zwischenlandeplatz. Besonders für Nachtjäger in Luftnot war der Platz wichtig, weil er als sogenannter Nachtjagdeinfallhorst genutzt werden konnte. Maschinen, die nicht mehr zu ihren eigentlichen Basen zurückkamen, konnten hier landen.
  • 1942 entstand in Ostheim außerdem eine Frontschleuse für neu gelieferte Jagdflugzeuge. Messerschmitt Bf 109 und Focke-Wulf Fw 190 wurden dort ausgerüstet, ergänzt und für den Fronteinsatz vorbereitet. Piloten der Jägerzuführungsstaffel Ostheim überführten diese Maschinen anschließend zu den Einsatzverbänden.
  • 1942 wurden auf dem Fliegerhorst Umschulungs- und Lehrwerkstätten für Flugzeugmechaniker eingerichtet. Damit verlagerte sich ein Teil der Nutzung von der reinen fliegenden Truppe hin zu Ausbildung, Technik und Instandhaltung.
  • 1942 werden außerdem vier erbeutete sowjetische SB-2-Bomber erwähnt, die als Zieldarstellungsflugzeuge von Ostheim aus eingesetzt wurden. Auch dies passt zur veränderten Rolle des Platzes: weniger Frontflugplatz, mehr Unterstützungs-, Ausbildungs- und Spezialstandort.
  • 17. Juli 1943 flog erneut eine britische Spitfire-Aufklärungsmaschine über Ostheim. Solche Aufklärungsflüge waren gefährlich für den Platz, weil sie die Grundlage für spätere Angriffe lieferten. Bis dahin war Ostheim zwar bekannt, aber noch nicht in dem Maße zerstört wie andere Ziele im Kölner Raum.
  • Ende 1943 machte nach zeitgenössischen luftfahrtgeschichtlichen Darstellungen ein früher Me-262-Versuchstyp in Ostheim Station, als er Adolf Hitler in Ostpreußen vorgeführt werden sollte. Der Platz war also selbst in der Phase sinkender Frontbedeutung weiterhin in Überführungs- und Sonderflüge eingebunden.
Verstärkte Nutzung im letzten Kriegsjahr (1944)
  • Mai 1944 wurden die 1., 2. und 3. Staffel der Nachtschlachtgruppe 2 nach Köln-Ostheim und Hangelar verlegt. Genannt werden etwa 80 Junkers Ju 87 D-3 und D-5. Damit erhielt Ostheim wieder eine stärkere operative Bedeutung.
  • Sommer 1944 verschärfte sich die Lage im Westen nach der alliierten Landung in der Normandie. Weil deutsche Flugplätze in Frankreich, Belgien und den Niederlanden zunehmend verloren gingen oder bedroht waren, rückten Standorte im Reichsgebiet wieder stärker in den Fokus. Köln-Ostheim wurde in dieser Phase erneut stärker genutzt.
  • August 1944 wurde die Jägerzuführungsstaffel Ostheim aufgelöst. Damit endete die Aufgabe des Platzes als organisierte Überführungs- und Ausrüstungsstelle für neue Jagdflugzeuge in dieser Form.
  • Ab 1944 entstanden getarnte und ausgelagerte Abstellbereiche im Umfeld des Flugplatzes. Der Grund war die wachsende Gefahr alliierter Luftangriffe. Flugzeuge sollten nicht mehr konzentriert auf dem Platz stehen, sondern verteilt und schwerer erkennbar abgestellt werden.
  • 1944 wurde auch die Große Plantage im Umfeld als Standort einer schweren Flakbatterie der Kölner Luftverteidigung genutzt. Ostheim war damit nicht nur Flugplatz, sondern Teil eines größeren Verteidigungssystems rund um Köln.
  • Spätes Jahr 1944 wurde der Fliegerhorst immer häufiger Ziel alliierter Angriffe. Trotz der Bombardierungen blieb der Platz nach mehreren Darstellungen bis kurz vor Kriegsende weitgehend einsatzfähig. Das ist wichtig, weil Ostheim nicht wie manche andere Flugplätze frühzeitig völlig ausfiel.
Unternehmen Bodenplatte und Zerstörung des Fliegerhorstes (1945)
  • 1. Januar 1945 war Köln-Ostheim einer der Ausgangspunkte für das Unternehmen „Bodenplatte“. Zusammen mit Köln-Wahn und Bonn-Hangelar wurde der Platz für den großen deutschen Luftwaffenangriff auf alliierte Flugplätze im Westen genutzt. In Ostheim wurden rund 60 Fw 190 F-8 zusammengezogen. Der Einsatz stand unter dem Kommando von Oberst Alfred Druschel, der dabei nicht zurückkehrte.
  • 28. Januar 1945 griffen amerikanische Bomberverbände den Fliegerhorst Ostheim an. Dabei wurden Flugfeld, Abstellbereiche und umliegende Stellungen schwer getroffen. Besonders tragisch war der Tod von 17 jugendlichen Flakhelfern und eines Soldaten im Bereich Rather Kirchweg/Hans-Schulten-Straße.
  • Ende Januar 1945 gilt dieser Angriff als einer der letzten schweren Angriffe auf den Flugplatz. In einigen Darstellungen wird er als letzter USAAF-Angriff auf Ostheim bezeichnet. Auch nach diesen Zerstörungen war der Platz nicht sofort völlig bedeutungslos, aber die militärische Lage war zu diesem Zeitpunkt bereits zusammengebrochen.
  • Etwa Ende Februar 1945 kam es über Köln noch zu Luftkämpfen, bei denen Fw 190 D-9 und amerikanische P-47 Thunderbolt genannt werden. Diese Ereignisse zeigen, dass der Luftraum über Köln auch nach den schweren Angriffen auf Ostheim noch Kampfgebiet blieb.
  • 8. März 1945 wurde der Flugplatz Köln-Ostheim von der Luftwaffe aufgegeben und geräumt. Personal, noch nutzbares Material und einzelne flugfähige Maschinen wurden abgezogen oder zerstört. Damit endete der eigentliche militärische Betrieb des Fliegerhorstes.
  • 13. April 1945 besetzten amerikanische Truppen das Gelände. Die Deutschen hatten Teile des Flugplatzes und der Ausstattung zuvor unbrauchbar gemacht. Für die Amerikaner war der Platz daher kaum noch als nutzbarer Flugplatz interessant.
  • 21. Juni 1945 übernahmen britische Truppen den ehemaligen Fliegerhorst. Die Briten konzentrierten sich jedoch auf andere Standorte, vor allem Köln-Wahn und später auch Butzweilerhof. Ostheim hatte durch seine Nähe zu Wahn keine Zukunft mehr als Flugplatz.
Demilitarisierung und zivile Nachnutzung (1946 bis 1947)
  • 1946 wurde das Gelände an die Stadt Köln übergeben. Die militärischen Flugbetriebsanlagen wurden demilitarisiert, Hallen und flugplatzbezogene Einrichtungen abgebrochen oder zerstört. Die Kasernenbauten blieben dagegen zu großen Teilen erhalten und wurden für zivile Zwecke nutzbar gemacht.
  • 1946 begann die Umwandlung der ehemaligen Kasernen in eine städtische Krankenanstalt. Daraus entwickelte sich später das Krankenhaus beziehungsweise Klinikum Merheim. Viele der heute noch vorhandenen Gebäude auf dem Klinikgelände gehen auf den ehemaligen Fliegerhorst zurück.
  • 1947 wurde der östliche Teil des ehemaligen Platzes mit Werkstatt- und Kfz-Bereichen an die Arzneimittelfabrik Dr. Madaus & Co. verpachtet. Damit verschwand ein weiterer Teil der ursprünglichen Flugplatzstruktur aus dem Luftfahrtkontext und wurde in eine industrielle Nutzung überführt.
Verschwinden des Flugfeldes und Entstehung neuer Stadtstrukturen (1960er Jahre – 2015)
  • 1960er Jahre wurde auf dem ehemaligen Flugfeldgelände die Konrad-Adenauer-Siedlung errichtet. Aus diesem Bereich entstand später der Stadtteil Neubrück. Damit wurde die frühere offene Start- und Landefläche dauerhaft überbaut. Der Flugplatz verschwand nicht nur aus dem Betrieb, sondern auch aus dem Stadtbild.
  • 1967 zog die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in das ehemalige Gebäude der Flugleitung ein. Diese Nutzung blieb über Jahrzehnte bestehen und zeigt, wie stark die ehemaligen Militärbauten in zivile Verwaltungs- und Gesundheitsstrukturen eingebunden wurden.
  • Bis April 2015 nutzte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das frühere Gebäude der Flugleitung. Danach zog sie an den Maarweg in Köln-Ehrenfeld. Damit endete eine lange zivile Nachnutzung eines zentralen Gebäudes des ehemaligen Fliegerhorstes.
Erhaltene Spuren und heutiger Zustand (2015 – HEUTE)
  • Seit 2015 sind noch verschiedene Relikte des ehemaligen Flugplatzes erkennbar. Dazu gehören frühere Kasernenbauten, Straßentrassen und bauliche Reste auf dem Gelände des Klinikums Merheim und angrenzender Bereiche. Auf einigen Gebäuden sind noch erhöhte Plattformen beziehungsweise frühere Flakstellungen erkennbar.
  • 2025 wurde erneut öffentlich darauf hingewiesen, dass auf dem Gelände noch außergewöhnlich viel historische Bausubstanz erhalten ist. Genannt werden unter anderem ehemalige Kommandantur, Offizierskasino, Büros, Wohnstuben, Wachgebäude und weitere frühere Wehrmachtsbauten, die heute in das Klinikum Merheim und andere zivile Nutzungen eingebunden sind.
  • 2026 wird im Zusammenhang mit dem Ausbau des Klinikums Merheim darauf hingewiesen, dass weitere Gebäude des historischen Fliegerhorstes verschwinden könnten. Damit bleibt Köln-Ostheim ein Beispiel dafür, wie ein früher Militärflugplatz nach 1945 fast vollständig aus dem Bewusstsein verschwand, obwohl Teile seiner Bausubstanz bis heute im Stadtbild weiterleben.


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KULADIG

Flugplatz Ostheim, Fliegerkaserne Merheim, Einsatzhafen E12/VI

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Fliegerhorst Köln-Ostheim

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